Kategoriearchiv: Italien

Italien 2021, I: D, A, I- Geislerspitzen & St. Josef am See

Während sich das Wetter in Deutschlad so langsam aber sicher vom kalten Winter erholte, fuhren wir Anfang Juni ins wettertechnisch ebenfalls gebeutelte Italien, besser gesagt nach Kaltern in Südtirol. Die Vorhersage war ziemlich komisch, nicht kalt aber wohl absolut nass…..seht selbst. 

Am Abreisetag (03.06.21) stand ich um 5:10 Uhr in der Küche und fabrizierte Wiener Schnitzel fürs Abendessen. Danach gings an den Rechner und ich erledigte in den folgenden vier Stunden noch einiges an E-Mails und haute nach einem halben Arbeitstag in den Sack- URLAUB. Um 10:30 Uhr standen wir an unserer Aral Tanke und gegen 11:00 Uhr waren wir in Mahlow am Campingplatz.Dort gabs  erstmal nen ordentlichen Rüffel, Mathias war zu schnell an der Rezeption vorbeigerauscht…..wir wieder! Das Ankuppeln klappte besser als am Wochenende zuvor, knapp 30 Minuten später waren wir zur Abreise bereit, ja wenn die Emily sich nicht ( verbotenerweise) unter den Wohnwagen begeben hätte und mit einem braunen Schlierenrücken wieder zum Vorschein kam…..Gott sei Dank, es war keine Igel,- o.  Fuchskacke….nein, es war Öl! Zunächst versuchten wir es mit Wasser, doch man weiß, Fett löst nur Fett! Abends bearbeitete ich sie mit Bodylotion. Beim Ausparken bemerkten wir unseren ersten Fauxpas…..die Außenspiegel waren noch nicht dran! Also hieß es nochmals basteln, bis wir um 11:50 Uhr schlussendlich „ on the road“ waren. Anfangs hoppelte sowohl der WoWa als auch der Skoda. Dies ließ irgendwann nach, wir schoben es auf den Untergrund der Autobahn. Schnell entspannten sich Pilot und Copilot, die Bianca lag gut in der Spur, die Autobahn war nicht übervoll, 100 sind eine gute Reisegeschwindigkeit. Das wir überhaupt 100 fahren dürfen war der Hartnäckigkeit meines Mannes geschuldet, der noch eine Woche vor Abreise eine 100er Zulassung dem KVA aus den Rippen leierte.

Wir kamen recht zügig voran und mit zwei kleineren Pausen ( der Wagen benötigte nach 450km schon frisches Diesel) trudelten wir gegen 17:30 Uhr in Denkendorf ein. Dort hatten wir bei Stellplatz.info einen 4€ Stellplatz gefunden, der quasi neben der Autobahn lag. Wir schmissen 5€ in die „ Kasse des Vertrauens“ und amüsierten uns über die männliche Else Kling aus Denkendorf…….Rentner, nicht besonders helle dafür umso neugieriger. Der Typ stand am Ende schon in unserem Wohnwagen. Als wir uns nicht mehr um ihn kümmerten verzog sich der Kerl aber und wir konnten in Ruhe wenigstens Markise, Tisch und Stühle ausräumen. Schnell wurde der Kartoffelsalat und die Schnitzel, sowie Bouletten aus Berlin herausgeholt und ein leckeres Abendessen wurde eingeläutet. Emily beruhigte sich und benahm sich auch anständig,als wir überraschenderweise doch noch Nachbarn an diesem Abend bekamen.

Die Gassirunde war ebenfalls richtig toll, nicht nur das wir nen bissel von der fränkischen Provinz sahen, auch Emily kam auf ihre Kosten. In der Nachbarschaft war ein kleiner Beagle, der einen Narren an unserem Hund gefressen hatte. Die Liebe beruhte auf Gegenseitigkeit ….doch leider wurde das junge Glück von den Hundeeltern empfindlich gestört…..wir wollten ins Bett und erklärten Emily, dass auch andere Schwiegermütter schöne Jungs haben.

Der Tag hatte uns geschafft, er hatte ja mehr als früh begonnen. Wir fielen in einen unruhigen Schlaf, Mathias kämpfte nachts um 1:00 Uhr mit Kopfschmerzen und um 5:30 Uhr war die Nacht auch schon wieder vorbei! 

Wir aßen ein halbes Brötchen und schluckten 3 in 1 Nescafe hinunter, koppelten Biancalein wieder an und vergaßen erneut die Spiegel….verdammte Axt! 

Um 6:30 Uhr waren wir wieder auf der Autobahn und kamen zügig voran, bis Rosenheim und dann ging  erstmal nichts mehr. LKWs wurden en Block abgefertigt, die Dinger standen sogar auf der Mittelspur und verursachten einen Stau von ca. 10km Länge. Mindestens 300-400 LKWs warteten so auf Einlass nach Österreich, wir zogen auf der linken Spur von dannen.

An der österreichischen Grenze wurden wir kurz befragt, da wir aber nur Transit waren, entfiel eine Anmeldung für Österreich. Um 10:00 Uhr waren wir auf der Brennerautobahn und gegen 11:40 Uhr schlussendlich in Bella Italia. Da wir uns unsicher waren, ob wir schon gegen 13:00 Uhr in Kaltern  auftauchen können ( wir hatten vergessen die Check In Zeiten zu klären) und das Wetter noch komplett vom Wetterbericht abwich, entschieden wir die 15km von Klausen ins Villnößtal zu fahren. Die Aussicht die Geislerspitzen zu sehen, ließ uns unvorsichtig werden. Wir waren uns sicher, 15km durch die Berge, das schafft auch Bianca. Die Serpentinen gingen an sich auch, Busse und LKWs waren ebenfalls auf der Strecke, dennoch…..es war eng und wir schworen uns „nie wieder“. In St. Magdalena nahm Mathias dann leider eine Linkskurse zu eng und unsere Fahrradständer gruben einen tiefen Kratzer in die Stoßstange…..Mist…..

Verbotenerweise standen wir dann am Naturparkhaus und fragten uns zur Kirche St. Magdalena durch, Antwort einer herzigen Südtirolerin „ Aussicht hams hier überall“….nachdem auch der zweite neugierige Südtiroler uns geholen hatte, befanden wir uns auf dem Kirchweg. Wir wollten den gepriesenen Fotospot der neben dem Zeitmangel ( bei uns) einen weiteren Haken aufwies. Das Betreten der Wildwiesen ist zur Zeit absolut verboten, des Weiteren fing es an zu tröpfeln und das tolle Foto von @roterRucksack ( s.Abfotografie) wurde weiter oben, von irgendeinem Privathof, nachmittags bei traumhaften Wetter im Hochsommer, geschossen.

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Wir freuten uns dennoch über die Geislerspitzen und standen um 13:30 Uhr wieder am Auto. Die Spiegel kamen wieder ran, das Ausparken klappte besser und nach kurzem Verfahren waren wir wieder auf der 15km Talstraße. Mathias schimpfte wie ein Rohrspatz, Gott sei Dank hielt sich der Gegenverkehr in Grenzen. Aufeinmal gab es ein hässliches Geräusch und der rechte Außenspigel schoß an uns, Deichsel und Bianca vorbei! Mathias fuhr rechts ran, sammelte die Überreste ein und bastelte am Abend einen Ersatzspiegel zusammen. Gott sei Dank, keine weiteren Beulen an Auto oder WoWa. Obwohl so ein Spiegelunfall quasi überall passieren kann und das Abbiegen (links) auch nicht auf das Villnößtal/ Val di Funes geschoben werden kann, war mein lieber Gatte natürlich trotzdem erstmal satt. Als wir dann auch noch die Autobahnauffahrt bei Klausen verpassten und auf der alten Brennerstraße unterwegs waren, hatten wir für diesen Tag genug.

Unsere Ankunft in St. Josef am See war dafür umso schöner! Erste Schilfreihe, nur das Biotop trennte uns vom Kalterer See! So hatten wir im Januar gebucht, so haben wir es bekommen!

Beim Einparken halfen ein Italiener u. Deutscher und danach bauten wir unser Wohnzimmer aka Markise, Tisch, Stühle auf. Emily lernte die süße Paula kennen, unsere Nachbarshündin mit einem Wahnsinnsgemüt! Was sich dieser Labrador bereits am ersten Abend von unserem Rüpel gefallen lasste musste….unglaublich.

Wir schlossen also Bekanntschaft mit unseren Nachbarn, erkundeten den Campingplatz (90% deutsche Urlauber, alles ausgebucht, es wurden bereits Anreisende abgewiesen) und waren von den sanitären Anlagen, Supermarkt, Restaurant sehr angetan. Alles sehr sauber und gepflegt. Maskenpflicht in den Sanitäranlagen ( die Deutschen hielten sich nur schwerlich daran) und ein sehr gutes Restaurant.

In diesem versackten wir, 2-4  Bier u. Radler flossen durch unsere Kehle und unser Abendessen ( Knödelsuppe/ Spaghetti  als Primi, Pizza Capriciosa ( Mathias) und Oktopus als Hauptgang waren wirklich lecker.

Das Highlight des Abends war aber unsere Inspizierung des Seezugangs.

Der Weg durch das Biotop ist unglaublich, links und rechts nur Schilf und dschungelartige Vegetation. Am Ende wartete eine Badeplattform und lockte in Europas wärmsten See ( immerhin nach diesem schlechten Frühling schon 18 Grad). Mathoas ging an diesem Abend noch hinein, mir genügte der Blick. Emily darf leider nicht in die Nähe des Sees….schade.

Mit einem letzten Drink vor dem WoWa ging  es um 22:00 Uhr in die Heia….gute News wiegten uns in den Schlummer, Italien ist ab Samstag 5.6.21 kein Risikogebiet mehr, also haben wir alles richtig gemacht. Das Wetter hatte sich an diesem Tag auch gehalten….

