Archiv der Kategorie: Mittelamerika

Meine heimliche Liebe, die schönsten Reisen, die skurillsten Erlebnisse.

Nicaragua 2017, VII: Las Peñitas, letzte Tage am Strand

Unsere letzten zwei Tage verbrachten wir relaxt am Strand von Las Peñitas.  Der Ort ist eigentlich als Vorort von León zu bezeichnen und verteilt sich auf die Strände Poneloya und Las Peñitas.

Wir nahmen uns für die rd. 20 km Strecke ein Taxi, wir hatte keine Lust mit dem Chickenbus zu fahren, 37 Grad sagte das Thermometer. Bereits kurz nach 9:00 Uhr erreichten wir unser neues und arg hübsches Minihotel “ El Belga Loco“ und tatsächlich, zwei verrückte Belgier erwarteten uns freudestrahlend. Die Anlage ist erst seit einem Jahr in  Betrieb und man merkt die Liebe zum Detail. Wenn ich daran denke, dass die Zimmer gerade mal 35$  kosten….alles richtig gemacht, würde ich sagen:

Der Strand ist schwarz, wie viele Pazifikstrände und zum baden nur bedingt geeignet, wie ebenfalls viele Pazifikstrände. Immerhin kann man morgens ganz gut in den Wellen planschen, da sie weit vor dem Strand brechen. Über die Mittagszeit kann man nicht am Strand laufen, der Sand verbrennt die Pfötchen.

Wie überall am Pazifik verwöhnte uns auch Las Peñitas mit wunderschönen Sonnenuntergängen. 

Die touristische Infrastruktur hält sich an beiden Stränden in Grenzen, wir liefen einmal zum Comedor Bertha, rd. 10 Minuten vom Hotel entfernt. Dort gab es authentische Nicaküche und Ceviche aus seeeehr großen Gläsern.

Die Nächte hier am Meer waren sehr heiß, die Mosquitos aktiv und gerade an den letzten Tagen perfektionierte ich den Look “ Streuselkuchen“….. immerhin diene ich als Nahrungsquelle für Tierchen mit dem possierlichen Namen „Mozzie“.

Wir vertrödelten unsere Zeit am Pool und im Meer, genossen Seafood und  erwanderten uns am zweiten Tag die andere Seite vom Strand bin in den Ort von Las Peñitas, wo wir zum Abschluß nochmal super schlemmten. Mathias aß Fisch und ich eine sagenhafte Sopa de Mariscos. 

Mein Fazit zu Nicaragua: Nica ist auf der Travellerlandkarte angekommen, es war zum Teil sehr voll und überraschend viele Deutsche sind interessiert an dem Land und auch Reisegruppen haben Nicaragua entdeckt.

Hotels gibt es in allen Kategorien und Preisklassen. Wir haben ordentlich für 15-20€ pro Zimmer gewohnt und natürlich auch im Preissegment darüber.

Das Essen ist mexikanisch angehaucht, es fehlt aber die Schärfe. Koriander ist in dem Land unbekannt. Essen geht  nach europäischen Preisen ( Hauptgericht 8-12€) aber genauso gut und viel authentischer darunter (4-6€). Ich kann die kleinen Comedores und Strandrestaurants sehr empfehlen, schick geht in Berlin, gehört meines Erachtens in einem  Entwicklungsland nicht unbedingt dazu. Der Durchschnittslohn der Nicaraguaner liegt bei rd. 100-120$ im Monat, ein Essen von 10$ ist demzufolge dekadent und geht auf jeden Fall preiswerter. In Nicaragua wird die Lebensqualitätsschere sehr schnell offenbar. Auf dem Land dominieren Wellblech und Holzhütten, in den Städten wie Granada und León  sieht  man viele koloniale Häuser spanischer Architektur. In einer Pizzeria in Matagalpa ist uns die obere Bevölkerungsschicht aufgefallen….eindeutig eine blasse, weiße Bevölkerung die mit den Cordobabündeln spielte.

Laut  Maria, Fernando und Mered ( unsere belgische Gastgeberin im Belga Loco) ist die Kriminalität auf Diebstähle beschränkt, um Leib und Leben, wie in Guatemala oder Honduras , muss man sich nicht sorgen.  Damit decken sich diese Aussagen mit unseren Erkenntnissen und dem Vergleich zu Kuba. Beide Länder sind sozialistisch und auch auf Kuba war Gewaltkriminalität weitestgehend nicht bekannt.

Wer eine gute Mischung aus Kultur, Abenteuerspielplatz und Natur sucht, wird in Nica fündig werden. Indigene Kultur wie in Mexiko, Guatemala, Belize und Honduras sucht man hier allerdings vergeblich. Wer diesbezüglich Interesse hat, würde ich grundsätzlich auf Mexiko und noch mehr auf  Guatemala verweisen, wo der Mayaanteil in der Bevölkerung bei über 50% liegt und Märkte wie Chichicastenango ihresgleichen such  und nicht zu toppen sind. Auch mit Ruinen kann Nica nicht dienen, León Viejo sieht auf den Bildern alles andere als beeindruckend aus. Dennoch umgibt Nicaragua eine entspannte Atmosphäre, die Menschen sind fürchterlich freundlich und aufgeschlossen gegenüber Ausländer und wir haben uns sehr, sehr wohlgefühlt.

Wir werden mit Sicherheit nochmal dieses schöne Land bereisen und sei es nur gezielt auf der Durchreise  durch Mittelamerika.

Nicaragua 2017, VI: Leon

Oh, was waren wir froh, als der Wecker um 4:30 Uhr klingelte, wir durften weg…..weg aus dieser Atmosphäre! Natürlich kam das Taxi zu spät, natürlich war die Señora wieder hoffnungslos überfordert. Als wir um 6:00 Uhr im Bus nach Leon saßen, atmeten wir auf. Die Fahrt  war angenehm ruhig, wir konnten noch ne Runde schlafen und um 9:00 Uhr waren wir schon in unserer neuen Unterkunft. Den ganzen Spaß bekamen wir für 80 Cordoba, das sind keine drei Euro.

Im Hostel wurden wir herzlich begrüßt, ein Frühstück wurde uns ausgegeben. Unser Zimmer war vollkommen in Ordnung, es ist die günstigste Unterkunft unserer Reise.

Nach dem Frühstück zog es uns als Erstes zur Kathedrale-insbesondere “ aufs Dach“ wollten wir. Die Kathedrale von Leon ist die größte Kirche in Mittelamerika und viele Berühmtheiten der nicaraguanischen Geschichte sind in dieser  begraben.

Also gab es zunächst den Blick von innen:

Der berühmte Löwe=Leon am Grab von Ruben Dario

Un dann liefen wir auf das Dach und hatten mit dem Zeitpunkt (10:30 Uhr) echt Glück gehabt….gleich zwei Reisegruppen standen an der Kasse, als wir wieder herunterkamen. Nicht auszudenken, wenn die auch noch mit uns da oben „herumgeturnt „wären. Die Eintritte, die echt lächerlich in Nica sind, waren mit 85 Cordoba pro Peron, also fast 3€ schon als gigantisch😜 hoch  zu bezeichnen. Was sich allerdings dem Besucher auf dem Dach präsentiert , ist sensationell.. Man darf nur zwischen den Kuppeln laufen und wir wurden Zeuge, wie ein Hipsterpaar nach demonstrativen Posen des Karl-Marx Bartes vom Dach verwiesen wurden-sie waren keine Minute oben gewesen. Da greifen die Ordnungshüter der Kathedrale gnadenlos durch. Warscheinlich sind die Kuppeln nicht so tragend, außerdem muss man barfuss  auf dem Dach laufen, um das strahlende weiß länger zu erhalten. Wahrlich ein Highlight unserer Reise.

Blick zur Iglesia el CalvarioHäuser am Parque Central :

Leon ist größer als Granada und wird als Stadt der Kirchen bezeichnet. Neben den Gotteshäusern  gibt es einige Museen in der Stadt und den Spaß Vulkanboarding….d.h im Lavasand einen Vulkankegel herunterrutschen. Die einzige Unesco Weltkulturerbestätte in Nica ist Casco Viejo. Ruinen die wir uns,  wie das Vulkanboarden,  ersparten. Wir genossen die weitaus weniger touristische Stadt, die auch nicht überrestauriert ist. Anders als Granada verfügt Leon auch nicht über ein Hotel- u. Restaurantviertel, es verteilt sich noch alles hübsch im Zentrum und die echten Comedores mit Hausmannskost sind  in der Überhand.

Da wir auf Kirchenpfaden wandelten, war unser nächstes Ziel ( nach einer Entspannungspause in einem der wenigen Touri Cafés Nicaragüita) die Iglesia Zaragoza. Angeblich wird die Ruine  als Drehort für Gothic Filme genutzt, wir fanden sie jetzt nicht überragend interessant. 

Um die Mittagszeit bummelten wir über den sehr hübschen und sauberen Markt von Leon  und gingen stilecht in eine der Straßenküchen essen….grillen können die Mädels! 

Marktimpressionen

Leider wurden auf dem Markt auch lebende Leguane verkauft, eine kulinarische Vorliebe die bei mir Kopfschütteln auslöst.

An unserem ersten Tag in dieser schönen Stadt bewunderten wir noch die Kirche La Merced ( Granadas La Merced ist allerdings um Längen hübscher) und die Iglesia el Calvario, die wiederum ein Knaller ist…..zumindest von außen, von innen finde ich Kirchen immer langweilig und diese war geschlossen.

An diesem ersten Nachmittag passierte auch nicht mehr sehr viel mit uns, wir holten ein wenig Nachtschlaf nach und gingen abends sehr gut mexikanisch essen und zu einem Happy Hour Flor de Caña, 12 Jahre im alteingesessenen El Sesteo, dem ersten Haus am Platz….spottbillig war es, hoch lebe der Sozialismus, der es dem Touri einfach macht.

Unseren zweiten Tag in Leon begannen wir mit einem späten Frühstück und wieder zwei Kirchen.

Iglesia y Convento San Francisco

Eine recht schlichte Kirche mit dem wahrhaftigen “ Leiden Chrsti“ oh Mann, der Knabe am Kreuz sah wirklich leidend aus, ein Hoch auf den Künstler. 

Als letztes Kirchenbauwerk in Nicaragua schauten wir noch kurz die Iglesia La Recolleción an  und damit hatte es sich zumindest mit den Kirchenbauten.

Aufgrund des Karnevals wurden die ersten Straßenbilder aus Sand gefertigt, ebenfalls alles Kirchenmotive.

Aber León kann auch anders. Wie keine andere Stadt haben wir uns hier wie auf Kuba gefühlt. Beide Länder sind sozialistisch und weisen so viel Ähnlichkeiten auf, dass ich so manchen Tag gedacht habe,  ich bin „auf der Insel“!  Insbesondere die Städte Granada und Leon sind mit Trinidad und Cienfuegos vergleichbar. Der große Unterschied zwischen beiden Ländern? In Nica sind die Supermärkte und die Läden für den alltäglichen Bedarf voll, in den Restaurants gibt es anständiges Essen- shoppen gehen nach westlichem Standard kann man aber auch in Nicaragua nicht. Die Propaganda hält sich ebenfalls in Grenzen, zumindest bis  man nach León kommt. Hier werben die Sandinisten nach wie vor und Daniel Ortega wird in den Himmel gehoben. Fernando hatte uns in Jinotega auf einige Häuser aufmerksam gemacht, auf denen die Parole „no votar“ also “ nicht wählen“ gesprayt war….Nica befindet sich im Wandel. In León ist die Propaganda überall, manchmal bunt und lustig, manchmal skuril und bestürzend.

Die bestürzende Variante wird sichtbar, wenn man in das Revolutionsmuseum geht. Armselig werden die Artefakte in einer Ruine aus dem Bürgerkrieg aufbewahrt ( war mal das erste Haus am Platz, gegenüber der Kathedrale) armselig stehen die Helden von damals in dem Museum, klopfen sich auf ihre Brust und zeigen auf alten schwarz-weiß Fotos das sie dabei waren in den Jahren 1974-1990. Ein “ Held“ der Revolution brüstete sich uns gegenüber das er auch mal in Deutschland war, bei Presidente Honecker!  Das gesamte Museum war morbide und skuril, die Einschußlöcher, der Dreck und vermutlich auch die Wohnstatt der alten Helden ließ uns staunen. Natürlich fehlten Ché und Fidel nicht, auch Helden der Sandinisten.

Am  Abend überfielen wir „La Union“ einen gut sortierten Supermarkt. Rum “ Flor de Caña“, Tortilla, Pancake Mischungen und allerlei Kleinkram wollten mit nach Europa.

Die Kathedrale verabschiedete uns ehrwürdig im Sonnenuntergang.

Unser Abendessen im La Sesteo (Fischfilet) war grandios gut und der zwölfjährige Ron de Caña zum Abschied von Leon war mehr als angemessen für diese schöne Stadt.

 

 

 

Nicaragua 2017,V: Matagalpa & Jinotega, alles Kaffee, oder was?

