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Westeuropa 2024, I : Hamburg, Nova

Auf die Nova mit Mama! Das Geburtstagsgeschenk zum 75, erweitert um eine Nacht in Hamburg.Kreuzfahrt im tiefen Winter, mal sehen auf was man sich da so einlässt?

Ich machte um 10:30 Uhr Feierabend und bereits kurz nach 11:00 Uhr befanden sich drei Menschen und ein Hundekind auf dem Weg nach Hamburg. Emily war arg aufgeregt, ich saß mit ihr auf der Rückbank und hatte das Fellknäuel in der Magengrube liegen, sofern Sie nicht interessiert aus dem Fenster schaute- Emily liebt Auto fahren!

Unterwegs vergnügte uns munteres Schneetreiben, ein harscher Wind versüßte nicht unbedingt die Aussichten auf einen tollen Nachmittag im geliebten Hamburg.

Doch Frau Holle schüttelte die Betten vor der Hansestadt aus, Klärchen übernahm ihren Job und bis wir eingescheckt waren, sah es fast vorfrühlingshaft aus. 

Ibis Budget, praktisch gelegen, wie alle Budgets quadratisch, praktisch, gut.

Wir liefen Richtung Hauptbahnhof und Mönckebergstraße und bewunderten die vielen Demonstranten, die gegen rechts auf der Straße waren, ohne meine Mama wären wir wohl spontan mitgelaufen.

Am Hauptbahnhof wurde der erste Hunger mit der wohl größten Pommesportion Deutschlands gestillt:

So ging es nun zu den Landungsbrücken via U3 ( knüppelvoll, Emily konnte viel flirten) mit tollem Blick auf die Elphi und einem Fischbrötchen in der Brücke 10.

Mathias wollte unbedingt in die Kneipe von Ina Müller und verhaute sich komplett in der Orientierung,  dafür kamen wir an der Herbertgasse vorbei, die natürlich im Winter traurig daher kam. 

Mit einem ordentlichen Marsch fanden wir DM, den Mannschaftsbus der Schweden, die an diesem Abend gegen Dänemark im Handball verloren und landeten schlussendlich bei unserem Lieblingsportugiesen vor unserer wohl verdienten Fischsuppe.

Mein Anliegen- eine Woche Fisch und Meeresgetier, konsequente Umsetzung erforderlich!

Auf dem Rückweg schauten wir, überraschenderweise auf die Nova, die verfrüht in HH stand. Als erste Reaktion, „ich glaube unsere Kabine ist morgen früh gleich bezugsfertig!“ Später erfuhren wir, dass das Schiff vorzeitig aus Oslo nach HH zurückkehren musste, da die Gefahr der Elbeschließung bestand!

War uns an diesem Abend egal, schnell kuschelten wir uns in die Kissen des IBIS und träumten von Westeuropa im Winter 2024.

Um 6:00 Uhr früh stand eine Pudelmütze im Türrahmen, und ein begeistertes, fröhliches Hundekind an meinem Bett! Meine Mutter und Emily im falschen Zimmer. Sie war mit Emily draußen, die alte Zimmerkarte war ungültig und die neue führte in die 711, nicht 712….später ein echter Lacher!

Zum Frühstückskaffee schloss sich auch Mathias aus, blödes System.

Um 10:00 Uhr hieß es Abschied nehmen, das weiße Wawusel konnte gar nicht so schnell mitdenken und herumkrähen, wie wir weg waren! Dann hieß es Koffer abgeben, Early Check In, Papiere vorzeigen und einchecken in den Wumms!

Unsere Kabine war fertig und das Schiff übrigens nicht leer…..10220, Komfort Kabine mit Veranda, begehbaren Kleiderschrank und sehr nett. Um 10:33 Uhr schoss ich die ersten Fotos aus der Kabine.

Wir legten das Handgepäck ab, uns ließen uns die Frühstücksstulle mit viel Lachs schmecken, nur um gegen 12:00 Uhr im Bella Donna das Fressgelage einzuläuten!

Am Nachmittag erkundeten wir das Schiff und hauten uns einen Mai Tai in der Lanai Bar in den Kopf, Urlaub kann beginnen.

Der Nachmittag war der Schifferkundung gewidmet, Achtung, die Fotos sind in nicht chronologischer oder Deckreihenfolge : einem guten Abendessen im Yachtclub folgte der erste eiskalte Sail Away mit einer Warnung für den Ärmelkanal. Es soll wohl kabbelig werden und eventuell kommt der Lotse in Southhampton nicht an Bord…..dann wirds nichts mit Stonehenge.

Nach einem guten Abendessen im Yachtclub folgte der erste eiskalte Sail Away mit einer Warnung für den Ärmelkanal. Es soll wohl kabbelig werden und eventuell kommt der Lotse in Southhampton nicht an Bord…..dann wirds nichts mit Stonehenge.

Die erste Nacht verlief unspektakulär, kabbelig ist anders…Anstrengend war das erste Frühstück im Markt Restaurant, allerdings mit netter Begleitung bis 10:30 Uhr.

Wir erliefen uns das Schiff, verzichteten auf Aktivitäten an Deck, da es echt grenzwertig windig war und schoben ein spätes Mittagessen ( nach einer Currywurst) im Yacht Restaurant ein.

Auf einmal hörte ich ein „ Sandra“, drehte mich um und schaute in zwei vertraute JC Gesichter. Knaui und Heidi….beide auf Rente, blühend! Das Hallo war groß und der Kaffee sowie die Limonentarte schmeckten umso besser.

Auch die jetzt gezeigten Bilder sind keine Chronologie des Tages:

Abends schoben wir Micha Schmid ein, der mich damals schon durch die Karibik gebracht hatte.

Windstärke 11, fünf Meter hohe Wellen…“ schon Scheiße wenn die Fracht kotzt!“ Die Brechtüten lagen im Bad bereit…

Deutschland 2022, Hambug: Mal wieder in Elbflorenz

Ist Hamburg die schönste Stadt Deutschlands? Ich weiß es nicht, denke aber sie ist verdammt nah dran, zumindest ist es die einzige Stadt in good old D, in der ich nach Berlin wohnen könnte.

Es treibt uns immer wieder mal dorthin und bereits 2020 war ein WE geplant….wir wollten die Minikreuzfahrt „uff de Perla“ in HH verlängern. Wie der findige Leser weiß, die Perla haben wir erst in der Karibik kennengelernt, meine Mama und ihr Mann sind aber auf unsere Kreuzfahrtidee aufgesprungen und hatten sich für die Viertägige nach Oslo entschieden und so nahm die Idee auf ein WE in HH wieder Gestalt an.

Das Wetter ließ sich auch in 2022 nicht lumpen, wir fuhren an einem Samstag Mitte Mai 2022 gegen 9:00 Uhr los und standen ohne Stau oder sonstige Sperenzchen um 12:30 Uhr am Park Hotel Berliner Tor, eines der preiswerteren Hotels in der Hansestadt, die bekannterweise eher unter sauteuer einzubuchen ist.

