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Italien 2022, III: Seiseralm

Die Seiseralm, ein Paradies für Wanderer, ambitionierte Sportler, Hobby,- u. Profifotografen sowie für Nutztiere wie Kühe, Schafe, Pferde und ja Alpaka!

Während wir 2020 im herbstlichen Nebel auf dem Plateau unseren Weg zu den Hexenbänken suchten, 2021 aufgrund von schlechter Wetterlage die Alm, Alm sein ließen, war es nun in 2022 Zeit für ein wenig touristischen Wanderzirkus.

Wir standen um 7:00 Uhr auf, aufgrund der laschen Mägen vom Vorabend, verbunden mit zehn Stunden Schlaf sprangen wir förmlich aus den Federn. Nach einer schnellen Runde Kaffee aus dem Emaillepott machten wir uns auf den Weg und fuhren nach Seis am Schlern. Der Himmel war knatschblau, ein strahlender Tag kündigte sich an…schade, ein paar Schäfchenwolken hätte ich gerne mitgenommen, die sind fotogen die Dinger.

An der Seiseralmbahn ließ sich der Wahnsinn für den heutigen Tag vorahnen…..es war voll, diesmal saßen wir nicht alleine in der Gondel. Emily durfte aber, mit Einverständnis aller Mitreisenden, ihren Maulkorb abnehmen. Ein Umstand, den unser Hund so leidlich begrüßte…..sie hasst das Ding.

In Compatsch angekommen, nahmen wir freudig den großartig in Szene gesetzte Schlern mit Santnerspitze zur Kenntnis und suchten uns im Anschluss einen tollen Frühstücksspot, so schön man kann es kaum glauben.

Die kleine Bank am rechten Bildrand, neben dem Herz, war unser Begehr

Nach einer ausgiebigen Rast, wir hatten es wahrlich nicht eilig, lernte unsere Püppi rutschen….eine Freizzeitbeschäftigung, die ähnlich hoch angesiedelt sein wird , wie ihre Freundschaft zu Katzen….quasi unterirdisch und nicht ausgeprägt vorhanden!

Wir machten uns auf den Weg zur Adler Mountain Lodge, da diese den besten, ja den allerbesten Blick auf Langkofel, Plattkofel, Sellastock, Seceda, Geislerspitzen, Col Reiser usw. versprach ! Kommt Euch bekannt vor? Ich erinnere an meinen Bericht aus 2021, Seceda und Grödner Joch.

Wir tapsten munter den Hauptweg ab Compatsch entlang, mit uns gefühlt Hunderte Gleichgesinnter. Interessanterweise waren viele Chinesen unterwegs, wie linientreue Bürger an der vorhandenen Grenzschließung vorbeigekommen sind, ist schon erstaunlich. Diese düsten vor Allem auf eBikes über die Alm.

Die Seiseralm ist in Teilen wenig beschaulich, da der Tourirummel, die Bewirtschaftung Europas höchster und größter Hochalm sowie intensive Bauaktivitäten kaum Romantik aufkommen lassen. Hinzu kommt ein reger Verkehr, inklusive Busverbindungen, bei denen die deutsche Provinz neidisch werden würde. Außerdem muss man sich die Alm wahrlich erlaufen, spektakuläre Ausblicke sind erst möglich, wenn man Compatsch und den Hotelzirkus verlassen hat.

Blick von Compatsch gen Langkofel, Plattkofel ( beide rechts) und den Geislerspitzen, quasi verdeckt. Geradezu die Seceda, rechts davon der Sellastock, wenig spektakulär die Aussicht.
Schlern mit der Santnerspitze
Man kann auch eine Kutschfahrt machen, rechts sieht man die Geislerspitzen
Die Wanderautobahn, wir nähern uns dem Langkofel
Erstmalig erblickt man Col Raiser und dahinter die Geislerspitzen und die Seceda, rechts gerade noch im Bild der Sellastock
Herbstzeitlose,, keine Krokusse

Als Adler Mountain Lodge wurde eine satte Stunde angegeben, ehrlich…wir waren 2:20 Std. unterwegs! Das lag natürlich an den Ahs und Ohs auf dem Weg und den vielen, vielen Bildchen.

