Israel und Palästina 2012

16 Tage Israel+ Palästina  mit dem Mietwagen….ich muss zugeben, ich war damals aufgeregt.  Wir wußten nicht, was wir von dem Land zu erwarten hatten. Wir waren von den Medien, von der öffentlichen Meinung und natürlich auch von der Politik beeinflusst. Dennoch war uns klar, dass das kleine Land zwischen Mittelmeer und Jordan uns ziemlich beeindrucken würde. Da ich 2011 bereits in Jordanien gewesen war, hatte ich zumindest eine Ahnung über das zu erwartende Wetter und eine Vorstellung vom Toten Meer.

Wir flogen Anfang September mit einem Direktflug von Israir nach Tel Aviv.  Es wird einem schon nen bissel mulmig, wenn man die Panzer auf dem Rollfeld sieht, die die Maschine zur Startbahn begleiten. Das vorherige Interview mit den israelischen Soldaten war unspektakulär gewesen, da sind die Amis happiger. Nach kurzweiligen drei Stunden landeten wir auf dem Ben Gurion Airport und kurze Zeit später übernahmen wir unseren Mietwagen.

Es war Freitag Nachmittag, rd. 1 Std. vor Sonnenuntergang und demzufolge kurz vor Beginn des Sabbats.  Wir lotsten uns mit Hilfe der App maps2go durch Tel Aviv und standen kurze Zeit später vor Momo’s Hostel. Ein Haus, welches nicht so unbedingt  zu empfehlen ist, dafür günstig und zentral, mit  nem eigenen Späti an der Ecke, liegt.

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Wir suchten uns an diesem ersten Sabbatabend nen bissel dumm und dämlich um noch etwas zu essen zu bekommen. Sabbat in Tel Aviv ist zwar lustiger als in Jerusalem, dennoch waren wir mit der Restaurant Auswahl nicht überfordert. Letztendlich landeten wir bei einem Spanier und genossen Calamaris mit Linsen- ungewöhnlicher Mix aber ziemlich lecker.

An unserem ersten Tag, Samstag – natürlich Sabbat verzogen wir uns ins muslimische Jaffa. Das war eine kluge Entscheidung, zumal dieser Stadteil jede Menge zu bieten hatte und alle Geschäfte geöffnet hatten  und ordentlich brummten. Wir bummelten am Hafen entlang, durch Markthallen und kuriose Antiquitäten- Gerümpel Läden.

Bick auf Tel Aviv von Jaffa

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Blick auf Jaffa

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Jaffa Hafen und Altstadtisrael-31

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Die christlich- äthiopische Gemeinde feierte mehrere Hochzeiten und wir hatten ein großes Vergnügen, dem Treiben zuzusehen, auch wenn es an eine Art Massenabfertigung erinnerte.

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Unseren Nachmittag verbrachten wir am Strand und stürzten uns in die Fluten des Mittelmeeres. Das Wasser war himmlisch warm, die Temperaturen lagen bei rund 30 Grad,

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Abends fuhren wir zurück nach Jaffa und kehrten bei Dr. Shashuka ein. Dieses Restaurant ist wärmstens zu empfehlen, die urige Ausstattung und Shashuka in allen Varianten ließen unser Herz höher schlagen.

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Ein weiteres Highlight ist der Dizengoff Brunnen, vor Allem bei Nacht.

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Am nächsten Morgen fuhren wir aus Tel Aviv hinaus,  gen Norden in Richtung Haifa Unser erstes Ziel war die Ausgrabungsstätte Caesarea, direkt am Mittelmeer.

Aus Wikipedia:

Caesarea Maritima (eigentlich Caesarea Stratonis oder Caesarea Palaestinae), das häufig ohne weiteren Namenszusatz Caesarea oder Cäsarea genannt wird, war eine bedeutende antike Stadt Palaestinas, später auch eine wichtige Festung der Kreuzfahrer. Der ursprüngliche Name der Stadt war Stratonos Pyrgos (griechisch Στράτωνος πύργος). Die archäologischen Stätten gehören heute zu den bedeutendsten Israels, das Gelände wurde zum Nationalpark erklärt. Die Stadt liegt nordwestlich von Hadera in der nördlichen Scharonebene am Mittelmeer, etwa auf halbem Wege zwischen Haifa und Tel Aviv. Unweit des antiken Ortes befindet sich das moderne Caesarea oder Keisarija.

Die Lage ist absolut einmalig, vermutlich kann nur Tulum in Mexiko eine ähnlich spektakuläre Lage bieten. Die alte Caesarstadt ist noch gut erhalten, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Es war allerdings brütend heiß und wir waren froh, dass wir vormittags die Ausgrabungsstätte besuchten.

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Haifa:

Unser nächstes Ziel war Haifa, mit Bahaigarten und der deutschen Kolonie. Wir hatten nur einen Nachmittag in der Stadt, was meines Erachtens aber auch vollkommen ausreichend war. Der Bahaigarten wirkt am Besten in seiner Gesamtheit, entweder der Blick vom Berg Carmel oder von unten, aus der Deutschen Kolonie,  mit Blick auf den Berg.

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Die Deutsche Kolonie

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Die Deutsche Kolonie fanden wir nicht wirklich deutsch- aber ganz nett zum durchbummeln. Abends hatten wir Probleme, auf dem Berg Carmel ( wo unser Hotel lag) überhaupt noch etwas zu Essen zu bekommen. Es blieb bei Fast Food, mittlerweile konnten wir Chickcen Shawarma kaum noch ertragen.

Akko: Am nächsten Morgen ging es auf unserem Weg zum See Genezareth nach Akko. Eine alte Guttemplerstadt mit Festung, Templertunneln und einem sehr hübschen Hafen.

Aus Wikipedia: Akkon oder Akko, im Altertum auch Ptolemais (auch: Akers, Acre, Accho, Acco, Hacco und St. Jean d’Acre), griechisch Ἄκη, hebräisch עכו ‘Akkô [aˈkɔ], arabisch عكّا Akka, DMG ʿAkkā, ist eine alte Hafenstadt im Nordbezirk Israels in Galiläa an der Küste des östlichen Mittelmeers. Die Altstadt liegt auf einer Landzunge am Nordrand der Bucht von Haifa und ist von einer bis zu 150 m starken Festungsanlage umgeben. Auf der Landseite ist die Altstadt von der Neustadt umschlossen. Während die Neustadt eine mehrheitlich jüdische Bevölkerung aufweist, wird die Altstadt fast ausschließlich von israelischen Arabern bewohnt und ist eine der orientalischsten Städte Israels.

Der Hafendsc00927

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Die Zitadelleisrael-192

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Der Templertunnel israel-193

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Altstadt und Marktisrael-235

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See Genezareth:

Eine Reise nach Israel ohne den See Genzareth wäre nicht vollständig, wenn man auf Bibelpfaden unterwegs sein möchte. Wir hatten eigentlich dies nicht unbedingt vor, konnten uns aber  diesem Thema auch  nicht entkommen.

Wir wohnten im römischen Kurort Tiberias, direkt am See. Es gibt einige Kurhotels, nen bissel touristische Infrastruktur. Ausgesucht hatten wir uns den Ort, um von dort  Ausflüge am See und nach Nazareth zu unternehmen.

Unser erster Ausflug führte uns an den Jordan. Wir bewunderten die Yardenit Taufestelle, steckten selbst die Füsse in das heilige Wasser und bestaunten fassungslos die Täuflinge aber auch den Kitsch in den Souvenirläden.

Aus Wikipedia: Jardenit, hebräisch ירדנית, durch die Übertragung aus dem Hebräischen auch in der Schreibung Yardenit, ist eine Taufstelle am Fluss Jordan, nahe dem Ausfluss des Jordan aus dem See Genezareth und dem ältesten israelischen Kibbuz Degania. Jardenit wird vom Kibbuz Kinneret betrieben.

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Im Anschluß machten wir einen Abstecher nach Deganya Alev, dem ältesten Kibbuz  Israels, der auch im  6 Tage Krieg bekämpft wurde- ein Panzer am Eingang des Kibbuz erinnert an diese Kämpfe.

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Weiter ging es nach Kapernaum-  die Stadt von Petrus und Jesus. Der Überlieferung nach hat Jesus hier die meiste Zeit seines Lebens verbracht und gepredigt. Die meisten Wunder sind in Kapernaum geschehen und ein Besuch dieser Stadt bringt einen direkt in den Religionsunterricht zurück….auch wenn es mittlerweile mehr tote als lebendige Steine sind.

Aus Wikipedia: Kafarnaum, auch Kapernaum und Kapharnaum (hebräisch: כְפַר נָחוּם Kfar Nahum, „Nahums Dorf“, neutestamentlich-biblisch: Καπερναούμ, Kapernaum) war ein Fischerdorf in Galiläa im Norden Israels, am Nordufer des Sees Genezareth, etwa 2,5 Kilometer östlich von Tabgha und 15 Kilometer nordöstlich von Tiberias an der Via Maris gelegen. Das biblische Dorf wurde im 19. Jahrhundert mit der Ruinenstätte mit dem arabischen Namen Talhum, auch Tel Hum, Tell Hum und Tel Chum, identifiziert.[1][2]

Die weiße Synagoge wurde auf den Resten der „Jesus- Synagoge errichtet israel-257

Das alte Kapernaumisrael-254

Petrus´ Wohnhaus mit Kirche drüber….israel-256

Ort der Bergpredigt/ Berg der Seligpreisungen israel-262

Um die ganzen Eindrücke zu verkraften und um das grandiose Wetter zu genießen, zog es uns natürlich auch an das Ufer des Sees. Es ist nicht so einfach, überhaupt eine Badestelle zu finden, wir mussten lange suchen und am Ende sogar Eintritt zahlen um an einem Hotelstrand die Beine ins Wasser zu bekommen.

Dafür zeigte uns das Reisefröschel, was alles so in ihm steckt…pff….Jesus, wer war eigentlich Jesus ????israel-310

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israel-305Typische „Jesusboote“ => Nachbauten, auf denen tatsächlich Gottesdienste abgehalten werden. Die Bergkette hinter dem See sind bereits die Golanhöhen.

Die einzige Großstadt die wir im Norden Israels besuchten war Nazareth.

Bereits sehr nah am Westjordanland gelegen, in jedem Fall mehr eine muslimische Stadt. Als wir in die Stadt kamen, wurden wir an einer großen Kreuzung mit einer Inschrift konfrontiert, die mich bestenfalls irritierte, im Großen und Ganzen mal wieder an der Großherzigkeit des Islam zweifeln ließ:  israel-295

Aus Wikipedia:

Nazareth (ökumenische Schreibweise Nazaret; hebräisch נָצְרַת [naːts’raθ] – zur Schreibung siehe auch Schreibung biblischer Namen; aramäisch  ܢܵܨܪܲܬ [’naːtsraθ]; arabisch الناصرة, DMG an-Nāṣira) ist eine Stadt im Nordbezirk Israels in der historischen Landschaft Galiläa. Bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. lebten hier Juden. Die Kreuzfahrer errichteten an Stelle der von Konstantin erbauten byzantinischen Kirche eine große franziskanische Basilika. Seit dem Mittelalter war die Stadt vorwiegend von arabischen Christen bewohnt.