Auch wenn wir erst am späten Nachmittag einchecken konnten, hier schon mal ein Foto vom Zimmer. Hervozuheben ist der Preis und die Lage…das war es dann aber auch, wobei unser Zimmer noch hübscher war, als die Minihöhle von Mama und Klaus.

Wir bummelten zur U- Bahn, kauften ein Gruppenticket ( Emily war die 5. Person) und fuhren Richtung Landungsbrücken. Am Berliner Tor inspizierten wir vorher aber noch ne Covid Testbude…unverschlossen, unbesetzt, keine Option für Algners, die nur frisch getestet aufs Schiff kommen. Wir hatten für das Wochenende keinen Plan, am Ende sollte uns weder St. Pauli noch die Mönckebergstraße sehen….wir waren zu faul für gepflegtes Sightseeing.

Himmel und Hölle war an diesem Samstag an den Landungsbrücken unterwegs, uns gruselte ein wenig……Menschenmassen schoben sich an den Fischbuden vorbei. An Brücke 10 kehrten wir ein, leider war der Laden nicht mehr so lauschig wie in 2016, mehr auf Massentourismus ausgelegt.

Ein Fischbrötchen ist quasi keins und so nahmen wir auch die nächste Möglichkeit wahr. In Mathias wappneten sich 3 Bismarck,- u. ein Matjesherig zum Wettrennen, ein Umstand,der ihm später etwas Probleme bereitete.

Die Stimmung war gut, nach den Landungsbrücken schlenderten wir ins Portugiesische Viertel und komplementierten den Fischtag mit einer Fischsuppe, die aber nicht mehr so grandios wie 2016 war.

Bevor wir uns ins Hotel schlichen, hier noch ein paar Bildchen von den Landungsbrücken, Elphilharmonie und Hafen. Auf echtes Sightseeing verspürten wir Alle weiterhin keine große Lust, schön das wir Hamburg ja ziemlich gut kennen.

Den späten Nachmittag vertändelten wir auf unserem Zimmer und fuhren gegen 20:00 Uhr wieder in die Innenstadt. Ziel war der Hauptbahnhof- Eruierung von Testmöglichkeiten, Currywurst am Bahnhof und die Philharmonie bei Nacht.

Gesagt getan, am Hauptbahnhof lümmelten sich Drogendealer, Crystal Meth Opfer, Obdachlose, Nutten und leider auch ukrainische Kriegsflüchtlinge herum, die alte Teststelle dient nunmehr als Ankunftszentrum. Gott sei Dank fanden wir am ZOB ( Laufdistanz 200m) noch eine Teststelle und so konnten wir uns mal wieder dem Kulinarischen zuwenden. Currywurst aus der Tüte, kannte sich so auch noch nicht.

HH bei Nacht, Speicherstadt am Abend….gesagt getan, in unserem Fall weiterhin nur Handybildchen.

Wir liefen in der Dammerung zur Elbphi und bewunderten die netten Apartmentkomplexe in der “neuen“ Speicherstadt.

Das spitze Eck der Philharmonie:

Ziemlich kaputt stolperten wir gegen 23:00 Uhr ins Bett und ließen uns nichtmal vom Krach am Berliner Tor stören.

Der Sonntag begann sonnig und mit einem Frühstück bei Crobag. Im Anschluss zog es uns zum Hauptbahnhof,wo sich meine Mama und Klaus der Covid 19 Testung unterzogen….wenn Einer eine Reise tut…..

Nachdem wir am ZOB auf das negative Ergebnis gewartet hatten, lösten wir unser Auto am Hotel aus und fuhren in die Hamburger Kaffeerösterei.

Schnell warfen wir einen Blick in die Speicherstadt und ergatterten die gewünschte Röstung.Noch schneller wünschten wir Algners ne tolle Reise nach Oslo und zogen von dannen. Emily hockte später im Kennel und überlegte, vollkommen verwirrt, mindestens bis zum ersten Stau, wo denn die geliebten Hundegroßelterm geblieben sind! Sie war auch noch um 16:00 Uhr, mit Ankunft in Britz vollkommen verwirrt.

Deutschland 2022: Ein Wochenende im Harz

Mal wieder in den Harz….gefühlt zum 100x. In den 70er und 80er Jahren nach Wieda “wieder nach Wieda“ war der Leitspruch, später gesellten sich die typischen Westziele wie Bad Harzburg, Goslar, Bad Sachsa, Bad Lauterberg und Braunlage hinzu.

Nach der Wende zog es den Westberliner nach Wernigerode und Thale und mit meiner Kilimanjarobesteigung 2010 wurde der Brocken auch ein Schneeziel. Ich habe eine grenzwertige, insgesamt fast 12 Stunden dauernde Tiefschneewanderung in Erinnerung, die uns zum Brocken führte und als allgemeine Vorbereitung für den höchsten Berg Afrikas und dem höchsten freistehenden Berg der Welt diente. Sei es drum 1141m vs. 5895m haben damals gereicht….auf beiden Bergen stand ich am Gipfelkreuz!
Wir fuhren an einem der ersten schönen Apriltage des Jahres 2022 Richtung Schierke und freuten uns auf erholsame zwei Tage. Die Reise hatten uns meine Schwiegereltern zu Weihnachten geschenkt und nach 12 Jahren Brockenabstinenz kann man ja mal wieder rauf auf den Steinbrocken.
Wir kamen gut durch, unser Hundemädel war brav und nach einer kurzen Pippipause checkten wir gegen 16:00 Uhr in den Apartmentkomplex Brockenblick ohne Brockenblick in Schierke ein.

Die Anlagehatte schon bessere Zeiten gesehen, modernisiert in den 90ern, gelitten unter Corona und dem wüsten Waldsterben. Waldsterben, hervorgerufen durch den Borkenkäfer und wohl einer schlechten Politik! Der Nationalpark Harz ist tot…..Wiederaufforstung geschieht nur in geringem Maße…..Laubbäume werden gesetzt, es soll wieder Mischwald entstehen, ein moderner Urwald, der sich selbst überlassen wird, ist geplant. Schade, das werden wir zu Lebzeiten nicht mehr erleben…..

Emily begrüßte die Wohnung meiner Schwiegereltern mit einem duftenden Häufchen, wir genossen im Anschluss frisch gebackenen Rhabarberkuchen und den Blick aufs sterbende Elend in Elend!

In Braunlage bewunderten wir die Brockenmadames die überall auf Walpurgis hinwiesen….leider sind die Hexen als Souvenir nicht mehr so hübsch wie die aus den 70er Jahren.

Den Abend ließen wir am recht guten Buffet im Hotel ausklingen, einen Schlummertrunk gab es bei uns im Wohnzimmer und um 22:30 Uhr lagen wir im Bett.

Der 23.04.2022 wurde mit einem Happy Birthday eingeläutet, Mathias Mama feierte, wie im letzten Jahr, außerhalb der heimischen vier Wände.

Unser Tagesprogramm war klar, wir wollten auf den Brocken, Emily wollte Menschenkinder verzaubern. Insbesondere die ganz Kleinen Keksbeißer findet sie toll!

