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Deutschland 2020, Wismar II: Beckerwitz, BaD Wendorf & Alter Hafen

Nach einer ruhigen Nacht traktierten wir am Morgen die Senseomaschine auf unserem Zimmer und liefen, mit erstem Kaffee im Magen, zunächst zur Marienkirche, die nur  wenige Minuten von unserem Hotel entfernt lag.

Von dieser ist leider nur noch der Westturm erhalten geblieben, da britische Torpedos nicht nur das Kirchenschiff, sondern das gesamte gotische Viertel der Stadt im 2. Weltkrieg zerstört hatten. In den 60er Jahren sprengte die damalige Regierung der DDR das Kirchenschiff, ließ aber den Westturm mit seinem schönem  Glockenspiel stehen.

Anbei ein paar Eckdaten zu dieser beeindruckenden Ruine; insbesondere die Andeutung der Säulen und des Kirchenschiffes hatten es uns angetan. Diese wurden, mit der Verleihung des Weltkulturerbestatus 2002 errichtet, so kann sich der Besucher von heute noch ein Bild von der Größe der Kirche machen,

Die Kirche  liegt in unmittelbarer Nähe des zentralen  Marktplatzes und des Rathauses der Stadt, sie war  demnach Rats- und Hauptpfarrkirche von Wismar und wurde im 13. Jahrhundert als Hallenkirche errichtet. Ab 1339 wurde mit dem Neubau der dreischiffigen Basilika nach dem Vorbild von französischen Kathedralen begonnen, im Jahr 1375 das Langhaus vollendet. Um 1450 wurde der Westturm um drei Stockwerke erweitert und erreichte eine Höhe von 80 Metern. Die Zifferblätter der Turmuhr haben einen Durchmesser von 5 Metern. 

Uns gefiel, dass mittlerweile das Kirchenareal als Kunststätte genutzt wird, die Tauziehergruppe und die kleine Sonnenanbeterin fühlen sich an ihrem Platz bestimmt sehr wohl.

turnende alte Männer
die kleine Sonnennixe
rund um die Marienkirche

Kultur auf nüchternen Magen macht extrem hungrig und so zog es uns magisch durch die Krämerstraße Richtung Hafen…..

Unser Ziel war wieder die Seeperle, die Verlockung auf Fisch am frühen Morgen und frischer Luft auf der Terasse waren zu groß. Wir hatten uns gegen das Hotelfrühstück entschieden, da uns dies aufgrund der hohen Preise eher abschreckte.

Das Frühstückskonzept war allerdings nicht so ausgereift, eine einzige Dame musste sich am Tresen den Wünschen der Gäste annehmen, wir entschlossen uns zügig für Fischbrötchen und Kaffee, nix mit Spiegelei und Marmelade !

Der Wetterbericht flüsterte uns etwas von 27 Grad und schnell war klar, dass wir nach einem Morgenbummel durch die Stadt zum Strand wollten.

Der alte Hafen präsentierte sich bildschön, der Blick auf das Gewölbe und die St.Georgenkirche im Sonnenschein…..hach ne Auszeit kann toll sein.

Bevor es zum Strand ging, erkundeten wir die Werft und Speicher von Wismar und spielten Störtebeker auf der Wissemara, einer alten Kogge. Wirklich schön war die Seefahrt nicht, der Holzkahn doch ziemlich unkomfortabel…Aye,Aye!

Kaptain Blaubeer ließ sich ebenfalls nicht blicken, und so spannen wir unser Seemansgarn selbst und warfen einen Blick aufs weite Nass.

Wir schlenderten nochmals über Grube, Lohberg und flanierten durch das Wassertor. Wir bewunderten die schönen Bürgerhäuser, knutschten dicke Schweinchen auf der Schweinebrücke und warfen einen letzten Blick auf das Schabbellhaus und auf St. Nikolai.

Auf dem Marktplatz gab es eine Erfrischungspause und ab 13:00 Uhr waren wir „on the road“. Das www hatte für Mensch und Tier den Strand von Beckerwitz empfohlen und so lernten wir einen ziemlich engen und unschönen Campingplatz als auch den dazugehörigen Steinstrand kennen. Eher Kroatien,- als Ostseefeeling machte sich breit, dem Hund war es egal……sie genoss das Wasser, welches sich hier seicht und kinderfreundlich zeigte.

Gegen 14:30 Uhr hatten wir allerdings genug, wir entschlossen uns einen Abstecher in Bad Wendorf, dem Stadtstrand von Wismar einzulegen. Hier liefen wir über die Seebrücke und erfreuten uns an dem wenigen Wind der aufgezogen war. 