Der Blick wurde besser

Emily trabte brav mit, sie freute sich in den Bergen zu sein. Der Ausblick auf Langkofel und Co wurde immer besser und ab der Adlerlodge tatsächlich spektakulär

Wir suchten das Wasserbassin an der Lodge und wurden enttäuscht. Keine Spiegelung der zwei Kofels, zu wenig Wasser. Dafür wurden wir mit einem grandiosen Kaiserschmarrn ( vermutlich der Beste, den wir jemals gegessen haben) für die Wanderung belohnt.

nette Lodge

Da wir auf einen langen Rückweg eingestellt waren, nahmen wir uns an der Lodge nicht so lange Zeit, die Uhr machte TickTack, es war fast 14:00 Uhr, als wir uns wieder auf den Weg machten, Instinktiv wählten wir einen Parallelpfad den man getrost als Shortcut bezeichnen kann.

Dieser Shortcut brachte zwei Erkenntnisse: Ein Wasserloch kann auch ein Schlammloch sein und wir sparten am Ende rund eine Stunde Wanderung ein.

Unser Hund war übrigens sauglücklich, zumindest so lange, bis sie eine Wasserfalldusche erleben durfte, Alle Mitwanderer um uns herum lachten sich schlapp, man sah die Maus herrlich aus!

Das gewonnene Zeitfenster wurde in ein Radler umgesetzt, anschließend gings mit der Kabinenbahn wieder nach Seis am Schlern. Emily schäkerte mit einem Herrn in der Gondel, als wir den Spruch losließen “ wann hat Sie eine Frau das letzte Mal so angehimmelt“ wurde der alte Zausel doch direkt verlegen und der Lacher in der Gondel war unser….jut jemacht Mausi.

Kurze Zeit später gabs noch nen Kirchblick mit dem Schlern im Hintergrund und in Seis besuchten wir einen Spar mit drei enthusiastischen Müttern der Z Generation und ca. acht durchgedrehten Kindern…..Gott sei Dank einheimische Gören, Touris wären mir peinlich gewesen.

Zurück in St. Josef gings schnurstraks unter die Dusche und an den Herd.

Spaghetti mit Pesto, Kirschtomaten und Garnelen, lecker wars.

Wir fielen wieder gegen 21:00 Uhr ins Bett, die Dunkelheit und die rd. 13-14 Grad lassen abends nur bedingt Atmosphäre aufkommen. Des Weiteren plagten uns ein paar kleinere Blessuren, man ist keine 20 mehr und eine fünfstündige Wanderung steckt man nicht mehr so eben weg :0)! Auch der Wauzi war dankbar, sie kugelte sich zusammen und ward nicht mehr gesehen.

Der 13.09.2022 ist schnell erzählt, Wir verschlumpften auf dem Campingplatz, letztmalig zeigten die Temperaturen nochmal 27 Grad am Nachmittag an, dies wollte genutzt werden. Die Wetterlage verändert sich entscheidend in den nächsten Tagen, viel Regen und Temperaturen um die 14 Grad werden uns die Abreise gen Süden einfach machen.

ausgiebiges Frühstück

Gegen 11:00 Uhr bekamen wir Besuch auf unserem Stellplatz, Freunde unserer Freundin Annegret kamen auf einen Abschiedstrunk vorbei. Durch Zufall hatten wir mitbekommen, dass wir auf dem gleichen CP campen. Letztmalig 2018 auf dem 60. von Annegret gesehen, verklönten wir mit Jürgen und Angelika den späten Vormittag.

Mathias ging im Anschluss Kanu fahren und ich pflegte Blog und Fotos.

Gegen Nachmittag gab es die Spaghettireste vom Vortag und abends fuhren wir nach Kaltern und gingen im Kalterer Hof essen. Die ersten Knödel lagen auf dem Teller, unter dem Tisch wurden wir von den ersten Mücken in diesem Urlaub zerstochen……mehr Feuchtigkeit in der Luft!

Mittagsreste
Kalternimpressionen

Wir verkrochen uns wieder gegen 21:30 Uhr in die Wohnhöhle und schauten uns den Film über die Flutung von Graun und Reschen an, ein Filmproduktion die berührt. Die Orte kommen, aus verschiedensten Gründen imer noch nicht zur Ruhe, immerhin ist mittlerweile eine Gewinnbeteiligung am See durchgesetzt worden. Was aber die wenig noch Lebenden weiterhin berührt, ist die Tatsache, dass der See jedes Jahr über Monate hinweg trocken war und immer der Blick auf die Fundamente, Keller und dem exhumierten Friedhof möglich war. Deshalb wurde der See im See geschaffen, der nun sicherstellt, das eine Trockenlegung nicht mehr möglich ist.

