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Frankreich 2023, IV: Senanque, Gordes, Rousillion, Lacoste, Bonnieux

Über die Dörfer des Luberon- natürlich ohne blühende Lavendelfelder. Das Plateau von Valensole hatten wir bereits unter ad acta verbucht, es lohnt im Oktober nicht, dorthin zufahren.

Aber nach Senanque wollten wir, die alte Abtei wo nur noch drei Mönche leben und die nur wenige Kilometer von Gordes entfernt ein echtes Postkartenmotiv der Provence darstellt….mit oder ohne Lavendel, da waren wir leidenschaftslos.

Das Licht war sicherlich nicht optimal und mit lila Lavendel wäre es noch viel schöner gewesen, sei es drum….die Vorstellung machts. Der Duft des Krautes lag allerdings über den Ort …der Lavendel war präsent.

Wir ersparten uns das Gotteshaus , mal wieder eine Notre Dame, von innen, hielten es hier eher mit „kennste eine, kennste Alle“ und fuhren weiter nach Gordes. Unterwegs hatte ich noch die Chance, die Abtei von oben zu sehen….übrigens für Nachahmer, die Lavendelfelder sind umzäunt, näher als wir es waren, kommt man weder an Felder noch Kirche heran! Soviel zum Thema Instagram und Influencer!

In Gordes hatten wir super viel Glück mit dem Parkplatz, es war nämlich Markttag, was wir nicht auf unserem Plan hatten….Himmel und Menschen waren unterwegs um eins der „schönsten Dörfer Frankreichs“ zu bewundern….wir suchtes Gordes um den Markt herum und fanden mehr tolle Markstände als Dorf, was erheblich den Geldbeutel erleichterte.

Mit viel Mühe und mehr Liebe zum Detail fanden wir dann aber doch den Reiz von Gordes, ist eben wie Valdemossa in der Hochsaison…..mit sehr viel mehr Amerikanern und Japaner. Wie immer niedlich, die Vorstellung von Ausländern von Europa.

Nach dem „schönsten Dorf Frankreichs“ ist vor dem „schönsten Dorf Frankreichs…uns zog es nach Rousillion, die Massen folgten uns!

Vorher warfen wir aber noch einen Blick auf Gordes- Postkartenmotiv!

In Rousillion legten wir uns erstmal mit einem unflätigen Oldie aus der Schweiz an, der seinen Mietwagen ( natürlich SUV) nicht im Griff hatte….Hauptsache große Kiste fahren!

Rousillion ist ganz anders als Gordes, hier dominiert Ocker in allen Farbnuancen. Die Ockervorkommen rund um den Ort sind es, die den Charakter des Ortes verleihen, obowhl seit 1936 nicht mehr abgebaut wird.

Zwei Nester hatten wir aber an diesem Tag noch in petto…..Lacoste und Bonnieux. Lacoste ließen wir erstmal links liegen, wir wollten zur Burg, nichts weiter.

Das Dorf Lacoste ist eher schlicht und da wir am frühen Nachmittag dort waren, diese eh eher tot sind, verzichteten wir auf geschlossene Läden und Restaurant und fuhren ins genauso tote Bonnieux. Hier wird ebenfalls das Label „ schönstes Dorf…“ an den Dorfeimgang gehangen, konnten wir jetzt nicht so nachvollziehen.

Umser Rundgang fiel kurz aus, wir hatten Hunger und die Blase drückte.

Schlussendlich landeten wir in Avignon an unserem Imbisswagen des Vertrauens auf Hamburger, Pommes und französischem Taco….Fast Food französisch, lecker war es.

Frankreich 2023, III: l’ Isle sur la Sorgue, Palais du Pape, Avignon

Wir rappelten uns gegen. 8:00 Uhr aus den weichen Federn und waren über das recht gute kontinentale Frühstück im Budget überrascht.

Da Avignon mehr ein Ausgangsort für Exkursionen im Umland als ein Sightseeinghotspot an sich geplant war, machten wir an diesem Tagg 50:50.

Der Vormittag gehörte L‘Isle sur la Sorgue, dem sogenannten Venedig der Provence. Der Ort wirkte wie ein Kurort, einige Kanäle schmücken die Stadt und noch 15 Schaufelräder, die an das Mahlen von Oliven zu Öl erinnern. Die Stadt steht heute für Brocante, also Trödel und das an jedem Wochenende.

Wir ließen uns am Ufer der Sorgue treiben und genossen das noch warme Wetter. Die vielen Restaurants lassen erahnen, was hier im Sommer los sein muss….ich ziehe den Oktober, auch ohne Lavendel vor.

Mit Hilfe von Tesa aus dem Supermarkt wurde noch in L‘Isle sur la Sorgue die Windschutzscheibe verklebt. Leider wanderte der Riss trotz sorgfältiger Bastelarbeit des lieben Mannes…doof, hoffen wir mal, dass wir nach Berlin durchkommen.

Zurück in Avignon legten wir eine Mittagspause mit dem Wauzel ein. Kurz nach 14:00 Uhr streichelten wir dem Hundevieh übers Köpfchen und ließen eine todtraurige Emily zurück Die kleine Hundedame kann ja nicht wissen, dass so ein dunkler Papstpalast nun echt nichts ist für kleine weiße Teufelchen…äh Engelchen ist.

Um 15:00 Uhr waren unsere Tickets datiert, um 14:30 Uhr kamen wir schon rein. Mit uns ein Haufen US Amerikaner, die auf zwei Flußkreuzern in Avignon ankerten.

Warum eigentlich Päpste in Avignon? Im finsteren, fast ausgehenden Mittelalter war die katholische Kirche nicht nur Klerus sondern auch Justiz und Politik, Gewaltenteilung war fremd, Machtspiele innerhalb der Kirche Tageordnung.