Zu Fuss ging es zur Bushaltestelle, erfreut Euch an den Ausblick am Hotel und der Baumtristesse in Schierke.

Am Hotel ist die Welt noch in Ordnung
Blick vom Balkon und nein, das ist nicht der Brocken!

Bonjour Tristesse und Nein, es wurde keine Atombombe auf dieses Gebiet abgeschmissen!

Wir fuhren mit dem Bus im Schneckentempo nach Wernigerode, stellten uns dort brav an der Kasse an und meine Schwiegereltern löhnten pro Person 51,50€ pro Ticket um auf den Wumms zu kommen…..wohlbemerkt mit der Harzer Schmalspurbahn, deren Instandhaltung säuisch teuer geworden ist. Dennoch für eine Familie kaum finanzierbar und selbst der Hund war mit 9€ dabei!

Da wir nicht mit dem Traditionszug fahren durften ( Emily war in diesem nicht gerne gesehen) mussten wir noch etwas Zeit auf dem Bahnhof totschlagen, Zeit die wir für das Bewundern der Dampfloks und des pittoresken Bahnhofs nutzten.

Unser Zug um 12:55

Um 12:55 war es soweit, wir machten uns auf den Weg zum Brocken. Zur Natur, was soll ich sagen…..kahl und öde, fast bizarr. Wir versuchten hübsche Bildchen aus dem Zug, am Besten in einer Kurve.

In Schierke hieß es umsteigen, hier verweise ich auf den Schierker Feuerstein, der sowohl leibhaftig als auch flüssig erwähnenswert ist.

Links der Feuerstein

Die letzten Kilometer zur Bergspitze wurden waldtechnisch nicht besser, der Brocken ist wirklich baumtechnisch tot! Wir trafen Brandenburger, die mit Tränen in den Augen die Szenerie betrachteten.

Auf dem Gipfel dann großes Hallo, gesamt Ostdeutschland tummelte sich bei Erbsensuppe und strahlenden Sonnenschein im Schnee.

Emily freute sich über das unverhoffte Weiś und rollte sich in der Pracht. Wir erkundeten das Plateau, setzten Emily auf „den Brocken“ und fuhren mit der Bahn um 14:55 Uhr zurück nach Schierke.

In Schierke verließen wir den Zug und bummelten durch den Ort zur einigen Kaffeetränke. Der Weg am Berg war wenig attraktiv, ich war entsetzt, wie sich der Park verändert hat. 2010 sind wir, bei unserer abenteuerlichen Winterbesteigung ebenfalls in Schierke ins Vergnügen eingestiegen, damals stand noch dichter Wald!

Schierke Downtown ist nun ebenfalls eher unspektakulär, der Kuchen und Kaffee als auch die Sonnenterasse waren aber toll.

Nach feudalem Marzipankuchen überfielen wir den Flagshipstore des Schierker Feuersteins und deckten uns mit dem Kräuterlikör ein.

Zurück im Hotel ließen wir den Tag ausklingen.

Vor unserer Heimreise am 24.04.22 verschlug es uns für einen Bummel nach Wernigerode. Das Nest geht gefühlt immer, und erklärt sich von ganz allein. Ich vergesse mal irgendwelche geschichtlichen Erklärungen und lasse nur ein paar Bildchen sprechen.Wir bummelten durch die zentrale Fussgängerzone, genossen einen Kaffee am berühmten Rathaus und fuhren gut erholt zurück nach Berlin.

Deutschland 2021, Hodenhagen: Serengeti in Deutschland

Familie Fröhlich/ Zejewski liebt Tiere und Afrika, was liegt da eigentlich näher, als ( mal wieder) den Serengetipark von Hodenhagen zu besuchen?

Mein Papa bekam das „Event“ Mitte August zu seinem Geburtstag geschenkt, wir koppelten das Serengeti Wochenende mit dem Geburtstag meiner „Stiefmutter“ ( und Keinesfalls die böse)  und schlugen damit zwei Geburtstagsgeschenke mit einer Klappe.

Die Idee im Park zu übernachten kam uns erst, als wir die hübschen Lodgen/ Zelte und Camps näher betrachteten.

Die Wahl fiel im Anschluss auf die alten Doppeldeckerbusse der BVG, da diese groß genug für vier Personen sind und immerhin 4 Schlafzimmer beherbergen.

So machten wir uns Freitag mittags um 13:00 Uhr auf den Weg und waren, mit Stau und zähem Verkehr, gegen 17:00 Uhr in Hodenhagen. Mit uns checkten einige Familien ein, es waren ja schließlich Herbstferien und einige Unterkünfte waren bereits bei unserer Buchung im August restlos ausgebucht gewesen.

Wir durften mit dem PKW zu den Bussen fahren und ausladen. Wir hatten Bus 1 und vier Augenpaare fanden die Nummer nicht!

Gott sei Dank passten schlussendlich die Schlüssel in einen Bus  und so erfreuten wir uns am BVG Doppeldecker mit Katzenaugen!

Seit 2021 stehen die Doppeldeckerlodgen zur Buchung bereit, wir waren mächtig gespannt und wurden auch nicht enttäuscht.

Im unteren Teil des Busses befinden sich Abstellfläche, Garderobe, separate Dusche und Toilette sowie ein zweites Handwaschbecken. Im vorderen Teil gibt es eine Küchenzeile/ Kühlschrank aber keinen Herd, als auch zwei gemütliche Sitzecken. 

Im Oberdeck haben vier Schlafzimmer Platz, diese waren überraschend groß und geräumig. Der Bus wird über Gas beheizt, wir hatten es auch bei rd. 4 Grad nachts warm.

Wir hatten uns gegen den Restaurantbesuch entschieden und uns ein kleines, liebevolles Buffet, mitgebracht. Dieses bauten wir noch auf dem Parkplatz auf, genossen Kartoffelsalat, Schnitzel, allerlei Pasten, Dips und Salat. Aufgrund der Coronapandemie mussten wir eigenes Geschirr mitbringen, leider hatten wir Spülmittel vergessen….kleiner Hinweis für eventuelle Nachahmer….wir nahmen unser Geschirr nicht ganz porentief rein mit nach Berlin.

Um 19:00 Uhr standen die rechtmäßigen Mieter von Bus 02 bei uns an der Tür und ich sah uns schon Taschen packen, Buffet abräumen….Gott sei Dank, die Truppe war entspannt. Der nächste Gang sollte uns alle Vier mal zum Optiker führen……Mieter des 02 richteten sich in den Bus 01 ein.

Um 19:30 kam der Ranger, erklärte uns den Bus und fuhr uns in das Gelände von Ostafrika. Dort wohnen die Zebras, Watussis und Nashörner……des Nächtens waren allerdings nur die Zebras und Watussis unterwegs. Der Ranger erklärte uns, dass wir den Bus so lange offen halten können, bis wir schlafen gehen würden. Dann wäre zwingend der Bus zu schließen, Zebras im Bus ( das berühmte Pferd auf dem Flur) wären nicht nur gefährlich sondern wirklich, wirklich, wirklich unschön. 

