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Mexiko 2000, III: Los Mochis, El Fuerte, Barrancas del Cobre,Creel

Unsere Weitereise war abenteuerlich. Wir hatten Tickets für den Mittagsbus nach Los Mochis, der wiederum kaputt war. Uns wurde geraten, mit dem stündlichen Bus nach Tepic zu fahren und dort in einen Bus nach Los Mochis umzusteigen.

Nach einigem Zögern nahmen wir diese Möglichkeit an und tatsächlich, gegen Abend hockten wir in einem schlechten Bus aus den 60er Jahren mit dem Ziel Los Mochis.

Ankunft war um 3:00 Uhr morgens, keine wirklich tolle Aussicht, aber hej….wir waren nach 14 Tagen in Puerto Vallarta wieder „on the road“. Mit uns reisten zwei Mädels, die wir in Creel, im Kupfercanyon, wiedertrafen und die Zeit im Bus verging wie im Flug.

Kurz vor Mazatlan, es muss zwischen 23:00- 0:00 Uhr gewesen sein, kamen auf einmal Drogenfahnder zu uns in den Bus. Wir waren gen Norden gereist, die nordamerikanische Grenze war nicht mehr so arg weit weg….Die Polizisten beackerten den Boden des altertümlichen Gefährts mit einem Schraubenzieher und bohrten Löcher in den Boden. Matthias trockener Kommentar “ Dir ist schon klar, wem das Zeug hier gehören wird, sofern sie was finden? “ ließ mich schlagartig hellwach werden. Natürlich, wir waren die einzigen Gringos im Bus, die Mädels hatten uns vor Stunden verlassen, sofern Drogen aus dem Nichts auftauchen würden, wären wir geliefert! Gott sei Dank, der halbherzige Versuch der Drogenfahnder ,den Bus ein wenig zu verzieren, blieb ohne Ergebnis…….der Oldie setzte seine Fahrt durch die Nacht fort und wir fielen für ein paar Stunden in leichten Schlummer.

Morgens um 3:00 Uhr ist die Welt noch in Ordnung! Es war beißend kalt als wir in Los Mochis ankamen, unsere Weiterfahrt sollte gegen 5:00 Uhr erst möglich sein. Der Bahnhof von Los Mochis war so ziemlich der grässlichste Ort der nördlichen Hemisphäre. Besoffene, Drogisten und Penner gaben sich die Ehre, ich war das einzige weibliche Wesen im Umkreis von mehreren 100 Metern und bekam in dieser Nacht zwei Ständchen vorgeträllert, ich musste so nötig auf die Toilette, mir stand das Pippi schon in den Augen und ich sah Fischlein vorbeischwimmen! Um 5:00 Uhr bekamen wir ein Taxi und ließen uns in die Innenstadt fahren, gegen 5:30 Uhr nahmen wir den ersten Bus nach El Fuerte.

Um 7:30 Uhr kamen wir in einem puppigen Kolonialnest an und fielen in der Posada del Hidalgo ins Himmelbett. Gott sei Dank, wir waren Boutique Style untergekommen und konnten unsere feudale Unterkunft auch so richtig genießen.

Am Nachmittag waren wir wieder soweit hergestellt, dass wir einen kurzen Bummel durch das wirklich niedliche Nest tätigten uns über die vielen Mosquitos ärgerten und über die frischen Temperaturen ( im mexikanischen Hochsommer) wunderten.

Wikipedia gibt zu El Fuerte und dem geplanten Abenteuer Zugfahren in Mexiko folgende Auslunft: El Fuerte ist die ehemalige Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaates Sinaloa und angrenzender Gebiete mit etwa 13.500 Einwohnern. Seit dem Jahr 2009 ist das historische Zentrum der Kleinstadt als Pueblo Mágico anerkannt.

Der Ort El Fuerte liegt am Río Fuerte in den westlichen Ausläufern der Sierra Madre Occidental einer Höhe von nur etwa 85 m. Die nächstgelegene Großstadt ist die ca. 85 km (Fahrtstrecke) südwestlich gelegene Küstenstadt Los Mochis; die Provinzhauptstadt Culiacán ist ca. 288 km in südöstlicher Richtung entfernt. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 580 mm/Jahr) fällt fast ausschließlich im Sommerhalbjahr.[1] CHEPE

Durch die Stadt führt die einzige große, noch erhaltene Eisenbahnstrecke für den Personenverkehr in Mexiko, genannt CHEPE (Ferrocarril Chihuahua al Pacífico). Die Bahnlinie, die durch die Kupferschlucht führt, verbindet Los Mochis mit Chihuahua, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaats und einem der wichtigsten Zentren im Norden Mexikos. Viele Touristen wählen El Fuerte als Zustiegsstation für den CHEPE, da die Stadt tagsüber mehr zu bieten hat als Los Mochis. Außerdem liegt El Fuerte klimatisch besser und die Bahnstrecke zwischen Los Mochis und El Fuerte ist mehr oder weniger unspektakulär.

Bevor wir aber in den El Pacifico einstiegen und die spektakuläre Zugtour durch den Kupfercanyon antraten, möchte ich noch ein paar Bildchen von El Fuerte sprechen lassen:

Unsere Nacht endete früh, gegen 6:00 Uhr frühstückten wir und fuhren zum Bahnhof von El Fuerte.

Unser Zug hatte etwas Verspätung, wir bibberten in der fahlen Morgensonne, freuten uns aber auf diese Zugtour ungemein.

Unser Ziel an diesem Tag war der Kupfercanyon mit seinem „touristischen“ Zentrum Creel, der zentrale Verwaltungsort für die Tarahumara, die als indigende Gruppe diese Gegend noch bewohnt.

Wikipedia:

Die Barranca del Cobre (dt. „Kupferschlucht“, engl. Copper Canyon) ist eine im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua gelegene Gebirgsformation der Sierra Madre Occidental, die durch ehemals starken Flusslauf entstand und teils auf einem von Tarahumara-Indianern besiedelten Gebiet liegt. Das auf etwa 25.000 km² bis zu 1800 m tiefe und 50 km lange Schluchtensystem ist eines der größten Nordamerikas und insgesamt viermal so groß wie der Grand Canyon. Der Name Kupferschlucht leitet sich vom kupferfarbenen Schluchtengestein, piedra cobriza, ab und bezeichnet zugleich einen im System enthaltenen Canyon.

