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Spanien/ Portugal 2018,IX: Lagos-Tag 1-3…Leslie war gnädig

Für die letzten sieben Nächte unserer Reise sind wir wieder ins geliebte Portugal zurückgekehrt.

Die letzte Nacht in Sevilla war grauslich, eigentlich waren wir mit Abständen ab nachts um 2:00 Uhr wach und standen schlußendlich um 5:00 Uhr auf,  um uns auf die Reise nach Lagos zu begeben. Die Nacht war noch dunkel wie ein Bärenpopo und nachdem wir uns mühselig, über die Markthalle, einen Zugang zum Parkhaus verschafft hatten, waren wir ab 6:00 Uhr „on the road“.

Da der frühe Vogel aber meistens den Wurm fängt und wir ja auch schnell an den Strand wollten, war unsere Entscheidung goldrichtig. Um 8:00 Uhr standen wir bei Pingo Doce und shoppten  unser erstes Frühstück. Die Sonne schien, wir hatten 20 Grad, alles paletti.

Wir riefen im Anschluss bei meinen Oldies an und trieben diese aus ihrer Heia. So früh hatte noch Niemand mit uns gerechnet. Frühstück gab es auf der Miniterasse mit der Ernüchterung des Wetterberichtes für die nächsten Tage. Leslie der kleine hässliche Freund vom großen Hurrican hatte sich auf den Weg gen Portugal gemacht und leider waren wir nun ausgerechnet hier.

Frühstück

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Am 13.10.18 war es aber noch sonnig mit Wolken und bei rund 24 Grad auch angenehm warm. Das Sightseeing begann mit einem kurzen Spaziergang an der Ponta da Piedade, die berühmten Grotten und Höhlen von Lagos. Der Bootsverkehr war bereits eingestellt, letzte Boote wurde aus dem Wasser gezogen. Leslie kam mit großen Schritten näher.

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Wir entschieden uns für den langen Sandstand Praia Maia,  der gleich in Lagos beginnt und kilometerlang ist. Nur ein kurzer Gang über die Brücke und durch nen bissel Hafengelände……schon steht man einem kilometerlangen Traum aus weißem Sand.

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Leider stellten wir  fest, dass es dort sehr, sehr windig war. Leslie fauchte bereits recht ordentlich und Emily war das Atlantikwässerchen nicht mehr geheuer. Mathias tobte in den Wellen, Fotos gibt es aufgrund der Sandproblematik keine….

Nach zwei Stunden Sandstrahlung waren wir ordentlich angebrutzelt ( Andere würden sagen verbrannt) und strandmüde.  Meine Mama war der Ansicht, dass wir nicht bis zur Strandbrücke laufen müssten sondern es noch weitere Möglichkeiten gibt, auf die andere Seite des Hafenbeckens zu kommen……sie hatte recht! Nachdem wir recht trübsinnig und unentschlossen auf Lagos Skyline schauten, sahen wir aufeinmal eine Minifähre……0,80€ die gut insvestiert waren. Zwanzig Minuten Fussweg erspart.

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Fussweg erspart:

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Im Anschluss gings mal wieder zu Pingo Doce…..mit 1,5 Kg Garnelen kamen wir wieder hinaus. Unser Mittagessen war gesichert.

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Mittlerweile hatten auch wir unsere Hütte bezogen, anbei ein paar Impressionen  der neuen temporären Heimstätte.

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Das Zimmer von Mama und Klaus.

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Wer ein ordentliches, bezahlbares Haus sucht….Dona Ana Garden in Lagos. Mit Pool und Minimarkt, direkt an der Ponta da Piedade….immer wieder gerne.

Unser Hund erinnerte sich sofort wo sie wieder war, den Garten hatten sie ja bereits im letzten Jahr schon „bewässert“.

Um 19:00 Uhr fuhren wir zum Os Lambertos um einen Tisch für den nächsten Tag zu reservieren. Das Lokal ist eines der günstigsten und besten portugiesischen Restaurants in Lagos und leider immer voll. Ohne Reservierung geht das gar nichts….

Im Anschluss bummelten wir durch die Altstadt und kehrten für eine Kleinigkeit beim Briten ein. Es fing gegen 21:00 Uhr an zu regnen…..herzlich Willkommen Leslie!!!!

