Man sagt ja immer, dass das Beste zum Schluss kommt und auf unsere Woche Toskana traf das gute alte Spruchwort komplett zu.
Wir schliefen bis weit nach 8:00 Uhr und schauten ängstlich aus dem Fenster hinaus. Das Wetter hielt, wir sahen sogar blauen Himmel. Gegen 10:00 Uhr fuhren wir los, das Navi wählte wieder einen irren Weg aus Montopoli hinaus, „ viele Wege führen nach Rom“ und wieder stießen wir auf eine wunderschöne Landschaft mit Fotooption. Es ist gar nicht so leicht, Landschaftsaufnahmen zu machen, da es quasi nie Haltebuchten gibt und der Verkehr erstaunlich ist ( jedes 2.Nummernschild kommt übrigens aus D).
Nach gut einer Stunde waren wir im Dunstkreis von San Gimignano, dem Manhattan des Mittelalters. Wir hatten einen Blick auf die Skyline vom Wegesrand aus, wußten aber sofort, dass es sich hierbei nicht um die berühmte Aussicht auf die Stadt handelt. Also hieß es suchen, suchen, suchen und fündig werden!
Wie man unschwer erkennen kann, in der mittelalterlichen Stadt wurden hohe Türme errichtet, die lediglich Prestigezwecken und dem Schutz dienten. Im 12-13 Jh. gab es insgesamt 72 Geschlechtertürme in der Stadt, wobei Keiner größer sein durfte, als der sogenannte Torre Grossa vom Rathaus. Heue stehen immerhin noch 15 dieser Türme und es gibt Bildeinstellungen, wo man sofort an die Twintower von New York denkt, somit passt der Beiname ganz gut.
In den Schluchten von Manhattan?
Die Twintower des Mittelalters.
Wir suchten uns einen Parkplatz und mussten bereits auf P4 ausweichen, die City war knüppeldickevoll, es war einfach unglaublich…..Deutsche, Niederländer, Österreicher, Belgier….ich glaube die Italiener sind mit ihrer Saison zufrieden.
Der Zugang in die Altstadt war super leicht zu finden und gut geregelt, man kommt quasi von jedem Parkplatz leicht in die Stadt. Wir passten uns den Massen an und liefen gelassen Richtung Piazza Duomo, zum Dom…..der eigentlich keiner ist, weil dieser nie Bischofssitz gewesen ist.
links Rathaus, rechts Collegiato
Wir ließen die Kirche erstmal Kirche sein, unser Ziel waren die 200 Stufen des Torre Grossa, wobei die letzten 20 dann auch nur noch eine Hühnerleiter waren. Der Torre Grossa gehört zum Rathaus und der dazugehörige Platz ist ebenfalls sehr sehenswert. In einem Fotoladen bin ich übrigens schwach geworden, eine Fotografie aus San Gimignano hatte es mir angetan.
Der Blick, der sich auf San Gimignano vom Turm aus bot, war atemberaubend! Nicht nur die Stadt war ein Hammer, auch die Umgebung war wunderschön. Wir waren ganz hin und weg.
Aufgang zum Torre Grosso und zur Pinacotheca
Die zum Torre gehörende Pinacoteca schauten wir uns ebenfalls an, hier hangen aber fast nur hässliche Bilder mit Bibelszenen, wir hatten keine Lust auf mittelalterliche Bilder, mit grimmig dreinschauenden Menschen. Neben den Gemälden gab es allerdings auch Wandfresken, diese fanden bei uns ein wenig Gnade.
Ich machte noch einen kurzen Abstecher in die Hauptkirche ( Collegiata) der sogenannte Dom wurde im 12 Jh. im romanischen Stil errichtet und ist von außen völlig schmucklos. Dafür wurde im Innenraum geklotzt, dieser ist mit Fresken förmlich überladen.
Von Rocca Montestaffoli aus hat man ebenfalls einen schönen Blick auf die Stadt und auf die zauberhafte Landschaft. Das gesamte alte Landgut kommt wunderschön daher. Es ist halb restauriert, halb Ruine mit der Möglichkeit, dort Weinproben abzuhalten.
Erwähnenswert ist auch der Zisternenplatz, der sich zum Nachmittag hin leerte. Mein Tip…..einfach in San Gimignano übernachten, muss supertoll sein.
Wir gingen noch nen bissel Kleinkram shoppen und erreichten gegen 16:30 Uhr wieder unser temporäres Zuhause.
Wenigstens am letzten Tag wollten wir in den Pool springen, doch bei Badekappenpflicht und Wauziverbot spielten wir nicht mit.
So vergammelten wir unseren letzten Nachmittag und gingen um 19:00 Uhr auf dem CP essen…d.h wir wollten dort essen gehen.
Angefressen waren wir bereits bei dem Hinweis, dass nur mit Reservierung gegessen werden kann…gut, sie machten bei uns eine Ausnahme. Als aber die Ansage kam, dass es keine Pizza am Abend gibt, schließlich sei man ein Restaurante, wählten wir den polnischen…..
Wir schmissen uns ins Auto und fuhren kreuz und quer durch die Valachhei, bestaunten Montopoli ( Für das Nest hatten wir nie Zeit) und fanden in San Ramon unsere Traumpizzeria.
Der Torre von Montopoli
Duschvorhänge als Deko, Keiner sprach englich, das Essen war sensationell und günstig. Sehr unterhaltsam war auch die Fussballmanschaft von San Ramon, B- Jugend 14-16 Jahre alt….italienische Bambini wie aus dem Buch: laut, lauter, am Lautesten.
Wir Drei zogen ein positives aber auch erschöpftes Fazit. Die Woche war toll, wir haben viel gesehen. Dennoch sollte man von einer Standortreise absehen, da die Fahrzeiten sehr hoch sind. Schön fanden wir die Maremma, insgesamt hat uns die Südtoskana ( südl. des Arno) viel besser gefallen als der Norden, insbesondere die Gegend um San Gimignano fanden wir richtig toll.
Zwei kleinere Perlen standen auf dem Programm, Pisa und Lucca. Beide Städte haben am Ende positiv überrascht. Überrascht hatte uns auch das Wetter, es hatte geregnet, die Temperaturen waren empfindlich „runtergegangen“. Nach einem ausgiebigen Frühstück zeigte sich aber die Sonne und zack machten wir uns auf den Weg nach Pisa. Die Stadt zeigte sich bereits bei der Durchfahrt sehr überraschend und wir entschieden spontan, nach „der Sehenswürdigkeit“ der Stadt „dem Turm der Turme“ uns noch ein wenig durch Pisa treiben zu lassen.
An der Piazza dei Miracoli, der Platz der Wunder, fanden wir nicht nur zügig einen Parkplatz, wir rieben uns auch erstaunt die Augen! Woher, zum Henker, kamen denn nun all die Touris??? Neben vielen, vielen Teutonen, stießen wir wieder auf die Philippinos, Europäer aus allen Ländern und sogar Amerikaner tummelten sich am Platz. Alle wollten den Turm „festhalten“ und das Gesamtbild sah mehr als lustig aus.
Wir liefen über den Platz, im Dom lief eine Messe, vor dem Babtisterium hatte sich eine Schlange gebildet.
Der schiefe Turm wurde 1173 erbaut, war von Anfang an schief und Galileo Gallilei versuchte sich an den Gesetzen der Schwerkraft. Natürlich sieht das Ding immer noch beeindruckend aus, das gesamte Ensemble auf dem Platz wirkt sehr schön angeordnet und harmonisch.
Der Turm war in den 90ern sogar gesperrt, er wurde mit Stahlkabeln und einer Betonhülle um den Sockel, sowie einem fast 700 t. schweren Bleibarren als Gegengewicht gesichert.
Aufgrund der Menschenmassen trugen wir fast durchgehend Mund- Nasen- Schutz und wir verschwanden relativ zügig wieder von der Piazza dei Miracoli.
Wir fuhren zurück zur Innenstadt, parkten den Wagen am Arno und schlenderten am Flussufer entlang. Die Stadt beeindruckte mit schönen alten Palästen sowie einer sensationellen Gelateria.
Nach rd. 1,5 Stunden machten wir uns auf den Weg nach Lucca, einer etwas weniger besuchten Stadt, die dennoch an diesem Sonntag recht voll war.
Wir parkten den Skoda an der, von den Römern erbauten Stadtmauer, und schlichen mehr oder weniger enthusiastisch in die Stadt. Diese wirkte wie ausgestorben, fast leblos.Lucca erlebte seine Blütezeit bereits zw. dem 6-12 Jh. und musste sich, anders als z.B Siena, nie den Florenzern unterwerfen. Die Stadt war wohlhabend, viele Kirchenbauten zeugen heute noch von der Blütezeit der Stadt.
Wir schlenderten zunächst zur Pizza Napoleone, an der der Piazza Ducale lag. Hier begann auch ein überdimensionaler Flohmarkt, der sich durch die gesamte Innenstadt zog.
Leider war auch der Dom mit Marktständen zugebaut, der Duomo San Martino wurde ab 1204 erbaut und bietet im Inneren einige schöne Gemälde. Er ist im Großen und Ganzen nicht so beeindruckend wie der Dom von Siena oder Santa Croce, ich möchte hier nur noch das von Tintoretto gemalte „letzte Abendmahl“ zeigen. Das fanden wir sogar besser als das berühmte Gemälde von Leonardo da Vinci.
Da es anfing zu regnen, wir machten hinne und stellten am Torre Guinigi fest, dass dieser uns eh nicht empfangen würde….wegen Renovierung geschlossen. Der Turm gehört zum Gebäudeensemble der Familia Guingi und auf dem Turm wachsen seit dem 15 Jh. Steineichen.
Eine große Überraschung war die Piazza dell‘Anfiteatro, wir waren baff….eine Hufeisensiedlung in der Toskana. Die Häuser wurden, analog eines Amphitheaters ab 1830 im Gleichgewicht angeordnet. Es befinden sich Kneipen und tolle Restaurants in dem Oval, wir entschieden spontan auf der Piazza essen zu gehen.