Die sechs tiefsten Canyons in der Barranca del Cobre sind:

  • Barranca de Urique / Urique Canyon (1870 m)
  • Barranca de Sinforosa / Sinforosa Canyon (1799 m)
  • Barranca de Batopilas / Batopilas Canyon (1799 m)
  • Barranca del Cobre / Copper Canyon (1759 m)
  • Barranca de Tararecua / Tararecua Canyon (1425 m)
  • Barranca de Oteros / Oteros Canyon (983 m)

Die Barranca del Cobre ist Teil des traditionellen Lebensraums des indigenen Volks der Tarahumara (auch Rarámuri). Durch die gesamte Barranca del Cobre schlängelt sich die aufwändig gebaute Eisenbahn „Chepe“, die von Los Mochis nach Chihuahua führt, die Berge hoch bis an Stellen, von denen man weitreichende Blicke in das Schluchtengebiet werfen kann. Die Orte Creel und Guachochi sind gute Ausgangspunkte, um die verschiedenen Schluchten zu erreichen.

Die Vorstellung, dass der Canyon rund 4x größer ist, als der Grand Canyon machte unsere Reise bereits zu einem echten Highlight der insgesamt 8 Wochen dauernden Tour .

Der Zug war sehr bequem, wir verbrachten allerdings die meiste Zeit auf der Aussichtsplattform und bestaunten die Schluchten, Dörfer und Ausblicke

An den jeweiligen Haltestellen verkauften die Indigenas Handwersarbeiten und kleine Snacks, wir lernten auf diese Art ein ganz anderes Mexiko kennen, ein Mexiko wo die Zeit im sogenannten Wilden Westen stehen geblieben ist. Wir hatten den Eindruck als ob wir uns in einer Filmkulisse wiederfinden würden, surreal mutete auch 2000 das Leben am und im Canyon an.

In Divisadero hält der Zug für einige Minuten und offenbahrt einen tollen Blick in die sogenannte Kupferschlucht. Ebenfalls kann man einheimisches Essen und Kunsthandwerk beziehen und ein wenig tiefer in die Kultur der Tarahumaras eintauchen.

Als Erstes fiel uns auf, wie klein die Menschen im Gegensatz zu den kräftigen Amerikanern und Europäer waren. Die Kinder waren so zierlich, es fiel uns schwer, sie vom Alter einzuschätzen. Der Allgemeinzustand musste leider als schlecht bezeichnet werden. Ziemlich ungepflegt und herrlich dreckig kamen die Kleinen daher, in den Tagen darauf sah ich Kinder wo noch nie eine Bürste übers Haupt gegangen war oder Seite und Wasser Spuren hinterlassen hatten……wir hofften, dass die Bälger glückliche kleine Wesen waren, die fern von Zivilisation und Globalisierung im Gleichklang mit der Natur, denNaturgesetzen und den Gesetzen des Stammes leben dürfen. Leider las ich im Anschluß an unsere Reise, dass weder Schulbildung noch Gesundheitspflege garantiert sind, bis heute die Tarahumaras zu den ärmsten Bürgern Mexikos gehören, zum Teil weder Geburtsurkunde, Pass oder Wahlrecht besitzen…..

In meiner Internetrecherche bin ich allerdings auch auf den nachfolgenden Artikel gestoßen, die Tarahumaras sind nämlich echte Ausdauerhelden und stecken hierbei sogar die ganz großen Läufer der Weltgeschichte in die Tasche: https://aktiv-laufen.de/die-ausdauerhelden-aus-der-kupferschlucht/

Nachdem uns Divisadero bereits eine unverdorbene Westernstadtkulisse geboten hatte, waren wir bezüglich Creel umso gespannter und wurden nicht entäuscht.

Eine nette Anekdote zur Zugfahrt berichtet übrigens mein Tagebuch. Eine US- Amerikanerin hatte im Eifer des Staunens ihren Gatten verloren, der Zug hielt nochmal auf halber Strecke, der Gatte wurde aber nicht gefunden. Abends sahen wir das zerstreute Etwas aus dem Economco aussteigen…..er hatte ein wenig länger die Aussicht in den Canyon genossen.

Wikipedia schreibt zu Creel: Creel ist eine Kleinstadt mit ca. 5.000 Einwohnern in der Gemeinde (municipio) Bocoyna im Nordwesten des mexikanischen Bundesstaates Chihuahua. Der Ort wurde im Jahr 2007 als Pueblo Mágico anerkannt. Creel liegt oberhalb der Barranca del Cobre („Kupferschlucht“) in einer Höhe von ca. 2345 m in der Sierra Tarahumara, einem Teilgebiet der Sierra Madre Occidental, etwa 260 km (Fahrtstrecke) südwestlich von Chihuahua-Stadt.

2000 gabe es in Creel eine Kirche, einen Friedhof ein paar Gästehäuser, unser halbfertiges Hotel und ansonsten nur Westernflair. Die Luft war kalt und trocken, die Haut wurde rissig, nachts sanken die Temperaturen auf kaum 0 Grad.

Unser Hotel war keine so gute Wahl, es lag ein wenig außerhalb des eigentlichen Ortes, nachts traf man auf zwielichtige Gestalten, die Zimmer waren kalt…..bis auf eine hübsche Optik machte das Haus nichts her, wir waren die einzigen Gäste.

Unser Leben spielte sich an den zwei Tagen in Creel ab, wir hatten die Mädels aus dem Bus wiedergetroffen, dazu gesellten sich Herta und Ulrich, ein amerikanisches Pärchen mit deutschen Wurzeln. Mit Ulrich pflege ich heute noch Kontakt, wir haben uns 2018 erst in Berlin wieder getroffen. Herta ist leider vor ein paar Jahren verstorben.

Am nächsten Morgen nahmen wir an einer Tagestour durch die Umgebung teil und bewunderten unter Anderem die Wohnhöhlen der Tarahumaras, die berühmten Mushroomfelsformationen und eine katholische Mission.

Mario, unser Guide, sieben Jahre alt, ständig am popeln und ziemlich gelangweilt 🙂
eine von zwei Missionsstationen an diesem Tag. Die katholische Kirche versucht auch in diesem Teil der Welt den christlichen Glauben zu etablieren, mit Erfolg…..die Mexikaner sind zu 93% gläubige Katholiken.

Weiter ging es zu einem klaren Bergsee, der in Teilen noch gefroren war und zu einer weiteren Missionsstation.