Die Nachf war unruhig, der Sturm heulte ums Haus und Emily konnte sich mit ihrem Schicksal nicht anfreunden. Die geliebte Hundeoma auf der anderen Seite der Anlage,  im anderen Zimmer! Das war zuviel fürs Herzelein und so jaulte sich die Kleene durch die Nacht und sass an der Terassentür und beobachtete die Lage auf der anderen Seite. Wir nahmen sie immer wieder mit ins Schlafzimmer und verschlossen die Tür, Emily jammerte, Leslie heulte! Um 6:00 ging ich auf die Toilette und nahm das heulende Hundemädchen mit ( Leslie musste draußen bleiben)  und was macht unsere liebe Kleine????? Kacke  uns kackfrech auf die Fliesen und das ganze Malheur auch noch ganz schön dünne…. also durften wir erstmal das Bad putzen, den Hund putzen und mit der heulenden Emily und dem nicht minder heulenden Leslie wieder ins Bett verschwinden. Wie es uns um 9:00 Uhr ging,  kann schnell erraten werden :0). Immerhin, Emchen wackelte mit der Rute und Leslie fauchte nur noch gelegentlich und so wurde der Tag dann trotz kühleren Temperaturen noch richtig schön.

Wir fuhren, nach unserem Frühstück, Richtung Cabo Saõ Vicente, dem südwestlichsten Punkt Europas. Auf dem Weg machten wir nen Shoppingabstecher und erstanden tolles Geschirr, die Erweiterung zum letztjährigen Shoppingevent.

Am Cabo tobten Leslie und das Leben. Vermutlich wollten Etliche das Kap bei Sturm erleben, wir genehmigten uns  zunächst aber erstmal  die sehr gute und berühmte „letzte Bratwurst vor Amerika“.

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Im letzten Jahr waren wir zum Sonnenuntergang am Kap, diesmal um die Mittagszeit,was ganz neue Einblicke gewährte.

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Leslie sorgte für genügend Spannung! Nur Fliegen ist schöner

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Da sich das Wetter so super hielt, fuhren wir auf unserer Rücktour Sagres an. Vorher hielten wir noch an einem Lookout, von dem man Kap und Steilküste wunderbar beobachten kann.

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Im letzten Jahr war es bereits dunkel gewesen, diesmal wollten wir Action im  und Getränke am Wasser. Die Surfer waren gut unterwegs, Leslie hatte für super Entertainment gesorgt. Wir versuchten unser Glück in den beiden Restaurants am Praia da Mareta, doch beide waren voll und Hunde sind in den Räumlichkeiten zumeist verboten.

So beobachten wir eine Weile die Wasserakrobaten und  bestaunten deren Enthusiasmus, sich in die aufgewühlte See zu werfen.

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Durch verschlungene Wege und unbefestigte Straßen fanden wir schlußendlich zum Praia do Martinhal. Dieser war nicht nur bildschön sondern auch hundefreundlich. Emily durfte mit ins Restaurant und benahm sich vorbildlich und  mucksmäuschenstill. Mathias sprang bei 19 Grad in die Fluten…..

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Um 19:00 Uhr beehrten wir das Os Lambertos und mussten leider draußen sitzen, da wir der festen Ansicht gewesen waren, dass sich das Wetter hält. Kühle 18 Grad sorgten für kaltes Essen auf dem Teller. Dieses war dennoch genial, ich aß Tintenfisch, Mathias die Variante der portugiesischen Paella mit Meeresfrüchte-Arroyo de Marisco-sensationell.

Anbei der Reistopf und meine angeplünderte Tintenfischplatte. Übriens gab es dazu noch Kartoffeln, Pommes und Gemüse….alles auf extra Platten.

Hochzufrieden verschwanden wir an diesem Tag in unser Bettchen, der Hund hatte sich auch ihrem Schicksal ergeben und schlief zehn Stunden ohne zu Mucken durch.

Jeder Sturm bringt im Nachgang Regen und Leslie brachte nun auch noch Bruder Michael mit: https://www.wetter.de/cms/zwei-ex-hurrikane-treffen-europa-schwere-schaeden-in-portugal-und-suedfrankfreich-4235853.html

Es regnete am nächsten Morgen ganz eklig, so dass wir schnell den Plan fassten, am Abend selbst zu kochen. Mathias und meine Mama fuhren zu Pingo Doce und  kauften für Frühstück, Mittagessen und Abendessen ein.