Deutschland 2021, Mahlow: Generalprobe gelungen

Was hatten wir uns am 17.12.20 gefreut, als uns unsere neue Errungenschaft, die hübsche Bianca, aus dem Hause Bürstner überreicht wurde.

Viel wurde uns an diesem Tag erzählt, besonders ist mir die Wasseraktion in Erinnerung geblieben. Der Verkäufer hatte Wasser in unsere Bianca gefüllt, damit alle Wasserhähne, Klospülung und Dusche vorgeführt werden konnten. Was Carbotec nicht bedacht hatte, es war Dezember, das Wasser musste wieder raus, Frostschutzmittel in die Wasserleitungen hinein.

Seit Mitte Dezember stand unser WoWa ungenutzt auf seinem Stellplatz in Mahlow. Anfangs waren wir fast täglich da, Weihnachten wurde selbstverständlich im Bürsti zelebriert, in 2021 hielten sich die Besuche in Grenzen. Der Lockdown machte uns zu schaffen, die Campingplätze waren geschlossen. Anfang Mai 2021 wussten wir nicht, ob wir vier Wochen später wirklich nach Italien fahren würden.

Doch dann kam der kalte und regnerische Mai und die Fallzahlen sanken, sie sanken so tief, dass ab Pfingsten 21 die Campingplätze wieder öffneten. Mit einem strengen Hygienekonzept, Antigentest usw. war es nun auch uns möglich die Bianca aus ihrem tiefen Schlummer zu holen.

Mit viel Gepäck und einem mehr als aufgeregten Wauzi machten wir uns auf den Weg nach Mahlow. Wir meldeten uns an, Mathias zahlte den Stellplatz für eine Nacht ( inkl. aller Gebühren 40,–€) und dann standen wir vor dem WoWa und überlegten…..wie war das mit dem Ankuppeln, sind wirklich alle Schlösser und Diebstahlsicherungen gelöst? Zack, die ersten dreißig Minuten waren um und Bianca stand immer noch auf ihrem Stellplatz! Na das konnte ja heiter werden…….blöd wenn man sechs Monate keine Lust auf Servicebuch und Co hatte.

Die nächste Schwierigkeit, wie bekommen wir unser neues Zuhause denn nun gerade und nahe an den Anschlüssen eingeparkt? Nach einigen erfolglosen Versuchen fuhr Mathias nochmals eine Runde um den Platz , um von der richtigen Seite die Bianca einfach rückwärts zu setzen…..puuuuuh geschafft ! Gut das wenig Menschen auf dem Platz waren, wir sahen bestimmt mehr als lustig aus.

Als nächstes bekam Bianca Strom, doch warum passte das Kabel nicht, was macht die unsinnige Klappe da? Und warum brannte denn nun aufeinmal Licht im Bad und verdammte Axt wo ist der Lichtschalter zu diesem Licht????

Die Erkenntnis, dass ein klein wenig Gewalt ( der Stecker passte doch) und Mut helfen, hatten wir mehrfach an diesem Tag. Ähnlich verhielt es sich mit der Markise, hier half ein You Tube Video weiter! Emily beobachtete unsere hektischen Aktivitäten und ein großes Fragezeichen stand in Ihrem Gesicht „ Leute, dass soll unsere neue Form der Freizeitgestaltung sein?!“

Nach der Markise wurde die Bodenplane ausgerollt, das gelang uns fast fehlerfrei und wir atmeten auf. Die nächste Übung bestand aus der Befüllung der Wassertanks. Warum ist das Zeug rosa und schäumt ???? Achja, das Frostschutzmittel ist ja noch drin! Nach 100l Durchspülplörre ( 4x lief Mathias das Grauwasser entleeren) hatten wir es geschafft….nun ja, als Trinkwasser würde ich den Cocktail „Pink Swimmingpool“ nicht empfehlen,dafür hatten wir 20l im Trinkwasserkanister ( mitgebracht aus Britz).

Nach dem ersten Enthusiasmus musste ich feststellen, dass das Wasser nicht warm wurde, die Toilette nicht spülbar war. Wo lag das Problem? Das Wasser wird immer über die Heizung erwärmt, diese musste erst in Betrieb genommenwerden und die dicke Bedienungsanleitung lag noch ungelesen herum……

Das Klo war an diesem Tag die größte Herausforderung, der Knopf der Wasserspülung ließ sich leicht in den Innenraum des Fäkalientanks ( keine Angst, dieser ist separat) hineindrücken. Mathias bastelte also an den Anschlüssen, bis sich die Pumpe verselbständigte und die Toilettenspülung ungehindert Wasser in den Innenraum pumpte. Also rannten wir nach Stromabstellung und Handtuch und legten Bianca wieder trocken, ufff !

Kurz und gut um 16:30 Uhr kochte ich den ersten Kaffee auf meinem neuen Herd und freute mich über gekühlte Getränke, einer gebastelten Klospülung sowie einem Hund, die nach viel Aufregung zur Ruhe kam.

Wir fummelten den restlichen Nachmittag an vielen Kleinigkeiten herum und gegen 18:30 Uhr wurde der neue Cadac Safari eingeweiht, Würstchen gehen immer, Salat ohne Salz ( vergessen) dafür mit Brühe ……Nach all der Aufregung gab es drei Campari Orange und leichte Entspannung in den neuen Stühlen.

Unser Fazit, die Generalprobe ist mit kleinen Unpässlichkeiten gelungen, der Rest wird sich einpegeln. Am Abend bewunderten wir unser kleines Schloss, ich finde unsere Bianca immer noch sehr hübsch.

Gegen 22:30 Uhr fielen uns die Äugelein zu, nicht nur Emily war fix und fertig von unseren Aufbaumarathon oder war es bei den Zweibeinern die Campari Orange????

Unsere erste Nacht war weniger kalt als gedacht, selbst die 7 Grad Außentemperatur konnte man aushalten. Emily schlief fast durch, sofern Niemand von uns die Rollos betätigte, die an allen Fenstern vorhanden sind! Unser kleiner Hystericus kann mit Jalousien nur bedingt, Rollos findet sie knapp vor Scheiße…..

Im neuen Omnia backten wir die Brötchen vom Vortag auf, das Frühstück unter der Markise war gemütlich und super entspannend. Das erste Mal kam in mir der Gedanke auf, dass es nett wäre, nicht nach Hause zu müssen…..doch leider lief die Zeit ab und um 12:00  Uhr verließen wir pünktlich den Platz. Der vorherige Abbau verlief fast unspektakulär, lediglich das erneute Einparken auf unseren Dauerstellplatz wurde zu einem manuellen Schieben, da die  Aufteilung auf dem Platz doch recht eng ist. 

Unser nächstes Ziel führt uns gen Süden….immer geradeaus….über Alpen und Brenner und dann genau 1x rechts abfahren…stay tuned!

Vom Wauz fand ich folgende Notiz auf meinem Kopfkissen: Liebe Lieblingsmenschen, Ihr seid merkwürdige Tiere. Ihr schleppt Taschen über Taschen in diese Schlafdose, beschäftigt Euch 4,5 Std mit komischen Dingen, esst tolle Würstchen ( davon hätte es mehr geben können) nehmt mir Platz im Bett weg, schlaft in frischen Betten ( igitt) und fahrt am nächsten Morgen wieder nach Hause…..das Konzept Camping finde ich komisch und verstehe es noch nicht. Ich weiß, Ihr gelobt Besserung….versprecht es mir, ganz dolle! Pfötchen gedrückt, Alles Liebe Eure Emily.

Spanien, Mallorca, VI: Cala Esmeralda, Palma und ein PCR Test

Unser Tag begann mit Regen, zu vielen Kindern und einem Schnelltest. Wir hatten beschlossen, dass wir uns vor dem offiziellen PCR am Sonntag (02.05.21) mal eben selbst testen um uns, ggfs. mit offiziellen Stellen in Verbindung setzen zu können, und im schlimmsten Fall zwei Tage Quarantäne schon mal absitzen könnten.

Das Ergebnis war, Gott sei Dank….ach seht es selbst :

Angesichts der ganzen maskenlosen Fraggles und der Fraktion „ich fühle mich in meinen Grundrechten bedroht“ kann man sich schon mal Gedanken machen….wobei wir den Kontakt grundsätzlich so gut wie es ging vermieden haben.

Da das Wetter sehr an April, weniger an Mai erinnerte, verzogen wir uns ins Bett und genossen einen ruhigen Lesetag. Draußen regnete es sehr teutonisch, Mallorca mit deutschem Frühlingswetter anno 2021….

Gegen 14:00 Uhr riss die Sonne auf, wir legten uns an den Pool und brüteten zwei Stunden in der prallen Sonne. Die Männer sprangen ins kalte Meer. Mittlerweile waren auch die Wochenendspanier im Hotel angekommen, es war merklich voller…..

Elke und ich machten uns auf in die Nachbarbucht, wir wollten mal schauen, ob es nicht noch etwas Schönes zu entdecken gab.Der Weg führte uns nach Cala d‘ Or Downtown und siehe da…die ersten Restaurants waren wieder offen. Da allerdings alle Hotelanlagen an der Cala Ferreira noch oder für immer geschlossen waren, gestaltete es sich als sehr schwierig, überhaupt an die besagte Bucht heranzukommen.

Wir bahnten uns eine Weg durch die hohle Gasse und genossen ein fast menschenleeres und hübsches Fleckchen Erde, überraschenderweise mit Bademeister.

Da wir uns den langen Weg zurück nach Playa Esmeralda ersparen wollten, krochen wir durch eine geschlossene Hotelanlage und waren binnen zehn Minuten wieder am Inturotel.

