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Albanien 2026, III: Teth in den Albanischen Alpen

Wir schliefen an unserem letzen Morgen in Skhodër aus und machten uns gegen 9:20 Uhr auf den Weg nach Teth. Gute zwei Stunden um in die Alpen zu kommen. Da gerade der Flieder blühte, einige Aussichtspunkte der spektakulären Art lockten, wurden es drei Stunden.

Die Straße nach Teth ist neu gemacht worden, vorbei sind die Zeiten, in denen nur Geländewagen, Gruppenreisende oder Wanderer vom Valbona Tal sich in das Nest verirrten. Man sieht es auch sofort, wenn man nach Teth hineinfährt. Neue Gästehäuser, ziemlich schick und aufgeräumt kommt das Nest daher.

Natürlich bleibt der Weg kurvenreich und nicht ungefährlich, Rasen sollte man vermeiden, Gemütlichkeit ist Alles.

Unser Gästehaus, Prrokaj Teth ( klare Empfehlung) war ein Träumchen, Berghüttenambiente für kleines Geld.

Wir checkten ein, bewunderten unser Zimmerchen und liefen zum berühmten Fotospot- das Kirchlein, fotogen von allen Seiten. Erst Kirche, während der dunklen Zeit der Abgeschlossenheit Albaniens Krankenhaus und Schule, nach 1990 wieder aufgebaut.

Das Wanrzeichen von Teth begleitete mich die vollen zwei Tage, deshalb müssen diese zwei Fotos jetzt mal reichen.

Wir tranken im Etablissement gegenüber ein Bierchen und leicht benebelt musste im Anschluss was Beißbares her. Unsere Wahl und damit besiegeltes Schicksal für die nächsten zwei Tage war top….nette Familie, super Essen, niedliche Tochter die sich mit Emily anfreundete.

Den Nachmittag vertrödelten wir ein wenig, hier mal nen Blick auf die Berge, dort mal ein Blick aufs Kirchlein.

Gegen 19:00 Uhr überfielen wir nochmal das Restaurant vom Mittag, Hühnerbrühe und eine geteilte Pizza, yummy.

Auf dem Weg zum Gästehaus nahm ich noch den Nachtblick von Teth mit, der Rest der Sippschaft spielte sich dumm und dämlich auf der Wiese, Emily neues Paradies.

Die Nacht versprach erst kalt und laut zu werden, doch siehe da….die Heizung war an und der gröllende Ami verpennte seinen Suff.

Wir starteten mit einem sehr guten Frühstück ( dem besten auf dieser Tour) und wappneten uns für den Marsch zum Blue Eye/ Syri Kaltër. Teth ist Wanderparadies, doch der Valbona Pass oder auch die lange Strecke zum Blue Eye fallen mittlerweile für Emily aus. So fuhren wir nach Nderlysaj und verkürzten ein wenig die Strecke.

Die Nacht versprach erst kalt und laut zu werden, doch siehe da….die Heizung war an und der gröllende Ami verpennte seinen Suff.

Wir starteten mit einem sehr guten Frühstück ( dem besten auf dieser Tour) und wappneten uns für den Marsch zum Blue Eye/ Syri Kaltër. Teth ist Wanderparadies, doch der Valbona Pass oder auch die lange Strecke zum Blue Eye fallen mittlerweile für Emily aus. So fuhren wir nach Nderlysaj und verkürzten ein wenig die Strecke.

Unsere Leckerlis für die Straßenhundis fanden auch sofort Anklang, ein kleiner Welpe ( um die 5 Monate alt) und später noch ein älterer Hund schlossen sich uns an. Wie der Rattenfänger von Hameln zogen wir die Biesties an, Emily war überraschenderweise sehr empathisch mit dem Famlienzuwachs.

Mehrere Albaner fragten uns, ob wir noch mehr Hunde benötigen würden….wir wurden die Zwei nicht los und entschieden uns Verantwortung zu zeigen, mit allen Konsequenzen😳.

Wir nannten sie Baby, erfuhren später das Sie Poppy heißt- süße Maus.

Der große Freund passte auf uns und Baby auf, die Wanderung war zu hart für die Kleine.

Der Weg war am Anfang super leicht, im Sonnenschein superschön. Der Shala ( der gleiche Fluss, wo auch die Sandbänke Lumi- i- Shales waren) verwöhnte mit Aussichten.

Die Hunde hüpften und kraxelten fröhlich mit, bis wir zum letzten, wirklich langen Anstieg, ca. einem Kilometer vor dem Ziel kamen. Poppylein wollte nicht mehr und blieb stehen. Der Rüde beobachtete uns, den Welpen und auch wir bekamen den Eindruck, Baby will nicht mehr. Der Weg ist für die Lütte noch zu viel und zu lang. Mit viel lieben Worten, Wasser und Leckerlis kamen wir aber dann doch weiter.

Nach dem steilen Anstieg kam ein Kiosk der geschlossen war und der letzte Abzweig zu Syri iKalter.


Die Hunde ruhten aus, wurden von uns versorgt. Wir überlegten wie wir Baby wieder den Berg herunterbekommen sollten, sie lag im Schatten und schlief den Babyschlaf. Nummer Drei verabschiedete sich von uns, ciao Kleiner, Du hast gut auf uns und dem Welpen aufgepasst.


Wir starteten den Rückweg und bereits nach 100m Gekraxel war klar, Baby will nicht. Sie zögert, setzte sich hin, Emily heulte sie an, weil unsere Maus Angst hatte, wir würden den Welpen zurück lassen. Es kam was kommen musste, der Rudelführer nahm die Kleine auf dem Arm und trug das Hundemädchen 75% des Heimweges. Poppy kuschelte sich an ihn heran und plötzlich stand ein Pärchen vor uns „ im Gästehaus wird nach ihr gesucht, Alle sind untröstlich! Gott sei Dank, Baby hat ein Zuhause! Ich hab in Gedanken schon „ Hunde aus Albanien in die EU einführen“ gegoogelt und war mehr als happy, das die kleine Maus ein geliebtes Heim, Körbchen und Fressnapf hat.

Hier noch ein paar Bildchen vom Rückweg.

Poppy wurde erwartet und mit einem lachenden und weinenden Auge verabschiedeten wir uns bei der Kleinen….da wurden tatsächlich die Augen feucht.

Zurück in Teth stieg ich an der Brücke aus und schoss sensationelle Fotos…Natur pur und (fast) unversaut.

Mittagessen gabs by „never change a running system“….das Töchterchen vom Wirt verzauberte und verbrüderte sich mit Emily und versuchte den Hund mit Steinen zu füttern, sind doch auch Leckerlis in ihrer kleinen zweijährigen Welt. Opa wollte diese immer wegfegen, das gabs eine Ansage auf albanisch „nein“….und so häuften sich die Kiesel um den Tisch. Emily machte geduldig mit.

An dieser Stelle sollte eigentlich ein Foto von den Mäusen sein…..leider verhindert dies die Datenschutzgrundverordnung.

Unsere geduldige Emily überstand an diesem Tag also zwei Babys und wurde von uns nochmal auf der Wiese bespielt….Hund im Glück.

Teth beendeten wir wie es angefangen hat….Essen im Familiennetrieb und das Kirchlein im Sonnenuntergang, schön war es!

Fazit zu Teth: Ein absolutes Muss in Albanien, selbst wenn man nicht der große Klettermaxe ist. Entspannte Atmosphäre, schöne Gästehäuser, gutes Essen.

Albanien 2026, II: Koman See & Lumi i Shales

Der zweite Tag in Skhodër begann mit den Hühnern. Um 5:10 Uhr klingelte der Wecker, bereits um 5:50 Uhr befanden wir uns auf dem Weg zum Hotel Rozafa, dem Meetingpoint für unsere Tour zum Koman See. Wir hatten uns gegen eine eigene Anreise entschieden, zu schlecht die Straße, zu wenig Parkplätze.Für alle Nachahmer, Hunde sind willkommene Gäste.