Italien 2021, IV: Ultental, Seceda, Val Gardena, Grödner & Sella Joch, Strada di Dolomites

Zwei spannende Tage liegen hinter uns , wobei das Ultental eher wieder so ein Ausweichprgramm aufgrund der Wetterlage, gewesen ist. Bergfex zeigte auch für unsere letzten Tage nichts Gutes an und die Aussicht auf Berge, hohe Berge schwand von Tag zu Tag, Wie heißt es so schön bei Asterix u. Obelix: „ Wie fanden Sie die Schweiz?“ „ Flach, einfach nur flach“…so ähnlich kam uns Südtirol vor. Die Seiseralm hatten wir bereits von der To- Do Liste gestrichen, diese hatten wir in 2020 bei schlechtem Wetter erlebt, das nächste Mal will ich blauen Himmel und Schäfchenwolken.

Da im Meraner Land Regen meistens nicht fällt, fuhren wir über Eppan und Lana in das Ultental, genauer gesagt nach Sankt Pankraz. Im gesamten Tal stehen noch wunderschöne alte Holzhäuser, die man im Rahmen einer ca. 11 km langen Wanderung erleben kann. Aufgrund der Wetterlage verzichteten wir auf die Wanderung (11km sind auch äußerste Grenze für den Wauz) und nahmen nur das „ Häuserl am Stein“ mit. Die Geschichte des Hauses ist ganz nüchtern erzählt. Im Jahr 1882 riss das Hochwasser der Falschauer Alles mit sich mit, das Häuserl ist auf dem Stein „ hängen“ geblieben. Leider ist das Gebiet mittlerweile großräumig umzäunt, vermutlich um die Hütten vor Vandalen zu schützen. Wir bewunderten dennoch das Häuschen und noch einige mehr im Rahmen unserer Wanderung nach Sankt Pankraz. Den Wagen ließen wir an der Falschauer stehen, Hochwasser war trotz Schneeschmelze nicht zu erwarten.

traumhafte Hütten!
fast davon geschwommen
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Auch die Nachbarschaft war recht ansehnlich:

In Sankt Pankraz lernten wir eine südtiroler ( italienische?) Besonderheit kennen. In den Tälern übernehmen die Gasthäuser die mittägliche Versorgung der hart arbeitenden Handwerker und Bauarbeiter….für uns bedeutete dies, dass wir auf einen sehr spröden Wirtinnencharme stießen ( die am Ende aber die beste Speckknödelsuppe) zauberte und ein absoluter Testosteronüberschuss im Weißen Rössl vorherrschte. Bestimmt sechs Firmen ca. 100 Essen wurden dort über die Mittagszeit durchgezogen, Respekt!

Sankt Pankraz gibt ansonsten nicht so viel her, lediglich die Aussicht kann noch bemerkt werden.

Viele Kinder wurden in St. Pankraz geboren, Klapperstörche überall

Pünktlich am Nachmittag fing es selbst im Meraner Land an zu regnen, schnell fuhren wir zurück in die Weinstraße und besuchten Mendl Speck in Neumarkt.

Der Nachmittag ist schnell erzählt, Mathias bereitete eine Brotzeit mit Kaminwurzen, Mendelspeck und Bergkäse zurecht und sprang im Anschluss in den See. Ich wollte auch schwimmen, ehrlich….und hab ab den Hüften aufgegeben. Mir ist der See noch zu kalt.

Dafür hielt sich das Wetter….wir verlebten einen wunderschönen Nachmittag auf der Terasse der Cantina von Tramin und kosteten uns durch die Weine durch! Mit Blick ins Tal bleibt nur eins festzuhalten, Tramin und Kaltern sind tolle Ecken auf der Landkarte. Mit etlichen Kisten mehr ( mein runder Geburtstag naht) verließen wir das tolle Etablissement und fuhren in den Ort hinein.

In Tramin überfielen wir noch Coop und kauften für die nächsten Tage ein und dann hielt auch das Wetter sein Versprechen. Pünktlich mit dem ersten Bier im Pernhof fing es an zu regnen….gut das wir unter der Markise hockten.