Unsere Pizza und Nudeln waren sensationell und wir konnten uns so auch vor dem Regen schützen.
Im Anschluss lugten wir kurz auf die Basilica di San Frediano aus dem 12 Jh., Luccas älteste Kirche. Prunkstück ist die Fassade, die Christis Himmelfahrt darstellt.
Bevor wir zurück zum Auto liefen, machten wir dem Geburtshaus von Giacomo Puccini (1858-1924) unsere Aufwartung und zogen positiv Billianz. Ich würde Lucca nicht an einem Sonntag empfehlen, da der Flohmarkt nen bissel überpräsentiert ist, dennoch sollte die Stadt auf keiner Toskanareise fehlen.
Auf dem Weg zum Toskana Village CP fanden wir noch einen hübschen Landschaftsspot im Sonnenuntergang.
Zurück in Montopoli spielten wir ne Runde „Mensch ärgere Dich nicht“ und fielen gegen 23:00 Uhr wieder vollkommen erschlagen in die Heia. Ich hatte den späten Abend mit Blog schreiben verbracht, das Tagebuch will schließlich gepflegt werden.
Nach der anstrengenden Tour in Florenz sollte wieder leichteres Programm her. Wir fuhren Richtung Pisa, bewunderten den berühmten Turm von der Autobahn aus, ließen diesen aber an diesem Tag noch rechts liegen. Unser Ziel war Carrara, besser gesagt Colonnata und die Marmorbrüche in den apuanischen Alpen. Nach rd. einer Stunde hatten wir unser Ziel erreicht, Carrara zeigte sich unspektakulär, wir fuhren zunächst an der Stadt vorbei. Spannend waren aber die vielen Betriebe, in denen Marmorquader zu Platten, Figuren und Ähnlichen verarbeit werden, riesige Maschinen und Sägen waren im Einsatz, der Marmorstaub war überall.
Ansonsten soll lediglich die Kirche der Stadt sehr sehenswert sein, da diese mit Marmor in allen Farben verziert wurde, klingt irgendwie logisch, oder? Da wir von Gotteshäusern zumindest an diesem Tag erstmal genug hatten, quälten wir uns weiter in die Berge.
Bildquelle: Wikipedia
Mathias war vor über 30 Jahren bereits in der Gegend gewesen und schwärmte von den weißen Marmorsplitstraßen, die mehr Eselspfade gewesen waren. Heute nimmt ein Tunnel einen Teil des Weges ab. Lustigerweise waren wir die Einzigen in genau diesem und obwohl die Ampel grün zeigte, als wir in diesen fuhren, standen wir 100m vor Ausfahrt aus dem Tunnel vor einer roten Ampel, die auch noch für beide Richtungen rot zeigte……wir warteten, warteten, warteten und fuhren dann über genau diese Ampel! Man munkelt, dass wir heute noch warten würden….
Der Weg nach Colonnata war mehr als sehenswert, mit jedem Meter den wir uns weiter den Berg hinaufschlängelten, sahen wir mehr Marmorbrüche, welche von Weiten wie Schnee aussahen. Der Staub war wirklich überall, in Colonatta waren ganze Mauern, Bordsteine und sogar einzelne Häuserwände aus Carrara Marmorbruch gefertigt.
Colonnata ist ein steinaltes Dörflein, welches bereits bei den Römern Erwähnung fand. Gegründet von den Arbeitern, die in den Brüchen arbeiteten, mittlerweile im Tourismus der bescheidenen Art angekommen.
Viele Wanderer schauen im mittelalterlichen Dörflein vorbei und stärken sich mit dem berühmten im Ort fabrizierten Lardo, dem berühmten italienischen Bauchspeck.
Lardo aus Colonnata ist eine geschützte geografische Angabe (g.g.A.) – im Italienischen Indicazione geografica protetta (IGP). Original Lardo aus Colonnata erkennt man an einem Plastiketikett mit Barcode.
Für Lardo wird Rückenspeck von Landschweinen verwendet und davon nur der feste, obere Teil direkt unter der Schwarte. Da Landschweine wesentlich schwerer und fettreicher als übliche Mastschweine sind, ist dieser Teil des Rückenspecks etwa fünf Zentimeter dick.
Die Herstellung von Lardo variiert regional, aber üblicherweise wird der Speck in große, eckige Stücke geschnitten, mit Salz eingerieben und mit Gewürzen wie Lorbeer, Pfeffer, Salbei, Wacholder, Muskatnuss und Knoblauch gewürzt, übereinandergeschichtet und beschwert, anschließend reift er drei bis sechs Monate in Trögen aus speziellen Sorten des Carrara-Marmors. In Colonnata wird für die steinernen Tröge nur eine großkristalline Marmorsorteverwendet. Die Behältnisse werden mit Marmorplatten während des Reifeprozesses abgedeckt. Guter Lardo ist weiß oder leicht rosig gefärbt, von delikatem Geruch, leicht salzig und etwas süßlich mit einem an Walnüsse erinnernden Geschmack. Die Konsistenz sollte fest und zugleich zart schmelzend sein. Gelblich gefärbter Lardo ist falsch gelagert und schmeckt ranzig.
Auf diese Art zubereiteter Speck ist seit der Antike bekannt, geriet in den letzten Jahrzehnten aber etwas in Vergessenheit und erfreut sich neuerdings einer Wiederentdeckung in Italien und in Deutschland in Feinkostgeschäften. Er war früher die Nahrung der Arbeiter in den Steinbrüchen, die kalorienreiches Essen für ihre harte Arbeit benötigten. Lardo wird pur als Vorspeise gegessen, dient als Brotbelag oder, zum Teil gebraten, als würzige Zutat für Nudelgerichtewie Spaghetti alla gricia, Polenta, Suppen und Salate.
Auch wir konnten, nach einem Dorfrundgang nicht wiederstehen und genossen zu viel vom fetten Speck.
Auf dem Weg nach Carrara hielten wir an den Brüchen und schauten uns den Abbau an, Betreten natürlich strengstens verboten, am Samstag wurde auch nicht gearbeitet.
Über Carrara ( tatsächlich unspektakulär) Massa und Marina di Massa kamen wir nach Forte dei Marmi, einer der legendären Badeorte an der Küste der Torkana. Nicht nur das selbst das Atmen Geld kostet, die Bürgersteigkanten aus Marmor bestehen ( echt wahr) man den Strand vor lauter Bagnos nicht sieht, nein…..der einzig offene Strand war 1,5km von unserem Parkplatz entfernt.
Wir marschierten also strammen Schrittes am Strand entlang, Emily freute sich wohl am Meisten über den Marsch.
Der Anblick der Bagnos empfanden wir als sehr deprimierend, die gesamte Küstenlinie ist damit versaut, die Touris hocken auf gemieteten Liegen mit Beachclub im Hintergrund…..sofern dort Einige aufgrund der Pandemie kaputt gehen würden, who cares???? Legendär hin, legendär her…..die Italiener haben sich vor 60 Jahren nichts Gutes mit der Erfindung angetan.
Bagno mit Marmorplatten
Egal, wir lebten mit der Misere, immerhin war das Wasser warm, der Sand sehr fein und Emily war tiefentspannt, sie ließ sich sogar einbuddeln.
Gegen 18:30 überfielen wir unser Conad und kauften Fisch ein. Es gab an diesem Abend nochmal Polenta, wir fangen langsam an unsere Reste zu vertilgen.
Ich gebe es zu, vor dem Tagesausflug nach Florenz hatte ich irgendwie Schiss. Ich war 2005 für drei Tage in der Stadt gewesen und im Vorfeld der Reise 2020 war mir klar, Florenz kann man an einem Tag nicht gerecht werden. Florenz ist nicht Volterra oder Siena. Hinzu kam die Geschichte mit den kaum vorhandenen Parkplätzen in engen, alten, italienischen Städten.
Dennoch, wir blieben locker….standen sogar erst um 7:45 Uhr auf, cancelten das Frühstück und verließen mit ein paar Keksen und nem Kaffee das Haus; ein echt italienisches Frühstück.
Die 50 km auf der Autobahn waren relativ schnell heruntergerissen, erst in Florenz begann der erwartete Stau.
Mir fiel mit Blick in maps2go ein, dass wir 2005 auf einem sehr schönen Aussichtspunkt gelaufen/ gefahren (?) waren und das dieser Platz doch genial für Nachtfotos wäre. Das auf der Piazzale Michelangelo auch noch Parktplätze zur Verfügung stehen, diese sogar mit easypark laufen und wir vormittags ebenfalls einen genialen Blick über den Arno, zur Ponte Vecchio, dem Palazzo Vecchio, dem Duomo bis hin nach Santa Croce hatten, machte meine Eingebung noch besser.
Wir parkten den Skoda also unkompliziert ein, das Stativ für Nachtfotos blieb wo es war und wir näherten uns der Stadt mit einem schönen Panoramablick,der mir enorm in der Orientierung und Erinnerung aus 2005 heraus half.
Im Anschluss schlenderten wir durch den Garten der Rosen und merkten nicht, wie hoch der Piazzale Michelangelo eigentlich ist…..ein Umstand, den wir am Abend bitter kennenlernen würden.
Wir schlenderten ein wenig durch den Stadteil Santo Spirito und überquerten auf der Brücke Ponto alle Grazie das erste Mal den Arno und genossen den Blick auf die etwas unspektakuläre Seite der Ponte Vecchio, der alten Brücke.
Die Ponte Vecchio wurde 1345 errichtet, aber auch die alten Römer hatten bereits an der schmalsten Stelle des Arno eine Brücke errichtet. Gerber, Metzger und Fischhändler bezogen die Läden auf der Brücke mussten diese aber 1593 verlassen, da sich die Regenten morgens, auf dem Weg zur Arbeit vom Geruch belästigt fühlten. Seitdem sieht man nur noch Goldschmiede auf dem Vasari Korridor.