Man beachte das kleine Mädchen auf der linken Seite, dieser kleine Dreckspatz hat sich auf immer und ewig in men Herz geschmuggelt. Wann immer ich an die drei Tage im Kupfercanyon denke, die Maus fällt mir immer als Erstes ein.

Wir erwanderten uns die Gegend, die vollkommen menschenleer war, Barrancas del Cobre war noch nicht auf der Touriautobahn angekommen.

eine weitere Mission

Den Nachmittag und auch den nächsten Tag verbrachten wir nur in Creel. Wir besuchten den ortsansässigen Friedhof und warfen einen Blick in die wenigen Geschäfte.

Auch die Christusstatue über dem Dorf wurde ausgiebig bewundert.

Mit nur zwei Stunden Versprätung bestiegen wir den Zug nach Chihuahua und ratterten 260km zurück in die Zivilisation

MexiKo 2000, II: Puerto Vallarta, Jalisco & Nayarit

Nach 4 Wochen Tingelei durch Brasilien und Argentinien sowie einer schlauchenden Roadtripwoche mit eigenem Auto im Hochland von Oaxaca hatten wir Beide genug…..wir wollten faulenzen, gammeln und ein wenig Ferien machen.

Unsere Wahl fiel bereits bei Planung der Reise auf Puerto Vallarta im Bundesstaat Jalisco, direkt am Pazifik gelegen und ein Hot Spot der US – Amerikaner.

Ich war bereits 1995 schon einmal in Vallarta, wohnte damals in Nuevo und ließ mich All In verwöhnen. Damals habe ich meine Liebe zu Mexiko sowie meine Ablehnung gegenüber All Inklusive Leistungen entwickelt.

Wir verließen am frühen Morgen das Stundenhotel außerhalb Mexico Citys, verfuhren uns auf dem Weg zum Flughafen und gaben den Mietwagen unversehrt wieder zurück. Der Flug mit Aero Mexico war unspektakulär und rund eine Stunde später waren wir bereits in Puerto Vallarta. Unsere erste Unterkunft war ein blödes Pauschaltourihotel, schnell organisierten wir uns ein anderes Hotel für die nächsten 12 Nächte.

Auch Puerto Vallarta hatte sich, nach meinem ersten Aufenthalt stark verändert. Nach wie vor dominierten aber die US-Amerikaner das Straßenbild, Europäer waren eher selten in P.V. anzutreffen. Der Ort ist ebenfalls nicht überlaufen, größere Hotelansammlungen findet man eher in Nuevo Vallarta.  Die Stadt verfügt über einen hübschen Altstadtkern mit kleinen Hotels und Posadas und natürlich der hübschen Kirche.

Natürlich schlenderten wir auch nach Nuevo Vallarta und bewunderten den Jachthafen, reich und schön sowie reich und hässlich.

Am breiten Strand tummeln sich die Pelikane rund um den Fischmarkt.

Wir genossen sensationelle Sonnenuntergänge am Stadtstrand und am Rio Cuale, der genau in Vallarta in den Pazifik mündet.

Der Rio Cuale war aber aucb tagsüber ein sehenswerter Fleck in P.V.

Eine wunderschöne Wanderstrecke geht bis nach Mismaloya, südlich von P.V. Ein Ort den ich eher verschlafen in Erinnerung hatte, im Jahr 2000 standen dort auch Hotels und Villen. Hier wurde übrigens auch der Filmklassiker „Die Nacht des Leguans“ gedreht…Ava  Gardner und John Houston.

Mismaloya

Ein paar Ausflüge führten uns in den Nachbarbundesstaat Nayarit, der zeittechnisch eine Stunde und gefühlt 50 Jahre hinter P.V zurückhängt. Herrlich entspannend ging es in Bucerias und am  Crux de Huanacoxtle z. Beide Orte hatte ich ebenfalls 1995 besucht, hier war die Zeit eindeutig stehen geblieben. 

Wir waren 14 Tage in Puerto Vallarta und vertrieben viel Zeit am Strand und pflegten die Blessuren der vergangenen Wochen. Die Luft war ein wenig raus, so richtig Lust auf Sightseeing hatten wir nicht mehr entwickeln können.

Zwei Tage vor unserer Abreise gingen wir zum zentralen Busbahnhof und kauften Second Class Tickets nach Los Mochis, Primera war ausverkauft. Ein neues Abenteuer begann mit einer denkwürdigen Busfahrt gen Norden.

Mexiko 2000, I: on the road

Als wir unseren Urlaub 1999/200 planten und auf die Idee kamen nun ausgerechnet Brasilien mit Mexiko zu kombinieren, hatten wir keine Ahnung, wie lang so ein Flug von Süd,-nach Mittelamerika ist……ich weiß es noch, es waren exakt 12 Stunden! Wir flogen von Salvador da Bahia nach Rio de Janeiro, von dort nach São Paulo und schlussendlich nach Mexiko City. In Rio de Janeiro suchte der Busfahrer unsere Maschine und hätte uns fast am falschen Flieger abgesetzt.

Den Langstreckenflug verschliefen wird fast komplett und in Mexiko City angekommen, suchten wir verzweifelt unser Gepäckband. Der Groschen fiel in Centstücken, São Paulo heißt auf spanisch natürlich San Pablo!

Wir übernahmen unseren lustigen Kleinwagen für eine Woche und fuhren,Achtung aufgepasst Millenials, mit der Karte auf dem Schoß nach Guernavaca.

Guernavaca ist die Hauptstadt des Bundesstaates Morelos, hat ca. 365.000 Einwohner und ist für sein tolles Klima ( im Durchschnitt 23 Grad) berühmt. Die lediglich 85 km Entfernung nach Mexikocity machen die Stadt zu einem beliebten Ausflugsziel und Zweitwohnsitz reicher Hauptstädter.

Die Hauptsehenswürdigkeit ist der Palacio Cortés, selbst Hernan Cortés verbrachte die Sommermonate bereits in Guernavaca. Der Palast wurde 1535 fertiggestellt, heute kann man dort Murales von Diego Riviera bewundern….wir leider damals nicht,weil der Palast zu hatte und wir ordentlich kaputt vom Flug und erster Autofahrt durch den Moloch der damals größten Stadt der Welt waren.

Palast von Hernan Cortes

Da Matthias damals das erste Mal in Mexiko war, war dieser erste Abend ein gelungener, relaxter Einstand in die Kultur Mittelamerikas. Wieviel leichter das Leben zu Brasilien anmutete, die Menschen tobten draußen auf den Straßen herum, alles wirkte gelassener und ungefährlicher. Bereits damals gab es in Mexiko eine breitere Mittelschicht und dies konnte man eindrucksvoll bewundern.