Eigentlich wollten wir uns am 10.6.21 an der Seceda versuchen, mit Blick in Bergfex.it schmiss ich Mann und Hund um 7:20 am 09.06.21 aus der Kuschiheia…..wenn nicht an diesem Tag, dann gar nicht mehr in diesem Urlaub! Espresso und Aufbackbrötchen aus der Hand und um kurz vor 9:00 Uhr saßen wir im Auto.

Die Brennerautobahn war voll, die LKW blockierten komplett die rechte Spur, Stau Richtung Austria. Wir bogen am Abzweig Val Gardena von der Alpenrennstrecke ab und Erinnerungen kamen hoch. Meine Mama und Klaus waren in den70er Jahren oft zum Skifahren in St. Christina und auch ich stand hier 1997 unterhalb des Langkofels mal auf den Brettern.

Wir parkten in St. Ulrich ( Ortisei) den Wagen ins Parkhaus ein und bemerkten bereits empfindlich die Temperaturunterschiede, 12 Grad im Tal.

Rauf auf die Seceda ist ein teurer Spaß, wir zahlten 75€ inkl. Hund und Retourticket, da muss das Wetter schon stimmen! Gut, dass es für uns an diesem Tag so einigermaßen passte. Übrigens, wer sich über das zum Teil sehr knatschige „grün“ der Wiesen wundert oder gewundert hat…..das sieht hier echt so aus. Ich hab aus fast allen Fotos schon die Sättigung genommen, da der Kontrast von Tal ,- zu Bergbilder echt krass ist. Oben dominiert noch braun/grau und dreckschneeweiß und im Tal das satteste grün, so unnatürlich grell in der Farbgebung …echt Wahnsinn.

Mit der ersten Gondelbahn ging es zur Zwischenstation nach Furnes. Dort wechselten wir in eine Gruppengondel, die wir für uns allein hatten.

Wir bewunderten aus dem Lift die Seiseralm, auf die wir einen ziemlich guten Blick hatten.

Angekommen auf der Seceda atmeten wir erstmal auf, kein Regen die Berge waren sichtbar,,,,,wenn auch nicht traumhaft schön! Zunächst blickten wir gen Langkofel ( Sasso Lungo, 3182m und Col Raiser 2106m , die Berge gaben Ihr Bestes und wollten sich durch den Wolkennebel drücken.

Die Aussicht war schon mal besser als auf der Seiseralm vor acht Monaten, die ja ebenfalls auf den Langkofel blickt.

Wir widmeten uns dann aber der Seceda, die zur Geislergruppe gehört. Als Seceda bezeichnet man die gesamte Alm, die berühmten Spitzen an der Abbruchkante haben alle eigene Namen. Wir genossen den Gesamtblick, liefen dann zur Panascharte und kraxelten zum Gipfelkreuz Aufeinmal trafen wir übrigens auf Chinesen, wie diese es nach Europa geschafft haben ( zur Zeit gilt Ausreiseverbot aus China) ist uns ein Rätsel, aber sie waren da und verunzierten mit ihren lilafarbenen Jacken die Szenerie. Von den „Gipfeln“ der Seceda sahen wir nur Pitla Fermeda 2640 m u. Gran Fermeda 2873m. Die Mittagsscharte (2597m) ließ sich erst blicken, als wir auf dem Rückweg waren. Das Bild dazu ist grottenschlecht, weil es gleichzeitig geregnet und gehagelt hat.

So, nun kommt die geballte Ladung Seceda ( nicht nach Aufnahmezeit sortiert) aus allen Winkeln:

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Ein traumhafter Blick vom Gipfelkreuz auf St. Christina, Langkofel, Col Raiser und das Langenfal

Auf dem Rückweg mussten wir doch ein wenig kraxeln und insbesondere der Schlamm machte uns ein wenig kirre….wie hatten keine Lust darin zu baden. Neben den Bergen kamen nun auch die Blumen zu ihrem Recht. Es blühten gerade die Krokusse und Enzian in rauhen Mengen.

Wir hatten mächtig Hunger und kehrten in die Bergbahnhütte ein. Dort ließen wir uns Wienerschnitzel u. Kaiserschmarren schmecken und beobachteten den Hagel der am 09.06.21 auf uns niederprasselte….und dann war aufeinmal die Seceda mit allen Spitzen der Geislergruppe frei.

Mit diesem schnellen „Beweisfoto“ zogen wir es vor, wieder ins Tal zu fahren. Wir froren und wollten von unten die Lage checken….Grödnerjoch ja oder nein?