Die niedlichen Biester waren auch sofort an uns interessiert und standen wenige Zentimeter ( Meter wäre gelogen) von uns entfernt und stierten uns neugierig an. Scheu gegenüber Menschen war quasi nicht vorhanden…..das war ein großer Unterschied zu Afrika. 

Wir beobachteten die Tierchen eine ganze Weile und entschieden uns gegen 22.30 Uhr für unsere Heia. Neben den vier BVG Bussen standen noch etliche Ranger Lodges mit auf dem Gelände, hierbei handelt es sich um  Jeep- Wohnmobilaufbauten für drei Personen. 

Unsere Nacht war unruhig, das lag an der Wärme im Bus und der Tatsache, dass wir die ganze Nacht das Stromaggregat gehört haben. Wir hätten in den vorderen Teil des ersten Stocks umziehen sollen, wir waren zu faul! 

Gegen 7:00 Uhr kam der Ranger und stellte den Kompressor des Busses an. In einer etwas größeren Runde fuhren wir schleunigst vom Areal, ab 07:30 kommt nämlich das Nashornmännchen und dieses hasst BVG Busse wie die Pest! Der Kerl hatte bereits einen Bus, aus der Hüfte heraus „umgeschupst“.

Wir gingen gelassen frühstücken, genossen ein mittelgutes Buffet im Restaurant  und stromerten ein wenig über den „Hotelpart“ des Serengetiparks.

Anbei die wunderschönen Zeltlodgen, die Masai Mara Lodge und die ersten Tiere, die wir bewunderten.

Um 10:15 war das Auto beladen und wir ausgecheckt. Wir stellten uns an der Kasse an und fuhren, nach rd. 20 Minuten Wartezeit, in den Park. Wir hatten uns für den eigenen PKW entschieden, da wir keine Lust auf Menschenmassen im Coronazeitalter hatten. 

Unsere Entscheidung war goldrichtig, da wir wenigstens die Fenster öffnen konnten…..auch wenn das nicht immer erlaubt gewesen ist.

Der Park verfügt über mehrere Areale, die nach Kontinente sortiert sind. So genießt man Ostafrika, Asien, Nordamerika, Europa oder auch Russland. Die Gehege sind riesig und zum Teil einmalig schön angelegt. Natürlich ist die Auswahl der Tiere nicht so groß wie in einem Zoo, das Tierwohl steht hier aber eindeutig im Vordergrund.

Wir benötigen rd. 2,5-3 Std. auf dem Gelände, Zebras und Giraffen durften mal bei uns ins Auto schielen. Wir waren allerdings ziemlich uninteressant, die Tierchen rochen vermutlich unseren kleinen Wolf, der in Berlin auf uns wartete. Andere Autos wurden quasi von den Viechern überfallen, weil verbotenerweise gefüttert wurde.

Die Wildkatzen sind gut abgesichert, Panther und Tiger sogar hinter Gitter. Die Löwen leben in einem großen Gehege, mit striktem Verbot die Fenster zu öffnen.

Hier ein Blick auf die Tiger:

Bei den weißen Löwen wurde ich irgendwie an die BeeGees erinnert….

Die weißen Tiger sagen merkwürdig aus, da war der Genpool wohl nicht in Ordnung?

Toll waren die Geparden, die wirklich sehr aufthentisch in ihrem Gehege unterwegs waren.

Auf Bilder von Elefanten habe ich bewusst verzichtet, da diese hinter dicken Sicherungszäunen gehalten werden und ich wohl 1500 Bilder aus Namibia von meinen Lieblingen habe.

Die Breitmaulnashörner gaben ihr Bestes um die Art zu erhalten. Während Madame einen eher gelangweilten Eindruck hinterließ, versuchte der Bulle mit ein wenig Akrobatik seinen Genpool geschickt zu platzieren.

Wir erließen den Park gegen 13:00 Uhr und fuhren die rd. 120 km nach Bleckede/ Gröddingen. Dort wohnt Karins Schwester mit Mann und zwei süßen Welpen.

Wir verspielten mit Charlie und Elvis den Nachmittag, genossen Pizza und fielen um 23:00 Uhr im 80qm großen Gästezimmer ins Bett. Am 17.10.21 bekam Karin ein Geburtstagsfrühstück mit Schwesterherz und Schwager und gegen 12:00 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg nach Berlin.

Vorher ließen wir die kleinen Racker an der Elbe herumtoben und erinnerten uns an Emily, als diese noch ein Baby war. Viel zu gerne hätten wir die kleinen Monster „entführt“, unsere kleine Primadonna wäre vermutlich umgefallen…… nein, unser Hund bleibt ein „Einzelhund“! 

Deutschland 2021: Nußdorf a. Inn

Am zweiten Oktoberwochenende verschlug es uns nach Bayern, kaum einen Steinwurf von der österreichischen Grenze entfernt, nach Nußdorf am Inn. Hintergrund für dieses Kilometerspektakel war beruflicher Art, Mathias richtete für Kunden die Telefonanlage, nach Wechsel von Vodafone zur Telekom, ein. Er wollte die Tortur nicht alleine bewältigen und ich ließ mich breitschlagen….Emily wurde nicht gefragt!

Wir fuhren am Freitag um 12:10 Uhr von Britz los und waren um Punkt 19:10 Uhr im „ schönsten Dorf Europas“ ; gekürt im Jahr 2004, 2001 bereits als schönstes Dorf Bayerns gekrönt.

Und ja, bereits im Glanze der untergehenden Sonne machte das Nest, kurz vor Kufstein, einen hübschen Eindruck. Wir hatten an diesem Freitag noch die Vision, einen Abstecher nach Bella Austria zu wagen und Kaiserschmarren zu genießen….leider blieb dies ein Traum, die Arbeit hielt Mathias an Router, APL und Leitungen.

Nicht nur das Haupthaus war wunderschön, auch die Remise in der wir nächtigten kam direkt aus dem Prospekt „Schöner wohnen“. Die Natur mutete ebenfalls noch nicht herbstlich an, überall blühte es noch, auch wenn die Temperaturen weit unter 10 Grad lagen.

Emily und ich nutzten das schöne Herbstwetter und machten den Ort unsicher. Ich lief mit ihr einen Teil des Mühlenweges, vorher bewunderten wir den Maibaum.

Auch heiratswütige Münchener hatten Nußdorf für sich entdeckt, genug fotogene Ecken gab es zu bewundern.

Wir entdeckten einige puppige oder auch katholisch skurile Ecken. Emily trabte eifrig mit, sie hatte Spaß an den Gänsen und Ponys. Die versprochenen Kühe waren leider zu weit weg, unerreichbar an diesem Wochenende.

Nach rd. zwei Stunden Spaziergang machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause. Emily war müde, es zog sie zum Rudelführer der noch eifrig werkelte.

Mit einem Blick über einen Nebenarm der Inn, verzogem wir uns in die Remise, bespielten die Kinder des Hauses, Emily hatte ihre wahre Freude.