Der Korridor der Ponte Vecchio
Nachdem wir auf der echten Citiyseite des Arnos gelandet waren, entschlossen wir uns zunächst für die Kirche Santa Croce, an der Piazza Santa Crocce. Dort angekommen fanden wir ein nettes Café/ Restaurant, welches uns mit Bruschetta und Cappuccino zum Frühstück um 11:00 Uhr verhalf. Die Piazza ist der zweitgrößte Platz von Florenz, seit 1865 ziert Dante ( die göttliche Komödie) den Platz, eine späte Würdigung des 1302 verbannten Dichters ( Dante kehrte nie nach Florenz zurück).
Im Anschluss trennten wir uns, Helena und ich nahmen als Erste das Gotteshaus in Angriff. Ähnlich wie im Dom von Siena spielt die Religion keine sehr große Rolle mehr, hier überwiegen eindeutig die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern und die Archtektur/ Kunst als auch die Grabstätten in der Kirche.
Santa Croce kommt komisch daher, das schöne Portal stammt aus dem 19 Jh, der Rest der Kirche bereits aus dem 12 Jh ( 1294-1443).Daher hat man den berühmten italienischen Backstein, kombiniert mit Carrara Marmor.
Das die Kirche uralt ist, merkt man erst mit Blick auf die Grabstätten, z.B liegt hier Michelangelo und kein Geringerer als Galileo Gallilei…..der erste Kämpfer gegen Verschwurbelung und für Flatearther wohl Staatsfeind Nummero Uno „und sie dreht sich doch!“
Auch das Grab von Rossini, Machiavelli einige Lokalgrößen und der ersten Nonne der Welt findet man in dem beeindruckenden Werk.
Das Bauwerk kann, für katholische Verhältnisse, als puristisch bezeichnet werden und kommt damit dem Ideal der Armut des Fransziskanerordens, der diese Kirche gehört, nach. Schön sind die Fresken von Giotto, die Grabplatte Michelangelos wurde von Vasari 1564 entworfen.
Neben der Kirche kann auch das Kloster sowie die Cappella Pazzi bewundert werden, hier ist der Kreuzgang zu bemerken und Henry Moore hat sich hier auch verewigt. Die Kapelle habe ich als unspannend verbucht und deshalb auch auf ein Fotos verzichet.
Unser nächstes Ziel war die Piazza della Signoria, der Senatsplatz. Dieser ist der wichtigste Platz der Stadt, an der Ostseite erhebt sich der Palazzo Vecchio, sowie die Logis di Lanzi. Vor dem Palazzo kann eine Kopie des berühmten Davids von Michelangelo bewundert werden. Mit dieser Figur sollte die Schönheit und das Ideal eines Mannes der damaligen Zeit dokumentiert werden……enscheidet selbst, ob dieses Mannsbild dem heutigen Idealbild entsprechen würde.
Der Palazzo Vecchio erhielt seinen Namen erst, als die Familie Medici in den Palazzo Pitti umgezogen waren und stammt in seinem Äußeren aus dem 14 Jh, Die Medici ließen den Palast opulent im Jahr 1555 ausschmücken, von dort gibt es auch einen Übergang in die Uffizien.
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Unser nächstes Ziel neben vielen Buchläden ( Helena suchte die italienische Ausgabe der „Drachenkämpferin“) war das Orsanmichele, ein ehemaliger Getreidemarkt, der nach einer Marienerscheinung zur Kirche (1380) umfunktioniert wurde. Erwähnenswert ist hier die Bronzefigur „ Johannes des Täufers“ von Ghiberti an der Fassade.
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Wir liefen weiter zum Duomo di Santa Maria del Fiore und legten einen Besuch umgehend ad acta…die Schlange, die Coronaauflagen, die Hitze…..
Kurz und gut, der Bau des Domes dauerte Jahrhunderte 13 Jh.-19 Jh., die Marmorfassade entstand erst Ende des 19 Jh. und kommt sehr filigran und ansehnlich daher. Die Vorfassade war unvollendet geblieben.
Der Campanile, 1334 von Giotto begonnen, von Andre Pisano übernommen und 1359 von Francesco Talenti vollendet ist 85m hoch. Von oben hat man einen schönen Blick über die Stadt, sofern man die 414 Stufen überlebt hat….im Coronajahr 2020 war der Campanile geschlossen!
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Die achteckige Taufkirche Battistero di San Giovanni wurde bereits im 11/12 Jh. errichtet, insbesondere die Bronzetüren sind sehenswert.
Wir kehrten auf ein spätes Mittagessen, mit Blick auf den Dom ein. Für Helena gabs Nudeln mit Pesto, Mathias und ich aßen leckere Lasagne.
Im Anschluß liefen wir weiter durch San Giovanni und bewunderten wieder die Ponte Vecchio von der Ponte Santa Trinita aus.
Eines unserer letzten Ziele war Santo Spirito mit gleichnamigen Platz und Kirche. Im Reiseführer stand, dass es sich hierbei um einen der schönsten Plätze der Stadt handeln würde und auch wenn wir diesen nicht wirklich schön fanden, er war lebendig und voller Kneipen. Unser Aperol Sprizz war teuer und schmeckte prima und versüßte uns den letzten Marsch zum Palazzo Pitti.
Der Pitti ist nur riesengroß und hässlich, wurde 1458 für Luca Pitti errichtet und beherbergte die Medici. Im Inneren ist er bestimmt beeindruckend, wir lümmelten lieber auf den Wölfen, die den Vorplatz des Pittis verschönerten….eine grandiose Idee.
Unser letzter TOP für Firenze war gleichzeitig der Erste gewesen….Piazzale Michelangelo. Ein grässlich steiler Marsch, der ziemlich schweißtreibend war ( der Rosengarten war bereits geschlossen) mußte vor einem grandiosen Blick auf die Stadt bewältigt werden.
Nachdem auch die Nachtfotos im Kasten waren, warfen wir uns wieder ins Auto und fuhren die 50 km nach Montopoli.
Gegen 21:00 Uhr trudelten wir wieder auf dem Camping Platz ein, ich fabrizierte eine schnelle Tomatensuppe und nach einer erholsamen Dusche und einem Campari Soda fielen wir ins Bett.
Wieder ziemlich spät aus dem Bett gekrochen, gemütlich gefühstückt und uns auf die 1,5 Stunden lange Tour nach Siena gemacht. Dort angekommen fanden wir wieder direkt einen Parkplatz in der Nähe zum Centro Stoico.
Wir näherten uns der Stadt diesmal untypisch, zunächst einmal unternahmen wir eine Tour mit dem Riesenrad vor dem Stadttor.
Im Anschluss fanden wir erstmal eine offene Post ( oh Wunder) und Mathias stellte sich unter Einhaltung der Corona Hygieneregeln in der Schlange an. Erstaunlich war die offensichtliche Disziplin der Italiener, Viele trugen einen Mund- Nasenschutz und diesen auch am hellichten Tag, ohne offizielle Auflage. Auch wir holten pflichtbewusst den Nuschelpulli vor und schlenderten zum nächsten Pizzaladen. In diesem wurden wir nicht nur herzlichst versorgt, Emily ausgiebig bewundert….nein, der Koch sang auch so schön zu italienischen Schlagern aus den 90ern und als er Su di Noi anstimmte wurde ich auf einmal direkt sentimental, einer meiner Songs aus den frühen 90ern. Ich muss nicht erwähnen, dass wir diesen an diesem Tag noch mindestens 6x trällterten, schief und falsch von allen Sitzen im Auto.
Zuerst besuchten wir den Piazza Salimbeni und bewunderten den gleichnamigen Palast. In diesem wurde 1472 die älteste Bank Europas die Monte dei Paschi die Siena eröffnet.
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Siena gefiel uns gut, die Piazza del Campo war sehr beeindruckend, auch wenn wir Drei uns einig waren, dass Pferderennen auf dem Campo nicht unbedingt sein müssen, so stellten wir uns die Atmosphäre in dem Nudeltopf einzigartig vor. Der Palazzo Tolomei überragt den gesamten Campo wie eine Trotzburg.
Auch die kleinen Straßen, die zum Campo führen waren toll und vermittelten eine schöne Atmosphäre.
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Piazza del Campo:
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Noch beeindruckender kommt der Duomo dell Assunta daher….für mich persönlich einer der schönsten Sakralbauten der Welt.
Bereits 70 nach Christus findet man die ersten Aufzeichnungen über Siena, die Stadt wuchs 1000 Jahre später zur wichtigsten Macht neben Florenz heran. Auch kulturell konnte Siena mithalten, insbesondere die Malerei der Sieneser Schule fand im 13. u. 14 Jh. große Beachtung. Die Stadt musste sich 1555 beugen und geriet unter Florenzer Führung, die Unabhängigkeit ging verloren.
Der Duomo wurde 1179 geweiht, die wichtigsten Bauarbeiten bis 1264 abgeschlossen. Der Dom sollte aber noch größer werden, ein Vorhaben, welches aufgrund von Streitigkeiten, Geldnöten sowie der Pest von 1348 nicht umgesetzt werden konnte.
Der Duomo bietet heute ein großartiges Schauspiel, die Fassade kommt ganz in weißem Marmor mit Rosso di Siena und schwarzgrün aus Prato daher. Der Campanile ist freistehend, die Glasmalereien von 1288 gehören zu den ältesten, noch erhaltenen Glasfenstern der Welt. Steht man im Duomo staunt man einfach eine Runde weiter! Schwarz-weiße Säulen, Bögen und Arkaden, ein einzigartiger Mosaikboden verschönern den Bau. Hier wurde nicht nur die Bibel herangezogen, sondern auch Allegorien aus der Antike.
Die Kanzel besteht aus Carrara Marmor und wurde 1268 gefertigt.
Nennenswert ist auch die Galerie der Päbste, insgesamt 172 von Paulus bis zum 1185 verstorbenen Lucius III.