Unsere Nacht endete heute bereits um 3:30 Uhr, unser Rezeptionist war so lieb und brachte uns zum Busterminal nach Masaya. Die vereinbarten 20$ stockten wir gerne noch ein wenig auf, das Hotel war so großartig, ich kann es nur weiterempfehlen.

Das Glück war uns heute nicht so wirklich hold, als wir in Masaya ankamen, erfuhren wir das am Samstag der Expressbus erst um 6:00 statt um 5;00 Uhr fährt…..ne satte Stunde Schlaf verschenkt. Dafür standen wir mit unserem gesamten Hab und Gut in stockfinsterer Nacht auf einem stockfinsteren Busbahnhof wo nebenan der Markt aufgebaut wird und das alte Sprichwort “ nicht Jeder auf Bahnhöfen ist ein Schurke, aber alle Schurken treiben sich auf Bahnhöfe  herum“ kam mir wieder in den Sinn! Es war sehr interessant, was morgens um 4:30  in Masaya so los war…..Kiddies, die bereits schwer am schuften waren, hektische Hausfrauen, Marktschreier und an uns vorbeirasende Chickenbusse, alte Schulbusse aus Kanada ( nicht USA, die Länder sind ja seit 100 Jahrenbitterlich verfeindet, als die USA mal wieder ihr Territorium aufstocken wollten) und nicht jüngere Expressbusse, sixties style mit  Kofferablage im Bus. Um 5:00 Uhr kam der Bus und wurde vollgestopft mit Mann und Maus. Da wir Gott sei Dank keine Schurken getroffen hatten, nahmen wir unser Gepäck zu 100% mit in den Bus….ja wirklich, die 46l Rucksäcke passten in die Gepäckablage, ich liebe den Osprey Rucksack. Neben dem Fahrer gab es noch zwei Jungs die das Geschehen im Bus managten, die Möbel ( richtig gelesen) von der Dachablage holten und so richtig Party machten….habe schon schlechteres Unterhaltungsprogramm gehabt. Der ganze Spaß kostete um die 2,20€ und wenn man mal den stinkigen Käse weglässt, den die Jungs zum Frühstück verzehrten, war die Fahrt sehr vergnüglich.



Nach 2,5 Stunden waren wir in Matagalpa. Bereits 15 km vor dem Ort sahen wir viele Kaffeekooperativen bei der Fermentierung und Trocknung der Kafeebohnen. Das Ganze auf riesigen Arealen, zum Teil standen die Container von Maersk direkt daneben. Die Kaffeeernte ist ja bereits für diese Saison fast Geschichte-zur Zeit kann man eben die Weiterverarbeitung gut beobachten.

Matagalpa ist recht ordentlich und hübsch aber schwer als Tourist zu erlaufen oder zu erfahren…..das Gelände ist steil und hinzu kam, dass unser Hostel sehr weit außerhalb lag. Die Bewertungen bei booking.com waren sehr gut, das Haus selbst ist auch ordentlich doch für uns zu weit draußen….Fußweg zw. 4-5 km…..haben wir uns von den guten Bewertungen blenden lassen. Was ganz besonders nervig war, kaum standen wir an der Rezeption, kamen ganz wunderbar tagaktive Mozzies an und fraßen mich förmlich auf. Den gesamten Urlaub bin ich mit rd. 10 Mückenstiche bedacht worden, binnen 1 Minute hatte ich 10 Stück mehr.

Das Beste am Hostel sind diese zwei Kumpels, neue Freunde auf Zeit.  Links steht die liebe Luna, rechts schaut Bambino, genannt Bambi, in die Kamera.

Erschwerend kam hinzu, dass die Besitzer so gar nicht kommunikativ waren  und unser spanisch für so  Inhalte wie “ wo kann ich einen Roller mieten“ und “ achso, ein Taxi hierher zu bestellen ist nicht möglich, wir sollen uns also auf  den 4,5 km langen Weg machen und unterwegs ein Taxi anhalten“  nicht ausreichte. Wir  verstanden den Inhalt,  konnten aber leider nicht selbständig agieren.  Die Passivität der beiden Damen machte die Gesamtsituation nicht angenehmer. Wir bekamen fast den Eindruck, sie wurden in die Rolle der Herbergsladies gezwungen und waren vollkommen hilflos. Wir hatten schon Angst uns nen Kaffee zu bestellen, die beiden Damen fühlten sich  gestört in ihrem Leben.

Also liefen wir mittags um 12:00 Uhr bei  35 Grand in Richtung Innenstadt, bekamen Gott sei Dank tatsächlich nach 500m laufen ein Taxi und suchten uns, in Matagalpa City angekommen, dumm und dämlich nach dem Hostel, die Roller vermieten.  Wir waren so abgefressen, die Stadt trieb uns in den Wahnsinn. Gott sei Dank fanden wir das Hostel und wie versprochen wartete ein Roller auf uns. Schnell schauten wir uns den Park und die Kirche von Matagalpa an und machten uns dann auf den Weg zu den Kaffeekooperativen.

Bei brütender Hitze wurde auf dem Gelände gearbeitet, die Bohnen geharkt, getrocknet,  verpackt und sortiert. Schwarze Bohnen sind Ausschuß, alles was grün ist, ist Kardamon für den nahen Osten, da der Kaffee gerne gewürzt getrunken wird.

Die hier gezeigten Bilder sind exemplarisch für eine Strecke  von rd. 15km…links und rechts das gleiche Bild-beeindruckend. Zumal  ich später gelesen habe, dass mit dem Austritt der USA ( ja, genau die mal wieder) 1989 aus dem Weltverband  für Kaffeepreisregulierung, der Preis für ein Kilo Bohnen von 3$ auf 0,42Cent gefallen ist und 36.000 Arbeiter in der Region Matagalpa arbeitslos wurden. Viele sind nach Costa Rica und  den USA ausgewandert- aus Letzterem dürften ja die Ersten bald wieder zurückkehren!😕 Wer kann sich nicht an die Jahre erinnern, als Kaffee uns förmlich hinterhergeschmissen wurde? Wir sind mal wieder an dem Punkt angekommen, Fair Trade intensiver zu betreiben.

Nach unserem Besuch der Kooperative wollten wir in das Museo de Café….es war an einem Samstag Nachmittag natürlich  geschlossen! Was nun? Der Aussichtspunkt auf die Stadt ist nur über einen zweistündigen Wanderweg zu erreichen ,  solch eine Aktion fiel bei diesem Wetter auch flach. Es blieb die casa de cacao ….an dieser fuhren wir mit dem Roller  glatt vorbei und wäre nebenbei ebenfalls zu gewesen, es ist eine Fabrik. Aufeinmal befanden wir uns  in San Ramon, ein Nest was auch vergessen werden darf. Kurz und gut….Matagalpa wollte nicht mit uns und wir irgendwie auch nicht mit Matagalpa. Wenigstens was das Mittagessen ok und wir planten unseren Besuch bei Fernando in Jinotega.

Abends rollerten wir eine geschlagene halbe Stunde durch den Ort und versuchten zum Hauptplatz zu kommen. Ein schier unmögliches Unterfangen, die Stadt liegt im Kessel und wird von allen Himmelsrichtungen durch Berge begrenzt und  alle Häuser sehen abends gleich aus, es gibt keine Orientierung und Matagalpa ist einige der wenigen Städte in Nica die nicht nach dem Schachbrettprinzip  angelegt ist, liegt vermutlich auch an der Kessellage, dafür aber nit Einbahnstraßenprinzip arbeitet, was die Orientierung noch erschwerte. Ab diesem Zeitpunkt nervte Matagalpa  nur noch ab und wir wurden auch bis zum Ende keine Freunde mehr.

Die Krönung war, dass wir um 20:30 fast nicht mehr ins Hostel kamen. Die Damen sperrten das Haupttor ab und es gab keine Klingel nur die anschlagenden Hunde, die uns aber mittlerweile ja auch kannten und mit dem Schwanz wedelten…“ach Bambino, wir bitten Dich, belle lauter, damit die Dämlichkeiten wenigstens am zweiten Abend mitbekommen, dass ihre Gäste ins Bett wollen!“

Am nächsten Morgen machten wir uns nach dem Frühstück auf nach Jinotega,  Die Straße war erstaunlich  gut, allerdings steil und mit Serpentinen. Wir fuhren an der berühmten Finca Selva Negra vorbei, die immer noch von einer deutschen Familie geführt wird. Wir genossen die spektakulären Aussichten und nach  rd. 1 Std. bogen wir nach Jinotega ab.

An der Kirche warteten wir auf Fernando, der mit seinem Pferd Machito rd. 15 Minuten  später, stilecht mit Sombrero, gestiefelt und gespornt,  angeritten kam. 

Wir fuhren ihm mit dem Roller hinterher, zu der Familie, auf der sein temporäres Zuhause steht.

Seine nicaraguanische Familie ( v. l .Rommel, Jaquele, Don Augustin, Doña Mauria ) und ein paar Seitenblicke vom Grundstück, übrigens normaler  Nica Standard:

Seit 14 Jahren beackert Fernando rd. 15ha. Land an den Hängen des Chinaguas, der über 1300 m Höhe hat.

Unser Ziel heute, war seine Baustelle kennenzulernen. Wir nahmen Rommel,  seine Stute und auch Machito mit auf den Berg und  bestaunten die Baustelle auf der seit vielen Jahren immmer im europäischen Winter gebaut wird. Fernando fliegt dann für neun Wochen nach Nica, gibt zwölf Menschen Arbeit und somit wird Terrabento jedes Jahr ein wenig mehr Finca/Anwesen.

Er hat 2 Brunnen gegraben, und ummauert, Höhlen freigelegt,  aus Mulipfade grobe Straßen/Wege geschaffen und bereits zwei Häuser gemauert.  Diese warten auf das Dach und den Innenausbau. Wohlbemerkt…..diese Arbeit findet ohne technische Maschinen, lediglich per Menschenhand statt, selten wird schweres Gerät, z.B für einen großen Bagger, der die Wege freigelegt und  große Steine im Findlingsformat beiseite geschafft hat, eingesetzt. Mein Vater hat ihm Werkzeug mit nach Nicaragua gegeben, dieses wird in Ehren gehalten.

Wenn Fernando in Deutschland arbeitet, wird das riesige Gelände von einem Verwalter „geführt“ d.h Wege freigehalten, Zäune repariert und in erster Linie Präsenz gezeigt, da sonst gerne mal von den Einheimischen gemopst wird, auch Bäume gefällt werden, wobei Fernando  bei diesem Thema keinen Spaß versteht….ich sage nur Erdbeben, Regenzeit und Schlammlawine.

Auf dem Weg trafen wir Familienangehörige😂 die sich im Dreck suhlten: 

Wir erliefen, erschlitterten und errutschten uns das Gelände. Meine Wahl mit Crocs den Berg zu erklimmen, stellte  mich auf eine harte Probe, zumal uns tatsächlich eine ziemlich miese Giftschlange ( @ Fernando, wie hieß das Ding? ) begegnete und später im dichteren Gestrüpp , ich mal schnell den Platz auf Machito einnahm, um sicher durchs  Gelände zu kommen. Ich schwöre aber, es waren maximal 500m gerechnet auf eine 4,5 stündige Wanderung (ja, so groß ist das Gelände).

Die Häuser warten aufs Dach, Innenausbau und dann auf den Eigentümer und ein paar zahlende Gäste, die Bock auf Abenteuerurlaub haben:

Hier entsteht die Flor de Caña und Victoria Tränke, @ Fernando, wenn wir wiederkommen, gibts hoffentlich auch Toña😜👍, Angenehme Temperaturen hat die Höhle schon mal, Fledermäuschen inklusive: 

Die Aussichten in das Tal begeisterten uns, wir wurden super für unsere Aufstiegsmühen entschädigt.

Ich werde nach unserer Rückkehr noch mehr Fotos von unserem Tag in den Bergen von Jinotega einfügen….bitte gedulden, hierbei handelt es sich um 80% Handyfotos.

Auf dem Weg nach unten machte es viermal plumps und auch ein Ohrring blieb auf dem Chinagua. Mein Stietz wird mich noch länger an den Ausflug erinnern, die Wege waren zum Teil aber auch wirklich steil und auch Mathias setzte sich auf seinen Popo.

Anbei noch ein paar  Impressionen aus Fernandos Nachbarschaft

Nachdem wir zum Abschluß durch einen kleinen Fluss gewatet waren,  (prima meine Füsse waren fast wieder tischrein)  übergab Fernando sein liebes und treues Pferd Machito an Rommel, der beide Tiere versorgte.

Wir Drei fuhren dann mit einem Chickenbus für 11 Cordoba ( 0,33 €) zum Canal de Apanas und gingen dort sensationell Fisch essen.Nebenbei pusselten wir Minizecken von den Hosenbeinen, es waren Massen netter Tierchen die uns  begleitet haben.