Am Abend genossen wir nochmal das Buffet, leider war es wirklich viel zu voll, die fünf Angestellten hinter dem Buffet überfordert mit den vielen Menschen….Corona hat doch Vieles verändert und der Kampf um die heißbegehrte Paella wird als legendär in das Erinnerungstagebuch dieses Urlaubs eingehen….wir sind nicht die HP Typen und werden es nicht werden. Besonders angetan hatte uns ein spanischer Macho Schnösel, der den Planchagrill bedienen sollte….Betonung liegt auf „ sollte“…. am Ende durften vier Andere seinen Job machen, während er den Grill säuberte, sich die Hände wusch, dann einen Gast bediente und wieder putzte….drei Leute vor Dir in der Schlange bedeutete 20 Minuten warten aufs Futter! Wenn die Bude im Sommer ausgebucht ist, weiß ich schon, wer seinen Job verlieren wird!

Am Abend zeigte sich die Poolanlage im schönsten Licht, da vergaß man, was am Buffet ein Stockwerk höher so los war…..

Unser vorletzter Urlaubstag stand im Zeichen des PCR Tests am Flughafen in Palma. Wir hatten den Termin bereits vor der Buchung unseres Hotels vereinbart, wußten damals nicht, dass auch das Inturotel den Test anbietet. Für meine Schwiegereltern, die ja einige Tage nach uns nach Berlin fliegen, buchten wir das Test Date um, wir blieben am Flughafen, da wir sowieso nochmal ins Parada del Mar wollten und bereits an Elkes Geburtstag den Tisch reserviert hatten. So fuhren wir gemütlich nach der Buffetschlacht Richtung Palma, parkten bei Hertz ( man kann ja auch mal was mit dem Autovermieter zu besprechen haben) und suchten die Teststation von Eurofins Megalab. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wußten, Eurofins ist die Bude, die in 2020 die Tests in Bayern versaubeutelt hatten…..als Reiserückkehrer eine Woche auf ihre Testergebnisse warten mussten. 

Naja, wir waren fast 30 Minuten früher zur Testung, die Codes wurden gescannt und es erfolgte der Nasenabsrrich, der bei mir ziemlich schmerzhaft war. Ich finde allerdings bereits die Popelschnelltests unangenehmen und bin kein Maßstab. Auf jeden Fall schmerzte meine Nase noch am nächsten Tag….so viel dazu! 

Die Mädels von Eurofins betonten mehrfach, dass wir das Testergebnis binnen 12 Stunden hätten, also gegen 23:00 Uhr am gleichen Tag.

Nach der Testung fuhren wir nach Palma und parkten den Ford unterirdisch auf der Placa d‘ Espania. 

Vorher bewunderten wir das Melia Palma, welches zur Corona Quarantäne Station umfunktioniert worden war. Es liegt direkt am Wasser und der Schnellstraße. Mit Blick in den Betonbunker konnte man gut das vollvermummte Pflegepersonal sehen, welches die positiv Getesteten bewacht….gruselig. Man möchte dieses Schicksal auf keinen Fall teilen, eine Erfahrung die mehr als überflüssig ist.

Es gab nochmal einen netten Bummel durch die Altstadt von Palma mit  dem Ziel eines zweiten Ale- Hops, einer Apotheke ( FFP2 Masken in allen Farben, zum Dumpingpreis).  Auch der Blumenmarkt auf den Ramblas wurde nochmals bewundert, man mag es kaum glauben, was in Spanien für schrecklich gebundene Blumensträuße ausgegeben wird.

Im Anschluss kehrten wir nochmals in die Tapas Bar. neben der tollen Bäckerei ein und genossen eine Sangria Cava, also weiß! Dazu gab es Nachos….1x f.4…als Tapas.

Da wir noch etwas Zeit hatten, das Wetter unglaublich war, zog es uns zur Platja de Palma, besser gesagt nach Can Pastilla. Der Ort, der direkt hinter der Landebahn von Palma liegt und mich 1998 beherbergt hatte. Mein Hotel hab ich nicht mehr gefunden, geschweige denn, das ich mich an den Namen erinnern könnte. Der Fluglärm war nicht so nervig wie in 1998, das lag wohl eher an Corona als an einer Änderung der Einflugschneise.

Nachdem wir ein wenig auf der Promenade promeniert hatten, fuhren wir schnurstraks nach Cala Major ins Parada del Mar. Dort hatten wir zu 14:30 Uhr einen Tisch bestellt und genossen nochmals Meeresfrüchte satt…..kommen die Bilder bekannt vor?!!? Ja, wir aßen uns nochmals durch die acht Gänge:

Gegen 16:00 Uhr fuhren wir zurück nach Cala d‘Or, überfielen Eruski und verbrachten den Spätnachmittag mit packen…Jamon Serrano will ordentlich verstaut werden. Auf dem Weg zum Hotel kam ich schlußendlich in den Genuss, ein Foto mit Schäfchen, Olivenbäumen und mallorquinischer Landschaft zu bekommen. Meistens entdeckt man nämlich keine Haltebuchten….ärgerlich!

Den späteren Abend mit Tatort, Macke ( ich gewann nach hartem Kampf) und Tapas verbracht.

Ab 22:30 Uhr wurden wir langsam unruhig, wir erwarteten das Testergebnis, welches auch um 23:00 Uhr noch nicht da war…….das ging gegen unsere preußische Gründlichkeit. Auch um 23:30 und 0:00 Uhr bekammen wir nur die Mitteilung „ in Bearbeitung“….. so langsam wurden wir unruhig und gingen mit einem blöden Gefühl ins Bett. Gegen 1:00 Uhr war ich wieder wach….nichts in der App, ab 3:00 Uhr konnte ich nicht mehr schlafen und ergoogelte Plan B : Antigentest, Plan C: neuer PCR Test, Übernachtung in Palma und neuen Flug……Plan D war immer noch die Quarantäne bei positivem Testergebnis, darüber wollte ich nicht nachdenken. Plan BA war der Kontakt zu Eurofins Megalab, was quasi ein Ding der Unmöglichkeit ist… Auch um 7:00 Uhr war das Testergebnis noch nicht da, schlechtgelaunt ging ich unter die Dusche. Mathias hatte ein wenig besser geschlafen, schlechte Laune hatte er aber auch und unser Frühstück schmeckte nur so semigut. Wir hatten uns zunächst für Plan BA entschieden, wollten Kontaktaufnahme über unsere Rezeption versuchen, dann frühzeitig nach Palma fahren und den Antigentest organisieren.

Gott sei Dank machte es aber um 9:00 Uhr dann doch plimm im Handy und die Ergebnisse waren da! Mit der Gewissheit der negativen Testergebnisse lagen wir nochmal drei Stunden entspannt am Pool, aßen dort lecker in der Snackbar und fuhren um 13:15 Uhr planmäßig nach Palma. Für alle Mallorcanachahmer, bitte nutzt die Möglichkeiten in den Hotels. Die Tests sind etwas teurer, dafür sind die Ergebnisse binnen Stunden da! 

Am Flughafen verabschiedeten wir uns von Mathias Eltern und checkten problemlos ein. Die Tests wurden abgeglichen und schlußendlich konnten wir ein wenig durch den Flughafen bummeln. Die Restaurants sind dort übrigens auch alle geschlossen weiterhin darf in den Innenräumen, sofern es sich nicht um Hotels handelt, gegessen werden.

Mit rund 45 Minuten Verspätung flogen wir ab, eine nette Coronaauszeit ging damit zu Ende. Übrigens, in Berlin interessierte sich Niemand für den Test, im Flieger saßen wieder komplette Idioten ( Einer hatte seine FFP 2 Maske gedrittelt,diese war unten offen) und man kann nur hoffen, dass diese zu dämlich waren, auch die notwendigen Tests zu fälschen.

Mein Fazit: Nein, wir haben unsere Entscheidung zu fliegen zu keiner Zeit bereut. Die Mallorquiner geben sich große Mühe die Auflagen einzuhalten, überall erhielten wir Desinfektionsmittel, die Wege im Hotel waren zum Teil als Einbahnstraßensystem gekennzeichnet. In Palma wurde täglich Fieber gemessen, die Buffets haben keine Selbstbedienung mehr, die Insel versucht Alles um die Inzidenz niedrig zu halten. Mallorca benötigt dringend Touristen, die meisten Hotels sind geschlossen. In den grosen Tourispots siehts nen bissel besser aus, Palma, Cala Ratjada und Port de Soller hatten sogar eine große Auswahl an Restaurants. Die meisten Idioten haben wir am Kap Formentor als auch in den Fliegern erlebt…..grundsätzlich Männer die partout die MNS Regeln umgehen sollen.

Die meisten Reisenden mit Denen wir uns unterhalten haben, hatten ähnliche Einstellungen wie wir…..es ist auf der Insel ungefährlicher als in good old D. Wir haben ein Berliner Paar getroffen, das die Zeit zwischen den beiden Impfungen auf Malle verbringt, quasi nach dem Motto „ wir wollen den Dreck jetzt partout nicht mehr bekommen“….absolut nachvollziehbar.

Mallorca war ein Traum für Entdecker, wir erfreuten uns an leeren Stränden und relaxtem Sightseeing. Sicherlich wird sich die Insel füllen, doch wer die Möglichkeit jetzt noch nutzen will…ab, los in den Flieger. Das Wetter wird täglich besser, die Infrastruktur verbessert sich ebenfalls täglich. Das Risiko sich anzustecken würde ich als sehr niedrig einschätzen.

Wir waren einfach nur happy, die Insel nach über 20 Jahren Abstinenz wieder besuchen zu dürfen und haben unsere Auszeit sehr genossen.

Spanien, Mallorca, V: Kap Formentor, Sa Calobra, Porto Colom, Cala Ratjada

Die Sonne strahlte vom Himmel, schnell war klar, dass wir ans Kap Formentor und auf dem Weg mal eben über den Markt von Sineu schlendern wollten.