Wir genossen die Stimmung am Zoccalo, dem zentralen Platz von Guernavaca.

Nach einer Erholungsnacht in Guernavaca machten wir uns auf ins zentrale Hochland von Mexiko. Ziel unserer Fahrt am nächsten Morgen sollte die Silberstadt Taxco sein.

Wikipedia gibt zu Taxco folgende Auskunft: Taxco de Alarcón ist eine Stadt mit ca. 55.000 Einwohnern und eine Gemeinde (municipio) mit ca. 105.000 Einwohnern[1] im Norden des Bundesstaats Guerrero in Mexiko. Der Name Taxco stammt von dem indianischen Wort Tlachco ab, welches „Ort des Ballspiels“ bedeutet. Der heutige Name Taxco de Alarcón erinnert außerdem an den berühmten mexikanisch-spanischen Schriftsteller Ruiz de Alarcón y Mendoza (1581–1639), der wahrscheinlich in Mexiko-Stadt geboren wurde, aber in Taxco gelebt und gearbeitet hat, bevor er in Spanien lebte und dort starb. Der Ort ist als Pueblo Mágico eingestuft.

Wir bezogen am späten Nachmittag unsere Posada und liefen in die Innenstadt. Vorher hatten wir vom Mirador de Taxco bereits einen Eindruck vom Pueblo Magico erhalten.

Tacxo ist wunderschön und wurde deshalb auch in die Liga der magischen Dörfer aufgenommen. Viel erinnerte an die Zeit der Silberbarone, bis heute dominieren authentische Märkte, auch wenn bereits in anno 2000 ,das Nest fest in der Hand von amerikanischen Touristen gewesen ist.

Wir liefen mit mehreren Tüten Wäsche durch den Ort und suchten eine Wäscherei. Fündig wurden wir in einem Restaurant mit Laundryservice, um 10:00 am nächsten Tag sollte unsere Wäsche von brasilianischen Abenteuern befreit sein.

Erleichtert machten wir uns auf den den Weg in die Alstadt und bewunderten die Märkte, atmeten die koloniale Armosphäre ein und aßen überteuert in einen der Tourirestaurants.

Am nächsten Morgen schliefen wir aus und machten uns auf den Weg zur Wäscherei aka Restaurant. Wir trafen lediglich die Putzfrau an und erhielten die ernüchternde Aussage, dass unsere Wäsche nicht um 10:00 am sondern pm fertig wäre……ach Schreck, die gesamte Planung dahin.

Wir wurden auf 13:00 Uhr vertröstet, evtl. wäre unsere Laundry mit dabei…..wir suchten vorsichtshalber schon mal ein neues Hotel für die Nacht und strichen in Gedanken Acapaulco von der Sightseeingliste. Leider wurde unsere Wäsche nicht mitgeliefert und die Putzfrau zückte eine Serviette und malte uns den Weg zu Dona Ana Lena. Sie fuchtelte wild mit den Armen, zeigte in eine Richtung und genau in diese lenkte ich unseren Mietwagen. Rd. 10 km außerhalb des Ortes kam eine Brücke, ein Baum, noch ein Baum und ein Tor. Als wir auf der anderen Straßenseit auch noch ein Restaurant vorfanden, waren wir uns sicher, wir sind auf der sicheren Seite.

Wir betraten das Grundstück, auf dem eine alte, vermutlich ehemals von Amerikanern bewohnte , Villa stand. Im Pool moderte das Laub, im Schaukelstuhl saß etwas, dass wie 110 Jahre alt aussah aber wohl doch nur die Mutter der Hausherrin war. Wir fragten laut nach Doña Aña Lena, die tatsächlich aus dem Haus geeilt kam. Mit Händen und Füssen versuchten wir unser Problem zu erklären, Matthias schöpfte immer Wasser in dem brackigen Pool um der Dame klar zu machen, dass wir die Wäsche egal in welchem Zustand, mitnehmen würden. Nach ein wenig Diskussion bekamen wir unsere quatschnassen Schlüppis, wir bezahlten die Rechnung, Doña Aña Lena verabschiedete sich mit einigen Flüchen von uns und wir legten die Wäsche im Auto zum Trocknen aus…..uff, geschafft.

Gut gelaunt fuhren wir Richtung Pazifik, wir träumten von Klippenspringer in Acapulco, Cocktails, Meer und ein entspanntes Abendessen. Die Strecke war nett zu fahren und gab optisch einiges her. Leider nahmen wir die falsche Abfahrt in Acapulco und standen aufeinmal mitten in den Slums. Nun hieß es Fenster und Türen verriegeln, Matthias schraubte sein Taschenmesser zusammen. Mit Pokerface und so schnell es ging fuhren wir Richtung Süden……und damit glatt an den Felsenspringern vorbei ! Egal, Hauptsache weg von Kriminalität, Gangs und Drogen! Wir fühlten uns verfolgt und sahen zu, dass wir schnellstens von der Straße kommen. Gott sei Dank erschien in der Dunkelheit ein Hotel auf der rechten Seite, schwupps rollten wir auf den Parkplatz und die gefühlten Verfolger fuhren weiter.

Das Hotel war recht nett, die Bettwanzen bemerkten wir erst mitten in der Nacht. Hungrig machten wir uns auf den Weg zu einem Restaurant neben dem Hotel und aßen Cerdo, also Schwein……und beobachteten den Viehtransporter mit den süßen Steckdosentierchen, der genau vor dem Restaurant geparkt hatten. Das Essen schmeckte uns Beiden nicht.

Die Rettung

Unsere Nacht war schnell vorbei, die Bettwanzen ließen uns gegen 5:00 Uhr aus dem Etablissement flüchten, weiter ging es gen Süden, Ziel Puerto Escondido und Puerto Angel.

Die Straßenführung war schön, wir genossen die Landschaft und die relativ gut ausgebaute Straße. Nach einem guten Frühstück ( Enchilada Verde) erreichten wir gegen 13:00 Uhr Puerto Escondido.