Bildschön kommt auch die angegliederte Piccolomini Bibliothek daher, Abschriften von Pius III können in dem einzigartigen Raum bewundert werden.
Wir Alle, eher Ungläubigen waren schwer beeindruckt…..und das soll was heißen.
Nach den Besuch des Duomos schlenderten wir wieder zurück zum Campo und tranken dort stilecht ein Pellegrino und naschten ein tolles Gelato.
Nach einem letzten tollen Blick auf die Stadt, machten wir uns auf den Weg in das Val d‘Orcia.
Jedem Hobbyfotografen wird dieses Tal angeraten, die typische Toskanalandschaft wird präsentiert, besonders schön am späten Nachmittag. Wir entschieden uns für Apple und ließen uns von Siri rd. 1,5 Std. kutschieren. Mitten im Nichts hieß es aufeinmal „ sie haben ihr Ziel erreicht“……Google wollte uns noch 30min weiter durch die Pampa schicken! ,Mathias legte eine Runde powernapping ein und wir Mädels stiefelten eine Weile im Nicht- Val d‘ Orcia! Ein paar nette Bildchen sind es aber dennoch geworden, die Toskana kann man erahnen!
Der Weg zum Campingplatz zog sich, rd. zwei Stunden benötigten wir…..davon waren die letzten Kilometer durch Wildwechsel extra gefährlich.
Wir hauten schnell ein paar Nudeln in den Topf, schmissen Pesto drüber und fertig war das Abendessen.
Emily ging am Morgen erstmal stiften und versagte kläglich als Katzenjägerin! Zuerst kam die Mietz und fauchte Mathias an, Emily wollte den Rudelführer verteidigen und jagte hinterher. Um das skurile Bild komplett zu machen, jagten Mathias und Helena dem Hundevieh hinterher, die eine Ecke weiter brav auf die zwei menschlichen Fänger wartete.
Das gesamte Ereignis fand noch vor unserem Frühstück statt.
Als Einstieg in den kulturellen Teil der Toskana hatten wir uns für Volterra entschieden. Eine Kleinstadt, rd. 1 Std. von Montopoli entfernt und seit der Twilight Saga im Sog des internationalen Tourismusses. Um es kurz zu machen, es gibt keine sagenumwobene Vampirgeschichte im Stadthintergrund, Volterra wurde aufgrund der schönen Kulisse fiktiv von der Autorin ausgewählt. Gleichwohl finden seit dem Roman abendliche Führungen mit Gruselinhalt statt, die wir selbstverständlich nicht besuchten.
Wir frühstückten erst um 8:30 Uhr und waren auch erst gegen 11:00 Uhr in Volterra. Die Parkplatzsuche war wie immer einfach, fast direkt neben der Stadtmauer waren wir in wenigen Minuten in de Altstadtmauern.
Der ADAC Reiseführer bezeichnet Volterra als eine der hübschesten Städtchen der Toskana und wir geben dem Autor recht.
Die Etrusker förderten Kupfer, später wurde Volterra das Zentrum der Alabasterkunst und auch heute noch sieht man viele Läden die Waren aus Alabaster anpreisen.
Wir bummelten durch die schöne Stadt und bewunderten die Aussicht auf die umliegende Umgebung, Volterra liegt wie viele Städte erhaben auf einen Hügel. Mittelpunkt der Stadt ist die Piazza di Priori mit dem gleichnamigen Palazzo von 1208. Wer den, ich glaube 3. Teil, der Twilight Saga gesehen hat, kann sich an das Touristengemetzel bestimmt erinnern.
Insgesamt machte die Stadt einen besseren Eindruck als Pitigliano, wir statteten auch der Chiusa Lino einen Besuch ab. Die Kirche ist für Volterra nicht wichtig, lediglich der Name lockte uns zum heiligen Lino.
Volterra kann vor Allem eins, richtig liebenswürdig daher kommen. Dazu gehören nicht nur tolle Aussichten, sondern auch niedliche Geschäfte und natürlich eine alte Stadtmauer der Etrusker, an der wir entlangwanderten.
An ein paar Törtchen aus einer Pasticeria kamen wir nicht vorbei, die sahen einfach zu lecker aus.
Alles in Allem machten wir uns hochzufrieden auf den Weg nach Vada um ein wenig an der toskanischen Mittelmeerküste herumzugammeln.
Der Blick zurück auf Volterra
Vada besticht durch seine schönen Strände, die ziemlich weiß und karibisch daher kommen. Der Spiaggia Bianchi war leider bis 30.09.20 nur zu Fuss erreichbar, wir kniffen und die 1,5 km bei 33 Grad im Schatten und nahmen die mehr oder weniger weißen Strände. Diese waren aber fast leer, die Touristen die aber noch da waren, waren fast zu 100% Tedesca, also deutsch.
Das Meer war ein wenig unruhig, der Wind lockte die Surfer aufs Wasser und meine Badenixen hatten dennoch Spaß.
Gegen 17:30 Uhr überfielen wir ein Conad und kauften für die nächsten Tage ein. An diesem Abend gab es Backkartoffeln mit Rosmarin, Tzaziki, Ratatouille und Salsciccia für 2 v 3. Wir ließen den Abend gemütlich ausklingen und waren für unsere Verhältnisse spät im Bett ( 23:30 Uhr).
Die Nacht was eindeutig für unseren Ferienmodus zu kurz. Bereits um 6:30 Uhr klingelte der Wecker, Emily hatte sich so gegen 3:00 Uhr zu uns getrollt, nachdem die kleine Lady Helena ins Bett gekotzt hatte! Wie gut das Helenchen zwei Betten zur Verfügung hatte!
Wir waren ziemlich gut an diesem Morgen unterwegs, das Auto war schnell beladen und unser karges Frühstückchen ( Brot, Käse und Schinken) war schnell mit dem Instantkaffee heruntergespült. Statt der 8:30 Moby Fähre ( für die wir Tickets hatten) kamen wir bereits auf die 8:00 Uhr Torremar.
Elba verabschiedete sich mit einem schönen Blick vom Hafen und kurz nach 9:00 Uhr waren wir wieder auf dem Festland und machten uns auf den weiten Weg nach Saturnia
Noch nie was von Saturnia gehört? Die heißen Quellen liegen in der tiefen Maremma im Süden der Toskana, fast an der Grenze zu Umbrien. Eigentlich wären wir gar nicht so tief in den Süden gekommen, wenn wir nicht auf Elba gewesen wären und es von dort binnen eines Tagesritts machbar geworden war.
Wikipedia schreibt zu Saturnia: Eine Legende besagt, dass Saturnia die erste von Saturn gegründete Stadt auf der italienischen Halbinsel sei – daher leitet sich der Name Saturnia ab. Der Ort liegt auf einem Travertinfelsen und gilt als die erste Stadtgründung der Etrusker, die ihn Aurina nannten. Teile der Stadtmauern stammen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. aus Römischer Zeit,[2]die Präsenz der Römer, die den Ort als Aurinia bezeichneten, wird seit 280 v. Chr. vermutet. Zwischen dem 3. und 12. Jahrhundert hinterließ Saturnia keine weiteren Spuren.[3]
Erstmals schriftlich erwähnt wird der Ort 1188 in einem Dokument von Papst Clemens III.,[4] zu dieser Zeit waren die Therme und die Festung, die Rocca, schon vorhanden.
Die naturlichen Quellen sind um die 40-45 Grad warm und was Wikipedia nicht schreibt,dass sich dort zu jeder Tages,- u. Nachtzeit Horden an Menschen herumtreiben. Die Italiener stehen auf das Schwefelwasser und würden sich sogar mit Mund- Nasenschutz dort noch hineinsetzen. Der Wasserfall, die Becken ( Pamukkale nicht unähnlich) sind übrigens für umme, die großangelegten Parkplätze ebenfalls. Was ebenfalls nicht in Wikipedia steht, dass aufgrund der heißen Quellen eine wahnsinnige Thermik im Tal vorherrscht, die Hitze machte uns wirklich kirre…..es können gut 45-50 Grad gewesen sein.
Wir vergaßen zu allen Übel auch noch unsere Badeschuhe und stolperten auf nackten Füßen mehr schlecht wie recht über die Steine. Der aufgeweckte Leser liest heraus, dass der Besuch von Saturnia eher Qual als Wohltat gewesen ist…dafür sind die Thermalbecken schön anzusehen und im November, bei schlechtem Wetter, bestimmt lauschig warm. Achja, das Gebäude neben dem Wasserfall ist übrigens eine alte Mühle.
Emily und Mathias waren auf jeden Fall froh, als wir im wahrsten Sinne des Wortes, der Schwefelhölle entkommen waren.
Nach einem schönen Blick auf die Becken ließ ich mich noch von einer fiesen Pferdebremse stechen,die Viecher scheinen auf Schwefel zu stehen.
Die 30 km bis Pitigliano zeigte sich die Maremma im schönsten Licht und als wir an der Kirche Madonna de la Grazie ankamen glaubten wir unseren Augen kaum….rechts von uns erhob sich die perfekte Mittelalterkulisse….unglaublich, was die Etrusker zustande bekommen haben. die erste Erwähnung der Stadt erfolgte um 1061.
1293 ging sie an die Familie Orsini, Anfang des 17. Jahrhunderts an die Medici, welche sie 1604 in das Großherzogtum der Toskana eingliederten. Im 19. Jahrhundert wurde sie Teil des Königreich Italien. Im 16. Jh fanden viele Juden Zuflucht in Pitigliano und ist damit stärker als andere Orte der Maremma jüdisch geprägt. Heute ist die Synagoge von 1500 wieder restauriert, in Piccola Gerusalemme gibt es wieder einen koscheren Fleischer, die Synagoge und eine Gemeinde mit drei Mitgliedern.
Wir hatten, aufgrund der noch verbliebenen Distanz zu unserer Unterkunft nur begrenzt Zeit für einen Stadtbummel, mussten aber dennoch erst eine mittelmäßige Pizza essen….das karge Frühstück hatte nicht lange angehalten.