Mein Wunsch mal kurz durch St. Christina zu fahren wurde erhört und als die Berge des Gadertal/Alta Badia zum Vorschein kamen, fuhren wir einfach weiter auf das Joch zu. Wir fuhren quasi dem schlechten Wetter davon und genossen die Fahrt zum Grödner Joch/ Passo Gardena 2121m von wo man einen super Blick auf den Sellastock, Langkofel, Cirsspitzen, Geislergruppe und ins Gadertal/Alta Badia genießen kann.

Sellastock/ Sellagruppe mit Piz Boé 3157m
Cirsspitzen
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Geislergruppe

Und weil es soooo schon war, nochmal alle Massive vom Grödner Joch von vorne:

Kirchlein mit Sellastock

Wer sich wundert, dass die Fotos zum Teil aussehen, als ob sie zu unterschiedlichen Tageszeiten aufgenommen wurden, dem sei gesagt…..es lagen zum Teil nur Minuten aber komplett unterschiedliche Lichtverhältnisse vor…..außerdem waren fünf Kameras ( inkl. zwei Handys im Einsatz).

Da der Blick ins Gadertal/ Alta Badia ( Colfosco) noch soooo schön war, fuhren wir weiter zum Sellajoch.

Das Sellajoch ist 2218m hoch und wird von der Langkofelgruppe geprägt.

Wir fuhren bis Colfusco, mussten dann leider einsehen, dass wir nicht bis Bozen bzw. Kaltern durchkommen würden, Also ging es übers Grödner Joch, Val di Fassa, Val di Funes, Val di Fiemme die Dolomitenstraße zurück. Wir wählten diesmal aber den direkten Weg und fuhren z.B durch Moena ( ein Nest welches ich beim nächsten Mal auf jeden Fall besuchen möchte.

Diesmal sahen wir Berge, auch wenn wir die Pässe ausließen, Einen Blick auf den Rosengarten/ Latemar zum Abschluss, das Licht wurde im Verlauf des Abends nen bissel armselig.

Auf dem Campingplatz freute sich die Paula über unsere Heimkehr.

Ich kochte ein paar schnelle Nudeln mit Tomatensoße, im Anschluss fielen wir einfach nur noch in unser Bett. Der Tag hatte uns geschafft…..

Italien 2020, XII: Tramin, Kaltern, Seiser Alm

Der nächste Tag brach um 7:00 Uhr mit den Läuten der Glocken des wohl in Italien erfolgreichsten Unternehmen an, bimmelbammel, bimmelbammel…..so eine Dorfkirche in Reichweite ist hübsch, morgens um 7:00 Uhr nur nervig.

Auch der Blick auf die schöne „Sonnenterasse“ brachte keine Erleichterung, es hatte schwer geregnet, die Berge waren quasi im Nebel verschwunden, nur die morgendlichen Temperaturen waren mit 16 Grad als mild zu bezeichnen.

Nun denn, wir waren innerlich ja darauf vorbereitet gewesen und machten zunächst gelassen Frühstück. Unser Ausflug zur Seiseralm stand ja von Vornherein auf wackeligen Wetterfüssen und somit vertagten wir dieses Unternehmen auf den nächsten Tag. 

Nach dem Frühstück zog es aufeinmal auf und die Sonne zeigte sich, so dass wir schnell unsere Sachen packten und zum Kalterer See fuhren. Dort parkten wir an der Seeperle, fanden unterwegs noch zwei Campingplätze, die uns wohl irgendwann mal, auf dem Weg nach Süditalien, beherbergen dürfen.

Der Kalterer See ist lediglich 1,8km lang und 900 m breit und auch seine Tiefe liegt gerade mal bei 5,8m. Dafür ist er mit 28 Grad Wassertemperatur im Sommer auch der wärmste Badesee Europas.

Am See wurde es direkt sommerlich und wir freuten uns wie die Schneekönige.

Auch ohne Wanderschuhe starteten wir die dreistündige Seeumrundung, die wir allerdings nach 40 Minuten unterbrechen mussten, da die Parkuhr ablief.

Wir bewunderten die Obstplantagen, für die Kaltern berühmt ist. Selbstverständlich blieben aber alle Äpfel dort hängen wo sie hingehören….Andere klauten fleißig, eine widerliche Unsitte.