Nazareth ist die Heimatstadt von Joseph und Maria ….wie heißt es so schön im Lukas Evangelium: „Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger  ( Quelle: https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lutherbibel-1984/bibeltext/bibelstelle/Lukas%202,1-20/)

Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sich in Nazareth alles um Jesus´Eltern dreht, wenn man mal von der verwunderlichen Inschrift über der Kreuzung absieht.
Es gibt zwei Verkündigungskirchen…..also gleich zwei Stellen, an der Maria erfahren haben soll, dass die, obwohl Jungfrau , ein Kind erwarten würde…..erscheint uns komisch und ist wieder mal ein trauriges Beispiel im christlichen Religionskampf, der ja in Jerusalem abartige Blüten trägt – die eine Kirche ist katholisch, die andere orthodox…..wir als maximal evangelische Heiden zu bezeichnende gingen mal wieder leer aus 🙂 und wunderten uns einmal mehr auf dieser Reise.
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Josephs Haus
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Numero Due ….
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Wir machten uns auf den Weg nach Jerusalem. Dieser führte uns zunächst zu der größten historischen Ausgrabungsstelle- nach Bet Shean.  Die Anlage ist sehr groß, super erhalten und beeindruckt mit Heizungsanlagen, öffentlichen Bädern und einer komplexen Stadtstruktur. Wenn man auf den Berg ( siehe Foto ) geht, wird man mit einem grandiosen Ausblick belohnt. Das ließen Mathias und ich uns nicht nehmen….trotz gefühlt 40 Grad + x !

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Wir fuhren auf direkter Strecke weiter nach Jerusalem und fuhren durch die gesamte Westbank/ Palästina.

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Wir hatten keinerlei Probleme mit unserem israelischen Auto nach Palästina einzureisen. Auffällig war sofort die relative Armut, die Felder sahen ungepflegt aus, der Wassermangel offensichtlich. Die Straßen waren nicht mehr so gut in Schuss. Wir machten einen kurzen Abstecher, an Ramallah vorbei, nach Jericho.

Jericho ist die älteste und tiefgelegenste Stadt der Welt ( lt. Wikipedia bis zu -250 m) Dementsprechend heiß war es dort.

Aus Wikipedia: Für jüdische und christliche Pilger war Jericho die letzte Station vor dem beschwerlichen Anstieg nach Jerusalem. Die Stadt liegt in der Jordansenke und diente wegen ihres wärmeren Kleinklimas den Herrschern Jerusalems als Aufenthaltsort im Winter. Nach dem Buch Josua wurde das von Jebusitern bewohnte Jericho bei der Landnahme Kanaans als erste Stadt westlich des Jordan von den Israeliten erobert und zerstört. Der Name der Jericho-Trompete leitet sich von dem in der Bibel erwähnten Fall Jerichos ab, bei dem der Klang von Trompeten, genauer sieben Schofaren, den Einsturz der Stadtmauern verursacht haben soll (Jos 6,4–20 LUT)

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Wir überfielen den örtlichen Dattelhändler, der zwar Mathias für seine drei Frauen bewunderte, ihn aber für die nicht vorhandenen Kinder ( bei drei Frauen) irgendwie auch bemitleidete – so ein reicher Mann für das arabische Weltbild UND KEINE KINDER 🙂dsc01433

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Die größte Attraktion in dieser Stadt, rd. 11 km vor Jerusalem, ist der Hisham Palace…..noch nen paar Ruinen, aber mit einem berühmten Bodenmosaik

aus Wikipedia: Der Palast des Hischam, arabisch قصر هشام‎, DMG Qaṣr Hišām, oder auch Khirbat al-Mafdschar, arabisch خربة المفجر‎, DMG Ḫirbat al-Mafǧar, ist eine nur noch in Ruinen erhaltene umayyadische Palastanlage fünf Kilometer nördlich von Jericho. Fertiggestellt wurde er vermutlich unter der Regentschaft des Kalifen Hischam oder seines Nachfolgers al-Walid II. um 743. Neben dem Palastgebäude befanden sich auf dem Gelände auch eine separate Empfangshalle, ein großzügig angelegtes Bad sowie eine Moschee. Nur wenige Jahre nach seiner Errichtung ist das Bauwerk durch ein Erdbeben zerstört und verlassen worden.

Dort trafen wir an der Kasse einen waschechten palästinensischen Spandauer, der sich sehr über die Berliner Mundart freute und darüber, dass sich auch mal ein paar Touris an diesen Ort „verirren“.

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Das berühmte Bilddsc01471

Dann waren wir endlich in Jerusalem, dem Höhepunkt einer jeden Israelreise- egal welcher Religion man angehört oder ob man nicht gläubig ist.

Aus Wikipedia:

Jerusalem (hebräisch ירושלים?/i Jeruschalajim [jɛruʃa’lajim], arabisch القدس al-Quds (asch-Scharif) „die Heilige“, altgriechisch Ἱεροσόλυμα Hierosólyma, lateinisch Hierosolyma und Jerosolyma (-orum, n.), Hierosolyma und Jerosolyma (-ae, f.), Hierosolymae (-arum, f.), Hierusalem und Jerusalem (n., indecl.), Solyma (-orum, n.), Solyma (-ae, f.), türkisch Kudüs) ist eine Stadt in den judäischen Bergen zwischen Mittelmeer und Totem Meer und hat 804.355 Einwohner. Sie wird sowohl von Israel als auch dem Staat Palästina als jeweils eigene Hauptstadt angesehen, beide Ansprüche sind international umstritten. In Jerusalem befinden sich der Sitz des Staatspräsidenten, die Knesset und das Oberste Gericht als Teil des politischen Systems Israels, die 1918 gegründete Hebräische Universität sowie die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem und Israel National Cemetery. In Jerusalem begegnen sich viele Kulturen der Antike und Moderne. Die Altstadt ist in das muslimische, jüdische, christliche und armenische Viertel gegliedert und von einer Mauer umgeben. Der politische Status der Stadt ist international umstritten und Teil des Nahostkonflikts. Das gesamte Stadtgebiet steht unter der Kontrolle Israels – Ostjerusalem, das bedeutende religiöse Stätten des Judentums, Christentums und des Islam beherbergt, wird von gemäßigteren Palästinenser-Organisationen jedoch als Hauptstadt eines zukünftigen palästinensischen Staates beansprucht, während radikalere Palästinenser-Organisationen die gesamte Stadt als Hauptstadt fordern.

Wir wohnten in der Jaffa Road im Jerusalem Hostel. Dieses hat ein imposantes Treppenhaus und weniger imposante Zimmer. Dafür liegt es herrlich zentral, fußläufig zur Altstadt und nur 15 Minuten von der Western Wall entfernt.

Auf dem Dach gab es ein „open air dorm“, welches wir aber auch gerne zum rumgammeln nutzen – das eine oder andere Bier wurde am Abend vernichtet, Wikipedia mit unseren Fragezeichen gequält. Wir merkten erst im Land, mit welchem Halbwissen wir uns auf die Reise begeben hatten.

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Jaffa Road israel-345

Es wird immer gesagt, dass Tel Aviv lebensbejahend und pulsierend ist, während Jerusalem für die Religion steht. Wir haben beide Städte genau so erlebt….T.A ist multikulturell und offen, Jerusalem wirkt für uns liberale Menschen bizarr, religiös in allen Facetten und weltfremd. In der Altstadt verscherbelt der muslimische Bazaarverkäufer Holzkreuze für die christlichen Pilger die den Leidensweg Christi auf der Via Dolorosa nachpilgern. Die ultraorthodoxen Juden hasten mit ihrer Kinderschar zur Western Wall/Klagemauer. Die säkulären Juden feiern fröhlich und lautstark Bar Mitzwah, während sich die äthiopischen Christen mit den Katholiken und Orthodoxen vor der Grabeskirche in die Flicken bekommen. Dazu kommen Armenier, griechisch – orthodoxe….und die nicht gläubigen Touristen, die sprachlos und mit großen Kulleraugen am Wahnsinn teilnehmen!

Auf dem Bazaar schaute uns oft König Abdullah von Jordanien in Läden  an und erinnerte uns daran, dass bis zum 6 Tage Krieg Ostjerusalem zu Transjordanien gehörte.  Die Ostjerusalemer sind zumeist Moslems und verehren das jordanische Königshaus.

Mittendrin vier Berliner /Innen, die bekanntermaßen die Kirche im Dorf lassen. Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus. In Jerusalem wirkt alles dramatischer, wichtiger und offensichtlicher als sonstwo auf der Welt. Jerusalem wirkt auf den Besucher zunächst wie der Nabel der Welt und auf eigentümliche Art magisch….. was im Laufe der Geschichte wohl Viele so empfunden haben müssen

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Am nächsten Morgen eroberten wir die Altstadt durch das Jaffa Tor, liefen zunächst durch den Bazaar und Richtung Western Wall auch Klagemauer genannt.

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In der Altstadt wurden wir auch sofort mit den verschiedenen Religionen konfrontiert- Gottesmänner aller Weltreligionen eilten geschäftig in das jeweilige Viertel der Konvention- die Altstadt ist in ein jüdisches,  muslimisches , christliches und armenisches Viertel  ( das waäre etwas für Herrn Erdowahn) aufgeteilt.

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Wir steuerten zunächst die Western Wall an, mussten uns und unser Gepäck durchleuchten lassen, ehe wir das Gelände betreten durften.

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Altstadt Jerusalem

Das Gelände war faszinierend und die Stimmung die von dieser Mauer ausgeht, ist kaum zu beschreiben.

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An der Mauer beten die Männer links, die Frauen rechts. Also trennten auch wir uns und amüsierten und über die „Dämlichkeiten“ die auf Stühlen standen um dem Tun der „Männlichkeiten“ beiwohnen zu können.

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Die nachfolgenden Bilder, auf denen männliche Gläubige zu sehen sind,  stammen zumeist aus Mathias Kamera ( er war einfach näher dran) und geben einen tollen Einblick vom Tun an der Mauer.

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Kwittelchen- Zettel mit Wünsche, werden in die Mauer gesteckt.

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Wir liefen dann zum Übergang der uns zur Al Aqsa Moschee und zum Felsendom bringen sollte. Auf diesem Holzweg hatten wir ebenfalls einen guten Blick auf die Mauer und konnten bei einer Bar Mitzwah Feier dabei sein.

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Wir mussten uns wieder durchleuchten lassen, wieder wurde streng nach Männlein und Weiblein getrennt. Die Stimmung oben auf dem Tempelberg ist eine ganz andere als an der Mauer vom letzten Tempel von Jerusalem. Wir liefen auf dem Geländer der Al Aqsa Moschee in Richtung Tempelberg- in die Moschee durften wir natürlich nicht. Die Al Aqsa Moschee ist eher unscheinbar und wenig spekatkulär, obwohl sie sehr heilig ist ( Mekka, Medina, Jerusalem und Eyüp in Istanbul sind die heiligsten Stätten des Islam).

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Der Streit um den Tempelberg beschreibt Wikipedia wie folgt: Der Tempelberg (hebr. הר הבית Har haBait, arabisch  الحرم الشريف al-haram asch-scharif, DMG al-ḥaram aš-šarīf ‚das edle Heiligtum‘) ist ein Hügel im Südostteil der Jerusalemer Altstadt, oberhalb des Kidrontales. Auf seinem Gipfel befindet sich ein künstliches Plateau auf dem ursprünglich der Salomonische Tempel und der nachfolgende Herodianische Tempel standen und auf dem sich heute der Felsendom befindet. Auf der südlichen Seite des Tempelberges steht die al-Aqṣā-Moschee, die drittwichtigste Moschee des Islams. Der Tempelberg ist einer der umstrittensten heiligen Orte der Welt.

Die Juden glauben, dass sich unter dem Felsendom die Bundeslade befindet und somit kämpfen gleichermaßen Muslime und Juden um den „Besitz“ des Tempelberg.

Und dann steht man aufeinmal vor dem Felsendom, der umso beeindruckender wirkt, weil die Umgebung so schlicht und unscheinbar ist. Das Gebäude war in seiner gesamten Geschichte mal jüdisch, dann christlich unter den Templerorden und nun muslimisch.dsc01695

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Zurück in der Alstadt bummelten wir durch das muslimische Viertel

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Kurz darauf befanden wir uns im christlichen Viertel, vor der Grabeskirche, lt. Wikipedia : Als Grabeskirche oder Kirche vom heiligen Grab wird die Kirche in der Altstadt Jerusalems bezeichnet, die sich an der überlieferten Stelle der Kreuzigung und des Grabes Jesu befindet. Die Grabeskirche zählt zu den größten Heiligtümern des Christentums. Nach Überzeugung der überwiegenden Mehrheit der Gelehrten ist die Grabeskirche der tatsächliche Ort der Kreuzigung und des Grabes Jesu.

