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Istanbul 2011-2014: Viermal Tausend und eine Nacht

Ich war 4x in der wunderschönen Stadt am Bosporus. Mein Leitspruch „ wenn Dir nichts mehr einfällt, Istanbul geht immer!“. Das erste Mal besuchte ich allerdings ein Istanbul, welches mehr Ähnlichkeit mit dem alten Konstantinopel aufwies als mit der heutigen, sehr modernen Stadt. Damals, 1989, war ich im Rahmen eines Entwicklungshilfeprojektes zum Bau eines Teehauses in Istanbul. Wir wohnten in Besiktas und stromerten 3 Tage durch die alten, nicht restaurierten Gassen. Selbst mit meinen zarten 17 Jahren war mir die Schönheit der Stadt aber bewusst, schon damals war ich in die Hagia Sophia verliebt. Nach einer langen, langen Pause flog ich das erste Mal 2011 wieder an den Bosporus. Zusammen mit meiner Mama genoss ich 1001 Nacht. 2012 verlebte ich ein verlängertes Wochenende mit lieben Kollegen/ innen in Istanbul.2014 setzte ich dann mit meiner vorläufig letzten Tour nach Istanbul einen Schlusspunkt. Nunmehr ist mir die politische Situation zuwider….

Die hier gezeigten Bilder beziehen sich kreuz und quer auf die Jahre 2011-2014.

Während der letzten drei Reisen wohnte ich immer in Sultanahmet, dort wo  80 % der Sehenswürdigkeiten stehen und sich 90 % der Touristen tummeln.  Im unteren bis mittleren Preissegment bekommt man ordentliche, kleine Pensionen inklusive Dachterrasse und Frühstück. Die Aussichten auf die Stadt waren, egal in welchem Hotel ich gewohnt habe, immer sensationell.

Anbei ein paar Impressionen von Sultanahmet tagsüber und des nächtens…..

Hier eine Moschee, dort eine Moschee oder wie wäre es mit dem Blick aufs Marmarameer?

Cemberlitas Säule, hier findet man ein tolles Hamman, eine Shishhöhle und der große Basar ist auch nicht weit.

Die meisten Sehenswürdigkeiten habe ich tatsächlich bei jedem Aufenthalt in Istanbul erneut besucht, so sehr mochte ich die Moscheen oder die „heilige Weisheit“.

Die Blaue Moschee, der offizielle Name lautet Sultanahmet Camii  ist die größte und vermutlich auch prunkvollste Moschee von Istanbul und stellt ein wahrhaftiges Hauptwerk der osmanischen Architektur dar. Ihre Errichtung fiel unter die Herrschaft von Sultan Ahmet I., der zwischen 1603 und 1617 regierte. Sie ist übrigens die einzige Moschee außerhalb von Mekka mit sechs Minaretten.

Übrigens, es ist verpflichtend ein Kopftuch zu tragen und die Schultern bedeckt zu haben. Wie in allen Moscheen werden am Eingang die Schuhe ausgezogen. Komischerweise standen innerhalb der Moscheen viele Frauen ohne Kopftuch und es schien für die Moschee Angestellten ok zu sein. Ich würde allerdings immer empfehlen, ein Kopftuch aufzulegen.

Mein Liebling ist die Hagia Sophia – Die Heilige Weisheit (Quelle: Istanbul-Tourist-Informationen).

Ihr erster Basilika-Bau mit Holzdach wurde im Jahre 360 fertiggestellt und brannte bereits 404 bei einem Aufstand nieder. Ein Neubau unter Theodosius II. wurde 415 eingeweiht und ging während der Herrschaft Justinians im Nika-Aufstand von 532 erneut in Flammen auf.

Ein dritter und letzter Bau der Hagia Sophia wurde gleich im Anschluss veranlasst und eröffnete am 26. Dezember 537.

Das Schicksal der griechisch- orthodoxen Kirche meinte es lebhaft mit der ehemaligen Kathedrale. Nach den Griechen kamen die Römer und damit wurde die Kirche katholisch. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen wurden die Kreuze abgenommen und am 03.06.1453 erlebte der Gottesbau eine neue Konfession unter seinem Dach- die Muslime hielten ihr erstes Freitagsgebet in dem Gemäuer ab.

1934 besann man sich darauf, was die Hagia Sophia seit dem Jahr 360 alles erlebt hat und die wahrlich mit Weisheit Gesegnete wurde in ein Museum umgewandelt.

