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Marokko 2014: Honeymoon

Unsere Hochzeitsreise ging nach Marokko- unter erschwerten Bedingungen ..zuerst wurde unser Direktflug von Easyjet gecancelt und wir mussten über Basel fliegen. Außerdem war es Ende Juni 2014, Ramadan und gefühlt 60 Grad heiß in der Sahara. Zu allem Übel kämpfte sich die Deutsche Fußballnationalmannschaft zum vierten Stern und wir hatten nen bissel Sorge, dass wir nach dem letzten Vorrundenspiel ( an unserem Hochzeitstag gewann die Mannschaft gegen die USA) die WM für uns quasi gelaufen war.

Nach unserer Trauung verbrachten wir zwei Nächte im Holiday Inn am Flughafen Schönefeld. Wir feierten am Tag vor unserem Abflug noch meinen Geburtstag und machten uns am 28.06.14 in aller Herrgottsfrühe auf den Weg nach Marrakesch. Der Flug nach Basel war unspektakulär, der Aufenthalt auf dem Flughafen Basel- Mühlhausen machte mich agressiv. Der Kaffeepreis lag im schweizerischen Teil bei 6€ die Tasse, 300m weiter nach links, kam die gleiche Plörre 3,50€ ….upps wir waren ja auch aufeinmal wieder in der europäischen Union und die Preise waren wieder human. Diese Logik finde ich mehr als grenzwertig und unlogisch.

Nach langen 8 Stunden am Flughafen hoben wir pünktlich nach Marokko ab und landeten um ca. 17:00 Uhr Ramdanzeit auf dem Flughafen von Marrakesch.  Unser Abholservice stand nicht wie verabredet da, dieser kam eine Stunde später….er hatte seine Uhr wohl noch nicht auf Ramadan umgestellt, die neue Uhrzeit galt erst seit diesem Tag

Unser Riad Viva, ein Honeymoon Traum.  Wir hatten uns dieses Hotel sehr bewußt ausgesucht, wichtig war uns das 1001 Nacht Feeling, die Lage in der Altstadt und einen Pool- bei über 40 Grad nicht ganz unwichtig.

Riad Viva, wir hatten das Zimmer links

klein aber traumhaft schön, das zeichnet Marokko bei allen Hotels aus

Unser Pool, kleiner aber fein

Unseren ersten Abend verbrachten wir natürlich auf den Djemma el Fna, den Platz der Gehenkten, und ja – er ist supertouristisch aber auch absolut spannend- hier tobt das Leben und letztendlich auch die Kultur unserer Gastgeber.

Wir suchten uns ein Restaurant mit Blick auf den Platz und saugten die Atmosphäre auf. Die erste Tajine schmeckte hervorragend, später aßen wir nur noch direkt an den Freßständen auf dem Platz und am Ende der Reise fand ich Tajine nur noch lästig.

Essensbuden am Djemma el Fna

Unser erstes Ziel am nächsten Morgen war das Kasbah Viertel, welches über das berühmte Stadttor Bab al Aganou betreten wird und bereits bei Hitchcock ( der Mann der zuviel wußte ) bewundert werden kann.

Das gesamte Viertel ist schon schön restauriert, bietet eine hervorragende Infrastruktur, die Saadier Gräber und ganz viele Störche, die das Stadtbild prägen

Störche

Kasbahviertel

Dieses Restaurant ist zwar supertouristisch, bietet aber bei über 40 Grad eine Sprenkleranlage, super Essen und Ruhe fernab der Stadt

Das erste Highlight waren die Saadiergräber

Wir freuten uns über die absolute Leere in der Stadt und bereits an diesem ersten Tag waren wir über unsere Wahl, im Hochsommer nach Marokko zu fliegen, schon ziemlich begeistert-  hitzeemfindlich darf man aber nicht sein.

Moschee im Kasbahviertel

Nach einer Mittagspause ( es war viel zu heiß für zu viel Kultur ) besuchten wir die Überreste des El Badi Palastes und  in der letzten Stunde der Ramadanöffnungszeiten den sehr hübschen Bahia Palast

El Badi Palast oder was davon übrig ist

Bahia Palast

im Palast

Den späteren Nachmittag verfaulzenten wir am Pool und am Abend ging es wieder zu den Gauklern und Schlangenbeschwörenr auf den Djemaa el Fna.

newly weds

Koutoubia Moschee

Am nächsten Morgen zog es uns in das Gerberviertel, ein ziemlich runtergekommener Teil der Stadt. Es waren ja, aufgrund des Ramadans und des Sommers,  sowieso kaum Touris in der Stadt, im Tannerieviertel waren es dann gar keine mehr…..aber wir fanden dank eines netten Rastamanns unseren Weg

Gerberei in Marrakesch

Für ein kleines Trinkgeld ließen wir uns in den stinkigen Job des Ledergerbens einführen, es ist wirklich harte Arbeit und nichts für zarte Näschen. Die angebotenen Lederwaren waren viel zu teuer und mit einer weiteren Bakschisch Zahlung für unseren „Guide“ verließen wir das Viertel

Mit einem weiteren Bummel durch die Souks verabschiedeten wir uns nach zwei Tagen aus Marrakesch, wir hatten am Ende unserer Reise nochmals zwei Tage Zeit um die Kultur dieser Stadt aufzusaugen.

Bummel durch die Alstadt und Souks

Gewürze

Am nächsten Morgen ging es über den Paß Col du Tichka ( der höchste Paß im Atlas 2260 m)  in die Filmstadt Ouarzazate

Unterwegs sahen wir malerische Dörfer oder auch einen Umzug auf marrokanisch

Die Straßen waren steil, wir waren happy als wir das Atlas Gebirge hinter uns hatten

Umzug

In Ouarzazate warfen wir zunächst einen Blick in die Filmstudios und zogen dann weiter in die beeindruckende Kasbah Taourirt

Ben Hur, Alexander oder auch Gladiator…..in Marokko ist der Film allgegenwärtig

Dörfer auf dem Weg

Kasbah Taourirt

Wir hatten uns, anlässlich der Hochzeitsreise für einen Privatfahrer entschieden, der auch alle Hotels reservierte. Unser Plan war, dass wir 6 Tage fünf Nächte durch Südmarokko fahren wollten. Die Mischung bestand aus Kultur und Wüste und unser Fahrer Hassan erwies sich als Goldstaub.

Nach der ersten Kasbah kamen wir so richtig auf unsere Kosten und besuchten im Anschluß noch freiwillig in Skoura die Kasbah Amridil und die Nachbarkasbah von der man dann wiederum nen Blick auf noch eine andere Kasbah hatte- nicht umsonst wird dieser Teil von Marokko auch die Straße der Kasbahs genannt.

Skoura, Kasbah Amridil

was für eine Lehmschönheit

zum Hotel umgebaut

Unser erstes Hotel auf dieser Tour lag im Dadestal auf einem Berg, inkl. eigenem Dino.

Hotel Xaluca Boulmaine Dades

der eigene Dino

Tee

Wir fuhren am nächsten Morgen durch das Dadestal, genossen die Monkeyfingers ( Felsfomation) und viele, viele zerfallene Kasbahs auf dem Weg

von hier kommen unsere Küchenkräuter

Unser Ziel war die Dades und Todhra Schlucht

Todhra Tal

Unser Ziel an diesem Tag war Rissani um von dort in die Dünen von Erg Chebbi zu kommen. Leider war es nicht nur tierisch heiß, es zog auch ein Sandsturm auf, der uns zu einer unfreiwilligen Zwangspause verhalf. Wir mussten warten, warten, warten….nur ZDF und eine gute Tajine ließ uns unser Schcksal ertragen. Man sah die Dünen vor lauter Sand nicht

wo sind die Sanddünen ????

Um 21:00 Uhr wurden wir dann auf unseren nächtlichen Kamelritt getrieben, der sich mehr als grenzwertig entpuppte. Die Tajine schaukelte die Dünen hoch und runter, es polterte im Magen und irgendwann wurde uns kodderig. Ein italienisches Paar, welches uns begleitete, stieg irgendwann in der Nacht vom Kamel ab und hockte sich in den Saharasand, Signora wolte nicht mehr weiterreiten und kam verzickt des nächtens per Quad irgendwann hinterher.

Die tschechisch- irischen Mädels fielen vor Müdigkeit irgendwann fast vom Kamel und als wir nach über zwei Stunden endlich in unserem Camp ankamen, war mir kotzschlecht. In unserem Zelt kam keine Luft rein, ich quälte mich die gesamte Nacht- Kreislauf und Magen.

Unser Camp am Morgen

Als es dann endlich, endlich wieder Tag war, offenbahrte sich die Schönheit der Wüste. Leider hatte  ein Kamel über Nacht einen polnischen Abgang gemacht und wurde erst im Verlauf unseres Rückritts wieder eingefangen. Die Italiener benahmen sich weiterhin asozial, nahmen uns die noch vorhandenen Kamele weg und wir durften weitere zwei Stunden auf neue Wüstenschiffe warten, bevor es wieder in die Zivilisation ging.

Aber erstmal genossen wir die Wüste und Kamel reiten kann doch Spaß machen!

da waren es nur noch vier Kamele- den Abend vorher hatten wir noch 6 Stk.

Der Ausreißer wurde gefunden

Da wir doch ziemlich erschöpft von unserem Wüstentrip waren, verschliefen wir den Weg nach Zagora und wurden erst am berühmten Schild, welches den Beginn der Karawanenstraße nach Mali markiert , wieder wach

Unsere nächste Nacht verbrachten wir im Dar el Sofian- ein Dar der Spitzenklasse. Wir waren, wie fast immer, allein und genossen Vier Sterne Luxus…..mein Gott, das Ding war so unglaublich restauriert

Dar el Sofian

Am nächsten Tag gings über die unterirdische Kasbah von Tamgeroute, der Koranschule als auch einem Besuch einer Frauenkooperative in die Dünen von Erg Chiggaga. Diese sollen an Höhe denen von Erg Chebbi noch weitaus überlegen sein.

Koranschule und Moschee

Töpferei

Unsere Tajine- ist auch zwei Jahre nach der Reise immer noch gerne in Gebrauch

Am späten Nachmittag gings nicht mit dem Kamel,  sondern mit Hassan und unserem Wagen in die Wüste- Auf einer Düne ( wir buddelten das Auto im Sandsturm aus ) erfuhren wir, dass es 1:0 für Deutschland stand !

1:0 für Deutschland und 0:1 für die Sanddüne 🙂

Unser Ziel war ein Luxuscamp, mit eigenem Badezimmer im Zelt. Ob man dies wirklich braucht, muss der werte Lese selbst entscheiden. Allerdings kamen wir weitaus besser durch die 30 Grad des nächstens    ( tagsüber hatte es gerne mal 60-70 Grad in der Sonne )  da wir gefrorene Wasserflaschen mit ins Bett nahmen- Luxus mal anders definiert.

Essenszelt
Am nächsten Morgen zog es uns wieder auf die Dünen und anschließend gings es in die Steinwüste. Was dann folgte war eine vierstündige Tortur nahe der algerischen Grenze . Die Strecke ging an Mensch und Gerät- wer hier nicht magenfest ist, hat verloren. Die Piste knüppelhart, es ging über einen ausgetrockneten Salzsee von bizarrer Schönheit.

in den Dünen

Nur eine verlassene Tanke zeigte uns in der Nähe der Grenze, wie das Leben in diesem Teil der Welt mal gewesen sein muss

Steinwüste

Auf dem Weg ershoppten wir uns noch unser Hochzeitsgeschenk von Mathias Oma- das geschenkte Geld wurde in Form eines Berberteppichs angelegt.

In Zagora erwartete uns wieder ein wunderschönes Hotel, ein Pool und supergutes Essen. Nach den Strapazen der Wüste eine willkommene Abwechslung

Bevor es wieder zurück nach Marrakesch ging, kam mal wieder das Beste zum Schluß. Wir gaaaaaanz alleine in Ait Benhaddou! Dort wurde Gladiator gedreht, dort quälen sich manchmal bis zu 50.000 Touris an einem Tag durch und wir genossen es ganz exklusiv und ganz allein

Jetzt im Sommer konnte man direkt über den ausgetrockneten Fluß laufen, zu anderen Jahreszeiten gibt es eine Fähre. Wir genossen den Ausblick auf das Tal und die Ortschaft und bewunderten die geschlossene Architektur.

Eingang nach Ait Benhaddou

Zurück in Marrakesch hieß es Abschied nehmen, Hassan schenkte und  eine wunderschöne Schale anlässlich unserer Hochzeit, die auch immer noch bei uns im Gebrauch ist und in Ehren gehalten wird.

Unser Fahrer und die von uns sehr geliebte Schale

Wir verbrachten eine Nacht in Marrakesch und zogen am nächsten Tag mit Supratours ( eine gute Buslinie) nach Essaouira, dem ehemals portugiesischen Mogador.

Unterwegs sahen wir die berühmten Ziegen in den Arganbäumen, ein lustiger Anblick….und lecker scheint es zu sein  🙂

Wir wollten an den Strand, hatten aber nicht mit solchen Temperaturschwankungen gerechnet. In Essaouira gehen die Temperaturen selten über 20 Grad und nach den 50+x Grad in der Sahara war uns fast empfindlich kalt. Der Strand von Essaouira ist auch wenig schön- dreckig sowohl an Strand und Wasser. Dennoch ist die Stadt ein traumhaftes Plätzchen um ein klein wenig abzuhängen und um Deutschland vs. Brasilien zu sehen 🙂

Das kleine Hotel, Dar el Paco,  wurde von einem sehr liebenswerten Franzosen geführt, das Frühstück war super und wir fühlten uns pudelwohl- auch wenn die Moschee nebenan uns die Nachtruhe raubte.

Dar el Paco

Anbei ein paar Impressionen aus Essaouira.

Blick auf die Altstadt, die andalusisch anmutet

Am Hafen

Die berühmte Apotheke

Touris am Strand

in der Altstadt

typische Architektur in Essaouira

keine Touris vor Ort

Dorfklatsch und Tratsch

Der Zahnarzt unseres Vertrauens

Nach drei Tagen verließen wir aber auch dieses malerischen Fleckchen Erde und kehrten nach Marrakesch zurück. Die zwei letzten Tage verbrachten wir im Jardin Majorelle und in der Medersa ben Yussuf, die uns wahnsinnig begeisterte.

Aber zunächst ein paar Worte zum Riad Anja. Es war eigenlich ein Ausweichquartier und gefiel uns am Ende doch so richtig gut.

Der Besuch der Koranschule begeisterte uns schlechthin. Ich hatte die Medersa irgendwie immer überlesen, konnte mir überhaupt nichts darunter vorstellen und bin aufgrund eines Tips eigentlich nur dorthin und dann waren wir vollends überzeugt

Auf den Weg  zur Medersa

Ähnlich war es auch mit dem Besuch des Jardin Majorelle- ein Tip, ein Volltreffer. Aufgrund der Wassersprenger konnte man es dort super aushalten und 5 Kontinente in einem Garten begeisterte uns, die anderen paar Touristen und natürlich auch viele Marokkaner.

Im Jardin Majorelle

Mit einem Geburtstagskind im Gepäck flog ich am nächsten Nachmittag zurück nach Europa.

12.07.2014

Wir mussten eine Nacht in Basel verbringen und ließen dann unseren Flug nach Berlin um 21:00 Uhr des nächsten Tages verfallen. Stattdessen fuhren wir mit der Bahn und waren pünktlich um 18:30 Uhr in Berlin ….und dann hieß es FINALE !