Wir verschlunzten den Vormittah und trafen uns erst gegen 13:00 Uhr um im Nieselpisel nach Lagos zu fahren. Wenigstens ein bissel Stadtbummel sollte sein.

Neben Kirchen, von außen und von innen, bewunderten wir den ehemaligen Sklavenmarkt und die recht schönen Altstadtstraßen. Auch für uns war es das erste Mal, dass wie tagsüber in Lagos waren.

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Nachdem wir alle Läden durchforstet und darüber nachdachten, wie schön doch vier Hände für die Einkaufsbeutel wären, gabs ein Bier im Pub und ein paar Sonnenstrahlen von oben.

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So schnell es ging fuhren wir zu uns an die Ponta da Piedade und zogen an den Praia Dona Ana. Mathias sprang mit Emily in die Fluten, wir genossen den abklingenden Regen und ein wenig Sonnenschein ( Fotos nur von Mutters Handy, meine Cam blieb im Zimmer).

Am Abend gaben wir Alles um den Sonnenschein an die Algarve zurück zu bekommen……die Teller waren ratzfatz leer gefuttert. Lachs mit Garnelen, Salat und Brot.

Seeluft macht müde, es war keine 22:00 Uhr als wir uns in die Kissen kuschelten.

 

 

Portugal 2017, VII: Lagos, Ponta da Piedade, Cabo São Vicente, Carvoeiro inkl. Strände

Unser Abreisetag aus Tavira begann, wie der Tag davor endete. Wir versuchten den Verbleib und Zustellung von Emchens Kennel zu klären. Mathias telefonierte mit Amazon, die uns bestätigten, dass die Adresse auf dem Paket richtig angegeben wurde. Sie konnten uns außerdem bereits sagen, dass SEUR im PC die Selbstabholung notiert hätte. Na das war ja schon mal etwas….die nette Tante aus D schickte uns auch noch Telefonnummern von SEUR. Ich machte mich mittlerweile an Plan B und schrieb an SOS Algarve Animals um dort nachzufragen, ob sie uns ein Fachgeschäft für Transportboxen empfehlen könnten, die auch in der Lage wären, bis Mittwoch (Abfahrt nach Lissabon)  zu liefern. Im Gegenzug würden wir, sofern Bedarf besteht, ein Fellknäuel ( egal welcher Art) nach Deutschland mitnehmen.

Nach dem Frühstück machten wir uns zügig auf den Weg nach Faro und fanden das Industriegebiet, in dem sich SEUR befindet. Leider zeigte sowohl die SEUR Seite als auch google maps eine Behörde als ihren Standort an. Auf Nachfrage bei Wachleuten bekamen wir aber den richtigen Hinweis, vor der  Lagerhalle 2.06 stand noch eine junge Frau die genau so sauer auf SEUR war wie wir….sie telefonierte mit Lissabon weil die Lagerhalle geschlossen war.

Lissabon versicherte, das gleich Jemand kommen würde. Aus „gleich“ wurden 1,5 Stunden Warterei, irgendwann meinte die Frau, Lissabon hätte ihr gesagt, dass Jemand anwesend wäre…..aha, ich hatte gerade eine Wutmail an die DPD Zweigstelle abgesandt. Emily gab ebenfalls alles, sie bellte das Industriegebiet so dermaßen zusammen und Mathias hämmerte an der Lagertür. Aufeinmal öffnete sich eine Tür und uns wurde erklärt, dass  wir auf die andere Seite kommen sollten….FRECHHEIT, keine Schilder hatten darauf hingewiesen.

Mathias verschwand in der Lagerhalle und kam 20 Minuten später mit leeren Händen zurück, nein nicht ganz ….er hatte eine Telefonnummer von João, dem Fahrer des SEUR Wagens. Unser Paket befand sich immer noch in der Auslieferung. Mathias hatte mit dem Fahrer telefoniert, der SEUR Kollege im Lagerhaus hatte ebenfalls mit dem Fahrer gesprochen und ihm klar gemacht, dass es sich um ein Hotel namens Dona Ana Garden handelt…eh basta!!!! In einer Stunde wollte er am Hotel sein, wir auch….halsbrecherisch gings nach Lagos, wir hielten die Zeit ein. Wer allerdings nicht da war, war der SEUR LKW. Unser Hotelbesitzer rief nun ebenfalls nochmal bei João an und erklärte ihm ebenfalls den Standort des Hotels. João gab treudoof bekannt, dass er in einer Stunde da sein will, aha…die Sache mit der Stunde kam uns bekannt vor. Wir checkten erstmal ein und erfreuten uns an der schönen Anlage. Warum João allerdings bei zwei Zustellversuchen nicht am Dona Ana Garden war, blieb uns zunächst ein Rätsel. Unser Wirt beschwörte, dass SEUR in den letzten Tagen nicht angeklopft hätte.