Seit 2013 wird das Gemäuer restauriert, 2020 hat sich der fiese Wicht mit dem hässlichen Bart durchgesetzt und die Hagia Sofia wieder in eine Moschee umgewandelt, der Teufel soll ihn holen!

Unweit der beiden Moscheen befindet sich das Hippodrom mit dem Berühmten Obelisken, man befindet sich quasi im Herzen von Sultanahmet und kann von vielen Restaurants und Hotels einen fabelhaften Blick von den Dachterassen auf das lebendige Viertel werfen.

Ein Highlight ist sicherlich auch die Yerebatan Zisterne, beeindruckend was in der Spätantike unter Kaiser Justinian (6Jh.) bereits erbaut wurde. Ich war 3x in der Zisterne und finde sie nach wie vor großartig.

Neben der Blauen Moschee ist die Suleymanye Camii/ Moschee, ebenfalls ein perfekter Bau und steht mitten im historischen Viertel von Istanbul. Der Kuppelbau orientiert sich an der Hagia Sofia/ Aya Sofya und ist der größte Moscheekomplex Istanbuls, Das Grab von Suleyman ist dem Felsendom nachempfunden, das Innere der Moschee ist eher schlicht und gerade deshalb außerordentlich beeindruckend.

Von der Suleymanye Moschee hat man einen tollen Blick auf Galata und hinunter nach Fatih und Sultanahmet.

Ein Besuch auf dem großen Basar, Kapalı Çarşı gehört mit Sicherheit zu jeder Istanbulreise dazu. Dennoch sollte man sich zu jeder Zeit darüber im Klaren sein, dass hier jede Menge Nepp auf seine Opfer wartet.

Der Basar ist bereits seit 1500 das Einkaufsmekka der Istanbuler, seit den 70er Jahren zunehmend das Paradies der Touristen. Es gibt hier wirklich ALLES zu kaufen, was das orientalische Herz begehrt bzw. was der Tourist unter Orient versteht. Neben praktischen Gegenständen natürlich auch jede Menge Kitsch, Trödel, Teppiche und Schmuck. Wer hier Schnäppchen machen möchte, muss richtig hart handeln können.

Ich mag den Ägyptischen Basar (Misir Çarşısı)  viel lieber, obwohl ich natürlich weiß—auch hier wartet der Wucher. Dennoch der Geruch nach Gewürzen, die Atmosphäre (es herrscht immer ein Wahnsinnsgedränge) und die Nachbarschaft, die mit Märkten und fliegenden Maiskolbenverkäufern ebenfalls nicht geizt.

Wer den ägyptischen Basar besucht, steht unvermittelt am Bosporus und wenn man dort schon mal ist, drängt sich eine Bosporustour auf dem Fluss förmlich auf.

Vorher kann man sich noch stärken, die Fischstände mit Bratfisch und Brötchen kann ich wärmstens empfehlen und pittoresk sind sie auch.

Bootstour auf dem Bosporus

Viermal in Istanbul, viermal auf dem Bosporus. Ein absolutes Highlight der Stadt. Sowohl die Größe als auch die exponierte Lage am goldenen Horn, zwischen Europa und Asien, zwischen Okzident und Orient….mehr muss ich nicht schreiben, die Bilder sprechen für sich.

Es gibt verschiedene Anbieter, verschiedene Fahrtdauern. Man sollte darauf achten, dass wenigstens die Möglichkeit besteht, nach drinnen gehen zu können- sofern die Sonne zu stark vom Himmel brezelt oder es im Herbst auch mal stürmisch werden kann und nieselt.

Der Leanderturm gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt und ist sagenumwoben, Wikipedia gibt Auskunft über den Mädchenturm von Istanbul: https://de.wikipedia.org/wiki/Leanderturm


Am Bosporus tummeln sich die Reichen und Schönen, ein Somerhaus ist toller als das Andere.

Erwähnenswert sind natürlich auch die ganzen Paläste, Allen voran Dolmarbahce Palast.

Einen ersten Blick wirft man vom Wasser auch auf Ortaköy, mit seiner hübschen Moschee am Wasser.

Hinter der Rumeli Festung wendet das Schiff und fährt auf der anderen Uferseite wieder zurück.

Erst auf dem Wasser gewinnt man einen wirklichen Eindruck von den Ausmaßen der Stadt als auch von seiner Schönheit.