Mein Fazit bzgl. Marokko im Hochsommer und während des Ramadans:

1. Wer gut mit Hitze auskommt, wird keine Probleme haben

2. Es ist weitaus preiswerter als in der Hochsaison

3. Die paar Touristen werden nicht angesprochen,  Straßenhändler sind träge

4. Essen und Trinken sind überall erhältlich

5.An den großen Sehenswürdigkei. ten ist es leer- menschenleer

6. Man hat die Wüste wirklich für sich

7. Man kann super feilschen, aufgrund der wenigen Touristen sind echte Schnäppchen möglich

8. Abendessen wird in den Hotels erst nach dem Sonnenuntergang serviert- kann gut und gerne 21:00 Uhr werden

9. Es gibt eine spezielle Uhrzeit- Ramadanuhrzeit

10. Obowhl es überall Essen gibt, haben wir eher versteckt tagsüber gegessen.

11. In der Wüste ist es im Hochsommer auch nachts glutheiß

12. Gefrorene Wasserflaschen sind nachts der Hit

13. Ich kann die Reisezeit uneingeschränkt empfehlen

14. Wer einen guten Veranstalter für eine individuelle Tour sucht- fragt mich

15. Wem die Tajine und das gegrillte Fleisch nicht mehr schmeckt- Lavache  Quirit  und Baguette gibts überall

Kuba 2013: Der Osten

Nach der Zwangserholung in Guama und dem französischen Charme von Cienfuegos machten wir uns auf den Weg nach Trinidad. Die Staatstrauer für Herrn Chavez war beendet und auch auf Kuba wurde der Modus wieder auf geschäftiges Treiben umgestellt.

Trinidad nahm uns sofort gefangen. Die Stadt ist zum Teil schon wunderschön restauriert und bietet eine relativ gute Infrastruktur. Die Altstadt ist bezaubernd, mit toller Atmosphäre und durchaus der einen oder anderen Kneipe.

Willkommen in Trinidad

Es gibt mehr Privatrestaurants und auch die Casa Particulares sind ausgesprochen schön.

Wir kamen in der Casa Margarita unter und genossen herzliche Gastfreundschaft und wieder einen super Hummer zum Abendessen. Unser Zimmer hatte wiederum den Standard eines guten Mittelklassehotels und das Ganze lag auch noch fußläufig ins Zentrum von Trinidad.

casa Margarita

Hummer a`la casa Margarita

In den darauffolgenden Tagen gingen wir dennoch, nur noch in die Paladares der Stadt essen, ans Herz legen möchte ich das Sol y Son. Eine exzentrische Speisekarte, eine gute Weinauswahl und ab und an sogar Livemusik. Das Ganze in einem wunderschönen Haus mit antiken Möbeln und schönem Innenhof.

auch das Schlafzimmer gehört zum Sol y Son

mal wieder Hummer, diesmal in Banane eingebacken

Trinidad bietet gute Möglichkeiten die Stadt von oben zu bewundern. Zum einen kann man im Heimatmuseum aufs Dach klettern, eine weitere Möglichkeit ist der Kirchturm. Von oben ist der einstige Glanz der Zuckerbarone viel präsenter, die Stadt liegt eingebettet im Valle de los Ingenios und bietet wirklich ein schönes Panorama.

Ein weiteres Highlight ist ein Besuch auf einer der ehemaligen Zuckerplantagen und die Krabbelei auf den Sklaventurm. Neben der tollen Aussicht bekommt man das bedrückende Gefühl, dass kein Sklave je eine Chance hatte, von den Zuckerrohrplantagen zu fliehen—-das gesamte Tal kann von den Türmen beobachtet werden.

Sklaventurm

Wem die Kultur schnurzpieps ist, fährt zur Playa Ancon und genießt das schöne warme Wasser und den hübschen Strand. Inwieweit öffentliche Busse nach Ancon fahren weiß ich nicht, da wir ja Cubino hatten und dieser wartete brav auf einem der Parkplätze. Es ist übrigens mehr als ratsam die Park,- ( Schutz,-) gebühr zu zahlen. Somit kann man relativ entspannt davon ausgehen, dass das Autochen auch am Ende des Tages noch mit vier Reifen ausgestattet ist.

Playa Ancon

die zahlen keine Schutzgebühr mehr fürs parken

Unser Weg führte uns weiter nach Osten, nach Camagüey….ein relativ schmuckloses Städtchen, aber auch dort hatten wir herzliche Casa Besitzer und ein ordentliches Zimmer. Mathias brachte unsere Karten zur Post und stolperte auf dem Weg über 300 Teenies die auf eine Aufführung vor dem hiesigen Theater warteten. 300 Mädels mit Zöpfen und Schuluniform und alle waren begeistert vom blonden Gringo der offensichtlich ohne Frau unterwegs war.

Später behauptete er, dass er sich wie ein Rockstar gefühlt hätte und mehr als überrascht war, dass er mit heiler Haut dem Östrogengeschwader entkommen konnte. Somit ist bewiesen, dass es  neben dem Latin Lover auch den weiblichen Gegenpart gibt. Meine Äußerung, dass die holden Maids nur auf CUC aka Dollar aka Euro aus sind, wollte er nicht wahrhaben. Sein Ego wäre mit der Wahrheit an diesem Tag auch schlichtweg überfordert gewesen.

Camagüey liegt strategisch günstig für eine Tour in die Sierra Maestra und so machte ich mich am nächsten Morgen mit meinem Gringo Superman auf den Weg in die Berge. Fidel Castro hatte sich mit dem argentinischen Arzt Ché Guevara und 14 Guerillakämpfern in der sogenannten Comandancia de la Plata  24 Monate verschanzt und wartete auf den entscheidenen Coup gegen den verhassten Diktator und „Amerika in den Arschkriecher“ Fulgenicio Batista. Zwei Jahre dauerte der Guerillakampf, der letzten Endes in der entscheidenden Schlacht von Santa Clara für die Revolutionäre entschieden wurde.

Natürlich wollten wir auch dorthin, wo das Schicksal Kubas seinen Lauf nahm und somit quälten wir Cubino durch die Berge. Die Anstiege waren sausteil, der Kleine wollte zum Teil echt nicht mehr. Ich war froh, dass ich nicht fahren musste.

Regen auf dem Weg nach Bartholome´Maso

Nach einer anstrengenden Tour kamen wir in Bartholome´ Maso an und bezogen unser Quartier. Eine hübsche staatliche Anlage, mit einem sauschlechten Restaurant….es lag zähes Schnitzel auf dem Teller und die Schweinchen streunten um uns herum. Wir aßen genau einmal dort und suchten uns für die weiteren Mahlzeiten einen Paladar. Da rannten auch die Schweinis aber es gab nicht den Bruder oder Schwester auf dem Teller.

die Schweinis vom Hotel

Am nächsten Morgen ging es ambitioniert zur Comandancia de la Plata.

Der erste Aufstieg hatte es so dermaßen in sich, dass ich an Kilimanjaro und Mount Everest Basecamp denken musste….später wurde der Weg ein wenig besser. Die Commndancia wird liebevoll gehegt, alle Kubaner sind stolz auf ihre Revolution, hat sie doch Gleichberechtigung von Mann und Frau, Bildung und Medizin für Alle gebracht. In Baracoa erfuhren wir, dass viele Jamaikaner nach Kuba ausgewandert sind, genau aus den genannten Gründen. Dies sollte man bei aller, auch sicherlich gerechtfertigter Kritik nicht vergessen, der Karibik geht es insgesamt nicht dolle und für Menschen aus der Dom Rep oder auch Haiti können die genannten Errungenschaften schon sehr viel sein.

In der Sierra Maestra

Wir bewunderten die Hütte von Che´ Guevara, Fidel Castros Kommandozentrale inkl. Kühlschrank für Medizin und natürlich Radio Rebelde, der übrigens während der gesamten zwei Jahre des Guerillakriegs fortlaufend sendete.

Chés Hütte

Fidel Castros Nobelherberg

Versteck mit Kühlschrank

so gehts bergab kubanisch

Die Nacht nach der Commandancia verbrachten wir in Bayamo. Wiederum eine Kleinstadt, die aber bildschön aufgemotzt war, eine tolle Fußgängerzone hatte und eine Schachschule vorweisen konnte. Diese besuchten wir und staunten nicht schlecht, als wir mitbekamen, dass es wirklich noch Trend auf der Insel ist, gut Schach spielen zu können. Wetten, dass die Kids von Kuba besser bei Pisa abschneiden würden?

Schachschule Bayamo

Bayamo

Unser Weg führte uns immer weiter nach Osten. Auf dem Weg nach Santiago de Cuba besuchten wie die Wallfahrtskirche „El Cobre“ die für ihre Opfergaben berühmt ist. Da unser Kleiner arg schwächelte (der Kofferraum ging nicht mehr auf, die Zentralverriegelung mochte uns auch nicht mehr) überlegten wir, ob wir nicht Cubino opfern sollten….das wäre doch ein schöner Anblick gewesen. Der schlüpferblaue Hyundai abgestellt vorm Hauptaltar J.

Bereits Kilometer von der Kirche entfernt wurden Blumen im großen Stil für die „Barmherzige Jungfrau von el Cobre“ zum Kauf angeboten.

Die Kirche ist die heiligste ihrer Art auf Kuba und man kann vergnügliche Schauspiele von Pilgern bewundern, die sich auf Knien dem Gotteshaus nähern. Nicht nur die katholische Kirche fährt auf die heilige Jungfrau ab, sie ist auch im Santeria Glauben tief verwurzelt und gilt als Schutzpatronin aller Kubaner. Wir hatten viel Spaß beim Bewundern der abgeschnittenen Zöpfe, Gebisse, Rollstühle aller Art und immer wieder kam in mir der Verdacht hoch, dass sich Cubino unter der Obhut der Jungfrau viel wohler fühlen würde, als in einer kalten Filiale von Cubacars.

In Santiago angekommen bezogen wir die lustigste Casa unserer Reise. Unser Zimmerchen lag über der Küche und der Blick in diese war wie aus Schöner Wohnen.

Außerdem besaß unser kärgliches Zimmerchen einen tollen Balkon in den Innenhof. Unsere Vermieterin war ein Lady mit 150 Kilo Lebendgewicht und ein Herz von Seele.

An diesem Tag besuchten wir zunächst den Friedhof Santa Ifigenia von Santiago und statteten dem Dichter und Nationalhelden Jose´Marti, der Familie Barcadi und Compay Segundo ( Buena Vista Social Club) einen Besuch ab.

Jose´Marti

Emilio Bacardi Moreau

Compay Segundo

Maceo

Wir schauten uns die Wachablösung an und gingen dann selbst in den Trauermodus über, Cubino nahm, nach drei Wochen gemeinsamen Abenteuern,  Abschied von uns! Der Kleine trug es tapfer, dem Vermieter waren die Kratzschäden egal und die Tatsache, dass man nur noch mit Trick 17 in den Wagen kam, nahm er mit großer Gelassenheit,

Den Nachmittag vergammelten wir in der Innenstadt und abends gab es mal wieder Hummer, vom Schwarzmarkt,  wie mir die Tochter unseres herzlichen Walrosses hinter versteckter Hand beichtete. Sie trug ihr Schicksal wie alle Kubaner mit viel Fassung. Sie und Ihr Mann hatten eine tolle Ausbildung, sie arbeitete in einem Biolabor und bekommt die berühmten 18 CUCs (18$) pro Monat, was quasi der Einheitslohn auf der Insel darstellt. Glücklich ist die Familie über die Vermietungen und dem real existierenden Schwarzmarkt.

Dieser Schwarzmarkthummer wird Mathias immer im Gedächtnis bleiben, dieses süße kleine Schalentierchen löste einen Eiweißschock aus und mein lieber Mann wusste in den nächsten 24 Stunden nicht ob er Gringo- Superman oder Weiblein ist. Es kündigte sich mitten in der Nacht mit Schüttelfrost und einer Körpertemperatur von nur noch 35 Grad an. Darauf folgte eine lange Nacht über der Klosschüssel und endete mit einem Tag Zwangspause auf dem Zimmer. Unsere Vermieter waren aufgrund der ungünstigen Lage des Zimmers immer in Kenntnis über den Kotzstatus und alle 15 Minuten stand die Tochter mit irgendeiner Medizin ihrer Mama bei uns vor der Tür….so herzig und liebenswert.

Am Abend wurde für Mathias separat gekocht, die Suppe behielt er drin….ich aß weiter HUMMER  …mein Körper ist eindeutig abgehärteter als der von Gringo-Superman.

ein nettes Völkchen die Kubaner und überall wacht Fidel

Wir zogen am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe weiter und Gott sei Dank, die Jungfrau von el Cobre hatte auch ohne Opferblumen von uns, dafür gesorgt, dass es Mathias wieder gut ging. Das wäre die Erklärung eines gläubigen Kubaners gewesen, ich bin allerdings fest davon überzeugt, dass einfach ALLES raus war. Über Guantanamo  ( nein, man sieht nichts von der Präsenz der Amis) ging es nach Baracoa und somit an den östlichsten Punkt Kubas. Jamaika ist näher als Havanna und das spürt man.

Blick auf Baracoa

Das Essen ist anders, die Musik ist anders und die Menschen sind auch anders.

Tafelberg

alles für die Revolution

Wir wohnten bei Andres und seiner Mama und genossen die Stadt unter dem Tafelberg. Wir zogen los und erkundeten die Gegend, machten eine Tour zur casa del chocolate  (die Geschichte von Willy Wonka spielt in Baracoa) bestaunten das Columbus Kreuz ( was wirklich echt sein soll, Columbus landete in Baracoa an ) und machten eine Tour in den Alexander von Humboldt Nationalpark.

Schweinchen in Baracoa

der Strand von Baracoa, wunderschön

die öffentliche Fähre

Alexander von Humboldt Nationalpark

Das Columbus Kreuz- angeblich direkt von olle Christoph mitgebracht

Es folgte eine Nachtfahrt mit Viazul und wir näherten uns dem letzten Höhepunkt unserer Tour. Die Revolutionsstadt Santa Clara mit dem Grab von Che´Guevara und den anderen Revolutionären als auch das Museum rund um den Tren Blindado, wo die Revolution ihr erfolgreiches Ende fand. Hier wurden die Soldaten von Batista geschlagen, Kuba von der Unterdrückung der US- Amerikaner „befreit“.

Die sterblichen Überreste lagen, nach der Hinrichtung Guevaras, zunächst in Bolivien in einem Massengrab, erst 1997 wurde der Leichnam Kuba übergeben, Guevara hatte nach der Revolution die kubanische Staatsangehörigkeit angenommen.

Ché Guevara Denkmal mit Grabstelle

Hasta la victoria siempre

die „aufgeworfenen Gleise symbolisieren den Sieg über Batistas Truppen, Tren Blindado

Granma-  das Staatsorgan

Wir wohnten in der Casa Florida Hostal- der wohl berühmtesten Casa Particular auf Kuba. Die Zimmer sind unglaublich, das Ambiente ist so charmant und das Essen sooooo gut- wieder Hummer – erstaunlich, wir bekamen den immer noch runter

Florida Center

wunderschön

lecker Frühstück und mal keine Guave

nein, er kam mir noch nicht aus den Ohren heraus

Unsere letzten Tage verbrachten wir in Varadero in einem All In Schuppen, Hotel Palma Real. Durchaus empfehlenswert, es war nicht sooo überteuert, dass Essen meines Erachtens gut ( auch wenn natürlich alle Pauschaltouris am Meckern waren) und mit nur dezentem Animationsprogramm. Wir bestaunten die besoffenen Kanadier und Russen die sich Cuba Libre in Eimer abfüllen ließen- grenzwertig.

am Strand von Varadero- der Gringo Superman und ein paar Füllfederhalter

Massentourismus kubanisch

Nach drei Nächten ging es von Varadero direkt nach Berlin und ich ziehe ein abschließendes Fazit:

1. Kuba ist individuell sehr gut machbar

2. Das Essen ist, solange man den Mamas in den Casas vertraut, ziemlich super

3. Der Kubaner ist super lieb- solange es sich nicht um die berühmten Jineteros handelt

4. Auf Kuba fährt man in ein Schlagloch hinein, bewundert die Entlein die in diesem Schlagloch paddeln und fährt auch irgendwann aus dem Schlagloch wieder heraus

5. Pizza und Spaghetti schmecken auf Kuba nicht, egal ob mit CUC oder CUP bezahlt

6. Vertraue weder Loose noch Lonely Planet wenn es um die Verlängerung Deines Visums geht- frag mich

7. Staatliche Restaurants sind grottig, Paladares sind toll

8. Kuba hat noch eine wild west Atmosphäre—ich hoffe noch sehr lange

9. Havanna wird überbewertet

10. Auch wenn man CUPs hat, kann man mit diesen nicht unbedingt bezahlen. Wir hatten 20 € umgetauscht und am Ende fast verschenkt…wir flogen sogar mal aus einem CUP Supermarkt heraus, Touris dürfen dort nicht mal Käsebällchen kaufen

11. Auf Kuba gibt es kaum Kriminalität, es sei denn an der Tourikarre kann man was abschrauben

12. Guave schmeckt wirklich nicht

13. Melone schmeckt auf Kuba auch nicht

14. Kubanische Cola ( Tukkola) ist toll

15. Havanna Club schmeckt mit Coca Cola nicht

16. Kubanische Chips und Snacks sind super, halte Dich aber fern von Käsebällchen…diese wiederum werden von Hühnern geliebt.