Wir betrieben morgens gleich noch ne Runde Sightseeing, hier Bilder vom Demokratieplatz in Skhodër.

Die Warterei auf den Shuttlebus war ein wenig zäh, doch am Ende reibungslos. Leider hatte sich bereits im Vorfeld angekündigt, was sich leider im Verlauf des Tages bestätigte, REGEN und der nicht zu knapp.

Die Herausforderung am Koman See ist nicht nur die wilde Straße, die mittlerweile aber auch entschärft wird, sondern die fehlenden Parkplätze, das Chaos am Fähranleger. Früher wurde sogar im letzten Tunnel geparkt, kann ich nicht empfehlen. Wir kamen jedenfalls im strömenden Regen an und wurden erstmal mit Regenjacken versorgt und ins Café verfrachtet.

Statt auf einem offenen Boot wurden wir, Gott sei Dank, einer anderen Gruppe zugeordnet und dann ging es los…es war kalt, der Regen peitschte uns ins Gesicht, Emily fand es genau zwei Minuten spannend, danach zitterte sich unser Hundemädchen durch die nächsten 60 Minuten.

Der Koman-Stausee (albanisch Liqeni i Komanit)  gilt als eine der schönsten und spektakulärsten Fährstrecken weltweit, erinnert in Teilen an norwegische Fjorde und trägt auch den Beinamen „Fjord der Balkanhalbinsel“.

Der Drin wurde in den 80er Jahre. aufgestaut und so schlängelt sich der See über 34 km durch extrem enge Schluchten der Albanischen Alpen, manchmal nur 50 m breit. Die gesamte Fährstrecke beträgt 2,5 Std, wir beließen es auf eine Stunde mit dem spektakulären Besuch des Seitenarmes Lumi i Shales.

    Kommen wir aber erstmal zur Bootsfahrt….spektakulär war an diesem Morgen nur der Regen und die Kälte. Eindrücke von der Fahrt, naja.

      Trotz Regens kann man sicherlich das Außergewöhnliche erahnen, mehr Koman See dann von der Rückreise. Was leider negativ zu bewerten ist, ist der viele Müll auf dem Wasser. Wie in Panama sind die Menschen noch nicht aufs Umweltbewusstsein getrimmt und Unrat jeglicher Art schwimmt im Wasser 😳😥.

      Kommen wir zum Thailand Albaniens, Lumi i Shales: ein schmaler Seitenarm, spektakuläre Farben ( trotz miesen Wetters) unglaubliche Sättigung….ich hab tatsächlich Farbe AUS den Bildern genommen.

      Zunächst kümmerten wir uns um Hund und Mensch, Toilette und Kaffee…und marschierten schnurstracks in die erste Bude am Platz. Nachdem wir wieder einigermaßen trocken waren, das Nass am Himmel verschwunden war ( Gott sei Dank) trauten wir uns wieder an die frische Luft.

      Wenn man im www stöbert, wird man immer Bilder „ von oben“ auf den Strand mit den Booten sehen und auch wir nahmen den Weg zur Zipline in Angriff. Belohnt wurden wir hiermit:

      Aber auch „unten“ ist es spektakulär, zumindest in der Nebensaison….Juni- August möchte man nicht erleben.


      Wir entschlossen uns für ein leichtes Mittagessen in einem der Restaurants am Fluss und erhielten nicht nur eine gute gegrillte Forelle, sondern auch tolle Aussichten von der „anderen“ Seite:

      Emily durfte im Restaurant am Tisch sitzen, eine Katze war auf unser Fellwusel losgegangen….

      Nie habe ich einen stolzeren Hund gesehen UND sie benahm sich vorbildlich und bettelte nicht!

      Zufrieden starteten wir in die Rückreise um 14:30 Uhr und konnten wenigstens teilweise die Fahrt auch genießen…Regen kam wieder herunter aber es war nicht mehr so eisekalt.

      Zu guter Letzt kam noch die Fahrt zurück nach Skhodër und ein kleines Geschenk vom Anbieter, 20€ zurück….weil kein offenes Boot! Oh wie lieb…wir freuten uns sehr. Wer einen guten Vernastalter sucht: https://northalbaniaboat.com/tour-packages/

      In Skhodër folgte ein gutes Abendessen im Sofra und danach folgte nur noch das Bettchen, die 14 Stunden hatten uns geschafft.

      Mein Fazit zur Tour: Sicherlich ein Highlight auf einem Albanientrip, sofern man die Massen umgehen kann.Jetzt im Mai absolut erträglich, im Hochsommer bestimmt schrecklich. Die Technobeats beschallen Lumi i Shales ununterbrochen, die Restaurantpreise sind erheblich höher als in der Stadt, die Gästehauser bescheiden, sanitäre Anlagen sind einfach.

      Der Fluss ist eisekalt, bei uns war er sogar noch reißend, so dass an baden etc. nicht zu denken war. Wenn die Tagestouris weg sind, ist es bestimmt wunderschön, ich habe aber keine Ahnung, wie lange gutes Licht in den Seitenarm fällt, d.h. es kann sein, dass man nach 14:30 Uhr in einem sonnenlosen Tal dahinschmorrt….immer daran denken, es sind maximal 200m, die man ablaufen kann. Uns haben die 3,5 Stunden vollkommen ausgereicht.

      Albanien 2026, I: On the road, welcome Skhodër

      Balkan Roadtrip: Tag 5!
      Nachdem der Schlager Grand Prix u s die halbe Nacht geklaut hatte, machten wir uns dennoch am nächsten Morgen, bereits um 7:20 Uhr auf dem Weg.

      Satte 435 km und laut Google 7:09 Std. lagen vor uns. Um es vorweg zu nehmen, am Ende waren es über 8 Stunden.

      Durchs wilde Bosnien kämpften wir uns Kilometerchen für Kilometernchen voran, es regnete anfänglich noch in Strömen, das Wetter verbesserte sich aber im Verlauf des Tages.

      Gegen 11:00 Uhr legten wir einen Tank,u. Toilettenstop ein, da waren wir immer noch in Bosnien.

      Erwähnenswert ist die mittelalterliche Nekropole Radimlja, berühmteste und meistbesuchte Nekropole liegt in der Nähe von Stolac (Herzegowina). Sie besteht aus 133 aufwendig verzierten Stećci (darunter viele gut erhaltene Sarkophage und Kreuze). Die Anlage ist eingezäunt, verfügt über ein Infozentrum und ist touristisch hervorragend erschlossen….für uns nur vom Auto aus:


      Stola verfügt auch über die größte Festungsanlage von Bosnien& Herzegowina, leider ebenfalls für uns nur aus dem Auto:

      Wir fuhren weiter durchs wilde Land und trafen auf…???? Chinesen, die mächtig BIH verändern möchten. Wirklich überall treiben diese ihr Unwesen:

      Zu guter Letzt durchfuhren wir auch wieder die Republik Srpska und weil das so war, kommt ein kurzer Abriss zu diesem unsäglichen Zustand, welcher mir ein ungutes Gefühl hinterlässt, BIH sitzt auf einem Pulverfass!

      Ich habe mich durch die Informationen bek DW.com gelesen, hier ein ganz kurzer Abriss. Srpska besteht aus zwei Teilen, einem im Norden um Banja Luka und einem Teil im Osten, an der montegrinischen Grenze. Dazwischen gibt es eine Pufferzone um zu verhindern, dass die Republika ein zusammenhängendes Gebiet an der serbischen Grenze hat.

      Am 9. Januar 1992 erklärte die bosnisch-serbische Versammlung die Republika Srpska zur „Republik des serbischen Volkes von Bosnien und Herzegowina“. Die Ausrufung der RS gilt als einer der Auslöser des Bosnien-Krieges, der mehr als 100.000 Menschen das Leben kostete und mindestens nochmal so viele zur Flucht verhalf. Srbrenica haben wir wohl alle noch in Gedanken

      Sebrenica liegt im Gebiet von Srbska……da macht der Genozid von damals aus serbischer Sicht wohl Sinn🤮.