Unser Spaziergang durch Pitigliano fiel demzufolge etwas kürzer aus, der Ortskern ist allerdings auch stark restaurationsbedüftig und es roch zum Teil sehr muffig in den Gassen.
Gegen 15:00 Uhr machten wis uns auf den Weg nach Montopoli im Arnotal zw. Florenz und Pisa. Das Navi sagte uns eine Ankunft um 18:10 Uhr voraus, google.maps sagte 17:57 Uhr….die Rezeption machte um 18:00 Uhr zu. Mathias fuhr wie ein waschechter Italiener und cruiste den Skoda um Punkt 17:52 auf den Parkplatz des Toskana Holiday Villages ein.
Wir bezogen unser Mobilehome und erschraken erstmal über den üblen Duft im Cottage. Der Kühlschrank muffelte unglaublich, ansonsten war das Ding aber gut durchdacht. Weniger gut durchdacht war allerdings das Waschmaschinensystem auf dem Platz. Am Ende konnten wir nur eine Maschine waschen, hatten statt einer WaMa Münze ne Trocknermünze in der Hand und ein Guthaben von einem Euro im Automaten sowie 20 Mückenstiche mehr……gefrustet liefen wir wieder in unsere Hütte und schmissen ein paar Tortillas in die Pfanne. Diese waren gefüllt mit Tomatenmark, Tomate, Basilikum und Käse.
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Todmüde fielen wir gegen 22:00 Uhr ins Bett, der Tag hatte uns geschafft.
Emily ist müde! Unsere Kleene bekommt bei aller Abenteuerlust nicht ausreichend Schlaf. Sie wandert nachts zwischen unserem Schlafzimmer und Helenas Nest hin und her und wirkt unausgeschlafen! Das paddeln im Wasser und ihr Einsatz als Paw Patrol zollen Tribut.
Auch der vierte Tag auf Elba begann verhangen, wir entschlossen uns zu einem weiteren Drive über die Insel.Unser Ziel war Marciana, das schönste Dorf von Elba. Unser Navi schickte uns über Marina Campo und über die Bergroute, wir schwitzten unterwegs ganz schön, der Weg war steil und führte uns fast bis an den Mt. Caponne, dem höchsten Berg von Elba. Unterwegs hatten wir aber sehr schöne Ausblicke und genossen den Urwald von Elba. So gesehen hatte uns das Navi einen Gefallen getan.
In Marciana hatten wir großes Glück mit dem Parkplatz und kurze Zeit später stöberten wir durch eine perfekte kleine, italienische Filmkulisse. Vorher bewunderten wir den Blick auf Marciano Marina, der Urlaubsort auf Meeresspiegelniveau.
Die Ortsgeschichte von Marciana beginnt bereits 35 v Christus, hier liegt auch die Münze von Elba und vor Allem die mittelalterliche Blüte wird heute noch zelebriert.
Nach dem Mittelalter folgte Marciana Marina, der Hafen und Ferienort von Marciana.
Marciana mArina, im Hintergrund sieht man das Bergnest
Nach einem leckeren Gelato machten wir uns auf den Weg zum Strand. Wir hatten uns Procchio ausgesucht, ein Strand in der Nähe von Portoferraio.. Auf dem Weg dorthin konnten wir die schöne Bucht bereits bewundern.
Procchio, zu sehen am linken Bildrand
Wir fanden sofort einen Parkplatz und liefen zum feinsandigen Strand. Dieser war nicht so flachabfallend wie Lacona, das Wasser aber genauso toll. Emily war die ungekrönte Prinzessin, die Italiener waren mehr als verliebt in unser Hundemädchen. Sie turnte von Decke zu Decke unserer Strandnachbarn und sofern sie mit Schwimmweste im Meer paddelte, blieben die Strandbesucher stehen und beobachteten die kleine Schwimmerin.
Nach 1,5 Stunden beendeten wir unser Badevergnügen und fuhren nach Portoferraio zu Conad, einem gut sortierten, riesigen Supermarkt. Wir hätten tollste Sachen kaufen können, wenn ich so richtig Lust auf kochen gehabt hätte. Wir entschlossen uns für Polenta, Zuchini/ Paprika Gemüse in Tomatensahnesauce und etwas Huhn für Mathias und für mich.
Nach dem Essen machte sich Urlaubsmüdigkeit breit, so langsam kommen wir in den Erholungsmodus und lagen um 21:30 Uhr im Bett.
Der fünfte Tag auf Elba war ein Lacona Strandtag, wir fuhren bereits um 10:30 an den Strand und genossen das geniale Wasser. Selbst ich war 3x für länger in den Fluten. Leider war eine Familie unserem Westie nicht wohlgesonnen und somit konnten wir nicht direkt mit ihr am zentralen Strandteil ins Wasser sondern eher etwas abseits. Auf Elba sind Hunde an den meisten Stränden erlaubt, dürfen theoretisch aber nur vor 9:00 Uhr und nach 19:00 Uhr ins Wasser. Dem Grunde nach interessiert das Keinen und es sind immer ein Haufen Wauzis im Wasser….nun ja, an diesem fünften Tag war alles etwas anders. Aber keine Bange, Emchen kam trotzdem auf ihre Kosten und wie eingangs bereits erwähnt, unsere Hündin ist erschöpft, sie gab sich mit einem nassen Handtuch um den Körper zufrieden.
Lacona, teils Nationalpark, hinter der Absperrung sind Wauzis immer verboten
Kraulwellness…..ein Westie im Urlaub!
Nach dem großen Badespaß wagten wir uns an ein Mittagsexperiment. Schmecken alte Bananen mit Ei, Instant Polenta und Vanillejoghurt? Ja, das Zeug schmeckt, Pancakes konnten wir aber nicht mit der Mischung ausbacken.
Den späten NaMi verbrachten wir im Bett, zum Abendessen gab es Spaghetti mit Pesto ( Hausmarke von Conad) und ein vorgelagertes Schwimmerchen von Helena und Mathias. Die Beiden hatten noch nicht genug. Emily heulte den Beiden hinterher und war untröstlich. Die zwei besten Schwimmcomrades waren ohne sie abgehauen…..Frechheit!
Nach unserem feudalen Mahl gab es eine üble Runde „Mensch ärgere Dich nicht“, zwei Stunden, Emily spielte mit einem Stein mit und lief in entgegengesetzter Richtung…..nur das es den Hund nicht interessierte! Sie schlief den Schlaf der Gerechten.
An unserem vorletzten Tag auf Elba wandelten wir auf Napoleons Spuren. Jeder denkt bei Elba sofort an Napoleon, obwohl dieser lediglich zehn Monate auf der Insel gewirkt hat. Überbleibsel sind zwei Wohnhäuser und viel Kommerz. Wir schauten uns nur eines der beiden Wohnstätten von außen an, die Möbel im Inneren sind nicht mehr authentisch, da die Familie diese verhöckert hat.
Am 4. Mai 1814 landete Napoleon auf der Insel Elbe und hisste seine Flagge auf dem höchsten Punkt in Portoferraio. Die Eigenkreation des Kaiser stellt heute noch die offizielle Flagge der Insel dar, sie ist weiss mit einer roten Bande, und wurde mit drei goldenen Bienen verziert.
Napoleon, Befehlshaber und Heerführer mit ausgeprägten Charakter, erkämpfte viele Siege, jedoch waren es die zwei Niederlagen (Russlandfeldzug, Niederlage bei Leipzig) die dazu führten , dass er sein Exil auf dem Juwel der toskanischen Inselgruppe verbrachte, die er bereits im März 1815 aber wieder verließ.. Auf Elba wurde Napoleon freundlich empfangen, geradezu verehrt, er baute Straßen und reorganisierte die Infrastruktur der Insel.
Wir fuhren zur Villa di San Martino, ca. 6km außerhalb von Portoferraio. Da wir uns, coronabedingt, nicht im Vorfeld angemeldet hatten, blieb für uns eh nur der Blick von außen.
Wir fuhren weiter nach Portoferraio, wo wir am Hafen einen Parkplatz fanden und die Festung der Medici erklimmten. Von diesen Festung hat man einen tollen Blick auf den Hafen und auf die Festung Stella. Diese ist heute noch bewohnt, einen Besuch haben wir uns, auch aufgrund der brütenden Hitze, erspart.
Wir sahen auch den berühmtesten Strand von Elba, der systematisch von der Werbung missbraucht wird, z.B für Parfum.
Total erschossen landeten wir in einem total süßen Café und tranken erstmal zwei Liter Wasser.
Portoferraio ist die Hauptstadt der Insel, rd, 12.000 Menschen leben permanent hier. Sie ist unterteilt in die wenig hübsche Neustadt und der sehr pittoresken Altstadt. Es wirkten etliche berühmte Menschen auf Elba, nicht alles ist Napoleon. Auch die Medici haben ihren Stempel der Stadt aufgedrückt, gleich zwei Festungen haben diese errichtet. Bei der Restauration des Turmes am Hafen, wurde ein altrömische Siedlung offengelegt, die Etrusker waren die Ersten, die Bergbau auf der Insel betrieben haben.
Wir betraten die Altstadt durch das Altstadttor und wandelten ein wenig durch die Straßen. Das Hotel L‘Ape ist das älteste Hotel der Insel, hier nahm der Tourismus seine Anfänge.
Es war der wärmste Tag des Woche, wir wollten ans Meer und ich hatte infoelba.net nach den schönsten Stränden auf der Insel befragt. Wir wollten in der Näe von Portoferraio bleiben und waren von ein paar Ansichtskarten sehr angetan. Lauf Karte sollte Acquavivetta ein Traumsträndchen sein, leider fand das www nur Acquaviva und genau dort fuhren wir dann hin.