17. Wo Bank drauf steht , gibt es nicht immer einen ATM der auch deutsche Karten nimmt

18. Umso weniger man erwartet, desto mehr wird man bekommen

19. Kuba mit US Amerikanern wird nicht mehr Dasselbe sein

20. Kubaner lieben Schweinchen auf dem Teller, für die doofen Touristen bleibt der Abfall: HUMMER

21. Es ist egal wo man seinen Rum kauft, er kostet sogar auf dem Flughafen genauso viel wie in der Provinz

22. El Rapido, die kubanische Antwort auf Mc Donald´s gibts wirklich überall- was  man allerdings dort bekommt weiß man nie…..manchmal Huhn, manchmal Pizza….oder auch nur Kaffee oder Zigaretten. Satt wird man von Letzterem nicht

Kuba 2013: Der Westen

Jetzt wo Kuba endgültig boomt, ist es an der Zeit nochmal ein paar Jahre zurückzublicken…..2013 war es doch noch ein wenig anders, beschaulicher und vor Allem fernab von Internet & Co.

Geplant hatten wir Kuba so ab Sommer 2012. Wir suchten uns unsere casa particulares über das www, fast alle über hostelbookers.com. Diese wurden allerdings ab 2014 von hostelworld.com übernommen und unterliegen seitdem dem amerikanischen Embargo- was wirklich zu schade ist, es war sehr einfach, tolle Unterkünfte zu finden. In Hotels wohnten wir nur, wo es einfach strategisch Sinn machte, z.B das Los Jasmines in Vinales….man hat nur dort den grandiosen Blick ins gesamte Tal.

Wir starteten unseren Urlaub in Varadero was ein etwas untypischer Beginn ist und der uns fast den gesamten Urlaub gekostet hätte. Varadero wird nämlich von Air Berlin angeflogen und die hatten, wie so oft im Frühjahr eines Jahres nichts Besseres zu tun, als Düsseldorf zu bestreiken. Nach einer mehr als nicht geschlafenen Nacht, nach unzähligen Telefonaten mit den Flughäfen und Gewerkschaften, standen wir morgens um 03:00 Uhr in Tegel, rd. 4 Std. vor dem eigentlichen Abflug. Die Mitarbeiter von Air Berlin hatten nichts Besseres zu tun, als die Passagiere noch ein wenig zu foppen- doch letztendlich waren wir um kurz nach 5:00 Uhr eingescheckt und mein Optionalflug mit Air France für 1300€ bleib einfach bei skyscanner im Handy.

In Düsseldorf herrschte Ausnahmezustand und auf der Abflugtafel waren es wirklich nur noch die Ausnahmen die lediglich mit dem Status „verspätet“ bedacht wurden…alle anderen Flüge waren gestrichen- uff, Glück gehabt.

Am Ende sind wir mit rd. 90 min. Verspätung abgehoben und konnten in die Entspannungsphase eintreten. Der Flug selbst war ruhig und gegen 13:00 Uhr Ortszeit waren wir dann auch in der Karibik. Die Einreise relativ unspektakulär, Mathias bewunderte die Mädels in Uniform und viel Lametta. Sie waren, in allen Gewichtsklassen, mit eindeutig viel zu kurzen Höschen bedacht worden. Stoff ist wohl auch knapp im Land des Rums und Cuba Libre. Die russischen Pauschaltouristen hatten ihren Spaß und mir taten die Mädels nur leid….was auch nicht ok war, denn die Damen mit dem vielen Lametta auf den Schulterblättern erinnerten eher an Feldwebel der ehemaligen VP.

Wir tauschten Geld am Flughafen und bestaunten die ersten CUCs analog zum US$…CUPs hatten wir zu diesem  Zeitpunkt noch nicht. Mit dem Taxi ging es zu Beny’s Place- eine wundervolle Casa Particulares mit Vier Sterne Luxus. Das Zimmer war modern karibisch, das Badezimmer ordentlich und vergleichbar mit jedem Mittelklassehotel.

Wir waren zufrieden und buchten nach Ankunft gleich unser Abendessen. Mixed Fisch mit Hummer. Danach zog es uns zum Strand (fußläufig, 4 min.) und gab uns die Chance die ersten Kuba Eindrücke aufzusaugen. Der Teil der Stadt in dem wir wohnten war noch nicht wirklich versaut, viele Einfamilienhäuser und kleinere Läden mit wenig Auswahl beherrschten das Stadtbild. Der Strand war sehr schön und Alles in Allem waren wir überrascht wie untouristisch sich Varadero an diesem ersten Abend so gab.

Varadero Strand

Platz genug für Alle

Den nächsten Tag vertrödelten wir am Strand, gingen auf Rum- Jagd in den kleinen Supermärkten mit Weltallatmosphäre (jeder Griff ins Leere).

Weltallstimmung

Varadero Stadt

erste Eindrücke Varadero

Da Havanna Club 7-jährig nicht mehr kostete als ein vernünftiges Essen in den Casas, erkoren wir Rum als Grundnahrungsmittel für die nächsten 4,5 Wochen. Morgens wurde dieser mit der örtlich gut erhältlichen Tukkola gemixt (sehr leckere Cola) und ab ging die wilde Fahrt über die Insel . Aus Varadero verabschiedeten wir uns mit einer Taxifahrt im Oldie um im Anschluß mit den sehr modernen Bussen von Viazul (online reserviert) nach Havanna zu fahren. Varadero hatte uns erstaunlicherweise sehr gut gefallen, es war weit weniger touristisch als angenommen. Wir sahen einige 3-5 Sterne Hotels aber grundsätzlich nur eine erste und zweite Strandreihe. Die Hotels lagen 2013 noch weit auseinander, es gab viel Luft und Platz für alle Sonnenanbeter. Um ein paar Tage am Strand zu verfaulenzen, war und ist Varadero nicht verkehrt. Lediglich die russische und kanadische Tourifraktion ist grenzwertig, wie überall auf der Welt wo es ALL INCLUSIVE zu viel Alkohol und  Billigtourismus gibt. Davon bekamen wir aber an den ersten zwei Tagen herzlich wenig mit.

In Havanna hatten wir eine erste ungeplante Änderung. Die von uns gebuchte Casa von Herrn Schnakenberg (empfohlen von einem Freund aufgrund der grandiosen Aussicht auf das marode Havanna Centro) hatte ein Wasserproblem und wir wurden an einen Kumpel von ihm verwiesen.

Unser Zimmerchen für die nächsten 4 Nächte lag in einem postrevolutionären „Neubau“ aus den 60ern mit pinken Treppenhaus in dem vor allem der Geruch einer öffentlichen Toilette vorherrschte.

Es gab einen Fahrstuhl, der so nostalgisch war, dass es uns schon wieder Spaß machte, mit diesem zu fahren. Die Wohnung in der wir wohnten lag in der sechsten Etage und wurde von einem netten Pärchen und deren kleiner Tochter (ca. sieben Jahre alt) bewohnt. Wenn man vom Hausflur die Wohnung betrat, stand man sofort im Wohnzimmer, ging von dort in einen kleinen Flur von dem links eine Küche und ein weiteres Zimmer abging. Unser Zimmer war offensichtlich das Elternschlafzimmer mit Kühlschrank, AC und eigenem Bad. Der Ausblick aus der sechsten Etage war unbezahlbar, die 100 Hühnereier im Kühlschrank verblüfften uns ein wenig und Mathias durfte sich das erste Mal als Klempner für unsere Klospülung versuchen…..am Ende der Reise war er wohl an allen Spülungen unserer Unterkünfte und Hotels drangewesen. Und wenn die Spülung ok war, gab es ja Gott sei Dank noch Duschköpfe und Wasserhähne die man richten kann.

Blick aus dem Fenster

Blick aus dem Fenster

Das Rätsel der 1000 Eier löste sich in den nächsten Tagen, als wir eines Morgens den „Schwarzmarkt“ life erleben durften. Wir saßen am Frühstückstisch und wunderten uns über die offene Wohnungstür. Wir vermuteten, das „Horch und Guck“ einen schnellen Blick bekommen soll, eine ordentliche, kubanische Familie hat schließlich nichts zu verbergen!  Es kamen zwei Männer und schluderten eine Reietasche in eine Ecke des Zimmers, sie verschwanden in der Küche. Unser Gasgeber fragte nach, ob er mal in unser Zimmer dürfte und holte die Eier raus. Vermutlich gab es im Gegenzug Fleisch und Guave ( unser gehasstes Obst)….die beiden Herren saßen im Anschluss vor dem plärrenden TV und alle Nachbarn hatten den besten Blick aufs Geschehen.

Bezüglich Havanna streiten sich bei mir die Geister. Auf der einen Seite eine tolle Stadt, wir hatten viel Spaß in den ehemaligen Kneipen von Ernest Hemmingway und auf den Spuren der Revolution.

Wir und der Meister im Floridita

Bodequita

Floridita

Auf der anderen Seite wird die Stadt mit einem Mythos belegt, den sie nicht erfüllt. Am Capitol wurde gebaut, uns wurde gesagt, dass das Gerüst seit 20 Jahren dort steht.

Der Malecon hatte für mich persönlich keinen Glanz. Es machte zwar Spaß, den Kids beim Planschen zuzusehen und sicherlich ist es auch spaßig, mit dem Oldtimer die Promenade hoch und runter zu düsen.

Ansonsten machte der Malecon einen eher verwahrlosten Eindruck, es roch nach öffentlicher Toilette an jeder Ecke und ist eben vorallendingen noch sehr sozialistisch. Läden oder Cafés sind Fehlanzeige. Die Häuser, welche in den 90er Jahren mal sehr hübsch restauriert wurden, bröckeln schon lange wieder.

Malecon, der alte Mann schenkte uns Zigarren

Castillo de los Tres Reyes del Morro

In Havanna Viejo wurde schon sehr viel restauriert, es sieht makellos nach Disneyland aus, aus allem wird Geld gemacht und sei es nur, dass mit Zigarre und Candomble´ Tracht posiert wird.

Das Ambos Mundos Hotel fand ich dann schon wieder ziemlich klasse, hier wurde „ wem die Stunde schlägt“ von Hemmingway geschrieben, der Meister wird überall geehrt. Wir passten uns der Zigarrenunsitte schnell an, unser Grundnahrungsmittel schmeckte damit noch um ein Vielfaches besser.

Blick vom Ambos Mundos

Da uns natürlich auch die Rum Produktion interessierte, suchten wir die Havanna Club Foundacion auf, eine interessante Führung und leckere Kostproben lohnen den Besuch.

 Natürlich besuchten wir auch das Fort….. und genossen den super Blick auf die Altstadt.

Blick vom Castillo de los Tres Reyes del Morroauf Havanna Viejo

Ein absolut tolles Abendessen genossen wir im berühmtesten Paladar der Stadt. Das „ La Guarida“ gelangte zu Ruhm durch den Film „ Erdbeer & Schokolade“ aus den 90ern. Das Restaurant ist in einer Ruine ( das heißt aber in Havanna nichts) und macht aus wenig echt viel….mein indisches Curry war zwar nicht indisch aber durchaus sehr lecker ( Achtung, vorreservieren über das www)

La Guarida

was für ein Treppenhaus

Restaurant mit Charme

Der Revolutionspalast

Wir besuchten die nicht chinesische Chinatown, den  Eisenbahnfriedhof und natürlichauch die Herren von Buena Vista Social Club auf dem Friedhof- es gibt viel altes Zeug auf Kuba und wer ein wenig nostalgisch veranlagt ist, kommt auf der Insel auf seine Kosten

Unser Besuch in Havanna wurde außerdem durch die Verlängerung unseres Visums überschattet, es kostete uns gefühlt fast die gesamte Zeit in der Stadt, ehe wir für den einen Extratag den Stempel im Pass hatten. Lonely Planet und Loose gaben beide keine ausführliche Auskunft. Die Adresse der Immigration stimmte in beiden Reiseführernnicht, allein der Kauf der Wertmarken bei den Banken war schon ultraschwer. Nachdem wir dann über eine sms meiner Mama endlich die Bestätigung bzgl. der Adresse hatten, fehlte am Ende wiederum der Nachweis über unsere Krankenversicherung und eine Bestätigung unserer Casa, dass die Rechnung bezahlt ist. Also mussten wir am nächsten Tag WIEDER zur Immigration und waren am Ende einfach nur noch froh aus Havanna raus zu fahren.

geschafft, das Visum ist verlängert

Cocotaxis fahren durch Havanna

Unser Auto, einen kleinen Hyundai, holten wir am Hotel Nacional bei Cubacars ab. Das Procedere war simpel, die Kollegen der Autovermietung versprachen uns, dass wir keine Einweggebühr zahlen müssten, da das Autochen eh nach Santiago de Cuba müsste. Wir waren happy, 130 $ gespart.

Hotel Nacional

Cubino
Cubino der kleine Kubaner

Wir fuhren über leere Straßen Richtung Westen, grob Richtung Pinar del Rio. Unser erstes Ziel war Las Terrazzas, ein Modelldorf aus den 70ern. Als die USA und Europa noch nicht von der grünen Welle erfasst waren, wurde auf Kuba schon ein komplett autarkes Dorf in wunderschöner Umgebung gebaut. Es gibt dort ein tolles Ökohotel, welches wir für diese Nacht gebucht hatten, außerdem den besten Kaffee auf Kuba und natürlich haben wir auch die alten Cafetales, z.B . Buenavista besucht.

Am nächsten Tag fing das Wetter an zu schwächeln, auf dem Weg nach Vinales zogen dicke Wolken auf.

Blick auf Las Terrazzas am nächsten Morgen

Bei Einfahrt in eines der  schönsten Dörfer und Täler Kubas blieb uns auf einmal der Mund offen stehen! Vor uns offenbarte sich eine Filmkulisse der besonderen Art. Ein Farmhaus , mit Tabakfeldern, Trockenhaus und Oldtimer davor. Was für ein Anblick, was für nette Gastgeber. Wir wurden eingeladen, schauten uns das Anwesen an, pafften eine Selbstgedrehte und stöberteb zu guter Letzt im Fotoalbum des 15. Geburtstages unserer Gastgeberin.,  Die Quince ist der wichtigste Tag im Leben eines lateinamerikanischen Mädels, ähnlich  einer Konfirmation, Firmung oder Jugendweihe wird das Mädchen in die Gesellschaft eingeführt….und das mit viel Pomp und Bramborium.

unsere Gastgeber

Leider war der Tag sehr verregnet und wir konnten Vinales nicht so richtig genießen. Wir trösteten uns damit, dass wir ja wiederkommen würden und verbrachten einen feuchten Nachmittag im Ort. Im strömenden Regen brachten wir am späteren Nachmittag noch eine Kubanerin mit ihrem Kind mit dem PKW nach Hause….sie taten uns einfach nur leid….

Vinales

Dorfimpressions

Unsere Unterkunft in Vinales wird als die „legendäre Ana-Luisa“ eingehen. Ein Herz von Wirtin, astreine Köchin und nen Pool….den probierte Mathias auch im strömenden Regen aus. Ich habe ihre Adresse mehr als einmal weitergegeben und Alle, die bislang bei ihr gewohnt haben, waren genauso begeistert wie wir.