      Sie umfasst knapp 49 % des Gesamtstaates, während die andere Hälfte die Föderation Bosnien und Herzegowina bildet, RS gilt als sehr russenfreundlich, EU abweisend und als Staat im Staat als Gefahr für den Gesamtstaat Bosnienu. Herzegowina. Ziel der RS heißt „alle Serben in einem Staat“.

      Die Vertreibungspoltik wurde durch den Friedensvertrag von Dayton manifestiert, er beendete den Krieg, überließ der RS aber die Fläche der ausgerufenen Republik ( bis auf den Pufferstreifen). Heute leben 1,2 Mio linientreue Serben in diesem Gebiet.

      Ein Schelm wer dabei Böses denkt…..wir waren froh, als wir Srbska hinter uns lassen konnten.

      Sowohl der Grenzübergang, als auch die Durchreise durch Montenegro war angenehm, Straßen ok, Wunderschöne Natur und rund 1,5 Std. die Aussicht auf Podgorica und die albanischen Berge.

      Der Grenzübergang war unspektakulär, Enily war lieb und zack, wir standen in Albanien.

      Unser Hotel Floga, klare Empfehlung. Laufbahre Distanz zur Innenstadt, große Zimmer, einfach nett und günstig.

      Auf der Suche nach etwas Beißbaren nahmen wir gleich noch das volle Sightseeingprogramm für Skhodër City mit.

      Die Hauptmoschee

      Mutter Teresa, hoch verehrt in Albanien. Sie besuchte in Skhodra die Schule und war Halbalbanerin.

      Fussgängerzone:

      Wir beendeten den Tagmit Seafood und schlenderten nach Hause.

      Der nächste Morgen begann sonnig, mit einem guten albanischen Frühstück und einem detaillierten Hinweis, wo die Tour zum Komansee startet.

      Wir starteten mit einem fotogenen Sightseeingspot:

      Die Ura e Mesit ist eine osmanische Steinbogenbrücke in Nordalbanien etwa acht Kilometer östlich von Shkodra. Die vermutlich im 18. Jahrhundert erbaute Brücke überquert den Fluss Kir, der hier aus den Bergen in die Küstenebene rund um Shkodra tritt

      Emily ging ins Wasser und war ein glücklicher Hund.

      Danach fuhren wir zu DEM Highlight von Skhodër, die Rozafa Burg. Die ei stige Wehranlage ist die berühmteste in Albanien, spektakulär ist der Rundumblick. Erbaut wurde die Festung ursprünglich in der illyrischen Antike und wurde im Laufe der Jahrhunderte von Römern, Venezianern und Osmanen erweitert.

      Bevor wird den Wagen sicher auf dem Parkplatz unterbrachten, fuhren wir an einer Müllkippe inkl. Zeltcamp aus Dreck und Unrat, offensichtlich ein Sinti und Roma Camp….auch das ist Albanien.

      Zu der Namensgebung gibt es eine hübsche Legende. Eine Rozafa sollte, um die Festung zu schützen, eingemauert werden. Damit sie sich weiterhin um ihr Kind kümmern zu können, wurde ein Spalt offen gelassen. Ihre rechte Brust, Hand und Fuss konnte sie frei bewegen…glaubt es, oder auch nicht…

      Am Montag ist freier Eintritt, dementsprechend voll war es auch- die Kunst lag mal wieder darin, um die Chinesen, Franzosen und Deutschen herumzubalancieren.

      Kommen wir nun zum Blick….kurz gesagt, grandios. 360 Grad, mit tollem Blick auf Skhodër.

      Der weitere Verlauf unseres Tages ist schnell verzählt….gammeln im Hotel, Bierchen in der Fusgängerzone und ein wahnsinnig tolles Abendessen im Fisi- absolute Empfehlung.

      Mit einer netten Geschichte zu der Firma Rossmann beende ich den heutigen Tag.Übrigens fanden die Rossmann Mädels Emily ganz entzückend.

      Rossmann & Lala ist das größte Drogerie-Unternehmen in Albanien und ging 2008 aus einem Joint Venture zwischen der deutschen Drogeriekette Dirk Rossmann GmbH und dem ehemaligen albanischen Fußballnationalspieler Altin Lala hervor. Das Angebot umfasst das typische deutsche Drogeriesortiment. Dazu zählen hochwertige Kosmetik- und Körperpflegeprodukte, Bio-Lebensmittel sowie Haushalts- und Drogerieartikel. Der Partner Dirk Rossmann GmbH fungiert als alleiniger und direkter Distributor. Dadurch wird der deutsche Qualitätsstandard direkt in den albanischen Markt importiert….die Preise sind auch sehr deutsch, wie wir feststellen durften.

      Bosnien & Herzegowina 2026: Jajce & Mlinčići

      Roadtrip nach Albanien Tag 3!

      Wir genossen das Frühstücksbuffet im B&B Orel, fuhren bei sonnigem Wetter wieder durch die Fussgängerzone uns wähnten uns auf der Gewinnerseite…8:20 Uhr, 386km….was soll schon groß passieren!

      Durch Slowenien passierte erstmal nichts, die Autobahn war ok, leider krochen wir zwi 60-80km/h zwischen den Baustellen hindurch. Die Grenze nach Kroatoen, unspektakulär….Schengen lässt grußen.

      Das wir uns im untouristischen Teil von Kroatien aufnielten, wurde uns schnell klar….die Autobahn eher murks, EU Gelder werden nicht zwischen Zahreb und Osiek „verschwendet“. Gegen 11:30 Uhr näherten wir uns der bosnischen Grenze, wir waren drei Stunden im Auto und hatten noch fast 140km und zwei Stunden Fahrt vor uns.

      Kurz vor dem Niemansland erzeugten Ruinen und Ruinen mit Tarnfleckbemalung ein dumpfes und ungutes Gefühl der Erinnerung an die dunkelsten Jahre im Balkan. Für uns ist der Krieg mittlerweile weit weg, hier immer noch mehr als präsent.

      Der Grenzübergang war voll, sehr voll und vor Allem auf der Einreiseseite nach Kroatien sah man Szenen, die wir für unseren Geschmack nicht benötigen. Da wurden Taschen durchwühlt, Koffer geöffnet, Busse durchkramt, ganze Wohnwagen ausgeräumt…widerlich.

      Nach rd 20 Minuten hatten wir es geschafft und waren in BIH. Die Wetterneigung für die nächsten Tage versprach nichts Gutes, so dass wir eigentlich nur schnell nach Jajce wollten und (mal wieder) Powersightseeing in Angriff nehmen wollten….doch nichts da! Die Autobahn NACH Banja Luca war zwar toll, doch Banja Luca war verstopft, Umgehung ausgeschlossen.

      Screenshot

      Hinter Banja Luka begann das wilde Bosnien und wir immer am Fluss Vrbas entlang.


      Immerhin das Wetter hielt und als sich Fluss Vrbas auf Fluss Pliva traf, bogen wir in die Königsstadt Jajce mit dem weltberühmten Wasserfall ab. Booking hatte am Ende noch einen schlechten Scherz für uns parat, statt vor Lola‘s House standen wir aufeinmal in den Bergen in einer Sackgasse. Kurz vor 15:00 Uhr waren wir dann aber doch am richtigen Platz und bezogen unser karges Zimmerlein. Lola hat eben nur drei bosnische Sterne, dafür herzigste Gastgeber.

      Wir machten uns frisch und zogen wieder von dannen, das Wetter hielt, der weltberühmte Wasserfall lockte. Aus dem www hatte ich in Erfahrung gebracht, wo der „secret fotospot“ versteckt, im Wald liegt. Quasi der Blick AUF den Fall mit Stadt und Burg im Hintergrund…..