Also ging es quer über die Insel, links und rechts die alten Steinmauern mit Schäfchen und Olivenbäumen. Nach gut einer Stunde Fahrzeit waren wir in Sineu und ergatterten einen Parkplatz in Laufdistanz zum Markt.

Das, was mich 1998 noch begeistert hat, war 2021 nur ein müder Abklatsch vergangener Zeiten. Gott sei Dank war der Markt nicht voll….aber irgendwie hat man bereits Alles gesehen….1998 liefen die Viecher sogar noch frei herum.

Nach ner kurzen Runde über das Marktgelände fuhren wir weiter zum Kap Formentor. Wir benötigten ca. 45 Minuten, am zentralen Aussichtspunkt fanden wir schnell einen Parkplatz und staunten ab dem Moment nicht schlecht……min. 50% ignorierten die Coronauflagen und schlenderten gelassen ohne MNS auf der Aussichtsplatform, inkl. Steg entlang….bei genauerem Hinhören erkannte man in erster Linie Deutsche, Niederländer, Franzosen und ein paar Spanier….zum brechen….damit wird die gesamte Sommersaison in Gefahr gebracht. Mein Tip an die Balearische Regierung, stellt nen Controletti auf und kassiert ordentlich ab, gebt die Kohle den Bedürftigen auf der Insel.

Die Aussicht war dennoch traumhaft, wir hielten uns von der „ Oben ohne Fraktion“ fern und genossen die Bergwelt der Serra de Tranmutana.

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Blick nach Port de Pollenca.

Der letzte Weg zum Kap war recht abenteuerlich, relativ viele Autos bahnten sich mit uns durch die Serpentinen bis zum Far de Formentor.

Auch das Restaurant am Leuchtturm war sehr gut besucht. Wir ergatterten einen Tisch und genossen ein Sonnenbad um die Mittagszeit und bewunderten die vielen Radler, die sich die Serpentinen zum Kap gegeben hatten.

Nachdem wir den Sonnenschein genossen und erste Wolken aufzogen, machten wir uns wieder auf in Richtung Inca/ Soller. Unser Ziel war die Ortschaft Sa Calobra mit dem Highlight Torrent de Pareis. Die Straße war mehr als abenteuerlich, wir bewunderten meinen lieben Mann für seine Geduld.

Mein Reiseführer ( Baedecker) schreibt zu Sa Valobra : „Die in die winzige Ortschaft Sa Calobra führende Serpentinenstraße Ma-2141 ist eine der abenteuerlichsten, aber auch meistbefahrenen Straßen Mallorcas. Sie führt über 800 m hinab zum Meer; berühmt ist vor allem die 360-Grad-Kehre Nus de la cobata (Krawatten-Knoten) etwa auf halber Höhe der Strecke. Unten angekommen reihen sich in der winzigen Bucht die Restaurants. Doch zunächst geht es von einem großen Parkplatz zu Fuß weiter in Richtung Meer. Folgen Sie der Promenade nach rechts, die im weiteren Verlauf zu einem Pfad wird, und durchschreiten Sie die beiden Fuß-gängertunnel. Nach etwa zehn Minuten erreichen Sie die Mündung des Torrent de Pareis: Im Winter stürzt sich dieser Wildbach mit unvorstellbarer Kraft von den Höhen der Serra de Tramuntana ins Mittelmeer – im Frühjahr und im Herbst sind seine bis zu 200 Meter tiefen Schluchten ein Paradies für Wanderer.“

Wir waren hellauf begeistert, die Tunnel waren relativ lang und dunkel und man war kaum auf das Panorama gefasst, welches sich uns eröffnete.

Der Marsch durch den Tunnel verzückte uns, da kamen Kindheitserinnerungen bei dem Einen, der Anderen durch .

Auch der Blick aus dem Tunnel war sehenswert.

Vor Jahren konnte man wohl auch von der „ Meerseite“ in die Schlucht hineinschauen, doch dieser Weg war für uns leider, leider gesperrt.

Mit einem letzten Blick auf den Hafen von Sa Calobra machten wir uns am sehr spàten Nachmittag wieder auf die fast zweistündige Fahrt nach Cala d‘ Or.

Wir bewältigten die Kurven und waren am Ende happy, dass uns das Navi über Soller und nicht über Inca zurück in die Zivilisation brachte,

Um 18:30 waren wir wieder am Inturotel, mit dem schnellen Kauf von vier Coupons fürs Abendessen wurden wir zu Buffeteroberern…..zu Quallen wird man in diesem Urlaub nicht, da es gar nicht mal so leicht ist, überhaupt ans Essen zu kommen, Die Coronaauflagen werden hier auf Malle sehr ernst genommen, der Erfolg gibt den Mallorquinern recht.

Nach der ganzen Fahrerei vom Vortag blieben wir am Donnerstag, 29.04.21 faul am Strand und Pool. Nur zur Erinnerung, so schlecht haben wir es ja auch nicht getroffen.

Klärchen gab Alles, leider pfiff auch ein eisiger Wind….es ist eben erst April. Da sich der Wind leider nicht legte, verzog ich mich gegen 14:30 Uhr nach drinnen, die Sonne hatte eh bereits geküsst.

Gegen 16:30 Uhr fuhren wir in den Supermarkt, am Abend gab es Selbstgekochtes aus den beiden Restaurants 3OG links u. rechts…..angefangen mit Artischocke und Senf/ Ei Dip über Avocado, Krabben und Spaghetti.

Das schlechte Wetter aus Europa scheint nun auch auf Malle angekommen zu sein. Die letzten Tage verheißen nichts Gutes, bereits am 30.4.21 zeigte sich der Himmel verhangen aber noch trocken. Wir fuhren zunächst nach Porto Colom, einen hübschen Fischerdorf ohne nennenswerte Hotels und ohne Strand an der Ostküste, rund neun Kilometer oberhalb unserer Unterkunft.

Hier hatte ich 1998 zwei tolle Fotos geschossen, eins davon hing jahrelang im Büro, vergrößert auf 20×30 cm…..damals war es….mittlerweile hat sich die Skyline des Ortes verändert, die Kirche wurde quasi zugebaut, die neuen Bildchen haben keinen Rahmenanspruch. Porto Colom ( katalan: Portocolom) verfügt allerdings über den größten Naturhafen der Insel und behauptet von sich, der Geburtsort des gleichnamigen Seefahrers zu sein. Chronisten sind sich allerdings einig, Christoph Columbus wurde in Genua geboren. Dennoch muss viel Geld im Ort gewesen sein, die wunderschönen alten Villen zeugten davon.

Wir parkten den Wagen in Hafenähe und schlenderte in das 4800 Seelendorf.

Leider fing es, auf dem Weg um den Hafen herum, zu regnen an….die Schauerneigung verfolgte uns den gesamten Tag und wir wurden tatsächlich nass….

Unser nächstes Ziel war die Majorica Fabrik in Manacor….niemals nie hätten wir uns vorstellen können, dass diese aufgrund der Pandemie geschlossen hat….doch leider war dem so! Traurig standen wir vor dem Fabrikgebäude und schlunzten am Ende durch ein sehr, sehr schönes Aldi…..wohl die tollste Filiale weltweit!

Da sich das Wetter so einigermaßen hielt, die nächsten Tage nichts Gutes versprachen, fuhren wir weiter nach Cala Ratjada. Sowohl Mathias als auch meine Schwiegereltern hatten in der Hochburg der Deutschen bereits Urlaub gemacht und Alle wollten alte Erinnerungen aufwärmen.

Schnell war ein Parkplatz gefunden, schnell hockten wir an der Strandpromenade in einem Restaurant und ließen uns einregnen und einfrösteln. Der Wirt ( Deutscher, naturlich) war relativ entspannt, erzählte, dass es Ostern wohl sehr voll war, die jetzige Flaute im April ganz typisch wäre. Offiziell startet die Saison zum 01.05.21 und die Mallorquiner sind zuversichtlich wenn „ die Spanier sich nicht wieder in Horden zusammenrotten und Strandparties feiern“…..O- Ton…..verantwortlich für die hohen Zahlen ist die recht abstandslose Kultur der Spanier.

Nachdem es sich abgeregnet hatte, machten wir nen Bummel durch den Ort. Wir besuchten die örtliche Apo und mussten traurigerweise einsehen, dass gewisse Medikamente auch nur noch mit Rezept abgegeben werden…..


Endlich, ja endlich gelang es uns einen Blick auf Majorica Schmuck zu werfen und irgendwie zückten alle Vier das Portemonnaie.

Schlussendlich landeten wir in einer Cocktailbar, tranken eine Sangria….die urtypisch von einem waschechten Deutschen angerührt worden war.

Arta entpuppte sich als toter Ort in der Siesta und da die Blase drückte, machten wir uns auf gen Heimat.

Abends schwangen wir den Kochlöffel, aßen die Spaghettireste vom Vortag und genossen nochmal Muscheln, ein paar Garnelen, Salat und Melone mit Erdbeeren.

Nach einer Runde „ Macke“ gings ab in die Heia.

Spanien, Mallorca 2021, III: Tranmutana & kleine Dörfer

An unserem letzten Tag in Cala Major zog es uns ins Tranmutana Gebirge.

Das Wetter zeigte sich sonntäglich, am Ende wurde es direkt heiß. Sie Spanier fröhnten ebenfalls die sonntägliche Spazierfahrt und zum ersten Mal bekamen wir einen kleinen Einblick, wie schrecklich es auf Mallorca in der Hochsaison sein muss.

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Port Andratx, ein puppiges Nest ohne Strand, viel Flair, vielen Restaurants und kleinen Fischerkaten. Wir waren auf Anhieb begeistert, aufgrund der guten Infrastruktur auf sicher ein tolles Ziel in den Zwischenjahreszeiten, wo es eher nicht ums Planschen geht.