Hummer, grandios

Zimmer bei Ana-Luisa

der Pool, sehr ordentlich

Am nächsten Tag zog es uns im strömenden Regen nach Palma Rubia. Wir stellten unser Auto bei Antonia ( unsere Wirtin für den nächsten Tag) ab und zogen los zum Fähranleger.

Cayo Levisa hieß unser Ziel, eigentlich ein tolles karibisches Inselchen, wir hockten aufgrund des Wetters fast nur drinnen, tranken Havanna Club und genossen ALL IN und CNN.

sehr gemütlich, leider kalt und regnerisch

Karibik im Sturm

Nach 24 Stunden hatte sich das Unwetter gelegt, die darauffolgende Nacht verbrachten wir sehr einfach bei der bereits genannten Antonia, die aufgrund grandioser Pommes berühmt wurde.

es klart auf

Im Anschluss ging es nochmal für zwei Nächte nach Vinales….wir genossen den spektakulären  Blick vom Los Jasmines, ein gutes Essen auf einer Tabakfarm und einen grandiosen Ritt auf dem Rücken der Pferde durch das Tal. Wir besuchten den Tabakbauern, der für die Cohiba Außenblätter verantwortlich ist und genossen die neidischen Blicke einer Pauschalreisegruppe, als wir an diesen vorbeiritten.

Vinales

Palma Real

unsere Pferdchen

Unsere letzten Tage im echten Westen verbrachten wir in Pinar del Rio. Wir besuchten Donatien und sahen bei der Zigarrenproduktion zu. Der Ort selbst war sehr schmucklos, wir bekamen nicht mal Geld bei den Banken, umd  diesbezüglich schweißnasse Pfötchen.

Pinar del Rio

Aufrund eines Geheimtips machten wir uns auf den Weg zu Alexandre Robaina, einer  alt eingesessene Tabakfamilie und Marke, die immer noch in Familienhand ist. Man munkelt, dass bei Robaina die beste Zigarre gerollt wird. Wir wurden vom Enkel über das Anwesen geführt, bekamen eine echte, für uns gedrehte Robaina geschenkt und stöberten in alten Familienbildern.

Ein tolles Erlebnis, welches mich von den Bettwanzenbissen ablenkte, die ich mir in Pinar del Rio gefangen hatte. Ich sah kunterbunt aus, ganze Straßen zogen sich an meinem Körper entlang. Die folgende Nacht verbrachte ich in Klamotten.

Achtung, Bettwanzen

aber ansonsten sehr hübsch

Wir verbrachten noch einen schönen Nachmittag auf Cayo Jutias, eine Halbinsel neben Cayo Levisa, bevor es am nächsten Tag über Playa Giron (Schweinebucht) nach Boca del Guama und dem Lago di Tresoro ging. Vorher kauften wir noch Geld im so arg schönen Dörfchen Australia. Überraschenderweise bekamen wir hartes Bares.

Cayo Jutias

toller Strand

nicht der Kontinent, nur ein Nest mit Bank

Playa Giron, die Schweinebucht

Der Schatzsee wird ebenfalls in die Geschichte eingehen….zum Einen weil Hugo Chavez in Venezuela starb und auf Kuba 3 Tage Staatstrauer ausgerufen wurde, zum Anderen weil auch ohne Staatstrauer die staatliche Hotelanlage außerordentlich schlecht geführt und mit ultraschlechtem Essen versorgt wurde. Wir ernährten und drei Tage lang von Hamburquesa, zwei Toastbrotscheiben mit Burger Boulette dazwischen. Alles andere war nicht essbar und wir waren nicht traurig, als unsere Zeit dort abgelaufen war.

auf zum Schatzsee

malerische Bungalows, schlechtes Essen

Unser nächstes Ziel war Cienfuegos- französsiche Architektur und Beny More´, ein Kind dieser Stadt.

Cienfuegos und die Revolution

der Radiosender

blieben zwei Nächte, bewunderten die Architektur und erforschten die nähere Umgebung, ehe es weiter gen Osten ging….unser nächstes Ziel war Trinidad. Mehr zu lesen unter Kuba 2013:Der Osten

Nepal 2015: Der zweite Versuch, das Kathmandutal

Unsere Zeit in Nepal neigte sich dem Ende entgegen. Nach tollen Tagen in Kathmandu, Elefantenbaden in Chitwan und relaxen im flaschengrünen See von Pokhara, verbrachten wir die letzten Tage wieder in Kathmandu mit dem Schwerpunkt die anderen zwei Königsstädte ( Patan/ Lalitpur und Bhaktapur) kennenzulernen. Des Weiteren planten wir einen Stop in der unzerstörten Newar Stadt Panauti, die bislang allen Erdbeben trotzen konnte.

Um aber überhaupt wieder nach Kathmandu zu kommen, mussten wir mit einen klapprigen Linienbus den kilometerlangen Staus trotzen und viel Sitzfleisch beweisen. Die Strecke kostete uns 12 Stunden, wir standen mehr, als das wir saßen. Die langen Staus wurden von den übervollen Tankstellen verursacht, die Autos standen Hunderte von Metern am Straßenrand und warteten auf verheißungsvollen Diesel. Damit war dem Grunde nach der Standstreifen dicht und alles plagte sich auf einer Spur. Allerdings bekam man auf diese langsame Art des Reisens noch nen bissel was von Land, Leute und Kultur mit. Begeistert haben mich die altersschwachen Busse in den unterschiedlichsten Stadien der „Verwesung“ ….und alle noch munter auf der Straße.

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Das Elend nach dem großen Erdbeben war in den Nestern am Wegesrand natürlich nochmals präsenter, Zelte des UHNCR oder auch dem deutschen roten Kreuz waren unübersehbar.

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Zum späteren Abend hatten wir es dann geschafft, „welcome to Kathmandu“. Wir wohnten wieder in Thamel, im Pilgrim`s  Gästehaus der alten Garde. Unser Zimmer so, wie ich es aus SOA gewohnt bin….dafür mit 8€ inkl. Frühstück spottbillig und genau deshalb absolut empfehlenswert.

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Nach einem schnellen Abendessen ging es in die Heia, wir wollten ausgeruht am nächsten Tag in die große weite Welt starten.

Patan/ Lalitpur

Für fünf Leute ein Taxi zu ergattern ist schon in normalen Zeiten unglaublich schwer, in Embargozeiten ein nahezu unmögliches Unterfangen. Somit liefen wir durch den Moloch Kathmandu und kamen somit ungeplant am Bhimsen Tower vorbei bzw. das was von dem Turm noch stand. Jeder von uns hatte die Bilder im Kopf, als in den Tagen nach dem Erdbeben die Bilder vom eingestürzten Turm um die Welt gingen- ob die Ruine wieder aufgebaut wird, mag Niemand bestätigen.

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Wir sahen viele Schäden auf dem Weg nach Patan, die Ecke von KTM hatte es mehr erwischt, als Thamel.

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Die grasbewachsene Stupa symbolisiert ein Stadttor

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Patan oder auch Lalitpur überzeugte uns aber dennoch in Schönheit und Ausprägung. Der Durbar Square wirkt architektonisch besser strukturiert als der Platz in KTM, auch wenn die Schäden mindestens genauso prägnant waren. Wir wurden von einer Gruppe Archäologen interviewt, sie wollten wissen, ob wir unsere Reise nach Nepal vor, oder nach dem Erdbeben geplant hätten. Wir hatten sie ja bereits in 2014 geplant und nichts konnte uns abhalten, schon gar nicht umgeworfene Steine.

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Das besondere Highlight von Patan war, neben dem Durbar Square, der goldene Tempel. In diesem verschlug es uns schlicht die Sprache, wow. Kritiker könnten natürlich sagen „kitschig, zusammengewürfelter, hinduistischer Nippes“….wir fanden das Tempelchen überwältigend und so ganz anders als das, was wir in China oder Tibet gesehen hatten.

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Zurück nach Thamel ging es tatsächlich per PkW…ganz nach dem Motto „besser schlecht gefahren, als gut gelaufen“ Angesichts der vielen, v elen Menschen die mittlerweile nur noch auf Busdächern von A nach B kommen, war unsere Situation ziemlich kuschelig bequem, fünf Mann in einen Kleinstwagen, mein Gott…es gibt Schlimmeres.

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Wir shoppten uns an dem Tag dumm und dämlich, alle Fünf reisten zwei Tage später mit hübschen North Face Kosmetiktaschen und Reisetaschen gen Heimat.

Bhaktapur und Panauti

Man sagt ja immer, das Beste kommt zum Schluss und tatsächlich schien sich dies für Nepal zu bewahrheiten. Mit einem komfortablen SUV ging es am letzten echten Urlaubstag zunächst nach Bhaktapur. Auch dort mussten wir die obligatorische Eintrittsgebühr zahlen und staunten nicht schlecht. Um in die Altstadt zu kommen, muss man tatsächlich ein paar Stufen nach oben steigen.

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Natürlich auch hier ein paar Beschädigungen, insgesamt wirkte die Altstadt rund um den Durbar Square aber sehr schön kompakt und ist mit Sicherheit eins der kulturellen Highlights in Nepal.

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Es waren sehr wenig Touristen in der Stadt, wir konnten die Sehenswürdigkeiten gut auf uns wirken lassen. Wir besuchten den Taumadni Square  mit seinem  Wahrzeichen,

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welches Gott sei Dank NICHT zerstört wurde.

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Auch der Platz der Töpfer war beeindruckend, man kann sich kaum vorstellen, dass noch so viele Töpferwaren im Zeitalter von Plastik und Pappe gekauft werden.

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Nachdem wir auch zum Dattraya Square geschlendert waren, fuhren wir weiter nach Panauti.

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Unterwegs einen wunderschönen Blick ins Kathmandutal genossen und mal wieder ausgiebig im Stau gestanden.

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Auch hier-  das Dieselproblem….. mit einer Fahrzeit von über einer Stunde hatten wir es schlussendlich geschafft, uns begrüßte die relativ schmucklose Newarstadt ohne jegliche touristische Infrastruktur. Selbst das Hotel war geschlossen, lediglich die Pipistube durften wir aufsuchen- ohne Licht, wegen fehlender Glühbirne.

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In den vergangenen vier Wochen war uns so oft das Glück hold und auch heute wollte es uns nicht verlassen. Es war Ernte auf dem Land und so konnten wir, neben unzerstörter Dorfarchitektur,  auch die Aktivitäten der Einwohner bewundern…wunderschöne Momente und wieder einmal wurde uns bewusst, dass in anderen Teilen der Welt die Menschen mit so sehr viel weniger absolut zufrieden sind.

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Mit diesen wunderschönen Erlebnissen ging unsere Nepal Tour zu Ende, am nächsten Morgen traten wir unseren Rückflug nach Deutschland an. Zum ersten Mal wurden wir dann tatsächlich Dieselopfer, wir mussten eine nicht geplante Zwischenlandung in Neu Delhi ertragen, da erst dort die Maschine aufgeladen werden konnte.

China 2015: Für Anfänger- Peking

Fünf Tage für Peking….was uns zunächst ausreichend lang erschien, war am Ende doch viel zu kurz. Vieles konnten wir verwirklichen, der Blick aufs Olympiastadion oder auch auf die tolle Oper bei Nacht wurde uns verwehrt- zu groß die Distanzen, zu voll die Straßen

Zunächst hieß es zu Fünft von Berlin nach Istanbul Sabiha Gökcen fliegen um dann in aufregender Tranfsver Fahrt nach Atatürk zu kommen. Dort trafen wir des nächtens Nr. 6….Ralf hatte den besseren Flug von Berlin nach Istanbul.

Der Flug war relativ unspektakulär, bei der Ankunft in Peking begeisterte uns der moderne Flughafen, effizient mit Bahn und Leitsystem….da träumt der Berliner noch von.

Unser Hotel lag in Qianmen und war zwar auf dem ersten Blick sehr hübsch, auf dem zweiten Blick sah man, dass es schon bessere Jahre erlebt hatte. Die Tapeten waren mit Tesafilm festgeklebt, die Bäder standen vor schwarzem Pilz. Und laut konnten unsere Gastgeber sein, ers war ne Freude.

Unser Hotel, Quianmen Courtyard Hotel

irgendwie war es uhrig

Am ersten Abend blieben wir in Qianmen und erfreuten uns an der authentischen Restaurantstraße in Hotelnähe….Essen gabs nach optischer Täuschung, das Bildchen welches uns am Meisten reizte, wurde bestellt Das endete ein paar Tage später in gekochte, zerteilte Entenköpfe, die Keiner von uns runterbrachte.

Der nächste Morgen forderte uns essenstechnisch das erste Mal etwas ab- Dumplings am Morgen sind mal ok, eine  Woche lang wurde es öde. Alternativ gabs Reissuppe, diese schmeckte nach Wasser un Reis- ungewürzt…naja..und am Ende tranken wir unseren Kaffee bei MC Doof und wunderten uns über das angebotene Frühstücksangebot

Dumplings am Morgen, mal ganz nett, bitte nicht täglich

Frühstück mal anders- Sojamilch und Walnüsse

In den nächsten Tagen folgten die obligatorischen Besuche des Tianmen Platzes ( das Mao Mausoleum schenkten wir uns)

Quianmen Einkaufsstraße, vor uns einer der Türme der alten Stadtmauer, dahinter der Tianmen Platz

Mao Mausloeum

sowie der verbotenen Stadt, die uns allerdings nicht sooo gefiel. Wer den Literaturtempel in Hanoi  kennt, kann damit leben, dass tolle Anlagen nicht immer riesig sein müssen….sondern vielfältig und einzigartig. Die verbotene Stadt ist lediglich riesig und irgendwann auch ziemlich ermüdend.

Eingang verbotene Stadt

Wir schlichen geschlagene 3 Stunden durch die Anlage und waren am Ende tatsächlich gelangweilt- wer hätte das gedacht.

Es folgten Besuche des Beihei und Jingshan Parks , wir genossen die relative Ruhe und freuten uns auf unser Abendessen in Wangfujing….Krabbeltiere was das Herz begehrt. Nur bei den Seepferdchen und Seesterne war auch bei uns Schluß. Skorpione und Spinnen waren ja noch ganz lustig….geschmacklich eh totfritiert.

Jingshan Park

DIe Sonne geht unter an der verbotenen Stadt

Die Chinesen essen alles was krabbelt, kreucht und fleucht.

Eingang verbotene Stadt bei Nacht

Am nächsten Tag stand der Himmelstempel auf dem Programm, viel schöner als die verbotene Stadt. Im angeschlossenen Park wurde gesportelt, die Familien machten Picknik und es war eine sehr entspannte Stimmung

Im Anschluß fuhren wir mit der U-Bahn zum Sommerpalast. Das war unser persönliches Pekinghighlight. Leichtigkeit und wunderschöne Architektur machten Lust auf mehr. Leider waren wir erst recht spät dort und somit konnten wir nicht den gesamten Palast bewundern.

Eingang Sommerpalast

Abends trafen wir uns mit meiner ehemaligen Kollegin Stefanie, die mittlerweile in Peking lebt. Wir gingen ins Jingzun Restaurant und genossen wirklich excellente Pekingente

Der nächste Tag stand im Zeichen der Mauer. Nach langer Recherche hatten wir uns für Jingshanling entschieden, Badaling hatten wir sofort abgelehnt, zu viel Chinesen, zu wenig Mauer.

Unsere Entscheidung war goldrichtig, der Taxifahrer fuhr zwar rückwärts auf der Autobahn, unser Schuzengel flog über uns mit- aber als wir nach drei Stunden ankamen, waren wir tatsächlich ALLEIN!
Wir genossen die Atmosphäre, das Wetter….wir liefen auf der der Mauer Richtung Simatai und hatten einfach Spaß und waren happy mit unserer Entscheidung
Am Abend genossen wir einen traditionellen Hot Pot, inkl. Rindermagen, nicht so unser Ding
Unseren letzten Tag widmeten wir den Hutongs und dem buddhistischen Lamatempel. Der Tempel gehört zum Orden des Panchen Lamas, der allerdings aus Peking eingesetzt wurde und wenig mit dem echten Panchen Lama zu tun hat- dieser ist nämlich seit 1995 vom Erdboden verschwunden.