      Vorher bewunderten wir aber den Panoramablick auf Jajce, mittlerweile wieder recht schön aufgebaut.

      Was dann vor unseren Augen auftauchte lässt sich am Besten mit typisches Bild aus einem Chinarestaurant beschreiben, Leute hier ist nichts bearbeitet….es sah so kitschig schön aus:

      Vor dem Wasserfall ist vor dem Wasserfall und der Mühlen von Mlinčići.

      Wir fuhren die sechs Kilometer Richtung Plivasee und bewunderten die pittoresken Wassermühlen.

      Die zwanzig Wassermühlen sind zw. dem 16 Jh.-19 Jh. entstanden, Getreide und Mais wurde von den örtlichen Bewohnern zum mahlen gebracht. Heute sind sie nicht mehr im Gebrauch, werden aber als nationales Erbe denkmalgeschützt.

      Auch hier wieder kitschiges grün, ein unwilliger Parkwächter ( wir hatten keine KM im Kleinformat in der Geldbörse) und eine willkommene Lücke zwischen zwei Touribusse. Ich hätte noch Vergleichsfotos schießen sollen.

      Wir drehten noch eine Runde am See und fuhren über Schleichwege wieder nach Jahce.

      Wir waren mit dem Wasserfall noch nicht fertig. Unterhalb der Hauptkaskade erwartete uns das feuchte Vergnügen der Hauptplattform. Schnell wurde € in KM (1,995583…wir erinnern uns) getauscht und der Parkplatz am Eingang zur Altstadt bezahlt. Wir liefen zur Hauptkaskade, genossen den Spray und eroberten die Altstadt, leider nur zu Hweit, Emily konnte sich im Restaurant nicht benehmen und musste im Kennel auf uns warten.

      2016 hatten uns die Chevapi in Mostar nicht überzeugt, 2026 in Jajce zog der Chevapčići Liebhaber ein klares Votum, saulecker! Ich hielt mich am Račnićki fest, eine gute Wahl.

      Unser feudales Abendessen kam 20€, der Einkauf im Hypermarkt Bingo 10€….Bosnien ein Reiseparadies.

      Wir ließen den ersten Abend ausklingen und krochen unter warme Decken…

      Der zweite Morgen in Bosnien begann, wie Apple und accuweather bereits vorhergesagt hatten, strömender Regen! Zeit für ein wenig Geschichte. Mich interessierte der Bosnienkrieg einmal mehr, auch die Situation in Jajce, die katastrophal 1992-1995 war. Die Stadt war ein wichtiger Knotenpunkt zwischen Banja Luca und Sarajevo, durch die Festung gut einsehbar ins Tal und leider folgten schwere Kämpfel im Talkessel. Über 30.000 Menschen flohen, 1995 verließen die Serben die Stadt. Jajce wurde am Ende durch die Kroaten befreit. Zu. Bosnienkrieg:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Bosnienkrieg

      Zur Geschichte Jajces hat Wikipedia auch Einiges parat, wer wußte, das die Republik Jugoslawien in dieser Stdt gegründet wurde? https://de.wikipedia.org/wiki/Jajce

      Wir hatten bereits am Vortag unser Frühstück in heimatlichen Gefilden vereinbart und so stand dieses bereits auf der Terasse unserer Hausherrin bereit. Echte bosnische Wirtschaft, Emily eroberte das Haus, den Fressnapf von Bubi und das gleich mehrmals….was am Ende eine ausgewaschene Magenverstimmung mit sich brachte, inklusive alle Begleiterscheinungen, ach Emily.

      Unser Frühstück war üppig und viel zu viel, wir tratschten mit unseren Gastgebern auf englisch, deutsch, französisch und der erste Sliwowitz rann um 9:20 Uhr durch unsere Kehle. Die Geschichte der Familie war interessant, er desertierte 1992 und ging nach Frankreich, sie kam aus Zagreb. Beide in zweiter Ehe verheiratet. Soweit es die sprachlichen Barrieren zuließen erfuhren wir noch Einiges aus der dunklen Zeit, es muss schrecklich gewesen sein.

      Schon mal etwas von der Republik Srpska gehört, dann bitte hier lesen:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Republika_Srpska

      Wir hatten uns beim Grenzübertritt bereits gewundert, warum überall Flaggen hingen, die nichts mit der bosnischenzu tun hatten….

      Wir kamen an diesem regnerischen Boxenstop aus dem Staunen kaum heraus.

      Den Tag vertrödelten wir auf dem Zimmer, es regnete tatsächlich durch. Emily pflegte den wehen Magen, Tante Lolas Frühstück war zu üppig.

      Zum Abendessen trauten wir uns raus, es regnete zu dem Zeitpunkt bereits über 12 Stunden ohne Pause.

      Unspektakulär ging unserer zweiter Bosnienaufenthalt zu Ende.

      Zu guter Letzt noch der Verweis auf 2016, die Tips hauen auch zehn Jahre später (fast) noch hin. Die Lust aufs Land ist aber mittlerweile doch mehr geweckt: https://allcontinentsinonelife.com/bosnien-herzegowina/

      Slowenien 2026: Maribor

      Roadatrip nach Albanien: Tag Zwei

      Wir verließen Budweis gegen 9:20 Uhr und fuhren gen Österreich und Slowenien. Es schüttete in Strömen. der verlassene Alpengrenzübergang veranlasste zum Staunen, es folgten vier nervige Stunden durch Bella Austria, ehe es hieß: Willkommen im Balkan.

      2018 waren wir schon mal in Slowenien, für Maribor oder auch Marburg an der Drau, blieb keine Zeit.

      Dieses Mal hatten wir die Stadt an der Drau bewusst gewählt, leider ließ der Wettergott zu wünschen übrig und so blieb es beim Powersightseeing zw. hässlichen Schauern mit starkem Regen.

      Die Stadt Maribor ist die zweitgrößte Stadt in Slowenien und nahm den Namen erst 1830, mit zunehmemder Identitätsfindung der Slowenen an. Vorher war der Name Marburg gebräuchlicher, auch hier liegt eine lange Geschichte von Heiliges Römisches Reich Deutscher Nationen, Österreich, KuK, Slowenien, Deutsches Reich, Jugoslawien und Unabhängigkeit zugrunde.

      Trotz slowenischer Namensgebung blieb der offizielle Name dennoch weiterhin Marburg und erst das Ende des ersten Weltkriegs besiegelte des Schicksal des deutschen Namens. Heute leben 118.000 Menschen in der Stadt, 2000 war Maribor Hauptstadt der Alpenregion.

      Wir machten unsere ersten Erfahrungen mit der Stadt bereits bei der Anfahrt zum Hotel, welches mitten in der Alstadt, in einer FUSSGÄNGERZONE liegt. Wir erfreuten und am Pollercode, einmal mit Erlaubnis dort fahren, wo Nieman fahren darf.

      Ansonsten B&B Orel, quadratisch, praktisch gut.

      Nach einem kurzen Boxenstop, kritischer Beobachtung des Wetter, bewaffnet mit Regenschirm und Regenjacke gings los….zunächst das Schloss, mitten in der Altatadt.

      Franziskaner Kirche, Basilika der Mutter der Barmherzigkeit.

      Hauptplatz Glawny Trg:

      Block auf das Viertel Lent, direkt an der Drau.

      Über die Fussgängerbrücke gingen wir wieder zurück in die Innenstadt und wurden patschenass.

      Als wir endlich in einem Café saßen, klarte es wieder auf….und das lag nicht nur am dem leckeren Kuchen.

      Wir reservierten einen Tisch in einer Instituion der Stadt:


      Den späten Nachmittag trockneten wir durch und ließen uns um 18:30 Uhr vom Baščaršija überraschen:

      Wir ließen Maribor, Marienburg sein…die älteste Weinrebe wird ohne uns älter und auch einen Blick in Dom und Basilika verkniffen wir uns.