Zum späten Nachmittag riss der Himmel auf und wir entschieden uns zu einem Auflug nach Flinsbach am Inn, eine weitere Perle unweit von Österreich.

Vorher warfen wir einen Blick in die Berge, die wir bislang nicht gesehen hatten.

In Flinsbach bummelten wir ebenfalls durch den Ort und erlebten unser kulinarisches Highlight im Dannerwirt.

Am nächsten Morgen fuhren wir fix und im Sausewind binnen sechs Stunden zurück nach Berlin. Ein Kurzkurzkurztrip der bestenfalls meinen Augen optische Entspannung einbrachte. Dennoch das Fazit fällt positiv aus, auch Deutschland kann Spaß machen. Emily fand es übrigens mehr als uncool, bereits nach zwei Tagen wieder in Berlin zu sein.

Deutschland 2021, Mahlow: Generalprobe gelungen

Was hatten wir uns am 17.12.20 gefreut, als uns unsere neue Errungenschaft, die hübsche Bianca, aus dem Hause Bürstner überreicht wurde.

Viel wurde uns an diesem Tag erzählt, besonders ist mir die Wasseraktion in Erinnerung geblieben. Der Verkäufer hatte Wasser in unsere Bianca gefüllt, damit alle Wasserhähne, Klospülung und Dusche vorgeführt werden konnten. Was Carbotec nicht bedacht hatte, es war Dezember, das Wasser musste wieder raus, Frostschutzmittel in die Wasserleitungen hinein.

Seit Mitte Dezember stand unser WoWa ungenutzt auf seinem Stellplatz in Mahlow. Anfangs waren wir fast täglich da, Weihnachten wurde selbstverständlich im Bürsti zelebriert, in 2021 hielten sich die Besuche in Grenzen. Der Lockdown machte uns zu schaffen, die Campingplätze waren geschlossen. Anfang Mai 2021 wussten wir nicht, ob wir vier Wochen später wirklich nach Italien fahren würden.

Doch dann kam der kalte und regnerische Mai und die Fallzahlen sanken, sie sanken so tief, dass ab Pfingsten 21 die Campingplätze wieder öffneten. Mit einem strengen Hygienekonzept, Antigentest usw. war es nun auch uns möglich die Bianca aus ihrem tiefen Schlummer zu holen.

Mit viel Gepäck und einem mehr als aufgeregten Wauzi machten wir uns auf den Weg nach Mahlow. Wir meldeten uns an, Mathias zahlte den Stellplatz für eine Nacht ( inkl. aller Gebühren 40,–€) und dann standen wir vor dem WoWa und überlegten…..wie war das mit dem Ankuppeln, sind wirklich alle Schlösser und Diebstahlsicherungen gelöst? Zack, die ersten dreißig Minuten waren um und Bianca stand immer noch auf ihrem Stellplatz! Na das konnte ja heiter werden…….blöd wenn man sechs Monate keine Lust auf Servicebuch und Co hatte.

Die nächste Schwierigkeit, wie bekommen wir unser neues Zuhause denn nun gerade und nahe an den Anschlüssen eingeparkt? Nach einigen erfolglosen Versuchen fuhr Mathias nochmals eine Runde um den Platz , um von der richtigen Seite die Bianca einfach rückwärts zu setzen…..puuuuuh geschafft ! Gut das wenig Menschen auf dem Platz waren, wir sahen bestimmt mehr als lustig aus.

Als nächstes bekam Bianca Strom, doch warum passte das Kabel nicht, was macht die unsinnige Klappe da? Und warum brannte denn nun aufeinmal Licht im Bad und verdammte Axt wo ist der Lichtschalter zu diesem Licht????

Die Erkenntnis, dass ein klein wenig Gewalt ( der Stecker passte doch) und Mut helfen, hatten wir mehrfach an diesem Tag. Ähnlich verhielt es sich mit der Markise, hier half ein You Tube Video weiter! Emily beobachtete unsere hektischen Aktivitäten und ein großes Fragezeichen stand in Ihrem Gesicht „ Leute, dass soll unsere neue Form der Freizeitgestaltung sein?!“

Nach der Markise wurde die Bodenplane ausgerollt, das gelang uns fast fehlerfrei und wir atmeten auf. Die nächste Übung bestand aus der Befüllung der Wassertanks. Warum ist das Zeug rosa und schäumt ???? Achja, das Frostschutzmittel ist ja noch drin! Nach 100l Durchspülplörre ( 4x lief Mathias das Grauwasser entleeren) hatten wir es geschafft….nun ja, als Trinkwasser würde ich den Cocktail „Pink Swimmingpool“ nicht empfehlen,dafür hatten wir 20l im Trinkwasserkanister ( mitgebracht aus Britz).

Nach dem ersten Enthusiasmus musste ich feststellen, dass das Wasser nicht warm wurde, die Toilette nicht spülbar war. Wo lag das Problem? Das Wasser wird immer über die Heizung erwärmt, diese musste erst in Betrieb genommenwerden und die dicke Bedienungsanleitung lag noch ungelesen herum……

Das Klo war an diesem Tag die größte Herausforderung, der Knopf der Wasserspülung ließ sich leicht in den Innenraum des Fäkalientanks ( keine Angst, dieser ist separat) hineindrücken. Mathias bastelte also an den Anschlüssen, bis sich die Pumpe verselbständigte und die Toilettenspülung ungehindert Wasser in den Innenraum pumpte. Also rannten wir nach Stromabstellung und Handtuch und legten Bianca wieder trocken, ufff !

Kurz und gut um 16:30 Uhr kochte ich den ersten Kaffee auf meinem neuen Herd und freute mich über gekühlte Getränke, einer gebastelten Klospülung sowie einem Hund, die nach viel Aufregung zur Ruhe kam.

Wir fummelten den restlichen Nachmittag an vielen Kleinigkeiten herum und gegen 18:30 Uhr wurde der neue Cadac Safari eingeweiht, Würstchen gehen immer, Salat ohne Salz ( vergessen) dafür mit Brühe ……Nach all der Aufregung gab es drei Campari Orange und leichte Entspannung in den neuen Stühlen.

Unser Fazit, die Generalprobe ist mit kleinen Unpässlichkeiten gelungen, der Rest wird sich einpegeln. Am Abend bewunderten wir unser kleines Schloss, ich finde unsere Bianca immer noch sehr hübsch.

Gegen 22:30 Uhr fielen uns die Äugelein zu, nicht nur Emily war fix und fertig von unseren Aufbaumarathon oder war es bei den Zweibeinern die Campari Orange????

Unsere erste Nacht war weniger kalt als gedacht, selbst die 7 Grad Außentemperatur konnte man aushalten. Emily schlief fast durch, sofern Niemand von uns die Rollos betätigte, die an allen Fenstern vorhanden sind! Unser kleiner Hystericus kann mit Jalousien nur bedingt, Rollos findet sie knapp vor Scheiße…..