Von den alten Hutongs ist nicht mehr viel da- wenn nicht zu Hotels umgebaut, dann abgerissen oder zu Hostels, Starbucks und Gloria Jeans verkommen
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Am Abend bestiegen wir den Zug gen Xi’an- siehe auch
China 2015: Zugfahrt nach Lhasa inkl. Xi’an

Nepal 2015: Der zweite Versuch, Pokhara

Uns lechzte es nach Wasser, Abkühlung und nen bissel Aussteigerfeeling. Nach tollen Tagen in Kathmandu und Chitwan fuhren wir nur noch zu Fünft mit einem arg klapprigen Bus nach Pokhara. Leider musste uns Freund Ralf verlassen, weil die geliebte Arbeit in Berlin seinen Namen schon förmlich brüllte.

Die Fahrt zog sich, unterwegs sahen wir fast kilometerlange Schlangen vor den Tankstellen. Es gab immer noch kein Benzin aus Indien und gesamt Nepal saß bereits seit Wochen auf dem Trockenen! Eine Schande, wenn man bedenkt worum es bei dem Embargo geht: Indien gefällt die Selbstbestimmung Nepals nicht und ist mit Teilen der nepalesischen Verfassung nicht einverstanden! Gruselig, wie man beobachten kann, wie ein kleines Land zum Spielball wird.

Wir wurden dann an diesem Tag auch die ersten Opfer des Embargos, nachdem nämlich kein Taxi bereit war, uns für einen angemessenen Preis ins Hotel zu fahren, welches rd. 2,5 km entfernt war. Schweißtreibend war es, die schweren Rucksäcke ( es war ja viel Winterzeug aus Tibet dabei ) die gesamte Hauptstraße von Pohkara zu buckeln, als wir im Silver Oaks Inn angekommen waren, lechzte es uns noch mehr nach Wasser- aber aus Flasche, nicht aus dem See.

Ach ja, Pokhara, viel beschrieben und beliebt in Aussteiger-, u. Hippiekreisen m. E. absolut überbewertet. Was muss es mal für ein Kleinod gewesen sein, mittlerweile wird der Ort durch zu viele Billighostels, schlechte Restaurants, Touranbieter und Souveniershops verschandelt, quasi ein Thamel ohne Kultur dafür mit einem flaschengrünen See und einem Bergpanorama was seines gleichen sucht- wenn man die Berge mal sieht. Als wird dort waren, war es viel zu heiß- die Berge verschwanden im Dunst.

Die Lage am See, die hat was!

Wir wohnten, wie 90% aller Touristen in Lakeside, unser kleines Hotel war ein Highlight, auch wenn nebenan ein Neubau hochgezogen wurde, der irgendwann- vermutlich jetzt schon die Hälfte der Hotelzimmer ohne Fenster zurücklassen wird. Komische Bauvorschriften haben sie in Asien, immer wieder bewundere ich die Häuser mit perfekten Zimmern, ohne Fenster!

Damnside, der andere Teil von Pokhara ( getrennt durch den Stausee) ist insgesamt nen bissel beschaulicher und ruhiger- allerdings würde ich da auch nicht unbedingt wohnen wollen.

Damnside

Wir verbrachten die Tage am und auf dem See. Es wird zwar allgemein nicht unbedingt empfohlen, in dem grünen Wasser zu baden…uns hat es aber nicht geschadet, bzw. die Spätfolgen haben sich noch nicht bemerkbar gemacht. Wir hielten es wie die Nepalesen und sprangen vom Treetboot in die Flut. Das Inselchen in der Mitte, inklusive hinduistischem Tempel verkniffen wir uns.

Verkehrsmittel Nr.1 auf dem See

Abendsstimmung in Lakeside

die Uferpromenade

Die Kids nahmens genauso gelassen wie wir, das Wasser war sicherlich nicht sauber

Die größten Aktivitäten in den drei Tagen war unsere Wanderung zur „World Peace Pagoda“, die Suche nach vernünftigem Essen sowie die Suche nach schönen Plätzen am See ( leider gibt es keine Liegewiesen).

Fangen wir mit der Friedenspagode an. Diese wurde von buddhistischen Japanern gestiftet, liegt hoch auf einem Berg gegenüber vom Ort und die Wanderung dorthin ist nicht so ganz ohne. Zum einen wird vor Überfällen gewarnt, desweiteren ist der Weg nicht gut ausgeschildert, Blutegel versüßen den Weg und zu guter Letzt geht es beim Abstieg viele hundert Stufen bergab. Um nach Lakeside zu kommen, mietet man sich ein Boot inkl. Rudermann.

Gut, überfallen wurden wir nicht, obwohl wir einige obskure Wesen am Wegesrande lungern sahen. Dafür verliefen wir uns 2x so richtig und fanden nur durch reinen Zufall auf die Hauptstrecke zurück. Blutegel werden niemals meine Lieblingstierchen, die blutigen Crocs waren eine unschöne Erfahrung. Desweiteren stiegen unsere Handys aus und hatten nur noch bedingt Empfang…..wäre uns etwas passiert, hätten wir alt ausgesehen. Die Aussicht auf Pokhara war aber ein Träumchen, wir sahen sogar mal nen Berg durchblitzen.

Blick auf Pokhara, fast alles Hotels

Und für einen kurzen Augenblick konnten wir den Blick auf den

Machapuchare genießen

Boote, die man mieten kann um nach Pokhara zurück zu kommen

groggy nach dem Marsch

Das wir überhaupt nach gutem Essen suchen mussten, ist traurige Tatsache, die sich Pokhara mit so vielen anderen Ferienorten teilen muss. Damit auch jeder seine vegetarische, vegane, makrobiotische Kost genießen kann, jeder Italiener seine Pizza bekommt, die Spanier ihre Paella und der Deutsche sein Schnitzel erhält, verfällt die nepalesische Esskultur vollkommen. Die Suche nach einem vernünftigen Dal Bhat war fast unmöglich- wir landeten sogar in einer veganischen Fressbude, obwohl wir nicht einen Veganer unter uns hatten. Wenn wir dann dochmal in einem 08/15 nepalesischen Restaurant landeten, war das Essen mehr als mittelmäßig. Nicht zu vergleichen mit den Tagen in Kathmandu oder Chitwan. Auch in meiner Erinnerung an die Trekkingtour im Khumbu Himal zum Everest war das Essen ein Highlight gewesen.

ein typisches Dal Bat

Kurz und Gut, nach drei Tagen shoppen, veganen Burgern und nepalesischen Massagen traten wir, nicht traurig, den Rückweg nach Kathmandu an. Ich werde das Örtchen mit dem hübschen See in guter Erinnerung behalten und ich kann Jedem empfehlen, nach einer Trekkingtour ein paar Erholungstage in Pokhara einzulegen. Lediglich die Erwartungshaltung sollte nicht zu hoch sein. Es gibt natürlich die Aussteiger, die hängengeblieben sind. Yoga wir an jeder Ecke angeboten und an Bars, Cafe´s, Restaurants mangelt es nicht. Die sogenannte ( internationale ) Y Generation hatte ihren Spaß und feierte bis in die frühen Morgenstunden zu Technoklängen mit schweren Wolken…bestehend aus Allen was man rauchen kann. Leider ist die nepalesische Kultur gänzlich aus aus Pokhara verschwunden, der Ort ist auswechselbar wie Patong auf Phuket.

Gartenrestaurant Pokhara, es geht auch gemütlich

Am Tag unserer Abreise verabschiedete sich Pokhara allerdings mit seinem überwältigenden Bergpanorama- es wurde kühler in Nepal….wir hatten ja auch schon Oktober

Nepal 2015: Der zweite Versuch, Chitwan

Chitwan Nationalpark

Großstädte sind toll, doch für uns Berliner Pflanzen ist die Natur sicherlich viel wertvoller. So  zog es uns nach zwei Tagen in Kathmandu in den Chitwan Nationalpark. Morgens liefen wir mit vollem Gepäck zum Busbahnhof, weil es keine Taxis mehr in KTM gab- das Embargo zeigte uns Touris zum ersten Mal sein hässliches Gesicht. Sichtlich erleichtert, unsere schweren Rucksäcke los zu sein, bemerkten wir recht spät in was für einem altertümlichen Bus wir hockten….egal, Ticket war billig gewesen und frohen Mutes schaukelten wir aus der Stadt hinaus. Es ging zum Teil sehr serpentinenreich aus dem Tal hinaus, Richtung indische Grenze.

aus dem Bus

aus dem Bus

Die Stimmung war gut und wir freuten uns auf Pirschfahrten und Elefantenritte und spekulierten ob wir tatsächlich die Chance auf nen Tiger haben könnten, obwohl es nicht die richtige Jahreszeit dafür war.

Unterwegs machten wir einen Stop und nach ca. 5 Stunden kamen wir in Sauraha an und wurden von der Lodge mit einem Jeep abgeholt. Über Stock und Stein und mit viel Gelächter holperten wir über den unbefestigten Weg bis ins Dorf. Unsere Lodge war sehr einfach, es wird aber intensiv gewerkelt- ein Pool muss her.

Bungalows

Unsere Zimmer, muffig aber ok

Im Vorfeld war es schon ziemlich schwierig gewesen, sich für eine Unterkunft zu entscheiden. Die Dinger sind nicht so billig, haben aber alle nur Hostel Charme was ja ok ist….nur für rd. 40$ pro Nacht, muss es ja nicht arg schlecht sein.

Unser Traum auf eine Pirschfahrt platzte direkt nach unserer Ankunft-  ohne Bezin ( das Embargo) keine Jeeps im Nationalpark. Damit blieb uns nur der Elefant und schon war klar, das wird nix mit Nashorn, Tiger und Co, da die Fantis gar nicht so weit in den Park hineindürfen, sondern mehr die Ränder als Patrouille abdecken um vor Allem Wilderer abzuhalten…quasi Officer Hati und seine Crew…. 🙂

Den Nachmittag verbrachten wir mit nem Marsch durch den Ort und ehrlich, wer Sauraha touristisch versaut hält, hat keine Ahnung von so schönen Orten wie Cancun, Patong oder El Nido ( und da hält es sich auch noch in Grenzen )

Chitwan ist ebenfalls für schöne Sonnenuntergänge bekannt

Elefantenpirsch, Elefantenbaden, Babyfantis

Tiere sind Frühaufsteher und somit war klar, auch wir mußten saufrüh aus den Federn. Die Nacht war eh zu heiß gewesen, die Moskitos hatten ein gutes Werk getan, somit war es kein Problem gewesen, mit Sonnenaufgang startklar zu ein.

Eefantenreiten ist nicht Jedermanns/ Jederfraus Sache und auch bei uns Sechs trennte  sich die Spreu vom Weizen. Die Einen hatten Spaß, die Anderen fanden es nur öde und überflüssig.

Wir ritten mit den Horden und natürlich, Tiere waren Mangelware.

Ich werde mir keine Meinung dazu bilden, ob es Tierquälerei ist oder nicht, gefühlt hatte jede Familie in Sauraha nen Fantilein im Garten und mir machte es einfach Spaß, morgens durch den Park geschaukelt zu werden. Chitwan ist wunderschön, auch ohne Tiger und Nashörner.

Anbei ein paar Impressionen:

die magere Ausbeute

Rotwild

Nach einem späten Frühstük zog es uns zum Elefantenbaden. Für einen ganz kleinen Obolus konnten wir zu den grauen Jungs und Mädels ins Wasser. Es machte dem Mahoud sichtlich Freude, dem Elefanten Befehle zu erteilen, die uns entweder ins Wasser zu Fantipisse und Fantihäufchen beförderte oder uns von demselben Nass abzuduschen.

Meine Hose war am Ende zerrissen und ich musste halbnackt im Dorf erstmal Abhilfe schaffen.

Es war ein toller Morgen gewesen und wurde am Abend dann nur noch durch den Besuch im Brutcenter getoppt. Staatliche, kontrollierte Zucht der Dickhäuter…..sie werden im Urwald eben gebraucht.

das Center war mehr als bescheiden ausgestattet

Mit dem Boot mussten wir zum Brutcenter übersetzten, die Tieren sollen dort ihre Ruhe haben. Auf dem Weg zurück konnten wir noch ein paar wunderschöne Impressionen vom Leben am  Fluß einfangen

Wasserbüffel

muuuh

Am Abend werden die Dickhäuter im Gänsemarsch wieder zurück ins Dorf gebracht- ein Arbeitstag ist erledigt.

im Hintergrund der Name unserer Lodge

links zwo drei vier, links zwo drei vier…..Officer Hati und seine Männer

Mit einem letzten Sonnenuntergang verabschiede ich mich aus Chitwan.
Am nächsten Morgen ging es weiter nach Pokhara

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Nepal 2015: Der zweite Versuch, Kathmandu

Nach aufregenden Tagen in Peking, unserer beeindruckenden Zugtour von Peking über X’ian nach Tibet und acht aufregenden Tagen in dem so abgeschiedenen Himalaya Ländle  ging unsere Tour im Herbst 2015 weiter nach Nepal.
Wir flogen mit China Southern und warteten vergeblich auf den Champagner…..bei einem Flugpreis von 560€ für 1 Std. Vergnügen wäre so nen bissel Prickelwasser angemessen gewesen! Leider gab es nur schlechtes Essen und nen Gangplatz. Ich hatte dennoch Glück und konnte den Blick auf die 8000er genießen.

Transhimalaya Flug

Über den Himalaya
Über den Himalaya, rechts der Everest 
Die Landung hatte es in sich, der Flieger schlug auf und bremste so scharf, dass ich kurz mal das Gefühl hatte, dass wir im Gras landen würden. Wir ließen uns zum Hotel fahren und konnten sofort die Unterschiede zw. Tibet und Nepal ausmachen. Die Erdbebenschäden waren offensichtlich, Nepal ist eben so sehr viel ärmer als Nachbar China oder Indien. Unser Guesthouse lag in Thamel und ich erfreute mich, dass ich doch noch viel wiedererkannte. Es war schön, wieder in dieser so lebendigen Stadt zu sein. Wir schleppten unsere Klamotten zur Laundry und gingen Geld shoppen :-)Mit den ersten Rupees in der Tasche zog  es uns zum ersten Everest Bier

das erste Everest Bier

Erdbebenschäden
Erdbebenschäden
Sicher konnte man an allen Ecken der Stadt die Schäden des großen Erdbebens vom 25.04.2015 sehen, dennoch war ich happy, dass wir geflogen sind. Nur Geld kann den Nepalesen helfen, nur die Touristen die mit harten Dollars/ Euro ins Land kommen sind die rettende Hand im Kampf gegen den Hunger. Die nepalesische Regierung ist machtlos, da keinerlei Geldmittel vorhanden sind. Nepal liegt im Wirtschaftsindex als drittärmstes Land der Welt ganz unten auf der Skala. Nepal ist ein Land zwischen zwei Großmächten, China und Indien würden es sich so gerne unter den Nagel reißen, es steckt eine Menge Potential im Himalayastaat. Wenn man all diese Faktoren beachtet und sich bewußt ist, was es für so einen kleinen Staat bedeutet, ein Spielball zu sein, war es beeindruckend, was die Nepalis in der kurzen Zeit, die vergangen war seit den Erdbeben, alles geschafft haben.Das Benzinembargo ( die Inder sind pissig aufgrund der neuen Verfassung) bekamen wir an diesem ersten Abend noch nicht mit.

Unser Weg zum Durbar Square ( dem historischen Herzstück von Kathmandu)  führte an einer buddhistischen Stupa vorbei, quasi der kleine Bruder vom Komplex Swayambunath

Little Swayambunath

Little Swayambunath

Little Swayambunath
buddhistische Stupa
buddhistische Stupa
Little Swayambunath
Little Swayambunath

Diese Anlage  wurde errichtet, für alle Gläubigen, die es nicht mehr auf den Berg bis Swayambunath schaffen, da die Anlage über KTM auf einem Berg thront.
Unterwegs bemerkten wir eine große Unruhe in der Stadt, wir hörten Trommeln und so langsam und allmählich kam uns die Indra Jaatra Woche / Feierlichkeiten für die lebende Göttin Kumari ins Bewußtsein.