Auf dem Weg bewunderten wir die Ausicht der Steilküste und auf einige Strände in der Nähe von Portoferraio.
das
Angekommen in Acquaviva kauften wir uns auf den Campingplatz ein und liefen zum Strand. Von diesem waren wir nicht begeistert, er sah auch nicht nach Acquavivetta aus.
Wir nahmen vom Campingplatz den Weg nach Sorgonte und Sorsona und blieben an Sorgonte hängen. Weißer Kiesel und traumhaftes, karibisch farbiges Meer……aufeinmal meinte mein lieber Mann „ sieht aus wie Acquavivetta“ und tatsächlich, das war der Traumstrand…..leider sehr überlaufen aber dennoch ein Träumchen.
Und hier kommt nochmal das Werbebild von infoelba.net
Ich zog noch zum Nachbarstrand und schaute mir auch diesen an, Sorgonte aka Acquavivetta war aber eindeutig schöner.
Wir tobbten im Wasser herum, selbst mich bekam man kaum heraus….niemals nie habe ich in Europa schöner geplanscht!
Schnell wurden Pläne für den nächsten Tag geschmiedet, noch zwei Traumstrände (117 Stk. nennt Elba sein eigen) sollten her.
Nachdem wir uns versichert hatten, dass Acquaviva tatsächlich der schlichte Strand des Campingplatzes war, machten wir uns gegen 17:00 Unr zu einem Sundowner in der Nähe unserer Unterkunft auf. Mit tollem Blick genossen wir einen Hugo Sprizz und kehrten im Anschluss ins Puccini, unserem Stammitaliener ein. Ich genoss mal wieder Pizza al Frutti di Mare.
An unserem letzten Tag auf der Insel fuhren wir nach Ferovaia, dem angeblich schönsten Strand der Insel. Vorher warfen wir noch einen Blick auf La Piscine und wähnten uns in Kroatien.
Mag sein, dass Ferovaia mal schön gewesen ist, aufgrund der Fülle der Menschen und den s……Sonnenschirmen waren wir etwas enttäuscht. Sei es drum, wir planschten ab…..der Sand war feinkörnig, das Wasser schnorchelklar, das Wetterchen gab alles, das Thermometer sagte uns am NaMi etwas von 41,5 Grad.
Den späten Nachmittag verbrachten wir in Marina di Campo. Wir wollten Gelato, nen Bier und etwas shoppen…..genau diese Reihenfolge hielten wir ein. Selbst Emily kostete das Urlaubsfeeling aus, der Herr und Gebieter spendierte Bresaola und Mortadella für unser Hundemädchen.
Eigentlich wollten Helena und Mathias nochmal in Lacona ins Wasser hüpfen, doch die Packpflicht rief uns zur Vernunft…..erstaunlich, was sich in einer Woche so angesammelt hatte. Gegen 20:00 Uhr fuhren wir ins Puccini, es gab Pizza und Spaghetti, für mich mit Vongole.
Um 22:00 krochen wir ein letztes Mal in unsere gemütlichen Betten, eine wunderbare Woche neigte sich dem Ende entgegen.
Unser Fazit zu Elba fällt zu 100% positiv aus. Es gibt keine hässlichen, rieisgen Hotelkomplexe, obwohl Tourismus schon allgegenwärtig ist. Die Insel kann auch nicht als leer bezeichnet werden, viele Deutsche sind nach Italien ausgewichen, nachdem Kroatien, Spanien, Frankreich unerreichbarer wurden. Elba ist nicht schickimicki und auch nicht überteuert. Der normale Italiener macht hier Urlaub, viele Aktivsportler sind unterwegs. Überrascht waren wir vom stabilen Sommerwetter, den Wassertemperaturen und der Herzlichkeit der Elbaner. Wir kommen bestimmt nochmal wieder!
Um 6:45 Uhr war die Nacht vorbei, wir packten unsere Sachen, Emily schaute verständnislos zu.Unser Hundemädchen hatte große Angst, dass es nach den drei wundervollen Tagen schon wieder nach Hause gehen soll. Emily war betrübt, die Rute hing und ihre Stimmung hellte sich erst auf, als es auf der Brennerautobahn nicht gen Norden, sondern Richtung Bozen/ Tramin ging. Das Ortungssystem der kleinen Biester funzt vorzüglich.
Unser Abschied von Familie Töchterle war herzlich, gerne empfehle ich das Olaga weiter.
Die Fahrt nach Piombino zog dich, rd 600km waren es bis zum Fähranleger. Die Autobahn war grundsätzlich zweispurig, eng und mit extrem vielen Lastern drauf. Mit jedem gefahrenen Kilometer wurde es heißer, in Piombino waren es am Ende rd. 28-30 Grad. Wir tankten auf halbem Wege und machten unsere ersten Erfahrungen mit einer Self Service Tanke d.h man steckt die Visakarte in einen Automaten, zahlt und kann dann tanken. Der Preisunterschied lag bei 0.30€ pro Liter, verrückt oder!
Um 15:15 Uhr kamen wir am Fähranleger an, ungläubig erstanden wir noch Tickets für die Torremar Fähre um 15:30 Uhr und tatsächlich, keine sieben Minuten später war unser Auto im Bauch des Schiffes verschwunden. Auf der Fährte herrschte Mund- Nasen- Schutz, jeder zweite Sitz blieb leer….aber wer will bei 30 Grad denn drinnen sitzen?
Die Werftanlagen waren eher unansehnlich, da Elba nur 10km vom Festland entfernt ist, konnten wir uns aber sehr schnell an der schönen Insel sattsehen.
Die Einfahrt nach Portoferraio war wunderschön, die Altstadt zeigte sich im besten Spätnachmittagslicht.
Unser Vermietungsbüro befand sich unweit des Fähranlegers und binnen fünf Minuten hatten wir unsere Schlüssel.
Es ging an der schmalsten Stelle über die Insel, unser Ziel war Lacona. Ohne Theater fanden wir unsere Unterkunft, der Check In verlief unkritisch, schnell war unsere hübsche, kleine Wohnung verwüstet. Drei Leute und ein Hund, da kommt jede Menge Zeugs zusammen. Lustig fanden wir, dass die Duschtücher letztendlich nur größere Küchenhandtücher waren, Abswaschlappen gänzlich unbekannt sind.
Der Blick von unserer Wohnung auf den Golf von Lacona war sehr schön, schnell machten wir uns zum frühen Abend auf ans Meer, die Sonne brannte und sowohl Mensch als auch Tier wollten schnell ans Wasser.
Lacona besteht aus einer Ansammlung von Campingplätzen, Privathäusern und Apartmenthäusern. Es gibt keine nennenswerten Hotels, der Tourismus läuft angenehm neben dem eigentlichen Inselleben her.
Der Strand von Lacona ist ca.500m lang und durch die Campingplätze gut besucht. Es gibt ein paar Strandrestaurants und die obligatorischen Liegestühle, die grundsätzlich jeden Strand in Italien versauen.
Wir waren ziemlich ausgehungert, wir lechzten außerdem nach Hopfen und Malz und zogen kurzerhand in eines der Strandrestaurants ein. Essen gab es erst ab 19:30 Uhr, bis dahin vertrieben wir uns die Zeit mit drei Cola und drei Bieren……da uns die Speisekarte nicht zusagte ( zu teuer, nix Vegetarisches) zahlten wir die Getränke und staunten nicht schlecht, 30€ !
Am Ende wurden wir an der Hauptstraße zu unserer Unterkunft fündig, leckere Pizzeria mit sensationeller Pizza und Sardinen.
Wir fielen gegen 22:00 Uhr ins Bett, die lange Anfahrt hatte ihren Tribut gezollt.
Am nächsten Morgen gabe es Frühstückstapas, Käse und Schinken aus Südtirol, dazu Schüttelbrot und Cookies. Wir hatten es noch nicht in einen Supermarkt geschafft, deshalb musste unser Improvisationstalent herhalten.
Den Vormittag verbrachten wir am Strand von Lacona, genossen das supertolle, warme Mittelmeer. Emily hatte ihre wahre Freude mit gleich drei Leuten im Wasser.
Da Helena mit LSF 50 schmierte und wir immerhin 20 auf der Haut hatten, zogen wir nach drei Stunden wieder zurück in unser Aparment. wir gönnten unserer Haut ein wenig Ruhe und legten eine typisch italienische Siesta ein.
Gegen 16:00 Uhr zogen wir nochmal los, wir fuhren nach Marina di Campo, einem Fischerdorf mit dem längsten Strand von Elba (1,5 km) und weitaus touristischer als Lacona. Dennoch, auch dieser Ort war immer noch nett anzusehen und auch hier gab es keine nennenswerten Hotels, max. kleine Familienbetriebe…..wir waren begeistert, Elba ist wirklich ein kleiner Geheimtip. Der Weg nach Marina di Campo führte uns durch enge Bergstraßen, viele Serpentinen und wunderschöne Ausblicke.
Wir tranken ein Bier am Hafen, schlenderten ein wenig durch die Altstadtstraßen und überfielen ein Coop für das Abendessen.
Zurück in Lacona zogen Mathias, Helena und Emily nochmals an den Strand, ich widmete mich dem Abendessen. Es gab Spaghetti mit Tomatensoße und Meeresfrüchte für 2/3 sowie Bruschetta und Salat.
Als die drei Schwimmer an den heimischen Abendbrottisch einkehrten, erfuhr ich, dass Emily nun auch von alleine ins Wasser geht. In jede, Urlaub lernte die Kleene dazu….
Wir ließen den Abend bei Mensch ärgere Dich nicht ausklingen und fielen wieder total erschossen ins Bett.
Der dritte Tag auf der Insel begann verhangen mit Regeneigung aber wahnsinnig schwül. Wir ließen es langsam angehen, frühstückten lecker und fuhren gen Nordosten. Unser Ziel waren Port Azzuro, Rio nell Elba und Rio Marina. Unterwegs fing es an zu regnen, mit uns zog sich eine Blechkolonne in die lieblichen Bergdörfer. Capoliveri und Porto Azzuro genossen wir zunächst nur aus dem Auto.