1304 war Papst Benedikt XI  nach kurzer Amtszeit gestorben, und der französische König wollte aus dem Papsttum ein persönliches Machtinstrument machen. Der französische Einfluss im Kardinalskollegium war damals sehr groß, und so wurde 1305 der Erzbischof von Bordeaux als Papst Clemens V gewählt, der zu seiner Inthronisation erst gar nicht nach Rom reiste und in Lyon gekrönt wurde. Lyon gehörte zwar nominell zum Heiligen Römischen Reich, stand jedoch unter französischem Einfluss. Clemens äußerte wiederholt seinen Willen, nach Italien zu ziehen, hielt sich jedoch aus gesundheitlichen und politischen Gründen ausschließlich in Mittel- und Südfrankreich auf. Auf der Suche nach einer würdigen Residenz wählte man kurz darauf Avignon und machte es zur „größten Baustelle des Jahrhunderts“. Während Clemens bescheiden bei den Zisterzienser Mönchen wohnte, entschied sich sein Nachfolger Johannes XXII in seinem Bischofspalast in Avignon zu bleiben,der dann zum Palais du Pape „empostieg“. Erst Benedikt XII fing an, dem Palast sein heutiges Aussehen zu verleihen, Clemens XI fügte dem Palast sein prunkvolles Interieur hinzu. 1417 war dennoch Schluss in Avignon, die gesamte Entourage zog wieder nach Rom.

Über die Jahre wurde der Palast erweitert, jeder Papst brachte Veränderungen am Gemäuer mit sich. Im Zuge der französischen Revolution wurde der Palast allerdings geplündert und zerstört, so dass man heute lediglich karge Räume und Reste von Wandmalereien bewundern kann.

Der Papstpalast ist unterteilt in den Alten Palast (erbaut 1334–1342) und den Neuen Palast (erbaut 1342–1370). Mit seinen ungefähr 15.000 m² Nutzfläche ist er eines der größten Feudalschlösser seiner Zeit.


Die interaktive Tour mit Pad kann ich uneingeschränkt empfehlen, man bekommt in leichter Aufmachung einen guten und kurzweiligen Einblick in den Palast. Oftmals waren Fotos verboten, so sind die hier gezeigten nur Fragmente des Besuchs.

Grundriss

Sehenswert ist auch der Garten

Im Eintrittspreis des Papstpalasates war auch die Pont Saint- Bénézet inkludiert und so zog es uns auch auf die berühmte Brücke, auf der allerdings nie getanzt wurde. Bis heute geht man von einem Überlieferungsfehler aus. Nicht „ Sur le pont d‘ Avignon l‘on y danse“ sondern „ Sons le pont…“ also unter der Brücke wo ein Tanzlokal gewesen ist!

Übrigens hat eine Flutwelle die Brücke 1660 zerstört, von 20 Bögen sind heute noch vier erhalten. Die Kapelle ist dem heiligen Nikolaus geweiht, aber genauso leer wie die Papstkirche im Palast.

Die drückende Wärme ließ uns ins Irish Pub einkehren und dann ging es schnellstens zur empörten Emily.

Wir relaxten bis 18:00 Uhr und nahmen dann einen Tip von Trip Adivsor wahr….bzw. wir wollten ihn wahrnehmen….. Doch die Pandemie hat auch hier ihre Opfer gefordert, unser Restaurant an der Fontaine, also am Springbrunnen, gab es nicht mehr. Der Nachfolger „ schmeckte“ uns nicht und so landeten wir beim Vietnamesen. Allerdings brachte die Gegend neue Avignonerkenntnisse und unser Thai- Vietnamese war nicht so schlecht.

Frankreich II, Châteauneuf du Pape, Pont du Gard, Avignon

Wieder fast zehn Stunden Schlaf, wir scheinen es zu brauchen. Das Frühstück in Orange war sehr gut, gestärkt machten wir uns auf den Weg.

Wem sagt Châteauneuf etwas? Gehört hat es bestimmt fast Jeder mal, der Ort ist bekannt für seine Weine, schwer, intensiv und vor Allem nicht billig! Der Name des Ortes hat allerdings mit dem Papst so viel zu tun, wie der berühmte Tanz im Kettenhemd….nämlich nichts oder fast nichts….so ein bissel dann doch!
Der Ort wurde 1094 erstmals urkundlich als castro novo erwähnt, also Chateauneuf. Im Jahr 1318 baute Papst Johannes XXII seine Sommerresidenz in Châteauneuf und aus  Châteauneuf Calcernier kam  dann der Zusatz du Pape ans neue Schloss und damit waren die Päpste dan. doch irgendwie Nammensgeber. Das Schloss wurde in den Glaubenskriegen zerstört, wir beunderten lediglich Teile der Fassade.

Eine Weinkellerei nutzt die vorhandenen Kelleranlagen, der Blick auf die Rhône ist wunderbar.

Um einen Gesamteindruck von Dorf und Ruine zu erhalten, muss man sich den kurzen Weg zum Fünfsternehotel inkl. Weingut Château de Fines Roches antun. Nicht nur das Hotel ist sehenswert, der Blick auf Châteauneuf du Pape ist auch nicht ohne…

Bevor Avignon lockte, machten wir uns noch auf den Weg zur „schönsten Wasserleitung der Welte“, für Andere ist es wenig mehr als eine Brücke….Pont du Gard,natürlich Weltkulturerbe.
Während der Fahrt bemerkten wir, dass der Steinschlag auf der Fahrt nach Frankreich unsere Winschutzscheibe beschädigt hatte und ein doofer, wandernder Riss diese verunzierte. Ärgerlich und gleich mit neuen Sorgen verbunden….auswechseln, ja/nein? Wo? Wann?

Zunächst klebten wir erstmal den berühmten Car Glas Sticker und beobachteten den Riss…wie, in welcher Geschwindigkeit wandert der Riss über die Scheibe?

Die Pont du Gard ist ein Aquädukt aus der Römerzeit, mit beeindruckender Höhe und stellt eine der am besten erhaltenen  Wasserkanäle  in Frankreich dar und ist damit eines der wichtigsten erhalten gebliebenen Brückenbauwerke der antiken römischen Welt.

Unterhalb der Brücke kann man baden gehen, auch wenn die Renne verdammt wenig Wasser führte sprangen Zwei von Drei in die Fluten.

Wir bewunderten die Pont du Gard von beiden Seiten und fuhren im Anschluss nach Avignon weiter.

Wieder ein Budget und dazu noch eins ohne Kartenzahlung und einen Parkplatz der nicht zum Haus direkt gehört…..wir waren diesmal echt satt.
Das Zimmer war aber weitaus besser als in Haguenau und schnell war der erste Ärger mit Windschutzscheibe, nicht wollender Visa Karte und schweißtreibender Gepäckschlepperei vergessen.

