Archiv der Kategorie: Europa

Mit dem Familienzuwachs ( Emily, die kleine Westiedame) wird Europa immer wichtiger und interessanter

Kroatien 2016: I, Plitvicer Seen und Vodice

Kroatien, ach da werden Kindheitserinnerungen wach.Als ich das erste Mal in Ex-Jugoslawien war, wurde ich zarte vier Jahre alt. Ich bekam ein Schlauchboot zum Geburtstag, kostete vor meiner Mama das erste Mal Miesmuscheln und  badete in den Plitvicer Seen ( ja, da durfte man damals drin baden) und natürlich  in den Krker Wasserfällen.

Beim zweiten Mal, 1980, trieb ich meine Herrschaften immer tiefer gen Süden, meine Mutter lernte eine jugoslawische Zahnbehandlung der besonderen Art kennen und ich ließ mir in Vodice mein Popöchen von fiesen Mücken zerstechen.

Dann kam der Balkankrieg und die Region verschwand aus meinem Fokus. Übersee wurde einfach attraktiver und für Europa war ja noch Zeit, wenn man nicht mehr so gerne fliegen möchte……uns kam dann Emily zuvor, und nun erkunden wir zusammen unseren so schönen Kontinent. Deshalb also Kroatien-mehr auf Wunsch von Mathias  aber ich bin ehrlich, ich hatte auch  Lust drauf.

Wir planten ne tolle Route  und hatten lediglich nen bissel Bammel vor der langen Autoreisezeit.

Eigentlich war unsere Abfahrt für 22:30 Uhr aus Berlin  geplant, das Navi hatte uns eine Ankunftszeit von 11:30 Uhr an den Plitvicer Seen versprochen, erschien uns  logisch und  früh genug zum anreisen. Am Ende konnten wir einfach am Nachmittag nicht schlafen, und  so lösten wir unser kleines weißes Fellknäuel  gegen 20:30  Uhr bei meiner Mama aus und machten uns auf den Weg.

Unser fliegender Teppich namens Emil, erfunden von der Firma Skoda,  leisteste ganze Arbeit. 2,5 Stunden brauchten wir nach Rudolphstein, nach fünf Stunden waren wir  in Passau. Die Tortur begann erst in Österreich, durch Tunnelsperrungen und Fahrbahnverengungen  benötigten wir  fast 2,5 Stunden  durch die Alpenrepublik. Slowenien war dann wiederum sehr zügig, wir fuhren über Maribor und schlussendlich durften wir gegen 6:30 Uhr unsere Pässe an der slowenisch-kroatischen Grenze zeigen…..sie  machen tatsächlich Kontrollen, auch aus Slowenien kommend.

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Wir fuhren nicht mehr Autobahn sondern quälten uns auf der Bundesstraße,  über Karlovac Richtung der Seen. Obwohl der Balkankrieg für die Kroaten bereits 1991 beendet war, sah man noch viele Kriegsruinen und sehr viele Häuser, vor Allem in Karlovac, hatten Einschußlöcher. Die Gegend um die Stadt herum, soll  immer noch böse vermint sein. Mir wurde mal wieder bwusst, wie nahe damals der Balkankonflikt gewesen war, wir waren gerade mal 9,5 Stunden auf unserem fliegenden Teppich unterwegs.

Die Strecke zog sich am Ende und als wir endlich den Ort Poljanak erreicht hatten ( ca. 5 km außerhalb der Seen) waren wir mehr als froh.

Unser Zimmer hatte mehr Hostelstandard, war aber sauber und ruhig…..und das Beste, wir kamen ins Zimmer hinein. Bereits um 10:00 Uhr lagen wir alle Drei in tiefem Schlummer. Emchen war fix und foxy, sie hatte zwar die gesamte Nacht  still ausgeharrt, dafür in Poljanak selbst die Toten auf dem Friedhof geweckt. Ein echter kleiner Schreihals ist unser Westie geworden, Gott sei Dank hat unsere Wirtin nur gelacht.