Straßenfest zu Ehren der Kumari
Straßenfest zu Ehren der Kumari
Frauenpower oder auch Amusement auf nepali
Frauenpower oder auch Amusement auf nepali
Straßenfest
Straßenfest

Die Feierlichkeiten werden mit Straßenfesten begonnen und enden ind en großen Tempelkomplexen von Kathmandu.
Wir hatten es tatsächlich geschafft, genau zu dieser Woche in KTM zu sein? so langsam und allmählich dämmerte uns wie besonders diese Woche ist, wow….wir hatten tatsächlich die Chance die Kumari live zu sehen. Das Mädchen darf sch nur 1x im Jahr dem Volk präsentieren und wir waren dabei! Und das auch noch vollkommen ungeplant, echt irre.

Altstadt
Altstadt
Straßenhändler
Straßenhändler
Bevor es aber soweit war, wollte der Durbar Square auf Schäden untersucht werden.

Oh was hatte ich Spaß auf diesem Platz vor vier Jahren. Mich beeindruckte die Newararchitektur und das pralle Leben…..
Leider hat der Durbar Square arg gelitten, der Platz ist in sicher, unsicher und einsturzgefährdet unterteilt. sicher, unsicher, einsturzgefährdet
sicher, unsicher, einsturzgefährdet

Alle Häuser die noch irgendwie stehen, werden von Stützpfeilern gehalten, das nächste wackeln unter der Erde wird die ultimative Katastrophe sein

Durbar Square von oben
Durbar Square von oben
Hanuman Dhoka
Hanuman Dhoka
Zerstörung überall
Zerstörung überall
Erdbebenschade
Erdbebenschäden aber damit wird gelebt, geliebt und gefeiert.
was noch da ist, wird gestützt
was noch da ist, wird gestützt
das zerstörte Nationalmuseum
das zerstörte Nationalmuseum
stimmungsvoll
stimmungsvoll
Werte die nie mehr wiederzuholen sind, es blutet einem das Herz, auch wenn die menschliche Tragödie so sehr viel schlimmer ist und kein Haus, kein Monument über ein verlorenes Menschenleben steht.

Die Nepalis sind übrigens sehr pragmatisch, unser Hostelbesitzer schüttelte lakonisch den Kopfund beteuerte inbrünstig: „Gott Shiva zerstört und erneuert…..wir haben nun die Chance es besser zu machen und sichere Häuser zu bauen!

Gott Shiva- der Zerstörer und der Erneuerer
Gott Shiva- der Zerstörer und der Erneuerer
Angesichts von 10.000 Toten eine sehr rationale Einstellung, zumal er auch Opfer in der Familie zu beklagen hatte. Hindus und Buddhisten sind mit ihrem Glauben schon begnadenswert gut dran, wenn es um den Tod geht.

sitzen und warten
sitzen und warten
dieses Gesicht hat schon viel erlebt
dieses Gesicht hat schon viel erlebt
am Hanuman Dhoka
am Hanuman Dhoka
Das Leben tobte aber auf den D.S ungehindert weiter. Die Menschen genosen die Feierlichkeiten, saßen auf den Ruinen und warteten auf die Kumari.

Durbar Square 2011
Durbar Square 2011
Durbar Square 2015
Durbar Square 2015
warten auf die Kumari
warten auf die Kumari
Wir liefen über  den Platz und mussten irgendwann gegen die Menschenmassen ankämpfen, der Festumzug war in vollem Gange.

Später am Abend konnten wir sie dann tatsächlich sehen, das kleine Mädchen, welches als lebende Göttin verehrt wird. Die Kumari, wohl noch nicht pupertierend, denn das wird dann ihr Todesstoß, raus aus dem Palast, hinein die rauhe Welt sein. Ungebildet, mit einer kleiner Rente und einem schlimmen Fluch gesegnet: ehemalige Kumaris werden nicht gerne geheiratet, deren Ehemänner sterben wohl sehr jung !
Kumari, die lebende Göttin
Kumari, die lebende Göttin


Pashupathinath, Boudhanath, Swayambunath

Unser erstes, morgendliches Ziel startete mit den heimlichen Herrschern von Pashupathinath- den Affen. Wir fuhren mit dem Taxi zu einem der wichtigsten hinduistischen Heiligtümer überhaupt, nicht nur in Nepal sondern von Hindus aus der ganzen Welt.

Pashupathinath ist nicht nur ein Tempelkomplex sondern auch Verbrennungstätte mit angeschlossenen Hospizen für Sterbenskranke. Priester und Saddhus sind allgegenwärtig. Affen rennen durch die Anlage und stibitzen die Opfergaben.

Lustigerweise sah ich viele Saddhus bereits zum zweiten oder dritten Mal in meinem Leben. Da diese zwischen den Ländern wandern, habe ich viele von den Jungs schonmal  in Pashupathinath aber auch in Varanasi, Udaipur und Pushkar gesehen.

Herrscher oder Asketen?
Herrscher oder Asketen?
Asket/ Saddhu ein Anhänger Shivas

Pashupathinath, Tempel und Hospize
Pashupathinath, Tempel und Hospize
Bagmati und Verbrennungsghats
Bagmati und Verbrennungsghats
Verbrennungsghats
Verbrennungsghats
Pashupathinath
Pashupathinath
Verbrennung im größeren Stil
Verbrennung im größeren Stil
Ein einzige Foto, mit einem Scheiterhaufen und einer Zeremonie von Weitem möchte ich nicht unerwähnt lassen, weil dies so untypsich war. Blumen, Baldachin und Musik- uns wurde gesagt, dass eine reiche Frau bestattet wurde…die Gaffer waren überall, Pashupathinath war aufgrund das Indra Jaatra Feierlichkeiten übervoll

Bezüglich der Verbrennungen habe ich bewusst  im Fließtext auf Fotos verzichtet. jeder muss selbst entscheiden, wieviel oder wie oft man abdrücken kann/muss/ soll. In Varanasi/ Indien sind Bilder verboten, es sei denn, man zahlt harte Dollar….etwas, was ich natürlich niemals unterstützen würde. In Pashupathinath ist man stummer Zuschauer, nicht so nah am Geschehen wie in Varanasi und die Nepalis haben selbst alle die Knipsen und Handys dabei und drücken fleißig ab, wenn Oma und Opa im Sandelholz kokeln….eine bizarre Situation. Wer interessiert ist, kann sich die Fotos oben in der Sammlung ansehen.

Aufgrund der Indra Jaatra Woche wird der Ort auch von vielen Gläubigen aufgesucht, die Priester hatten Hochsaison

Opfergaben


Boudhanath

Auf Boudhanath war ich gespannt, 2011 hatte ich den Ort als vollkomenen Frieden in einer hektischen Stadt empfunden. Wenn man um die Stupa läuft, erklingt  „Om Mani Padme Hum“ aus dem Lautsprecher und man ertappt sich, dass man alsbald DAS Mantra des Buddhismus mitzusummt. Boudha ( die Kurzform) ist das größte Heiligtum der Exiltibeter. Die Frauen tragen traditionelle tibetische Trachten, fast wähnt man sich in Lhasa. Während das Kathmandutal eher hinduistisch ist, sind ja die Berge und die Dörfer buddhistischen Glaubens.

Leider hat die Stupa arg Schaden am Erdbeben genommen, traurig starrte ich auf die Überreste und hier möchte ich auch nochmal Fotos von 2011 zum Vergleich einfügen. Gott sei Dank brummte aber auch dort das Leben, die Musik verzauberte weiterhin und gewerkelt wurde dort auch sehr fleißig.  Die Exiltibeter laufen weiterhin stoisch, um die Stupa,genau wie auf dem Barkhor in Lhasa

Wenn ich wieder in KTM bin, werde ich wohl wieder auf die blütenweiße Stupa schauen 🙂

Boudhanath 2011

Boudhanath 2011
Boudhanath 2011
Boudhanath nach dem Erdbeben
Boudhanath nach dem Erdbeben, Tibeterinnen mit ihren Gebetsmühlen
Boudhanath nach dem Erdbeben
Boudhanath von oben
Boudhanath von oben
Unser letztes Highlight für die ersten zwei Tage von Kathmandu ( wir kamen am Ende unserer Tour nochmal zurück) war die Anlage von Swayambunath
Aufstieg
Aufstieg
auch hier Äffchen
auch hier Äffchen
Aufstieg Swayambunath
Aufstieg Swayambunath
Freizeitbeschäftigung
Freizeitbeschäftigung

Diese Anlage liegt hoch oben, mit grandiosem Blick auf das Kathmandutal.


Ich hatte bereits aus der Zeitung entnommen, dass auch dort Schäden am 25.04.2015 entstanden sind und so war es nicht weiter verwunderlich, dass Schilder standen, die vor Einsturz warnten

Wir ließen die besondere Atmosphäre auf uns wirken, genossen den Blick “ nach unten“ und nahmen erstaunt wahr, wie nah Buddhimus und Hinduismus sich nimmt- wir sahen auch in Swayambunath Saddhus!

Manisteine und Stupa

Manisteine und Stupa
Swayambunath gefiel mir persönlich in 2015 sehr viel besser als 2011…eventuell lag das aber damals an der Hektik, die wir an den Tag legen mussten um überhaupt noch ein wenig Kultur in Nepal mizubekomen 🙂
Am nächsten Tag gings weiter nach Chitwan und erstmal wieder in die Natur !

China 2015: Acht Tage in Tibet

Lhasa, die verbotene Stadt

Nachdem die Zugfahrt von Peking über X’ian nach Lhasa schon ein Erlebnis für sich gewesen war, waren wir auf die verbotene Stadt natürlich umso gespannter. Ein ganz großes Lob möchte ich unserem Veranstalter, Tibet Vista, aussprechen. Es war alles top organisiert wir haben grundsätzlich ein Upgrade unserer Hotels erhalten – besonders das in Lhasa hatte es uns angetan.

Nachdem unsere Ankommensmodalitäten mit der tibetischen Verwaltung geklärt waren, erhielten wir von Tenzing einen weißen Schal zur Begrüßung. Dieses Ritual kannte ich bereits aus Nepal, eine wunderschöne Geste, so willkommen geheißen zu werden.

Wir fuhren in unser Hotel, schön traditionell bunt mit angenehmen 4 Sterne Komfort, durchaus vergleichbar mit westlichen Hotels.

Unser Haus lag fußläufig zum Barkhor (Ringstraße, ehemalige Marktstraße – rund um die Altstadt) und Tenzing überraschte uns am ersten Tag mit einem wunderschönen Bummel durch Alt -Lhasa. Wir mussten vor dem Betreten des Barkhor durch eine Sicherheitsschleuse, unsere Taschen wurden durchleuchtet (zu viele Selbstmordversuche durch verzweifelte Tibeter in den vergangenen Jahren) und schon waren wir mitten im tiefreligiösem Leben des tibetischen Buddhismus. Viele Tibeter pilgern jeden Tag um den Barkhor zum Johkang Tempel oder auch um den Potala Palast. Manche Tibeter pilgern auch den ganzen Tag, vermessen die Pilgerrouten mit ihrem eigenen Körper.

Pilgermassen
Pilgermassen

Ein beeindruckendes Bild, wie lebendig und vorallem tiefgläubig Religion gelebt wird. Wir waren verblüfft über die Massen an Menschen, die sich mit angehender Dunkelheit auf den Straßen zum Johkang Tempel bewegten und konnten uns kaum sattsehen an dem pittoresken Bild.

Unser erstes Abendessen nahmen wir im New Mandala Restaurant ein, dies sollte für die nächsten Tage unser Lieblingsrestaurant in Lhasa werden. Die tibetische Küche gibt nicht wirklich viel her. Der Tibeter isst Tsampa, ein Vergnügen, welches wir uns ersparten und trinkt Yak Buttertee. Ich kannte diesen bereits aus Nepal und mich schüttelt es immer noch, wenn ich nur den Namen höre. In erster Linie ist alles ziemlich fett und nahrhaft, die Tibeter müssen eben Vorsorge betreiben für die harten Winter. Auffällig war das wenige Gemüse, ein Gericht aus Lammfleisch, Reis, Kartoffeln und viel Butter entspricht der tibetischen Realität. In größeren Restaurants erkennt man die chinesischen und nepalesischen Einflüsse- wobei das chinesische Essen fade war, das Dal Bat dagegen zumeist die beste Option der Hauptmahlzeit darstellte.

Yak Steak mit Pommes und Nudeln- kohlenhydratreiche Kost

Am ersten Abend erwartete uns heftiger Regen und wir nahmen eine Fahrradrikscha zurück zum Hotel. Ein Vergnügen, welches ich bereits in Indien immer gerne gefrönt habe, in Indien nimmt Zahl der Rikschafahrer aber zunehmend ab- schade, damit verschwindet für viele Menschen eine sichere, traditionelle Einkommensquelle.

Da uns Allen doch ein wenig die Höhenanpassung zu schaffen machte, war es ein kurzer Abend und gen 21:00 lagen wir gut zugedeckt im Hotelbettchen.

Johkang, Barkhor und Potala Palast

Strahlendes Wetter erwartete uns am nächsten Morgen, gepaart mit einem mittelmäßigen, chinesischen Frühstück ein guter Einstieg in den Tag. Mathias und ich machten frühmorgens einen kurzen Abstecher zum Barkhor. Da wir aber Angst hatten, uns zu verlaufen erfreuten wir uns über die Tibet Terrier und schauten entspannt dem Markttreiben und den Pilgern zu.

Tibet Terrier

Um 10:00 Uhr liefen wir zu Sechst mit Tenzing nochmal die Strecke von gestern Abend und fanden uns am Johkang wieder ein- diesmal mit Besichtigung von innen. Es war eine düstere Atmosphäre im Tempel, alles verraucht und voll ranzigem Geruch der Butterlampen. Fotos waren nur am Eingang und auf dem Dach erlaubt- das Dach ist aber wundervoll! Ein grandioser Blick über den Barkhor bis hin zum Potala Palast- welch eine Pracht und die Sonne strahlte auf uns herab! Alleine für diesen Anblick hat sich die lange Anreise nach Lhasa schon gelohnt.

Mönche und Potala
Mönche und Potala

JWas für ein Blick vm Johkang auf den Potala Palast

Nach der Besichtigung konnten wir uns alleine treiben lassen- wir liebten unseren Veranstalter dafür…..er ließ uns größtmögliche Freiheit in der verbotenen Stadt. Also gings wieder an den Barkhor und wir saugten die besondere Stimmung auf

 

Trommler

Bharkor und Pilger

Wir hatten erst um 16:00 Uhr unseren bestätigten Termin für den Potala Palast. Dieser ist neben dem Johkang Tempel und dem Barkhor das einzige Wahrzeichen, welches auch den Unesco Weltkulturerbestatus besitzt. Der Rest Lhasas hat diesen Status nicht erhalten, weil die Stadt wie so viele Städte in China dem gleichen Abrisswahnsinn der Chinesen zum Opfer fällt und zahlreiche, gesichtlose Neubauten ( in dem Han Chinesen wohnen ) die Stadt verschandeln.

Im Palast angekommen, bekommt man genau eine Stunde Zeit für die Besichtigung. Es wird genauestens von den Offiziellen auf die Zeit geachtet. Die Zeit beginnt mit Treppenaufstieg zum Palast an zu ticken- wohl dem, der gut mit der Höhenanpassung zurechtkommt. Leider laufen die chinesischen Massen mit Einem mit und so langsam und allmählich fand ich die Rotchinesen nur noch lästig und ungehobelt.