      Als Stop auf Durchreise ist Marinor wärmstens zu empfehlen, Slowenien enttäuscht nie, siehe auch 2018.

      Polen 2026, II: Krakau und Wieliczka

      Auch die zweite Nacht brachte temperaturenmäßig keine Erleichterung, ich verkniff mir den Kontakt zur Unterkunft und verschob dieses Problem auf Berlin.

      Dort beschäftigen wir uns enmal mehr mit Helena Rubinstein und dem Viertel an sich. Hier kommt ein Auszug aus Krakow visit:

      Hier sind die wichtigsten Aspekte von Kazimierz:

      • Historische Bedeutung: Gegründet 1335 von König Kasimir dem Großen, war es lange Zeit ein Zentrum des Zusammenlebens von Christen und Juden. Im späten 15. Jahrhundert entstand das „Oppidum Iudaeorum“, eine autonome jüdische Stadt.
      • Jüdisches Erbe: Kazimierz ist weltbekannt für seine Synagogen (z.B. Alte Synagoge, Remuh-Synagoge), den alten jüdischen Friedhof und das historische jüdische Viertel.
      • Zweiter Weltkrieg: Die jüdische Bevölkerung wurde während des Holocausts fast vollständig ausgelöscht. Die Gegend um den Plac Nowy und die Szeroka-Straße ist das Herzstück des Viertels.
      • Tourismus & Kultur: Heute ist Kazimierz ein pulsierendes Viertel, bekannt für das Krakauer Festival für jüdische Kultur, zahlreiche Restaurants, Galerien und ein ausgeprägtes Nachtleben

      Neben ausreichendem Sightseeing genossen wir auch ein kosheres Frühstück im Outside, klare Empfehlung.

      Hier ein paar Impressionen aus dem Viertel:

      Wir liefen durchs Viertel, entdeckten Industriestandorte, die restauriert wurden und künsterlisch sowie kulinarisch genutzt werden.

      Auch Kirchen kann man im jüdischen Viertel bewundern, hier die Corpus Christi Kathedrale, eine Scheußlichkeit an Geschmacklosigkeit.

      Besser gefiel mir dann doch der Waweldrache am Fluss, quasi der Babydrache zum großen unterhalb des Wawelberges.

      Relativ früh machten wir uns auf den Weg nach Wieliczka, Uber versetzte uns, ich wurde Opfer des unbeabsichtigten Schwarzfahrens. Es gibt nur 15 Minuten Tickets, der Bus war übervoll, kein Herankommen am Automaten, nach 17 Minuten wurde ich vom Controletti, eine Station vor Wieliczka hopps genommen. Diese Herrschaften machen das vermutlich in Serie, immer an den Wochenenden, immer eine Station vor dem Salbergwerk….kein schöner Zug liebe Polen. Sei es drum, ich war um 50€ erleichtert und konnte mich ausreichend ärgern.

      Kommen wir zum Salzbergwerk: https://www.salzbergwerkwieliczka.de/einzelbesucher/uber-die-salzmine?zag=06&utm_source=google&utm_medium=cpc&utm_campaign=%5B06%20Zagranica%5D%20-%20DE%20AU%20SWISS%20-%20Search%20-%20Sprzedaż&utm_id=10371931816&gad_source=1&gad_campaignid=10371931816&gbraid=0AAAAADq-3ww_7yNhPiSPO6GZ-xJEYwWkD&gclid=EAIaIQobChMI3KOkhuyalAMVKpGDBx2ljxS3EAAYASAAEgJeNfD_BwE

      Um in die Stollen und Kammerm zu gelangen, muss mam rund 800Stufen insgesamt bewältigen, die gesamte Strecke beträgt 3,5 Kilometer. Die einzelnen Kammern haben Themen erhalten und sind mit sehenswerten Salzskulpturen oder auch Hinweisen zum Abbau des Weißen Goldes versehen. Das Highlight ist die große Kathedrale, wo auch sonntags noch Messen abgehalten werden. Die Bilder hier sind hier nicht chronologisch der Laufroute angeordnet.

      Wieliczka ist ein lohnenswertes Ziel, eine gewissen Fitness sollte man aber dennoch mitbringen. Meine Mama ließ sich von Karin und einem entzückenden Wiener helfen, ein echter Held.

      Als wir wieder Tageslicht sahen, war davon nicht mehr viel übrig!

      Wir organierten uns unter erschwerten Bedingungen eine Pizza und ließen uns per Uber zurück zur immer noch heißen Unterkunft fahren.

      Am nächsten Morgen verließ ich die beiden Damen und fuhr überpünktlich von Krakau bis Berlin. Schön, mal wieder in der Stadt gewesen zu sein.

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      Deutschland 2026, Zingst und Wernigerode

      Ein Wochenende Ende März 2026 in Zingst,

      Viel hört man von dem gehypten Ort an der Ostsee, ein Eldorado für Fotofans, die Karibik Deutschlands und so wunderschön!

      Jahrezentelang bin ich um die deutsche Ostsee ( mal abgesehen von  Warnemünde) immer herum gekommen, >30% Nazis…die muss man nicht noch reicher machen.

      Meinem Schwiegervater war es seit Jahren ein Anliegen, der Weihnachtsmann legte einen dreitägigen Trip unter den Baum und so konnten wir uns selbst von der Schönheit überzeugen.

      Wir fuhren gegen 8:00 Uhr los, der kleine dreckigweiße Wauzebär war so aufgeregt, sie konnte es kaum erwarten. Emily liebt Urlaub und reisen und ist ein lieber kleiner Teddy im Kennel, so lange das Auto fährt.

      Berlin ist mehr als staulastig, Emily bellte sich durch die erste Stunde und wir atmeten auf, als wir endlich gen Norden fuhren.

      Das Wetter hielt sich, wunderschönes Märzwetter blieb uns an diesem Freitag hold und mit schönem Sonnenschein saßen wir rd. 3 Std. später, bei einem Fischbrötchen am Darß.

      Wir genossen Sonne, Strand, Strandkorb und schauten verliebt auf unseren buddelnden Hund.

      Zum Kurmittelhaus, unserem Zuhause für zwei Nächte, liefen der Göttergatte, Emily und ich zu Fuss, die älteren Semester fuhren.

      Einige schöne Zingstimpressionen möchte ich nicht vorenthalten.

      Eine hübsche Ferienwohnung erwartete uns, großzügig geschnitten, bissel 2000er Style aber hell und freundlich.

      Zwei Bäder, zwei Schlafzimmer, sämtliches Schnickedöns….herrlich.

      Wir vergammelten ein wenig den Nachmittag und gingen gegen 18:30 Uhr in den Klabautermann, ein Restaurant, welches Mathias und ich am Nachmittag gefunden hatten. Das Essen war super, die Besitzer hatten ebenfalls Westies, die Gastwirtin war ein verbiestertes, altes Weib, die sich aufregte, weil ihre Mädels mit unserem Westie kuschelten.

      Kurz und gut, unsere liebreizenden Mitmenschen wollten uns einen Tag später nicht mehr in ihrem Etablissement….soviel zu Thema Ost/West anno 2026.

      Der spätere Abend wurde heiter, wir spielten Hitster und mein Schwiegervater erfuhr seine Überraschung zum 80. Wiegenfest….Fuerte und Kreuzfahrt.

      Der zweite Tag war leider verregnet und verhangen, wir fuhren das Fischland, Darß auf und ab, stiegen aber nicht wirklich aus. Lediglich in Wüstrow gabs Kaffee und Kuchen mit Blick auf dem Meer und zurück in Zingst eine Planscherunde im heimischen Pool…wohltuende 30 Grad, was will man mehr?

      Sehenswert vom zweiten Tagist dennoch der kleine Hafen und die berühmte Sonnenbrille.