Am Nachmittag fuhren wir zu den beiden Eingängen an den Seen, informierten uns über die Preise (180 Kuna= 24€…. sportlich) und fuhren mit einer sehr vagen Wegbeschreibung auf die andere Seite. Von dort soll es Möglichkeiten geben, die Seen von oben zu sehen und einen guten Blick auf den gröten Wasserfall zu erhaschen. Wir taten uns allerdings sehr schwer u nd nach zwei Aussichtspunkten hatten wir die Nase voll. Wir trösteten uns damit, dass wir ja am nächsten Tag nochmal die Gelegenheit hätten, an den Aussichtspunkt zurückzukehren. Anbei die Ergebnisse vom ersten Tag….achja, zur Zeit alles  nur Handy Bilder, meine Pentaxfotos kommen später in den Bericht.

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Wir fuhren zu einem kleinen Supermarkt und kauften fürs Frühstück ein, da wir eine Küche in unserer Unterkunft hatten und natürlich am nächsten Tag auch früh starten wollten.

Unser Abendessen. war gut aber  touristisch überteuert. Ich wählte Kalamaris mit Mangold und Kartoffeln, ein Gericht welches ich auch in Berlin gerne futtere . Wie sich nun herausstellte, handelt es,sich um keine kreative Bastelei  unseres  kroatischen Küchenchefs, sondern ein ordentliches Essen mit Historie. und  astronomischen Preisen, gut das das Finanzamt so fix meine Steuern bearbeitet hat!

imageAm ersten Abend fielen uns schon um 19:00 Uhr die Augen zu und es ging ab in die Heia; selbst Emchen hielt die gaaanze Nacht tapfer aus, sie wollte auch nicht mehr vor die Tür.

Unser Morgen startete mit einem selfmade brekkie, mangels eines Toasters kam genau dieses einfach in den Backofen und wurde am Ende mit Tomatenmark, Schinken und Käse belegt. Perfekt zum Frühstück und genauso perfekt am späteren Vormittag an den Seen.

Wir fanden, Gott sei Dank, sofort einen Parkplatz und gegen 9:00 Uhr starteten wir mit Tour A……dem Renner unter den Plitvicer Seen Touren.

imageWir hatten gleich am Anfang einen grandiosen Ausblick auf den großen Wasserfall, zu dem wir im Anschluß auch sofort hinliefen…siehe die nächsten zwei Fotos.

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Im Anschluß liefen wir über Holzstege, erklommen Höhlenwege und quälten uns  wieder ganz nach oben, um einen guten Blick auf die Seen  zu bekommen

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Da das Wasser recht ruhig war, bwunderten wir natürlich auch die Spiegelungen und schworen uns, nach unserer Rückkehr die alten Karl-May Filme aus der Versenkung zu holen.

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Nachdem wir gut mit dem Hündchen die Tour A gelaufen waren, entschlossen wir uns, mit dem fliegenden Teppich zu Eingang B zu fahren und auf einen Parkplatz  zu hoffen. Das Glück war uns wieder hold und 10 Minuten später standen wir am Bootsanleger. Wir ließen uns  übersetzen und liefen nach Tour A und einem kleinen Teil Tour B nun auch noch einen Rundweg von ca. 1, 5 Stunden. Dieser war aber so überfüllt, erinnerte  an die chinesische Mauer in der goldenen Woche. Der Hund musste arg aufpassen, dass die kleinen Pfotis nicht unter russiche Stilettos  gerieten, wir hatten Angst im Wasser zu landen. Ich hatte noch genug von meinem Kamera-Salzwassser Erlebnis auf den Phils. Die Ausblicke waren aber auch hier sehr schön und am Ende waren wir total happy, den Rundweg doch gelaufen zu sein

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Als krönenden Abschluß versuchten wir uns wieder an den „Geheimtip“ aus dem www-schließlich waren wir ja nur müde vom Laufen und nicht mehr so erschöpft wie am gestrigen Tag.