Im neuen Omnia backten wir die Brötchen vom Vortag auf, das Frühstück unter der Markise war gemütlich und super entspannend. Das erste Mal kam in mir der Gedanke auf, dass es nett wäre, nicht nach Hause zu müssen…..doch leider lief die Zeit ab und um 12:00  Uhr verließen wir pünktlich den Platz. Der vorherige Abbau verlief fast unspektakulär, lediglich das erneute Einparken auf unseren Dauerstellplatz wurde zu einem manuellen Schieben, da die  Aufteilung auf dem Platz doch recht eng ist. 

Unser nächstes Ziel führt uns gen Süden….immer geradeaus….über Alpen und Brenner und dann genau 1x rechts abfahren…stay tuned!

Vom Wauz fand ich folgende Notiz auf meinem Kopfkissen: Liebe Lieblingsmenschen, Ihr seid merkwürdige Tiere. Ihr schleppt Taschen über Taschen in diese Schlafdose, beschäftigt Euch 4,5 Std mit komischen Dingen, esst tolle Würstchen ( davon hätte es mehr geben können) nehmt mir Platz im Bett weg, schlaft in frischen Betten ( igitt) und fahrt am nächsten Morgen wieder nach Hause…..das Konzept Camping finde ich komisch und verstehe es noch nicht. Ich weiß, Ihr gelobt Besserung….versprecht es mir, ganz dolle! Pfötchen gedrückt, Alles Liebe Eure Emily.

Deutschland 2020, Wismar I: Alter Hafen, Markt und Sonstiges

Meine allererste Reise mit meinem lieben Mann führte mich 2011 nach Wismar; nach nunmehr neun Jahren Abstinenz suchten wir uns das wohl wärmste Sommerwochenende 2020 aus und besuchten mal wieder die wunderschöne Hansestadt.
Ich arbeitete morgens noch fünf Stunden im Homeoffice und pünktlich um 11:00 Uhr fuhren wir in Berlin auf die Autobahn und standen uns von Stau zu Stau.

Unterwegs machten wir in Stolpe eine kurze Pause und ich wagte einen kurzen Ausblick auf den 5. September 2020……hoffentlich befinden wir uns an diesem Tag tatsächlich auf genau den Weg nach Island, zur Fähre bei Hirthals, sofern die Infektionszahlen dies zulassen !

Gegen 14:30 Uhr erreichten wir das Viersternehotel „Stadthotel Stern“, eine der letzten buchbaren Optionen für Spätentschlossene im Coronasommer 2020. Wir bezogen zunächst unsere Zimmer, Mathias parkte im Anschluss das Auto um, unser Hotelparkplatz war ausgebucht. Glücklicherweise stehen wir nun sogar günstiger als im Hotel.

Emily musste bitter lernen, dass sie nicht in alle Bereiche des Hotels darf, in unser Zimmer zum Beispiel nicht. Emily nächtigt bei der heiß geliebten Hundeoma, die ein paar Meter weiter, im Standardzimmer mit Hinterhofcharme residiert…..versnobte Bude, im Normalfall hätte ich mir sowas nicht gefallen lassen! Da wir aber recht kurzentschlossen gebucht hatten, mussten wir es nehmen wie es kommt.

Nach kurzer Erfischung entschlossen wir uns für einen Kreuz,-u. Quermarsch durch die Altstadt, ohne Blick in den Reiseführer. Dennoch kommen hier wenigstens ein paar Eckdaten.

Wismar liegt an der gleichnamigen Bucht und wir durch die Insel Poel von Wind und Wetter geschützt. Sie ist die sechsgrößte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns und Kreisstadt von Nordwestmecklenburg. Zur Zeit leben rd. 43.000 Einwohner in der, von der Unesco als Weltkulturerbe deklarierten Stadt. Wismar war Mitglied der Hanse und erlebte seine Blütezeit im späten Mittelalter. Nach dem dreißigjährigen Krieg kam Wismar von 1648-1803 unter schwedische Herrschaft, im Zweiten Weltkrieg wurde die Hansestadt schwer zerstört.

Wir liefen zunächst die Lübsche Straße hinunter, in der nicht nur unser Hotel lag, sondern auch die zentrale Einkaufsstraße von Wismar ist. Hier hatte Mathias bis 2011 geschäftliche Verbindungen, viele alte Erinnerungen und Geschichten wurden an diesem ersten Tag erzählt. Wir liefen weiter durch die Krämerstraße und hier sollte als Erstes Karstadt und die Apotheke Erwähnung finden.

Wer wusste, dass das Stammhaus von Karstadt in Wismar zu finden ist, der hebe die Hand!

Das Karstadt Stammhaus

Rudolph Karstadt war der Begründer des Karstadt Imperiums, eröffnete 1881 das erste Geschäft und wird sich vermutlich in seinem Grab wie ein Brummkreisel drehen, bei den heutigen Entwicklungen des Traditionsunternehmens. Wir fanden den Jugenstilbau von Karstadt ziemlich gelungen, erinnert er doch stark an andere Warenhäuser der Kette, man blieb sich also architektonisch treu. Bereits 1900 konnte Rudolph Karstadt 30 Warenhäuser sein eigen nennen, in den Zeiten der DDR befand sich ein Centrum Warenhaus in den Räumen des Stammhauses.

Ratsapptheke

Wir ließen den Marktplatz hinter der Ratsapotheke zunächst aus, unser Ziel war profaner…..der alte Hafen und ein Fischbrötchen aus der Seeperle sollten her.

Zunächst stießen wir aber auf eines der Wahrzeichen von Wismar, ein Haus an der Grube, welchen in keiner Fernsehproduktion zu Mecklenburg – Vorpommern ausgelassen wird. Das Gewölbe überspannt den künstlichen Wasserlauf Grube, welcher im 13. Jh. angelegt wurde.

Heute beherbergt der Fachwerkbau Ferienwohnungen in denen nettes Ambiente, allerdings auch Straßenlärm garantiert sind. Das Haus liegt im Stadteil Lohberg, hier findet man einige preislich überzogene Restauants in schönem Ambiente, seht selbst. Im alten Fachwerkspeicher wurde bereits 1452 Bier gebraut.

Bevor wir an ein Fischbrötchen kamen, musste aber zunächst das Wassertor und der alte Hafen von der Stadtseite bewundert werden. Meine Mama wollte unbedingt durchs Tor flanieren und alte Erinnerungen, gepaart mit „Soko Wismar“ Seriendüdelei auffrischen.

Das Wassertor von 1450

Das Wassertor ist das letzte erhaltene Stadttor und stand 1921 im Mittelpunkt der Dreharbeiten von Nosferatu.

Wir bewunderten die Auslagen der Fischkutter und waren erstaunt über die horrenden Restaurantpreise im gesamten Stadtgebiet. Die Norm liegt bei rd. 20€ für ein Essen im Restaurant….hoppla, da muss sich Niemand wundern, wenn es Alle ins Ausland zieht.

Die Seeperle war bereit 2011 unser kulinarischer Dreh,-u. Angelpunkt und nicht nur wir waren wieder begeistert, gesamt Wismar hielt sich gefühlt hier auf.