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An der Grabeskirche brummt das Leben- orthodoxe Christen, Katholiken, Äthiopier usw.usw….es ist unheimlich voll, die Prister/ Pfarrer leben auf dem Dach und bewachen ihren Teil der Kirche! es ist ein unglaublicher Wahnsinn-  es finden mehrere Gottesdienste gleichzeitig statt, die einzelnen Gemeinden übersingen sich. Mittendrin Tausende von Touris die einen Blick in die angebliche Grabkammer werfen möchten.  Wir waren sprachlos angesichts der vielen Polen und Russen die sich auf den Salbungsstein warfen

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Wir standen staunend vor Golgatha, mir fällt es schwer zu glauben, dass hier die Kreuzigung stattgefunden haben soll. Der Stein ist in der Kirche integriert und liegt unweit des Grabes und sieht in jedem Fall anders aus, als wir es aus allen schlechten Jesusverfilmungen rund um Ostern kennen israel-434

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Die Grabkammer ist spektakulärer von außen, als tatsächlich von innen. Mathias konnte einen Blick werfen, wir stellten uns NICH an im Wahnsinn der Pilger israel-511

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Am Ende unseres Besuches lernten wir die orthodoxe Primadonna mit dem goldenen Schlüssel kennen- nein im Ernst….den Schlüssel der Grabeskirche verwalten muslimische Familien, da sich die Christen ja uneinig sind.

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Ein weiteres Highlight ist die Stadtmauer, ein Marsch auf dieser gehört zu Jerusalem dazu um dei Altstadt besser in ihrer Gesamtheit zu erfassen : dsc02228

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Eines unserer großen Anliegen war der Besuch des Grabs von Oscar Schindler. Es ist nicht so einfach, auf den Friedhof zu kommen, der Schlüssel wird von einer jüdischen Familie verwahrt, die wir anriefen und auf den AB sprachen- am nächsten Tag war das Grab auf dem Zionsberg zugänglich dsc01930

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Wer den Ölberg von Jerusalem besucht, versteht das Holocaust Denkmal in Berlin. Auf dem Ölberg, mit Blick auf die Altstadtmauer und dem Osttor, das Tor durch das der Messias nach jüdischem Glauben, irgndwann mal kommen wird, will jeder gläubige Jude beerdigt werden israel-490

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Das Tor welches—der Messias wirds schwer haben. Das Tor wurde von den Osmanen zugemauert, heutzutage landet man in einem Jerusalemer Krankenhaus, wenn man behauptet der Messias zu sein…Krankheit: Jerusalem Syndrom

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Der erste Blick von Jerusalem ins Westjordanland/ Palästina….für uns Berliner/ Innen ein fast unerträglicher Blick. Jerusalem und Bethlehem getrennt durch eine Mauer!

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Wir besuchten auch die Gedenkstätte von Yad Vashem, ein bedrückendes Zeugnis unserer dunkelsten Geschichte-  das darf nie wieder geschehen!

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Bethlehem: Bethlehem (auch Betlehem, Efrata; hebräisch בית לחם, Beth Lechem; arabisch بيت لحم Bait Lahm, DMG Bayt Laḥm) ist eine Stadt im Westjordanland mit 29.930 Einwohnern. Die Stadt gehört zu den Palästinensischen Autonomiegebieten und grenzt im Norden an Jerusalem. Sie beheimatet zwei Universitäten. Zur Agglomeration Bethlehem gehören auch Beit Dschala und Beit Sahur; letzterer Ort hat wie Bethlehem biblische Bedeutung. Für die Israeliten, weil sie der Überlieferung nach der Geburtsort König David ist. Für die Christen in der ganzen Welt ist die Stadt von besonderer Bedeutung, weil sie der Überlieferung nach der Geburtsort Jesu ist.

Es  ging in den frühen Morgenstunden in die Stadt und dennoch waren wir viel zu spät dran. Wir mussten kurz an der Grenze zum Westjordanland warten und bestaunten bestürzt die Mauer, die Jerusalem vom Westjordanland trennt. Uns begrüßte eine christlich- arabische Familie, die ihr Haus direkt an der Mauer haben. Sie betreiben ein bescheidenes Souvenirgeschäft und erzählten uns von dem Morgen, als sie aufstanden und auf diese Mauer starrten- erschütternd!

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Die Massen an Pilger, Gläubige und uns Unsgläubigen an der Geburtskirche war abartig. Und dennoch, wir taten es uns an…..wir stellten uns in die Schlange und warteten geschlagene drei Stunden um einen Blick auf  die Geburtsgrotte zu werfen….Moment mal, war es nicht ein Stall in dem die Jungfrau Maria gebar????? Egal, der Wahnsinn war, wie in Jerusalem allgegenwärtig. Die Kirche an sich ist unglaublich hässlich, nicht besonders ansprechend im Inneren…..aber es ist eben Bethlehem.

Der Stern von Bethlehem…

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Das ist tatsächlich der Eingang

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Hier gebar die Jungfrau und ist demzufolge Schuld am großen Kommerz im Dezember….oder so ähnlich 🙂

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israel-531Blick auf Bethlehem

Am Nachmittag begaben wir uns auf die Via Dolorosa und beschritten den Leidensweg Christi- die Massen, die mit uns gingen sahen auch alle recht leidend aus. Wir liefen natürlich mit kritischen Blick und erheiterten uns am Elend links und rechts von uns….sorry, ich kann es nur so wiedergeben. Kurz überlegten wir, ob das Reisefröschel ggfs. gekreuzigt werden könnte…….aber wir wollten den kleinen Kerl nicht in Golgatha opfern.

dsc02042Die Leidensstationen:

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Wir versuchten auch einen Blick nach Mea Shearim zu werfen- die Wohngegend der ultraorthodoxen Juden. Am Eingang zu den Straßenzügen sind Schilder mit Verhaltensregeln angeschlagen. Röcke knielang, lange Ärmel oder Jacken….ruhig sein, keine Fotos, kein Lachen, kein reden….Frauen und Männer strikt voneinander getrennt. Die Gegend sah armselig aus, es kam keine Musik, kein TV aus den Fenstern. Lediglich die schwarz gewandeten Männer und Frau in altmodischer Kleidung waren zu sehen.

Und dann läuteten die Sabbatsirenen und die Straßenbahnen in der Jaffaroad kamen zum Stehen. Die Ultras hetzten zur Western Wall, die gemäßigten Juden freuen sich aufs Wochenende. Für uns wurde es Zeit, diese bizarre Stadt zu verlassen.

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Sabbat in Jerusalem , nix fährt mehr israel-575

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Am nächsten Morgen gings raus, Richtung Totes Meer. Wir fuhren durch karge Landschaften, stückweise wieder durch die palästinser Gebiete der Westbank. Es ging immer tiefer und tiefer, die jordanische Grenze war nicht mehr weit .

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Wikipedia beschreibt das tote Meer so:  Das Tote Meer ist ein abflussloser See, der 428 m unter dem Meeresspiegel liegt, vom Jordan gespeist wird und für seinen hohen Salzgehalt bekannt ist.[1] Er grenzt an Jordanien, Israel und das von Israel besetzte Westjordanland.

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Das Schlammbad ist großartig und macht Spaßimg_7977

Wir fuhren am Nachmittag weiter in Richtung Masada. Leider war aufgrund des jüdischen Neujahrsfest ( Rosh Hashana) die Festung nicht mehr geöffnet und somit blieb nur der Blick nach oben aufs Felsmassiv.

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Weiter ging es durch die Wüste Negev und irgendwann kamen wir an Sodom und Gomorrha vorbei und natürlich überlegten wir mal wieder laut, was hier passiert war???  Mathias kam dann auf Lot’s Frau zu sprechen und das diese doch zur Salzsäule erstarrt ist. Ich war direkt stolz, was ihm so alles aus dem alten Testament noch eingefallen ist und wir waren wirklich begeistert, als ein Schild uns den Weg wies “ Lot’s wife“ sagte es aus und tatächlich, da stand die Dame: israel-605

Die nächste Nacht verbrachten wir in Dimona, auf einer Kamelranch. Wir wohnten in einer kleinen Hütte, genossen Wüstenflair und feierten mit einer jüdischen Familie lautstark Rosh Hashana- happy new year!

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Es ging weiter in Richtung Eilat- wir wollten ein paar Tage am Wasser entspannen, planschen und nach Akaba gucken.

Vorher besuchten wir den Timna Park, lt. Wikipedia: Timna ist der Name eines Nationalparks in Israel. Auch das benachbarte aktuelle Kupferbergwerk trägt denselben Namen. Es wurde 1955 eröffnet, 1976 geschlossen und 1980 wiedereröffnet.[1] Der 60 km² große Nationalpark befindet sich etwa 25 Kilometer nördlich der Stadt Eilat. Der archäologische Timna-Nationalpark mit antiken Kupferbergwerken und den Überresten einer Stadt (Hurvat Timna) befindet sich westlich des heutigen Bergwerks im Wadi Arabah, unweit des Golfes von Akaba am Rande der Negev-Wüste.

Wir waren begeistert- super Felsformationen, Wüstenflair und in Teilen erinnerte mih Timna an Petra ohne Bauwerke.

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Eilat ist Massentourismus und nur halb so schön wie Aqaba in Jordanien, wo ich ja in 2011 gewesen bin. Durch die vielen All In Hotels gibt es kaum Restaurants, wir hatten in den drei Tagen kaum Möglichkeiten essen zu gehen oder mal nen Drink an der Bar zu nehmen. Die Tage drehten sich  um Delfis und Fische- das Meer ist voll davon.

Blick auf Aqaba

dsc02650israel-640Das Dolphin Reef Resort ist zum Schutz der Delfine im Golf von Aqaba eingerichtet worden. Die Tiere begeben sich freiwillig in das Resort, die Tore zum Golf sind offen, dennoch bleiben die Tiere lieber in ihrer geschützten Umgebung , weil zu viele Tanker in der Region unterwegs sind. Die Delfine sind nicht handzahm aber an Menschen gewöhnt. Man kann neben ihnen schwimmen, es trennen nur noch die Netze Mensch und Tier.  Und wer Spaß an Fotos hat, wird auf seine Kosten kommen:

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Zurück fuhren wir über Mzpe Ramon, Wikipedia: Der Machtesch Ramon oder Ramon-Krater (hebräisch מכתש רמון‎) ist der größte Erosionskrater in der Wüste Negev. In der größten Ausdehnung misst er fast 40 km. Der gesamte Krater ist ein Natur- und Landschaftsschutzgebiet, und nur eine nachhaltige touristische Nutzung ist erlaubt.

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Auf dem Weg nach Tel Aviv machten wir außerdem Pause in Sde Boker- einem der ersten Kibbuz von Israel, wo mitten in einem Nationalpark Ben Gurion mit seiner Frau begraben ist.

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Die letzten zwei Tage verbrachten wir in Tel Aviv, waren am Strand und besuchten den Carmel Markt. Die Bauhaus Architektur ist nicht mehr soooo präsent, aber noch vorhanden.

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Uns interessierte das Itzak Rabin Denkmal und wir sahen uns die Stelle an, wo er 1995 umgebracht worden ist

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Auch das Reisefröschel macht Urlaub dsc05471a

Am Tag des Abflugs waren wir fast vier Stunden vorher auf dem Flughafen, was ich nur Jedem empfehlen kann. Der Flughafen ist das reinste Chaos, fast Jeder musste seinen Rucksack  bis aufs letzte Schlüppi auspacken und das Procedere war einfach nur anstrengend und grässlich.