Galatabrücke

Die Galatabrücke ist ein beeindruckendes Bauwerk, wobei ich noch die alte Brücke 1988 gesehen habe und die neue nur unter „viel Beton“ geistig geparkt habe. Die Restaurants kann ich in keinem Fall empfehlen, viel zu teuer- echter Tourinepp. Wer authentischer Fisch essen möchte, sollte über die Galatabrücke gehen und linker Hand den kleinen Fischmarkt aufsuchen. Dort sind neben Verkaufsstände auch Gartenrestaurants und Imbissbüdchen aufgebaut. Man genießt zwar auch nicht eben günstig aber dafür authentisch und „with a view“ seine gegrillten Sardinen.

Fisch vom Markt

Und wer es nach Galata geschafft hat, sollte sich unbedingt die Stadt von oben ansehen.

Der Galataturm ist für mich eine der wunderbarsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das gesamte Viertel ist nett zum Bummeln, zum Ausruhen und Tee trinken eignet sich ein kleine Cafe´unterhalb des Turms.

Wenn man die Stadt von oben bewundert und sich mit einem Tee gestärkt, bietet sich ein Bummel durch eine der großen Istanbuler Einkaufsstraßen Īstiklâl Cadessi mit Ziel Taksim Platz als auch eine Fahrt mit U-Bahn ( Tunel) an.

Die U- Bahn (Tünel) wurde 1874 als erste türkische U- Bahn erbaut und ist nur wenige hundert Meter lang.

Alternativ verkehrt auf der Istiklal Cadessi eine Straßenbahn, mit der man für umme die Straße rauf und runter fahren kann.

Die Istiklal Cedessi ist toll zum schlendern, schöne Bürgerhäuser wechseln sich mit moderne Architektur ab, alle großen Modeketten haben ein Geschäft.

Mich haben immer die Süßwarenläden, Passagen und Cafés magisch angezogen, anbei ein par Impressionen.

Der Taksim Platz steht für das moderne Istanbul, hier finden Demonstrationen und öffentliche Veranstaltungen statt, hier sind die großen Hotels der Stadt zu Hause.

Ortaköy, Kumpir und traumhafte Moschee

Erst bei meinem letzten Besuch in Istanbul habe ich es mal in den Stadteil Ortaköy geschafft und mich sofort in die örtliche Moschee verliebt. Die Lage am Wasser, die nicht so typische Innenausstattung begeisterten mich auf Anhieb. Außerdem kam ich in den Hochgenuss von Kumpir, einer gefüllten Riesenkartoffel…..die Füllung sucht man sich selbst aus, sehr lecker und ein super Mittagessen fernab von Kebapfleisch und Börek.

Chora Kirche: Der Besuch der Chora Kirche ist für mich ein absolutes Muss. Mittlerweile kommt man mit der U-Bahn und ein wenig Fußmarsch recht vernünftig an die romanische Basilika. In 2014 wurde gerade restauriert- hier zu sehen sind Bilder aus 2011 +2014. Wer sicher gehen will, sollte sich im Vorfeld über den Fortgang der Restaurierungsarbeiten erkundingen. Auch hier wurde die Islamisierung vorangetrieben, seit 2020 ist die Kirche wieder eine Moschee, die christlichen Fresken werden freitags abgehangen….man mag nur noch den Kopf schütteln!

Die Chorakirche ( Karye Camii) liegt im Stadtteil Edirnekapi und ist mitlerweile recht gut an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen. 2011 musste meine Mama und ich noch endlos durch die Einkaufsstraßen tigern um zu der romanischen Kirche zu gelangen.

Leider werden die wunderschönen alten Holzhäuser rund um das Gotteshaus nach und nach abgerissen, Istanbul verändert sein Gesicht.

Kleine Hagia Sophia

2014 habe ich es endlich geschafft und mir die kleine Aya Sofia angesehen. Eine wunderschöne Moschee mit einer sehr schönen Stimmung und einer netten Teestube schräg gegenüber.

Topkapi Palast

Die einen beschwören den Palast, die anderen halten den Hype für überflüssig. Ich war bei vier Touren immerhin dreimal im Palast. 1989 war ich begeistert, danach haben mich die Besuche eher abgetörnt. Es ist mittlerweile viel zu voll geworden; die Kreuzfahrtouristen mit Rollatoren und natürlich in Wahnsinnshorden auftretend,versauen einem das Entdeckungsvergnügen.