Nach einem Holundersaft in der Seeperle fuhren wir zurück nach Tramin, schnappten uns die Wanderschuhe und begaben uns auf den Gewürztraminer Wanderweg.

Hierbei handelt es sich um einen mittelschweren Wanderweg durch die Weinstöcke des Gewürztraminers, mit geistigem Input.

Eigentlich war der Weg Pippifax, doch durch zwei miese Anstiege kamen wir doch richtig ins Schwitzen…..Emily krauchte ebenfalls mehr oder weniger enthusiastisch mit uns mit. Klettern tut ein Westie gerne, einfach nur Anstiege findet sie doof.

Wir waren allerdings mit dem Rundweg mehr als zufrieden, hatten wir doch ein paar schöne Ausblicke genossen. Die Freude war mehr als groß, das sich das Wetter noch einigermaßen hielt.

Wir schlürften einen Kaffee in unserer Unterkuft, duschten und fuhren zu Tramin-Cantina. Unser Ziel waren nicht nur einige Flaschen von dem guten Gesöff, wir wollten auch eine kleine Weinprobe mitnehmen.

In der Cantina kann man nicht nur guten Wein kaufen, die Möglichkeit sich durch alle Weine durchzukosten und pro Probe zw. 0,50€- 1€ zu zahlen ist eine geniale Option am späten Nachmittag.

Wir versuchten drei verschieden Weißweine und kamen gut angedüdelt im Pernhof an. Diesmal entschieden wir uns Alle für Klöße mit Pfifferlingen plus Suppe. 

Den Abend ließen wir wieder mit „ Hund ärgere Dich nicht“ ausklingen, diesmal mit der Sonderregel, dass Emily per Hundedropsies mitlief und bei jedem Rauswurf ein Leckerli bekam. Selten haben ich einen Hund erlebt, der aufmerksamer versuchte ein Brettspiel zu begreifen. Leider scheiterte sie nach rd. 30 Minuten und wir weckten sie nach jedem Rauswurf mit einem Hundedrops, es muss ihr wie der Himmel auf Erden vorgekommen sein. Emily wurde übrigens Zweite bei dieser Partie!

Auch an unserem letzten Urlaubstag zeigte sich der Himmel verhangen, die Wetter App gab uns aber zu verstehen, dass es auf der Seiseralm erst ab Nachmittag regnen würde.

Also fuhren wir die rd. 60km nach Seis am Schlern und fuhren mit der Seiseralmbahn auf Europs größte Hochalm (56qkm).

Ich war 1997 während eines Skiurlaubs mal auf der Seiseralm gewesen und war gespannt, wie die Alm ohne Schnee aussieht. Wer glaubt, dass es sich hierbei um einen einzigen großen Bauernhof handelt, der liegt komplett falsch. Mehrere Höfe, Hotels und Hütten stehen auf der Seiseralm und das  Plateau ist auch nicht flach, es gibt mehrere Liftanlagen die sommers wie winters die Besucher noch höher bringen. Auch die höheren Lagen gehören zur Seiser Alm.

Emily musste ab der Bergstation und in der Gondel Maulkorb tragen, ein Umstand der ihr zu schaffen machte…..schon mal einen traurigen Westie gesehen? 

Die Fahrt kostet übrigens 18€/ return, Parkplätze sind für umme.

Auf der Seiser Alm war es zwar trocken, die Wolken gaben aber keinen, nicht einen einzigen Blick auf die Dreitausender um uns herum frei….nichts mit Langkofel und Co.

Wir waren trotzdem happy und liefen ein wenig auf der Alm herum, bis wir uns entschlossen den Lift nach Pufflatsch zu nehmen und noch höher auf die Alm zu kommen. Mit diesem Lift überbrückten wir nochmal 400 Höhenmeter und entschlossen uns dann für eine Wanderung zur Arnikahütte um dann zu den Hexenbänken weiter zu laufen.

Auch ohne Ausblick auf die Berge ( An den Hexenbänken hätte man ins Grödnertal gucken können) genossen wir die Wanderung. Es war noch einiges an Vieh auf der Alm, der Abtrieb war noch nicht vollumfänglich abgeschlossen.

In der Arnikahütte gab es neben einem Holundersaft noch Knödeltris ( Spinat/ rote Bete/ Käseknödel) mit Butter, Salbei und Parmesan….ein Gedicht!

Der Blick in das Grödnertal wird überbewertet:

Die Hexenbänke waren steiniger zu begehen und machten wirklich Spaß, der Hund lief eifrig mit.