      Da wir ja aus dem schönen Klabautermann hinauskomplimentiert wurden, landeten wir in einer überteuerten Bude, grenzwertig frech.

      Der letzte Morgen begann verheißungsvoll, auch wenn das Frühstück im Kurmittelhaus eine Mischung aus Kampf ( Tisch), Hetze ( Zeitfenster) und damit verbunden, wenig Genuss ( obwohl das Frühstück solide gut war) war.

      Wir liefen nochmal an den Strand, Mama und ich die Seebrücke bis zur Taucherglocke, die Männer ließen Drechen steigen, mit maximalem Erfolg.

      Wir fuhren im Anschluss über Karls Erdbeerhof ( nette Geldausgebemaschinerie) nach Warnemünde.

      Der niedliche Ort geht gefühlt immer, Fischbrötchen, Fisch fürs Abendessen und gut gelaunt ließen wir das Wochenende ausklingen.


      Mein Fazit: Zingst ist wunderschön in der Nebensaison, im Sommer möchte man dort nicht sein. Der Fotohype ist für mich nicht nachvollziehbar, ja …es gibt ein paar nette Motive, die gibt es woanders auch. Die Preise sind eine Frechheit, wir schauten uns die Campingplätze an, WER zahlt 1000€ für eine Woche im Sommer? 

      Mit einem glücklichen Hund, am Strand von Warnemünde, beende ich diesen kleinen Bericht.

      Schweden/Finnland 2026, VIII: Fazit, Tipps und Tricks

      Während unserer Winterreise habe ich unterwegs viel positives Feedback bekommen und meinen Reiseplan häufig weiter gesendet. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir die Reise von Journaway.com abgekupfert hatten. Dort wird sie mit einer Nacht mehr, weniger Leistungen auf der Fähre und Zug und weitaus teurer angeboten.

      Wer also keine Planungslust hat, schaut einfach bei den organisierten Reisen.

      Wir sind mit zwei Airlines geflogen, hin mit Norwegian, zurück mit Easyjet. Hintergrund waren die Flugzeiten und Preise. Norwegian ist kulanter beim Handgepäck, wenn man die Reise nachbastelt, bitte genau gucken….nicht das man am Ende Probleme mit Easyjet hat.

      Fangen wir mit Stockholm an: Wir waren schon mal in der Stadt und kommten deshalb gut mit einem etwas eingeschränkten, preiswerteren Winteraufenthalt umgehen. Wer die Stadt nicht kennt, sollte mindestens eine Nacht mehr einplanen.

      Für Foodies empfehle ich die Markthalle in Östermalm, nicht günstig doch jeden Cent wert…auch wenn man keinen Fisch mag.

      Wir wohnten im „Bob W“ großartige Adresse, wir zahlten Hostelpreise im Februar: https://booking.bobw.co/?city=Stockholm&utm_source=google&utm_medium=cpc&utm_campaign=22592326003&gad_source=1&gad_campaignid=22592326003&gbraid=0AAAAACpuXUlrJgS56pE4ZcNCmhOjvDQQj&gclid=EAIaIQobChMI99GMrdCKkwMVmIWDBx05_x3uEAAYAyAAEgI4v_D_BwE

      Im Bob W hat jedes Zimmer eine kleine Pantryküche, was angesichts der hohen Restaurantspreise in Stockholm Sinn macht. Als Winterprogramm eine U- Bahntour und das Abbamuseum zu besuchen war ok. Für Alle die Stockholm planen, die Kreditkarte ist das Tunelbanaticket d.h. man legt die Kreditkarte auf den Automaten, geht durchrs Drehkreuz und fährt munter 75 Minuten durch die Stadt. Am Ende muss man nicht durch ein Kreuz d.h. leichtes Überziehen des Tickets wird hingenommen.

      Fähre: Tallink/ Silja oder Viking? Tja, diese Frage muss Jeder für sich selbst entscheiden. Von der Bauart hat uns die Tallink besser gefallen, die Kabinen sahen auf der Viking tuffiger aus. Die Viking startet von Södermalm, aufgrund der Bauarbeiten an der Brücke momentan nicht so zu empfehlen. Außerdem fährt sie früher aus Stockholm ab, kommt ein wenig früher an. Quasi ein zermanschter Tag VOR der Fähre und im Falle eines Falles noch länger ohne Zimmer NACH der Überfahrt.

      Die Silja Serenade ist zwar ein altes Schiff, kommt aber modernisiert und schick daher. Essen ( Grand Buffet und Frühstück beim Italiener) waren ihr Geld wert.

      Aktuelle Preise siehe Ticket. Man darf nicht unerwähnt lassen, dass Kaviar, Meeresfrüchte und morgens ein Glas Sekt inklusive sind….klare Empfehlung.

      Das Schiff ist, durch die Renovierungen modern und essenstechnisch auch zeitaktuell aufgestellt…Tunapokebowl sag ich da nur 🥰.

      In Helsinki waren wir noch nie, kannten aber die Geschichten von „ lohnt mur für einen Tag“ bis hin zu „langweilig“. Wir kamen gegen 10:30 Uhr, schnappten uns einen Uber ( unser Verkehrsmittel der Wahl mit Gepäck, spottbillig) und standen um 11:00 Uhr im Radisson Blue Seaside: https://www.guestreservations.com/radisson-blu-seaside-hotel-helsinki/booking?utm_source=google&utm_medium=cpc&utm_campaign=991005088&gad_source=1&gad_campaignid=991005088&gbraid=0AAAAADiMQMby2LksS9e2OK5OBQ68L3qb3&gclid=EAIaIQobChMIicCF39uKkwMV2LGDBx0Qfic4EAAYASAAEgIkRfD_BwE

      Absolute Empfehlung! Mit Eintritt in den Club bekamem wir nicht nur gleich unser Zimmer sondern auch noch Softdrinks in der Lobby. das Frühstück war sehr gut, auch was finnisches Frühstück anging, die Zimmer ruhig und modern.

      Kommen wir zu Helsinki…joah, im Winter reicht ein Tag vollkommen. Da schafft man die Citysights und kann auch noch nach Suomenlinna, dem Weltkulturerbe vor der Haustür der Stadt.

      Mein Geheimtip ist allerdings Porvoo, 60km außerhalb von Helsinki, puppig und niedlich! Die Tickets waren schnell über die OnniBus App organisiert, mit rd 8€ oneway auch echt günstig. Die Busse fahren vom zentralen Omnibusbahnhof Kamppi ab, wir sind dorthin gelaufen…unproblematisch.

      Kommen wir zum Essen in Helsinki. Der Foodistatip ist natürlich Holy Crab, Meeresfrüchte aus der Tüte! Mit Schürze, Zange, Schere Handschuhe….nicht preiswert aber saugut: https://www.holycrab.fi/eng

      Die restliche Zeit haben wir uns über Foodcourts in Einkaufszentren versorgt, grünes Thaicurry in Kamppi 16,50€, Sushi/ Buffet all you cant eat im Centrum Einkaufszentrum nahe des Bahnhofs für sensationelle 12€…Finnland geht auch günstig.

      Vorteil von Stockholm und Helsinki im tiefen Winter: Weniger Touristen, preiswerter da mehr Sonderangebote auf Hotels, Fähre etc. Per Eisbrecher nach Suomenlinnen oder auf dem Eis der Baltischen See stehen und Stockholm vom Wasser genießen…geht allerdings nicht jedes Jahr.

      Kommen wir nun zu Lappland…ja, Rovaniemi ist das touristische Zentrum mit internationalem Flughafen. Schöner ist es mit Sicherheit in Roka oder Levi ABER wer will denn nicht ins Weihnachtsmanndorf?