Der Controletti auf dem Parkplatz zog eifrig seine Runden, nach 45 Min. hauten wir aus Port Andratx ab und hielten das nächste Mal in der Vallachei der Tranmutana….die Aussicht und ein Pinkelstop im Grünen.

In Banyalbufar hatten die Mauren Terassen für den Olivenbaumanbau angelegt. Diese sind erhalten geblieben und auch wir bewunderten die Baukunst.

Immer wieder sahen wir bezaubernde Olivenhaine, Fincas und kleine Dörfer.

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Unser Abstecher nach „ La Granja“ dem Vorzeigehof von Mallorca war schnell zu Ende, aufgrund der Pandemie war die „ schönste Scheune Mallorcas“ geschlossen, Wir bummelten ein wenig die Hauptstraße entlang und hofften einen Blick auf das Gehöft zu erlangen.

Über die Mittagszeit kamen wir in Vallgemossa an und aufeinmal waren auch ein Haufen Touris mit uns im Nest. Gott sei Dank war die Bande gefräßig und hockte in den Restaurants des Dorfes, so konnten wir das Winterquartier (1838/39) von FrédéricChopin und George Sand fast ohne Störungen genießen. Das Wetterchen gab Alles, für Sightseeing ist Mallorca im April wirklich empfehlenswert. Der Name des Prtes leitet sich übrigens aus dem arabischen Musa ab…..

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Nach dem ersten Künstlerdorf kam das zweite Künstlerdorf, DeiÁ, malerich am Berghang gelegen. Wir beließen es beim Panoramablick, wir hatten noch viel vor an diesem Tag. Da wir durch DeiÁ fahren mussten und der Glanz des Nestes hierbei ein wenig verloren geht, tat es uns nicht leid, dass wir keine weitere Zeit dort verschwendeten. Angeblich wurde DeiÁ durch die TV Serie Hotel Paradies, Ende der 80er zum Hotspot der dt. Touris….sei es drum.

Die Uhr zeigte mittlerweile 16:00 Uhr, als wir durch Soller fuhren. Übrigens fährt der berühmte Zug von Palma nach Soller zur Zeit nicht! Unser nächstes Ziel für eine Pippipause, Bier und Kaffee war Port de Soller. Der Ford wurde fachgerecht in einem Parkhaus einquartiert, der Controletti schrieb gerade nen Freiburger auf….überall auf der Insel sollte man tunlichst die Parkuhr nicht überziehen. Die Preise sind allerdings mehr als moderat angesetzt, 0,50€ für 30 Minuten.

Kurz und gut, uns zog es ans Wasser. Wir bewunderten die Bimmelbahn, die Soller mit Port de Soller verbindet, hatten Spass an den planschenden Kindern. Die Luft stand im Nudeltopf, Port de Soller liegt herrlich versteckt in einer Bucht.

Man sagt ja immer, dass das Beste ganz zum Schluss kommt und auf uns traf das an diesem Tag auch zu.

Wir fuhren ( 1998 bin ich gelaufen) die 5km von Soller nach Fornalutx. und bewunderten das „ Schönste Dorf Spaniens“. Immer wieder erhält der kleine Ort diese Auszeichnung, das Dorf sieht aus wie mustersarniert und schmiegt sich in die Serra de Tranmutana auf 1448m. Da es bereits nach 17:00 Uhr war, hatten wir den Ortskern fast für uns, lediglich an der kleinen Placa Major tobten die Touris. Man mag ebenfalls nicht an Hauptsaison oder Post Corona denken…..muss scheußlich sein.

So schlenderten wir durch die verlassenen Gassen, genossen das schöne warme Licht und waren hochzufrieden über unseren Tag.

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Zurück nach Palma ging es über die Autobahn, pünktlich zum Abendessen waren wir wieder am Marivent und entschieden uns für das Buffet im eigenen Haus.

Der Tag hatte Reibut gezollt, bereits um 22:00 Uhr lagen wir frisch geduscht in unserer Heia.

Spanien, Mallorca 2021, I: Cala Major

Ok, ich gebe es zu, wir sind Mallorcaschweinchen geworden. Zu unserer Entschuldigung, die Flüge waren bereits seit 2020 in unserem Besitz und es war wohl mehr Glück als Verstand dabei, dass die Inzidenz bei rund 30 lag, als wir Ende April auf die Baleareninsel flogen. Nun galt es lediglich einen PCR Test im Vorfeld der Reise zu machen, die Einreiseformulare für Spanien zu bewältigen und den PCR Test vor Abreise von der Baleareninsel zu organisieren. Über Wochen hinweg waren wir unsicher, ob wir fliegen sollten, beobachteten die Lage in Spanien, mussten sogar das ebenfalls seit einem Jahr gebuchte Hotel in Palma nochmal umbuchen, weil dieses leider geschlossen war. Die Infektionszahlen blieben stabil, rund zehn Tage vor Abflug waren wir uns sicher, dass wir die Auszeit aus dem virusverseuchten Deutschland antreten würden.

Wir hatten die Nacht zuvor in Großziethen bei meinen  Schwiegereltern verbracht, aufgrund der Ausgangssperren wollten wir morgens um 3:15 Uhr nicht von Berlin anreisen, wenn es aus GZ doch schneller geht. Später gab das www  ( ADAC)Auskunft, dass wie überhaupt nicht hätten fliegen dürfen, da Anreisen während einer Ausgangssperre tabu sind….gut, dass wir diese Info nicht im Vorfeld hatten, ich Schisser hätte keine ruhige Minute gehabt.

Um 2:30Uhr pustete meine Schwiegermutter die Geburtstagskerzen aus ( sie feierte ihren 70. Geburtstag), um 3:15 Uhr stand das Großraumtaxi vor der Tür und in knapp 12 Minuten standen wir, mit Sack und Pack, am Terminal. Es war absolut nichts los auf den Straßen,  am BER umso mehr…..die Maschine nach Malle war, bis auf ein paar Restplätze, ausgebucht! Das Abfertigungsprocedere war perfekt organisiert, (sowohl Test als auch Einreise España wurde kontrolliert)  und Easyjet meinte es  mit den Sicherheitsbedingungen gut. Nur das kleine fiese, egoistische Wesen namens Mensch kann oder will sich nicht an die Regeln halten. Die Einen halten die Sicherheitsabstände nicht ein, Andere zogen die versifften Nuschelpullis unter die Nase, so wie das eklige Exemplar eine Reihe hinter uns.

Pünktlich landeten wir auf der Baleareninsel und mit uns ein paar Maschinen aus Stuttgart, Hannover, Genf und Hamburg, Willkommen im 17 Bundesland. Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass es leer auf dem Flughafen gewesen wäre. Die Touris verteilten sich aber großartig auf der Insel, so dass es eher lauschig auf Malle zugeht. Nur 10% der Hotels haben zur Zeit geöffnet……ich möchte nicht zur Hochsaison auf der Insel sein.

Das Einreiseformular wurde gescannt, das haben die Insulaner super organisiert und schnurstracks standen wir bei Hertz und versuchten unseren PKW zu ergattern. Leider versuchten unsere Landsleute aus Hannover, Stuttgart, Genf und Hamburg dies auch! Am Ende standen die Männer eine Stunde in der Reihe, während wir Frauen die Stullen aus Berlin verspeisten, das Gesicht trotz Nuschelpulli in die Sonne streckten und uns über das schöne Wetter ( morgens um 9:00 Uhr, 17 Grad) freuten.

Wir übernahmen unseren Ford und machten uns auf die Socken ins „Be Live Marivent Adult only“ in Cala Major, ca. 4 km außerhalb von Palma.

Unser Hotel war die dritte Option, nachdem auch die zweite Buchung. ( Be Live Azur Marivent) von der Hotelkette eigenständig umgebucht worden war. Doch diesmal bekamen wir das Upgrade, letztendlich ein altes Hotel, welches super modernisiert worden war. Wir waren sowohl mit dem Zimmer und vor Allem mit der Aussicht auf die Bucht zufrieden und genossen erstmal den Balkon.

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Mathias bereitete seiner Mutter einen hübschen Geburtstagstisch zu, das Hotel in Palma als auch unser Essen am Nachmittag gehörten zum Geschenkepaket.

Die Frühlingsonne gab Alles, der fehlende Nachtschlaf zollte Tribut. Für rund 1,5 Stunden verzogen wir uns auf die Liegen am Pool, wo übrigens keine Maskenpflicht war.

Die Männer testeten auch das Meer an, doch bei 15 Grad Wassertemperatur kommt noch keine so richtige Badelaune auf.

Gegen 14:00 machten wir uns, gut verbrutzelt, auf den Weg ins „ La Parada del Mar“ einem Restaurantip mit Geheimtipanspruch. Man bekommt das geboten, was der Name bereits prophezeit…..die gesamte Auswahl des Meeres! Geordert wird an der Theke und zu Kilopreisen….und man ist zunächst leicht überfordert! Wir entschlossen uns für die Variante 8 verschiedene Gänge, Getränk und Nachtisch und fielen fast vom Hocker! Dieses Restaurant ist ein Muss, wenn man Meeresfrüchte liebt! Meine Schwiegereltern testeten sich tapfer durch Muscheln, Octopus und Kalmare und waren am Ende so schwer begeistert, dass wir nochmal einen Tisch für die nächsten Tage reservierten.

Die Preise waren als sehr moderat zu bezeichnen, am Ende wäre ein Essen in Berlin, beim Italiener mit all den Gängen und Nachtisch weitaus teurer geworden.