Die Wissemara in Action!
Wismar Strand

Zurück in Wismar zog es uns magisch zum Begrüßungscocktail ( Chardonnay, Sandornlikör, Curacao Blue) den wir um eine zweite Cocktailrunde erweiterten. Im Anschluss gings unter die Dusche und für ein Viertelstündchen betrunken ins Bettchen.

Um 18:00 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg zum Hafen und in die Seeperle. Da die Restaurantpreise in Wismar total überzogen sind, wir keine Lust auf Pizza, Pasta und Co verspürten und immer noch scharf auf Fisch waren, lockten eher Scholle und Co. Die Auswahl an Fisch machte es uns schwer, die Preise überzeugten weiterhin.

Selten habe ich besser für 10,50€ gegessen wie an diesem Abend…..

Das Wetter war weiterhin hochsommerlich warm uns verschlug es an den Hafen mit Blick auf die Altstadt und die eine oder andere andere Flasche Selters wurde geköpft, am Ende stiegen wir auf Mojito um. 

Ich wollte noch ein paar Nachtfotos vom alten Hafen schießen und so mussten wir doch ne ganze Ecke ausharren, bis es endlich dunkel wurde.

Emily lernte die eine oder andere Lektion an diesem Abend, unser Hundemädchen zeigte sich belltechnisch von ihrer schlechtesten Seite und wird erziehungstechnisch in den nächsten Wochen und Monaten wohl in die Mangel genommen werden müssen. Als selbst eine recht große Boxerdame Reisaus nahm war uns klar….hier muss was passieren.

Gegen 23:00 Uhr fielen wir erschosssen ins Bett, auf Nachtfotos vom Marktplatz/ Wasserkunst und Marienkirche hatte ich urplötzlich keine Lust mehr.

Israel und Palästina 2017, X: Netanya und ab nach Hause

Bereits morgens um 8:00 Uhr waren es 32 Grad im schönen En Gedi. Wir genossen ein super Sabbat Frühstück mit allem was das koschere Herz begeht: Ei, Joghurt, Früchte süße Backwaren, Thunfischsalat, Matjes und Bismarck Hering, Pickles in allen Varianten, salzige Backwaren und Salate, Salate, Salate…..die Israelis mögens deftig am Morgen.

Gegen 9:00 Uhr fuhren wir zum Mineral Beach, wo ich bereits 2012 planschen war. Leider schauten wir traurig auf die verschlossenen Türen…..wohl Sabbat zu.

Die Badeanlagen eingangs des toten Meeres waren uns zu derbe in Preis und Techno und somit befanden wir uns schneller als gedacht auf dem Weg nach Netanya.

Anbei ein Bildchen von unserem tiefsten Punkt am Toten Meer.

Während Autofahren innerhalb der Woche eine Zumutung ist, ist es an einem Samstag eine wahre Freude durch Israel zu cruisen. Der gläubige Jude sitzt mit Talmud und Thora @home oder haut den Schädel an die Western Wall….der säkuläre Jude verbringt sein Wochenende mit Kind udn Kegel am Strand und lässt Jachwe nen guten Mann sein. Die muslimische Bevölkerung war ebenfalls nicht zu sehen ( zumindest auf der Straße)…. bei den Temperaturen verbringt man den Ramadan tagsüber ebenfalls lieber in kühlen, dunklen Zimmern. Somit waren wir vor 12:00 Uhr in unserem Hotel, bekamen den Special Parkplatz vor dem Haus und bezogen unsere wirklich hübschen Zimmer am zentralen Strandabschnitt. Das unser Hotel der Tip aus allen Reiseführern ist, habe ich erst später gesehen….es ist wirklich empfehlenswert.

In Netanya fährt man per Fahrstuhl an den Strand, da dieser unterhalb der Stadt liegt. Es gibt eine ganz nette Promenade und insgesamt eignet sich der Ort besser für entspannte Urlaubstage, wie wir an der bemerkenswert hohen Anzahl von russischen Touristen bemerkten…..muss ein Pauschalziel sein.

Der Strand ist ein Träumchen….Puderzuckersand und flach abfallendes Meer. Natürlich am Sabbat restlos überfüllt aber das kannten wir bereits aus Tel Aviv. Wir suchten uns nen Schattenplätzchen und ließen ebenfalls den lieben Gott nen guten Mann sein.

Gegen 17:00 legten wir eine zweistündige Schlummerrunde auf dem Zimmer ein, da bereits klar war, dass Restaurants erst spät, nach Sonnenuntergang öffnen ( Sabbat endet mit Sonnenuntergang).

Mit der Wahl unseres Restaurants hatten wir später aber großes  Glück und auch der Abschlußspaziergang durchs abendliche Netanya überzeugte mich total, dass es die richtige Wahl gewesen war, nicht nochmal nach TA zurück zu kehren. Wer Lust auf entspannte Badeferien hat, sollte tatsächlich mal über Israel nachdenken….empfehlenswert.