Es flossen der eine  oder andere Liter Toña und urplötzlich war es schon 16:40 Uhr. Wir wollten eigentlich noch im Hellen nach Matagalpa zurück und waren, nachdem wir rd. 30 Minuten auf Taxi oder Chickenbus warteten, auf das Improvisationstalent von Fernando angewiesen…..er hielt einen Pickup an und schwupss saßen wir mit vielen vollen Milchkannen hinten auf der Ladefläche.

In Jinotega gabs einen schnellen und herzlichen Abschied. Unser Dank geht an Fernando, wir hatten wirklich einen tollen, spannenden, herausfordernden Tag auf Deinem Abenteuerspielplatz….genau das Richtige für uns Großstadtkinder. Deine Orchidee werden wir biszum letzten Blatt pflegen, danke hierfür.

Der Weg nach Matagalpa war lang, dunkel und kalt….der Wind pfiff über die Berghänge, die Fleecejacken hielten das Gröbste ab. Als wir nach einer guten Stunde wieder im Kessel der von uns nicht geliebten Stadt umherirrten, waren wir allerdings froh, heil zurück gekommen zu sein. Selbst die Polizeikontrolle überstanden wir heil, die Jungs waren eigentlich nur lieb und zum Glück mal nicht korrupt. Im dritten Versuch fanden wir Martina’s Place und gaben den Roller zurück. Danach warteten wir 15 Minuten auf ein Sammeltaxi und waren schlußendlich gegen 20:00 Uhr wieder bei den verstockten Damen auf dem Berg. Diese waren froh, als wir wieder da waren…..die Señora stand gerade am Tor und verabschiedete ihren Besuch- eine merkwürdige Aura umgibt diesen Ort.

Beim nächsten Mal fahren wir gleich nach Jinotega, der Ort hat uns vom ersten Anblick mehr zugesagt….Fernando, wann ist Bezug der Häuser?

Wir duschten, packten und fielen in einen kurzen und unruhigen Schlaf, da wir wussten das bereits um 4:30 der Wecker wieder klingeln würde.

@ Fernando, sofern mir Fehler bei Namen o.ä unterlaufen sind, bitte korrigieren. Außerdem wäre es ganz toll, wenn Du mir die Aussichtspunkte noch namentlich benennen könntest, Danke!

Nicaragua IV, Granada: Stadt, Vulkane, Lagune

Neben den achtbeinigen Freunden kam in der letzten Nacht auf Ometepe  noch ein Fröschlein, in den Ausmaßen eines mittelgroßen Ochsenfrosches hinzu, der ebenfalls Mitglied unserer  WG  werden wollte. Allerdings war ich von dem neuen Untermieter gar nicht angetan und haute dem Kerlchen die Tür „vorn Latz“…..beleidigt zog der „Kleine“ zu unserem Nachbarn linker Hand, die ihm aber auch kein Asyl gaben.  Unsere  achtbeinigen Freunde namens Thekla I, Thekla II, Thekla III, Thekla IV und die verendete Thekla V waren recht dankbar über unsere Entscheidung dem hüpfenden Flüchtling keinen Einlass zu geben, sie blieben in der letzten Nacht still und unauffällig.

Maria verabschiedete uns am nächsten Morgen fast mit Tränen in den Augen, wir hatten wirklich eine ganz entzückende Wirtin gehabt. Am Fähranleger aßen wir das wohl billigste Sandwich zum Frühstück ( 40 Cordoba= 1,30€ ) und versorgten den Hafenhund gleich mit….wenn man uns so lieb anschaut und außerdem auf den Rippen schon Klavier gespielt werden kann, können wir nicht nein sagen.

Diesmal fuhren wir Fähre, nicht Llancha, nachdem auch Maria uns davon abgeraten hatte. Das Wetter war stabil, die Fährüberfahrt war direkt langweilig und mit nur 15 Cordoba mehr, auch nur 0,50€ teurer als die Todesllanchas. In San Jorge suchten wir uns ein Taxi, weil wir nach Rivas  zum Chickenbus und dann nach Granada wollten- doch meistens kommt es anders als man denkt. Der Taxifahrer mit dem wir handelten machte uns so ein unverschämt gutes Angebot für die 66km nach Granada, dass wir zugriffen! Der angenehme Nebeneffekt, wir waren bereits um 12:00 Uhr in unserem Hotel.

Und was hatten wir uns diesmal für ein Schmuckstück ausgesucht, grandios: La Bocona, ein altes Herrenhaus, mit nur sechs Gästezimmern, einem Pool und drei Innenhöfe. Die Conquistadores wußten schon zu leben. Wir standen in unserem 40qm Palast, inkl. Himmelbett und wußten vor Freude nicht wohin. Das wir wie die Feudalherren des nächtens über den ersten Innenhof zu unserem privaten Badezimmer laufen mussten, machte die Sache irgendwie noch spezieller.  Und wenn ich an das Schnäppchen bei Booking.com denke…die Hütte kostete uns keine 50€ pro Nacht, da kann man nur im Kreis strahlen.

 

Wir machten uns happy auf den Weg zur Kathedrale, die von außen recht beeindruckend, von innen eher schlicht ist. Es war mörderisch heiß, im Schatten 33 Grad. Nachdem wir versucht hatten die Kirche La Merced zu erstürmen, diese leider geschlossen war, tobten wir uns am Nachmittag am Pool aus und genossen ein Nachmittagsschläfchen im Himmelbett. 

Abends machten wir uns auf den Weg in die Fußgängerzone, dort gibt es nen Haufen touristisch angehauchte Restaurants, wir suchten das nicaraguanisch Besondere und wurden fündig. Ein Nica-Chinese mit Allem was das Herz begehrt. Die Bude war voll, es gab gutes Nica-Food aber auch chinesisch wenn man denn wollte. Meine Ceviche war sensationell, die Preise auch……4-5€ für eine Hauptmahlzeit, wird wohl unsere Stammlokalität in Granada werden. Ich kann Jedem nur die Comedores und Restaurants der Einheimischen ans Herz legen, entspannt die Reisekasse und man lernt so viel mehr von Land und Leute kennen-die schicken Dinger sind austauschbar…..auf der Partymeile von Granada musste ich immer an Mexiko denken😳

Nach dem Essen kehrten wir auf einen Nica Libre  ( Flor de Caña, Cola, Eis) in einer Bar ein und ließen im Anschluß den Abend im LA  Bocona ausklingen, mit dabei die neuen Kumpels Flor de Caña fünfjährig und Flor de Caña  siebenjährig.

Den nächsten Tag starteten wir mit einem Rundumblick von der Kathedrale am Parque Central und einem Frühstücksburrito-Beides war sehr zu empfehlen, Bohnen und Reis hielten sich bei uns wirklich in Grenzen.

La Merced war leider immer noch geschlossen, unser Rezeptionist wollte sich beim Pastor direkt um die Öffnungszeiten kümmern.  Allerdings ist die Kirche auch von außen eine Augenweide.

So schlenderten wir durch die Stadt in Richtung Convento San Francisco, welches ebenfalls geschlossen war.

So langsam gewöhnten wir uns daran, dass die Kirchen alle geschlossen sind, Ausblicke von Türme werden eh überbewertet. Unser nächster Spaziergang führte uns an den Nicaraguasee, allerdings von Granada aus nicht sehr spektakulär…..wir sahen wie die Abwasser eingeleitet wurden, sehr vertrauenserweckend. Uns wurden immer wieder Touren für die Isletas angeboten, wir allerdings haben in diesem Urlaub genug von Bootchen fahren und halten uns die Isletas als letzte Option gegen Langeweile. Auf dem Weg zum Wasser stießen wir auf dieses hübsche Kirchlein, natürlich geschlossen:

Anbei ein paar Straßenimpressionen dieser so wunderschönen Stadt, die mich nach Antigua und Trinidad versetzt-insgesamt stellt sich Nicaragua als perfekte Mischung aus Guatemala und Kuba da…..wer also Nica mag, wird auch die beiden anderen Länder lieben, da gilt natürlich auch vice versa.

Am Nachmittag vertrieben wir uns die Zeit auf dem Markt, der wie alle Märkte in Mittelamerika ganz großes Kino ist. Wir werden sicherlich in den nächsten Tagen nochmals vormittags vorbeischauen, da die meisten Stände am heutigen Tag bereits eingeräumt waren ( Fleisch&Fisch).

Den Abend ließen wir wieder in der chinesisch-nicaraguanischen Würfelbude ausklingen, dass Essen war einfach zu gut gewesen.

Der dritte Tag in Granada  begann für uns sehr früh, da wir bereits um 8:00 Uhr unseren Suzuki Alto, genannt Nicaña, abholten und mal wieder „on the road“ waren.

Unser erstes Ziel waren die sogenannten Los Pueblos Blancos, Dörfer die alle an der Laguna de Apoyo  liegen und alles sind, aber nicht mehr weiß/blanco.

Der erste Ort den wir ansteuerten war Diria, ein angeblicher  Ort der Hexen und Naturheiler, sowie mit einem bezaubernden  Blick über die Lagune de Apoyo.

Wir sahen zwar keine Hexen am werkeln, dafür schwangen sich ein paar Affchen durch die Bäume. Die einzige Damen mit Hexenstatus die wir zu Gesicht bekamen war diese Lady:

Wir hexten uns also nicht nach San Juan de Oriente, sondern fuhren mit Nicaña ins Töpferdorf,

Über Masatepe ( nette Kirche und netter Markt) ging  es nach Catarina, ein Ort der für seine vielen Gärtnereien berühmt ist und auch einen super Blick über die Lagune zu bieten hat. Den Blick versüßten wir uns mit ner Margherita.

Angeschwipst von dem Cocktail zur Mittagszeit  machten wir uns auf den Weg nach Masaya. Die Stadt hat nicht nur einen irren Busbahnhof, sondern einen ganz irren Markt. Komischerweise haben wir gedacht, dass wir in Antigua gelandet sind, da auch dort der Busbahnhof und Markt in unmittelbarer Nähe ist und genauso chaotisch  tickt.Neben der Kirche und dem Parque Central war der nächste Pollo Laden unser erstes Anlaufsziel….zwei Hühnerschenkel aus der Hand und der Schwips war Geschichte. Wir landeten auf dem Kunstmarkt und waren erstaunt über die arg schlechten Souvenire, es gibt ganz wenig was man so mitnehmen möchte….außer einer Hängematte, die man nicht transportieren kann.

Unser Highlight für diesen Tag sollte ab 17:30 erfolgen, wir wollten auf den Masaya hochfahren und in den aktiven Santiago Krater hineinschauen. Aufgrund der Vulkanaktivitäten 2016 ist der Nationalpark für Wanderungen weiterhin gesperrt, die Eintritte der Touris von immerhin zehn Dollar pro Person will man sich aber natürlich nicht nehmen lassen und lässt das nachfolgende Spektakel zu. So etwas wäre in Deutschland undenkbar😜.

Das wir bereits eine Stunde früher vor Ort waren, erwies sich im späteren Verlauf als Glücksfall, so waren wir das dritte Auto, welches  kurz vor 18:00 Uhr schlußendlich zum Krater fahren durfte. Mit strengsten Auflagen ( Name, Autonummer sowie Belehrung) ging es in Eile auf den Krater…..alle Autos fuhren im Affentempo hintereinader, den Rauch schon von Weitem im Blickfeld.

Dort  angekommen, mussten wir rückwärts, quasi in Fluchtrichtung, einparken und bekamen dann rd. 15 Minuten für Fotos und Staunen, wer als letzter in unserer Gruppe ankam hatte weniger Zeit. Die Luft war zum Schneiden, des roch nach Schwefel, Dampf stieg auf.

Nach 15 Minuten ertönte eine Trillerpfeife und im Schweinsgalopp ging es den Berg wieder hinunter, mehr ist für den Körper gesundheitsschädlich- die Gase sind arg giftig.

Erstaunlicherweise lasen wir am 23.2.17 also genau 24 Std. nach unserem Masaya Abenteuer Folgendes in der Zeitung…..die Welt berichtete, das zwei Forscher in den Krater abestürzt waren, aber gerettet wurden. Wir googlelten uns ebenfalls durchs spanische Zeitungen, die berichteten das das Unglück tatsächlich am 22.02.17 geschehen ist…quasi als wir oben waren.

Der 23.2.17 diente zur Erholung, wir bewunderten den Friedhof von Granada und fuhren im Anschluss zur Laguna de Apoyo.

An der Lagune mieteten wir uns für einen Tag im Hostel Monkey Huts ein und konnten für 6$ dort liegen, sonnenbaden, Kayaks und Tubes nutzen. Es war ein relaxter Tag, Äffchen sprangen durch die Bäume, wir lagen in der Hängematte.

 

Zurück in Granada kamen wir endlich auf den Turm der Kirche La Merced, zum Wochenende haben alle Gotteshäuser in Granada wieder Hochkonjunktur……und endlich konnten auch wir das wohl berühmteste Fotomotivs Nicaraguas genießen.

Für unseren letzten Tag in Granada hatten wir uns nur Lalelu vorgenommen….derPool ruft und ein wenig bummeln ohne nennenswertes Sightseeing war geplant. Auf die Isletas verspürten wir weiterhin keine große Lust.