Eingang

Auch im Potala ist Fotografie Verbot und ehrlich gesagt, der Klotz ist eh zu dunkel und unwirtlich. Am Schönsten wirkt der Palast von außen, für ein dreijähriges Kind (der Dalai Lama ging in diesem Alter in den Palast) muss dieser Komplex zur damaligen Zeit ein absolutes Alptrauma gewesen sein. Wir waren nach der einen Stunde mehr als abgefressen und uns brummte der Schädel angesichts der vielen Buddha und religiösen Weisheiten die wir aufgebrummt bekommen hatten. Der jetzige Dalai Lama wird übrigens totgeschwiegen, dieser gilt als Schwerverbrecher in China, allein der Besitz eines Bildes macht einen Tibeter zum Staatsverräter. Unser Guide war sehr Dalai Lama freundlich und sprach mit dem entsprechenden Respekt und Hochachtung von ihm- das machte unser Miteinander wiederum sehr freundschaftlich- Tenzing mag keine Chinesen und wir zunehmend auch nicht mehr !

Allerdings wird wenigstens der Abstinenz des Dalai Lamas Respekt gezollt, die Treppen die für seine Heiligkeit bestimmt sind, wurden mit einem gelben Band gesperrt, der Hoffnarr (also wir) darf nur links rein und rechts raus.

Beeindruckend fand ich persönlich die Aussicht auf Lhasa vom Potala Palast, es fällt nicht schwer, daran zu glauben, dass einer der Vorlieben des jungen Dalai Lamas war, seine Stadt vom Palast aus zu beobachten.

10.000 Buddha Cliffside und Kloster Sera

Der Tag begann überraschend. Innerlich waren wir auf das Drepung Kloster eingerichtet und graulten uns schon vor den dunklen, butterranzigen Statuen und düsteren Räumen. Tenzing muss unsere Abneigung an Tempeln bemerkt haben, er fragte uns nach dem Frühstück, ob wir nicht mehr Lust hätten, nach 10.000 Buddha Cliffside mit ihm zu fahren? Dort könnten wir die armen Tibeter an deren Heiligtum sehen und wären unter freiem Himmel. Da wir am selben Tag noch das Drepung Kloster auf dem Programm hatten, sagten wir unkompliziert zu und fuhren frohen Mutes aus dem alten Lhasa heraus zu einem Berg in der Nähe des Potala Palastes und staunten nicht schlecht. Himmel und Hölle, Butterlampen überall, Pilger die sich zu Boden schmissen, Hunde, Kinder und wir mittendrin. Was für eine Szenerie – und das Beste- null Touristen. Wie oft uns fröhlich Tashi DeleK (Herzlich Willkommen) entgegengerufen wurde, die Tibeter hatten ihren Spass an Westler und wir freuten uns mit den Gläubigen mit. Es war ein schöner Vormittag voller wunderschöner Fotomotive.

auch wir drehten fleissig die Gebetsmühlen mit

Butterlampen

Unterlegscheiben der Gebtsmühlen- werden als Opfer dargebracht

Gebtsmühlen

 

Anschließend waren wir auf DEM AUSSICHTSPUNKT für den Potala Palast und erfreuten uns am schönen Wetter und der guten Laune. Alle hatten sich gut an die Höhe angepasst, keinem war mehr schwindelig und die Atmosphäre in Lhasa machte große Freude, mehr in Tibet kennenlernen zu dürfen.

Am Nachmittag fuhren wir hinaus nach Sera zum dort ansässigen Kloster. Wir fuhren am Sommerpalast (Norbulinka) vorbei und nach ein paar Kilometern erreichten wir eines der berühmtesten Klöster von Tibet. Der Komplex erinnert mehr an eine Stadt- Straßenzüge und weißgetünchte typische Häuser. Sera ist berühmt für seine Sandmandalas (die man allerdings nicht fotografieren darf) und natürlich den philosophischen Debatten im Klostergarten.

Pilger/ Tibeter- wie vor 100 Jahren

Gefühlt hockten dort alle Touristen die Tibet, in unserer Reisezeit bieten konnte, um die Mönche herum, die uns eine große Show boten. Inwieweit das Debattieren noch authentisch und mit Inhalt ist, ließ sich nicht feststellen- evtl. ist es auch nur noch eine tolle Tourishow?

philosophisches Debattieren

Der Abend war nochmal ganz und gar dem Potala Palast gewidmet. Zusammen mit an die 100 chinesischen Touristen hockten wir auf dem Stupa Aussichtspunkt vor dem Palast und warteten auf DAS Sonnuntergang/ Nachtfoto. Wir platzierten Mathias an der strategisch günstigsten Stelle und vertrauten ihm und der besten Kamera auf dieser Reise.

Zurück im Hotel machten wir den großen Fehler, einen Schlummertrunk in Form von Bier zu uns zu nehmen. Unsere Körper waren noch nicht soooo an die Höhe gewöhnt und nicht nur, dass wir regelrecht betrunken nach einer Flasche waren, die Nacht war ziemlich anstrengend, weil der Körper schwer zur Ruhe kam- das Herz raste und der Kopf dröhnte.

Auf nach Shigatse

Bei strahlendem Sonnenschein machten wir uns am nächsten Morgen auf den langen, langen Weg zum Everest Base Camp. Wir fuhren aus Lhasa hinaus, immer am Fluß entlang ….bestaunten viele, viele kleine Klöster auf den Hügeln und sehenswerte Dörfer am Straßenrand. Mit mehr Zeit und mehr Freiheiten wäre ein Streifzug durch die kleineren Gemeinden ein Traum.

Unterwegs hielten wir an verschiedenen Stellen für Fotostops, gegen Mittag kehrten wir in ein familiär geführtes Restaurant ein und bekamen das bereits oben genannten Essen: Reis, Kartoffeln, bissel Lamm und Butter in Eimern über dem Essen.

Lamm, Kartoffeln, Reis und viiiiiiel Butter

Dieses schlug natürlich sofort durch und die stillen Örtlichkeiten mussten aufgesucht werden. Leider sind diese in gesamt China ( nicht nur im Zug ) absolut unterirdisch- kleine Mäuerchen trennen manchmal die Löcher, meistens hockten wir Mädels nebeneinander über einem Loch im Beton- absolut grenzwertig. Mein absolutes Highlight erwartete mich noch am Everest, gut das ich an diesem Tag noch keine Ahnung von den Steigerungen, die es auch in der Latrinenkultur gibt, hatte.

Damit übrigens kein falscher Eindruck entsteht- ich bin super Latrinen erprobt und mag Stehklos eigentlich recht gerne, weil diese zumeist hygienischer sind als alles Andere- zumindest in Nepal, Indien, Afrika und Südamerika ….die Regel gilt nicht für China!

Am frühen Nachmittag bezogen wir unser Hotel in Shigatse, wiederum ein Upgrade zum ursprünglich genannten Haus aber nicht zu vergleichen mit den schönen Zimmern in Lhasa.

Anschließend zog es uns ins Kloster Tashilunpo, welches nochmal eine absolute Steigerung an Schönheit und Größe im Vergleich zu Sera darstellte. Wir liefen bestimmt drei Stunden durch die Anlage, genossen tolle Aussichten und bekamen einen Einblick in das Klosterleben der Gelbmützen. Mönche ( der gleiche Orden, dem auch der Dalai Lama angehört). Das Kloster gehört dem Panchen Lama, der wiederum seit 1995 wie vom Erdboden verschwunden ist und Peking es sich nicht nehmen ließ, einen eigenen Panchen Lama in China einzusetzen. Wohl dem, der dabei Böses denkt……

Wer im heutigen Tibet Mönch werden möchte, muss übrigens staats,-u. linientreu sein. Dies erklärt die wenig tibetischen Gesichter in den Klöstern- zumeist sahen die Mönche sehr nach Han- Chinesen aus.

Leider konnten wir den Shigatse Dzong nicht aus der Ferne bewundern, der dem Potala Palast sehr ähnlich sieht…..da bleiben einem nur die Bilder aus dem www. Shigatse liegt mit rd. 3800m Höhe etwas über Lhasa, uns gings aber gut und wir waren frohen Mutes angesichts der Abenteuer der nächsten Tage.

Über die Pässe zum höchstgelegensten Postamt der Welt

Wieder super Wetter- ich kann Tibet Ende September wahrlich nur empfehlen. Die Sonne ballerste vom Himmel, es war warm. Wir fuhren nach einem frühen Frühstück immer höher, höher und höher. Auf dem Weg zum Everest wollten ein paar Pässe überwunden werden und gegen 10:00 Uhr konnten wir in gaaaaaaaanz weiter Ferne das erste Mal den Berg aller Berge ausmachen.

Ich war die Einzige von uns Sechs, die bereits das Vergnügen auf nepalesischer Seite gehabt hat (siehe in naher Zukunft den Bericht: NEPAL I – die unvollendete Geschichte) und muss doch sagen- der Wums sieht von Tibet aus einfach noch gewaltiger aus……das muss man den Chinesen lassen, sie haben das bessere Panorama.

da isser

In einem kleinen Nest, dessen Name mir leider entfallen ist, aßen wir in einem reizenden Familienbetrieb super lecker zu Mittag. Mona musste sich eingestehen, dass sie arg mit der Höhenanpassung zu tun hatte. Tenzing legte das Mädchen auf eine Couch, sie bekam löffelweise Suppe und Sauerstoff aus der Flasche. Wir überlegten, ob es besser wäre, wenn Mona die Nacht in dem Ort verbringen und auf den Everest besser verzichten sollte?! Das wäre natürlich ein herber Einschnitt gewesen, schließlich war die gesamte Reise irgendwie auf diesen verdammten Berg ausgerichtet. Wir entschlossen nach einer gefühlt mehrstündigen Rast es einfach zu wagen- Mona kam mit.

Kurz nach unserem Mittagsstop kamen wir in den Bannkreis des Everest National Parks und wir durften life miterleben, was Korruption in China tatsächlich heißt. Wir Langnasen benötigten einen Extra Permit für Mt. Quomoloongma und damit dieser auf wirklich für uns sechs Leute gilt, musste Tenzing eine Kiste Red Bull an die Soldaten weiterreichen…..ob auch noch Geld floss, who knows ??? Wir wurden auf dem Weg auch mehrfach erkennungsdienstlich abgefertigt….quasi Paßkontrollen in Extragebäuden mit langen Schlangen- da auch die Tibeter um diese Prozedur nicht herum kommen. Hinter den Bergen liegt das freie Nepal und damit auch die Möglichkeit auf Selbstbestimmung und Meinungsfreiheit. Bis heute quälen sich jedes Jahr Hunderttausende über die Berge des Himalayas, um der Unterdrückung Chinas zu entfliehen und die Rotchinesen treffen Vorsorge. Zurzeit wird ja die Eisenbahn von Shigatse bis EBC gebaut….vermutlich planen die Chinesen schon mal eine Zeit mit Nepal in ihrem riesigen Reich L.

Aufgrund der verlängerten Mittagspause und einem weiteren Fotostop ähnelten die letzten 100km zum Zeltlager eher einer Kamikazefahrt mit Punktlandung. Wir rannten was das Zeug hält zum Ende des Zaltcamps, positionierten die Kameras und genossen einen wunderschönen Sonnenuntergang mit dem höchsten Berg der Welt als Protagonist.

Sonnenuntergang
Sonnenuntergang
die letzten Sonnenstrahlen am Everest
die letzten Sonnenstrahlen am Everest

Nachtaufnahme

Danach machten wir unsere Umgebung unsicher, gaben Postkarten im höchsten Postamt der 5164m ab und genossen die Gastfreundschaft unseres Wirtes im Yak Fell Zelt.

die höchste Post der Welt
die höchste Post der Welt

Ziemlich komfortabel, es hielt Wind und Wetter ab, war aber dennoch kalt – sobald der Ofen aus war.

Unser Wirt und sein Enkel

Die Latrinen im Camp waren grausig, alles schwamm und nein, gelbes Eis ist kein Zitronensorbet! Es gab nur Löcher in Holzplanken und um überhaupt den Latrinenbereich erreichen zu können, musste man schon über ein großes Loch direkt auf die Leiter nach oben steigen, nichts für nächtliche Aktionen. Oben angekommen hockten Lin und Lu aus Shanghai mit heruntergelassener Hose in Kaffeeklatschstimmung und selbstverständlich Handy in der Hand. Abtrennungen gabs natürlich nicht…..die Szenerie war soooo skuril, ich verzichtete aber gerne auf dieses Vergnügen und hockte mich hinters Zelt, wo uns die Yaks argwöhnisch beäugten, aber in Ruhe ließen. Natürlich ist der blanke Hintern im Wind bei Minus 15 Grad auch kein Vergnügen, der Länge nach aber auf gefrorenen Exkrementen ausrutschen im Latrinenbereich törnt noch weniger an!

Unser Gastgeber wohnt mit Tochter und Enkel die gesamte Saison in diesem Zelt, die Tochter kochte ganz passabel, dem Kind lief der Rotz und Schnodder übers Gesicht. Körperhygiene hatten weder Opa noch Enkel seit der Schnellschmelze mehr gesehen, aber herzlich waren sie und wir fühlten uns wie Zuhause. Als der Großvater mit uns noch seine Pellkartoffeln teilte und wir diese direkt aus dem Topf mit Schale genossen ( ja, sie waren großartig) fühlten wir uns nen bissel wie Zuhause. Unsere Mona musste weiterhin mit Sauerstoff versorgt werden, dennoch war sie happy, mit uns im Camp zu sein.

Zeltcamp Atmosphäre

Ein Gesicht voller Leben

Gegen 20:00 verkrochen wir uns in die Schlafsäcke und hofften auf Schlaf, was auf rd. 5100 m nicht mehr gesichert ist.

EBC
Yak Zeltcamp am Morgen

Zum EBC => wir zu Fuß, der Rest per Bus

Die Nacht war ungemütlich, die Höhe ließ uns nicht schlafen, die Höhe sorgte für mehr als regelmäßige Klogänge….und erstaunte Yaks des nächstens, die Höhe war fürs Kopfweh verantwortlich.

Wir machen uns auf den Weg / Hintergrund das Zelt

Gegen 8:30 liefen wir im grauenden Morgen zum Everest Base Camp.

Der Weg ist das Ziel, 5164m Höhe

super Aussichten

Die Chinesen in ihren High Tech Winterklamotten staunten nicht schlecht….und fuhren per BUS! Man kommt doch aus dem Staunen wirklich nicht heraus. Die Touris aus Rotchina verblüfften uns täglich aufs Neue. Während man in Nepal eine 14 tägige Trekkingtour machen muss, um zum Everest Base Camp zu kommen und sich tatsächlich hoher körperlicher Strapazen aussetzen muss ( ich habe es selbst überlebt) sind es in Tibet lediglich 8 klitzekleine Kilometer, ohne großartige Anstrengung….man macht kaum noch Höhenmeter und dennoch, auch dieser Anstrengung setzt sich der Chinese nicht aus! Dafür lässt man aber auf 5164 m alle Hüllen fallen und lichtet sich mit freien Oberkörper für die Nachwelt ab, Dank der allseits beliebten Deppenzepter alles kein Problem.

am EB C

icke am EBC
icke am EBC

Basislager und Mt. Everest im Blick

Als kurzes Fazit, wir Westler, waren die Einzigen die liefen…..und somit konnten wir die Natur und die Nähe umso mehr genießen. Am Basecamp hinterließen auf wir eine kleine tibetische Gebetsfahne, die ich 2011 von Kathmandu nach Berlin mitgenommen hatte und die nun im Jahr 2015 wieder den Weg nach Asien über Peking, Xian, Lhasa und Shigatse bis zum Everest genommen hatte J. Auch Mona konnte den Aufenthalt am Berg genießen, auch wenn sie später sagte, dass sie kaum Erinnerungen an diese Stunden hatte.

Auf dem Rückweg machten wir noch nen kurzen Abstecher zum höchsten Kloster Welt, Rongphu ….die Einsiedlerei wird nur noch von einem Mönch bewohnt, das Kloster ein paar Kilometer in Richtung Shigatse beherbergt ungefähr 40 Mönche. Dort gibt es wohl auch ein Hostel, wir würden aber jederzeit wieder in die Yakzelte gehen.

Die Rückfahrt nach Shigatse zog sich, gesundheitlich ging es aber Allen mit abnehmender Höhe besser und wir hatten einen Bärenhunger als wir wieder in unser kuscheliges Restaurant vom Vortag einfielen.