Damit auch Jeder, der mein Geschreibsel hier liest, ebenfalls eine reelle Chance bekommt, den NICHT ausgeschilderten Lookout zu finden, hier kommt die Wegbeschreibung: Man nimmt die Straße Richtung Karlovac, überquert die große Brücke über der Koruna und biegt hinter der Brücke scharf links nach Poljanak ab. Dann fährt man bis ins Dorf und nimmt am Kriegsdenkmal ( Opfer von 1991) den linken Weg und folgt dieser Straße, bis auf der rechten Seite eine Ruine zu sehen ist. Vor einer kleinen Brücke mit einer Hütte auf der linken Seite nimmt man den Pfad , ebenfalls auf der linken Seite, und läuft ca. 5 Minuten zum Lookout.

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Wenn man alles richtig gemacht hat, erwartet den Suchenden dieser grandiose Blick

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imageWir hatten Glück, dass sich die Sonne nochmal blicken  und uns das Eintrittskartenpanorama genießen ließ

Rund 15 km hatten wir an diesem Tag erlaufen, das Abendessen war reichlich verdient und nach den Racnicki genossen wir Winnetou auf You Tube und die schreienden  Spanier im Zimmer nebenan.

Am 268.16 war die Nacht früh vorbei, die spanischen Jungs brüllten sich auch schon zum Frühstück an. Also um 7:00  raus aus den Federn, Klamotten gepackt, gefrühstückt und gen Meer gefahren. Die neue Autobahn nahm ne Mengean Zeit weg, bereits nach 1,5 Stunden fuhren wir von der Autobahn und näherten uns Vodice vom Hinterland. Auch hier immer noch massive Kriegsschäden und Ruinen….oha, hatte es damals zwar vermutet aber natürlich verdrängt, dass der Krieg auch Leute die wir damals in Kroatien kennengelernt hatten, getroffen hatte. Unterwegs sahen wir auch viele, hastig angelegte Friedhöfe….zumeist mitten in der Karl-May Pampa.

Vodice hab ich nicht mehr wiedererkannt. Pensionen und Apartmenthäuser soweit das Auge reicht.

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Wir wohnten in einem super neuen Haus, eine Steigerung um 100% zu ersten Unterkunft

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Unsere Bucht von damals gehe ich morgen suchen, heute habe ich versucht, mich in der Altstadt zu orientieren. Jeder Meter am nicht vorhandenen Strand war mit Touris belegt, auf den  Betonplattformen im Meer lagen die Menschenmassen ebenfalls dicht an dicht.

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Emily stapfte tapfer mit uns durch die glühende Sonne,wir gaben den Wunsch auf Baden im Meer auf und verzogen uns am Nachmittag an den Pool. Unser Vermieter gaben ihre Weinreben zum Plündern frei, Emily machte ihr Seepferdchen und die vier kroatischen Strolche, im Alter von ca. 9 Jahren, unserer Nachbarn hatten ihren Spaß mit dem Hund.

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Am späten Nachmittag unsere geniale Terasse genossen und dann zu einem perfekten Abendessen aufgebrochen. Wer auch immer mal nach Vodice kommt, sollte ins Tamaris gehen. Da die adriatische Küste noch sehr italienisch beeinflusst ist, sind auch bei einem echten Kroaten Foccacia, Bruschetta und ordentliche Meeresfrüchte an der Tagesordnung. Meine Calamaris waren also nicht Livornese sondern echt vodicisch 🙂 und saulecker und natürlich wieder mit Spinat/Mangold und Kartoffeln.

Abends bummelten wir über die Promenade und genossen die Aussicht vom Hafen auf diese kleine Stadt, die vom Tourismus leider förmlich überrannt wird. Aufgemotzte Russinnen, nicht mider übertuffte Sloweninnen und viele, viele Tschechen. Die Deutschen und Niederländer verliefen sich fast. Um 23:00 Uhr besuchte uns der Sandmann und wir Drei fielen förmlich ins Bettchen, das Nachtleben von Vodice ließen wir aus. Emily war diesbezüglich  nen bissel traurig, das kleine Schwarze von „Westie Krönchen“ blieb im Schrank.

image imageAm nächsten Morgen gabs Frühstück auf unserer niegelnagelneuen Terasse, sonnendurchflutet…mit altbackenen Brot und zu dünnem Kaffee 🙂 ….wir üben noch.