Wir liefen Richtung Papstpalast und wurden am Place d‘Horloge von einem Restaurantnepperschlepper in eine der Touribuden „verschleppt“.Dort wurden wir allerdings nicht bedient und waren wieder on the road. Leider waren unsere Gehirne und Mägen nun doch auf Futter eingestellt und ein unangenehmes Loch in der Körpermitte erforderte schnellstes Handeln. Doch wieder fiel uns die französische Work Life Balance auf die Pfötchen, gegen 17:00 etwas zu beißen zu erlangen ist ein Ding der Unmöglichkeit….nach einem kurzen Blick auf den Papstpalast beschlossen wir schnellstens die Rhôneinsel….. aufzusuchen, da hat man den besten Blick auf Avignon und evtl. sogar ein Restaurant, Imbiss usw. finden könnte, schließlich ist dort ja ein Campingplatz verortet.

Anbei noch ein paar Avignon Innenstadtimpressionen, alles fröhnt den heiligen Sonntag, fast gespenstische Ruhe lag auf der Stadt, aber hübsch ist sie!

Der Marsch über die Brücke erforderte noch einiges an Disziplin ab, was nur der gute Blick aif Avignon entschädigte.

Angekommen auf der anderen. Seite fielen uns Stühle und ein Imbisswagdn ins Auge. Pizza in allen Sorten, Hamburger, Sandwiches und sogar Couscous. Dazu Stühle und Tische direkt am Wasser? Lage Baby, Lage ist Alles.

Wir saßen, die Cola kam 1,50€ und die Pizza war riesig und schmeckte sensationell.

Ich lief an diesem Abend noch mehrfach am Ufer entlang, und genoss die Pont d‘Avignon bei allen möglichen Lichtszenarien, bis zum Sonnenuntergang. Dabei ging mir das dumme Lied „ Sur le Pont d‘Avignon …“ nicht aus dem Kopf…

Total erschossen schlichen wir durch die laue Nacht, 24 Grad zeigte das Thermometer um 21:00 Uhr. Ungeduscht fielen wir in unser Bett und fielen wieder in zehn Stunden Schlaf.

Frankreich 2023, I: Berlin- Haguenau- Orange

Die Urlaubsplanung anno 2023 war nicht einfach, die Herbstreise war zunächst auf Usbekistan ausgerichtet, was sich angesichts der Ereignisse im Hause Fröhlich- Algner nicht verwirklichen ließ…..Usbekistan wurde verschoben, nicht aufgehoben. Zypern war auch eine Idee, doch bereits im Juli gab es keine Flüge mehr, für Emily wäre die Insel unerreichbar und am Ende entschieden wir uns einfach nur für die Provence, mildes Herbstklima, Strände der Camarque, auf den Spuren von van Gogh.

Die Nacht vor der Abreise war unruhig, der Vollmond schien durchs Fenster, blutrünstige Mücken ließen uns nicht zur Ruhe kommen. So standen wir kurz vor 4:00 Uhr auf, ich schmiß Schnitzel in die Pfanne und um 5:10 waren wir auf dem Weg zu Bianca. Unser WoWa schickte regelmäßig Nachrichten via Tracker, wir wollten wisssen ob Alles in Ordnung ist.

Gegen 5:30 Uhr waren wir auf der Spur und kamen sensationell durch…..die letzten 80km waren etwas staulastig, am Ende schlichen wir über Landstraßen nach Frankreich.

In Haguenau erwartete uns ein unwilliges Ibis Budget, einchecken erst, wenn alle neuen Matratzen verteilt sind, und nette 27 Grad. Wir entschieden uns für Flammkuchen und Pizza.

Nach unserem mehr oder weniger Frühstück entschieden wir uns zum Marsch nach Haguenau Centre.

Die rd. 3,2km Fussmarsch waren nicht sehr schön, Bürgersteige ein Fremdwort. Haguenau hat rd. 35.000 Einwohner, war Spielball zwischen Frankreich und Deutschland und wurde von Ludwig XIV niedergebrannt…..der Ort war nicht französisch genug. Friedrich Barbarossa erkor Hagenau ( dt. Schreibweise) zur Reichsstadt, der westfälische Frieden besiegelte das Schicksal der Stadt, 1648 war die Stadt wieder französisch. Auch heute dominieren noch Namen wie Eschbach, Schmid und Schaeffler, wir hörten viel deutsch an diesem einen Tag.

Haguenau lohnt für einen Nachmittag, wobei eine echte Altstadt aufgrund des Sonnenkönigs und seine Launen Fehlanzeige sind.

Wir stromerten ohne Ziel durchs Nest, kauften ein Baguette fürs Abendessen und erfreuten uns an der entspannten Armosphäre.

Gegen 16:20 Uhr waren wir wieder am Hotel, unsere Rezeption war geschlossen- warten bis 17:00 Uhr. Wir plünderten die Taschen, sortierten nur das Nötigste für die Nacht und bezogen unser schmuckloses „ aus einem Guss“ Zimmer

Emily beschloss das Bett „zu taufen“, blöd wenn Hundeeltern auch nach rd. neun Jahren noch nicht Emlisch sprechen…..der Terrorwauz hatte eindringlich gequakt….gut das sie nur die Bettdecke wässerte, die neue Matratze wäre schlimmer gewesen.

Wir vertrödelten den Abend auf dem Zimmer, das frühe Aufstehen zollte Tribut.

Nach rd. 10 Stunden Schlaf sah die Welt am nächsten Morgen wieder erholter aus. Das Budget „verwöhnte“ uns mit einem eher mageren Frühstück,ok….wir zahlen ja auch nur Hostelpreis (65,00€). Gegen 9:00 Uhr waren wir wieder „on the run“, nennenswert zur seeeeeehr langen Autofahrt, nur der TGV 001, Prototyp von 1972, nie in Serie gebaut aber gut sehbar an der Autobahn.Anbei zwei schlechte Bilder…eins von Alamy und eins von Wikipedia

Gegen 15:00 Uhr erreichten wir Orange und damit auch die Provence, die wenige Kilometer erst anfängt. Es erwarteten uns knackige 29 Grad, gemäßigt trockene Wärme.

Wir bezogen das wohl hundefreundlichste Hotel der Welt, so viele Wauzel findet man nicht mal auf einem Hundeplatz. Mathias hatte Emily allerdings verschwiegen, wenn keiner fragt….also war der Hintereingang unser bester Freund.

Das Ibis machte einen guten Eindruck, das liegen Welten zwischen dem Budget aus Haguenau.