Gerade als ich mir den Pool ansehen wollte, sahen wir einen Lieferwagen um die Ecke fahren und Mathias sprintete los……Diesmal waren wir erfolgreich, Emchens neues Schloss war endlich am Zielort und die kleine Empfängerin freute sich. Emily liebt Kennels, egal welcher Art.

Und nun kommt der eigentliche Hammer der Geschichte…es gibt mehrere Hotels/Pensionen mit dem Namen Dona Ana…es gibt Dona Ana Hotel, D.Ana Hotel, Dona Ana Beach Hotel usw.usw.usw. Der Fahrer erhält immer nur eine Liste wo er hinfahren soll…OHNE ADRESSE! Somit war er vermutlich bei allen anderen D.A. Hotels nur im Garden nicht! Als Mathias ihm sagte, dass der Blick aufs Paket geholfen hätte, war unser Pfiffikus João platt, soviel Intelligenz war ihm suspekt. Anbei unser Adressaufkleber….allet klar, oder???

Unseren Nachmittag verbrachten wir an unserem Hausstrand, der bereits zur Ponta da Piedade gehört und Mitglied der „best 10 beaches at Algarve“ ist…und natürlich heißt das gute Stück Praia Dona Ana !

Emily wurde an dem Strand mehr geliebt als nur geduldet. Wir waren im Wasser und  fanden die Temperaturen in Ordnung. Natürlich hat der Atlantik auch an diesem Teil der Algarve eine gute Portion Strömung und man muss schon nen bissel aufpassen aber die Aussicht ließ nun wirklich nicht zu wünschen übrig. Wenn man gen Osten blickte, konnten wir schon die Steinsäulen der Ponta da Piedade ausmachen.

Und genau dort zog es uns am späten Nachmittag hin. Unser Hotel liegt ja schon an der Ponta und mit nem Katzensprung waren wir an einem der Highlights der Algarve. Emily fand die Hinterlassenschaften von Hase und Igel interessant und schnüffelte sich über die Klippen  ( man muss schon Spaß am Kraxeln haben) und war in ihrem Element.

Wir genossen die Aussicht auf die Steinpyramiden und bizarren Formen die Wind, Meer und Jahrhunderte geschaffen hatten.

Da die Sonne mittlerweile lange Schatten warf, beschlossen wir an einem Vormittag nochmal wiederzukommen, zumal wir der nach Osten zugewandten Seite der Ponta noch keinen Blicken zugeworfen hatten. Eine Bootstour wollten wir ebenfalls unternehmen, also alles Gründe um nochmal zurückzukehren.

Mittlerweile knurrte uns der Magen und wir waren zu allen Schandtaten bereit, Wir hatten in Tavira gefrühstückt, dass war bereits 11Std. her und da ich Brot abgeschworen hatte ( das Zeug ist hier zwar lecker, eine derbe Landbrotvariante, hat aber ekliges Sodbrennpotential)  war es auch nicht so üppig gewesen.  Wir hatten ja nun so einiges an Informationen über die Algarve gesammelt und wußten von der letzten  Currywurst vor Amerika! So ein Dreckfrass und Tourinepp kam uns gerade richtig! Also ab zum Cabo Säo Vicente, dem südöstlichsten Punkt von Europa ( den östlichsten Punkt hält das Cabo da Roca). Die 30 Kilometer zogen sich, die Mägen knurrten, Mathias wurde schon ganz grummelig und dann waren wir am Kap und unser Blick galt nicht der Landschaft, sondern der Currywurst! 

Wir konnten keine Bude finden, die uns nen Phosphatschlauch verkauft hätte, alles dicht und zu und dabei tobte am Kap das Leben. Es finden sich immer zahlreiche Sonnenuntergangsliebhaber ein, die das letzte Licht in Europa zelebrieren.