Danach packten wir den Badekram-so ein Tag am Meer muss,  mit einem Hund im Gepäck, fast generalstabsmäßig geplant werden.

Wir fuhren aus Vodice hinaus und fanden die Strände meiner Kindheit, auch wenn ich die Ecke tatsächlich nicht mehr zu 100% wiederfand. Zuviel hatte sich verändert, die gesamte Straße zwischen Vodice und Srima  ist zugebaut ….und trotzdem gibt es sie noch, die kleinen Buchten, wo man fast alleine liegt.

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Wir schlugen unsere Strandmuschel auf und Emily machte heute ihren Freischwimmer. Bereits nach wenigen Minuten schwamm sie von ganz allein zu Mathias, natürlich angelockt mit dem verheißungsvollen Wort „Ente“….Emchen liebt getrocknete Ente.

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Der Herr der Schöpfung bastelte wieder seine Mount Mattis zusammen und wurden für die Glanzleistung nicht nur von mir sehr gelobt. Bier schmeckte und wir genossen einen entspannten Badetag ( das Wasser was saukalt) ohne größere Sonnenschäden.

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Der heutige Abend kann quasi als Wiederholung von gestern gewertet werden. Abendessen im Tomasa, Bummel durch Vodice, Nachtfotos…diesmal mit Stativ und nicht mit Handy. Morgen heißt es „Auf Wiedersehen Vodice, Hallo Trogir“. Noch eine kleine Anmerkung zu den großen Veränderungen des kleinen Fischerdorfes….während ich 1980 in einer Nacht rd. 100 Mückenstiche kassierte, sahen wir hier überhaupt keine blutsaugenden Plagegeister. Das muss an dem so schönen, trockenen Sommerwetter liegen.

Übrigens, es lohnt sich auch nochmal nach unseren Trip einen Blick in den Eintrag zu werfen. Die Bilder werden nach und nach durch Fotos aus der Spiegelreflex ersetzt! Zur Zeit sind es nur Handyfotos 🙂

Weiter gehts mit:  http://allcontinentsinonelife.com/kroatien-2016ii-trogir-und-ein-abstecher-nach-split/

 

Deutschland 2016, I: Hamburg

Hamburg, das Tor zur Welt. Eine Stadt die uns Berliner mehr als nur ein müdes Lächeln abverlangt, schließlich behaupten ja die Spreeathener eher mit tiefer Inbrunst „ das ist das einzige Kaff, in dem man nach Berlin noch leben könnte“ und auch ich, als echte, gebürtige Berliner Pflanze muss immer wieder sagen….Hamburg is it! Hier könnte ich sein!

Bislang kannte ich diese schöne Stadt an Elbe und Alster immer nur von der Durchfahrt, Richtung Nordsee. Alsterbecken, na klar- schon gesehen, den Hauptbahnhof schon hassen gelernt…wie alle Bahnhöfe eben. Ich hatte auch mal japanisches Sightseeing gemacht- gesamt HH in vier Stunden, aber so richtig ein paar Tage in dieser Stadt verbracht, hatte ich nie.

Dieses Jahr am ersten Juniwochenende war es dann soweit. Süddeutschland versank in Regenfluten, Hochwasser und Tornados- der Norden schwitzte in vorsommerlicher Hitze. Ich kann jetzt, ohne zu lügen behaupten, dass ich mal einen Sommer in HH verbracht habe! Die Stadt stand vor Hitze und das sage und schreibe ganze drei Tage lang! Wer kann von sich sagen, morgens um 6:00 Uhr im T-Shirt auf dem Fischmarkt gewesen zu sein und zu schwitzen?!

Also das erste Fazit, welches gezogen werden darf, die Auswahl des Reisedatums war schon mal ein Volltreffer.