Der letzte Morgen begann mit einem wunderbaren Frühstück, mit Allem was das koshere Herz begehrt. Wir sorgten vor, der Start unseres Flieger war erst um 17:15 angesagt.

Nach unserem ausgiebigen Frühstück liefen wir noch ein wenig durch Netanya und verabschiedeten uns endgültig von Strand und Meer. 

Als ich zum Hotel zurückkehrte, hatte sich Mathias aus unserem Zimmer augesperrt. Es war einfach losgerannt, als der Rezeptionist ihn aufforderte den Wagen umzuparken, da die Wäscherei nicht die Auffahrt nutzen konnte. Nach Umparken und nochmaligem Hin& Her wegen Schlüssel und angelassener Warnblinkanlage standen wir gegen 11:00 Uhr unter der Dusche und machten uns reisefertig.

Die Fahrt zum Flughafen war unspektakulär, kein Stau war in Sicht.Ich las aufmerksam die Instruktionen von Hertz und wir waren guter Dinge, den Wagen an der richtigen Stelle abzugeben. Rund fünf Stunden vor Abflug erspähten wir den FlughafenBen Gurion und verfuhren uns erstmal, trotz ausführlicher Beschreibung. Damit waren die ersten  dreißig Minuten vergangen. Als wir schlußendlich den Wagen abgeben konnten, fiel sofort die Beule ins Auge, die uns irgendein Idiot in TA ins Auto gefahren hatte. Es folgte ein wenig Diskussion aber aufgrund unserer Vollkasko ohne Selbstbeteiligung konnten wir recht cool bleiben.

Wir liefen ins Terminal, der Reisetaschentrolley meiner Mama gab den Geist auf, das Gestänge brach und die Tasche konnte nur noch über den Boden geschlörrt werden…..was auf Dauer sehr anstrengend war. Wir gingen immer in Richtung „All Departures “ und schauten traurig aus der Wäsche, als uns suggeriert wurde, dass die UP von TERMINAL 1 fliegt. Also schleppten wir unseren Kram zum Shuttle und verteidigten hartnäckig unseren Platz im Bus der wiederum Verspätung hatte und so proppenvoll wurde, dass Atmen schwerfiel. Der gutgelaunte Busfahrer sprach nur hebräisch und so mutmaßten wir lediglich , wann wir am Terminal 1erreicht haben. Zwischendurch wähnten wir uns sogar auf der Straße nach Tel Aviv, vom Flughafen war nichts mehr zu sehen.

Zu guter Letzt stoppte der Bus an einem kleinen Terminal, der sich ziemlich popelig zum Rest des Flughafens ausmachte. Auf den Schildern stand irgendwas auf hebräisch, ich konnte lediglich 19.6.2017, Terminal 1 lesen und mutmaßte, das der Terminal niegelnagelneu ist und die offizielle Eröffnung am 19.0617 sogar erst stattfinden wird. Wir wurden unproblematisch eingecheckt, lediglich das zugebuchte Gepäck machte Probleme, weil UP es nicht im System hatte. Wir hatten aber die notwendigen Papiere dabei und konnten nachweisen, dass alles seine Richtigkeit hatte.

Wir wurden biometrisch vermessen, unser Gepack mussten wir dieses Mal nicht auspacken. 2012 war jeder meiner Dreckschlüppis in den Händen der Flughafenangestellten gewesen ! Zu guter Letzt fanden wir uns an einem Minigate ein, ohne Restaurant, ohne WC , ohne Leben…..dafür wartete ein Shuttle auf uns, der uns wieder zurück zum Terminal 3 brachte. …..wir waren mittelschwer sprachlos!

Es waren noch zwei Stunden bis Abflug, wir hatten fast drei Stunden nur mit der Infrastruktur am Flughafen zu tun gehabt! Unseren Busfrust bekämpften wir mit einem letzten Mittagessen und gönnten uns ein richtig feudales Mal mit den letzten 400 Shekel und 1$😜.

Wir solltem am Ende von D3 abfliegen, dachten wir……..bis wir wieder einen Shuttle erblickten und nun haltet Euch fest. Dieser Shuttle fuhr uns wieder zurück zum menschenleeren Terminal 1!!!!! Langsam aber sicher waren wir abgenervt, so können fünf Stunden auf einem Flughafen vergehen!

Wir hatten einen schönen Start über Tel Aviv, Israel verabschiedete uns  mit einem klaren Blick übers Land.