Anbei ein paar Fotos aus dem Palast, vor Allem der Komplex des Harems ist sehr sehenswert.

Prinzeninseln

Wer eine Verschnaufspause benötigt, wer einfach mal ins kühle Nass des Marmara Meeres springen möchte, dem empfehle ich die Prinzeninseln. Erfrischend anders, erfrischend altmodisch. Die Boote fahren von Eminönü ab und nach rund einer Stunde befindet man sich einer komplett anderen Welt. Es dominieren Holzhäuser und Pferdefuhrwerke auf Büyükada, der Takt der Zeit geht hier langsamer.

Wir genossen die Sonne mit vielen Istanbuler Hausfrauen, die sich auf Klatsch und Tratsch sowie zum Schwimmen, fernab ihrer Ehegatten, getroffen hatten. Es herrschte eine erfrischend emanzipierte Stimmung, die Damen liefen alle in gut gestylter Badekleidung durch den Ort. Überraschend, da gerade Istanbul wieder angezogener, braver und Erdogan gläubiger zu werden scheint.

Drei Orte zum Entspannen möchte sich noch empfehlen. Zum Einen gibt es in der Nähe der Konstantinsäule ( Cemberlitas) einen kleinen türkischen Friedhof, der nicht nur toll zum entdecken ist, sondern auch ein sehr authentisches Teehaus beherbergt. Für sehr wenig Geld bekommt man seinen Cay und kann dem Wahnsinn der Großstadt entfliehen. Ich war, bis auf 1988, immer in diesem Teehaus und habe es genossen.

Mein nächster Tip ist eine Shishahöhle, die ich vermutlich nicht wieder finden würde. Es ist auch egal, unsere Wahl lag zw. den Stationen Cemberlitas und Beyazit, sehr nah an der Arik Ali Passi Moschee und war fest in türkischer Hand. Wir wurden angestarrt aber dennoch nett empfangen und hatten jede Menge Spaß…..sollte man also machen, wenn man schon mal da ist. Welche Shishahöhle man besucht, ist dem Grunde nach egal, die Erfahrungen werden überall ähnlich sein.

Istanbulbesuch ohne Hamman wäre auch nur halb so schön. Ich war im Cemberlitas Hamman, es gibt aber viele andere in der Stadt, unbedingt mitnehmen.

Kommen wir zum letzten Thema: Essen in Istanbul…..tja wo fängt man an, wo hört man auf? Das Essen ist einfach super gut, egal ob im Restaurant oder aus der Hand, von der Straße. Jeder kommt zu seinem Recht, egal ob Fisch, Fleisch oder was Süßes. …..die Türken haben das breite Portfolio des Nahen Ostens mit einem Hauch Europa und damit ist die Küche spannender als im Iran oder Marokko als Beispiel. Anbei ein paar Bildchen vom reichhaltigen Angebot, ich habe jeden Aufenthalt in Istanbul genossen und bin auch kulinarisch voll auf meine Kosten gekommen. Es gibt Menschen, die behaupten, dass die türkische Küche mit die beste auf der Welt ist, soweit würde ich zwar nicht gehen, gut ist sie aber allemale.

Zeit ein Fazit zu ziehen, meine letzte Istanbulreise ist fast sieben Jahre her. Es wird wirklich Zeit, mal wieder in diese schöne Stadt zurückzukehren. Ich glaube ich nehme Istanbul für Post Corona ins Visier.

Iran 2019, IX: Kermanکرمان

Ich hatte mich immer am Meisten vor der langen Autofahrt nach Kerman gegrault und nach unseren Erfahrungen in Ostaserbaidschan hatte ich große Zweifel, ob eine Distanz von über 560 km überhaupt an einem Tag bewältigt werden kann? Allerdings sind die Straßen im Zentraliran relativ gut ausgebaut und die Erfahrungen mit den bisherigen Autostrecken stimmten positiv.

Wir frühstückten um 7:00 Uhr und trugen unsere Pieselotten zum Bus. Zuerst fuhr Ralf, später löste Mathias ab und die Dämlichkeiten bestaunten mehr die Landschaft. Anfänglich eher eine Halbwüste mit Salzabbau und Salzbergen, später kamen Salzseen hinzu. Rund eine Stunde vor Kerman waren wir dann wirklich in der Wüste.