1.Tag Anreise:

Ich bin kein Fan von Anreisen am Freitag, die Autobahn ist voll und man ist vom Arbeitstag eh schon kaputt. Wir kamen aber super durch und konnten um kurz nach 16:00 Uhr unser hundefreundliches Hotel in Norderstedt (ja richtig gelesen, nicht Hamburg) beziehen. Der Friesenhof, den ich allen Wauzibesitzern ans Herz legen möchte, ist ein grundsolides Dreisternehotel mit allem SchnickSchnack inkl. einem super Frühstücksbuffet.

Emily, reisefertig
Emily, reisefertig

Unsere Emily wurde mit folgenden Worten begrüßt „ Puppi, hier bist Du richtig“ Und so war es auch, unsere kleine, fidele Westiehündin fühlte sich sichtlich wohl. Es gibt einen Garten im hinteren Bereich des Hotels, wo sie rumtoben konnte und Kumpel Aran, der Dobermann, der sich rührend um das kleine Fellmädchen kümmerte.

Da unser Hotel in Laufdistanz zur nächsten U-Bahnstation/ Hochbahn ( Ochenzoll) lag, waren wir in rd. 30 min. am Jungfernstieg und nach zwei weitere Stationen mit einer anderen Linie, direkt an den Landungsbrücken in St. Pauli. Geschuldet der Hitze und der Faulheit nach der Anreise, genossen wir das eine oder andere Alsterwasser in den Kneipen an den Landungsbrücken und bewunderten die Renovierungsarbeiten an der Queen Mary II die genau gegenüber zur Zeit im Dock liegt.

Queen Mary II im Dock

Abendstimmung, Blick auf die Elbphilharmonie

Wir bummelten in den frühen Abendstunden zum „Michel“ dem evangelischen Wahrzeichen der Stadt. Eine schöne Kirche, mit interessanter, architektonischer Note….mir gefiel vor Allem die außergewöhnliche Empore.

Gesamt Hamburg war auf den Beinen und wir hatten tatsächlich Schwierigkeiten trotz der Zusammenrottungen an portugiesischen und italienischen Restaurants ein Plätzchen zu finden- und das dann auch noch draußen, an einem Freitag kaum machbar. Für uns Berliner nicht vorstellbar, dass es Straßen gibt, in denen die Präsenz von Restaurants sich auf zwei Essenstilrichtungen beschränkt. Das würde bei uns die totale Pleite und eine schon mit Vorsatz geplante Insolvenz bedeuten. In Hamburg funktioniert das alte Gesetz „ Konkurrenz belebt das Geschäft“ vorzüglich.

Und kulinarisch gesehen war unser Portugiese  ein echter Glücksgriff, die Fischsuppe so wertvoll wie Goldstaub. Man war die lecker……

Ziemlich geschafft landeten wir nach unseren ersten Eindrücken im Hotel und fielen im weichen Bett in den sofortigen Schlummer.

2. Tag, Samstag :

Die Sonne lachte, das Frühstücksbuffet war für alle Foodies, egal ob Veganer, Flexitarier, Vegetarier oder Otto Normalos super, gut gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Landungsbrücken.

Angesagt war eine Hafenrundfahrt…..unser erstes Ticket umfasste eine Barkassenrundfahrt, vermutlich mit Speicherstadt. Da aber keine Plätze mehr draußen vorhanden waren, entschlossen wir uns das Ticket zurückzugeben und mit einem der größeren Schiffe den Containerhafen zu besichtigen. Der Ticketverkäufer verstand sofort, wir schoben die Rückgabe der Tickets auf die Emily und der gute Mann beäugte unseren ungezogenen Junghund mit den Worten „ is ja auch kein Seehund, nee “

Also rauf aufs große Boot, Emily hatte dort viele Spielkameradinnen, gefühlt jedes Kind wollte mit dem Hund kuscheln, und wir genossen unsere Ruhe.

Die Hafenrundfahrt war sehr interessant, hätte nie gedacht, dass mich Containerschiffe begeistern können.