Nach dem Essen liefen wir gen Palma und stießen auf den Palacio de Marivent wo sich Joan Miro im Garten mit seinen Skulpturen verewigt hat. Miro lebte auf Mallorca und auf der gesamten Insel trifft man auf seine Kumstwerke. Der Park zum Palast war noch 30 Minuten geöffnet und somit bummelten wir ein wenig durch die hübsche Grünanlage.

Das nächste Ziel war der Hochseehafen von Palma, an dem eigentlich, ja eigentlich, die verdammte Kreuzfahrt hätte starten sollen. DIE KREUZFAHRT DIE MATHIAS ENDLICH NACH OSLO BRINGEN SOLLTE…..was daraus am Ende werden wird, stay tuned! Fakt ist, dass auch im zweiten Coronajahr Oslo erstmal gecancelled werden musste. Dafür waren wenigstens die Flüge nicht umsonst gewesen……

Wir verweilten dennoch am Hafen und versuchten einen Blick auf La Seu, der berühmten Kathedrale zu werfen….doch nichts da, zu viel teure Jachten und Industrie versperrten den Blick.

Nach einem Abstecher in Mercadona ( ich liebe spanische Supermärkte) einem Absackerdrink auf dem Balkon genommen und vollkommem erschossen ins Bett gefallen. Mallorca hat mich nach 23 Jahren wieder, die Inzidenz lag am 23.04.21 übrigens bei 21 und das gab uns ein super Gefühl für die nächsten Tage. Die Mallorquiner freuen sich über Lockerungen, ab dem 24.4.21 durften Restaurants auch wieder abends öffnen, Geschäfte länger auf haben und sich mehr Personen in persona treffen…..so kanns gehen, wenn man sich an harte Maßnahmen hält.

Italien 2020, XII: Tramin, Kaltern, Seiser Alm

Der nächste Tag brach um 7:00 Uhr mit den Läuten der Glocken des wohl in Italien erfolgreichsten Unternehmen an, bimmelbammel, bimmelbammel…..so eine Dorfkirche in Reichweite ist hübsch, morgens um 7:00 Uhr nur nervig.

Auch der Blick auf die schöne „Sonnenterasse“ brachte keine Erleichterung, es hatte schwer geregnet, die Berge waren quasi im Nebel verschwunden, nur die morgendlichen Temperaturen waren mit 16 Grad als mild zu bezeichnen.

Nun denn, wir waren innerlich ja darauf vorbereitet gewesen und machten zunächst gelassen Frühstück. Unser Ausflug zur Seiseralm stand ja von Vornherein auf wackeligen Wetterfüssen und somit vertagten wir dieses Unternehmen auf den nächsten Tag. 

Nach dem Frühstück zog es aufeinmal auf und die Sonne zeigte sich, so dass wir schnell unsere Sachen packten und zum Kalterer See fuhren. Dort parkten wir an der Seeperle, fanden unterwegs noch zwei Campingplätze, die uns wohl irgendwann mal, auf dem Weg nach Süditalien, beherbergen dürfen.

Der Kalterer See ist lediglich 1,8km lang und 900 m breit und auch seine Tiefe liegt gerade mal bei 5,8m. Dafür ist er mit 28 Grad Wassertemperatur im Sommer auch der wärmste Badesee Europas.

Am See wurde es direkt sommerlich und wir freuten uns wie die Schneekönige.

Auch ohne Wanderschuhe starteten wir die dreistündige Seeumrundung, die wir allerdings nach 40 Minuten unterbrechen mussten, da die Parkuhr ablief.

Wir bewunderten die Obstplantagen, für die Kaltern berühmt ist. Selbstverständlich blieben aber alle Äpfel dort hängen wo sie hingehören….Andere klauten fleißig, eine widerliche Unsitte.

Nach einem Holundersaft in der Seeperle fuhren wir zurück nach Tramin, schnappten uns die Wanderschuhe und begaben uns auf den Gewürztraminer Wanderweg.

Hierbei handelt es sich um einen mittelschweren Wanderweg durch die Weinstöcke des Gewürztraminers, mit geistigem Input.

Eigentlich war der Weg Pippifax, doch durch zwei miese Anstiege kamen wir doch richtig ins Schwitzen…..Emily krauchte ebenfalls mehr oder weniger enthusiastisch mit uns mit. Klettern tut ein Westie gerne, einfach nur Anstiege findet sie doof.

Wir waren allerdings mit dem Rundweg mehr als zufrieden, hatten wir doch ein paar schöne Ausblicke genossen. Die Freude war mehr als groß, das sich das Wetter noch einigermaßen hielt.

Wir schlürften einen Kaffee in unserer Unterkuft, duschten und fuhren zu Tramin-Cantina. Unser Ziel waren nicht nur einige Flaschen von dem guten Gesöff, wir wollten auch eine kleine Weinprobe mitnehmen.

In der Cantina kann man nicht nur guten Wein kaufen, die Möglichkeit sich durch alle Weine durchzukosten und pro Probe zw. 0,50€- 1€ zu zahlen ist eine geniale Option am späten Nachmittag.

Wir versuchten drei verschieden Weißweine und kamen gut angedüdelt im Pernhof an. Diesmal entschieden wir uns Alle für Klöße mit Pfifferlingen plus Suppe. 

Den Abend ließen wir wieder mit „ Hund ärgere Dich nicht“ ausklingen, diesmal mit der Sonderregel, dass Emily per Hundedropsies mitlief und bei jedem Rauswurf ein Leckerli bekam. Selten haben ich einen Hund erlebt, der aufmerksamer versuchte ein Brettspiel zu begreifen. Leider scheiterte sie nach rd. 30 Minuten und wir weckten sie nach jedem Rauswurf mit einem Hundedrops, es muss ihr wie der Himmel auf Erden vorgekommen sein. Emily wurde übrigens Zweite bei dieser Partie!

Auch an unserem letzten Urlaubstag zeigte sich der Himmel verhangen, die Wetter App gab uns aber zu verstehen, dass es auf der Seiseralm erst ab Nachmittag regnen würde.

Also fuhren wir die rd. 60km nach Seis am Schlern und fuhren mit der Seiseralmbahn auf Europs größte Hochalm (56qkm).

Ich war 1997 während eines Skiurlaubs mal auf der Seiseralm gewesen und war gespannt, wie die Alm ohne Schnee aussieht. Wer glaubt, dass es sich hierbei um einen einzigen großen Bauernhof handelt, der liegt komplett falsch. Mehrere Höfe, Hotels und Hütten stehen auf der Seiseralm und das  Plateau ist auch nicht flach, es gibt mehrere Liftanlagen die sommers wie winters die Besucher noch höher bringen. Auch die höheren Lagen gehören zur Seiser Alm.

Emily musste ab der Bergstation und in der Gondel Maulkorb tragen, ein Umstand der ihr zu schaffen machte…..schon mal einen traurigen Westie gesehen? 

Die Fahrt kostet übrigens 18€/ return, Parkplätze sind für umme.

Auf der Seiser Alm war es zwar trocken, die Wolken gaben aber keinen, nicht einen einzigen Blick auf die Dreitausender um uns herum frei….nichts mit Langkofel und Co.

Wir waren trotzdem happy und liefen ein wenig auf der Alm herum, bis wir uns entschlossen den Lift nach Pufflatsch zu nehmen und noch höher auf die Alm zu kommen. Mit diesem Lift überbrückten wir nochmal 400 Höhenmeter und entschlossen uns dann für eine Wanderung zur Arnikahütte um dann zu den Hexenbänken weiter zu laufen.

Auch ohne Ausblick auf die Berge ( An den Hexenbänken hätte man ins Grödnertal gucken können) genossen wir die Wanderung. Es war noch einiges an Vieh auf der Alm, der Abtrieb war noch nicht vollumfänglich abgeschlossen.

In der Arnikahütte gab es neben einem Holundersaft noch Knödeltris ( Spinat/ rote Bete/ Käseknödel) mit Butter, Salbei und Parmesan….ein Gedicht!

Der Blick in das Grödnertal wird überbewertet:

Die Hexenbänke waren steiniger zu begehen und machten wirklich Spaß, der Hund lief eifrig mit.

Gegen 14:30 fuhren wir wieder mit der Bahn aufs Seiseralm Plateau und schlenderten dort ein wenig herum. Der Langkofel versuchte sich durch die Wolken zu schieben und scheiterte kläglich.

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Mathias hatte Spaß am Hexenstein, einem Findling auf den er als Kind mal geklettert ist und der an dieser Stelle seit rd. 15.000 Jahren liegt. Mit dem Rückzuck der Gletscher wurde der Tschonstoan (ladinisch) von seinem eigentlichen Platz wegtransportiert. Bereits in der Steinzeit wurden am Hexenstein die oft Tage dauernden Jagden rituell begonnen, der Stein als Versammlungsort genutzt.

Auf der Alm werden neben Kühen auch Alpakas, Pferde und Esel gehalten. Insbesondere an den Alpakas und den Eseln hatte unser Hund Spass.

Gegen 16:30 Uhr waren wir wieder im Tal, es hatte auch auf der Alm angefangen zu regnen und hörte im Verlauf des Spätnachmittags auch nicht mehr auf zu plattern.

Auf dem Rückweg nach Tramin verfuhren wir uns und wären beinahe in Österreich gelandet, statt der Abfahrt Modena/ Bozen nahm Mathias die Richtung zum Brenner….upps…Gott sei Dank kamen wir in Klausen nochmal runter  und konnten wenden.

Wir fuhren über Kaltern zurück nach Tramin. Kaltern ist größer als Tramin und wirkte auf uns noch viel voller. Allerdings nahmen wir uns keine Zeit für den Ort, Mathias besorgte lediglich ein paar Flaschen Vino und weiter gings zu unserer Cantina.

Diesmal nahmen wir uns die Rotweine als Probe vor und verließen wieder mit ein paar Flaschen Lagrein und Blauburgunder den Sufftempel.