Morgen geht es in den Nebelwald rund um Matalgalpa. Wir werden den Expressbus um 5: 00 Uhr nehmen und gegen 8:00-9:00 Uhr bereits in den Bergen sein. Wenn alles wie geplant läuft, treffen wir am Sonntag Fernando, einen Freund meines Vaters, der die Wintermonate auf seiner „Finca“ in Jinotega verlebt…..

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicaragua 2017,I: San Juan del Sur

Juchee, wir haben es geschafft, 13 Tage nach Abflug sowie zwei Erkältungen und zweimal Montezumas Rache  ( und mit Sicherheit ein paar Kilos leichter, wir Zwei zusammen bestimmt 5kg) weiter sind wir in Nicaragua angekommen.

Der Grenzübergang kostete uns nicht nur 2 Stunden sondern auch jede Menge Nerven.. Wir mussten bereits in Liberia, gut 1,5 Std. vom Grenzübergang entfernt in eine Bank gehen und die Ausreisesteuer in Dollar bezahlen. Das kostete schon mal Zeit, weil in der Bank nur ein Schalter für die Ausreisetax geöffnet war. Dann stellte Caribe Shuttle fest, dass nach Zusammenfügen der beiden Minivans ein Platz zu wenig vorhanden war, wir waren 15 statt 14 Reisende. Unser Shuttledriver war verzweifelt, er versuchte den Fehler zu finden und murmelte  immer nur „quinze, mas problemas“ also „fünfzehn, viele Probleme“ und rief uns einzeln mit Namen auf, weil er einen blinden Passagier vermutete. Uns tat der arme Kerl soooo leid. Ich drängte mich auf den Notsitz vorne mittig und wäre als Erste durch die Windschutzscheibe gegangen, sofern etwas passiert wäre.

Später kam ein ein Kumpel unseres Fahrer und nahm drei Leute im Pick Up mit, um kurze Zeit später seine Fracht und noch fünf andere Mitreisende in einen zusätzlich von Caribe Shuttle gestellten Minibus loszuwerden.

An der Grenze tobte das Leben. Mit uns erreichten mindestens 1,5 km LKWs sowie Nicabus und Ticabus die Grenze. Wir füllten das Ausreiseformular aus und mussten uns an EINE Personenschlange anstellen. Nach 40 Minuten hatten alle den Ausreisestempel. Wir wurden wieder in den Bus verfrachtet und ungefähr 700m, wieder über eine Brücke, gefahren. Dort nahmen wir unser Gepäck und gingen. zuerst zu einer Tussi im Zelt, die für die Statistik die Nationalitäten zählte. Danach ging es zur Passkontrolle, wo wir unsere 13$ loswurden, diesmal ohne Formalitäten….die Quittungen etc. bekamen wir von der Dame am Schalter.  Am Ende wurde  unser Gepäcl durchleuchtet und der Pass noch 2x kontrolliert.  Auf Nica Seite wurden wir in einen neuen Bus verfrachtet, fuhren 2 km und wurden von einer Polizeikontrolle angehalten. Der Polizist ließ sich alle Pässe zeigen und kritzelte sich die Nationalitäten in seine Handfläche. Alles in Allem hatte uns der Grenzübergang zwei Stunden gekostet, wahrlich ein Meisterwerk an Bürokratie! Doch letztendlich hieß es:

Die Fahrt nach Jan Juan del Sur dauerte ab der Grenze nochmal rund 45 Minuten und letztendlich waren wir gegen 14:00 am Hotel. Wir hatten uns ein Haus etwas außerhalb des Rummels v. San Juan  ausgesucht und waren von erster Minute an begeistert.

Den Nachmittag vertrödelten wir zunächst am Pool und brachten dann unsere Wäsche dann ins Dorf, es hatte sich ne Menge in 13 Tagen angesammelt.

Wir liefen am Strand entlang und waren vom ersten Moment an begeistert. Was für ein schöner Ort-touristisch, nicht nur Backpacker sondern auch etliche Touris die dem Backpackerdasein entwachsen sind, dennoch nicht versaut. Es überwiegt der alte Stadtkern mit Häusern die übers Erdgeschoss noch nicht gewachsen sind. Es vermischen sich Hostels, Wohnhäuser und vieles erinnerte mich an mein geliebtes Playa del Carmen 1996! Allerdings wird auch in San Juan gebaut und in ein paar Jahren wird auch hier der Massentourismus sein.

Der Strand jst auch nicht so grauslich wie immer beschrieben-er eignet sich, anders als Maderas, Pomeloya oder auch Las Peñitas besser zum planschen, weil die Wellen sich auslaufen.

Strand:

Wir aßen unsere Ceviche und die Seafoodspaghetti am Strand und genossen den Sonnenuntergang. Nirgendwo sind Sonnenuntergänge schöner als am Pazifik.

Am nächsten Morgen schliefen wir aus und genossen das Frühstück auf unserer Terasse. Danach machten wir für eine Stunde                         “ Sightseeing“ , bevor es uns an den Strand verschlug.

Hier ein paar Nestimpressionen:

Wir besorgten uns im oben zu sehenden Supermarkt erstmal ne Flasche Flor de Caña Rum siebenjährig und begannen mit dem alten Urlaubstrick gegen verdorbene Mägen….erstmal den Schluck aus der Pulle. Dieses Mal unter dem strengen  Blick der Zeugen Jehovas, die ausgerechnet vor der Kirche auf Bauernfang waren.

Nach ausgiebiger Ortskunde verzog es uns an den Strand…..allerdings auch nur an die zwei Stunden, es war einfach viel zu heiß. Mathias aß sein erstes Mittagessen seit San Blas selbstgemachte Fischstäbchen, boah waren die lecker…mit Panko fritiert. Bin ja normalerweise für sowas nicht zu haben, da musste ich doch mal vom Teller mopsen.

Unseren Nachmittag vertrödelten wir im Hotel am Pool und im Schatten, es war einfacn zu heiß und unsere Haut zeigte erste Spuren von Sonnenbrand.

Abends gabs Lobster in Tomatensauce und einen grandiosen Sonnenuntergang, noch beeindruckender als der gestrige.

Morgen wollen wir mit dem ersten Schnellboot nach Ometepe übersetzen, es wird wieder ein frühes Aufstehen werden.

Tschüß San Juan del Sur, war wirklich schön hier.

 

 

 

 

 

 

 

Costa Rica 2017: Pura Vida

Unsere dreitägige Costa Rica Durchquerung startete früh. Der Wecker klingelte um 5:00 Uhr, Bocas verabschiedete sich mit traumhaftem Wetter. Mit dem Speedboat ging es wieder nach Almirante und auf dem Weg zum Festland bekamen wir einen klitzekleinen Einblick, wie arm die Menschen in dieser Region Panamas sind.

Kurz vor Almirante verabschiedete uns ein Chiquita Containerschiff…..ich werde nie wieder unbefangen in eine Chiquita Banane beißen.  Auf dem Weg zur Grenze sahen wir Unmengen an Bananenplantagen und auch nach der Grenze war das Bild das Gleiche. Lediglich die Unterkünfte/ Chiquita Dörfer sahen in CR gepflegter aus, Überseecontainer überall….und gelb auf blau, fette Werbung für Chiquita.

Die Grenze war ein Träumchen, zwei heruntergekommene Brücken, viel Schlamm und ein unsinniges Procedere. Im Grenzgebäude mussten wir die Pässe abgeben und wurden „ausgestempelt“, danach gings auf eine der Brücken, dort wurde die Ausreisesteuer von 4$ fällig und endlich durften wir über die Brücke nach CR laufen. Dort wiederum mussten wir einreisen und waren endlich in Costa Rica.

Unser erster Stop im reichen und wirklich unglaublich  sortiertem CR war Puerto Viejo und das Hotel Banana Azul- sehr zu empfehlen. 

Ein traumhaftes Stück Karibik mit schwarzem Strand…..ich habe viele schwarze Strände gesehen, allerdings noch nie in der Karibik. Anbei unsere erste Erfahrung mit einer kleinen Costa Ricanerin!

Wir vertrödelten unsere Zeit am Strand und brachen ein paar Stunden später auf nach Cahuita. Cahuita ist ein wenig mehr Ferienort als Puerto Viejo, der Strand hat mir allerdings nicht gefallen….deshalb auch kein Foto. Außerdem bleibt anzumerken, dass die Karibikseite von CR zum baden ungeeignet ist.

Die Fahrt durchs Land war wunderschön. die Orte sehen alle sehr gepflegt aus, es stimmt…Costa Rica ist das Vorzeigeländle in Mittelamerika. Limon ist nur eine nichtssagende Stadt, es begann der bis La Fortuna andauernde Stau, die Straße ist nur einspurig.. Unser Gepäck auf dem Dach regnete irgendwann ein….der berühmte Regen von CR wurde auch uns zum Verhängnis.

Wir kamen gegen 17:00 Uhr in La Fortuna an, vom El Arenal sahen wir nichts. Statt ins Arenal Backpackers wurden wir ins Arenal Hostel verfrachtet, eine Backpackerfabrik mitten in Downtown. Kam uns gerade recht, nach dem Partyhostel in Bocas wollten wir nen bissel mehr Comfort….und das bot das Hostel in vollem Umfang.


Wir waren zufrieden, immerhin bekommt man in den Hostels für viel Geld auch viel geboten, inkl. leckerem Begrüßungscocktail.

Am Abend gingen wir in La Fortuna gut essen, meine Spaghetti mit Seafood waren sensationell, Mathias hat sich mal wieder den Magen versaut und bekam bereits mit seinen Fajitas Probleme.

Der nächste Morgen startete früh, wir wollten die sensationelle Tierwelt von Costa Rica erleben. Da alle Touren in La Fortuna überteuert sind, hatten wir am Vorabend einen Taxifahrer überredet uns für „nur“50 $ nach Mistico Park zu fahren und auch wieder in den Ort zurückzubringen. Im Hostel hatte die Tourentante was von 60$ one way gefaselt…..mit den Tickets von  jeweils 26$ kamen wir mal eben auf 102$ für ein zweistündiges Regenwalderlebnis, dennoch immer noch besser als 68$ pro Person für eine Tour. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall, Mistico Park besteht aus Hängebrücken und Wege durch den Regenwald. Man begibt sich quasi höher und hat somit auch die Chance mehr Tiere zu sehen. Natürlich wird auch mit dem El Arenal Blick geworben, der Vulkan zeigte sich um 7:30 allerdings nichts…..er war in Wolken verhüllt. 

Als Erstes bewunderten wir zwei Schlangen, die sich dekorativ im Boden räkelten und um Bäume schlängelten-Hornvipern, total gefährlich…na prima.

Als Nächstes bewunderten wir eine Tarantel, Gott sei Dank sahen wir das Vieh nur durchs Handy einer anderen Wanderin, die es vor das Eigenheim von Thekla  hielt.

Wir freuten uns förmlich über Blumen und Vögel, alles besser als die giftigen Viecher. Ich hielt natürlich Ausschau nach Syd dem Faultier und dem einen oder anderen Tukan.

Uns rannte  noch ein Eichhörnchen und eine Libelle  vor die Füsse, giftige Frösche, Tukane, Affen blieben uns verwehrt.

Die Hängebrücken vom Misticopark, total empfehlenswert

Allerdings bekam ich meinen Valentinstagswunsch erfûllt, Syd räkelte sich im Baum. Anbei die tatsächlich letzen Bilder meiner Canon….. Sie gab nach fast fünf Jahren den Geist auf, die Motorik der Kamera war im A…. ich habe sie noch in La Fortuna entsorgt und mache jetzt Bilder mit der Unterwasserknipse. Ist müßig sich darüber zu ärgern, ich habe schon etliche Kameras auf Reisen verloren (Thailand, Peru, Philippinen, Costa Rica). Die Faultierfotos sind alerdings ziemlich cool geworden, da kann man schon ne Bridge für opfern :-)!

Zum Abschluß zeigte sich auch der Vulkan fast in seiner vollkommenen Schönheit, lediglich die Spitze blieb weiterhin in Wolken verhüllt.

Über Mittag bummelten wir durch La Fortuna, ein vollkommen auf Touris ausgerichteter Ort-beängstigend sauber und ordentlich.

Am Nachmittag fuhren wir zum Hotel Los Lagos-eine der sehr vielen Optionen in heißen Quellen zu planschen. Es gibt die Variante „for free“ ….man läuft unter eine Straßenunterführung zum Fluß und geht dort baden.  Dann gibt es die Variante „Backpacker“ -man planscht für umme im Hostelpool und hofft, dass das Wasser nicht nur von Pippi erwärmt wurde, sondern auch vom  Vulkan und den Quellen schön angeheizt wird. Die Luxusvariante: Frau  kauft sich in ein Hotel ein und zahlt für ein Tagesticket inkl. Dinner ab 45$ aufwärts ( Tabacon 120$ pro Person) und dann gibt es unsere Mischvariante…Budget, 15$ fürs Tagesticket in einem Dreisterneresort, ohne Essen,  ohne Trinken dafür mit Vulkanblick und hoteleigene Krokodile und Schmetterlinge.