Puerto Escondido

Wir fühlten uns auf der Gewinnerstraße und kämpften uns Kilometerchen für Kilometerchen durch Staubpisten nach Puerto Angel. Angel war 2000 ein Geheimtip, lediglich zwei Zufahrtstraßen verbanden den Ort. Damals machten nur Backpacker in Puerto Angel Urlaub, der Ort bestand aus rd 100 Einwohnern und zwei Hostels- unverfälschtes Pazifikflair. Im Nachgang und beim Herumstöbern in den Fotos und im Tagebuch bin ich von meiner Furchtlosigkeit echt überrascht. Ich bin die Strecke damals ganz alleine gefahren!!!!!

Nach einem schnellen Sprung in den Pazifik, einem tollen Essen und erholsamen Schlaf im Hostel ging es am nächsten Morgen ins Hochland der Sierra Madre del Sur. Ich quälte mich durch 10.000 Serpentinen, zum Teil ohne Abgrenzung durch die Berge. Unser Tagesziel war Oaxaca. Dort wollten wir ebenfalls nur über Nacht bleiben, vorher die Ausgrabungsstätte von Monte Alban besuchen. Die Strecke war wunderschön, wir sahen viel ländliches Mexiko, unverdorben und authentisch.

Tankstelle mexikanisch
Klos am Abrgrund

Endlich sahen wir auch die ersten Kakteen, die symbolisch für Mexiko sind…..was absolut nicht stimmt und nur einem Klischee entspricht. In Mexiko sieht man lediglich im Hochland und auf der Baja California Kakteen, ansonsten Fehlanzeige im gesamten Land. Ich musste 3x nach Mexiko fliegen, ehe ich die ersten Kakteen zu Gesicht bekommen habe.

Nach unserer Ankunft in Oaxaca suchten wir uns ein Zimmerchen und fuhren am frühen Nachmittag nach Monte Alban, hierbei handelte es sich um eine der grandiosen Ruinenanlagen in Mexiko, die keinesfalls im Schatten von Chichen Itza, Uxmal oder Teotihuacan zu stehen braucht. Gott sein Dank kamen zumindest 2000 eher wenig Touris ins Hochland, dies dürfte sich mittlerweile auch geändert haben.

Wikipedia: Monte Albán (span. weißer Berg) war die Hauptstadt der Zapoteken und liegt 10 km entfernt von der Stadt Oaxaca de Juárez im gleichnamigen Bundesstaat Oaxaca (Mexiko). Monte Albán liegt 2000 m über dem Meeresspiegel auf einer künstlich abgeflachten Bergkuppe und war das religiöse Zentrum der Zapoteken, später der Mixteken. Seine Blütezeit liegt zwischen 300 und 900 n. Chr. Die Anfänge der Besiedlung von Monte Albán lagen nach bisherigen Erkenntnissen im 8. Jahrhundert v. Chr. Erhalten sind umfangreiche Reste von Wohn- und Kultbauten, ein Observatorium, Grabkammern mit Skulpturen und Wandmalereien. 1987 wurde Monte Albán ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.

Für Matthias war es damals die erste Ruinenstätte, die sich bildschön im warmen Nachmittagslicht präsentierte; wir waren damals beide begeistert.

Der Ballspielplatz
Quelle: Wikipedia

Wie der spitzfindige Leser schnell erkennen kann, wir waren damals ALLEINE in der Anlage, ein Luxus der Einem im Jahr 2020 eher nie zu teil wird. Nachdem wir auch noch die wunderschöne indigene Kirche neben dem Eingang zur Ruinenanlage unsere Aufwartung gemacht hatten, fuhren wir zurück nach Oaxaca.

Mit Oaxaca bin ich ähnlich wie mit Merida, nie so richtig warm geworden. Vermutlich liegt es daran, dass ich beiden Städten nie die Zeit gegeben habe, sich in mein Herz zu schummeln. Oaxaca ist eine gut erhaltene Kolonialstadt und heißt offiziell Oaxaca de Juarez. Die Altstadt hat seit 1987 den Weltkulturerbestatus, die Temperaturen sind aufgrund der Höhe von 1500 in der Sierra Madre del Sur sehr angenehm. Oaxaca ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates und hat rd. 255.000 Einwohner.

Am nächsten Morgen schliefen wir aus und erkundeten ein wenig den schönen Markt von Oaxaca, ehe wir uns wieder in unserer kleines Auto setzten und den Roadtrip fortsetzten.

Märkte in Mittelamerika sind das Allergrößte; immer wieder bin ich von der Vielfalt der Chilis, der Tortillaproduktion und ein paar Exotenständen beeindruckt.

Wir machten uns wieder auf den Weg und fuhren ein paar wenige Kilometer aus der Stadt heraus. Unser erstes Ziel an diesem sonnigen Tag war die Ausgrabungsstätte von Mitla.

Wikipedia: Mitla ist eine archäologische Stätte im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca, die für ihre präkolumbischen Bauten mit einer in Mesoamerika einzigartigen Wandornamentik berühmt ist. Die zapotekische Ortsbezeichnung ist Lyobaa („Bestattungsplatz“), die Nahuatl-sprechenden Azteken machten daraus Mictlán („Ort der Toten“). Die Palastanlage von Mitla gehört zum UNESCO-Welterbe. Im Jahr 1494 eroberten die Azteken Mitla und plünderten die Stadt. Als die Spanier den Ort übernahmen, sahen sie ihre Anstrengungen zur Missionierung der örtlichen Indígenas konterkariert durch deren ursprünglichen Glauben, der sich in alten Gebäuden, wie denen in Mitla manifestierte. Um das Problem zu kontrollieren oder zu bekämpfen, errichteten die Spanier neue Kirchen auf den Fundamenten alter Tempel, deren Baumaterial sie für die neuen Gebäude verwendeten.

Die Geschichte von Mitla ist faszinierend, so löste die Stadt Monte Alban in ihrer Wichtigkeit ab und die Gebäude sind aufgrund der Fresken legendär.

Auf der zapotekischen Ruine wurde von den Eroberern eine Kirche gesetzt.
Baumaterialien

Rund 13 Kilometer von Oaxaca entfernt liegt der kleine Ort Santa Maria del Tule. Dieses Dorf beherbergt nicht nur eine hübsche Kirche sondern liefert Lebensraum für eines der ältesten Lebewesen auf dieser Erde!

Wikipedia: Im Ort steht der Baumriese „El árbol del Tule“ („Baum von Tule“). Dieses Exemplar der Mexikanischen Sumpfzypresse (Taxodium mucronatum) ist mit 14,05 Metern Stammdurchmesser der dickste Baum der Welt. Er ist auch einer der ältesten Bäume der Welt (älter als 2000 Jahre). Der Umfang des Baumes beträgt etwa 58 m, die Höhe etwa 42 m.