Wir entschlossen uns, das Sigthseeingprogramm noch am gleichen Tag abzureißen und bewunderten nicht nur die puppige Innenstadt, sondern auch das römische Theater mit komplett erhaltenen Bühnenaufbau.Dieses wurde in der Zeit von Kaiser Augustus ( der mit der Schätzung) also rd. um 0 gebaut. Es ist damit das am Besten erhaltene Theater in Europa und Weltkulturerbe. Auch heute wird die Anlage noch regelmäßig genutzt, die Akustik soll richtig gut sein. Wir kraxelten die Sitzreihen hinauf, schwitzten nicht mäßig und bewunderten das Bauwerk.

Orange, die wohl berühmteste Stadt der Niederländer….der!Niederländer? JA, Oranien- Nassau wurde hier begründet,die Oranjes beziehen ihr Adelsgeschlecht auf geschickt geschlossene Eheschließungen, nachdem Orange im 12 Jahrhundert ein eigenes Fürstentum wurde. Das niederländische Königshaus stammt in direkter Linie aus Orange, was allerdings im Frieden von Utrecht 1730 an Frankreich fiel.

Wir erbummelten uns die pittoreske Innenstadt auf dem Weg zum zweiten Weltkulturerbe an diesem Tag.

Der Triumpfbogen ist ein Gedenkbogen, nie sind hier römische Zruppen siegreich hindurchgezogen. Der Bogen steht an der früheren Via Agrippa, die Orange ( Arausio) mit Lyon ( Lugdunum) verband. Römische Überlegenheit sollte der Bogen versinnbildlichen, 19 m hoch, 19 m breit und. 8,40m tief…beeindruckend auf jeden Fall. Nebenbei handelt es sich um den drittgrößten aller Triumpfbögen und einer der wenigen in diesem bemerkenswert guten Zustand. Es werden Kriegszenen aus den Gallierkriegen und die Seeschlacht von Augustus gegen Kleopatra und Antonius dargestellt.

Kaputt und todmüde vertieben wir uns die Zeit bis zum Abendessen. Traditionell machen die Restaurants erst nach 19:00 Uhr wieder auf.

Wir vertrauten Tripadvisor und landeten beim Marrokaner, le Riad de Orange, eine gute Empfehlung. Die Tajine mit Pflaumen und Lamm war grandios.

Um 21:00 Uhr fielen wir in unser weiches Bettchen, zu weich und zu durchgelegen, wie wir im Verlauf der Nacht merkten.

Italien, Frankreich 2023, VI: Côte dA‘zur

Wir wollten nochmal nach Frankreich und ein wenig die Perlen der Côete d‘ Azur genießen.

Saint Paul de Vence, Antibes und Éze standen auf dem Programm.. bis auf Éze Wiederholungsprogramm für 1/5.

Wir frühstückten für unsere Verhältnisse früh und starteten gegen 9:15 Uhr Richtung „ La grande nation“.

1:40h und ein Parkhaus später betraten wir das pittoreske SaintPaul de Vence und mussten feststellen, die Amis sind da! Sei es weil Kreuzfahrtschiffe vor Nizza liegen oder weil Saint Paul zum Standard aller Europtouris gehört…egal,sie waren da.

Wir stärkten uns am Ersten Platz in Saint Paul mit Café au lait und Cappu und freuten uns über ein Schokocroissant.

Danach ging es ins Nest, bezaubernd, aber voll! Infos zum Ort findet man hier: https://www.provence-info.de/staedte/saint-paul-de-vence/

Und um eines vorweg zu nehmen, Saint Paul ist eine Stadt der Künstler, überaltert ( Mehrzahl ist Ü60) und am Besten im Frühsommer zu besuchen.

Wir schlenderten über die Stadtmauer und erfreuten uns an tollen Ausblicken. Als wir aus Saint Paul „abhauten“ wurde es merklich voller.

Unser nächste Station war Antibes, eine wunderschöne Stadt am Meer…ein El Dorado für Yachtis. Schöne Erinnerungen verbinde ich mit dieser Stadt und unseren sogenannten Reisen „ Metropole im Herbst“….2009 waren wir an der Côte d‘ Azur.

Wir fanden relativ schnell einen Parkplatz in der Innenstadt und liefen über den Yachthafen Richtung Altstadt.

Über das alte Stadttor gingen wir in die Altstadt:

Unser Ziel war die Stadtmauer, die nicht nur wundervolle Einblicke auf Strand und Meer zulässt, sondern auch wunderschön restauriert wurde.

Erstmalig in diesem Urlaub hatten wir das Gefühl, dass die Sonne brannte.

Zurück in der Altstadt gingen wir Mädels auf Shoppingtour, die Sommermode 2023 kam uns, unserer Figur und dem Geldbeutel entgegen….Haute Couture !

Mehr zu Antibes findet der werte Leser auch hier: https://www.provence-info.de/staedte/antibes/

Um unsere Figuren zu pflegen, gab es zum Abschluss von Antibes noch ein leckeres Eclair ( Baguette hatten wir bereits mittags verspeist) und weiter gings, Richtung Èze: https://www.provence-info.de/doerfer/eze/

Das romantischste Dorf der Côte d‘Azur ist Èze, Das Nest liegt hoch oben auf einem Berg, bietet ein tolles Panorama und einen Haufen Asiaten sowie Amerikaner. Diese waren uns bereits in Saint Paul de Vence aufgefallen….aufeinmal waren sie da!

Wir hatten Glück mit dem Parkplatz und starteten eine kurze Dorfrunde und genossen die tollen Boutiquen, das Ambiente und vive la France.

Zurück in Bella Italia überfielen wir das CP- eigene Restaurant und nahmen uns drei Pizzen Mista zm Platz….Pizza kostet 8,50€…Ligurien ist ein günstiges Pflaster.

Die letzten zwei Tage in Cervo sind mehr als schnell erzählt. Die Geschichte handelt von Sonne, Strand, Aperol, Pizza, Spaghetti Frutti di Mare und nochmal mehr Aperol!

Entspannt und doch recht gut erholt, machten wir uns am 26.05.23 wieder auf den Weg zurück nach Deutschland.

Mensch und Tier waren zufrieden, dass uns der Wettergott doch eine zweite, wettertechisch sehr wohlgesonnene Woche beschert hatte.