Unser Flug war unspektakulär, wir hatten eine super Flugbegleitung in unserer Reihe, die uns über ihren Isrel Aufenthalt aber auch aus ihrer beruflichen Laufbahn erzählen konnte. Soziologin  mit BAMF Erfahrung, mir schlackerten die Ohren als ich den Untaten von Weise und Korth lauschen durfte.

Emily begrüßte uns verhalten, sie war ganz schön maulig auf uns Zwei. Mama und Klaus wurden weitaus herzlicher von ihr empfangen, ich durfte die Maus kaum anfassen…beleidigt die kleine Rübe❤️❤️❤️❤️. Von Mama Mo hatten wir das Feedback, das unser Wauzi zwei Tage nur gebellt hatte und Alexandra erzählte vom Abholtag und das Emily auch bei ihr ein wenig Einwöhnungsprobleme hatte. Alles in Allem bleibt die Hunde Pension nur in absoluten Notfällen eine  Option.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Israel und Palästina 2017, II: Tel Aviv-der erste Tag

Unseren ersten Morgen in Tel Aviv verbrachten wir zunächst ganz entspannt am heimischen Frühstückstisch mit Twix, Bounty und Instant Kaffee. Sonderlich gut geschlafen hatten wir nicht, die Flugzeuge fliegen vom Strand aus auf Ben Gurion zu und nen piefig deutsches Nachtflugverbot kennt man hier natürlich nicht.

Wir schlenderten im Anschluss an unser üppiges Mahl in Richtung Carmel Markt. Unterwegs sahen wir die ersten, heruntergekommenen Exemplare der vielgerühmten Bauhausarchitektur und nen bissel Art Deco.

Und Jugendstil können se auch:

Die Israelis sind ebenfalls talentierte Wandmaler und verniedlichen gekonnt die schrammeligen Mauern.

Das Highlight ist sicherlich der Markt für sich selbst. Wir suchten uns ein nettes Café und schlemmten ein leckeres israelisches Frühstück, wir Mädels aßen Shashuka.

Das israelische (koshere) Frühstück genießt internationalen Standard ( Thunfisch, Quark mit Honig und Sesam, Tahin, Peperoni, Marmelade, Salat, Avocado, Oliven, Hummus) und ist für Liebhaber der Nahostküche super.

Nach unserer Stärkung schmissen wir uns ins Marktgewimmel und staunten über die bunte Vielfalt.

In den Bäckereien wurde Sabbatshallah verkauft, auch wir bereiteten uns auf den Freitagabend und auf den Beginn des Ramadans vor.

Am Nachmittag verschlug es uns an den Strand, der berühmte Stadtstrand. Man kann sagen was man will, die Hochhäuser sind sicherlich nicht schön, der Strand ist großartig. Feinsandig, sauber und dieses Wasser……. ich fand es 2012 großartig, jetzt in 2017 war es noch schöner dort zu baden.

Mit ersten Sonnenbranderscheinungen fuhren wir zum späten Nachmittag nach Jaffa. Mathias konnte gekonnt seine Fahrkünste unter Beweis stellen; geniales Einparkmanöver im israelischen Verkehrschaos😂wir klatschten Beifall!

Der Blick auf Tel Aviv ist immer wieder grandios und zu meinen bestimmt 40 vorhandenen Bilder kamen nun noch mal 30 hinzu!

Wir schlenderten am Hafengelände entlang, genossen ein paar Blicke auf und in die Altstadt ( Jaffa wird morgen unsicher gemacht). 

Unser Ziel des heutigen Tages war mein heiß geliebtes “ old man and the sea“ ein nicht preiswertes aber grandioses Restaurant direkt am Wasser.

Es gibt immer 22 Mezze zum Kosten und dazu leckere Zitruslimonade. Im Anschluß wählt man unter der kleinen Karte Fleisch, Fisch oder Seafood…Seafood???? Moment mal, das ist doch nicht kosher! Das ist richtig, das Restaurant wir von Moslems geführt und gefühlt geht das gesamte jüdische Tel Aviv am Freitagabend dort essen! Soviel zur Religion in TA…nicht ausgeprägt.

Total genudelt und abgefüllt genossen wir den Sonnenuntergang und machten eine grandiose Entdeckung!

Einhörner…..es gibt sie doch:

Sonnenuntergang in JaffaZum krönenden Abschluss fuhren wir in die Dizengoffstraße, wir wollten den gleichnamigen Brunnen bewundern und wurden enttäuscht. Das Wahrzeichen von Tel Aviv wird restauriert, der Platz umstrukturiert.

Deshalb für alle Neugierigen, ein Foto von mir ( aus Flickr geladen) aus dem Jahr 2012.

Voller Eindrücke fielen wir bereits um 22:00 Uhr ins Bett.