      Wir hatten uns als Anreise den Santa Claus Zug gewünscht und sehr frühzeitig für einen schmaler Taler gebucht. Später hörten wir Fabelsummen für unser Abteil/2er mit eigenem Bad….tolle Erfindung.

      https://www.vr.fi/en/single-ticket-outbound-journey-details?from=HKI&to=ROI&outboundDate=2026-03-06&passengers[0][key]=277d8de5-64f0-4637-af31-32cad990e5e6&passengers[0][type]=ADULT&saleId=5996b24d-f615-4639-a32c-1eb8cc4079c7

      Im arschkalten Winter des Jahres anno 2025/26 beobachtete ich nicht nur über Wochen die Polarlichterapp, nein auch den Wetterbericht. Kurz und gut, -34 Grad blieben uns erspart, knackige -22 erwarteteten uns.

      Tageshöchsttemperatur:

      Um es kurz zu machen, die Kälte störte nicht, die vielen Klamotten waren nerviger. Oberkörper vier Schichten, unter der Skihose noch Unterwäsche. Wir borgten uns keine Sachen aus, auch wenn dies quasi überall angeboten wird.

      Kommen wir nun zu Santa Claus….tja, Coca Cola hat ganze Arbeit geleistet und der Polarkreis zieht Touris aus aller Welt, vor Allem Chinesen an. Mit SC wird alles assoziiert, nur keine religiösen Inhalte.

      Es war säuisch voll, es posteten überall Influencer*innen, aufgemotzt als wenn es um eine Misswahl geht. Erstaunlich wie leidensfähig Mensch ist, wenn es um Klicks geht….Röckchen und Kleidchen bei -17 Grad!

      Natürlich ließen wir uns die Eckpunkte nicht nehmen. Arctic Circle, Post und Rentiere sowie Huskys beobachteten gehörte auch bei uns dazu.

      Zum Village haben wir eine etwas gespaltene Ansicht. Da wir einen Bungalow direkt dort hatten, konnten wir uns gut von Jubel, Trubel Heiterkeit befreien. Von allen Resort ist das SCV noch das moderateste und dennoch ist die ganze Institution reinste Abzocke. Unser Zimmer, max. 3 Sterne mit dem Goodie der Sauna. Das Frühstück lieblos und mit 26,50€ überteuert. Teuer war Alles, egal ob Foto mit dem Weihnachtsmann, Rentierschlittenfahrt oder eine kurze Huskyrunde, was ich niemal empfehlen würde….dazu kommem wir aber noch. Gleiches gilt für das abendliche Buffet, 48€….die spinnen doch!

      Ob ich nochmal dort wohnen würde, JA…denn das gesichtslose Rovaniemi gehört nicht zu meiner Wahl.

      Die Stadt fiel 1944 einem Feuersturm, durch die Wehrmacht, zum Opfer und wer nicht absoluter Fan von Beton der 50er ist, sollte sich dieses Nichtlapplandfeeling schenken. Wer ein eigenes Auto hat ( sollte man immer in Erwägung ziehen) ist in den Resorts außerhalb der Stadt besser aufgehoben. Leider ist hier Mittelklasse Fehlanzeige, nach oben gibt es keine Grenzen. Hat man dann eine schneereiche Woche erwischt, tun 800€ für eine Nacht im Fünfsterne Glasiglo natürlich richtig weh.

      Wer partout nicht ins SCV will, dem empfehle ist die Ounasvaara Chalets, da bekommt man manchmals nen Schnappi. Unser Favorit war Apukka, wo wir ja auch mit den Huskys unterwegs waren.

      Traumhaftes Resort, traumhafte Lage….unbezahlbar!

      Kommen wir zum Essen in Rovaniemi. Kurz und gut, alle bezahlbaren Varianten, die auch noch gut besprochen sind ( Tripadvisor) sind fest in der Hand von Reisegruppen, Chinesen und Influencern, zumeist auch noch winzig klein. Santas Salmon Place haben wir nicht hinbekommen, hier gibt es angeblich den besten Lachs vom Feuer, mit Kartoffelsalat und Brot:https://bestsalmon.fi

      Ins Roka Bistro haben wir es am zweiten Tag geschafft, muss Jeder selbst entscheiden, ob man bei -10 Grad draußen warten möchte. Essen war sehr gut und bezahlbar: https://ravintolaroka.fi/en/

      Das Essen in den Hotels und Resorts ist richtig teuer, finnisches Essen toppt Alles. Am Ende bleibt noch die Depencance des Weihnachtsmannes bei Mc. Doof und der Supermarkt. Letzter ist die bessere Alternative, im CM ( Citymarket) gab es Fisch und Kaviar vom anderen Stern.

      Kommen wir nun zu den Aktivitäten. Luft zum atmen und wandern gibt es umsonst, alles Andere muss teuer bezahlt werden. Über getyourguide und viator gibt es pauschale Touren die ich nicht empfehlen kann. Bereits im Vorfeld wurden die Husyktouren kritisch bewertet, 5 Minuten im Schlitten, 130€….Rentiere auch fünf Minuten nochmal 30€ drauf…NEIN, macht man nur wenn man Chinese ist. Als ich mir dann auch noch anlas, dass die armen Viecher nicht in Rente gehen, sondern am Ende an die Nachzuchten verfüttert werden, war es bei mir vorbei….ich suchte, suchte, suchte UND fand https://apukkaresort.fi/activities/winter-activities/husky-tours-in-winter/?gad_source=1&gad_campaignid=18996123094&gbraid=0AAAAACnzSn-JIuq59wiGs59qtGbGF_4_c&gclid=EAIaIQobChMIyoH8tpOLkwMVcZCDBx2Gmx92EAAYASAAEgLVKvD_BwE

      Man ist sein eigener Musher, fährt die Tiere selbst, rd. 7,5 km und darf am Ende kuscheln und Welpen bespielen…yes! Viel Teurer war es auch nicht, aber DAS Erlebnis für uns.

      Ein beeindruckendes, nicht so teures Event ist der Besuch des Arctic Snow Hotel, 35€ plus der Drink, alloholisch oder nicht alkoholisch…

      Da ich auch nach mehreren Versuchen den Link nicht in den Bericht bekommen haben, einfach Arcticsnowhotel.com in die Suchleiste geben.

      Für Rentiere gilt übrigens das Gleiche wie für die Huskys. Die Touren sind Abzockertouren, zu teuer und keineIndividualität. Im Winter sieht man kaum frei lebende Rudis, da alle Tiere zusammengetrieben werden. Wir hatten wunderschöne Erlebnisse, sahen magische kleine Wesen in Apukka und Kotatieva und waren während unserer Schlittentour ganz alleine! Kotatieva: https://kotatieva.fi/activities/

      Nicht nur Rentiere, auch für Eis laufen, Rodeln, Langlauf und Schneeschuh wandern eine ganz tolle Adresse

      Und dann ist da noch die Sache mit den Polarlichtern! Ich hatte zu Hause etliche Apps ausprobiert, war also vorbereitet. Wer nicht vorbereitet war, war der Wettergott. Obwohl zur besten Zeit (September- März) mitten im Aurora Oval, spielte das Wetter nicht mit. Wirklich schade….wir sind dem Grunde nach lediglich zwei Tage zu spät angekommen. Ein armseliges Lichtlein gab es am ersten Abend dann doch und das war es dann aber auch!

      Finnland2026, VII: Kotatieva

      Den letzten Tag in Lappland verbrachten wir nochmal in der freien Natur. Es hatte wieder in der Nacht geschneit, unser Frühstück begeisterte auch am vierten Morgen nicht. Um 10:00 Uhr checkten wir aus und machten uns auf den Weg nach Kotatieva, rd. 10km außerhalb.

      Das Resort lag höher als Rovaniemi und war noch viel verschneiter und abgeschiedener.

      Das Highlight dort ist die Eisbahn durchs Gelände, man kann sich an Langlauf, Schneeschuhlauf und Rodeln versuchen.

      Das Tüpfelchen auf dem „I“….die geliebten Rentiere ziehen einen Schlitten, total unkommerziell und nett.