Der Pernhof hat am Donnerstag Ruhetag und nach einigem Hin u.Her sowie einem Spaziergang im Regen landeten wir im Bürgerhaus der Stadt. Dort war eine gute Pizzeria mit großartiger Speiseauswahl untergebracht. Mathias kam nochmal zu seiner heißgeliebten Pizza, Helena genoss wiederum Knödel und ich ließ mir ganz profan Spaghetti schmecken.

Die Südtiroler zeichnen sich durch ein wahnsinnige Gastfreundschaft aus. Als wir gefragt wurden, ob wir einen Nachtisch möchten und uns unisono auf Kaiserschmarren einigten, meinte der Kellner ganz trocken „ der Koch erschlägt mich, den haben wir seit einem Jahr nicht mehr auf der Karte, Ihr bekommt trotzdem einen“…..das ist doch der Wahnsinn, oder????

Unseren letzen Abend ließen wir mit einem guten Glas Gewürztraminer ausklingen, spät packten wir und schlüpften unter die Dusche.

Zu unserem Abreisetag gibt es nicht so viel zu erzählen. Wir fuhren mit strömenden Regen ab, hatten vorher noch Coop und die Cantina überfallen und den Wochenendeinkauf für Berlin erledigt. Es regnete den gesamten Weg aus Südtirol hinaus, es wurde auch in Tirol nicht heller, der Rotz begleitete uns auch in Deutschland. Zwischen München und Nürnberg standen wir in grässlichen Staus. Nach rund elf Stunden, drei Stunden mehr als drei Wochen zuvor, waren wir wieder in Berlin.

Unser Fazit zu Italien während Corona fällt rundum positiv aus. Das Land hält sich an die Coronaauflagen, überall sieht man Infektionsmittel und auch junge Leute tragen Maske, tagsüber und abends verpflichtend. Die Polizei verhält sich unauffällig, ist aber in Großstädten präsent, in Florenz wurde abends auf den Plätzen durchaus kontrolliert. Wer hätte gedacht, dass die Italiener disziplinierter als die Deutschen sein können? Wir waren positiv überrascht und haben uns bis auf Sirmione und auf der Piazza Michelangelo in Florenz sicher gefühlt. Wer allerdings glaubt, dass Italien „leer ist“, der wird enttäuscht werden. Aufgrund der Reisewarnungen in allen großen Urlaubsländer Europas profitiert Italien als lachender Dritter….gut so, dass Land war im Frühjahr arg gebeutelt.

Italien 2020 XI, : Gardasee &Tramin an der Weinstr.

Wir befinden uns offiziell wieder auf dem Weg gen Heimat. Mit uns machten sich viele Deutsche ebenfalls auf den Weg, die Autostrada war ziemlich voll. Die Flucht vor dem Regenwetter im Süden Europas hatte begonnen….. Wir waren allerdings geplant auf dem Weg zum Gardasee, um wenigstens einen kurzen Blick auf das italienische Lieblingsziel der Deutschen zu werfen. Ich hatte es vor mehr als 30 Jahren mal nach Malcesine und Riva im Rahmen eines Tagesausflugs mit meinen Eltern geschafft, war danach nie wieder in dieser Ecke.

Wir verließen Montopoli gegen 8:30 Uhr, fuhren tanken und warfen uns auf die enge Autobahn. Gegen 12:00 Uhr hatten wir Sirmione, im Süden des Gardasees erreicht. Die Stadt liegt auf einer Halbinsel, die 4km in den See hineinragt.

Beliebt ist der Ort aufgrund der fotogenen Festung Scaligero und das sieht man leider auch mit Betreten des Centro Storicos. Horden an Menschen, Souvenirladen an Souvenirladen, Touristen die bereits mittags in Ausgehklamotten für Instagram posen und zu fast 100% teutonischer Herkunft aus dem Schwabenländle sind. Mund- Nasenschutz war zum ersten Mal in diesem Urlaub kein Thema, der Deutsche verweigert nicht nur in D sondern auch im annektierten Sirmione! Wir schämten uns abgrundtief, zumal die Italiener echt vorbildlich mit der Pandemie umgehen. Wenn irgendwann der Vorwurf kommt, dass die Deutschen den Virus wieder nach Italien gebracht haben, ich glaube es aufs Wort.

Anbei noch zwei, drei Impressionen aus der Altstadt…..um die Touris herumfotografiert.

Wenigstens war der Blick auf den See ein Traum, auch wenn sich „hinter uns“ ein starkes Sommergewitter zusammenbraute.

Wir fühlten uns unwohl im gesamten Ort und als ein irrer Sommerregen einsetzte, rannten wir im Schweinsgalopp zurück zum Auto……Sirmione, nie wieder! Das wir auch noch das schlechteste Eis des Urlaubs essen durften, setzte dem Ganzen nur noch die Krone auf.

Im sintflutartigen Regen ging es weitere 2 Std. nach Alto Adige, Südtirol besser gesagt Tramin an der Weinstraße. Hierbei handelt es sich um die Region südlich von Bozen, mit moderaten Höhen und sehr mildem Klima. Die Dolomiten sind allerdings nicht weit und auch wir hatten die naive Idee, doch noch zur Seiseralm und ins Grödner Tal zu kommen ( explizit ein Wunsch von mir). Die naive Idee kam im Vorfeld der Reise, als wir an ein mildes Spätsommerklima glaubten.

An diesem Nachmittag zeigte sich Tramin aber lieblich, es war sonnig und angenehm warm (26 Grad). Wir bezogen unser Apartment im Ortsteil Ronchi Rongg auf dem Weishof und waren sofort in unsere 100qm Hütte verliebt. Eine Mischung aus alt, modern, Landhaus und Ikea….sehr gelungen, großzügig und gemütlich. Schade, dass wir nur drei Nächte hier haben.

Wir sortierten uns und machten uns wieder auf die Socken, das schöne Wetter musste genutzt werden.

Vor unserem Haus trafen wir auf eine alte Bäuerin, die uns in schwer verständlicher Mundart klar machte, dass es von uns nicht schön gewesen ist, den Hund alleine im Auto zu lassen. Als wir ihr klar machten, dass Emily niemals alleine im Auto bleibt, sowohl ich als auch Helena bei Ihr gewesen sind, als Mathias die Schlüssel für die Wohnung holte, lachte sie nur, liebkoste den Hund und ließ Emily die Untertasse ablecken, die sie in der Hand hielt.

Später trafen wir die alte Dame nochmal, überraschenderweise am Steuer eines Autos. Sie kurbelte das Fenster herunter und bemerkte ganz begeistert „ mein Hundele, mein Hundele…“ sweet! 

Tramin liegt auf rd. 275m Höhe und profitiert vom milden Klima, welches bereits mediterran beeinflusst ist. Da das Wetter noch sooooo schön war, liefen wir ins Dorf und bewunderten die niedliche Architektur.

Auf dem Rückweg entdeckten wir den Pernhof und gingen dort sehr lecker essen. Mathias und ich schmissen uns aufs Fleisch, Helena genoss die gesunde Kürbissuppe und Bruschetta. Wir entschieden uns auch für eine Flasche Gewürztraminer und beschlossen nach den ersten Schlucken, dass genau dieses Zeug mit nach Berlin muss.

Unsere Kellner waren zuckersüß, als wir mit Karte zahlen wollten und die Maschine nicht so richtig funzte, meinte einer der Jungs ganz trocken „ da sitzt ein kleiner Italiener drin, der hats nicht so mit arbeiten“. Meine Antwort „ das können auch nur Sie sagen, bei uns wäre es politisch nicht korrekt“. Die prompte Antwort  „ich bin waschechter Italiener und wenn man den Kleinen in der Kiste ein wenig anstupst, arbeitet er auch wieder“….sprachs kaum aus und der Bon kam uns entgegen….herrlicher Humor!

Zufrieden widmeten wir uns am späteren Abend dem „Mensch ärgere Dich nicht“ Spiel und gaben Emily eine tragende Rolle.Bei jeder 6 erhielt die Maus nen Futterdrops….sie war hellauf begeistert und schwer im Spiel und bei der Sache.

Um 23:00 Uhr krochen wir in die Heia und drückten insgeheim die Däumchen für weiterhin stabiles Wetter.

Italien 2020, X: San Gimignano, das Manhattan des Mittelalters

Man sagt ja immer, dass das Beste zum Schluss kommt und auf unsere Woche Toskana traf das gute alte Spruchwort komplett zu.

Wir schliefen bis weit nach 8:00 Uhr und schauten ängstlich aus dem Fenster hinaus. Das Wetter hielt, wir sahen sogar blauen Himmel. Gegen 10:00 Uhr fuhren wir los, das Navi wählte wieder einen irren Weg aus Montopoli hinaus, „ viele Wege führen nach Rom“ und wieder stießen wir auf eine wunderschöne Landschaft mit Fotooption. Es ist gar nicht so leicht, Landschaftsaufnahmen zu machen, da es quasi nie Haltebuchten gibt und der Verkehr erstaunlich ist ( jedes 2.Nummernschild kommt übrigens aus D).

Nach gut einer Stunde waren wir im Dunstkreis von San Gimignano, dem Manhattan des Mittelalters. Wir hatten einen Blick auf die Skyline vom Wegesrand aus, wußten aber sofort, dass es sich hierbei nicht um die berühmte Aussicht auf die Stadt handelt. Also hieß es suchen, suchen, suchen und fündig werden!

Wie man unschwer erkennen kann, in der mittelalterlichen Stadt wurden hohe Türme errichtet, die lediglich Prestigezwecken und dem Schutz dienten. Im 12-13 Jh. gab es insgesamt 72 Geschlechtertürme in der Stadt, wobei Keiner größer sein durfte, als der sogenannte Torre Grossa vom Rathaus. Heue stehen immerhin noch 15 dieser Türme und es gibt Bildeinstellungen, wo man sofort an die Twintower von New York denkt, somit passt der Beiname ganz gut.