Nach der Stärkung liefen wir auf der Holzhafenseite entlang und bewunderten die Wismarer Skyline, die trotz Kriegsschäden noch immer einen schönen Einblick in die Altstadt eröffnet. Das Panorama ist toll, hier wurde nach 1989 geklotzt, nicht gekleckert. Ich habe mir ein paar alte Bilder vor 1990 angesehen, die Stadt war in einem erbärmlichen Zustand.

Zurück auf der „Stadtseite“ bewunderten wir den Wismarer Marktplatz mit Rathaus, Wasserkunst und „Alter Schwede“.

Rathaus

Das Rathaus wurde von dem Ludwigsluster Johann Georg Barca in den Jahren 1817-1819 erbaut, nachdem das gotische Rathaus 1807 eingestürzt war. Es existiert aber noch der alte Rathauskeller mit Kreuzgewölbe aus dem 13. Jh.

Der Marktplatz gehört mit rd. 10.000qm zu den größten Marktplätzen Deutschlands, um diesen Platz gruppieren sich noch einige historische Bauten. In 2011 wohnten wir im Steigenberger direkt am Platz, das Hotel gibt es nicht mehr…..nicht schade drum, unser Zimmer war damals nicht dolle.

Besonders schön ist der Brunnen, die sogenannte Wasserkunst. Das Gebäude gilt als Wahrzeichen der Stadt und wurde von 1579-1602 nach Plänen des Utrechter Baumeisters Phillip Brandin im Stil der niederländsichen Renaissance errichtet.

Wasserkunst, dahinter links der „Alte Schwede“

An der Ostseite des Marktplatzes steht eines der ältesten Häuser der Stadt. Die Backsteinfassade des 1380 errichteten Gebäudes gehört zu den wertvollsten und letzten Giebelhausfassaden von Wismar. Der Begriff „Alter Schweder“ kam erst viel später, als nämlich im 19 Jh. eine Gaststätte gleichen Namens in die Räumlichkeiten zog. Diese existiert heute noch und wollte uns nicht bewirten, denn nur Getränke an dieser Topadresse….das geht nun wirklich nicht!

Ein letzter Blick auf Wasserkunst und Alter Schweder

So profitierte der Italiener rund ums Eck, mit schöner Terasse und Garten. Erfrischt machten wir uns auf den Weg zum Schabbellhaus. Unterwegs stießen wir auf die Sektkellerei Weinberg und auf den Edeka Grosshandel.

Das Schabbellhaus liegt wieder an „der Grube“ und an der sogenannten „Schweinsbrücke“. Heinrich Schabbell war Wismars Bürgermeister und ließ von 1569-1571 den Gebäudekomplex von keinen Geringeren als dem Utrechter Brandin planen und bauen. Wir erinnern uns, der Phillipp war auch für die Wasserkunst verantwortlich. Heute zeigt sich ein Museum zur Stadtgeschichte in dem Haus der niederländischen Frührenaissance.

Der Abend schritt voran, uns quälte ein kleines Hungerchen und wir hatten die Vorstellung von etwas Authentischem….und wurden fündig! Gegenüber der St. Nikolaikirche (1381-1487, als Kirche der Seefahrer errichtet) liegt die Kneipe Nikolaiblick. Sie war sehr gut besucht und so vertrieben wir uns die Wartezeit mit dem Blick auf Nikolai und dem Friedhof drumherum, der Name war quasi Programm. Die Kirche ist sooo riesig und so eingebaut, dass ein ordentliches Foto sehr schwerfiel.

Grabsteine auf dem Kirchhof von St. Nikolai, links der Lauf der Grube
Warten auf der Grube

Unsere Wahl war für den ersten Abend goldrichtig, es gab eine gute deftige Souljanka und ein kaltes Bier. Die Kneipe hatte auch eine tolle Inneneinrichtung, wir blieben bei dem schönen Wetter aber lieber draußen.

Nach einem kurzen Marsch an der Grube entlang ging es schleunigst zurück ins Hotel. Wir waren doch ziemlich geschafft von der Anreise und den ersten Eindrücken. Auch die Nachttemperaturen ließen ein wenig zu wünschen übrig, ohne Jacke wurde es etwas kalt.

Nach einem Schlummerwhiskey und Schlager bei RBB verzogen wir uns in unsere viel zu weichen Betten. Emily zog mit der Hundeoma von dannen, uns würdigte sie nicht eines Blickes…..

Deutschland 2016, I: Hamburg

Hamburg, das Tor zur Welt. Eine Stadt die uns Berliner mehr als nur ein müdes Lächeln abverlangt, schließlich behaupten ja die Spreeathener eher mit tiefer Inbrunst „ das ist das einzige Kaff, in dem man nach Berlin noch leben könnte“ und auch ich, als echte, gebürtige Berliner Pflanze muss immer wieder sagen….Hamburg is it! Hier könnte ich sein!

Bislang kannte ich diese schöne Stadt an Elbe und Alster immer nur von der Durchfahrt, Richtung Nordsee. Alsterbecken, na klar- schon gesehen, den Hauptbahnhof schon hassen gelernt…wie alle Bahnhöfe eben. Ich hatte auch mal japanisches Sightseeing gemacht- gesamt HH in vier Stunden, aber so richtig ein paar Tage in dieser Stadt verbracht, hatte ich nie.

Dieses Jahr am ersten Juniwochenende war es dann soweit. Süddeutschland versank in Regenfluten, Hochwasser und Tornados- der Norden schwitzte in vorsommerlicher Hitze. Ich kann jetzt, ohne zu lügen behaupten, dass ich mal einen Sommer in HH verbracht habe! Die Stadt stand vor Hitze und das sage und schreibe ganze drei Tage lang! Wer kann von sich sagen, morgens um 6:00 Uhr im T-Shirt auf dem Fischmarkt gewesen zu sein und zu schwitzen?!

Also das erste Fazit, welches gezogen werden darf, die Auswahl des Reisedatums war schon mal ein Volltreffer.

1.Tag Anreise:

Ich bin kein Fan von Anreisen am Freitag, die Autobahn ist voll und man ist vom Arbeitstag eh schon kaputt. Wir kamen aber super durch und konnten um kurz nach 16:00 Uhr unser hundefreundliches Hotel in Norderstedt (ja richtig gelesen, nicht Hamburg) beziehen. Der Friesenhof, den ich allen Wauzibesitzern ans Herz legen möchte, ist ein grundsolides Dreisternehotel mit allem SchnickSchnack inkl. einem super Frühstücksbuffet.

Emily, reisefertig
Emily, reisefertig

Unsere Emily wurde mit folgenden Worten begrüßt „ Puppi, hier bist Du richtig“ Und so war es auch, unsere kleine, fidele Westiehündin fühlte sich sichtlich wohl. Es gibt einen Garten im hinteren Bereich des Hotels, wo sie rumtoben konnte und Kumpel Aran, der Dobermann, der sich rührend um das kleine Fellmädchen kümmerte.