      Strom aus Aggregatoren, Plumpsklo und „no thrill“. Viele Jüngere nutzten die Angebote.

      Mathias machte sich recht gut auf dem Eis, ich merkte gaaaanz genau, das ich seit 30 Jahren keine Kufen mehr unter den Füssen hatte.

      An der Eisbahn liegt ein süßes Café, mit Kota und Zugang mit Schlittschuhen.

      Nach der ersten Anstrengung, wir waren wirklich durchgeschwitzt, liefen wir übers Gelände und besuchten die Rentiere. Im Wald stand ein scheues Kitz, heranwachsend…in weiß. So zart, so süß. Wir fragten nach, das kleine Wunderwesen aus einer anderen Welt, war ein Waisenkind. Verstoßen von Mama, vom Besitzer wohl abgeschrieben, hatte es sich den Tieren von Kotatieva angeschlossen….sehr süß.

      Unsere Schlittenfahrt war toll, von der Länge her richtig und mit 30€ auch angemessen im Preis.

      Mein Highlight war aber dieses kleine Zauberwesen…meine Güte!

      Wir rodelten den Hügel hinunter, hatten hier einige Lachmomente.

      Unser Mittagessen war ok, die billigste Pizza in Finnland. 

      Das Restaurant war ebenfalls optisch ein Hingucker!

      Nach einigen Tiefschneeversuchen, nochmaligen Rutsch über die Eisbahn sagten wir Kotatieva adieu.

      Von uns eine klare Empfehlung zu Kotatieva, ein netter halber Tag kann dort gelassen mit allerlei sportlichen Aktivitäten vertändelt werden.

      Den späten NaMi vertrödelten wir bei Mc Donalds, Tanken und auf dem chaotischen kleinen Flughafen von Rovaniemi. 

       Der Flug hob überpünktlich ab, Flugdauer 2,5 Stunden ohne Polarlichter.

      Kaum waren wir in Berlin gelandet, surrte meine Uhr…Polarlichteralarm in Rovaniemi, Kotatieva und Apukka…Hej Finnland, Du wolltest mich doch wohl flachsen?

      So bleiben nur die Lichter aus dem Januar über Berlin, die ich dann doch mal ein wenig würdigen möchte.

      Finnland 2026, VI: Huskys in Apukka

      Unser vorletzter Tag in Lappland brachte nicht nur ein wenig besseres Wetter, sondern auch ein total schönes Event. 

      Wenn man im hohen Norden ist, wird einem IMMER auch eine Huskyrour empfohlen und natürlich will man ne Horde Hunde, Schnee und einen Schlitten, wer will das nicht?

      Ich hatte im Vorfeld viel gelesen, sowohl die Angebote von getypurguide, viator oder gar direkt vom Santa Claus Village verneint. Alles viel zu kurz, zu teuer und auf Tourinepp….wer bitte zahlt 80€ für 2km Gekarre durch den Wald? Gleiches galt für die Rentiere….nachdem mir eine Nachbarin erzählte, das die wenigsten Huskys nach dem Schlittenleben ein Kaminleben erhalten und an die Nachzuchten verfüttert werden, passte ich einmal mehr bei meiner Recherche auf.

      Fündig wurde ich bei Apukka, dem Resort, wo wir bereits unseren ersten Tag, bei strahlenden Sonnenschein, verbracht hatten. Diese bieten keine Touren als Ziehtouren an, hier ist aktive Mitarbeit gefordert d.h. wir werden unsere eigenen Musher und Herr und Herrin über die Schlitten.

      Mit Spannung fuhren wir viel zu früh los, spazierten nochmal zu den Rentieren vom Resort und warteten am Meeting Point bei rd. -6/-7 Grad. Nach und nach trudelten andere Willige ein und Team Risto ( unser Guide) führte uns zum abgetrennten Bereich des Resorts.

      Dort wurden wir anhand eines Schlittenmodells in die Regeln eingewiesen. Fazit, immer den Schlitten festhalten, weich in die Knie gehen, Fuss auf die Bremse…ansonsten rennen die Viechis los.

      Keine Fotos als Schlittenführer, nach der Hälfte der Zeit wird getauscht.

      Es gab noch die Info, dass es den Hunden VIIIIIIEEEEELLLLL zu warm ist, bei -20 fühlen sie sich am Lebendigsten. 

      Wir lernten unsere sechs Wauzis kennen, besser gesagt, wir sahen kleine Hundepops wackeln und ein üppiges Trainieren der Stimmbänder….gekuschelt wurde erst nach den 7,5km.

      Aufgeregt waren die Tiere, manche konzentriert auf ihre Aufgabe, Andere freudig erregt nun endlich wieder in den Schnee zu dürfen. Und dann gab es die Schlafnasen, die auf dem blanken Schneeboden lagen und fast wegdrusselten.

      Wir reihten uns als vorletzten Schlitten ein, der Göttergatte traute sich als Schlittenführer/ Musher den Anfang zu machen. 

      Hinter uns der Schlitten hatte etwas Probleme mit seinen Wauzis, da ein schwächerer dabei war. Das gab uns die Ruhe für einen ruhigen Ritt vorneweg, da Niemand ohne Anschluss bleiben soll. 

      Wir fuhren durch wunderschöne Landschaft, durchaus hügelig, Mathias half den Viechis und rannte zum Teil hinterher. Es war grandios. 

      Immer wenn der Schlitten anhalten musste, schauten sechs treue Seelchen uns fragend an und wenn wir weiterfuhren, wackelten sechs kleine Ärsche vorneweg. Sechs kleine Racker nutzen jede freie Sekunde um sich in den Schnee zu werfen, den Kopf ins weiße Nass zu halten oder beim rennen zu pieseln und Schlimmeres.

      Wir hatten einen Heidenspaß, der nur für die Füsse irgendwann echt kalt wurde.

      Als wir zur Hälfte der Zeit tauschten, war ich happy, mich als Schlittenführerin zu zeigen. Um es kurz zu machen, wir blamierten uns NICHT. 

      Wer die Gewalt über das Gefährt hat, dem wird nicht mehr kalt! Wir mussten noch etwas warten und einer unserer Hunde flippte total aus, weil er weiter wollte….ich konnte selbst mit meinem Mopsgewicht den Schlitten kaum halten.

      Später wurde uns erzählt, dass acht kleine Racker einen PKWziehen können….soviel dazu!

      Nach der Schleife (55min, 7,5km) die übrigens doppelt so lange dauerte wie im Normalfall ( den Hunden war es zu warm) gingen wir kurz in die Kota mit Feuer und dann ab zu den Welpen.

      Lustige kleine Gauner, die auf Alles scharf waren…4,5 Monate alt, 10 Kilo schwer und kleine Teufel….lustig und niedlich!

      Wenn die Mäuse es zuließen, durften wir sie auch auf den Arm nehmen. Mathias Rüpel hielt still, mein Kleiner leckte mir das Gesicht ab, fing an zu zappeln und schwupps weg war er🥰. Die Fotoserie ist ein Knaller, ich erspare es dem Lesenden….privat, fürs Fotobuch. Hier nur ein kleiner Vorgeschmack:

      Die Zeit war viel zu schnell vorbei!

      Wir entschieden uns, den Versuch im Rokas zu wagen und stellten uns in die Schlange. Nach langen 45 Minuten, bei Minusgraden,  hatten wir einen Tisch und kurze Zeit später die Lokikaitto vor uns. Dazu gab es noch einen Rentierburger/Sandwich und Pommes.

      Mehr als happy fuhren wir zum Supermarkt für den Abend.

      Den Spätnachmittag verbrachten wir in der Hütte, ich zog gegen 19:00 Uhr nochmal ins Village und schoss ein paar Nachtfotos.

      Wunderschöne Impressionen vom fast leeren SCV.

      Nach unserem Abendessen mit Brot, Lachs, Shrimps und Kaviar, ging es wieder für zwei Saunagänge in knapp 80 Grad.