Fazit: Auf Israel und Palästina muss man sich einlassen, Israel ist nicht so modern, wie es in den allgemeinen Medien „vorgegaukelt“ wird, es ist eindeutig ein Land des nahen Ostens. Es prallen alle Weltreligionen in allen Ausprägungen aufeinander.  Als nichtgläubiger Mensch habe ich mich sehr oft geschämt, auch die christlichen Touristen sind mehr als grenzwertig. Wer den Kampf der Christen auf und in der Grabeskirche versucht zu verstehen, wird nur den Kopf schütteln….

Wir sind morgens mit unserem `Grundschulreligionswissen aufgewacht, sind durch das Land gereicht und haben abends viele, viele Fragen an Wikipedia gestellt.  Am nächsten Morgen hatten wir noch mehr Fragen. Wir warfen die Geschichten des alten und neuen Testaments durcheinander, stellten uns der dunkelsten Zeit  der deutschen Geschichte und lernten so viele nette Israelis kennen, die auffallend deutschfreundlich waren.

Die Probleme zwischen der jüdischen und muslimischen Bevölkerung wird in den Tagen Samstag bis Donnerstag nicht so offenbar, am Freitag nimmt der Konflikt aber Ausmaße an, die für uns Europäer ebenfalls nur schwer nachzuvollziehen sind.

Im Angesichts des Freitagsgebets der Moslems sowie des beginnenden Sabbats der Juden stehen sich Soldaten und Demonstranten an den Stadtmauers Ostjerusalems mit Waffen gegenüber. israel-508

Die Situation ist beängstigend….und das Woche für Woche. Mittendrin die schwer zu fassende Minderheit der ultraorthodoxen Juden, die ich wohl niemals verstehen werde- zu weltfremd und zu extrem in Religion und Weltansicht.

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Tanzania 2010: Kilimanjaro und Zanzibar

Teil 1. Rauf auf den Berg:

Berlin=> Kilimanjaro/ Moshi : 12.03.2010

Unsere Reise startete mit dem „early bird“ um 06:00 Uhr nach Amsterdam, der Wecker klingelte um 3:25 Uhr und mit U-Bahn und Flughafenbus ging es nach TXL. Unsere Sachen waren erstaunlich schwer, neben den Trekkingrucksäcken hatten wir ja auch für die letzten 9 Tage Sommersachen für Sansibar dabei. Wir waren ein lustiger Anblick, komplette Bergsteigerausrüstung, inkl. Wanderstöcke und Bergstiefel und das mitten im flachen Berlin und zu nachtschwärmender Zeit in der Berliner U-Bahn. Es lachte nicht nur der übrig gebliebene Penner von letzter Nacht J J J .

Der Flug nach Amsterdam startete mit Verspätung, da die Maschine zunächst enteist werden musste. Die bange Frage, was wäre, wenn unsere Klamotten in Kilimanjaro nicht aus der Maschine kommen würden, verschoben wir auf später, wir waren einfach viel zu müde. Gott sei Dank verlief der Flug nach Kiliman sehr ruhig, die meisten Fluggäste wollten eh nach Dar es Salam und schauten blöd aus der Wäsche, als der Kapitän die Landung nach Kilimanjaro ankündigte…..kaum Einer wusste, dass es dort einen Flughafen gibt :-).

Wir waren nur zu 6 in der Ankunftshalle, die Einreise verlief ruhig und unspektakulär. Wir wurden von unserem Trekkingveranstalter in Empfang genommen und ab ging die wilde Luzie ins Springlands Hotel. Es war auf den Straßen „dunkel wie in einem Bärena…..rsch “. Ich verfolge  ja die Theorie, dass man Wohlstandsländer auch am Stromverbrauch der Privathaushalte erkennen kann. Tanzania  zu nachtschlafender Zeit ist dunkel, einfach nur dunkel.

Das Springlands Hotel in Moshi ist ein typisches Trekkerhotel ohne viel Schnick Schnack aber mit schönem Pool. Unser Zimmer verfügte über vier Betten und somit ausreichend Platz um die Trekkingklamotten nochmals durchdacht zu packen.

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Nach zwei Bier, des wirklich gut schmeckendem „Kilimanjaros“ ging es ab in die Horizontale.

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Moshi: 13.03.2010

An unserem ersten Tag schauten wir uns Moshi an, und planten nochmals den Trek durch. Morgens zunächst ein fragwürdiges Frühstück genossen, es war merkwürdig geschmacksneutral, unsere Bitten auf Salz und Pfeffer wurden überhört.

In der Stadt schlenderten wir über den lebhaften Markt und hielten immer wieder Ausschau nach dem Berg  im weiteren Verlauf der Reise nur noch „just a piece of cake“ oder auch „der Wumms“  genannt. Dem Grunde nach waren wir blind wie die Maulwürfe. Ein bezaubernder Blick ergab sich direkt vor unseren Augen im Springlands Hotel.

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Mit mulmigen Gefühl verbrachten wir den Nachmittag am Pool und erwarteten unser „pre-tour-meeting“ am frühen Abend. Unsere Guides, Saidi und Mike waren nette Jungs, die das Wortspiel mit dem Kuchenstück aufbrachten. Dies galt wohl unserer Beruhigung…..naja, wir überfielen vorsichtshalber  noch das hoteleigene Warenlager, Stephan borgte sich Gamaschen aus. Diese wurden von den Guides dringendst empfohlen, weniger aufgrund von Schnee sondern eher wegen Geröll und in den tieferen Lagen gibt’s  entzückende kleine Krabbelviecher namens Termiten, die sich gerne mal in Hosenbeine verirren.

14.03.2010: Moshi => Marangu Gate 1970m =>  Mandara Huts 2700m

Der Tag startete früh, es gab wieder das geschmacksfade Frühstück, diesmal war mein Magen dankbar für die kleine Pause an Zulieferung.

Anbei die möglichen Routen einer Kilibesteigung, wir liefen Marangu, auch Coca Cola Route genannt- weil man in Hütten und nicht im Zelt schläft. Unsere Wahl für diese Route war:

  1. Die Erstbesteigung fand auf diese Route statt.
  2. Wir reisten in der Regenzeit d.h was unten Regen ist, ist weiter oben Schnee, Hagel und ähnlich Ekliges- wer will da im Zelt pennen?
  3.  Die Norweger haben die Camps vor 100 Jahren gebaut und damit Einfluss auf die Natur genommen. ABER, es werden nicht jeden Tag Nägel in den Untergrund getrieben und somit die Umwelt zusätzlich geschädigt.

Mike erklärte uns, dass die „Durchfallquote“ auf der Maranguroute bei über 50 % liegt. Das liegt zum Einen an der Selbstüberschätzung der Wanderer aber auch an der Tatsache, dass der Gipfeltag ungleich schwieriger ist, als auf jeder anderen Route und nur die ersten Tage leicht bzw. vergleichbar sind mit den Routen Machame, Lemosho o-ä…..der Begriff Coca Cola Route ist seines Erachtens Schwachsinn. Unsere Guides hatten übrigens prima vorgeglüht….ich glaube kaum, dass nur Kiliman geflossen ist. Um es kurz zu machen, wir begaben uns in die Hände von angetrunkenen Männern, die sich das Stück Kuchen mit Hochprozentigem schön gesoffen hatten- Mut antrinken…..das waren ja Aussichten auf die nächsten Tage. Allerdings möchte ich bereits jetzt schon anmerken, das Mike und Said in Gold nicht aufgewogen werden konnten, es der letzte Alkohol bis zu unserer Rückkehr in Moshi war und ich tatsächlich immer wieder mein Leben in diese Hände legen würde!

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Mit einem strahlenden Blick auf unser Ziel zogen wir in einem Bus von dannen.

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Wir hatten noch einen Japaner in unsere Minigruppe bekommen, Tatsuya, genannt Katze, der erst am späten Abend in Tansania gelandet war.

Im Bus saßen noch rd. 10 weitere Trekker, die aber mit anderen Veranstaltern unterwegs waren und mit denen wir bis auf gemeinsame Abende in den Hütten nicht zusammen reisten.
Am Marangu Gate wurde die gesamte Versorgung der nächsten Tage, unser Gepäck und das Gepäck der Träger entladen und ganz besonders sorgfältig gewogen. Mittlerweile achtet die Porter Association schon peinlich darauf, dass die Jungs nicht mit zu mangelhafter Ausrüstung und zu schwerem Gepäck unterwegs sind. Bis heute ist der Kilimanjaro der Berg mit den meisten Todesopfern…. wenn man es zynisch betrachtet, haben sich dann also ein paar Unglücksraben „am Stück Kuchen“ verschluckt und die Krümel sind im Hals stecken geblieben !!!

Ich weiß, dass ist ein bitterböser Scherz und die Dramen, welche sich jedes Jahr am höchsten, freistehenden Berg auf dieser Erde, abspielen, sind auch alles andere als lustig. Auch wir wurden in den nächsten Tagen sehr wohl in die Schranken unseres Körpers verwiesen und mussten lernen, dass nicht jedes Stück Kuchen zuckersüß ist!

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Damit die Park Verwaltung genauestens informiert ist, wer sich im Nationalpark aufhält, mussten auch wir uns ins goldene Buch des Kilimans eintragen, bevor es endlich losging.

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Wir passierten das Eingangstor und machten uns auf, die  Herausforderung der 104 km erfolgreich zu Ende zu bringen. Anfänglich war die Strecke soooo einfach. Es ging moderat durch Regenwald, vorbei an Wasserfällen, Äffchen und schöner Vegetation. Wenn man ein klein wenig auf die Baumwurzeln Acht gab, konnte dem Grunde nach nichts passieren—- außer man heißt Katze und kämpft mit einem enormen japanischen Jetlag.

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Der arme Kerl stolperte, rotzte und schnaufte sich den Berg empor- Steph und ich sangen „eisgekühlter Bommerlunder“ und machten alberne Kinderspiele um zügig bis zu den Mandara Huts auf 2700m zu kommen.

Unser Lunch war einfach aber schmackhaft. Es gab Sandwiches, ein Ei, Saft, Obst, Samosas und Toast. Nach dem Mittagessen ging es unserem Japaner noch schlechter und wir stellten die ersten Wetten auf, wann Katze das Abenteuer Kilimanjaro begraben wird? Stephan prophezeite, dass er sich nur anständig ausschlafen muss und dann laufen würde wie ein Duracell Häschen. Ich war mir nicht so sicher und hielt dagegen. Unterwegs trafen wir eine Schulklasse aus Moshi und ein entzückendes Mädel mit Zahnlücke traute sich zu fragen, was wir Langnasen denn hier machen würden. Als wir ihr erklärten, dass wir auf den Kilimanjaro laufen wollen, verzog sie das Gesicht, legt ihre Stirn in Falten und fragte ganz entgeistert „bis ganz nach oben?“ Als wir dies bejahten, blieb ihr der Mund offen stehen und sie schaute uns lange nach…..die spinnen die Weißen war wohl das, was ihr durch den Kopf ging!

Die Mandara Huts sind ein kleines Paradies mitten im Wald. Unsere Hütte im A-Frame Style war vollkommen ausreichend. Katze verzog sich ins Bett,

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Stephan und ich liefen zum Maundi Crater und bewunderten den Vulkan Krater, der allerdings dicht bewachsen ist.

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Am Abend ging es Katze besser, er konnte das Abendessen, welches sehr liebevoll von unserem Meisterkoch gezaubert worden war,  genießen.

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dsc00261Wir lernten die Australierin Marissa, die Engländer Alex und Christos kennen und begrüßten zum ersten Mal das japanische Kamerateam, die eine Fernsehproduktion über eine Kilibesteigung filmten und uns auch interviewten. Die Jungs wurden in den nächsten Tagen zur Routine und mit großer Erwartung fieberten wir dem Endergebnis entgegen.