Es war super erholsam und der Vulkan zeigte sich zum späten Nachmittag auch nochmal….. Costa Rica war gelungen und wird nochmal besucht !


Unser Nachmittag war perfekt, als zwei Tukane an uns vorüberflogen und wir vom Wasser aus beide Vögel im Baum beobachten konnten.

Außerdem sahen wir auf dem Gelände tatsächlich noch  den kleinen, roten Giftfrosch  und sagenhafte Schmetterlinge.

Den Tag ließen wir in einem Polloladen ausklingen: Brathuhn, Cola, Pommes, Banane in Essig, Tortillas und ne Masse an Ketschup und Mayo….das Ganze für 10$ für uns Beide zusammen-geht auch mal billig. Allerdings rührten wir weder die Banane,  die Tortillas noch die Mayo an. Aus Sicht der Costa Ricaner ein verschenktes Essen, wir pflegten mittlerweile zu Zweit Montezumas Rache und waren nur scharf aufs Huhn.

Am nächsten Tag ging es um 6:00 Uhr Richtung Liberia, die Fahrt zog sich, wir fuhren aber an grandioser Natur und einigen Nationalparks vorbei. Zum Beispiel bewunderten wir den Vulkan Maderas und Cenception von Ometepe bereits 20km  vor der Grenze zu Nicaragua. Außerdem sahen wir den Vulkan Rincon de la Vieja und ganz viele andere Nationalparks auf unserem Weg nach Nica. Bezüglich des Grenzübertrittshype verweise ich auf den  kommenden Bericht Nicaragua I …..sollte Jeder mal erlebt haben und sich danach über die Bürokratie in Deutschland aufregen!

Fazit zu Costa Rica: Ich habe in den drei Tagen sehr oft an Neuseeland gedacht,  einfach alles hat mich an Under Down Under erinnert. Wer grandiose Natur liebt, die Farbe grün mag und auch die leicht erhöhten Preise finanzieren kann, wird sich in  Costa Rica sehr wohlfühlen. Die Straßen und Hotels sind top, das Essen ist relativ günstig. CR ist leicht zu bereisen, Englisch wird fast überall gesprochen. Alerdings sind die Vergleiche zu USA, Kanada,Oz und NZ  oder auch Nordeuropa durchaus berechtigt….Costa Rica ist nicht nur pura vida, sondern auch das Vorzeigeland Mittelamerikas. Was mich erstaunt hat, sind die vielen Backpacker, die alle an den Preisen mosern und CR insgesamt eher schlecht machen. Umso erstaunter bin ich, weil Costa Rica eins der wenigen Länder mit 100% Ökotourismus sind UND als eines der wenigen Länder sicherstellen, dass man von seinem Job auch leben kann…..deshalb sind die Touren auch so teuer und müssen es auch sein. Alleine deshalb müssten doch unsere Backpacker, Veganer und Yogaanhänger gerne dieses Land unterstützen. Costa Rica hat seit 1949 keine eigene Armee und verügt über einen ähnlichen Status wie die Schweiz, chapeau….

Ich werde mit Sicherheit nochmal zurückkehren, mich reizen die Nationalparks Monteverde, Manuel Antonio, Corocvado und die vielen Strände.

Panama 2017, II: San Blas Inseln, im Land der Kuna Yala

Um 4:45 Uhr war die Nacht vorbei, Gott sei Dank hatte ich recht gut geschlafen, war total verschwitzt und stellte fest, dass meine Körpertemperatur wieder bei 37 Grad eingependelt war. Um 5:15 Uhr wurden wir von Tito, dem Fahrer von Panama Travel Unlimited, abgeholt. Nachdem wir noch drei Mädels in Panama Stadt aufgepickt hatten, ging es gut und gerne zwei Stunden Richtung kolumbianische Grenze. Es war bedeckt, schwül mit Regenneigung. Unser Auto machte Zicken, Tito hing über der Motorhaube und suchte den Fehler.

Um in das autonome Gebiet der Kuna Yala/ San Blas Inseln zu kommen, sind Gebühr und Passkontrolle absolut notwendig. Wer noch mehr Infos bzgl. der Unabhängigkeit (seit 1938) und der Inselkette San Blas haben möchte, schaut hier:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Guna_Yala

Auffällig ist die „Staatsflagge“ der Kuna Yala, als auch die Flagge der Dule- Revolution von 1925. Man sieht nämlich die Swastika, allerdings „herumgedreht“…. dennoch bekommt man als Deutsche immer ein merkwürdiges Gefühl. Und es ist immer wieder interessant wo der erste Mann mit schlechter Frisur und komischem Schnauzbart so alles abgekupfert hat! Mal sehen, was der zweite Mann, der mit dem orangefarbenen Eichhörnchen auf dem Schädel, noch klauen geht!

Wir hielten unterwegs noch an einem Aussichtspunkt ohne Aussicht und wurden am Hafen auf eine Art Speedboat verfrachtet, das bei mir in den nächsten Tagen den Beinamen „Seelenverkäufer“ bekam. Wir schluckten in den darauffolgenden Tagen sehr viel Salzwasser, wir waren grundsätzlich klatschnass ( inkl. Gepäck) und meine Taktik, statt auf die Corns zu fliegen, doch lieber nach San Blas zu fahren, wurde obsolet. Schlimmer als die  Stunden die wir auf dem Wasser in den Wellen hingen, kann die Überfahrt von Big Corn nach Little Corn auch nicht sein!

Zuerst fuhren wir auf eine der Gemeinschaftsinseln um zu tanken. Auffällig war der viele Dreck auf dem Wasser, später bestätigten uns ein paar Volunteers auf Cayo Blanco,dass die Kunas leider so gar kein Verhältnis zu Müll umd Umwelt haben. 

Nachdem unser Boot betankt war, fuhren wir wie die wilde Luzie übers Meer. Überall sah man Spiegeleiinseln wie auf den Malediven….kreisrund mit viel Palmen in der Mitte.

Unsere Insel für die nächsten Tage wurde Cayo Blanco. Wer in den windschiefen Cabanas wohnte, blieb auf der Hauptinsel, die Zelter (also wir) mussten nachts auf eine Nachbarinsel.

Blick auf Cayo Blanco

Cayo Blanco war ein bescheidenes Eiland mit vielen Wauzis und einer großen Kuna Gemeinde. Die Kids stellten allerlei Blödsinn an, die Männer gingen fischen, die Frauen stickten Molas…..um die Inseln kümmerte sich Niemand. Die Touristen wurden vom Familienoberhaupt und von ein paar Volontären versorgt. Insbesondere die sanitären Anlagen waren nicht mehr basic sondern lagen weit darunter. Trotzdem war es so schön….einfach ganz weit weg von der Zivilisation.

Nach unserer Ankunft gabs Frühstück und im Anschluß eine andere Insel (Perro chico) mit nettem Strand und guter Aussicht auf ein anderes Spiegelei. 

Bevor wir nach Coco Blanco zurückkehrten fuhren wir auch zu einer Sandbank, die La Piscina genannt wird. Dort sahen wir Seesterne…beim ersten Mal allerdings nicht, erst beim zweiten Besuch.

Den restlichen Tag vergammelten wir auf Coco Blanco und gegen 21:00 Uhr ließen wir uns zum Übernachtungsspiegelei fahren. Dort war es himmlisch ruhig nur die sanitären Anlagen waren noch grenzwertiger…..Klos ohne Wasser bringen eben nicht viel.😬

Auch am zweiten Tag fegten wir übers Meer, schluckten viel Wasser, genossen frischen Fisch und Sonne, Strand und Karibik pur.  Uns gefiel die Wahl der zweiten Insel noch besser, sie war größer, hatte schöne Cabanas und einen wahnsinnig schönen Strand….allerdings mit einer ziemlichen Strömung.

Als wir das Kleinod am Nachmittag verließen rumste unser Boot gegen den Steg. Es gab ein hässliches Geräusch und Jeder schaute etwas unsicher und bestürzt. Es wurden Rettungswesten ausgeteilt, Mathias und ich hofften, dass kein Haarriss im Rumpf entstanden ist…..wäre blöd mit Iphone, Ipad, Kameras und natürlich samt Pass und Dolleros (Balboa haben wir nie gesehen) in der Karibik zu treiben. Wir hielten krampfhaft den Tagesrucksack fest und überlegten uns einen Schlachtplan für die doch recht lange Überfahrt zurück ans Festland am Folgetag. Abends packten wir tatsächlich einen Brustbeutel  mit Pässe, Kreditkarten und Geld…..damit wären wir wenigstens relaxt nach Hause gekommen.

An unserem letzten Tag bekamen wir die beste Insel im Archipel präsentiert, sie hatte den schönsten Strand und eine große Kuna Gemeinde, die die Insel bewohnten und tatsächlich pflegten. 

Wir besuchten auch La Piscina nochmal und freundeten uns mit einem kleinen Seestern an. Dieser war uns so zugetan, dass er unbedingt mit aufs Bild wollte.

Abschied von San Blas

Gegen 15:30 wurden wir zurück zum Festland gebracht, auch die letzte Überfahrt war nass, wackelig und nichts für schwache Nerven. Diesmal hatte ich allerdings meine Softshell mit 15.000er Wassersäule über die Crumpler gelegt und somit blieb wenigstens das Tagesgepäck trocken.

Wir hatten gelesen, dass um 18:30 Uhr der letzte Bus vom Allbrook Bus Terminal in Panama nach Almirante fährt-wir erreichten den Busterminal um 18:37 Uhr und hetzten zum Schalter. Dort sahen wir, dass um 19:00 Uhr der letzte Bus gen Bocas del Toro fährt. Es war 18:42 als die Fahrkartenverkäuferin dem Menschen vor uns erklärte, dass der Bus voll wäre und auf mañana vertröstete. Ich stellte mich bereits am Schalter für Tickets nach David an als die Dame uns nochmal zurückrief und tatsächlich die letzten zwei Tickets freigab…..der Mann vor uns war verschwunden. Auf den Tickets stand 19:30 Uhr und es waren tatsächlich die letzten zwei Plätze, hinten in der letzten Reihe. Übrigens benötigt man nicht nur ein Ticket sondern auch eine Bahnsteigkarte für 1,50 Dollar pro Person….an dieser wären wir dann fast nochmal gescheitert. Zehn Minuten vor Abfahrt erklärte uns die Controlettitante ziemlich abgenervt, dass wir diese zwingend benötigen. Da der Schalter voll war, drängelte sich Mathias vor und zu guter Letzt hatten wir das Unmögliche wahr gemacht, wir saßen im Bus nach Almirante.

Mein Fazit zu den San Blas Inseln: Ein fast unberührtes Paradies mit mittlerweile recht vielen Backpackern und Tagestouris. Diese wiederum haben  die Probleme der modernen Gesellschaft auf die  Eilands gebracht, was nicht nötig gewesen wäre…..es müssen keine Dosengetränke von den Reiseveranstaltern in diesen Teil der Welt mitgenommen werden…..schon gar nicht, wenn man weiß, dass die einheimischen Bewohner der Inseln diesbezüglich kein Gefühl und Verständnis haben.

Insgesamt bleibt allerdings anzumerken, dass Panama ein großes Müllproblem hat.

Panama 2017,I : Panama City und der Panama Kanal

Mit viel Rotz im Gepäck ging es am 03.02.2017 auf nach Panama.

Wir waren froh, dem Deutschen Winter zu entkommen, dennoch gruselte ich mich vor dem langen Flug mit Halzschmerz und elendiger Rotzerei, meine Körpertemperatur war weit höher als die erlaubten 37 Grad😳 Der Early Bird hob pünktlich morgens um 6:00 Uhr ab, es war die erste Maschine an diesem Tag, die in TXL startete. In Amsterdam bewunderte ich wieder mal den Flughafen, der nach der ganzen Umbauerei noch schöner geworden ist. Uns wurden die 3 Std. Warterei nicht langweilig, für mich ist eh alles besser, was sich am Boden abspielt, Ich. werde in diesem Leben kein strahlender Fluggast mehr werden. Das befreite Lächeln kommt grundsätzlich erst nach der Landung😜.  Der Flug nach Panama City startete mit rd. 40 Minuten Verspätung, die auch nie wieder hereingeholt wurden, so dass wir erst weit nach 17:00 Uhr in Panama City landeten. Dafür wurden wir mit Live Musik original panamaisch begrüßt🇵🇦, das Abenteuer konnte beginnen.

Der Tocumen Airport erfährt zur Zeit ebenfalls ein Facelifting, Panama macht sich fit für den großen Touristenansturm. Wir fuhren für 30 $ nach Casco Viejo und landeten in unserem Boutiquehotel Casa Panama, mit schöner Aussicht auf die Skyline, tollem Dachrestaurant und Pool. Unser Zimmer hatte bezaubernde 8qm, wir bekamen für 70€ die Nach genau 1,20m Bettcehn, oh wie schön und teuer  ist Panama. 