Es war bereits dunkel, als wir in Shigatse im wohlbekannten Hotel ankamen. Wir erhielten noch sehr viel schönere Zimmer als in der ersten Nacht und fielen ziemlich zügig in einen erholsamen Schlaf.

Auf nach Lhasa, über Pässe, Seen und Gletscher

Nach einer erholsamen Nacht ging es am nächsten Tag wieder zurück nach Lhasa. Ursprünglich wollten wir ja eigentlich auf dem Landweg nach Nepal weiterreisen, doch das Erdbeben vom 25.04.15 hatte auch in China zugeschlagen, die Straße nach Nepal ist zurzeit unpassierbar.

Wir nahmen eine andere Strecke als auf der Hinfahrt zum EBC. Im Nachgang hatte sich Tenzing richtig entschieden, die Rückfahrt war so sehr viel schöner als die Hintour, ein Highlight jagte das Andere.

typisches Haus

und hier die schmucklose Variante

Unser erster Stop war in Gyantse. Leider war der Khumbu eingerüstet, so dass die Schönheit nicht wirklich zur Geltung kam. Das Dorf an sich hätte mich auch noch sehr gereizt, aber wie es immer so ist, wenn es am Schönsten ist, muss man gehen. Wenigstens konnten wir einen Blick auf das Fort werfen und weiter ging es.

Nicht weniger als drei Pässe, einen Gletscher (Karo-La) und die heiligen Seen Yamdrok/ Namtso konnten wir an diesem Tag bewundern. Da uns auch weiterhin das Wetter hold war, machte die Tour so richtig

Spass…..gefühlt hielten wir alle 10 Minuten und genossen dieses so großartige Fleckchen Erde. Unser Guide und unser Fahrer verloren nur kurz Ihr Grinsen, als mein lieber Mann eine Mücke im Auto erschlug- das war für unsere gläubigen Buddhisten der reinste Frevel, eine zweite Mücke wurde zärtlich während des Blutsaugens am Arm in die freie Natur entlassen…..es können nur Buddhisten sagen, dass die eigene Großmutter aufgrund von schlechtem Karma am Arm genuckelt hat!!!!!

die heiligen Seen Namt Tzo und Yamdrok

Yak

Mit Einbruch der Dunkelheit waren wir wieder in Lhasa. Ein letztes Mal ging es zum Barkhor und ins New Mandala Restaurant. Wir genossen den Blick auf den Johkang bei Nacht und und ließen uns das Yak Steak schmecken

Auf nach KTM

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen- ein letzter Blick zum Potala und wieder gab es weiße Schals für eine gute Weiterreise.

Die Maschine der China Southern war ausgebucht, was angesichts des horrenden Flugpreises (560 $) schon erstaunlich war. Wir hatten einen schönen Blick auf den Everest und freuten uns, dass wir aus Tibet raus waren. Was wir an diesem Tag noch nicht wußten, dass es die letzte Maschine war, die aus China nach Kathmandu flog. Angesichts des Kerosinboykotts in Nepal, gab es ab Anfang Oktober keine Flüge mehr zw. Lhasa und KTM….da hätten wir aber lange Gesichter gemacht!

Wir Sechs waren uns sicher, wir hatten eine tolle Tour in einer der abgelegensten Ecken der Welt genossen. Wir waren uns ebenfalls sicher, dass wir jederzeit wiederkommen würden- der Marsch um den Mount Kailash ist doch ein ziemlich reizvolles Angebot.

China 2015: Zugfahrt nach Lhasa inkl. Xi’an

Reisewillige mit der Absicht Zug in China zu fahren müssen schon recht abgebrüht sein. So eine Reise ist seine Erfahrung wert und ich kann das Abenteuer uneingeschränkt empfehlen, nur zimperlich sollte man nicht sein. Wir waren eine Sechsergruppe guter Freunde und Paare und somit in der Lage, alleine als  eigene, kleine Reisegruppe durch Tibet zu reisen. Dies gab uns die größtmögliche Flexibilität und Freiheit….besser gehts eigentlich nicht, wenn nicht der Erhalt des Tibet Permits schon so aufwändig wäre.

In Deutschland gab es bereits Schwierigkeiten mit dem chinesischen Visum, da wir nach Peking reinfliegen und aus Kathmandu wieder zurück nach good old Germany wollten. Kostete dem spitzfindigen Chinesen in der Botschaft natürlich nur den Bruchteil einer Sekunde um uns zu entlarven…“aha, diese Langneesen wollen nach Tibet, das mache ich Denen so schwer wie möglich“. Geschlagene 3x fuhr Mathias zur Botschaft, jedes Mal kam er unverrichteter Dinge wieder zurück. Beim vierten Mal hatte er einen Vertrag über eine Chinareise im Gepäck, der erstunken und erlogen war- ausgestellt von unserem chin. Tibetveranstalter, gestempelt von der chin. Tourismusbehörde. So läuft der Hase… und wie schnell der aufeinmal rennen konnte!  Binnen weniger Tage hatten wir unser Visum. Nun ging das bange Warten auf unser Tibet Permit los !!!  Kurz vor dem Abflug war es immer noch nicht da, unser Veranstalter, Tibet Vista, beruhigte uns…..36  Std. vor Abflug trudelte letztendlich auch das wichtigste Dokument in den E-Mail Postkorb und musste nur noch in Farbe ausgedruckt werden. Nun durften wir mit chinesischer Erlaubnis in das Autonomiegebiet Tibet einreisen!

An unserem Abfahrtstag aus Peking zog es uns vor lauter Nervosität schon vier Stunden vor der eigentlichen Zugabfahrt zur Western Railway Station. Sowas Gigantisches von Bahnhof hatten wir Alle noch nie gesehen. Menschen, die wie Ameisen hin,- u. herrannten, riesengroß der gesamte Komplex, erinnerte vielfach an einen Flughafen- nur….verdammt—-wo waren die Ticketschalter? Wir teilten uns in zwei Gruppen auf, die einen bewachten das Gepäck, die Anderen erkämpften die Tickets. Alleine die Tickethalle hatte 24 Schalter, an nur Einem wurde englisch gesprochen! Eine geschlagene Stunde verbrachten wir in der Schlange, dann wurde unser Permit inspiziert, Unterschriften und Stempel bewundert und am Ende wurden uns die heißersehnten Tickets von Peking nach X’ian und von X’ian nach Lhasa ausgehändigt.

Die erste Hürde war genommen und die weiteren drei Stunden in der Wartehalle waren von eher spaßigem Kaliber. Die Toiletten ließen wie in Gesamtchina sehr zu wünschen übrig, dennoch sollte sich herausstellen, dass diese noch gut waren…..der Zug nach Lhasa wurde von uns im Verlauf der Reise nur noch liebevoll Kackraupe genannt.

Man wartet in riesigen Wartehallen und erst wenn der Zug eingefahren ist, darf man auf den Bahnsteig. Man sollte demnach seine Sachen gut sortiert haben und sich schon mal mit dem Ticket vertraut machen, damit man am Ende nicht so arg lange sein Abteil sucht. Wir hatten uns, angesichts der Länge der Zugfahrt für Viererabteile mit Tür entschieden. Die 6er Abteile sind alle offen, d.h der Geräuschpegel ist dementsprechend.  Da die Chinesen so nette Geflogenheiten wie rülpsen, husten, rotzen, schnäuzen und rauchen ( vor Allem dort wo man es nicht darf) schätzen und ausgiebig pflegen,  war ich über den Miniluxus nicht undankbar. Der Zug nach X’ian war recht modern mit tuffiger Note und noch ziemlich sauber. Wir waren zufrieden, tranken ein Schlummerbierchen und schaukelten durch die Nacht. Die Mädels heierten in dem Viererabteil, die Männer verteilten sich in andere Abteile.

Morgens um 6:00 Uhr waren wir bereits in X’ian. Am Ausgang muss man immer nochmal sein Zugticket vorzeigen und somit wird nochmals kontrolliert, ob jeder Passagier mit einem gültigen Ticket unterwegs war.

Auf dem Weg nach draussen, zu unserem Minivan der uns zur Terrakotta Armee bringen sollte, versuchte eine Chinesin mir mein Ticket aus der Hand zu rupfen. Dabei ging sie so rabiat vor, dass ich ihr tatsächlich mit meinem Tagesrucksack eine runterhauen musste um das Ticket zu retten……die gute Dame war danach baff und ich ziemlich zufrieden 🙂  und stolz…..wo ich doch gar nicht soooo schlagfertig bin.

Den Tag verbrachten wir bei der Terrakotta Armee und auf der Stadtmauer von X’ian. Anbei ein paar Eindrücke eines wirklich beeindruckendem Erlebnisses.

Und hier Bilder des nächstens von der Stadtmauer in X’ian, auf der man 14 km um die “ Altstadt“ laufen kann, wirklich toll- leider hatten wir an dem Tag Smog und die Nachmittagsbilder sind alle nur grau in grau und dieselig

Wir schliefen in X’ian im YHA- ein Hostel welches ich sehr empfehlen kann. Saubere, große Zimmer und schöne Bäder und Dumpling Party for free.

Abends wurden wir gegen 22:00 Uhr an die Reption gerufen. Eine Chinesin hatten einen Briefumschlag für uns hinterlegt. Was war da wohl drin?????

Wir holten die mit fettem Siegellack und Aufkleber verzierten Originalpermits für Tibets  heraus, inkl. Kurzanleitung….oh Mann, uns wurden die Knie weich!  Da hatten wir uns so gut und sicher gefühlt und hatten mit unseren Kopien wohl so gar nichts besessen!

Am nächsten Morgen waren wir mehr als großzügig vor Abfahrt des Zuges am Bahnhof. Der Schaffner unseres Abteils bewunderte eingehend unseren Permit, gab diesen dann an den nächsthöheren, mit Lametta verzierten Offiziellen weiter, der den Permit dann dem nächsten wichtig aussehendem Menschen gab.

Lange Rede, kurzer Sinn wird durften in den Zug und waren für die nächsten 36 Std. tatsächlich die einzigen, nichtchinesischen Touris auf dem Weg in“  the land of snows“. Am Ende unserer Tour durch Tibet mussten wir feststellen, das wir so ziemlich die einzigen westlichen Tours waren. Wir trafen ab und an ein paar Österreicher wieder, das war es dann aber auch im großen Maße schon.

auf dem ersten Blick porentief rein

bevorzugt wurde von den Chinesen in den Teppich geascht- eine Unsitte.

Der Zug Shanghai Lhasa hatte schon 14 Stunden auf dem Buckel, alle öffentlichen Bereiche waren eigentlich nicht mehr betretbar. In dem Zugrestaurant lümmelten die Bahnangestellten, rauchten trotz Ruchverbot und tanzten zu guter Letzt besoffen Polonaise durch den Zug. Wir waren zufrieden, dass unser 4er Abteil verschlossen gewesen war, die Männer teilten sich den Zug mit zwei reizenden Mädels, die sich um das kulinarische Wohl der Langnasen kümmerten.

Die Toiletten waren unterteilt in Western Style und Latrinen Style. Wir lernten die Vorzüge der Latrine zu schätzen….Hosen hockrempeln, nichts anfassen, Augen zu und durch.

Die Western Style Klos waren sooooooo abartig….es schwamm vor Wasser, Urin und Essensresten…die Kacke ( sorry der harten Worte) schwamm im Waschbecken, wie sie dorthin kam, wird mir immer ein Rätsel bleiben, ich vermute ganz stark, dass die Kinder auf dem Waschbecken abgesetzt wurden. Während auf dem Weg nach X’ian die meist weiblichen Bahnbeschäftigten putzten und sich um das Wohl der Gäste sorgten, waren die Herren der Schöpfung mit saufen, rauchen und Polonaise tanzen beschäftigt……und noch 36 Stunden bis Lhasa.

Zunächst genossen wir die chinesische Provinz mit Blick aus dem Zug, kulinarisch gabs Nudelsuppen, Nudelsuppen, Nudelsuppen….Beef Jerky oder auch Porridge aus der Tüte. Well, es schmeckte nicht, zum Überleben reichte es

Hier ein paar Eindrücke aus dem Zug, allesamt noch in China

Der Zug schaukelte durch Xining in Richtung tibetische Grenze. Wir machten es uns häuslich, nur der Toilettengang wurde von Mal zu Mal mehr eine Überwindung und uns grauste vor großer Höhe, weil man mehr trinken muss um der Höhenkrankheit zu entgehen-  was für Aussichten!

Das einzige Highlight an diesem Nachmittag was das ewig heiße Wasser, welches aus einem Spender sprudelte und uns mit Tütensuppen, Nescafe´und Porridge versorgte.

Die Männer versuchten sich an einem Hühnergericht aus dem Zugrestaurant, mit grenzwertigem Ergebnis, Kumpel Ralf k…..es am nächsten Morgen,  beim Anblick der Klos, einfach noch zum ekligen Rest hinzu.

Mitten in der Nacht überquerten wir die Grenze und befanden uns auf dem Plateau. Ab ca. 4:00 Uhr früh wurde Sauerstoff ins Abteil hineingepumpt, wir befanden uns auf großer Höhe von bis zu 5400m. Insgesamt kamen wir Sechs recht gut mit der Höhe klar, nur Freundin Mona setzte sich unter die Düsen um die Sauerstoffzufuhr optmal zu nutzen.

Tibetische Dörfer an der Bahntrasseder Lhasabahn aka Himmelzug

Sonnenaufgang um 10:00 Uhr !

Der  Zug war mit Höhenmessern und Druckmessern ausgestattet, vermutlich wurde die Sauerstoffzufuhr so geregelt. Wenn der Zug nicht so dreckig gewesen wäre, hätte ich meinen Hut gezogen

Die Unterdrückung durch die Chinesen wurde auch für uns Laien sehr schnell auffällig. Zum Beispiel gibt es nur eine einzige Zeitzone, bedeutet dass in Tibet die Sonne erst am späten Vormittag aufgeht….umso weiter westlicher, desto später. Oder die Geschichte mit den Fahnen auf den Häusern. Jede Familie erhält beim Einzug eine Fahne von der Regierung geschenkt, wird diese nicht auf dem Dach aufgestellt, müssen die Tibeter eine empfindliche Strafe zahlen

Die grandiose Natur auf dem Plateau entschädigte uns für die volle Blase, den wenigen Sauerstoff und den einen oder anderen schwachen Magen am Morgen. Wir hatten noch rd. 12 Std. Zugfahrt vor uns- die ich zumeist am Fenster verbrachte.

Der Tag zog sich dennoch hin, irgendwann will man einfach nur noch raus. Wir begaben uns auf die Suche nach benutzbaren Klos- Fehlanzeige, ganz schlimm sah es in den 4er Abteilen und den Softseatern aus. Das Zugpersonal pennte seinen Rausch aus.

Uns entschädigte nur die Natur, der Zug hat nicht umsonst so schöne Beinamen wie Himmelszug, Zug über den Wolken- für mich einfach nur die Lhasabahn.

typisches Wohnhaus

Gegen frühen Abend hatten wir es geschafft, der Zug rollte durch die Neubauvororte von Lhasa. Wir staunten nicht schlecht, als wir die 30stöckigen Wohnhäuser und Betonwüsten erblickten. Leider hat Lhasa ( nur Potala, Barkhor und Johkang)  auch keinen Unesco Status, da zwar die Altstadt bildschön, das Gesicht aber ansonsten sehr chinesisch ist.

Am Bahnhof von Lhasa wurden wir, nach Abgabe unserer Tickets sofort separariert und in ein angrenzendes Gebäude gebracht. Dort wurden wir erkennungsdienstlich erfasst . Ein merkwürdiges Gefühl machte sich breit…..irgendwie erinnerte es mich, wie ich als Westkind in die DDR gereist bin!

Das blöde Gefühl wurde uns dann Gott sei Dank durch Tenzing unserem Guide, der uns mit weißen Tüchern zur Begrüßung erwartete, genommen. Ein nettet tibetischer Guide sollte unser Begleiter für die nächsten Tage sein… unser erster Gedanke, „Gott sei Dank kein Rotchinese“.  Tenzing machte in den nächsten Tagen einen super Job, mehr dazu im nächsten Bericht

Willkommen in LhasaIMG_1589