Italien, Monaco, Frankreich 2023, V: Im Dreiländereck

Auf Regen folgt Sonne….oder wie bei uns, auf Regen folgt mehr Regen, selbst wenn der Wetterbericht Sonne verspricht!

Wir waren am 21.05.23 erstmal so richtig abgefressen, wieder ein Frühstück unter der Markise, wieder Fleece und Strickjacke.Gegen 9:00 Uhr klarte es ein wenig auf, wir entschlossen endlich“ La France“ in Angriff zu nehmen und fuhren los.

Auf der Autostrada 10 nichts los, nach rd, einer Stunde erwartete uns die unespektakuläre Grenze bei Ventimiglia/ Menton und zehn Minuten später Monaco!

Monaca kann man machen, muss man nicht unbedingt.Ich war bereits in Monte Carlo und erinnere mich sehr gerne an unsere Tour 2008, wir Mädels posend am Casino.

Nach dem ersten Blick gings ins unterirdische Parkhaus und flanierten durch den zentralen Park.

Kaum auf der Straßes schwanten wir uns in der Formel Eins Welt, Monaco im Rennfieber. Die gesamte Innenstadt war bereits „umdekoriert“.

Fährt der auch mit?

Natürlich wollten wir einen Blick auf und vor Allem in das Casino werfen und natürlich sollte auch der obligatorische Kir Royal im Café de Paris nicht fehlen… 22,00€ fast ein Schnäppchen für 0,125 l!Neben dem Casino, der Café de Paris gehört das gleichnamige Hotel zu den Hot Spots des Sightseeing.

Nachdem wir uns an schicken Luxuskarosserien satt gesehen hatten, warfen wir noch einen Blick auf den Hafen und kehrten Monaco getrost den Rücken.

Wer es übrigens noch nicht wusste, Monaco ist der zweitkleinste Staat der Welt, verfügt über eine Aktstadt ( Le Rocher) die ich noch nie gesehen habe und hat ca. 39.000 Einwohner, mehr Infos und weitaus schönere Fotos als Unsere gibts hier zu sehen: https://www.22places.de/monaco-sehenswuerdigkeiten-tipps/#top

Unser Auto aus dem Parkhaus auszulösen war etwas schwieriger, olle Bernhard wollte noch im mondänen Zockerparadies verweilen, doch nicht mit uns. Ein kurzer Anruf bei der Hilfshotline an der Schranke und schon gings weiter in die Grenzstadt Menton.

Auch hier war ich bereits bei meinem letzten Aufenthalt an der Côte Azur und habe dennoch komplett vergessen, wie hübsch der Ort ist.

Menton ist eine Perle an der Côte d‘Azur, kurz vor Italien mit bezaubernder Altstadt.

Wir schlenderten zum Strand um das grandiose Panorama zu bewundern und stürzten uns dann zu Fünft auf eine Tüte fried Seafood, sehr lecker und empfehlenswert für Nachahmer.

Die zentrale Einkaufsstraße lockte verführerisch, Menton ist durchaus eine WE Stipvisite wert! Wir beließen unser Shoppingevent es bei Lavendelöl, für dieses ist die Region Provence- Alpes ja berühmt.

Man sagt ja immer, das Beste kommt zum Schluss und das trifft auf den beschriebenen Tag auch zu.
Das letzte Highlight lag bereits wieder in Italien und heißt Dolceacqua bei Ventimiglia.

Kaum Jemand kennt dieses bezaubernde Nest, die Touristenströme sind nicht mit Denen von Saint Paul de Vence oder Éze vergleichbar. Ich empfehle den gleichnamigen Wikipediaeintrag: https://de.wikipedia.org/wiki/Dolceacqua

Von mir an dieser Stelle nur der Hinweis, dass Claude Monet den Ort liebte und die Brücke sowie das bereits seit 1744 zerstörte Kastell gerne malte. Bei Meisterdrucke.de habe ich einen kleinen Eindruck für Euch gefunden.

Also waren auch wir auf die Brücke aus, bewunderten diese aus allen Ecken und flanierten im Anschluss noch ein wenig durch die bezaubernde Altstadt, die wunderschön restauriert wurde.

Wehmütig sagten wir adieu, man hätte länger verweilen können.

Wir stürzten uns auf dem Nachhauseweg noch in das Conard bei San Remo und ershoppten die Abendessen für die nächsten Tage…Muscheln und nochmal Dorade.

Spät trafen wir in Cervo ein, in rasanter Geschwindigkeit wuschen wir die Muscheln und genossen nochmal Cozza a la Livornese….mit einem Abendaperol verzogen wir uns, Mensch und Tier waren quack!

Das Wetter wurde endlich so wie geplant und somit war unser Tagesprogramm am nächsten Tag (22.05.23) klar definiert….

Aperol, Hundepool, Strand und viel relaxtes Amusement.

Leider ging auch dieser Faulenzertag sehr schnell zu Ende, abends fütterten wir uns mit Dorade ab, probierten im Vorfeld den Omnia- Muffin- Einsatz und erfreuten uns über gebackene Champignons.

Der 23.5. versprach wieder Frankreich, Côte d‘Azur mit vollem Genuss.

Frankreich, 2022, VIII: Villers sur Mer, Houlgate & Deauville

Unsere Reise ging mit strahlendem Sonnenschein und rd. 11 Grad im Schatten zu Ende, Wir hatten überlegt, nach Lisieux zu fahren und uns die Wallfahrtskirche anzusehen…aber ehrlich,bei diesem Wetter ist man am Strand doch besser aufgehoben.

Zunächst wollten wir aber nochmal zum Markt, der glücklicherweise auch offen war UND uns die Mairie mal tagsüber ansehen. Während unseres Spaziergangs stellten wir zum wiederholten Male fest, was für ein schöner Ort Deauville ist…..quasi das Sylt von Frankreich.

Villa Hikel oder Villa Giffey…..

So schlossen wir über Mittag die Strandlücke zwischen Deauville – Cabourg und besuchten Villers sur Mer und Houlgate. Bis nach Ouistreham wollten wir aber am Ende dann doch nicht mehr. Die Orte Tourgeville und Benerville hatten wir an unserem ersten langen Strandspaziergang quasi erlaufen. Blonville sur Mer ließen wir aus und suchten uns in Villers dann einen Parkplatz.