Im Jahr 2000 waren Plakatmaler noch allgegenwärtig, ich liebte die Mescal und Tequila Werbung im gesamten Land.

Wir suchten uns im Hochland eine kleine Pension und kamen somit in den Genuss das kleine Nest Nochixtlan kennenzulernen. Die Kiddies im Dorf hatten noch nie in ihrem Leben Touristen gesehen, sie riefen uns das mexikanische Schmipfwort für Amerikaner hinterher „Gringo, Gringo! Als wir erwiederten „no Gringo, aleman“ schauten sie uns sprachlos an….mit Deutschland konnten die Blagen nichts anfangen.

Das Flair erinnerte an eine Westernstadt und unsere Pension war mehr als karg und leider auch ziemlich schmuddelig.

indigene Kirche am Wegesrand
es weihnachtete noch sehr, unsere Pension

Die Nacht war kalt und bescheiden, es nervte das dreckige Bad und Bettzeug. Früh verließen wir den gastlichen Ort und machten uns auf unsere letzte Runde, schon im Dunstkreis von Mexiko Stadt.

Wir erkundeten zunächst Cholula, eine wunderschöne Stadt, zwischen Puebla und Mex.City.

Cholula gilt als älteste Stadt Amerikas und war immer bewohnt. Zur Zeit beherbergt die Stadt rd. 90,000 Einwohner und liegt auf einer Höhe von 2146m. Die Stadt liegt im Dunstkreis des Vulkans Popocatepetel, den wir aufgrund des Sommerdunstes aber nicht zu sehen bekamen.

Wikipedia: Die Arkaden rund um den Zócalo von Cholula de Rivadavia zählen zu den längsten Mexikos. Sie beherbergen kleine Cafés und Läden. Von hier aus blickt man auf den kleinen Stadtpark und die 49 Kuppeln der berühmten Capilla Real (16. Jahrhundert) des ehemaligen Klosters San Gabriel.

Cholula war vor der Conquista ein beliebtes Pilgerziel, mit zahlreichen Tempeln, Klöstern und Pyramiden. Eine der größten jemals errichteten Pyramiden, die im Gebiet San Andrés Cholula gelegene große Pyramide von Cholula ist bis heute erhalten geblieben und gehört immer noch zu den größten Sakralbauten der Welt.

Die letzte Nacht auf unserem Roadtrip durch das mexikanische Hochland verbrachten wir in einem Stundenhotel rd. 30 Minuten vom Flughafen Mex. City entfernt. Motels deuten in Mexiko grundsätzlich auf einen Stundebetrieb hin. Wir Naivlinge bemerkten unseren Fauxpas aber erst, als wir uns darüber amüsierte, dass man Kondome per Roomservice bestellen konnte und fast alle Fernsehsender gesperrt waren „para adulto“. Über das riesige Bett und den Spiegel über genau diesen, hatten wir uns nur gewundert, dass immer eine Klingel losging, wenn ein Auto auf das Gelände fuhr, fanden wir eher nervig. Unsere bange Sorge, ob der Preis vom Zimmer ebenfalls ein Stundentarif gewesen ist ( dann wäre es nämlich richtig teuer geworden) wurde Gott sei Dank nicht bestätigt. Wir standen die halbe Nacht am Fenster und bewunderten das Treiben auf dem Parkplatz. Fuhr ein Auto ab, ging der Putztrupp ins Zimmer, kurze Zeit später kam ein neues Auto an und checkte ein….wir amüsierten uns wie Bolle.

Gegen 5:00 Uhr früh fuhren wir zum Flughafen, gaben unseren Mietwagen ab und bestiegen die Maschine nach Puerto Vallarta.

Mein Fazit zum damaligen Roadtrip fällt auch 20 Jahre später noch sehr positiv aus. Heute würde ich mir allerdings viel mehr Zeit nehmen und z.B mindestens in Taxco, Oaxaca und Puerto Angel zwei Nächte verweilen. Heute würde man vermutlich auch die Zimmer vorreservieren und damit wären wir wahrlich lustigen Erinnerungen an schlechte Unterkünfte, Bordelle und Bettwanzen eher Geschichte.

Mexiko 2014: Quintana Roo und Yucatan

Ich war 4x in Mexiko, von den ersten drei Reisen gibt es allerdings nur Papierbilder….vergilbt im Fotoalbum. Allerdings kann ich noch von einem Playa del Carmen berichten, welches noch den Mexikanern gehörte, ein Fischerdorf samt Hafen und wo damals unser  Hotel stand, war Playa auch zu Ende. ….das war 1996 !

Nun war es nach  18 Jahren wieder soweit. Unser Flieger hob pünktlich in Berlin ab und mit einer Zwischenlandung in Düsseldorf, landeten wir gegen 13:00 Uhr Ortszeit in Cancun. Die Einreisemodalitäten hatten sich seit 2000 ( meinem letzten Aufenthalt in Mexiko)  nicht geändert, weiterhin entscheidet der Ampelknopf ob man vom Zoll auseinander genommen wird, oder eben auch nicht. Wir hatten Glück und warteten  kurze Zeit später auf den Bus, der uns nach Playa del Carmen bringen sollte.

Playa del Carmen

Den so arg niedlichen Fischerort gibt es nicht mehr. Statt 165 Fischer wohnen nun   120.000   Einwohner permanent in Playa, nebst Uni Campus, Multi Plex Kinos und Hotels….kilometerlang! Vom Flughafen  bis nach Playa del Carmen zieht sich die Riviera Maya, ein Resort neben dem Anderen, eins größer und schicker als das vorherige. Playa,  der Traum eines jeden US Amerikaners zum Springbreak,  ein Alptraum für den Backpacker. Mir blieb der Mund offen stehen, als wir am ADO-Busbahnhof angekommen waren. Die Quinta Avenida also die Fifth Avenue gibt es noch und sie ist weiterhin der Mittelpunkt des Ortes. Doch wo vor 18 Jahren noch kleine Einfamilienhäuser, Posadas, niedliche Boutiquen und Geschäfte vorherrschten, ist jetzt die Präsenz von Victoria’s Secret ( wirklich wahr) Zara, Forever 25, Burger King und einen Ami Schuppen neben dem Anderen.