Wir zogen also hungrig von dannen und fuhren nach Sagres, dem Surfer Nest an der Algarve. Dort waren zwei urige Restaurants offen und wir bestellten uns Suppe, Salat und Spaghetti. Dem Grunde nach fast unbezahlbar, doch hier spottbilig. Wir zogen, inkl. Getränke mit 28 € gesätigt und zufrieden  von dannen und waren am Ende happy, doch etwas Gesundes und nicht, pfui, so einen Drecksfrass zu uns genommen zu haben. Am Abend planten wir unseren nächsten Tag, wir wollten bei Carvoeiro in die Benagilhöhle….wir wollten hinein, nicht mit nem Boot vor der Höhle stehen. Dazu gibt es im Internet zwei Aussagen-schwimmen oder Kajak, wobei die Kajakvariante schwammig ist, weil Keine/r so richtig weiß, ob man diese auch tatsächlich so einfach in Benagil bekommt.   Klar war auch, dass wir die Strömungen  heute gesehen hatten, die Wellen waren auch nicht ohne und 100-200 m ( da streiten sich alle Berichte ein wenig) sind im Meer auch nicht gerade Planschbecken. Lange Rede, kurzer Sinn…es käme eh nur die Kajakvariante in Frage, da ja Emily mit sollte  und  musste da wir ja keine Schattenoption für sie gehabt hätten. Wir checkten den Tidekalender, Tiefwasser war um 10:36 Uhr und damit der beste Zeitpunkt um in die Höhle zu kommen. Von der Flut darf man nicht überrascht werden, das ist tödlich.

Ich hatte ne schlaflose Nacht und nahm mir fest vor, bei Emily zu bleiben, sofern wir hätten schwimmen müssen. Dann wäre Mathias alleine mit der Unterwasserknipse losgeschwommen.

1. Tag, Lagos:

Am Morgen entrümpelten wir unsere Taschen, packten nur das Notwendigste und eben auch nur nen schmalen Taler ein und machten  uns mit sehr leichten Gepäck auf den Weg nach Benagil. Es waren knapp 30km bis zum gleichnamigen Strand. Dort bekamen wir gegen 10:26 auch noch einen der wenigen Parkplätze und wussten zwei Minuten später auch warum! Die Welle waren einfach viel zu hoch ( trotz Ebbe)  und Keine/r von uns Beiden wäre freiwillig hineingegangen! Die Rettungsschwimmer wappneten sich für einen langen Tag, es war ne rote Ampel ( ja, es gab da Ampeln) geschaltet…schwimmen verboten, nix Höhle. Später sahen wir, wie ein Ausflugsboot einen Schwimmer zurückschickte.

Wer gerne wissen möchte wie das Ding von innen aussieht, schaut hier: http://www.geo.de/reisen/16717-rtkl-traumort-des-tages-zu-dieser-hoehle-sollten-sie-am-besten-schwimmen

Nun wollten wir die Höhle aber wenigstens von oben bewundern und fanden nach einigem Hin& Her auch den Weg zur Höhle und hatten als Nebenbeieffekt auch noch  nen traumhaften Blick auf Benagil.

Zunächst die Fotos von Benagil Beach:

Wir hatten aber noch weitere Asse für die Gegend im Ärmel wo wir ja nun schon mal in Carvoeiro waren. Der Ort liegt an der Steinalagarve, wir sind ja zur Zeit an der Ostalgarve verortet, und wo Steine versprochen werden, wollten wir auch welche sehen!

So zog es uns auf nach Algar Seco, nachdem wir mit viel Suchen ein Frühstücksplätzchen gefunden hatten. Frühstück ist nicht so des Portugiesen Ding und wir tun uns immer schwer, wenn wir aushäusig frühstücken müssen. Mit unseren Wurst,- u. Käsevorräten aus Porto und Õbidos ging es gerade bis „auf die Höhle“ nun musste was Richtiges  her. Frisch gestärkt suchten wir den Strand von Algar Seco. Wir waren am richtigen Ort, am richtigen Platz, die Koordinaten stimmten und die Beschreibung im Reiseführer auch.     ( durch nen Tunnel muss man laufen und viele Treppen hinunter)….nur nen Strand fanden wir nicht, dafür grandiose Ausblicke in einer bizarren Welt.