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15.03.2010: Mandara Huts => Horombo Huts 3720m

Unsere Nacht was so lala, auch bei 2700m  kann der erste Schlafmangel einsetzen.  Stephan versuchte sich noch in Körperpflege und wusch sich die Haare mit eiskaltem Wasser,  da er dem weiteren Verlauf des Treks nicht traute und vorbereitet sein wollte- wohl dem. Ich band mir wieder Zöpfe ins Gesicht und nach einem guten Frühstück zogen wir los. Saidi und Mike waren enttäuscht, dass wir bereits am Krater gewesen sind. Katze ging mit Saidi zum Maundi Crater, während wir schon in Richtung Horombo laufen sollten.

Die Wanderung war wiederum nicht anspruchsvoll, es wurde zwar kälter und nen bissel steiler aber wir waren weit entfernt von schwer oder ambitioniert. Die Vegetation änderte sich, riesige Sukkulenten ernteten unsere Bewunderung.

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Zum Lunch war auch Katze bei uns und der sah sehr viel besser aus, als am Tag zuvor. Die Vermutung, dass ihm lediglich Schlaf gefehlt hat, war wohl die richtige gewesen.

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Nach dem Mittagessen zeigte Mr. Kiliman das erste Mal seinen fiesen Charakter. Eine Schubkarre kam im Schweinsgalopp den Berg hinunter. In dieser lag ein Häufchen Mensch- ein schwarzes Häufchen also Porter oder Guide, der schnellstmöglich gen Tal musste um eine Überlebenschance zu haben. Kurze Zeit später kippte dann das Wetter…..es wurde kalt windig und auf einmal wurde es steil, richtig steil……

Gott sei Dank hatten wir es bald darauf geschafft, bereits um 14:00 Uhr erreicht wie die Horombo Hütten auf 3720m….und siehe da, der Kibo zeigte sich….allerdings erst einen Tag später, als wir von den Zebra Rocks zurück waren.

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Auch diese Anlage wurde vor rund 100 Jahren von Norwegern errichtet und macht einen einfachen, aber gemütlichen Eindruck. Die Latrinen waren allerdings schon erbärmlicher als in Mandara und bis auf ein wenig Wasser, welches für uns angewärmt wurde und gerade mal zum Händewaschen reichte, gab es nicht so sehr viel.

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Wir saßen abends in der Gemeinschaftshütte, und  klönten mit ein paar Rückkehrern…..wir waren heiß auf Infos,  Tips  und Tricks aber so wirklich war da nichts für uns bei,
Der Beste Motivationssatz war „ besinne Dich auf Dich selbst, esse, trinke und schau weder nach oben noch nach unten“…..das war übrigens genau das, was ich drei Nächte später durchzog.

Wir gingen früh in unsere Schlafsäcke um dann wiederum eine Nacht durchzuwachen.

16.03.2016: Horombo=> Zebra Rocks 4025m => Horombo

Akklimatisierungstag auch PolePole Tag genannt. Alles lief ein wenig langsamer, gemächlicher. Nach dem Frühstück schauten wir beim Morgengottesdienst vorbei. Die Träger, Guides und Köche waren ernsthaft bei der Sache und feierten einen Kirchengottesdienst um für einen gelungenen Aufstieg zu beten.

Danach ging es zu den Zebrarocks auf 4025m. Ich fand den Weg blöde, steil und nicht interessant. Mir ist klar, dass dieser Tag absolut notwendig  ist, um erfolgreich  bis  zum Gipfel zu kommen, dennoch bin ich kein Fan von Akklimatisierungstagen.

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An den Rocks angekommen, war aber auch ich versöhnt und genoss die schöne Gesteinsformation.

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Auf dem Rückweg klarte es dann so richtig auf und wir bekamen den perfekten Blick auf den Sattel und auf den Kibo. Was der Laie selten weiß, der Kili hat drei Gipfel, wobei der Kibo mit dem Uhuru Peak der Höchste mit 5895m ist.  Neben dem Kibo gibt es den Mawenzi, der sehr ambitioniert zu besteigen ist und den Shira- ebenfalls nur als passionierter Bergsteiger machbar.

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Zurück in Horombo vergammelten wir den Nachmittag, klönten mit Marissa und pflegten uns eingehend mit dem abgekochten Wasser.

Gegenüber unserer Hütte kam eine Minigruppe gerade vom Gipfel zurück und erklärte stolz, dass sie bis Gilman’s Point gekommen sind. Danach hätten sie keine Lust mehr gehabt und wären ausreichend zufrieden mit ihrer Leistung.  Wir schauten uns an und erklärten  zweistimmig, dass wir in jedem Fall versuchen würden, bis Uhuru Peak 5895m zu kommen.

Ein typisches Essen

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Abends hatten wir die Begegnung der dritten Art. Die Tür zur Gemeinschaftshütte flog auf und geschniegelte, gebügelte Münchener eroberten unsere Aufmerksamkeit. Wir bewunderten die frischen Klamotten, Haarschnitte und Designerbrillen und beachteten den Wanderclub, eingekleidet vom Haaransatz mit zu den Schuhen in Jack Wolfskin nicht weiter. Leider bemerkte der Trupp, dass wir uns auf Deutsch unterhielten und kamen an unseren Tisch. Es folgte das übliche Traveller Gedöns   „ wo kommt ihr her, wo wollt ihr hin“ und dann die entscheidende Frage „ wie habt Ihr Euch auf den Kilimanjaro vorbereitet?“ Ich zupfte verlegen an meinem Aldi Fleece herum und bewunderte den Fleck vom Abendessen auf meiner Hose, schaute dann dem Unternehmertypen von MC Kinsey ins Gesicht und antwortete „ wir waren auf dem Brocken!“. Dem fiel die Kinnlade herunter, er schaute uns leicht skeptisch an und lief zu seiner Truppe zurück. Danach folgte emsiges Gruppentuscheln und wir liefen lachend zu unserer Hütte….Fortsetzung zu diesen Spaßvögeln folgte zwei Nächte später!

17.03.2010: Horombo => Kibo Huts 4703m

Am nächsten Morgen zogen wir mit strahlendem Sonnenschein gen Kibo Huts.

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Kurz nachdem wir Horombo verlassen hatten, kamen wir zum „last water point“. An einer Wasserstelle füllten wir zusätzlich zu unseren Trinksystemen noch weitere 6 Flaschen mit Wasser und machten uns mit rd. 14 Liter auf den Weg. Es war elendig schwer und der Weg auf dem Sattel zog sich wie Kaugummi. Man hatte das Ziel immer vor Augen und es kam nicht näher, nicht näher, nicht näher.

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Die Sonne schien doch war es kein wärmendes Licht mehr, bis auf ein paar Mäuse die sich um die letzten Brotkrümel prügelten,  gab es keine Vegetation und es ging ein eisiger Wind.

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Gegen 14:00 Uhr kamen wir auf 4703 m an und wurden von einem Wachmann mit Maschinengewehr begrüßt. Aha, hier herrschte also ein anderer Ton. Ob dies mit der nahen Grenze zu Kenia zu tun hatte oder ob tatsächlich Überfälle stattfinden, wie ich im Vorfeld in einschlägiger Literatur gelesen hatte…..wer weiß?

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Kibo war nur noch eine Massenunterkunft, gedrungene Barracken mit rd. 6 Stockbetten pro Raum, einem Tisch und Stühle. Es gab einen kleinen Aufenthaltsbereich im Flur mit einem großen Tisch und Bänke und sonst nichts.

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Said und Mike schickten uns ins Bett, vorher versuchten wir noch unsere klammen Klamotten in der Sonne zu trocknen, doch nichts da….auf der Höhe wird nichts mehr trocken.

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Leider  kommt man auf extremer Höhe auch nicht mehr zur Ruhe und rennt alle 10 Minuten auf die Latrinen- immer begleitet von einem Soldaten und dem Maschinengewehr. Die gesamte Atmosphäre war angespannt, wir wussten, dass es jetzt ernst wird. Gegen 23:00 Uhr wurden wir aus dem warmen Schlafsack geholt. Said und Mike versuchten, in uns Tee und ein paar Kekse zu ..bekommen und kontrollierten die Batterien der Stirnlampen.

18.10.2010: Kibo => Gilman’s Point ( 5681m) => Uhuru Peak ( 5998m)=> Kibo=> Horombo

Da die Temperaturen sich bei – 20 Grad  (auf dem Gipfel) eingependelt hatten, der Windchillfaktor aber natürlich noch mindestens 10 Grad darunter lag, trugen wir 4-5 Lagen angefangen bei Ice Breaker Unterwäsche über mehrere Funktionsshirts, Fleece und als oberste Lage die High Tech Jacke von North Face, die ich mir im Vorfeld gegönnt hatte.  Zum Schutz für das Gesicht gabs eine Sturmhaube, die Finger wurden mit Underlayer Handschuhen aus Lammwolle sowie den normalen Daunenhandschuhen geschützt.

dsc00381Die Füße waren das größte Problem.  Ich hatte zwar 2 Paar Socken, davon 1x High-Tech bis -30 Grad an, aber durch die dicken Bergstiefel und der eingeschränkten Bewegungsfreiheit war dies auch nicht so optimal, Die Füße wurden richtig eisekalt und im späteren Verlauf der Nacht hatte ich streckenweise Schiss, dass mir die Zehen abfrieren.

18.03.2010, Kibo Huts=> Gillman’s Point=> Stella Point=> Uhuru Peak 5895m => Kibo=> Horombo

Gegen 0:00 Uhr gings los, wir liefen hintereinander, gefühlt in TipTop Schritten und ab der ersten Minute immer steil bergauf. 5 Schritte laufen, stehen bleiben, versuchen Luft in die Lungen zu bekommen und dann wieder 5 Schritte, Luft holen usw.usw.usw. Das Alles in ZickZack bzw. Serpentinen wie man im  Tageslicht dann irgendwann auch sehen konnte.

Irgendwann keuchte Katze „ It’s one“…aha…eine Stunde überlebt und weiter ging es im Schein der Stirnlampen, wie ein Glühwurmband den Krater hinauf.  Irgendwann bekamen wir auch die Info zu 2:00 Uhr und 3:00 Uhr sowie eine kurze Pause in der Hans-Meyer Cave ( 5300m)  benannt nach dem Erstbesteiger. Mir ging es zu diesem Zeitpunkt ziemlich be……. Said kontrollierte meine Zunge, diese durfte nicht kirschrot werden, weil dies ein Anzeichen für ein Lungeödem, also Höhenkrankheit, ist. Unmotiviert versuchte ich nen ekligen Fitnessriegel zu essen, leider verschmierte dieser nur meinen Reisekumpel Tobbe, der brav im Rucksack die Ereignisse der Nacht mitverfolgte. Mein Trinksystem fror ein und auf den Jacken bildete sich Rauhreif vom ausgeschwitzen Schweiß. Said nahm mir meinen Rucksack ab, Wasser gabs aus der Thermoskanne und weiter gings…zwei Schritte laufen, Luft holen, laufen, Luft holen usw.

Alle 15 Minuten musste ich zum „Gesundheitsscheck“ Zunge und Lunge wurden kontrolliert und ich durfte immer weiterlaufen. Stephan meinte nur trocken „eventuell ist langsam eine Entscheidung fällig“ . ja, ….ich durfte weiterlaufen  🙂 ! Ab 5:00 Uhr hörten wir die ersten Jubelschreie vom Kraterrand, Gilman’s Point hatten die Ersten erreicht. Das letzte Stück führte durch Geröll und ist nur noch kletternd zu erreichen, ich konnte mich kaum noch rühren- doch dann…..im Scheine der aufgehenden Sonne sowie geblendet von den Scheinwerfern des japanischen Kamerateams gelangten wir aufs Kili Plateau. Willkommen am Gilman’s Point, auf 5681m Höhe!