Ein paar Eindrücke von Playa, dem alten Fischerort

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Unser Hotel lag in einer Seitenstraße, unweit vom Cozumel Fähranleger, zwei Minuten zum Stadtstrand, den man Keinem mehr empfehlen kann.  Wir wohnten beschaulich, ein kleines mexikanisches Mittelklassehotel mit große Zimmern, ruhig und zentral- super empfehlenswert die Hacienda del Caribe by Encanto.

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Super war auch der Preis….bei Expedia mit fly & hotel gebucht—-1034,– € für 17 Tage !!!!

Und trotz aller Wandlung, Playa hat immer noch was. Sicherlich ist die alte Fischerkirche durch einen schicken Neubau ersetzt worden, die Springbreaker sind ebenfalls grausig und der Stadtstrand ist überfüllt und lediglich ein Partystrand.

Der Neubau

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Bewegt man sich aber nach rechts, am Fähranleger  vorbei und läuft ca. 5 Minuten in Richtung Playacar, findet man DEN karibischen Traumstrand, wie er schöner kaum sein könnte. Keine Resorts, lediglich ein paar Villen und Privathäuser. Läuft man weiter, kommt nur noch wilde Natur und sonst NIX!

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Es ist dort so paradiesisch und menschenleer, dass man so gar nicht verstehen kann, warum sich die Massen am Stadtstrand tummeln- gut so….wir genossen den einzigartigen weißen Pulversand.

Nach den ersten Tagen des Nichtstuns, Ceviche futtern und durch Wallmart shoppen ( auch den gibts überdimensional in Playa) fuhren wir nach Cozumel.

Die vorgelagerte Insel hatte ich noch ganz beschaulich in Erinnerung, doch nichts da…..Kreuzfahrttouristen und All In Hotels! Diese wiederum haben dem Hauptort, San Miguel, nicht gutgetan….man findet schwerlich Restaurants oder Cafés.

Wir borgten uns Räder aus und fuhren gen Osten zu den besten Schnorchelspots. 1996 habe ich, mit Freundin Alexandra, ein Moped  auf der Insel zu Schrott gefahren, inklusive einiger Blessuren, die Gott sei Dank aber schnell verheilt waren. Diese Geschichte ging mir durch den Kopf als wir so über die Insel radelten und plumps, Mathias flog im hohen Bogen vom Rad und grub sich in den Asphalt- Gott sei Dank auch ohne schwerwiegende Verletzungen.

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img_2174San Miguel, die Hauptstadt auf Cozumel

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img_2208ein Zebrakäfer-  den würde ich sofort nehmen

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Nach einem wunderbaren Schnorchel,- u. Fahrradtag ging es abends in unsere Stammkneipe in Playa. Mit ein bissel Suche findet man sie noch, die mexikanischen Familienbetriebe, die gute Hausmannskost und dies auch noch superpreiswert anbieten. Fernab von All In, Burger King oder den amerikanischen Fresstempeln. Authentische mexikanische Küche ist grandios, wer einmal Enchilada verde gegessen hat, weiß was ich meine.  Das hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Fraß beim Mexikaner in Deutschland oder dem Tourimist zu tun, der  in den 4 Sterne Bunkern angeboten wird.

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Wir übernahmem für eine Woche ein Autochen und unser erstes Ziel führte uns nach Valladolid.

Valladolid:

1996 war ich nur für einen kurzen Lunchstop in dieser so wahnsinnig authentischen Kleinstadt,  wir waren auf dem Weg nach Chichen Itza. Da wir uns mit unserer Buchung vertan hatten und tatsächlich einen Tag zu früh in Valladolid aufgetaucht waren, hatten wir diesmal mehr als genug Zeit. Positiv kam hinzu, dass wir einen bezaubernen Bungalow hatten, der so traumhaft schön war, das ich mir die Hütte  sofort zum Geburtstag wünschen würde !!!

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Wir fuhren als Erstes nach Ek-Balam. Eine Ausgrabungsstätte, die einen super Einstieg in die Welt der Mayas bietet. Diese Anlage war auch für mich Premiere.

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Zum späteren Nachmittag machten wir die Kleinstadt unsicher und fraßen uns durch die Fressstände am  Markt durch. Dort gab es die beste Sopa de Lima, die Loncheria ist eine Art Berühmtheit.

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Die dunklen Tacos sind ebenfalls eine Berühmtheit aus Valladolid

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Es gibt sie noch, die alten Maya Hütten….aufgenommen in der Nähe von Ek Balam

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Die Klosteranlage von Valladolid

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Die Kathedrale von Valladilid

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Chichen Itza

Am nächsten Morgen fuhren wir bereits morgens um 6:00 Uhr nach Chichen Itza und waren tatsächlich die ersten Besucher der Anlage. Ein herausragendes Erlebnis, gesamt Chichen für sich zu haben-unglaublich und kein Vergleich zu meinem ersten Besuch. Selbst damals waren die Horden an Tagestouris, herangekarrt aus Grusel Cancun oder Playa,  bereits da.

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img_2396Wir so ziemlich ganz allein 🙂

img_2410Der berühmte Chak Mol

img_2420Der Ballspielplatz – nur mein Göttergatte ist mit auf dem Bild

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Das Observatorium

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Am Nachmittag ging es zur Cenote Dzinop und wir  genossen das kühle Nass. Mit fast 40 Grad war es eben auch extrem heiß.

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Baden war großartig und uns empfing eine einzigartige Atmosphäre. Gott sei Dank blieben wir von den Horden verschont, gut wenn man so früh dran ist.

Abends genossen wir Selbstgekochtes in unserer Hütte-leider schlug das Essen Mathias direkt in die Magengrube und wir waren sehr dankbar für unser so schönes Bad.

Am nächsten Morgen ging es in die „la ciudad amarillo“-Izamal.….die gelbe Stadt. Eine sehr hübsche Kleinstadt in der die Farbe gelb traditionell verwendet wird. Erfrischend, wie wenig Touristen sich in dieses Kleinod verirrt haben …..

Anbei ein paar Impressionen, seht selbst, wie schön sie ist. Das Highlight ist sicherlich das Kloster-ebenfalls in sonnegelb.

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Unser Tagesziel war die Hacienda Uxmal, dort habe ich in 1996 schon mal gewohnt und freute mich total, wieder in dieses schöne Hotel zurückzukehren. Mathias war dankbar sich und seinen Magen in schöne Kissen kuscheln zu können.