Warum Villers sur Mer? Was hat der Ort,was Andere nicht haben? Ich kanns erklären…..es ist der Nullmeridian, der von Greenwich durch den Ärmelkanal in Villers sur Mer aufs Festland trifft und für die komischen Sonnenauf, – u. Untergänge in der Normandie verantwortlich ist, Eigentlich müsste die Normandie und Bretagne britische Zeit haben…haben se aber nicht und so geht die Sonne zur Zeit um 08:20 Uhr auf und erst um 18:30 Uhr unter. Quasi alles eine Stunde verschoben, wenn man sich die Werte für Berlin anschaut. Das Phänomen hatten wir bereits in Andalusien und auch letzten Sommer bemerkt….die Regierungen Frankreichs und Spaniens sollten darüber nachdenken, ob eine Zentralzeit wirklich Sinn macht? Portugal hat ja bekannterweise die britische Zeit.

Sei es drum, wir erfreuten uns übers Ausschlafen der letzten Wochen und die bereits recht langen Abende und standen nun direkt auf der Nulllinien.

0,0,0 …auf dem Nullmeridian

Emily war das alles egal, die wollte zwischen 0 Grad und 2 Grad einfach nur toben und fetzte am Strand entlang. Ansonsten war Villers bissel Kontrast zum elitären Deauville, hier ging es gemütlicher zu…

Wir fuhren weiter nach Houlgate und genossen nochmals Sonne satt und Seebad vom Feinsten.

Am Nachmittag liefen wir nochmals durch Deauville zu unserem Strand, der wirklich der Schönste ist….breit,feinsandig und voller Muscheln. Mit einem Blick sowie einem Sturz vorm Hotel Normady ( bei den Preisen darf man mal stolpern, 185€ für einWagyu Steak) läuteten wir die Abschiedsspielrunde für Emily ein.

Le Normandy, zu billig für uns

Wunderschön verabschiedete sich die Normandie dieses Mal und auch wir hinterließen einen kleinen Gruß.

Unser Abschiedsdinner war wieder mal italienisch, was aber an den Öffnungszeiten der Restraurants, weniger an uns lag….19:30 Uhr war uns einfach zu spät, wir wollten am nächsten Morgen spätestens um 8:00 Unr „on the road“ sein. Vor uns lagen rd 1200km, die ausgeschlafen einfach besser zu bewältigen sind.

Mit Carpaccio und Nudeln und bei 19€ für Entree und Plat lagen wir günstig und im Rahmen …Frankreich geht auch bezahlbar.

Gegen 22:00 Uhr lagen wir im tiefen Schlummer, am nächsten Morgen starteten wir um 8:04 Uhr und mussten verblüfft erkennen, dass noch alle Bäcker und Supermärkte geschlossen hatten. So verließen wir Frankreich ohne Huitres aus St. Vaast, Utah Beach oder Cancale…egal ob Nr. 2 oder 3…. :0)!
Auch unser Baguette für den Sonntag in Berlin stammte aus Belgien….egal, sei es drum.

Um 19:25 Uhr bellte unser empörter Wauz die Fritz- Reuter- Allee zusammen, viel zu schnell waren nicht nur für ihrem Geschmack die 15 Tage zu Ende gegangen.

Frankreich 2022, VII: Pont Audemer, ( Pont l‘Évêque), Le Havre

Die zwei Städte mit der Brücke im Namen standen auf dem Programm. Kälter war es inzwischen geworden, nachts wieder Minusgrade, tagsüber kaum über Null, mit strahlendem Sonnenschein.

Wir zogen nach einem üppigen Frühstück von dannen, nahmen die Autobahn und standen rd. 40 Minuten später auf dem belebten Parkplatz von Pont Audemer. Ich hatte mich nicht wirklich klug gemacht, sehr wohl wusste ich, dass Pont Audemer auch als das Venedig der Normandie bezeichnet wird, was in der Nachbetrachtung lächerlich ist.

Das www infirmierte uns darüber, dass Pont Audemer knapp 10.000 Einwohner hat und die Hauptstadt des gleichnamigen Kreises ist. Ansonsten viel Fachwerk,das kennen wir ja schon.

Wir schlichen durch die Gemeinde, suchten Venedig und fanden ein paar nette Aussichten auf den Fluß Risle mit den dazugehörenden Häusern und Brücken….Venedig fanden wir nicht.

Nach Audemer nun l‘ Évêque mit einer Pont, also Brücke. Angekommenen im Ortskern entschieden wir uns nach erstem Blick umgehend fürs Weiterfahren! Wir sahen ein hübsches ( ja, wirklich) brandenburgisches Straßendorf, mit viel Fachwerk ( das kennen wir ja nun schon ) und keine Brücke. Pont l‘ Évêque ist vor Allem für seinen Rohmilchkäse ( Camenbert nicht unähnlich ) bekannt, den es aber auch in jedem beliebigen Carrefour zu erstehen gibt. Da Emily in keine Käserei hinein darf, erübrigte sich das weitere Verbleiben. Erwähenswert,der Ort wurde nach dem zweiten Weltkrieg originalgetreu wieder aufgebaut. Mit sommerlichen Temperaturen und als Normadieneuling hätte uns der Ort sicherlich begeistert. Ich verglich ihn mit Touques,siehe: https://allcontinentsinonelife.com/frankreich-2022-iv-deauville-trouville-touques/

Wissenswertes aus dem www, hier entlang:https://meinfrankreich.com/pont-leveque/

Nachdem die Ponts „ abgegessen“ waren, überfielen wir noch einen Carrefour und kauften wichtige Dinge für Berlin ein, unsere Reise neigt sich dem Ende entgegen.

Anschließend zog es uns wie magisch nach Trouville zum Fischmarkt,wo wir ein wenig eskalierten….so wenig, dass wir keine Lust mehr auf Fisch und Meersfrüchte haben und ich komplett auf weitere Nahrungsaufnahme bis zum nächsten Morgen verzichtete.

und von dem vierten Gang ( Muscheln) gibt es kein Bild mehr

Den Nachmittag verbrachten Mathias und Emily bei uns am Meer, ich pflegte meine rechte Achillessehne,die nach drei Monaten exzessivem Laufen, echt Ermüdungserscheinungen aufweist….und bereitete mich auf Le Havre vor.

Le Havre, ach da streiten sich wohl die Geister. Nachdem wir im Sommer 2022 die Stadt noch verneint hatten, waren wir jetzt doch sehr froh,am vorletzten Urlaubstag den Weg in die Hafenstadt gefunden zu haben.