Obwohl die Verpflegung im Flieger gut gewesenw war, überkam uns ein kleines Hungerhen und wir erkundeten die Dachterasse und die dortige Speisekarte…..na hoppla, unter 15$ pro Essen war nichts zu machen, ein Bier mit 3,50$ ist auch nicht asiatisch. Ums kurz zu macnen, der Octopus mit gegrillten Kartoffeln war grandios, das Essen seine 35$ insgesamr wert….eins wurde uns aber zu diesem Zeitpunkt bereits klar, ein Schnäppchen Urlaub wird das hier nicht!

Der Jetlag, mein Rotz und die Tatsache, dass uns der Wecker am nächsten Morgen um 4:45 aus dem Bettchen holen würde, veranlasste uns zum sofortigen Federball nach erfolgter Katzendusche ohne Haarewäsche. Die Nacht war erbämlich, wir hörten Bässe von der Dachterasse -ob nun von unserer oder  den gefühlt 100 anderen Dachbars war eigentlich auch egal. Unser Zimmer ging zur Straße heraus und die Panamanen ( echt, es sind Panamanen)  lieben es zu hupen auch wenn es nichts zu hupen gibt so morgens um 3:00 Uhr! Dennoch fühlten wir uns einigermaßen fit und wurden ohne Wecker wach. Unser Taxi brachte uns für 15$ über den Amador Causeway zum Fähranleger.

Wir hatten Glück, statt 400 Kanallustige waren wir nur zu 180 und da eine deutsche Reisegruppe mit an Bord war, bekamen wir alle Erläuterungen auch auf Deutsch…..bei dem ganzen technischen Zeugs sicherlich von Vorteil.

Der Kanal wurde 1914 eröffnet und rund 14300 Schiffe gehen jährlich durch den Kanal. Seit der Kanalerweiterung und dem Bau von neuen Schleusen ( 2 Schleuse jeweil für Miraflores und Santa Clara) können nun auch größere Schiffe durch den Kanal fahren. So bewunderten wir z.B das größte Container Schiff der Welt. Wir starteten auf der Insel Flamenco, fuhren während des Sonnenaufgangs gen  Puente de las  Americas und reihten uns hinter unsere zwei Mitstreiter ein-ein Container Schiff aus Haifa und die Brilliant Phoenix. Mit der Phoenix gingen wir in alle Schleusen, damit der Veranstalter „nur“ 5000 Dollar statt um die 500.000 Dollar zu zahlen. Das teuerste Schiff war übrigens die Queen Mary mit 1,5 Mio Dollar. Damit sind aber noch keine Extrakosten wie Schleppschiffe im Gatunsee oder die Seile der Lokomotiven berechnet. Der Kapitän übergibt auf dem Kanal, auf der gesamten Länge, das Kommando an einen Lotsen der Panama Gesellschaft, selbst Kriegsschiffe gehen in das Kommando des  Kanals…..kein einziger Kapitän hat sein Schiff bislang eigenhändig durch den Kanal gefahren. Die Gesamtstrecke beträgt 82km, inkl. des künstlichen Gatun Lakes und einem Haufen Krokodile im Kanal. Wir sahen gestern zwei Exemplare. Es  gab auch mal einen Schwimmer, der durch den Kanal gepaddelt ist, das ist aber mittlerweile streng verboten.

Am Spannensten waren natürlich  die Schleusen und die zwei Riesenpötte die uns begleiteten, wir kamen uns sehr klein. neben diesen  Megaschiffen vor. Zunächst gings durch die Miraflores Schleusen und  Pedro Miguel, die sehr nah beieinander liegen.

Abfahrt aus Flamenco 

Frank Gehry hat sich ebenfalls hier verewigt Bio Museum

Puente des las Americas, Highway No.

Blick auf die Hafeanlagen von Balboa

Miraflores Schleusen


Die Versorgung auf dem Dampfer war viel zu gut, neben Frühstück wurde auch Mittag  und Kaffee serviert. Die Vernastalter wissen schon, wie sie die Reisenden 12 Stunden beschäftigen konnten.

Auf dem Weg zu den Pedro Miguel Locks

Last but not least, Gatun Schleusen.

Von Colon aus fuhren wir mit dem Bus nach Panama Stadt. Colon hat mich sehr an Kuba erinnert, genauso marode und heruntergekommen.

Wir waren gegen 19:30 wieder in Casco Viejo und gingen noch essen, da mein Magen die vielen Medikamente nicht gut verkraftete. Wieder waren wir fast 40 Dollar los…..die Preise machten uns sprachlos. Um 21:00 Lag ich mit Fleecejacke und Schal im Bett. Ich hatte mich mit Allem gedopt, was möglich war.

Von draußen kamen die Samstag Abend Bässe, das Geschrei der Latino Mädels…..wir hofften auf eine ruhige Nacht.

Heute früh das erste Fazit zu meiner Gesundheit gezogen. Obwohl die Nacht laut gewesen waren, hatte ich nach einigen Einschlafschwierigkeiten ( Kopfweh) ganz gut gepennt. Meine Temperatur war mit 37,5 eindeutig zu hoch und passte sich den Außentemperaturen perfekt an. Der Rotz hatte sich zu einem echten Ärgernis mit roter Neese, Herpes auf der Lippe, und  absolut dichten Nebenhöhlen entwickelt-egal…Show must go on.

Unser Frühstück im Hotel war recht gut, wir stärkten uns und schauten uns die  Altstadt an, die bereits ins  Weltkulturerbe aufgenommem wurde. Allerdings war ich überrascht, wieviele Ruinen zu bewundern waren. Wenn ich an alle Kuba Kritiker denke, diese möchte ich gerne mal Casco Viejo zeigen. Mehr als 50% der Häuser sind nur Ruinen, da gibt es noch viel zu tun.

Wir erliefen uns das Viertel und gingen in einer echten Panama Kneipe ohne Schnick und Schnack bereits um10:30 zum ersten Bier über. Klärchen gab alles, die hatte kurzweilig den Eindruck ich müßte einfach nur umfallen.


Am Nachmittag hatte ich mich soviel berappelt, dass ich den hiesigen Fischmarkt aufsuchen konnte. Wir fraßen uns durch drei Töpfe Ceviche und Mathias grinste im Kreis-ich schmeckte leider nur süß, salzig, sauer ….aber gesund war es alle Male.

Unseren Plan zum Busterminal zu fahren um an Bustickets nach Almirante zu komme , verwarfen wir recht schnell wieder. Ich war gesundheitlich dazu nicht in der Lage und Mathias hatte Gottvertrauen….nach David kommen wir immer….schauen wir mal, wie es nach San Blas weitergeht.

Für unsere Zukunft sorgten wir ebenfalls, richteten uns eine Briefkastenfirma auf SyM Ltd. ein, in den nächsten Panama Papers werden wir wohl erwähnt werden😂🇵🇦

Zum Schluss kommt noch der berühmte Blick auf die Skyline

Guatemala 2012

Im Januar 2012 schob mir meine Mama, bei einem gemeinsamen Sonntagsfrühstück die Zeitung über den Tisch.

Es war der Jahres- Mordindex von 2011, mit der traurigen Billianz, dass Guatemala und Honduras auf den  Plätzen 1 und 2 lagen! 17 Tote im Durchschnitt in Guate City- täglich- oha …..das bringt selbst den hartgesottenen Reisenden zunächst mal ins schlucken. Ja, ich gebe zu, es war im ersten Moment nen bissel angsteinflößend!

Aber wir wollten gar nicht nach Gutemala Stadt und  bei der weiteren Planung, nahmen wir das Sicherheitsrisiko einfach mit in die Planung. Der ernste Blick meiner Eltern und von Mathias machte mich  zwar ein wenig stutzig aber minderte die Vorfreude nur ein wenig. Die Armbanduhren wurden vor der Reise abgenommen,. Ohrringe, Ringe  ( bis auf eine schlichten Ring aus Peru, der einem Ehering nicht unähnlich sah)  und Halsketten blieben ebenfalls Zuhause. Bis auf eine billige Holzkette sowie einer Casio Armbanduhr im 80er Jahre Style  die uns die Uhrzeit vorher sagte, hatten wir nix von Wert dabei.

Unser längst eingemotteten ersten Digi Cams erlebten ihr Comeback und Ende Januar 2012 machten wir uns mit eigentlich aussortierten Klamotten auf den Weg nach Guate. Aufgrund dieser Tatsache, bitte ich um mea culpa….die Fotos sind ok, sie sind nicht spektakulär, Digis aus 2005 waren eben nicht besser 🙂

Ich war stark erkältet und der Flug über die USA war schrecklich. Wir flogen über Dallas und waren von der Einreise und Re-Checkin irre  abgenervt, da konnte auch das wlan on board nicht viel retten.

Unser Ankunft in Guatemala war unspektakulär , wir  hatten uns einen Transfer organisiert, um sicher von Guatemala Stadt nach Antigua zu kommen. Es war gegen 20:00 Uhr, als wir durch eine stockdustere Stadt fuhren. Es waren keine Menschen in den Straßen zu sehen, kaum Autos auf den Straßen. Die Einwohner verschanzten sich in ihren Häusern.

Das koloniale Antigua war anders, dort waren in den spanisch-kolonialen Häusern Lichter an, in den Restaurants und Kneipen brummte noch das touristische Leben.

Antigua wurde in den nächsten Wochen so etwas wie unsere Heimat-wir kehrten immer wieder in das Puppennest  zurück.

Ich verglich Guatemala oft mit einem Mexiko, wie es vermutlich vor 20 Jahren mal gewesen war. Der Maya Anteil in der Bevölkerung liegt bei weit über 60 %, der spanisch-europäische Bevölkerungsanteil nur bei rd 20%, der bevorzugt in der Hauptstadt wohnt und dadurch kaum in Erscheinung tritt.  Die restlichen 20% sind Mestizen.  Der hohe Mayaanteil in der Bevölkerung  ist bis heute sowohl in Kultur und Religion allgegenwärtig. so hat sich in Guatemala eine Mix-Religion entwickelt, die wohl Schamanenkult als auch den klassischen Katholizismus anbetet und in der Kirche Santo Tomas‘ in Chichicastenango bewundert werden kann.

Unsere ersten Tage in Antigua verbrachten wir mit dem Auskurieren des deutschen Winterrotzes und staunen, staunen, staunen…..

Antigua ist eine wunderschöne, bunte Stadt :dsc04486_picnik

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Wir besuchten die Kirchen der Stadt, die alle  nicht überrestauriert worden sind, zum Teil als halbe Ruinen bewundert werden können.

Das liegt sicherlich auch an der Armut im Land…..dsc00494

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Die Kathedrale von Antigua, die Fassade ist ok-  der Hauptraum auch, der Rest ist Ruine, zerstört bei einem Erdbeben: dsc00239

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Der Ausblick auf den Fuego begeisterte uns und wir schlugen viel Zeit auf dem Malecon „tot“ und genossen  das Treiben auf dem Platz.

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Für alle Lesenden, in Zentralamerika heißt der Hauptplatz Malecon, in Südamerika dann “ Plaza de Armas“.

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Das Essen in Guatemala ist nur in Anlehnung mexikanisch. Es gibt Tacos, Nachos  und Ceviche aber der Geschmack ist nicht aus den us -amerikanischen Touri ausgerichtet, sondern weitaus derber in der Zubereitung. Zu Allem gibts  Bohnen und Reis und ab und an ein Stück Fleisch oder Fisch. Im Großen und Ganzen keine aufregende Kost.

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Die Märkte sind bunt, bunter als in Mexiko….erinnerten mich sehr an Peru: dsc00501

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In Mittelamerika funktioniert der gesamte Nahverkehr über die sogenannten Chicken Busse, alte ausranigerte Schulbusse aus den USA.  Diese werden ähnlich, wie auf den Philippinen die Jeepneys, bunt angemalt und gehegt und gepflegt. dsc00578

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Nach zwei Tagen  zog es uns zum Pazifik. Nur mit dem Notwendigsten gings im Minibus  Richtung  Monterrico. Wir fuhren rd. 3 Std zum Pazifik und bereits gegen 9:30 Uhr waren wir am Meer. Es war Sonntag und die  Reichen und Schönen gammelten in den paar Backpacker Resorts im schwarzen Sand.

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Ceviche in allen Varianten-yummy dsc00830

Fischsuppe – mit ganzen Früchten: dsc00823

Zum Nachmittag wurde es menschenleer und wir hatten sowohl die Anlage als auch den Strand für die nächsten Tage fast für uns alleine. Monterrico hat zwar eine gute toruistische Infrastruktur, wirkt aber verglichen zu den Strandorten in Mexiko sehr verschlafen.

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Zum Baden eignet sich der Pazifik bekanntermaßen eher wenig-es sei denn man steht auf hohe Wellen und Strömung. Ich musste sofort an Puerto Vallarta, Puerto Angel und Puerto Escondido denken…..wieder mal blieb ich im Liegestuhl, in der Hängematte und am Pool hängen.