Capoleveri thront auf einem Bergrücken
Der Strand von Mola, im Hintergrund Capoliveri
Erster Eindruck vom bezaubernden Port Azzuro
Als wir im Bergdorf Rio nell‘Elba angekommen waren, haute ein wahrer Sturzregen auf uns nieder, da dass wir in eine Bar flüchteten. Der Cappuccino für Drei kostete 4,50€, lediglich ein Getränk stand auf dem Bon, aha….so läuft das in Italien.
Piazza Rio nell‘ Elba
Quelle: Infoelba.net: Rio Elba, hat seinem Ursprung in der Bronzezeit und ist eines der ältesten Dörfer der Insel und bewahrt zahlreiche Spuren aus seiner Vergangenheit. Der Ort thront auf einem Hügel, 180 Meter über dem Meeresspiegel und ist, wie die anderen Orte der Insel-Ostseite auch, seit ewigen Zeiten, mit der Bergbautradition verwurzelt.Bekannt ist der Ort aufgrund seiner Eisenminen, die auf die Etruskerzeit zurückgehen, Rio Elba war bis zum Abbaustopp das Bergbauzentrum der Insel.
Wir schlenderten im Nieselpiesel durch den Ort, schlitterten auf den moosbewachsenen Wegen umher. Der Ort gewährte uns ein paar schöne Einblicke und dennoch fuhren wir gegen 13:00 Uhr weiter.
Wenige Kilometer liegen zwischen Rio nell‘ Elba und Rio Marina. Beide Orte bilden eine Gemeinde.
In Marina hatte es aufgehört zu regnen, wir suchten uns einen Parkplatz und schlenderten die Mole entlang. Rio Marina war die Eisenhauptstadt der Insel und besitzt einen relativ großen Hafen. Dort gingen auch Toremar Fähren gen Festland ab, der Ort hat ein wenig touristischen Rummel, der aber wie auf der gesamten Insel eher individuell ausgeprägt ist. Auf dem Weg haben wir ein paar Dreisternehotels gesehen aber gesamt Elba ist kein Vergleich zu anderen Inseln im Mittelmeer.
Helena, Mathias und der Wauz überbrückten die trübe Wetterphase mit ein wenig Kraxelei auf den Klippen und auf einmal zeigte sich auch wieder Klärchen am Himmel.
Für die Zweibeiner gab es ein Eis aus der Hand, unser erstes Gelato nach fast einer Woche und im Anschluss einen kurzen Bummel durch das Centro Stoico.
Mit Sonnenschein machten wir uns auf den Weg nach Porto Azzuro, den ältesten Badeort auf Elba ( Cavo im Nordosten der Insel ) schenkten wir uns. Auch wenn die Insel nicht sehr groß ist, in einer Woche ist es kaum möglich jedes Nest zu sehen und wir wollten ja auch ans Wasser!
Port Azzuro ist ein toller Ferienort, kommt fast international und schick daher. Die Häuser sind besser in Schuss, die beiden Ministrände im Ort sind aber keine Erwähnung wert. Wir bummelten durch den Ort, wollten eine Pizza auf die Hand und wurden nicht fündig. Was z.B in Venedig oder Rom Standard sind, gibt es auf Elba nicht. Wir kamen auf die Idee uns eine Pizza zu teilen und wurden um 14:30 im Restaurant nicht mehr bedient.
Also gab es lediglich ein Wasser auf der zentralen Piazza und weiter gings über Capoliveri nach Innamorata.
Hier gibt es ein Bildchen aus Port Azzuro, bitte genießen!
Wir fuhren durch das Bergdorf Capoliveri einfach nur durch und bewunderten das „ Nest“ nochmal aus der Ferne. Eventuell schauen wir uns den Ort zu einem späteren Zeitpunkt nochmal an, an diesem Tag wollten wir nur nach Innomorata. Elba besitzt über 160 Strände, die in gold, rot, schwarz, sandig, kieselig oder granithaltig hervorkommen. Mittlerweile kannten wir die Strände von Lacona, Lanconella und Marina di Campo. Innamorata wurde Nummer Vier und im Reiseführer wärmstens empfohlen.
Capoliveri von Weitem
Blick auf Innamorata
Leider gibt es auf Elba wohl keine Strände mehr, an Denen keine Sonnenschirme stehen, so auch auf Innamorata…..dennoch war das Wasser sensationell und wir tobten den Hund kaputt.
Um 18:30 Unr landeten wir in der Pizzeria des ersten Abends, aßen uns durch Pizza Buffali, Capriciosa und Frutti di Mare..
Unseren Abend verbrachten wir mit „ Mensch ärgere Dich nicht“, eine Partie die es in sich hatte….1,5 Std. lang!
Ob nun Island oder Italien, what makes the difference? Im Coronajahr war der große Unterschied nicht nur das Wetter, die Lage, die Landschaft, die Preise, das Essen….nein, es waren die Infektionszahlen, die uns den Urlaub im hohen Norden verleideten. Drei Wochen vor der geplanten Fährtfahrt über die Färöer Inseln nach Island legte die isländische Regierung die Einreiselatte so dermaßen hoch, dass der Normalreisende keine Chance mehr auf einen vernünftigen Urlaub hatte. Vier Coronatests und 5-6 Tage Quarantäne machten unser Unternehmen Färöer Inseln und Island unmöglich, schnell wurde Plan B geschmiedet.
Ausgerechnet Italien hieß das Ergebnis aller Überlegungen, das Land, welches mit 35.000 Covid 19 Toten soooo arg gelitten hatte. Italien schaute im August 2020 aber auf relativ stabile Zahlen und da wir wenigstens nen bissel Wetter wollten, stampften wir schnell einen alternativen Reiseplan zusammen. Helena entschied sich fürs Mitfahren und nachdem wir binnen 24 Std. Südtirol, Elba, Toskana, Südtirol geplant hatten, begann wieder das große Zittern…die Infektionszahlen!!!! Doch sowohl Deutschland und Italien zeigten sich wacker und Anfang September (05.09.20) war es soweit.
Wir hauten um 0:15 Unr aus Berlin ab, wir Drei, plus Westie wollten nur noch weg….bevor wieder irgendeine Regierung oder Landesfürst neue Auflagen beschließt und es mit dem Plan B auch vorbei sein könnte! Die Autofahrt verlief flüssig, bereits um 5:00 Unr waren wir an München vorbei, die erste Pause legten wir kurz vor der österreichischen Grenze ein und bereits um 7:45 Uhr waren wir in Italien! Es gab keinerlei Kontrollen und ehrlich gesagt, mir sind nicht mal die Teststationen auf der gegenüberliegenden Autobahnseite aufgefallen. Punkt 9:00 Unr standen wir vor unserem Hotel in Olang im schönen Pustertal und waren von Familie Töchterle ganz begeistert. Wie wurden aufs Allerherzlichste begrüßt und uns wurde versichert, dass unser Zimmer in 30 Minuten bezugsfertig sein würde.
Wir hatten Halbpension gebucht ( die war sehr günstig) und auch für Helena gab es eine vegetarische Alternative.
Der erste Cappuccino ging aufs Haus und bereits um 9:45 Uhr standen wir mit Sack und Pack in unserem sehr schicken Zimmer! Wer ein tolles Hotel in der Nähe der Drei Zinnen, Antholz und Pragser Wildsee sucht, wird im Hotel Olaga fündig werden.
Obwohl das Wetter toll war und die nächsten Tage nichts Gutes versprachen, verzogen wir uns dennoch in die weiche Heia! Wir holten zwei Stunden Nachtschlaf nach und versuchten uns dann am Tip von Herrn Töchterle, einer Umrundung des Antholzer Sees. Vorher musste aber ein kurzer Marsch durch unser temporäres Zuhause her, wir warfen einen Blick in die Kirche von Olang und auf das Peter Sigmair Denkmal. Bei dem pummeligen Kerl handelte es sich um einen Südtiroler Freiheitskämpfer der 1810 unweit des Denkmals exekutiert wurde.
Zunächst fuhren wir durch wunderschöne Natur, legten unterwegs noch einen Fotostop ein und parkten nach rd .10km Fahrt auf dem Parkplatz des Biathlon Schießstadions ein.
Wer sich für Wintersport interessiert wird wissen, dass Antholz eine Station im Biathlon Weltcup Circus ist. Fleissig übte die Weltelite auf sogenannten Sommerski für die nächste Saison, uns zog es erstmal in eine zünftige Hütte unweit des Ufers. Wir sehnten uns nach etwas Flüssigem, genossen Holundersaft und Apfelschorle. Auf den Tisch kam desweiteren ein Südtiroler Apero Teller , für Helena das Gemüse und der Käse, wir drei Anderen genossen den Südtiroler Speck und die Kaminwurzel.
Satt und zufrieden trotteten wir gemächlich im Uhrzeigersinn um den See. Wir genossen himmlische Ausblicke auf spektakulär blaues Wasser, Emily erforschte italienische Pippimails.
Wer übrigens glaubt, dass Italien leer ist, der wird enttäuscht sein…..Der Tourismus ist in vollem Gange, nachdem Frankreich, Spanien und Kroatien quasi unerreichbar geworden sind, freut sich Italien über harte Euronen. Mund-Nasen- Schutz sind kein Problem, die Leute halten sich einfach an die Regeln….na geht doch!
Der Weg war einfach nur wunderschön, schöner hätte ein Einstieg in die Dolomiten kaum sein können.
Mathias versuchte sich wieder am Mount Matti, der aber leider binnen Minuten „zerstört“ wurde.
Auf dem Weg zurück nach Olang bewunderten wir noch ein kleines Kirchlein und die hübschen alten Bauernhäuser.