Da wir aber trotzdem ins kühle Nacht springen wollten zog es uns zur Praia Marinha, ebenfalls in den Top 10 der Algarve. Traumhafte Aussichten, bereits von oben, weckten unsere Erwartung von unten. Wir wurden nicht enttäuscht….der Strand ist toll und mit nem bissel Entdeckergeist und Kletterenthusiasmus kann man Algarve so richtig erleben.

Die Wellen waren auch hier nicht so ganz  ohne, ich ging nicht hinein ins Wasser und wurde dennoch von mehreren Wellen erwischt. Bei  unseren Kletteraktionen zwischen den Strandabschnitten, und durch die einsetzende Flut wurden diese dann auch noch unterbrochen und  man musste zwischen den Wellen zusehen, wie man zurück kommt.

Am späten Nachmittag ganmelten wir am Pool und fuhren zum Abendessen nach Lagos. Unser Hotel liegt ja außerhalb,  mittenmang von Bauruinen und Bettenburgen ( ja so ist es, leider)  und so wollte ich  mir nen Bild von Lagos machen….was für eine süße Stadt, die auf einem Sonntagabend recht wenig touristisch daher kam, weil auch hier die echten Portgiesen dem Sonntag fröhnen ( s. Bericht Porto). Das auch Lagos eine Partymeile mit besoffenen Britten aufweisen kann, bemerkte ich erst am nächsten Tag.  Wir suchten wie immer das bissel mehr portugiesischere als die Tourischuppen, und  wurden auch an einem Sonntag fündig! Galeas, berühmt für seine Cataplanas, nun war es endlich mal soweit….wir genossen Muscheln und Scampis satt….den Rest des Abends suchte ich bei Chefkoch nach dem passenden Rezept-bin fündig geworden.

2. Tag, Lagos:

Am nächsten Morgen frühstückten wir auf unserer Terasse, diesmal mit mehr Inhalt, wir waren in unserem Minimarkt einkaufen.

Da die Portgiesen späte Geister sind, trödelten wir uns durch den Morgen und waren erst gegen 10:00 Uhr an der Ponta da Piedade. Wir wollten eine Bootstour durch die Ponta machen und natürlich die Felsformationen nochmal im anderen Licht sehen. Zunächst schauten wir auf viele Steine, es war Ebbe…..die Boote hatten aber einen kleinen Kanal zum durchfahren. Es war Rummelplatzarmosphäre, viele Reisegruppen  stolperten durch die Klippenlandschaft. Wir gingen zunächst  zu unserem Kletterhotspot ( da trauten sich die Oldies nicht hin) und schauten ins tiefe Loch.

Wir liefen anschließend die knapp 300 m im den Bauch der Piedade und organisierten uns Tickets,  Zweibeiner jeweils 15€, Vierbeiner 5€…… Emily war total lieb auf dem Boot, sie trug wie wir ihre Schwimmweste und das deutsche Paar neben uns hatte seinen Spaß. Ehrlich gesagt, ich glaube viele Felsen haben die Zwei nicht gesehen, eher eine feuchte Hundenase lieben gelernt.Die Tour war großartig, die Uhrzeit für unsere Bootsfahrt war super gewählt.  Es tut mir fast schon leid, dass ich nochmals Bilder von der Ponta da Piedade hier reinsetze……..aber es ist soooo schön dort.

Auch unseren zweiten Hausstrand, neben Dona Ana können wir auch do Camilo zu Fuß erreichen, konnten  wir vom Boot sehen und bewundern.Das gab Vorfreude auf den Nachmittag-baden war geplant. 

Nachdem wir uns die 300 Stufen wieder nach oben gekämpft hatten ( Emily hatte Mathias als Tragetaxi) gab es erstmal eine Erfischung und nen kurzen Zwischenstop im Hotel, praktisch wenn man mitten im Ort des Geschehens wohnt. Das Hotel ist übrigens ein Tip vom Loose, wie wir nachmittags lesen durften. Wohl alles richtig gemacht,oder?

Obwohl wir in Laufdistanz zum Strand wohnten, sind wir dennoch die 500m mit dem Auto gefahren…..wir wollten dem Hund den Marsch in der Hitze nicht antun, zumal es ja wieder 300 Stufen nach unten geht. Do Camilo, wieder einer aus der Top 10 Liste  mit einem Doppelstrand ( Praia Mamilo). Wir verzogen uns hinter die Hauptbucht, mussten durch einen Felsentunnel gehen und waren dort sehr ungestört. Emily machte an diesem Tag ihren Fahrtenschwimmer, sie sprang nicht nur von allein ins tiefe Wasser sondern wagte sich mit Mathias auch sehr weit hinein. Ich alte Memme planschte wieder mal nur bis zur Hüfte….mir ist das Wasser nen bissel zu kalt.