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Wir machten unterwegs eine Pause, Froggy schoss das „picture of the day“ welches ich meiner werten Leserschaft vorenthalte…..nur so viel….noch mehr danebentreffen geht eigentlich nicht.

Mit Hans Albers und der „Reeperbahn nachts um halb eins“ hielten wir singend Einzug in Kerman und lachten über die doch recht bizarre Situation……

Unser Hotel, rd. 7 km von der Innenstadt entfernt und mit dem wohlklingenden Namen „Tourist Inn“ entpuppte sich als grundsolides 70er Jahre Hotel mit Möbeln aller Stil und Zeitepochen der letzten 40 Jahre. Besonders schön mutete der Pool an, der seit Khomeinis Einzug so vor sich hinrottete…..man hätte Blumenbeete pflanzen können ….aber ich schätze mal, hier währt noch Hoffnung, dass dieser irgendwann wieder in Betrieb genommen wird?

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Peti und Ralf mussten für eine Nacht ins rauchverseuchte Annex ziehen, unschön……diesmal bekamen die Reisegruppen den Vorzug.

Gegen 16:00 Uhr fuhren wir in das recht schöne Kerman, welches sehr weitläufig und irgendwie gut sortiert auf uns wirkte. Kerman ist bekannt für seine Kupferarbeiten und wir waren uns sicher, hier werden wir fündig.

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Klimaanlage a la Iran

Die Innenstadt und alles Sehenswerte ist am Basar angegliedert, Sightseeing selbst für Fusslahme fast ein Kinderspiel. Wir staunten nicht schlecht, als vor der zentralen Moschee Stühle für ein Konzert aufgebaut waren und der Soundcheck war verheißungsvoll….leider hatten wir keine Karten!

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Wir bummelten über den Basar, Kupfer ,- u.Teppichwaren wechselten den Besitzer. Am Interessantesten war aber dann doch der Gemüsebasar-tolle Fotomotive.

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Wir gingen in einem einfachen Restaurant, in einer Karawanserei essen, Portionen waren eher klein bemessen….wir aßen Dizi, Köfte und Aubergine.

Auf unserem Heimweg mussten wir feststellen, dass der reguläre Weg zum Auto versperrt war, wirklich liebes Sicherheitspersonal uns über den VIP-Backstage Bereich wieder in die Welt hinaus ließ…..ach die Perser!

Backstage/ VIP Bereich…..not too bad

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Wir versüßten uns den Abend in unserer hoteleigenen Teestube….und das im wahrsten Sinne des Wortes.

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Am nächsten Morgen genossen wir gegen 8:00 Uhr das recht gute Frühstücksbuffet, danach wechselten die Männer Euronen in Rial und Peti und Ralf das Zimmer.

Gegen 10:30 Uhr fuhren wir in die Innenstadt, parkten Farsiwahn regelkonform auf dem Parkplatz ein und bestaunten zunächst die Karawanserei, die gestern als VIP Bereich diente.

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Danach besuchten wir die kleine Moschee Ganj Ali Khan, die mal so richtig aus dem Rahmen fiel, weil winzig klein und vermutlich auch nicht sehr bedeutend. Die Jameh-e und Shah Moschee ließen wir mal einfach aus….man muss nicht alles kennen.

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Dafür wurde der Basar von hinten nach vorne, von vorne nach hinten umgekrempelt, Kuperwaren, Gewürze, Tücher und Taschen wurden gekauft. Erstmalig sahen wir Bettler und vorallem bettelnde Kinder waren auffällig. Ein Iraner erzählte uns, dass es sich hierbei um Flüchtlingskinder aus Afghanistan handeln würde und tatsächlich die Kinder fielen aus dem Erscheinungsbild der letzten 2,5 Wochen. Aufeinmal sahen wir überall Afghanen, auch in typischer Landestracht-wobei keine der Frauen Burka trug. Ein kleiner Knopf, keine fünf Jahre alt, hockte vor einer Personenwaage…..es blutete mir das Herz! Kein SOS Kinderdorf, kein Unicef…..hier gibt es keine soziale Versorgung.

der kleine afghanische Kerl bekam ein wenig Spielzeug von uns geschenkt. Das Elend der Kinder hat uns sehr berührt.
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Kerman verfügt über eine wunderbare Kuppelhalle ( Timche) die ich das letzte Mal in solch einer Pracht in Tabriz gesehen habe. Wir scheiterten allerdings mit unserem Wunsch in die erste Etage zu gelangen.