Ein Relikt aus dem 2. Weltkrieg

Allerdings muss ich gestehen, ich habe mir nicht so viel gemerkt, weder zu den Schiffen noch zu den Aussagen bzgl. des Ufers von St. Pauli ….lediglich folgende Aussagen möchte ich kundtun, die übrigens auch auf Waren von Gucci, Chanel oder Dolce & Gabbana zutreffen:

· Der Liegeplatz in Hamburg ist arschteuer!

· Ein Containerschiff ist arschteuer!

· Wohnen in Hamburg, vor Allem am Strand von Altona oder auch in einer Speicherwohnung, ja selbst im Altersheim ist arschteuer!

Wir fuhren auch an der Aida Prima vorbei und bei mir wurden, zum allerersten Mal, Kreuzfahrtwünsche wach- wobei mich dieser Riesenpott eher abtörnen würde…..aber so durch die Karibik von einer arschteuren Insel zur nächsten und auf diesen Inselchen schnorcheln und mit einem eigenen Mietwagen die Sehenswürdigkeiten abklappern? Warum eigentlich nicht…..muss ich doch direkt mal das www befragen.

Nach unseren Eindrücken vom Hamburger Hafen mussten wir uns erstmal wieder mit Alsterwasser und der famosen Seafood Suppe stärken, bevor es Richtung Chilehaus, Jungfernstieg und Alsterbecken ging.

Chilehaus

Die Sonne gab Alles und wir verdudelten den Nachmittag mit starrem Blick aufs Alsterbecken.

Abends zog es uns zur „geilen Meile“ auf die Reeperbahn. Mein mir angetrauter Ehemann ließ sich natürlich auch nicht die Herbertgasse entgehen, seine zwei Mädels warteten geduldig davor!

Über Davidswache und spitzem Eck landeten wir dann wieder an den Landungsbrücken und versuchten uns in Gruppenkaraoke mit vollem Fischbrötchenmund.

Blick von den Landungsbrücken zur Elbphilharmonie

Ein sehr lustiger Abend kündigte sich an, der nur noch durch unseren Bummel durch die große Freiheit getoppt wurde. Wie die dort ansässige Kirchengemeinde schon laut verkündete „ es gibt nichts, mit was Jesus nicht fertig wird“ …..ob damit der Anblick von Olivia Jones gemeint war, bleibt offen….die „Dame“ mit pinkem Haar machte in jedem Fall was her.

Gegen 0:00 Uhr waren wir total geschafft und  Emily hatte  wunde Pfötchen….für ein paar wenige Stunden legten wir uns ins wohlverdiente Bett

3. Tag, Sonntag :

Fischmarkt, heißt…früh aufstehen. Was ist früh? In unserem Falle 05:00 Uhr und pünktliches Erscheinen war gesichert. Der Hund schaute uns vollkommen entgeistert an, als wir uns des nächstens wieder in die Klamotten schmissen.

Die Suche nach nem Parkplatz wurde  zügig unterbrochen und das fußläufige Parkhaus genommen…kann ich nur empfehlen. Der Markt selbst…naja, ein Tourimarkt eben. Angezeckt hat mich nur der schon geschälte Spargel, das Kilo für 3€. Da wurde ich schwach und unser Abendessen am selben Tag war gesichert.

Das Fischbrötchen war nicht besser, als in der Innenstadt, von den Blumen ließen wir die Finger. Alles in Allem waren wir binnen einer Stunde durch und genossen im Anschluss unser Frühstück im Hotel.

Den Vormittag verbrachten wir in der Speicherstadt, die mich immer wieder umhaut.

So viele tolle Fotomotive und mein Lieblingsort, neben dem Deligeschäft „Mutterland“ in HH => die Kaffeerösterei neben dem Dungeon !!!! Wir sackten mehrere Päckchen Kaffee aus Panama ( Urlaubsziel im nächsten Jahr) und Guatemala ( meine heimliche Liebe) ein und planten während eines entspannten Cappuchinos vor Ort den nächsten Hamburgtrip. Die Miniaturwelten und der Dungeon wollen in der schlechten Jahreszeit besucht werden. Meine Meinung, Hamburg geht immer !