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Nach drei Tagen ging es am späten  Nachmittag zurück nach Antigua, von wo wir am nächsten Morgen zu unserem Kurztrip nach Honduras starteten.

Wer mehr über Honduras lesen möchte, schaut bitte hier: http://allcontinentsinonelife.com/honduras-2012-copan-ruinas-finca-el-cisne/

Wieder in Guatemala: Wir wurden  kurz hinter der Grenze, in der so nichtsagenden Stadt Rio Hondo aus dem Minubus geschmissen und unserem Schicksal überlassen. Rio Hondo, ein Straßendorf mit Toiletten, die in die Geschichte eingingen- nur China war schlimmer. Irgendwann kam ein Reisebus und  nahm uns mit…..wir waren froh, diesen so nicht heimischen Ort verlassen zu können.

Mit uns zusammen stieg ein Mädel ein, die kurz nach dem Schließen der Türen- damit wohl Niemand flüchten kann- die „Bergpredigt“ auf uns niederprasseln ließ. Unser Spanisch lässt ja zu wünschen übrig aber wir haben viel „Jesus“ und viel „Satanás“  verstanden….. komischerweise zeigte sie immer auf mich, wenn das Wort Satanys fiel und ich fiel vor Lachen von meinem Sitz….ich lachte, lachte, lachte ! Viel später erfuhren wir,  dass es sich um eine Zeugin Jehovas handelte, die uns bekehren wollte. Ich war für sie wohl der Satan in persona. dsc01687

An der nächsten Haltstelle kam ein Pastor in den Bus und segnete uns, anschließend übernahm ein Vitamin Verkäufer das Programm und versuchte seine B und C Tabletten an Männlein und Weiblein zu bringen. Er lief im Gang des Busses auf und ab und vertrömte einen eigentümlichen Tablettengeruch aus. Wir kamen aus dem Lachen nicht mehr hinaus und war echt schade, als wir vom Busfahrer an der Brücke über den Rio Dulce aus dem Bus „geschmissen“ wurden. Das Backpacker lag unterhalb der Brücke, malerisch am Wasser- über uns donnerten die LKWs und Busse.

Das Rio Dulce Backpacker war eins der einfachsten Häuser in denen ich geschlafen habe. Es wurde gemeinnützig aufgebaut, und ist als Arbeitsplatz für elternlose Kinder gedacht. In der Nacht mussten wir 1x das Zimmer wechseln, weil ein herrenloser Kater mein Kopfkissen wohl markiert  hatte und es in dem Zimmer erbärmlich stank…..man muss alles mal erlerbt haben.dsc01718

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Rio Dulce gab nicht viel her, wir hatten bereits Probleme an Kohle zu kommen. Es gab aber am Hafen ein super Restaurant mit der besten Ceviche von Guatemala.

Was allerdings richtig toll war, war der Blick von der Brücke auf den Lage de Izabal.dsc01735

Am nächsten Morgen liefen wir über die Brück und fuhren mit der öffentlichen Fähre über den Lago de Izabal, dem Rio Dulce und weiter zu einem Nebenarm, dem Rio Tatin. Dort erwarte uns das Dschungelparadies schelchthin, die Finca Tatin.

Zunächt aber ein paar Impressionen vom großen Fluß und See:

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Die Finca Tatin war eins meiner absoluten Highlights. Die Anlage wurde erbaut von einem Argentinier, die rechte Hand war Paolo, ein  Junge von Madeira. Es gab Gemeinschaftsunterkünfte und Bungalows. Einen Tower für Spiel und Spass ( Massageraum und TV mit DVD Player) . Selbst eine Mayasauna war vorhanden, die Mathias un ich sehr liebten.

Der Bootsanlegerdsc02018

Kleine Impressionen: dsc02110

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Neben dem Dorm gabs natürlich auch Bungalows, die alle tolle Namen hatten, Wir wohnten im Mariposa mit eigenem Zugang zum Fluss und Bar :-).

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Das Frühstück gab es a la carte, abends wurde gemeinsam gegessen. Das Essen war fantastisch. Wir verbachten die Tage mit lesen, baden und Kanu fahren.

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Ich wurde fleissig von den Mücken zerstochen und nachdem auch wirklich alle Sachen klamm und feucht waren, nahmen wir nach drei Tagen Abschied vom Paradies und ließen uns vom Eigentümer der Finca nach Livingston bringen.

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Es folgte eine tolle Bootsfahrt durch den Canyon und die Ankunft im wilden Livingston-eine Stadt in der alles anders ist. Zum Einen gibt es keine Straße nach Livingston, man kommt nur mit der Fähre in die Stadt, zum Zweiten leben in dem Ort  die Garifuna-eine schwarze Minderheit, die aus Belize und Jamaika kommend, hier heimisch wurde. Die Atmosphäre erinnert demzufolge auch mehr an Jamaika, ja sogar Afrika, als an Mittelamerika.

Wer nun glaubt, dass auf uns  traumhafte Strände  der Karibik warteten, dem sei gesagt……Guatemala hat genau einen einzigen Sandstrand und ansonsten nur Mangroven im Küstenverlauf. Den Strand bewunderten wir aber auch, Foto kommt weiter unten.

Wir wohnten in einem zauberhaften Hotel, Casa Rosa…..hübscher Bungalow und ein tolles Haupthaus, direkt am Meer….. mit schönster Aussicht

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Livingston hat seine ganz eigene Atmosphäre, es gibt genug Leute die mit dem Ort nichts anfangen können. Er ist heruntergekommen, der Stadtstrand ist fürcherlich und bis auf Reggae und nen paar heruntergekommene Hippies und Garifuna gibt es eigentlich nicht viel. Ich empfand den Ort ziemlich laid back und würde jederzeit wieder hinfahren…..es ist eben die Karibik und vermutlich Jamaika und Haiti ähnlicher als dem Rest von Guatemala. Unser Wunschausflug auf eine der Belize Cayes musste leider ausfallen, das Wetter war zu schlecht, schade….

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Keine Augenweide dsc02569

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Sonnenuntergang über der Karibik dsc02635

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Und dann zog es uns doch zu dem einen, einzigen hübschen Strand an der guatemaltekischen Karibikküste-white beach genannt. Zunächst ging es per Boot zu einer Wasserbecken/Minifallformation, die Siete Altares….sieben Minikaskaden— genannt wird. Man darf dort auch baden, wir verzichteten aufgrund des Laubs auf zweifelhafte Badefreuden und verschoben das Planschen lieber auf den vorsprochenen Strand

Siete Altares dsc02832dsc02842dsc02829

Danach durften wir uns überzeugen, es gibt ihn….den Traumstrand, der dann auch wirklich standhalten kann, mit dem Inbegriff Karibik: dsc02857dsc02863dsc02916dsc02919

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Nach drei Tagen fuhren wir mit dem Boot wieder durch den Canyon, nach Rio Dulce und von dort mit dem Nachmittagsbus nach Flores.

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dsc02994Die Fahrt nach Flores zog sich wie Kaugummi, wir waren erst gegen 21:00 Uhr am Ziel und fielen dann auf „Enrique das Ticketschwein“ hinein- wobei uns dies an diesem Abend noch nicht bewusst war. Als der Bus zur Insel hinüberfahren wollte, stieg ein Mann ein und machte Werbung für Touren nach Tikal und bot den Verkauf von Bus Tickets zurück nach Guatemala Stadt/ Antigua an. Obwohl wir im LP gelesen hatten, dass man auf gefakte Tikcetverkäufer nicht hineinfallen sollte, geschah uns genau das ! Wir kauften für nen schmalen Taler die Tikal Tour und für etwas mehr Taler unser 1st. class Ticket nach Antigua, drei Tage später…..alles weitere dann im späteren Verlauf des Berichts.

Wir bezogen unser Hostel, welches einem deutschen Archäologen gehörte. Atmosphäre war locker, unser Zimmer ganz  nett….das Restaurant grandios.

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Flores ist ein Nest, liegt malerisch auf einer Insel und eignet sich super um nen Tag zu verbummeln. Leider regnete es am Morgen und der Charme der Stadt kam nicht so ganz zum Tragen.

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Wir bummelten auch über den Markt vom Festland und genossen am Nachmittag die Sonne, die sich irgendwann zeigte.

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Am nächsten Morgen ging es in aller Hergottsfrühe in die Ruinen von Tikal. Erstaunlicherweise stand unser Shuttle bereit und zu diesem Moment glaubten wir auch noch an die  Weiterfahrt nach Antigua am späten Abend. Wir fuhren bestimmt eine Stunde durch das noch nachtschlafende Guatemala und waren ca. 30 Minuten vor Sonnenaufgang an den Ruinen.

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Tikal ist wilder Dschungel, wilde Tiere und alles sieht monochrom mit ein wenig grün aus. In den Ruinen war eine unglaubliche Stimmung, wir waren fast alleine, es störten keine Reisegruppen. Ich war natürlich scharf auf den Tempel des Jaguars, für Mathias war es erst seine zweite Mayaanlage nach Copan/ Honduras.  Ihn begeisterte ALLES an Tikal.dsc03265

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Voller Eindrücke kehrten wir zum Nachmittag wieder nach Flores zurück. Wir checkten aus und trödelten durch den Ort. Abends wollten wir noch gemütlich essen und gegen 19: 00 Uhr den Nachtbus nach Guatemala City nehmen. Es wurde 19:00, dann 19:15, dann 19:30…..uns schwante, dass wir wohl nicht so einfach aus Flores wegkommen würden. Unser Wirt fragte nach und schlug die Hände über den Kopf zusammen, als er erfuhr, dass wir auf Enrique hineingefallen waren.
Wir riefen im Reisebüro an, der Idiot ging sogar an die Strippe….wir übten eine Art Telefonterror aus, unser Wirt drohte. Am Ende stand gegen 21:00 Uhr ein Taxi vor dem Gästehaus. Dieses fuhr uns zum Busbahnhof und der Taxifahrer zahlte unser Busticket für die seconda class…..eine Blechmühle, die uns aber ebenfalls sicher bis Guate City brachte. Die Differenz hatte sich das Ticketschwein unter seine dreckigen Nägel gerissen.

Die Nacht war ruhig, gegen 5:00 Uhr morgens kamen wir in Guatemala Stadt an. Wir warteten auf dem Busbahnhof auf die Dinge die da so kommen sollten und tatsächlich saßen wir 45 Minuten später in einem Minibus nach Antigua.  Dort angekommen gab es ein tolles Frühstück, danach schliefen wir uns erstmal in unserem  Hostel aus. Wir waren sooooo happy, wieder in unser Wohlfühloase zu sein.  Den Nachmittag verbummelten wir in Antigua, gingen auf den Markt in den Supermarkt und kümmerten uns um unsere Pacayabesteigug am nächsten Tag.

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Mittelamerika ist Vulkanland, der Pacaya ist nur einer unter vielen Vulkane, den man in Guatemala besteigen kann.

Wikipedia schreibt zum Pacaya:  Der Pacaya ist einer der aktivsten Vulkane der Welt. Er liegt südlich von Guatemala-Stadt, seine Eruptionen können meistens von dort beobachtet werden. Während der spanischen Kolonialzeit wurden insgesamt 23 Ausbrüche registriert. Danach ruhte die Tätigkeit ungefähr ein Jahrhundert, bis es im Jahr 1965 wieder zu einem heftigen Ausbruch kam. Seit dieser Zeit besteht eine kontinuierliche Aktivität. Die Eruptionen sind in der Regel strombolianisch mit Hunderten von täglichen Explosionen. Die strombolianischen Eruptionen werden durch Entgasung des Magma ausgelöst, sie schleudern glühende Lavabomben oft Hunderte Meter in die Luft und produzieren auch kleinere aa-Lavaströme. Der einfachste und sicherste Weg, den Pacaya zu besteigen, ist eine Tour bei einem der Reisebüros in Antigua Guatemala zu buchen, dort werden tägliche Touren für ca. sieben bis neun Dollar angeboten. Während in den 90er Jahren immer wieder bewaffnete Überfälle auf Vulkanbesucher berichtet wurden, hat sich in den letzten Jahren die Sicherheitslage wesentlich gebessert, denn im Jahre 2000 wurden der Vulkan und seine Umgebung zum Nationalpark erklärt. Seitdem wurden u. a. Pfade und Schutzhütten angelegt, und Ranger gewährleisten die Sicherheit der Besucher. Wenn man ohne organisierte Tour anreist, ist im Besucherzentrum in San Francisco de Sales eine Eintrittskarte zu lösen, und es wird empfohlen, den Vulkan nicht ohne Führer zu besteigen. Man benötigt etwa drei Stunden, der Aufstieg ist nicht schwierig, aber anstrengend, auch wegen der Höhenlage. Die letzten 150 Meter Höhendifferenz müssen durch die tiefe, lose Asche und Schlacken des Gipfelkegels erklommen werden.

So machten auch wir uns mehr oder weniger enthusiastisch auf den Weg. Ich war überrascht, wie anspruchsvoll teilweise der Weg war…die gegrillten Marshmallows schmeckten später umso besser. Und somit war bewiesen, der Pacaya ist noch aktiv.