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Als ich später die TV Aufnahmen sah, war ich erschrocken wie beschissen ich ausgesehen habe!

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Es gab Cola aus Flasche und tatsächlich, Zucker und Koffein heilen Wunden! Nach kurzer Rast und Fotostop ging es weiter nach Stella Point.  Mit der grünen Kiliurkunde sicher  ( diese hatten wir auf jeden Fall sicher, weil wir Gilman’s Point erreicht hatten) immer schmal am Krater entlang und immer nur steil bergauf.

Sonnenaufgang am Kraterrand

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dsc00460das war der Pfad zum Uhuru Peak- steil und ambitioniert

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Der letzte Schnee auf dem Kilimanjarodsc00457

Am Stella Point dachte Steph mal kurz übers Aufgeben nach, schluckte aber dann nur ne Paracetamol gegen das Kopfweh und lief weiter. Katze, Steph und Mike machten die Vorhut, ich lief in meinem Schneckentempo hinterher.

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Die Jungs erreichten, rd. 45 Minuten vor mir den Gipfel, gemeinsame Fotos von uns Drei auf dem Uhuru Peak existieren demzufolge nicht.

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Vollgepumpt mit Adrenalin kamen die Beiden auf mich zu, als ich noch mit den letzten Höhenmetern im Schleichtempo kämpfte. Die grinsten im Kreis und faselten dummes Zeug. Später beichtete Stephan, dass es Katze gar nicht gut ging …..na wenigstens hatte nicht nur ich Anpassungsprobleme.

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Gegen 8:15 Uhr Ostafrikanischer Zeit hatte auch ich das Ziel erreicht. Ich stand auf dem höchsten Gipfel Afrikas, dem höchsten freistehenden Berg der Welt, auf dem Kilimanjaro auf 5895m Höhe. Das japanische Fernsehteam  kam ungefähr zur gleichen Zeit an und somit war ich nicht Bummelletzte an diesem sonnigen Morgen.

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Nach der Euphorie des gelungenen Aufstiegs blieb immer noch der Abstieg. Wir hatten fast neun Stunden bis zum Gipfel benötigt, runter waren es dann „nur“ noch drei Stunden durch Geröll und Schotter- mehr geschlittert als gelaufen, mit einigen Pausen zwischendurch. Gegen 11:00 Uhr war auch ich wieder an den Kibo Huts. Stephan und Katze lagen im Schlafsack und das Erste was mir entgegengrunzt wurde  “ Du tust mir leid, zum schlafen reichts für Dich nicht mehr“

Das war auch gar nicht nötig, auf 4700m gings mir großartig…..umgezogen, Sachen gepackt , etwas gegessen und den Münchener Heinis ne lange Nase gezeigt, als diese frisch gestylt aus Horombo eintrudelten und ihr Erstaunen über unseren Gipfelerfolg nicht verstecken konnten. Da rutschte mir doch unter der Tischkante der Mittelfinger aus 🙂 . Leider haben wir nie erfahren, ob sie es auch geschafft haben. Wäre mir doch nen Frühstückchen gewesen, wenn die gescheitert wären. Wir übten uns auch in Understatement, als wir gefragt wurden, obs hart gewesen wäre…..“bissel wie der Brocken….nee, geht schon….ist eben nur lang“

Erstaunlicherweise gingen die 10 km bis Horombo schnell und gelassen vorbei, schon erstaunlich wieviel Adrenalin der Körper so freisetzen kann.

v.l Mike, der Hilfsguide der Steph und Katze begleitet und Said, der mich auf den Gipfel schlörrte

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Mit rund 16 Std. wandern in den Knochen, keinem Schlaf und einem Höhenunterschied von 1200 m nach oben und 2200m nach unten, trafen wir am Nachmittag in Horombo  an und erfreuten uns am Abendessen. Ich war so kaputt, dass ich mit meinem Kopf fast in der Suppe gelandet wäre und um 19:00 Uhr lagen wir brav in unseren Schlafsäcken.

19.03.2010: Horombo=> Mandara=> Marangu Gate=> Moshi

Obwohl wir körperlich so erschöpft gewesen waren, war die Nacht nicht so erholsam, wie ich es mir gewünscht hätte. Zum Einen lud mich die Malariaprophylaxe die ich seit dem Abstieg nahm zu wilden Träumen ein, zum  Anderen hatte ich mir die Lippen verbrannt und ein böser Gletscherbrand/ Herpes verunzierte mein Gesicht- MIST

Nach dem Frühstück gings auf die letzte, lange Tour….und wie lang die wirklich war, nahmen wir erst an diesem Tag wahr. Es waren ja auch zwei Tagesetappen, die wir in einem Rutsch mit müden Knochen, Muskelkater und großer Erschöpfung hinter uns bringen mussten.

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Über die Mandara Huts ging es an unserem ersten Lunchstop vorbei. Wir trafen unterwegs Aufsteiger, die regelrecht humorlos waren….na dann mal viel Glück!

Am späten Nachmittag hatten wir es geschafft, wir waren am Marangu Gate und trugen uns aus dem goldenen Nationalparkbuch wieder aus. Die Guides klärten die Urkunden, trugen unsere Gipfelzeit in die Analen des Kilimanjaros ein und holten alle erforderlichen Stempel von der Parkverwaltung ein.

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Wir wollten nur noch die Urkunden, unter die Dusche und zu einer Biertränke.

Bevor wir aber in diesen Genuss kamen, mussten wir erstmal zurück nach Moshi. die Fahrt zog sich und im Springlands angekommen, durften wir auch nicht duschen sondern saßen mit unserer Crew Träger, Köche und natürlich mit den Guides zusammen und feierten den Gipfelerfolg. Wir ließen uns ein wenig befeiern, erfreuten uns an der goldenen Urkunde und verteilten die Trinkgelder.

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Erst danach waren wir frei und konnten zu Dritt den Erfolg in Moshi begießen. Frisch geduscht posten wir am Berg und fuhren danach mit dem Taxi in den Ort

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Das erste Essen schmeckte wunderbar und mit ein paar Kilimanjaros im Kopf schlief es sich in der Nacht himmlisch aber viel zu kurz

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Teil 2: Reif für die Insel

20.03.2010: Kilimanjaro=> Dar es Salaam=> Zanzibar/ Stone Town

Am nächsten Morgen hieß es früh Abschied nehmen. Wir mussten gegen 6:00 Uhr schon zum Flughafen und Katze flog am Nachmittag zurück nach Japan. Nach einer kurzen Verbschiedung von unserem Japaner fuhren wir zum Flughafen Kilimanjaro und erhielten dort die wenig nette Ansage, dass wir leider nicht bis Zanzibar durchgescheckt werden könnten, sondern in Dar es Salaam erneut einchecken müssten. Aha….wir hatten dort aber nur 30 Minuten, wie sollte DAS funktionieren????

Der Kili verabschiedete sich sehr stilvoll  von uns, wir flogen lange am Bergpanorama vorbei.

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In Dar es Salaam  stürzten wir aus der Maschine und hechteten zum Gepäck und zum Schalter der Airline. Diese wiederum ließen uns durch die Katakomben vom Flughafen rennen und durch die Hintertür ging es wieder aufs Rollfeld…..was dann kam, war nur noch lächerlich ! Wir landeten in exakt der gleichen Maschine wie auf der Strecke Kili=> Dar….der Purser begrüßte uns wieder und lachte sich wohl ins Fäustchen, das Mädel vom Flughafen Kili wünschte ich an diesem Tag nix Gutes mehr!

24 Minuten dauert der Flug von Dar es Salaam nach Stone Town/ Zanzibar. Dazwischen trennen sich aber Welten. Während das Festland eher christlich geprägt ist, ist die Gewürzinsel eindeutig muslimisch. Bis zur Unabhängigkeit Tanzanias und dem Zusammenschluß mit der Insel war Zanzibar sozialistisch und das Erste was wir sahen, waren die unattraktiven Plattenbauten im Marzahner DDR Style…leider nur afrikanisch heruntergekommen.

Wir blieben eine Nacht in Stonetown, wohnten dort in einem hübschen Hotel im Zanzibar Style und machten mit müden Knochen die Stadt unsicher, bzw. quälten uns von Restaurant zu Hotel zu Restaurant zum nächsten Cafe´. Ein paar Highlights hat die Stadt zu bieten, die einzig wirklich nennenswerte Sehenswürdigkeit ist das unscheinbare Geburtshaus  von Freddy Mercury.

Unser Hotelzimmer:dsc00514

Anbei ein paar Impressionen von Stone Town:dsc00524

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Freddys Geburtshaus dsc00564dsc00563Das erste Haus am Platz dsc00568

 

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Am Strand dsc00578

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Alles in Allem waren wir einfach nur platt und mit ein paar Kilis im Kopf zogen wir gründliches Ausschlafen der nicht soooo interessanten Stadt einfach vor. Gegen 21:00 Uhr trauten wir uns nochmals auf die Straße, wir waren auf der Suche nach was Beißbaren und würden fündig: Huhn vom Straßenhändler.

20.03.2010 – 27.03.2016:  Stone Town => Jambiani

Am nächsten Morgen hatten wir immer noch Muskelkater…..der wollte einfach nicht vergehen. Wir frühstückten für teuer Geld und nahmen uns dann ein teures Taxi zur Ostküste, Richtung Paje/ Jambiani.

Unser Hotel, direkt am Wasser war klasse. Wir waren alleine, die ganze Anlage gehörte uns. Zum Schwimmen eignete sich das Stückchen Land nicht, da zu viel Riff  und zu wenig Wasser.

Unser Hausstrand

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Die nächsten Tage verbrachten wir mit langen Wanderungen am Strand, wir borgten uns Räder aus und erkundeten die Umgebung von Jambiani und Paje.

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Selbst Geld abholen hatte in den Breitengraden noch abenteuerlichen Charakter. Wir mussten 40 Minuten laufen um an Frischwasser oder Kohle zu kommen.Um ein wenig schwimmen zu können, nisteten wir uns in andere Hotelanlagen ein und nutzten dort den Pool.

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Wir gingen mit den Delfinen von Kizimkazi schwimmen und bewunderten die Äffchen von Jambiani.

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Lediglich unser Versuch des Hochseefischens schlug fehl, das Wetter war zu schlecht, die Fische bissen nicht an.

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Insgesamt waren es sehr entspannte Tage an der Ostküste von Zanzibar. Unseren letzten Tag verbrachten wir allerdings nochmal in Stone Town um von dort dann über Dar es Salaam nach Amsterdam und Berlin zu fliegen.

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Der Fleischer meines Vertrauensdsc01382

Es war eine anstrengende aber auch sehr intensive Reise gewesen. Sicherlich gekrönt durch den erfolgreichen Aufstieg und der Erkenntnis wo die eigenen Grenzen liegen.

Wer die Tour nachbasteln möchte, dem empfehle ich www.climbingkilimanjaro.com.za

Wir haben für unseren Aufstieg einen sehr moderaten Preis gezahlt, wurden optimal vor Ort betreut. Das Springlands Hotel ist nichts Besonderes, für das Land aber bereits gehobener Standard. Tanzania ist zunehmend mehr eine Tourismusdestination geworden, Zanzibar boomt….demzufolge sollte man von den recht hohen Nebenkosten nicht zu überrascht sein.

 

 

 

 

Mexiko 2014: Quintana Roo und Yucatan

Ich war 4x in Mexiko, von den ersten drei Reisen gibt es allerdings nur Papierbilder….vergilbt im Fotoalbum. Allerdings kann ich noch von einem Playa del Carmen berichten, welches noch den Mexikanern gehörte, ein Fischerdorf samt Hafen und wo damals unser  Hotel stand, war Playa auch zu Ende. ….das war 1996 !