Mein Reiseführer schreibt „adieu ihr Fachwerkgassen, fini Landpartie“ und geht sogar so weit, Le Havre als „ Amoklauf in Beton, allerdings mit Stil“ zu bezeichnen. Immerhin, dieser Amoklauf ist seit 2005 Unseco Weltkulturerbe und die Herren Augste Perret und Oscar Niemeyer haben sich in Le Havre einmal mehr unsterblich gemacht.

Niemeyer, da war doch was, achja Brasilia im Milleniumsjahr 2000…..die Kacheln am Flughafen, fein säuberlich von mir gezählt, stundenlang! Heute, mit ein wenig Abstand kann ich den Werken etwas abgewinnen, in Le Havre wurden nach dem Krieg wohl große Dinge geleistet.

Die Bombardements hatten Le Havre im wahrsten Sinne des Wortes pulverisiert, die Unterstadt war nahezu zu 100% zerstört. Die Opferzahlen waren hoch,schnell musste Wohnraum her. Die Architektur der Stadt ist der sozialistischer Städte nicht unähnlich, Niemeyer lebte in Frankreich gar im Exil, da er der kommunistischen Partei Brasiliens angehörte. 105 wurde der Kerl, 1907 geboren, verstorben 2012.

Augste Perrot wird den Wenigsten etwas sagen, deshalb auch hier die Eckdaten: https://de.wikipedia.org/wiki/Auguste_Perret

Bereits 1954 verstorben, dürfte Le Havre das letzte Meisterwerk gewesen sein. Hervorzuheben sind insbesondere die Kirche St. Joseph, dazu später mehr. Wir näherten uns der Stadt vom Hafen aus, bewunderten die vielen Docks ( Le Havre ist einer der größten Häfen Europas) und bahnten uns, zusammen mit den MSC Kreuzfahrttouris, den Weg in die Stadt.

Der Blick vom alten Hafen auf die Stadt war schon mal sensationell….alt vs. neu, im schönsten Licht, was will man mehr?. Weiter entfernt sah man schon das Highlight von Le Havre, die Saint Joseph de La Havre Kirche, die wie ein Leuchtturm aus dem Betonmeer emporkriecht ( so steht es auch im Begleitmaterial zum Bau). Vorbei am Fischmarkt ( Viele Jakobsmuschelschalen, viel Gestank) liefen wir an der Uferpromenade entlang.

Unser Objekt der Begierde, das 2007 entstandene Containerdenkmal Catène de Container.

Was uns ab dem ersten Moment in Le Havre auffiel? Breite Sichtachsen, viel grün, viele Alleen …und es ist RUHIG!

Neben der Containerart schloss sich das Museum von Malraux an, moderne Kunst natürlich. Emily darf da nicht rein, also kein Malraux für uns.

selbstredend

Wir verweilten ein wenig am Hafen, sahen den Containerschiffen zu, ehe wir uns der Innenstadt widmeten.

Immer wieder sah man Gebäude, die wie durch ein Wunder den Bombardements der deutschen Wehrmacht standgehalten hatten, so hat z.B. das alte Fort überlebt.

jede Wohnung ein Balkon. mit Meerblick

Wir kamen uns ein wenig wie auf Malle vor, auch dort sieht man ja die 50-70er Betonsünden zuhauf. Alles in Allem scheinen die Wohnungen aber toll zu sein, wie wir mit Blick in die eine oder andere Wohnung sehen konnten.

Unser Ziel war die St. Joseph Kirche, bereits der dritte Bau an gleicher Stelle. Nr. 1 wurde ab 1871 gebaut, Nr: 2 eine Baracke nach der Bombardierung und die Nr. 3, welches von Perret geplant wurde. Die Fenster des grandiosen Bauswerks stammen von Marguerite Huré, auf Wunsch des Pastors Marcel Marie, der 1945 zum ersten Jahrestag auf den Ruinen eine Messe abhielt „ Sie ( die Bewohner Le Havres) möchten das Ihre Kirche schön wird. Sie möchten, dass sie ein freundlicher Ort wird. Dann müssen sie eine Frau mit der Ausstattung der Kirchenfenster beauftragen“. Im Oktober 1957 wurde die Kirche freigegeben für Gottesdienste, Perret hat dieses nicht mehr erlebt. Der Name leitet sich übrigens von Joseph, dem Zimmermann ab….der Ort gehörte in früheren Zeiten den Handwerkszunften.

Wenn ich so viel über eine Kirche schreibe, dann muss diese etwas ganz Besonderes sein, schaut selbst:

der Turm ist 109 m hoch und soll einem Leuchtturm ähneln, passend zu Le Havre ( der Hafen)

Im Inneren wurde gregorianische Musik gespielt, leider kann man zur Zweit das Innere des Turmes nicht besteigen, die Wendeltreppe ist gesperrt.

Nach so viel Ergriffenheit musste das Meer her, der Hund wollte auch seinen Spaß…wobei dieser relativ war, der Strand ist steinig in Le Havre.

Irgendetwas fehlte noch in der Le Havre Sammlung…achja, das Hôtel d‘ Ville ( Rathaus) und das Kunstzentrum von Oscar Niemeyer „ Le Volcan“ von den Bewohnern Le Havres liebevoll Joghurtbecher genannt…..der Vergleich ist nicht schlecht.

Hôtel de Ville

Beim Joghurtbecher hatte mein lieber Mann genug „ Beton ist eine verdammte Schei…., wenn man den nicht pflegt sieht er schlimm aus“….wo er recht hat, hat er recht. Der Zahn der Zeit nagt an allen Ecken in der Stadt und ist dennoch ein gelungenes Beispiel des Wiederaufbaus.

Wir liefen langsam und allmählich wieder Richtung Schiff….ach nee, Skoda, die MSCler liefen mit uns mit. Auch wir ewig Gestrigen, an alter Architekturklebenden kamen aber dann auch noch auf unser Recht.

Die Kathedrale Notre Dame hat 1944 insofern überlebt, dass sie wieder aufgebaut werden konnte…..

Nach vier Stunden hatten wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in einer netten Runde gesehen, besucht man noch einige Museen, werden zwei volle Tage für Le Havre wohl reichen. Gerne hätte ich das sehr sehenswerte Hallenbad in den Docks bewundert, wir kommen auf jeden Fall wieder! Wir hatten uns immer vor Le Havre gegruselt, heute würde ich die Stadt uneingeschränkt empfehlen.