Da unser Hotel in Laufdistanz zur nächsten U-Bahnstation/ Hochbahn ( Ochenzoll) lag, waren wir in rd. 30 min. am Jungfernstieg und nach zwei weitere Stationen mit einer anderen Linie, direkt an den Landungsbrücken in St. Pauli. Geschuldet der Hitze und der Faulheit nach der Anreise, genossen wir das eine oder andere Alsterwasser in den Kneipen an den Landungsbrücken und bewunderten die Renovierungsarbeiten an der Queen Mary II die genau gegenüber zur Zeit im Dock liegt.

Queen Mary II im Dock

Abendstimmung, Blick auf die Elbphilharmonie

Wir bummelten in den frühen Abendstunden zum „Michel“ dem evangelischen Wahrzeichen der Stadt. Eine schöne Kirche, mit interessanter, architektonischer Note….mir gefiel vor Allem die außergewöhnliche Empore.

Gesamt Hamburg war auf den Beinen und wir hatten tatsächlich Schwierigkeiten trotz der Zusammenrottungen an portugiesischen und italienischen Restaurants ein Plätzchen zu finden- und das dann auch noch draußen, an einem Freitag kaum machbar. Für uns Berliner nicht vorstellbar, dass es Straßen gibt, in denen die Präsenz von Restaurants sich auf zwei Essenstilrichtungen beschränkt. Das würde bei uns die totale Pleite und eine schon mit Vorsatz geplante Insolvenz bedeuten. In Hamburg funktioniert das alte Gesetz „ Konkurrenz belebt das Geschäft“ vorzüglich.

Und kulinarisch gesehen war unser Portugiese  ein echter Glücksgriff, die Fischsuppe so wertvoll wie Goldstaub. Man war die lecker……

Ziemlich geschafft landeten wir nach unseren ersten Eindrücken im Hotel und fielen im weichen Bett in den sofortigen Schlummer.

2. Tag, Samstag :

Die Sonne lachte, das Frühstücksbuffet war für alle Foodies, egal ob Veganer, Flexitarier, Vegetarier oder Otto Normalos super, gut gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Landungsbrücken.

Angesagt war eine Hafenrundfahrt…..unser erstes Ticket umfasste eine Barkassenrundfahrt, vermutlich mit Speicherstadt. Da aber keine Plätze mehr draußen vorhanden waren, entschlossen wir uns das Ticket zurückzugeben und mit einem der größeren Schiffe den Containerhafen zu besichtigen. Der Ticketverkäufer verstand sofort, wir schoben die Rückgabe der Tickets auf die Emily und der gute Mann beäugte unseren ungezogenen Junghund mit den Worten „ is ja auch kein Seehund, nee “

Also rauf aufs große Boot, Emily hatte dort viele Spielkameradinnen, gefühlt jedes Kind wollte mit dem Hund kuscheln, und wir genossen unsere Ruhe.

Die Hafenrundfahrt war sehr interessant, hätte nie gedacht, dass mich Containerschiffe begeistern können.

Ein Relikt aus dem 2. Weltkrieg

Allerdings muss ich gestehen, ich habe mir nicht so viel gemerkt, weder zu den Schiffen noch zu den Aussagen bzgl. des Ufers von St. Pauli ….lediglich folgende Aussagen möchte ich kundtun, die übrigens auch auf Waren von Gucci, Chanel oder Dolce & Gabbana zutreffen:

· Der Liegeplatz in Hamburg ist arschteuer!

· Ein Containerschiff ist arschteuer!

· Wohnen in Hamburg, vor Allem am Strand von Altona oder auch in einer Speicherwohnung, ja selbst im Altersheim ist arschteuer!

Wir fuhren auch an der Aida Prima vorbei und bei mir wurden, zum allerersten Mal, Kreuzfahrtwünsche wach- wobei mich dieser Riesenpott eher abtörnen würde…..aber so durch die Karibik von einer arschteuren Insel zur nächsten und auf diesen Inselchen schnorcheln und mit einem eigenen Mietwagen die Sehenswürdigkeiten abklappern? Warum eigentlich nicht…..muss ich doch direkt mal das www befragen.

Nach unseren Eindrücken vom Hamburger Hafen mussten wir uns erstmal wieder mit Alsterwasser und der famosen Seafood Suppe stärken, bevor es Richtung Chilehaus, Jungfernstieg und Alsterbecken ging.

Chilehaus

Die Sonne gab Alles und wir verdudelten den Nachmittag mit starrem Blick aufs Alsterbecken.

Abends zog es uns zur „geilen Meile“ auf die Reeperbahn. Mein mir angetrauter Ehemann ließ sich natürlich auch nicht die Herbertgasse entgehen, seine zwei Mädels warteten geduldig davor!

Über Davidswache und spitzem Eck landeten wir dann wieder an den Landungsbrücken und versuchten uns in Gruppenkaraoke mit vollem Fischbrötchenmund.

Blick von den Landungsbrücken zur Elbphilharmonie

Ein sehr lustiger Abend kündigte sich an, der nur noch durch unseren Bummel durch die große Freiheit getoppt wurde. Wie die dort ansässige Kirchengemeinde schon laut verkündete „ es gibt nichts, mit was Jesus nicht fertig wird“ …..ob damit der Anblick von Olivia Jones gemeint war, bleibt offen….die „Dame“ mit pinkem Haar machte in jedem Fall was her.

Gegen 0:00 Uhr waren wir total geschafft und  Emily hatte  wunde Pfötchen….für ein paar wenige Stunden legten wir uns ins wohlverdiente Bett

3. Tag, Sonntag :

Fischmarkt, heißt…früh aufstehen. Was ist früh? In unserem Falle 05:00 Uhr und pünktliches Erscheinen war gesichert. Der Hund schaute uns vollkommen entgeistert an, als wir uns des nächstens wieder in die Klamotten schmissen.

Die Suche nach nem Parkplatz wurde  zügig unterbrochen und das fußläufige Parkhaus genommen…kann ich nur empfehlen. Der Markt selbst…naja, ein Tourimarkt eben. Angezeckt hat mich nur der schon geschälte Spargel, das Kilo für 3€. Da wurde ich schwach und unser Abendessen am selben Tag war gesichert.

Das Fischbrötchen war nicht besser, als in der Innenstadt, von den Blumen ließen wir die Finger. Alles in Allem waren wir binnen einer Stunde durch und genossen im Anschluss unser Frühstück im Hotel.

Den Vormittag verbrachten wir in der Speicherstadt, die mich immer wieder umhaut.

So viele tolle Fotomotive und mein Lieblingsort, neben dem Deligeschäft „Mutterland“ in HH => die Kaffeerösterei neben dem Dungeon !!!! Wir sackten mehrere Päckchen Kaffee aus Panama ( Urlaubsziel im nächsten Jahr) und Guatemala ( meine heimliche Liebe) ein und planten während eines entspannten Cappuchinos vor Ort den nächsten Hamburgtrip. Die Miniaturwelten und der Dungeon wollen in der schlechten Jahreszeit besucht werden. Meine Meinung, Hamburg geht immer !