Nun war es nach  18 Jahren wieder soweit. Unser Flieger hob pünktlich in Berlin ab und mit einer Zwischenlandung in Düsseldorf, landeten wir gegen 13:00 Uhr Ortszeit in Cancun. Die Einreisemodalitäten hatten sich seit 2000 ( meinem letzten Aufenthalt in Mexiko)  nicht geändert, weiterhin entscheidet der Ampelknopf ob man vom Zoll auseinander genommen wird, oder eben auch nicht. Wir hatten Glück und warteten  kurze Zeit später auf den Bus, der uns nach Playa del Carmen bringen sollte.

Playa del Carmen

Den so arg niedlichen Fischerort gibt es nicht mehr. Statt 165 Fischer wohnen nun   120.000   Einwohner permanent in Playa, nebst Uni Campus, Multi Plex Kinos und Hotels….kilometerlang! Vom Flughafen  bis nach Playa del Carmen zieht sich die Riviera Maya, ein Resort neben dem Anderen, eins größer und schicker als das vorherige. Playa,  der Traum eines jeden US Amerikaners zum Springbreak,  ein Alptraum für den Backpacker. Mir blieb der Mund offen stehen, als wir am ADO-Busbahnhof angekommen waren. Die Quinta Avenida also die Fifth Avenue gibt es noch und sie ist weiterhin der Mittelpunkt des Ortes. Doch wo vor 18 Jahren noch kleine Einfamilienhäuser, Posadas, niedliche Boutiquen und Geschäfte vorherrschten, ist jetzt die Präsenz von Victoria’s Secret ( wirklich wahr) Zara, Forever 25, Burger King und einen Ami Schuppen neben dem Anderen.

Ein paar Eindrücke von Playa, dem alten Fischerort

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Unser Hotel lag in einer Seitenstraße, unweit vom Cozumel Fähranleger, zwei Minuten zum Stadtstrand, den man Keinem mehr empfehlen kann.  Wir wohnten beschaulich, ein kleines mexikanisches Mittelklassehotel mit große Zimmern, ruhig und zentral- super empfehlenswert die Hacienda del Caribe by Encanto.

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Super war auch der Preis….bei Expedia mit fly & hotel gebucht—-1034,– € für 17 Tage !!!!

Und trotz aller Wandlung, Playa hat immer noch was. Sicherlich ist die alte Fischerkirche durch einen schicken Neubau ersetzt worden, die Springbreaker sind ebenfalls grausig und der Stadtstrand ist überfüllt und lediglich ein Partystrand.

Der Neubau

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Bewegt man sich aber nach rechts, am Fähranleger  vorbei und läuft ca. 5 Minuten in Richtung Playacar, findet man DEN karibischen Traumstrand, wie er schöner kaum sein könnte. Keine Resorts, lediglich ein paar Villen und Privathäuser. Läuft man weiter, kommt nur noch wilde Natur und sonst NIX!

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Es ist dort so paradiesisch und menschenleer, dass man so gar nicht verstehen kann, warum sich die Massen am Stadtstrand tummeln- gut so….wir genossen den einzigartigen weißen Pulversand.

Nach den ersten Tagen des Nichtstuns, Ceviche futtern und durch Wallmart shoppen ( auch den gibts überdimensional in Playa) fuhren wir nach Cozumel.

Die vorgelagerte Insel hatte ich noch ganz beschaulich in Erinnerung, doch nichts da…..Kreuzfahrttouristen und All In Hotels! Diese wiederum haben dem Hauptort, San Miguel, nicht gutgetan….man findet schwerlich Restaurants oder Cafés.

Wir borgten uns Räder aus und fuhren gen Osten zu den besten Schnorchelspots. 1996 habe ich, mit Freundin Alexandra, ein Moped  auf der Insel zu Schrott gefahren, inklusive einiger Blessuren, die Gott sei Dank aber schnell verheilt waren. Diese Geschichte ging mir durch den Kopf als wir so über die Insel radelten und plumps, Mathias flog im hohen Bogen vom Rad und grub sich in den Asphalt- Gott sei Dank auch ohne schwerwiegende Verletzungen.

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relaxen auf Cozumel img_2134

img_2174San Miguel, die Hauptstadt auf Cozumel

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img_2208ein Zebrakäfer-  den würde ich sofort nehmen

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Nach einem wunderbaren Schnorchel,- u. Fahrradtag ging es abends in unsere Stammkneipe in Playa. Mit ein bissel Suche findet man sie noch, die mexikanischen Familienbetriebe, die gute Hausmannskost und dies auch noch superpreiswert anbieten. Fernab von All In, Burger King oder den amerikanischen Fresstempeln. Authentische mexikanische Küche ist grandios, wer einmal Enchilada verde gegessen hat, weiß was ich meine.  Das hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Fraß beim Mexikaner in Deutschland oder dem Tourimist zu tun, der  in den 4 Sterne Bunkern angeboten wird.

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Wir übernahmem für eine Woche ein Autochen und unser erstes Ziel führte uns nach Valladolid.

Valladolid:

1996 war ich nur für einen kurzen Lunchstop in dieser so wahnsinnig authentischen Kleinstadt,  wir waren auf dem Weg nach Chichen Itza. Da wir uns mit unserer Buchung vertan hatten und tatsächlich einen Tag zu früh in Valladolid aufgetaucht waren, hatten wir diesmal mehr als genug Zeit. Positiv kam hinzu, dass wir einen bezaubernen Bungalow hatten, der so traumhaft schön war, das ich mir die Hütte  sofort zum Geburtstag wünschen würde !!!

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Wir fuhren als Erstes nach Ek-Balam. Eine Ausgrabungsstätte, die einen super Einstieg in die Welt der Mayas bietet. Diese Anlage war auch für mich Premiere.

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Zum späteren Nachmittag machten wir die Kleinstadt unsicher und fraßen uns durch die Fressstände am  Markt durch. Dort gab es die beste Sopa de Lima, die Loncheria ist eine Art Berühmtheit.

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Die dunklen Tacos sind ebenfalls eine Berühmtheit aus Valladolid

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Es gibt sie noch, die alten Maya Hütten….aufgenommen in der Nähe von Ek Balam

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Die Klosteranlage von Valladolid

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Die Kathedrale von Valladilid

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Chichen Itza

Am nächsten Morgen fuhren wir bereits morgens um 6:00 Uhr nach Chichen Itza und waren tatsächlich die ersten Besucher der Anlage. Ein herausragendes Erlebnis, gesamt Chichen für sich zu haben-unglaublich und kein Vergleich zu meinem ersten Besuch. Selbst damals waren die Horden an Tagestouris, herangekarrt aus Grusel Cancun oder Playa,  bereits da.

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img_2396Wir so ziemlich ganz allein 🙂

img_2410Der berühmte Chak Mol

img_2420Der Ballspielplatz – nur mein Göttergatte ist mit auf dem Bild

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Das Observatorium

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Am Nachmittag ging es zur Cenote Dzinop und wir  genossen das kühle Nass. Mit fast 40 Grad war es eben auch extrem heiß.

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Baden war großartig und uns empfing eine einzigartige Atmosphäre. Gott sei Dank blieben wir von den Horden verschont, gut wenn man so früh dran ist.

Abends genossen wir Selbstgekochtes in unserer Hütte-leider schlug das Essen Mathias direkt in die Magengrube und wir waren sehr dankbar für unser so schönes Bad.

Am nächsten Morgen ging es in die „la ciudad amarillo“-Izamal.….die gelbe Stadt. Eine sehr hübsche Kleinstadt in der die Farbe gelb traditionell verwendet wird. Erfrischend, wie wenig Touristen sich in dieses Kleinod verirrt haben …..

Anbei ein paar Impressionen, seht selbst, wie schön sie ist. Das Highlight ist sicherlich das Kloster-ebenfalls in sonnegelb.

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Unser Tagesziel war die Hacienda Uxmal, dort habe ich in 1996 schon mal gewohnt und freute mich total, wieder in dieses schöne Hotel zurückzukehren. Mathias war dankbar sich und seinen Magen in schöne Kissen kuscheln zu können.

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Uxmal

In der Hacienda Uxmal schläft man, um am nächsten Tag schnell in die Ruinen zu kommen. Kaum Anfahrtszeit und wieder mal hatten wir die Anlage ganz für uns alleine. Was für ein Unterschied zu 1996

Pyramide des Zauberers von Uxmal

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Der Gouverneurspalast, das größte Maya Gebäude der Welt

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Das Nonnenkloster

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wir, vor der Pyramide

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Uxmal ist meine persönliche Lieblingsanlage, gefolgt von Tikal in Guatemala. Ich bin kein so großer Fan von Chichen Itza, Tulum finde ich gar ganz schrecklich. Mehr dazu im Verlauf des Blogs. Ich habe in meinen vier Aufenthalten in Mexiko sehr viele Anlagen gesehen- Monte Alban, Edna oder auch Teotihuacan….aber keine ist sooo schön wie  Uxmal ! Schön, nochmal hier gewesen zu sein.

Merida

Nach der Besichtigung der Ruinen gingen wir ausgiebig frühstücken und fuhren gemächlich weiter nach Merida. Auch hier war ich schon mal für einen kurzen Abstecher und wollte diesmal ein wenig länger bleiben.

Vom Preis-Leistungsniveau stiegen wir in Merida am Allerbesten ab. Wir wohnten in einem Hotel der Touristenklasse, welches seine besten Zeiten schon gesehen hatte- aber hey….für 28$ inkl. Frühstück…seht selbst :

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Wir waren mit unserer Auswahl sehr zufrieden und bummelten total entspannt durch die Stadt und über die Märkte und verfielen dem Shopping Wahn

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img_2823Habaneros-  die schärfste Chili der Welt

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Das Maya Denkmal von Merida

Die Kathedrale

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Am nächsten Tag machten wir uns wieder auf den Weg zurück ans Meer. Wir fuhren allerdings über die Landstraße und besuchten zunächst die Cenote Zaci– mal wieder baden, bevor es erneut in die Ruinen ging.

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Unterwegs sahen wir noch authentische Dörfer, irritiert ist man lediglich von den SUVs vor der Haustür oder auch der einen oder anderen Satelitenschüssel.

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Die Friedhöfe haben mich in Mexiko und Guatemalal schon immer beeindruckt. Ich mag den Totenkult, vor Allem rund um Allerheiligen und ich finde es auch grandios, dass wie Gräber quietschebunt angemalt werden.

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Am Nachmittag erreichten wir Coba, wo ich ebenfalls bereits 1996 herumgestreunt bin. Damals hatte ich Tulum und Coba an einem Tag besucht und konnte, wie bereits erwähnt,  nie  so richtig warm werden mit Tulum….das liegt aber auch an der tollen Lage von Coba, mitten im Urwald und der Tatsache, dass man dort mit Räder durch die Anlage fahren kann.

Die höchste Mayapyramide, mitten im Urwald

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Da wir unseren roten Flitzer für eine Woche gemietet  hatten, fuhren wir zwar wieder zurück nach Playa del Carmen, starteten aber von dort noch zwei Tagestouren.
Eine führte uns nach Tulum &  Xel Ha, die andere auf die Isla Mujeres und Puerto Moreleos

Tulum & Xel Ha

Tulum ist förmlich selbsterklärend. Die größte toruistische Ruinenstätte in Quintana Roo und die einzige, die direkt am Meer liegt Die Lage ist spektakulär, leider aufgemacht wie ein Golfplatz und vollgestopft mit amerikanischen Pauschltouristen. So war es 1996, so blieb es auch in 2014. Und damit die Pauschis nicht alles zertrampeln, ist der Strand gesperrt, die Ruinen umzäunt und der Rasen wird, wie gehabt ,mit Wasser berieselt.