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Uxmal

In der Hacienda Uxmal schläft man, um am nächsten Tag schnell in die Ruinen zu kommen. Kaum Anfahrtszeit und wieder mal hatten wir die Anlage ganz für uns alleine. Was für ein Unterschied zu 1996

Pyramide des Zauberers von Uxmal

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Der Gouverneurspalast, das größte Maya Gebäude der Welt

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Das Nonnenkloster

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wir, vor der Pyramide

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Uxmal ist meine persönliche Lieblingsanlage, gefolgt von Tikal in Guatemala. Ich bin kein so großer Fan von Chichen Itza, Tulum finde ich gar ganz schrecklich. Mehr dazu im Verlauf des Blogs. Ich habe in meinen vier Aufenthalten in Mexiko sehr viele Anlagen gesehen- Monte Alban, Edna oder auch Teotihuacan….aber keine ist sooo schön wie  Uxmal ! Schön, nochmal hier gewesen zu sein.

Merida

Nach der Besichtigung der Ruinen gingen wir ausgiebig frühstücken und fuhren gemächlich weiter nach Merida. Auch hier war ich schon mal für einen kurzen Abstecher und wollte diesmal ein wenig länger bleiben.

Vom Preis-Leistungsniveau stiegen wir in Merida am Allerbesten ab. Wir wohnten in einem Hotel der Touristenklasse, welches seine besten Zeiten schon gesehen hatte- aber hey….für 28$ inkl. Frühstück…seht selbst :

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Wir waren mit unserer Auswahl sehr zufrieden und bummelten total entspannt durch die Stadt und über die Märkte und verfielen dem Shopping Wahn

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img_2823Habaneros-  die schärfste Chili der Welt

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Das Maya Denkmal von Merida

Die Kathedrale

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Am nächsten Tag machten wir uns wieder auf den Weg zurück ans Meer. Wir fuhren allerdings über die Landstraße und besuchten zunächst die Cenote Zaci– mal wieder baden, bevor es erneut in die Ruinen ging.

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Unterwegs sahen wir noch authentische Dörfer, irritiert ist man lediglich von den SUVs vor der Haustür oder auch der einen oder anderen Satelitenschüssel.

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Die Friedhöfe haben mich in Mexiko und Guatemalal schon immer beeindruckt. Ich mag den Totenkult, vor Allem rund um Allerheiligen und ich finde es auch grandios, dass wie Gräber quietschebunt angemalt werden.

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Am Nachmittag erreichten wir Coba, wo ich ebenfalls bereits 1996 herumgestreunt bin. Damals hatte ich Tulum und Coba an einem Tag besucht und konnte, wie bereits erwähnt,  nie  so richtig warm werden mit Tulum….das liegt aber auch an der tollen Lage von Coba, mitten im Urwald und der Tatsache, dass man dort mit Räder durch die Anlage fahren kann.

Die höchste Mayapyramide, mitten im Urwald

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Da wir unseren roten Flitzer für eine Woche gemietet  hatten, fuhren wir zwar wieder zurück nach Playa del Carmen, starteten aber von dort noch zwei Tagestouren.
Eine führte uns nach Tulum &  Xel Ha, die andere auf die Isla Mujeres und Puerto Moreleos

Tulum & Xel Ha

Tulum ist förmlich selbsterklärend. Die größte toruistische Ruinenstätte in Quintana Roo und die einzige, die direkt am Meer liegt Die Lage ist spektakulär, leider aufgemacht wie ein Golfplatz und vollgestopft mit amerikanischen Pauschltouristen. So war es 1996, so blieb es auch in 2014. Und damit die Pauschis nicht alles zertrampeln, ist der Strand gesperrt, die Ruinen umzäunt und der Rasen wird, wie gehabt ,mit Wasser berieselt.

Die Fotos sind allerdings trotzdem spektakulär, die Lage machts und von der Schönheit kann man sich auch nicht lossagen.

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Wir flohen nach knapp einer Stunde und fuhren weiter nach Xel Ha. Xel Ha ist eine natürliche Lagune, um die eine Art Wasserpark gebaut wurde. Alles ökologisch verträglich, abgestimmt auf Mensch und Tier Das Vergnügen besteht aus staunen, schnorcheln und lecker am Buffet futtern. Wir hatten einen Riesenspaß, ich glaube es ist der schönste Park den ich kenne. Nix Achterbahn, nix Thrill….aber viele Fische, Manatees, Manta Rays, Delfine und ganz viel schnorcheln.

In den Häusern befinden sich Restaurant und Umkleiden

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mal wieder richtig abhängen

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img_3062-kopieoder besser so

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Hallo Manatee !

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Delfis sind schwer zu entdecken

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Man erkennt kaum, dass es sich tasächlich um ein Tourispektakel handelt- wunderbar

wir mit Spaß dabei

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Isla Mujeres und Puerto Moreleos

Auf dem Weg zum Fähranleger wurden wir hops genommen. Der freundlich- korrupte Polizist erklärte uns, dass wir zu schnell gefahren wären. Mathias sollte seinen Führerschein abgeben oder eine uns beliebige Summe zahlen! 50€ fand der gute Mann in Uniform fair und als wir ihm erklärten, dass wir nicht mehr Geld dabei hätten, weil wir auf dem Weg nach Punta Sam zur Fähre wären, wünschte er uns einen guten Weg und viel Spaß auf der Isla – spooky.

Die Isla hat sich in den letzen 20 Jahren erheblich dem Massentourismus angepasst. Sie ist immer noch lieblich und süß- der Friedhof birgt immer noch seine alten Piratengebeine und Geheimnisse- dennoch….auch hier überwiegt All In und amerikanische sowie russische Pauschis.

Willkommen auf der Isla Mujeres

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Tourischuppen überall, trotzdem die Stadt hat was!

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Der bizarre Friedhof, inklusive gruseliger Inselgeschichten

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Die Rückfahrt zum Festland hatte es in sich, der Seegang machte nicht nur mich nervös, wir waren zufrieden, als wir wieder festen Boden unter den Füssen hatten. Auf dem Weg zurück nach Playa machten wir einen Abstecher nach Puerto Moreleos. Ein Fischerdorf mit  nicht ganz so schönem Strand aber einem Wahnsinnscharakter-  was fürs nächste Mal ?

 

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Die letzten Tage vor unserem Abflug zurück nach Berlin, verbrachten wir lediglich in Playa del Carmen. Uns reichte der schöne Strand von Playacar und unsere Stammrestaurants, inkl. sagenhafter Ceviche,vollkommen aus.

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