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dsc03493_picnik-kopieBlick in den Krater

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Am nächsten Morgen ging es wieder mal per Minibus zum Lago di Atitlan- unser letztes Abenteuer, bevor uns die American Airlines nach good old Germany bringen sollte. Wir wohnten in Panajachel, der Tourihochburg am See.

Der Atitlan wird auch als schönster See der Welt tituliert und so ganz unrecht hat man da nicht….er ist wunderwunderschön. Auch hier handelt es sich um eine Vulkan Caldera und nicht weniger als drei Vulkane liegen am See. Wir fuhren mit einer Nußschale  nach San Pedro de Atitlan.

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San Pedro ist ein Backpackernest….ab keines der schönen Sorte. Wir verbrachten einen entspannten Nachmittag am See und teilten den Tequila Sunrise mit einen Hundewelpen, der in der Cocktail Kneipe von seinem Besitzer vergessen wurde – das arme Tierchen, es blutete mir das Herz. dsc03745

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Markttag in Chichicastenango ! Auf was wir uns da eingelassen hatten, wußten wir erst als wir dort ankamen.

Guatemala hat  die größte Population von Maya, der einheimischen Ethnie Mittelamerikas. Mit der Ankunft der Conquistadores wurde das Land natürlich christianisiert, nur die Maya behielten eine Art Mischreligion- teils Naturreligion, bunt vermischt mit Schamanenkult und Katholizismus. Das Ganze findet seinen Höhepunkt in Chichi und dort auf dem Markt an der Kirche Santo Tomas. Da werden Opfergaben dargelegt, Schamanen agieren, Wunderheiler bieten ihre Dienste an und dazwischen die Touris, die sich staunend vor der Maya Kultur verneigen.

Wikipedia:  Nach der letzten Volkszählung hat Chichicastenango 107.193 Einwohner. 95 % der Bevölkerung bezeichneten sich als Angehörige des indigenen Maya-Volks der Quiché, 5 % als Ladinos.[1] Chichicastenango war im alten Königreich der Quiché ein wichtiges religiöses und politisches Zentrum. Nach der Eroberung durch den spanischen Conquistador Pedro de Alvarado 1524 zerstörten die Spanier den alten Maya-Tempel und bauten auf seinem Sockel die Kirche Santo Tomás (Hl. Thomas). Bis heute wird der Ort des Tempels jedoch noch von Maya-Schamanen genutzt, die Weihrauch und Kerzen auf ihm anzünden und manchmal Tieropfer (Hühner) darbringen. Die 18 Stufen der noch vom alten Maya-Tempel stammenden Treppe entsprechen den Monaten des Maya-Kalenders.In Chichicastenango fand 1702 Pater Francisco Ximénez das Manuskript des Maya-Buches Popol Vuh, von dem er eine Abschrift und spanische Übersetzung anfertigte.

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In der Kirche selbst wurden ebenfalls Opfergaben dargebracht, man läuft über Reisigboden…..viel Christliches habe ich nicht entdecken können. Wir schlenderten über den Markt, liefen auch über den Gemüsemarkt, der in einer Halle untergebracht war.

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Ein großes Highlight ist der Friedhof von Chichi…bunt, schrill und voller Schamaninen, die ihrem Job nachgingen- bizarr und nur noch von Varanasi oder Pashupathinath zu toppen.

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Wunderheiler am Werk dsc03965

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Unseren letzten vollen Tag in Guatemala verbrachten wir in Solola, der nächstgrößeren Stadt zwischen Antigua und Panajachel. Wir fuhren Chicken Bus und bummelten auch dort über den Markt.

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Solola hat zwei Höhepunkte, seine Kirche und die Fledermausbruderschaft. Die Kirche ist selbsterklärend, die Fledermäuse sind bizarr….die Maya Männer tragen eine bestimmte Tracht, auf der Fledermäuse eingestickt sind….Mode ist, was gefällt!

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Vor unserer Rückkehr nach Deutschland durften wir an einem bezaubernden Kinderkarneval in Pana teilnehmen, bevor uns der Bus nach Antigua brachte.

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Nach drei Wochen flogen wir zurück nach Europa. Mittelamerika hatte uns zum Staunen gebracht. Eine Welt die noch  nicht vom Massentourismus überrollt worden ist. Es gibt Touris, entweder individuell oder Reisegruppen im dreitägigen Rush von Mexiko über Guatemala nach Honduras reisend. Ich habe weder Guatemala noch Honduras als sonderlich gefährlich empfunden, doch das ist subjektiv und hat ….wie ich aus Erfahrung weiß, viel mit Glück zu tun.

 

 

Honduras 2012: Copan Ruinas & Finca el Cisne

Wir fuhren in aller Frühe aus Antigua in Richtung  Grenze Guatemala/ Honduras. Unterwegs sahen wir viele gefakte Unfälle, Autos die rechts geparkt standen, viele Männer mit Blick über der Motorhaube. ….unser Minibusfahrer fuhr strikt links und an Allem vorbei.  Auf den Lastern standen Männer mit Pump Guns im Anschlag- wir selber hatten uns ebenfalls für die Überlandfahrten präpariert. Brustbeutel unterm T-Shirt mit folgendem Inhalt: Kreditkarten die zwar offensichtlich gültig aber von uns im Vorfeld als verlustig erklärt worden waren, 20 US$ ( eine verschmerzbare Summe) 10€ und ne Menge an Karten die zwar wichtig aussahen aber keinen Verlust darstellen würden, sollte es zum Schlimmsten kommen.

Alles was wichtig war, steckte in den Schuhen, wir hatten kleine Täschchen an den Innenseiten der Hosen und die Kreditkarten wurden mit Pflaster auf den Schulterblättern versteckt. Die Straße in Guatemala war prima und wir kamen super bis zur Grenze,wobei der Minibus viel zu klein und unbequem war. Mathias wußte nicht wohin mit den Beinchen.

Mit uns fuhr ein Geschwisterpaar aus Deutschland,  mit denen wir so richtig was zu lachen hatten. Die Einreise  war unspekatuklär, wir mussten die Grenze zu Fuß überqueren, wurden gewarnt Geld zu tauschen- Tauschschweine treiben ihr Unwesen.

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Die Fahrt nach Copan Runias zog sich wie Kaugummi, die Straßen wurden schlechter und die Armut offensichtlicher. Es fieselte fies von oben, Nebelwald konnten wir erstmalig bewundern. Gegen späten Vormittag wurden wir an unserem Hostel (Via Via Restaurant & Hostel ) abgeliefert.

Das Restaurant war sehr, sehr schön….die Zimmer ziemlich einfach aber ausreichend.

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Wir fuhren zunächst zum benachbarten Vogelpark, und wurden von einem Maskottchen- Papagei lautstark begrüßt. Die Vogelstation dient zum Schutz der Vögel im Nebelwald. Es werden kranke Tiere versorgt und aussterbende Arten gezüchtet. Uns hatten es die Tukane und Papageien angetan und unser Nachmittag war gerettet.

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Den Rest des Tages verbummelten wir in Copan Ruinas, einen bezaubernden Ort, noch typisch und touristisch unversaut. Die meisten Touris kommen nur in Rahmen von Tagestouren nach Honduras und verbleiben auch kaum länger als eine Nacht in Copan Ruinas.

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Wir genossen ein grandioses Maya Meal/ Maya Fondue in einem richtig urigen Restaurant und machten Bekanntschaft mit dem einheimischen Bier dsc01201dsc01194

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Am nächsten Morgen wurden wir von Carlos Castejon,  dem Boss der Finca el Cisne abgeholt. Carlos hatte in den USA/ Atlanta studiert und dann die elterliche Farm übernommen. Diese hat sich auf Ökoproduktion und Tourismus konzentriert. Was folgte, waren zwei Tage im Nebelwald mit Reiten, Baden in Thermalquellen und das Erwerben von Grundwissen in der Landwirtschaft, inkl. Kaffee,u. Kakaoanbau.

Zunächst fuhren wir aus Copan Ruinas hinaus und eine Stunde über eine unbefestigte Piste in die Berge. Unterwegs  sahen wir einige Ortschaften, Carlos erklärte uns, dass diese Ortschaften schon auf dem Land der Finca stehen würden und die Dorfbewohner auch alle für Castejons arbeiten.

Durch den Nebelwald, der bereits zur Finca gehört dsc01209

Schweinetransport , Schnappschuß aus dem Auto dsc01226

Die Piste war schlammig, das Wetter schwächelte ein wenig. Wir fuhren zum Gästehaus der Finca, welches rd. 4 km entfernt vom Hauptgebäude lag und sooo malerisch war.

Das Gästehausdsc01229

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  • dsc01245Das Küchengebäude, klassisch weit weg….damit das Haupthaus  bei einem eventuellen Feuer nicht abbrenntdsc01231

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Carlos zeigte uns die Ökoanpflanzungen und Mischkulturen auf der Finca

Arnatto, damit wird jeder Käse gelb dsc01259

dsc01272Eine helfende Hand auf der Finca

Zukerrohr , yumdsc01275

Zum Mittagesen gings es zum Haupthaus, Mutter Castejon hatte nen supertollen Rinderbraten- garantiert nachhaltig-  im Ofen.

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Wir vertrieben uns  die Zeit im Garten und spielten mit dem ungezogenen Bassetwelpen. An Chito verloren wir ALLE unser Herz.

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Ein altertümlicher Herd- es wurde tatsächlich darauf gekocht, Blick ins Wohnzimmer mit Eßecke

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Wir waren mit einem kanadischen Pärchen auf der Finca,  diese zeigten ihre Reitkünste, als es nach dem Mittagessen kreuz und quer über mehrere Stunden über das Gelände ging. …da konnten wir nicht mithalten 🙂 ! Das Areal umfasste eine immense Göße, genauere Angaben bekomme ich nicht zusammen  aber es war alles da…Wald, Gebirge, Viehherden, Fischteiche und von Kaffee, Kardamon, Kakao, Bananen, Orangen etc.etc.. die Finca el Cisne ist ein perfekter Supermarkt— und das Ganze ohne künstlichen Dünger und mit viel glücklichem Vieh . Unsere Western Ponys waren genügsam, es machte Spaß mal wieder im Sattel zu sitzen.

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Der mit den Pferden spricht :dsc01314

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dsc01339alles Finca Areal

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Nach dem beendruckenden Ritt über das Farmgelände, widmeten wir uns der Kaffeeproduktion. Die Finca el Cisne verkauft den größten Anteil ihrer Produktion in die Emirate. Diese nehmen neben Kaffee auch den Kardamon ab und die Finca darf noch selbst rösten. Anders als in Europa wo traditionell die Rohbohnen  im Land selbst geröstet werden z.B in Bremen oder Rotterdam ( Douwe Egberts).

Kaffeepflanze

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Die grünen Bohnen sind die guten……

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Kaffee mit besonderem Aroma- Chito Pups dsc01449-kopie

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Um dem Muskelkater zu entgehen, zog es uns in die heißen Mayaquellen. Es war sehr entspannend, leider kamen die Mosquitos, als es dunkel wurde.

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Abendessen gabs in unserer open air kitchen…. Indigena Essen, total lecker.

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Am nächsten Morgen genossen wir unser Wohnhaus, das Gelände drumherum

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Mit ein wenig Abschiedsschmerz sagten wir in Copan Ruinas dem ungezogenen Flegel adios und zogen weiter zu den Ruinen von Copan.

Wer ein wenig mehr über die Finca erfahren möchte, schaut hier: http://www.fincaelcisne.com/

Chito begrüßt seinen Kumpel vom ViaViaimg_0708

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Aus Wikipedia: Copán war eine im heutigen Staat Honduras gelegene bedeutende Stadt der Maya während der klassischen Periode (etwa 250 bis 900). Im 8. Jahrhundert erlebte sie ihre Blütezeit, wurde bald darauf jedoch verlassen und verfiel, wie die meisten anderen Maya-Städte im Tiefland der Halbinsel Yucatán.

Die Ruinenstätte wird seit Mitte des 19. Jahrhunderts erforscht und gehört seit 1980 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Wie der historische Name der Stadt lautete, ist noch nicht vollständig geklärt.[1]

Copan besticht weniger durch seine monumentalen Bauten, eher sind es die Stelen, die die Anlage so unvergleichlich macht. Ich hatte wenig erwartet und wurde belohnt….

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Die Kodexes sind weltberühmt…die gesamte Geschichte der Maya in dieser Region werden auf den Stelen nacherzählt.

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Die berühmte Mayatreppe mit dem längsten Mayatext der Welt und einen  Opfertisch- wer Apocalypto gesehen hat, wird wissen was ich meine…..

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Unseren Kurzaufenthalt in Honduras ließen wir im Ort ausklingen….ein Ländle, was ich in jedem Fall nochmal bereisen möchte….es lockt Utila und Tegucigalpa.

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Mathias mit seinem neuen hondurianischen Kumpel, salute…

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Ein Festessen dsc01680