Die Fotos sind allerdings trotzdem spektakulär, die Lage machts und von der Schönheit kann man sich auch nicht lossagen.

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Wir flohen nach knapp einer Stunde und fuhren weiter nach Xel Ha. Xel Ha ist eine natürliche Lagune, um die eine Art Wasserpark gebaut wurde. Alles ökologisch verträglich, abgestimmt auf Mensch und Tier Das Vergnügen besteht aus staunen, schnorcheln und lecker am Buffet futtern. Wir hatten einen Riesenspaß, ich glaube es ist der schönste Park den ich kenne. Nix Achterbahn, nix Thrill….aber viele Fische, Manatees, Manta Rays, Delfine und ganz viel schnorcheln.

In den Häusern befinden sich Restaurant und Umkleiden

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mal wieder richtig abhängen

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img_3062-kopieoder besser so

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Hallo Manatee !

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Delfis sind schwer zu entdecken

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Man erkennt kaum, dass es sich tasächlich um ein Tourispektakel handelt- wunderbar

wir mit Spaß dabei

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Isla Mujeres und Puerto Moreleos

Auf dem Weg zum Fähranleger wurden wir hops genommen. Der freundlich- korrupte Polizist erklärte uns, dass wir zu schnell gefahren wären. Mathias sollte seinen Führerschein abgeben oder eine uns beliebige Summe zahlen! 50€ fand der gute Mann in Uniform fair und als wir ihm erklärten, dass wir nicht mehr Geld dabei hätten, weil wir auf dem Weg nach Punta Sam zur Fähre wären, wünschte er uns einen guten Weg und viel Spaß auf der Isla – spooky.

Die Isla hat sich in den letzen 20 Jahren erheblich dem Massentourismus angepasst. Sie ist immer noch lieblich und süß- der Friedhof birgt immer noch seine alten Piratengebeine und Geheimnisse- dennoch….auch hier überwiegt All In und amerikanische sowie russische Pauschis.

Willkommen auf der Isla Mujeres

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Tourischuppen überall, trotzdem die Stadt hat was!

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Der bizarre Friedhof, inklusive gruseliger Inselgeschichten

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Die Rückfahrt zum Festland hatte es in sich, der Seegang machte nicht nur mich nervös, wir waren zufrieden, als wir wieder festen Boden unter den Füssen hatten. Auf dem Weg zurück nach Playa machten wir einen Abstecher nach Puerto Moreleos. Ein Fischerdorf mit  nicht ganz so schönem Strand aber einem Wahnsinnscharakter-  was fürs nächste Mal ?

 

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Die letzten Tage vor unserem Abflug zurück nach Berlin, verbrachten wir lediglich in Playa del Carmen. Uns reichte der schöne Strand von Playacar und unsere Stammrestaurants, inkl. sagenhafter Ceviche,vollkommen aus.

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Laos 2014/ 2015: Vientiane, Vang Vieng, Luang Prabang

Wir flogen von Bangkok mit meiner Lieblingsairline Bangkok Airways nach Vientiane. Ich mag die Linie so gerne, weil die Flieger hübsch aussehen und immer noch ganz altmodisch Getränke und Essen ausgeteilen- nicht das das Zeug wirklich schmecken würde, ich mag es einfach wenn mich jemand ein wenig behuddelt.

Wir landeten pünktlich in Vientiane und sofort wurden die Unterschiede zw. Bangkok und der laotischen Hauptstadt offensichtlich. Vientiane ist noch sooooo verschlafen, allein der puppige Flughafen und die davor geparkten TukTuks ließen mein Südostasienherz höher schlagen. Im gesamten Stadtgebiet gab es im Dezember 2014 noch keine Hochhäuser- es sind immer noch die Vats die das Stadtbild prägen.

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Traditionelle Architektur prägt das Stadtbild

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Vat Sisaket

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Der Triumpfbogen

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Die schwarze Stupa

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Pha That Louang mit goldener Stupa- das große Heiligtum von Vientiane

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Wir blieben drei Tage in der Stadt am Mekong, besuchten die Haupttempel und genossen die verträumte Atmosphäre. Am skurillsten war mit Sicherheit der Buddhapark- ein buddhistisch-hinduistischer Traum in BETON.

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Am 30.12.2014 ging es per Shuttle nach VangVieng. Wir hatten viel über die Partystadt gelesen, auch dass das Nest nicht mehr an alte Partyzeiten anknüpfen kann, seitdem Tubing und Saufen in LkW – Reifen ein weniger schwieriger gemacht wird.

VangVieng ist ein typisches Touristennest, ohne laotische Kultur, der eine Vat der existiert,  kann getrost vernachlässigt werden.  Es ist die grandiose Natur mit der  VangVieng  aufwarten kann, – oh wow…die Felsen erinnern an die Halong Bay ohne Wasser und  auf dem Fluss tummelten sich die Tuber, Bootchenfahrer oder auch ein paar Kids, die es genossen in die Fluten zu springen. Wir wohnten in einem der Gästehäuser am Fluss, ordentliche Bungalows mit grandioser Aussicht.

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An unserem ersten Tag gingen wir lediglich am Wasser spazieren, genossen die Aussicht und staunten über die Bambusbrücken. Ganze Mopeds und Fahrradfahrer quälten sich arglos über den Fluss. Zum späteren Abend sahen wir auch Heißluftballons die farbenfroh aufstiegen. Nachts war es erstaunlich frisch, auf einmal wurde auch uns der Winter bewusst. Tagsüber konnten es fast 30 Grad sein, nachts hatten wir nicht mehr als 6 Grad.

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Am Silvestervormittag starteten wir zu einem tollen Spaziergang in der Umgebung. Wir wurden von zwei Straßenfiffis begleitet, die uns echt lieb gewannen. Einer begleitete uns sogar bei unserer Abreise bis zum Bus. Wir besuchten die umliegenden Dörfer, genossen die Landschaft und ließen uns den Fluß hinauf bis zum Startpunkt der Tuber treiben. Dort erwartete uns harte Technomusik, die Hipster von heute und die Althippies von gestern glühten bei 30 Grad schon mal für 2015 vor. Wir blieben ne Weile und schauten dem Treiben zu und ließen uns dann von einem LkW Fahrer, der die Reifen aus VangVieng zurückbringt einfach mitnehmen.

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Silvester verbrachten wir auf der Bambusbrücke von VangVieng bzw. auf einer Holzplattform im Fluss, über dem Wasser.

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Allerdings war es empfindlich kalt, der Tequila Sunrise schmeckte fürchterlich und die Life Band spielte schrammeligen laotischen Pop.  Wir schauten noch beim Insider Tip „Sakura“ vorbei, konnten dem Massensaufgelage aber nicht viel abgewinnen, zumal der Laden auf ca.  300 Leute ausgelegt war und mindestens doppelt so viele Menschen dort abhingen. Da ich das Jahr 2015 noch erleben  und nicht ersticken wollte, zog es uns wieder an die frische Luft. Die Zeit zog sich bis  0:00 und auch danach passierte nicht viel. Feuerwerk? Fehlanzeige-  happy Ballons stiegen in den Nachthimmel, mit jeder Flamme die angezündet worden war, verbarg sich ein Wunsch für 2015. Wir gingen früh schlafen und standen am nächsten Morgen pünktlich am Reisebüro, in freudiger Erwartung unseres Shuttles. Dieser kam erst 1,5 Stunden später. Die Entschuldigung des Fahrers „ es ist Neujahr“ achja mein Freund, für uns auch!  :-)Wir wären auch gerne noch nen Stündchen länger im Bettchen geblieben. Positiv könnte man anmerken, dass die Strecke nach Luang Prabang nicht ganz ohne ist und der Fahrer mit mehr Schlaf natürlich auch konzentrierter und vor Allem nüchterner mit seinen Fahrgästen unterwegs war! Einer unserer Mitfahrer kotzte sein Quantum Silvesterwhiskey unterwegs wieder aus- was für eine Verschwendung des guten Mekongs.

In Luang Prabang habe ich mich sofort verliebt. Nicht nur in unser Gästehaus sondern einfach in alles…der Blick auf den Mekong, die Sindat Restaurants, die  Vats und die Mönche, die mystische Stimmung und die französischen Häuser.

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Nervend sind lediglich die Massen an Chinesen, die mit ihren Fresstempeln ( 200+ X Besucher in einem Restaurant) die Gegend verschandeln. Gefahren werden nur noch SUVs und  natürlich wird in Horden aufgetreten. Unseren ersten Nachmittag vergammelten wir am Mekong und liefen im späten, goldenen, Nachmittagslicht die die Hauptstraße von L.P hinunter.  In den Vats versammelten sich die Mönche zur Puja, der Ort wurde mystisch- überall erklangen die dumpfen Gesänge der Mönche.

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Abendstimmung am Mekongimg_8712

Am Abend hatten wir unser erstes Problem, wir bekamen um 20:30 Uhr nichts mehr zu essen, weil entweder die Chinesen die Restaurants bevölkerten, oder aber die Läden schon geschlossen hatten.

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Sonnenuntergang am Mekong

Die nächsten Tage waren geprägt durch die vielen, vielen Tempel in der Stadt. Es wäre müßig sie alle aufzuzählen, ich habe mir die Namen im Einzelnen auch nicht alle gemerkt.

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Beim Klosterfriseur 🙂img_9176a

Anzumerken sind folgende Tempel, aufgrund des Unesco Status, der Lage oder weil sie einfach sooooo schön waren:

Vat Xieng Thong

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Vat Mahatat ( wenn ich mich nicht irre 🙂 )

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Natürlich waren wir auch bei der Morgenzeremonie, wenn die Mönche barfuß, vor Sonnenaufgang, die Tagesration Reis erbetteln gehen. Diese Zeremonie ist zwar zu einer schrecklichen Tourismusfalle verkommen, gesehen haben sollte man dies aber doch und wenn man Lin und Wan aus Shanghai und Peking vergisst, dann bekommt die Zeremonie auch wieder etwas Magisches.

Tak Bat Zeremonie:

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Für die Mönche gabs Reis, für und dieses typische Frühstück in SOA:

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Meine Lieblingsbeschäftigung für fünf Tage war es, mit dem klapprigen Rad durch den Ort zu heizen und die Brücken zu beobachten. Ganz oft kamen Mönchsgruppen per Boot oder zu Fuß und liefen über die Bambusbrücken- ein ganz tolles Bild.

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Ein weiteres Highlight sind die Wasserfälle rund um L.P. in denen man auch schwimmen kann. Mathias ging natürlich hinein, mir war es eindeutig zu winterlich.

Kuang Si Wasserfall

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Einen Tag opferten wir für ein Dorf  Trekking in den Bergen und im Nachgang gehört dieser Tag zu meinem schönsten in Laos. Wir wurden früh, mit einem offenen Pick Up (dieser Transfer war am Ende dafür verantwortlich, dass ich auch nach meiner Reise noch 14 Tage das Bett hüten durfte) in die Berge gefahren. Über Stock und Stein ging es bergauf und bergab von Dorf zu Dorf und am Ende zum Baden zu einem Wasserfall.

Hmong Mädchen in Tracht !

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Typische Hütten

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Wir sahen viel von den sehr harten Lebensbedingungen,  der Armut aber auch von den Kids, die noch spielen können und sich sinnvoll mit dem wenigen was Ihnen geboten wird, beschäftigen….was für glückliche Kinder.

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An unserem letzten Tag schauten wir uns den Morgenmarkt und den Königspalast an. Skuril die kleinen Nager, die zum Verfuttern verkauft wurden.

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img_9971Der Vat vom Königspalast

Leider mussten wir nach nur 10 Tagen das wunderschöne kleine Laos verlassen und gen Hanoi fliegen. Ich komme bestimmt mal wieder…..ganz bestimmt.