Um 19:15 Uhr kratzen wir überpünktlich an der Tür des Speisesaals und aßen uns in den nächsten 1,5 Stunden stilecht durch fünf Gänge! Salat, Suppe und Mittelgang sind im Hotel Olang immer vegetarisch, statt unser Huhn erhielt Helena ein Omelette. Wir genossen eine Gemüsesuppe, Risotto mit Pfifferlingen, Huhn mit Rosmarinkartoffeln, Sorbet am Ende. Das Salatbuffet fiel sehr üppig aus, es gab auf diesem eine Gemüselasagne zum Niederknien.
Genudelt fielen wir ins Bett, der Wecker wurde bereits zu 6:00 Uhr wieder gestellt, der Pragser Wildsee/ Lago di Braeis lockte zum Sonnenaufgang.
Die Nacht war tief und traumlos, Emily hat sich Helenas Bett als Schlafstätte ausgesucht, so hatten Mathias und ich das tolle Erlebnis des Durchschlafens.
Aufstehen war unproblematisch, trotz der frühen Stunde und den Anstrengungen des Vortages. Das Wetter hatte sich über Nacht noch erstaunlich gut gehalten, der angesagte 48 stündige Strippenregen ließ auf sich warten.
Da wir Alle ziemliche Horrorstories vom Wildsee gelesen hatten und auch Herr Töchterle uns in unserem Vorhaben, vor dem Frühstück nach Prags zu fahren, bestärkt hatte, zogen wir bereits um 6:30 Uhr los und begaben uns auf menschenleere Straßen. Der See liegt rd. 20Minuten vom Hotel entfernt und es war auf den Straßen wirklich leer…..keine Amerikaner, Japaner, Chinesen….und dann wurden wir blass! Parkplätze größer als der See an sich und gut gefüllt! Zu unserem Erschrecken standen drei Reisebusse auf dem Paekplatt, Hunderte Asiaten waren bereits am See! Aus welchem Land kann man denn im Jahr 2020 nach Europa fliegen!? Auf Nachfrage erfuhren wir es. Die munter schnatternden Selfieliebhaber kamen von den Philippinen, ganz klar….Duterte gehört ja auch in die Liga der Coronleugner!
Warum ist der Lago di Braies eigentlich so ein Hotspot der Touris geworden? Nun ja, der See liegt ziemlich spektakulär, umgeben von Bergen im Hochpustertal und wurde durch die Instagram und Fotocommunity gehypt. Terence Hill hatte 2004 einen Film am See gedreht, geschichtlich ist der See ebenfalls eine Erwähnung wert. 1945 hatte Himmler 139 politische Gefangene aus dem KZ Dachau nach Niederdorf gebracht, diese wurden wiederum ins Hotel „Pragser Wildsee“ umgesiedelt und überlebten durch beherzte Südtiroler, die die Gefangenen mit Eintreffen der US Armee nicht umbrachten, obwohl Himmler dies so verfügt hatte.Übrigens gehörten Angehörige der Familie von Graf Schenk von Stauffenberg als auch der ehemalige Bundeskanzler von Österreich sowie der französische Ministerpräsident im Hotel untergebracht.
Geschichte war den Philippinos auf jeden Fall egal, sie schnatterten wie die Irren, schossen Selfies und wir mochten uns nicht ausmalen, wie schrecklich es in Vorcoronajahren am eigentlich wunderschönen See gewesen sein muss! Gut das das fotogene Bootshaus noch nicht geöfnet war, lediglich ein paar Brautpaare waren mit Sondergenehmigung auf dem Steg.
Somit war das Wasser ruhig, was man vom Ufer nicht sagen konnte. Überall lag Dreck herum, der eine Papierkorb reichte bei Weitem für den Umfang der Parkplätze nicht aus.
Wir schossen unsere Fotos, krochen auf die Hänge und amüsierten uns über die selfiegeile Instagram Fraktion…..unser Fazit zum See: Ja, der See ist toll, die Lage ebenfalls, letztendlich aber auch nur aufgrund der Boote und dem Bootshaus so fotogen. Wir waren nach einer Stunde weg und strichen den See von der Bucketlist. Aufgrund eines kleinen Frühstückshungerchen verzichteten wir auf die Umrundung des Sees, liefen nur 15 Minuten, im Uhrzeigersinn auf die „ andere Seite“.
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Unser Frühstück war genauso lecker wie das Abendessen am Tag zuvor und gut gestärkt entschlossen wir uns im Anschluss für die 4-5 stündige Dreizinnenumrundung. Das Wetter hatte sich gehalten, die Wetterapp ließ Schlimmes für den nächsten Tag erahnen und wir fühlten uns fit.
Blick in die Dolomiten vom Parkplatz Tre Cime
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Die Wanderung um die drei Zinnen gehört zur Pflicht einer Reise in die Dolomiten. Der Schwierigkeitsgrad wird als einfach angegeben, was wohl auch stimmt….wenn man mal von den Steigungen und den fünf Stunden absieht. Ätzender wird die Tour wenn man diese bei nicht kalkulierbarem Wetter begeht, also so wie wir am 6.9 des Jahres 2020!
Das Wetter wechselte im Minutentakt, die Zinnen ließen sich bitten….mal kamen sie nen bissel zum Vorschein, eigentlich waren aber immer dicke Wolken um die Berge.
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Direkt auf der Höhe der Zinnen hatten wir einen beeindruckenden Blick auf die gegenüberliegende Bergkette., so dass wir die Hoffnung hegten, von der Dreizinnenhütte doch noch nen sensationellen Blick auf die berühmten Namensgeber zu erhalten.
Nach rd. 2,5 Std. kamen wir schlussendlich in der Dreizinnenhütte an und hatten genau Null Sicht, nischt mit Postkartenmotiv.
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Quelle: Wikipedia, Dreizinnenhütte bei schönem Wetter
Es hatte angefangen zu regnen und nach einer Holundersaftpause machten wir uns doch wieder eilig auf den Weg, das Wetter machte uns große Sorgen. Das diese nicht unbegründet waren, wußten wir rd 30 Minuten später! Emily hatte sich bereits im Tragerucksack verzogen, zu anstrengend der Marsch für unser Westiemädchen. Bevor wir uns aber ins schlechte Wetter begaben, bewunderten wir den See bei der Hütte,
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Die Steigungen werden noch in den nächsten Tagen Muskelkater verursachen, wir mussten durch die Wolken laufen und regneten komplett ein. Diese Situation sollte man im Hochgebirge tunlichst immer vermeiden, Gott sei Dank hatte Keine/r von uns Jeans an…..die Chance komplett auszukühlen ist sehr hoch.
Nach rd. 1,5 Std hatten wir es geschafft, Mathias lief vor, holte das Auto aus den höher gelegenen Parkplätzen und sackte uns nasse Katzen ein.
Später las ich in Wikipedia, dass genau an den Zinnen die Sprachgrenze von deutsch in Sudtirol und italienisch im Trentino ist. Wir hatten uns bereits auf der Hütte gewundert, dort wurde bereits italienisch gesprochen. Ich hatte allerdings auf der Hinfahrt auch eine Wegweisung nach Cortina d‘Ampezzo und Ferrara gesehen, echt Italien ist an dieser Stelle nur noch einen Steinschlag entfernt.
In Olang hatte es sich mittlerweile ebenfalls eingeregnet, wir sehnten uns nur nach etwas Beißbarem und nach einer heißen Dusche. Da unser Picknick in den Bergen flachgefallen war, amüsierten wir uns in T- Shirt und Schlüppi mit Schüttelbrot, Schinkenspeck und Pustertaler Käse.
Den Spätnachmittag fröhnten wir mit Schönheitspflege, um 19:15 Uhr wurde wieder erfolgreich der Speisesaal gestürmt. Da Sonntag war, wurde noch ein Gang draufgelegt….sechs Gänge, muah….wir rollten uns ins Bett.
Das Highlight des Abendessens war sicherlich der Rote Bete Knödel und mit einem nettes Gläschen Adrenochrome haben wir dem Altern vorgebeugt :0)….ach nee, war lediglich ein erfrischender Waldbeerentrank…..ob er auch gegen das Altern hilft?
Unser letzter Tag in Olang ist schnell erzählt. Wir schliefen zunächst aus und vertrödelten ein wenig Zeit auf dem Zimmer. Da sich das Wetter einigermaßen hielt, schlenderten wir für 1,5 Std durch den Ort und erfreuten uns an Aussichten, Kühe und Dahlien.
Mathias schloss Freundschaft mit Gloria, der zutraulichsten Kuh von Olang
Im Nieselpiesel kehrten wir zurück ins Hotel und verzogen uns ins Bett. Es wurde Siesta gehalten, wir haben schliesslich Urlaub.
Gegen 16:00 Uhr fuhren wir nochmal los, uns war es auf dem Zimmer eindeutig zu langweilig. Wir fuhren unentschlossen durchs Pustertal, hielten an einem schönen Waldweg, genossen den Blick auf einen tollen Hof und verabschiedeten uns vom Olanger Stausee. Gegen 17:00 Uhr waren wir wieder zurück, Mathias überfiel den Supermarkt und kaufte für Elba Aufschnitt und tollen Käse ein.
Bevor wir uns wieder durch ein Fünf Gänge Menü kämpften, eroberten wir uns den Wellnessbereich des Hotels. Es warteten ein Kneipbecken, Whirlpool, finnische Sauna und ein Solebecken auf uns. Das Ganze war mehr als geschmackvoll eingerichtet und wir genossen das Angebotene.
Unser letztes Abendessen bestand aus einer Peperonisuppe, Bavette ( Nudeln nach Art des Hauses), Tagliata v. Rind oder Polenta mit Steinpilzen und Gorgonzola. Als krönender Abschluss verwöhnte uns ein Vanillepudding. Mit dem obligatorischen Salatteller kamen wir wieder auf fünf Gänge……mehr als drei Tage sollte man nicht bleiben, sonst platzt die Hose.
Mit ein paar Fotos vom Essen und vom Hotel verabschiede ich uns aus Olang. Unser nächstes Ziel wird die Insel Elba sein….wir wandeln auf Napoleons Spuren.