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Zur Stärkung trafen wir um 13:00 Uhr wieder Alle zusammen und besuchten gemeinsam das Hamman-e Vakil Chaykhanneh…..früher,vor Khomeini Hamman, nach der Revolution Teehaus aber nicht minder sehenswert.

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4/6 brauchen noch Gewürze und als letztes Sightseeinghighlight schauten wir uns nochmals das Ganjali Khan Badehaus für Puppen an……gefiel mir fast besser, als die Variante in Shiraz, da es oppulenter, leerer und heller war. Das Eishaus in der Wüste cancelten wir……..ob das nun gut oder schlecht ist, wird sich in Yazd und Kaschan zeigen. Hoffen wir mal, dass eine der beiden Städte uns etwas Ähnliches bieten kann.

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Unseren Nachmittagsschmankerl nahmen wir im Hotel im Teehaus ein. Danach gabs einen Nachmittagsschlaf.

Unser Abendprogramm bestand aus einem Bummel über den Prachtboulevard, dem Besuch einer Edelkonditorei sowie unserem grandiosen Abendessen.

Auf dem Rückweg fanden wir einen Laden, der fast nur deutsche Waren verkaufte. Über Zwilling, Brabantia, Leonardo, Villeroy& Boch war fast Alles vertreten, was Rang und Namen hatte…..Bravo, hier wird das Embargo umgangen!!!!!!

Bosnien & Herzegowina

Wenn man über zwei Wochen immer wenige Kilometer an der bosnischen Grenze  entlang fährt, muss man irgendwann auch mal über diese Grenze fahren. Die Brücke von Mostar,  das Wahrzeichen der Stadt, wer kann sich nicht an die erschreckenden Fernsehbilder erinnern, als diese sensationelle Brücke 1993 von den Serben zerstört wurde? Ich kann mich genau an die Fernsehbilder erinnern und genau seit diesem Zeitpunkt steht bei mir der Wunsch, die Brücke nach dem Wiederaufbau, zu besuchen.  Ich kann mich auch an die Wiedereröffnung der Brücke erinnern und seitdem habe ich auf meine Chance  gewartet…..dieser Tag war nun gekommen!

Tief bewölkt war es, als wir Brač mit der Fähre verließen, die Überfahrt wurde dann allerdings  doch noch ruhiger als erwartet Gegen 11:00 Uhr waren wir am Grenzübergang nach Bosnien, der Grenzbeamte tat ganz ernst und wir waren froh als wir „drin“ waren. Wir fuhren  ab Grenze  nur noch Landstraße, ließen den Wallfahrtsort Madugorje links liegen, da wir keine Lust auf Madonnen oder Kirchen hatten und fuhren nach Pocitelj weiter. Dieses kleine Nest liegt altertümlich an einem Berghang und hat eine tolle osmanische  Architektur-man wähnt sich förmlich in der Türkei.
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Leider wurde die Emily dort von einer Katze angegriffen. Die Mietz hatte Junge und wollte ihre Brut verteidigen. Wir wurden von ein paar netten Ladenbesitzern darauf hingewiesen, dass der Tiger nicht ganz ohne ist. Wir haben die Mietz aber nicht für voll genommen……diese fauchte erst ganz fürchterlich, Emily nahm keine Notiz von dem Vieh und dann griff sie Emily von hinten an…..Mathias riss die Leine herum, nahm den Hund auf den Arm und riskierte seinerseits die Katzenattacke.

Pocitelj war somit  für den Rudelführer gelaufen, nachdem  dann auch noch die Tourimassen der Katze Beifall klatschten, war es um Mathias Glaube an die Menschheit geschehen. Ali und ich bestaunten noch den putzigen Ort, Emchen ließ sich im Auto ordentlich behuddeln-die Opferrolle steht ihr gut :0).

Unser Weg führte uns an der Neretva entlang gen Mostar. Auffällig waren die vielen, vielen Kriegsschäden. Es gibt quasi keine Straße, in der es keine Ruinen gibt-auch 21 Jahre nach Kriegsende ist offensichtlich, dass BiH nicht zu den Gewinnern im Balkankonflikt  gehörte. Im Straßenbild sind auch immer noch viele Kirchen präsent, die wiederum auch alle restauriert waren. Dies gilt ebenso für die Moscheen, wo ja bekannt ist, dass gerade Saudi-Arabien viel Geld in die religiöse Bildung der nunmehr muslimischen Mehrheit investiert hat und dieses Land auch sehr gerne besucht. Horden an Touristen aus den VAE, Quatar und Saudi Arabien reisen durch Bosnien & Herzegowina, Wir wurden heute durch die gesamte Haute Couture der Damenmode in diesen Ländern geführt….aber auch hier fehlte Burka :-)!