In den Schluchten von Manhattan?

Die Twintower des Mittelalters.

Wir suchten uns einen Parkplatz und mussten bereits auf P4 ausweichen, die City war knüppeldickevoll, es war einfach unglaublich…..Deutsche, Niederländer, Österreicher, Belgier….ich glaube die Italiener sind mit ihrer Saison zufrieden.

Der Zugang in die Altstadt war super leicht zu finden und gut geregelt, man kommt quasi von jedem Parkplatz leicht in die Stadt. Wir passten uns den Massen an und liefen gelassen Richtung Piazza Duomo, zum Dom…..der eigentlich keiner ist, weil dieser nie Bischofssitz gewesen ist.

links Rathaus, rechts Collegiato

Wir ließen die Kirche erstmal Kirche sein, unser Ziel waren die 200 Stufen des Torre Grossa, wobei die letzten 20 dann auch nur noch eine Hühnerleiter waren. Der Torre Grossa gehört zum Rathaus und der dazugehörige Platz ist ebenfalls sehr sehenswert. In einem Fotoladen bin ich übrigens schwach geworden, eine Fotografie aus San Gimignano hatte es mir angetan.

Der Blick, der sich auf San Gimignano vom Turm aus bot, war atemberaubend! Nicht nur die Stadt war ein Hammer, auch die Umgebung war wunderschön. Wir waren ganz hin und weg.

Aufgang zum Torre Grosso und zur Pinacotheca

Die zum Torre gehörende Pinacoteca schauten wir uns ebenfalls an, hier hangen aber fast nur hässliche Bilder mit Bibelszenen, wir hatten keine Lust auf mittelalterliche Bilder, mit grimmig dreinschauenden Menschen. Neben den Gemälden gab es allerdings auch Wandfresken, diese fanden bei uns ein wenig Gnade.

Ich machte noch einen kurzen Abstecher in die Hauptkirche ( Collegiata) der sogenannte Dom wurde im 12 Jh. im romanischen Stil errichtet und ist von außen völlig schmucklos. Dafür wurde im Innenraum geklotzt, dieser ist mit Fresken förmlich überladen.

Von Rocca Montestaffoli aus hat man ebenfalls einen schönen Blick auf die Stadt und auf die zauberhafte Landschaft. Das gesamte alte Landgut kommt wunderschön daher. Es ist halb restauriert, halb Ruine mit der Möglichkeit, dort Weinproben abzuhalten.

Erwähnenswert ist auch der Zisternenplatz, der sich zum Nachmittag hin leerte. Mein Tip…..einfach in San Gimignano übernachten, muss supertoll sein.

Wir gingen noch nen bissel Kleinkram shoppen und erreichten gegen 16:30 Uhr wieder unser temporäres Zuhause.

Wenigstens am letzten Tag wollten wir in den Pool springen, doch bei Badekappenpflicht und Wauziverbot spielten wir nicht mit.

So vergammelten wir unseren letzten Nachmittag und gingen um 19:00 Uhr auf dem CP essen…d.h wir wollten dort essen gehen. 

Angefressen waren wir bereits bei dem Hinweis, dass nur mit Reservierung gegessen werden kann…gut, sie machten bei uns eine Ausnahme. Als aber die Ansage kam, dass es keine Pizza am Abend gibt, schließlich sei man ein Restaurante, wählten wir den polnischen…..

Wir schmissen uns ins Auto und fuhren kreuz und quer durch die Valachhei, bestaunten Montopoli ( Für das Nest hatten wir nie Zeit) und fanden in San Ramon unsere Traumpizzeria.

Der Torre von Montopoli

Duschvorhänge als Deko, Keiner sprach englich, das Essen war sensationell und günstig. Sehr unterhaltsam war auch die Fussballmanschaft von San Ramon, B- Jugend 14-16 Jahre alt….italienische Bambini wie aus dem Buch: laut, lauter, am Lautesten.

Wir Drei zogen ein positives aber auch erschöpftes Fazit. Die Woche war toll, wir haben viel gesehen. Dennoch sollte man von einer Standortreise absehen, da die Fahrzeiten sehr hoch sind. Schön fanden wir die Maremma, insgesamt hat uns die Südtoskana ( südl. des Arno) viel besser gefallen als der Norden, insbesondere die Gegend um San Gimignano fanden wir richtig toll.

ITALIEN 2020, IX: Pisa & Lucca

Zwei kleinere Perlen standen auf dem Programm, Pisa und Lucca. Beide Städte haben am Ende positiv überrascht. Überrascht hatte uns auch das Wetter, es hatte geregnet, die Temperaturen waren empfindlich „runtergegangen“. Nach einem ausgiebigen Frühstück zeigte sich aber die Sonne und zack machten wir uns auf den Weg nach Pisa. Die Stadt zeigte sich  bereits bei der Durchfahrt sehr überraschend und wir entschieden spontan, nach „der Sehenswürdigkeit“ der Stadt „dem Turm der Turme“ uns noch ein wenig durch Pisa treiben zu lassen.

An der Piazza dei Miracoli, der Platz der Wunder, fanden wir nicht nur zügig einen Parkplatz, wir rieben uns auch erstaunt die Augen! Woher, zum Henker, kamen denn nun all die Touris??? Neben vielen, vielen Teutonen, stießen wir wieder auf die Philippinos, Europäer aus allen Ländern und sogar Amerikaner tummelten sich am Platz. Alle wollten den Turm „festhalten“ und das Gesamtbild sah mehr als lustig aus. 

Wir liefen über den Platz, im Dom lief eine Messe, vor dem Babtisterium hatte sich eine Schlange gebildet.

Der schiefe Turm wurde 1173 erbaut, war von Anfang an schief und Galileo Gallilei versuchte sich an den Gesetzen der Schwerkraft. Natürlich sieht das Ding immer noch beeindruckend aus, das gesamte Ensemble auf dem Platz wirkt sehr schön angeordnet und harmonisch.

Der Turm war in den 90ern sogar gesperrt, er wurde mit Stahlkabeln und einer Betonhülle um den Sockel, sowie einem fast 700 t. schweren Bleibarren als Gegengewicht gesichert.

Aufgrund der Menschenmassen trugen wir fast durchgehend Mund- Nasen- Schutz und wir verschwanden relativ zügig wieder von der Piazza dei Miracoli.

Wir fuhren zurück zur Innenstadt, parkten den Wagen am Arno und schlenderten am Flussufer entlang. Die Stadt beeindruckte mit schönen alten Palästen sowie einer sensationellen Gelateria. 

Nach rd. 1,5 Stunden machten wir uns auf den Weg nach Lucca, einer etwas weniger besuchten Stadt, die dennoch an diesem Sonntag recht voll war. 

Wir parkten den Skoda an der, von den Römern erbauten Stadtmauer, und schlichen mehr oder weniger enthusiastisch in die Stadt. Diese wirkte wie ausgestorben, fast leblos.Lucca erlebte seine Blütezeit bereits zw. dem 6-12 Jh. und musste sich, anders als z.B Siena, nie den Florenzern unterwerfen. Die Stadt war wohlhabend, viele Kirchenbauten zeugen heute noch von der Blütezeit der Stadt.

Wir schlenderten zunächst zur Pizza Napoleone, an der der Piazza Ducale lag. Hier begann auch ein überdimensionaler Flohmarkt, der sich durch die gesamte Innenstadt zog.

Leider war auch der Dom mit Marktständen zugebaut, der Duomo San Martino wurde ab 1204 erbaut und bietet im Inneren einige schöne Gemälde. Er ist im Großen und Ganzen nicht so beeindruckend wie der Dom von Siena oder Santa Croce, ich möchte hier nur noch das von Tintoretto gemalte „letzte Abendmahl“ zeigen. Das fanden wir sogar besser als das berühmte Gemälde von Leonardo da Vinci.

Da es anfing zu regnen, wir machten hinne und stellten am Torre Guinigi fest, dass dieser uns eh nicht empfangen würde….wegen Renovierung geschlossen. Der Turm gehört zum Gebäudeensemble der Familia Guingi und auf dem Turm wachsen seit dem 15 Jh. Steineichen.

Eine große Überraschung war die Piazza dell‘Anfiteatro, wir waren baff….eine Hufeisensiedlung in der Toskana. Die Häuser wurden, analog eines Amphitheaters ab 1830 im Gleichgewicht angeordnet. Es befinden sich Kneipen und tolle Restaurants  in dem Oval, wir entschieden spontan auf der Piazza essen zu gehen.

Unsere Pizza und Nudeln waren sensationell und wir konnten uns so auch vor dem Regen schützen.

Im Anschluss lugten wir kurz auf die Basilica di San Frediano aus dem 12 Jh., Luccas älteste Kirche. Prunkstück ist die Fassade, die Christis Himmelfahrt darstellt.

Bevor wir zurück zum Auto liefen, machten wir dem Geburtshaus von Giacomo Puccini (1858-1924) unsere Aufwartung und zogen positiv Billianz. Ich würde Lucca nicht an einem Sonntag empfehlen, da der Flohmarkt nen bissel überpräsentiert ist, dennoch sollte die Stadt auf keiner Toskanareise fehlen.

Auf dem Weg zum Toskana Village CP fanden wir noch einen hübschen Landschaftsspot im Sonnenuntergang.

Zurück in Montopoli spielten wir ne Runde „Mensch ärgere Dich nicht“ und fielen gegen 23:00 Uhr wieder vollkommen erschlagen in die Heia. Ich hatte den späten Abend mit Blog schreiben verbracht, das Tagebuch will schließlich gepflegt werden.