Unser Teilstück ist nicht sichbtbar, wir waren hinter dem Felsen.

Wer sieht die Emily?!

Nachdem wir ausgiebig eingesandet und eingesalzen waren, gabs für Emily eine Schlummerstunde im Hotel ( die braucht sie, die Tage machen die Kleene fertig) und für uns nen Guinness mit schwarzen Holunder und London Pride in der Brittenbude neben unserem Hotel. Danach zog es uns nach Lagos, ich wollte doch wenigstens nen bissel die Stadt erkunden.

Lagos gilt als die stimmungsvollste Algarvenstadt und sicherlich haben die Reisefüher damit auch recht. Sie hat rd. 30.000 Einwohner und mindestens 3x soviel Touris. Bettenburgen gibts nur außerhalb, innerhalb der Alstadt aber nen Haufen Pubs, Kneipen und Restaurants sowie schlechten Tourinepp. Lagos ist die portugiesische Seefahrerstadt schlechthin, Heinrich der Seefahrer wurde 1419 Gouverneur der Algarve und in dessen Auftrag umgesegelte Gil Eanes  bereits 1443  das berüchtigte Kap Bojador. Ab diesem Zeitpunkt starteten die Karavellen von Lagos aus auf ihre Atlantikstreifzüge. König Sebastian kehrte nach einem erfolglosen Nordafrikafeldzug  nicht mehr zurück, Lagos war seit 1578 Hauptstadt der Algarve und mit dessen Ableben übernahm das spanische  Königshaus 60 Jahre, quasi in Personalunion, die Regierung. Bereits 1441 erlangte Lagos traurige Berühmtheit, als Antão Gonçalves das erste Mal westafrikanische Sklaven verkaufte, die nach Brasilien verschifft wurden. Heute kann man noch das Gebäude des Sklavenmarktes bewundern.

Das kleine Forta da Bandeira wurde 1680 zum Schutz vor Piraten errichtet, ein nicht geringerer als Sir Francis Drake hatte Lagos 100 Jahre zuvor Hops genommen. Wie alle anderen Städte an der Algarve war auch Lagos Opfer des Erdbebens von 1755, dem eine gewaltige Tsunamiwelle folgte.

Forta do Bandeira

Heinrich der Seefahrer

Igreça des São Sabastiaõ, innen soll sie gülden sein-man kommt aber nur über das Museum hinein und wir waren, wie immer,  zu spät dran.

Der Slavenmarkt

Und noch ein paar mehr Impressionen, auch des nächtens nochmal…

3.Tag, Lagos:

Unseren letzten Tag an der Algarve verbrachten wir mit rumschlunzen am Pool und Meer. Unser Hotelpool ist so einladend, dass man durchaus ein paar Stunden dort vertändeln kann. Da vormittags eh Ebbe herrscht ist man zeitlich auch ziemlich flexibel unterwegs.  Wir bekamen dort von einem netten Paar aus dem Kölner Raum einen Restauranttip für abends, er lebte 15 Jahre an der Algarve und kennt sich mit den „Geheimtips“ aus. Wir reservierten auf google portugiesisch und  drückten die Daumen.

Gegen 13:00 gings nochmal an den Strand, länger als drei Stunden hält es unser Hund in der Hitze eh nicht aus. Wir ließen die letzten Stunden an der Algarve Revue passieren, Emily badete im Sand und wir freuten uns diebisch, als wir unsere Reservierungsbestätigung  erhielten…..unser google portugiesisch hatte also ausgereicht.

Unser letztes Abendessen an der Algarve war nicht nur säuisch gut, sondern auch reichhaltig. Wir aßen Pulposalat, Dorade und gegrillten Tintenfisch und bezahlten nen Witz dafür …..meine Rede, man muss wissen wo die Einheimischen essen gehen.

Leider gehen hiermit auch unsere vier Tage in Lagos zu Ende. Morgen  fahren wir  nach Lissabon und schauen uns die schöne Stadt an. Für mich eine Wiederholungstat, ich war  bereits 2007 in der Stadt.