Und dann stand sie da, die Stari Most, die alte Brücke, wunderschön wieder aufgebaut, voll mit Touris, Brückenspringer und viel Souvenirkommerz und Kitsch auf dem Bazaar.

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man beachte die Touriströme auf der Brücke

Wer Interesse an der Brücke und deren bewegende Geschichte hat, möchte ich diesen Link empfehlen:

http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/Mostar-die-geteilte-Stadt-an-der-Neretva/20050416

Auch jetzt, über 20 Jahre nach der Zerstörung der Brücke ist Mostar eine geteilt Stadt, eine Stadt zwischen Okzident und Orient.

 

Als der Muezzin zum Mittagsgebet rief, saßen wir in einem kleinen Restaurant mit Blick auf die Bazzarstraße und genossen bosnische Chevapi natürlich halal…..lecker und weitaus günstiger als in Kroatien.

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Erstaunlicherweise ist auch Tito weiterhin groß im Geschäft und das  36 Jahre nach seinem Tod und 25 Jahre nach dem Zerfall von Jugoslawien..

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Unser letztes Highlight führte uns nach Blagaj, zur Bunaquelle. Aus einer Höhle im Berg quillt so viel Wasser heraus, dass sich aus dieser Quelle der Fluss Buna bildet. Es gibt ein Derwischkloster, viele Touristen…vor Allem gläubige Muslime, grandiose Restaurants und einen schönen Blick auf Kloster und Quelle.

Bei der Ausreise aus Bosnien verlor selbst der Grenzbeamte auf bosnischer Seite sein  Pokerface……fast liebevoll schmunzelnd betrachtete er das Foto der kleinen Katzenhasserin und ließ uns wieder aus BiH raus.

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Auf dem Weg nach Dubrovnik erholte sich Emily von den Strapazen und wir genossen den tollen Blick auf die kroatische Adria, kurz bevor wir wieder nach Bosnien einreisen mussten, um an deren 9 km Küste wieder nach Kroatien  zu fahren….irrer Grenzverlauf, siehr beigefügte Karte!

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In Dubrovnik wurden wir mit großem hallo empfangen, wir haben es hier wieder sooo toll getroffen. Eine super Wohnung mit großem Garten und viiieeeel Terasse und Garten fürs Hundi.

Mein Fazit zu Bosnien:

1: ich empfehle 1x zu übernachten in Mostar, ab 16:00 Uhr sind die Tagestouristen weg und die Stadt wird noch magischer

2: Vorher unbedingt en paar historische Eckdaten lesen, macht wirklich Sinn um den Krieg besser begreifen zu können.

3: Nimm niemals nie einen Hund nach Pocitelj mit, sofern Du diesen gerne behalten möchtest

4: Pass auf Dein Auto auf, Bosnier fahren wie Henker

5: Chevapi und Benzin kosten weniger als in Kroatien

6: KM sind keine Kilometer sondern die K-Mark …konvertible Mark…analog zur guten alten D-Mark und wie war da nochmal der Wechselurs 🙂 , achja 1,95583 DM zu € und das gilt auch hier in BiH

7. Es ist kein Problem, sein vollgepacktes Auto überall sicher zu parken, kostet nen bissel mehr aber unsere dreckigen Schlüppis blieben an Ort und Stelle.

8. Die Highlights im Süden sind überschaubar und von Kroatien aus super zu besichtigen, ob ich noch mehr Lust auf Bosnien verspüre, weiß ich nicht….für Wanderer und Naturliebhaber gibts  in den Bergen viel zu entdecken, Sarajevo soll im Vergleich zu Mostar wenig Charme versprühen. Mal schauen, ob dieses Ländle nochmal auf meine Bucket List kommt.

Wer nochmal nach Kroatien will:

Kroatien 2016: I, Plitvicer Seen und Vodice

oder  auch hier:

Kroatien 2016:II, Trogir und ein Abstecher nach Split

Brač:

Kroatien 2016: III, Brač