Gegen 14:30 fuhren wir wieder mit der Bahn aufs Seiseralm Plateau und schlenderten dort ein wenig herum. Der Langkofel versuchte sich durch die Wolken zu schieben und scheiterte kläglich.

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Mathias hatte Spaß am Hexenstein, einem Findling auf den er als Kind mal geklettert ist und der an dieser Stelle seit rd. 15.000 Jahren liegt. Mit dem Rückzuck der Gletscher wurde der Tschonstoan (ladinisch) von seinem eigentlichen Platz wegtransportiert. Bereits in der Steinzeit wurden am Hexenstein die oft Tage dauernden Jagden rituell begonnen, der Stein als Versammlungsort genutzt.

Auf der Alm werden neben Kühen auch Alpakas, Pferde und Esel gehalten. Insbesondere an den Alpakas und den Eseln hatte unser Hund Spass.

Gegen 16:30 Uhr waren wir wieder im Tal, es hatte auch auf der Alm angefangen zu regnen und hörte im Verlauf des Spätnachmittags auch nicht mehr auf zu plattern.

Auf dem Rückweg nach Tramin verfuhren wir uns und wären beinahe in Österreich gelandet, statt der Abfahrt Modena/ Bozen nahm Mathias die Richtung zum Brenner….upps…Gott sei Dank kamen wir in Klausen nochmal runter  und konnten wenden.

Wir fuhren über Kaltern zurück nach Tramin. Kaltern ist größer als Tramin und wirkte auf uns noch viel voller. Allerdings nahmen wir uns keine Zeit für den Ort, Mathias besorgte lediglich ein paar Flaschen Vino und weiter gings zu unserer Cantina.

Diesmal nahmen wir uns die Rotweine als Probe vor und verließen wieder mit ein paar Flaschen Lagrein und Blauburgunder den Sufftempel.

Der Pernhof hat am Donnerstag Ruhetag und nach einigem Hin u.Her sowie einem Spaziergang im Regen landeten wir im Bürgerhaus der Stadt. Dort war eine gute Pizzeria mit großartiger Speiseauswahl untergebracht. Mathias kam nochmal zu seiner heißgeliebten Pizza, Helena genoss wiederum Knödel und ich ließ mir ganz profan Spaghetti schmecken.

Die Südtiroler zeichnen sich durch ein wahnsinnige Gastfreundschaft aus. Als wir gefragt wurden, ob wir einen Nachtisch möchten und uns unisono auf Kaiserschmarren einigten, meinte der Kellner ganz trocken „ der Koch erschlägt mich, den haben wir seit einem Jahr nicht mehr auf der Karte, Ihr bekommt trotzdem einen“…..das ist doch der Wahnsinn, oder????

Unseren letzen Abend ließen wir mit einem guten Glas Gewürztraminer ausklingen, spät packten wir und schlüpften unter die Dusche.

Zu unserem Abreisetag gibt es nicht so viel zu erzählen. Wir fuhren mit strömenden Regen ab, hatten vorher noch Coop und die Cantina überfallen und den Wochenendeinkauf für Berlin erledigt. Es regnete den gesamten Weg aus Südtirol hinaus, es wurde auch in Tirol nicht heller, der Rotz begleitete uns auch in Deutschland. Zwischen München und Nürnberg standen wir in grässlichen Staus. Nach rund elf Stunden, drei Stunden mehr als drei Wochen zuvor, waren wir wieder in Berlin.

Unser Fazit zu Italien während Corona fällt rundum positiv aus. Das Land hält sich an die Coronaauflagen, überall sieht man Infektionsmittel und auch junge Leute tragen Maske, tagsüber und abends verpflichtend. Die Polizei verhält sich unauffällig, ist aber in Großstädten präsent, in Florenz wurde abends auf den Plätzen durchaus kontrolliert. Wer hätte gedacht, dass die Italiener disziplinierter als die Deutschen sein können? Wir waren positiv überrascht und haben uns bis auf Sirmione und auf der Piazza Michelangelo in Florenz sicher gefühlt. Wer allerdings glaubt, dass Italien „leer ist“, der wird enttäuscht werden. Aufgrund der Reisewarnungen in allen großen Urlaubsländer Europas profitiert Italien als lachender Dritter….gut so, dass Land war im Frühjahr arg gebeutelt.