Stadtmusikanten von Le Havre?
Der „ catchof the day“ wurde abgeladen.

Auf dem Rückweg verquatschten wir uns und verpassten die Ausfahrt auf der Autobahn, Mit ein wenig Verspätung landeten wir wieder in Deauville.

Abends gingen wir fremd! Nach dem Seafood Exzess vom vorherigen Tag, war es Zeit für Pasta. Übrigens kostet eine ordentliche Pizza 18€ in Frankreich…. Auf dem Weg durch das abendliche Deauville fanden wir noch diese Schönheit, die Mairie…..quasi die Villa Hikel ….

Die Lasagne war super und üppig, im Nachgang gab es noch einen Spaziergang rund ums Hafenbecken von Deauville, die Temperaturen sind wieder milder geworden, bis zu 13 Grad kündigen sich hier in der Region an.

Frankreich 2022,VI: Deauville, Trouville & Honfleur

Das Gute an Wiederholungstaten, Alles kann,nichts muss! So hielten wir es auch in diesem Urlaub. Unser letztes Ziel vor Berlin war Deauville,bereits im Mai/ Juni 2022 ein Ziel gewesen.

Wir fuhren mit viel Sonnenschein, nach einem späten Frühstück aus St. Malo ab und bogen nach rd. 2,5 Stunden Fahrt in den Kreisverkehr Deauville/ Trouville sur mer ein.

Auch hier erwartete uns ein IBIS im Renovierungswahn, von Allen Etablissements das mit dem größten Erneuerungsbedürfnis. Egal, unser Zimmer hatte Wiedererkennungswert, das Auto stand sicher in der Tiefgarage und wir freuten uns über Sonne satt und schattige fünf Grad.

Die Aufenhaltsräume und Restaurant old school IBIS.

Eigentlich wollten wir so schnell wie möglich in den Fischmarkt von Trouville, doch ein wenig Deauville Sightseeing sollte auch noch sein, zumal wir im Sommer nur am Strand gewesen sind. Deauville und Trouville sind übrigens Schwesternstädte, teilen sich einen Bahnhof und einen Kreisverkehr, der die eine von der anderen Stadt trennt. Deauville das mondäne Ferienörtchen, Trouville das elegante Seebad mit echter französischer Altstadt.

diese Brücke bringt dich nur von Deauville, nach Deauville

Unser Gedanke,dass die zwei Hafenbecken von Trouville und Deauville mit einer Brücke verbunden sind,war ein guter Gedanke….doch leider gibt es diese Brücke nur in der Fantasie.

Blick auf Trouville und keine Brücke in Sicht.
Der Ort der Begierde, die Fischhalle…und doch so fern

Also mussten wir doch den weiteren Weg um die Hafenbecken herum nehmen um an die Fischhalle zu kommen. Unsere Bedenken waren allerdings schnell vergessen, der Fischmarkt schließt erst um 19:00 Uhr und macht keine Mittagspause.

Hafenbecken Deauville
Casino Trouville
da ist sie!

Wir liefen durch die Stände, ließen uns beraten und bestellten unser Mittagessen al gusto. Ich kann jetzt schon verraten, dass wir das Abendessen an diesem Tag ausließen, bissel Apfel war Alles, was noch in den Magen wollte.

hier wurde zugelangt

Lecker war es!!!!!

Vollkommen platt liefen wir im Anschluss durch Trouville, bewunderten die kleinen verschwiegenen Gassen, für die wir auch im vergangenen Jahr keine Zeit hatten.

Emily kam auch zu ihrem Recht am Strand von Trouville. Ungläubig schauten wir uns lieber die Sonnenanbeter der Saison 2023 an, die bereits in Badezeugs bei 0 Grad im Schatten die „Winterbräune„ einfingen…max 5-10 Grad können es in der Sonne gewesen sein.

Abends verschlussten wir die Zeit auf dem Zimmer und entdeckten Deauville bei nächtlicher Stunde während unserer Gassirunde…..der bezubernste Markt in der Normandie musste am nächsten Tag erkundet werden.

Der nächste Tag begann mit dem obligatorischen IBIS Frühstück, im Anschluss setzte Mathias die Suche nach einem Eclair fort und wurde auf dem Markt von Deauville fündig. Wunderschöne Architektur, gute Ware…hach die Franzosen können das.

man merkt, es ist Saison

Nachdem wir uns „satt“ gesehen hatten, setzten wir unser Wiederholungsprogramm „ alles kann, nichts muss“ fort und fuhren bei eiskalten Temperaturen und strahlendem Sonnenschein nach Honfleur.

Dort drehten wir eine gelassene Runde ums Hafenbecken und schlürften in der Fischhalle eine Soupe de Poisson. Das erste Mal, das wir ein echtes Mittagessen zu uns nahmen.

Getreu nach dem Motto „Alles kann, nichts muss“ ließen wir es bei der Hafenrunde sein und fuhren zurück nach Deauville und an den Strand.

Der Nachmittag gehörte Emily und der Muschelsuche, Jakobsmuscheln wollten wir finden….schwieriges Unterfangen, dennoch erfolgreich.

Bälle fangen ebenfalls sehr schwer, da der Sand ziemlich tief und nass war, die Flut hatte sich gerade verzogen. Emily lag nach rd 15km Tagesmarsch abends platt in den Kissen…

Ein Highlight waren mal wieder die Umkleidekabinen, die wir auch dieses Mal bewunderten.

In der Bretagne öffneten die Restaurants gegen 19:00 Uhr, in der Normandie nicht vor 19:30 Uhr….was an diesem Abend echt spät war. Wir hatten mächtig Hunger und wurden fast schon grantig. Unsere Wahl war ein nettes französisches Restaurant mit echter Hausmannskost, ich aß endlich mal ne Zwiebelsuppe, Mathias versuchte sich am Hering. Im Anschluss gabs Tartar, leider sehr kalt und bereits angemacht…und dabei hasse ich Kapern. Lassen wir es einfach so stehen…….

Frankreich 2022, V: Cap Frehél, Fort la Lotte, St. Malo, Cancale, Mt. St. Michel

An unserem dritten Tag zeigte sich das Wetter bedeckt aber warm. Wir überlegten, ob wir den Mont. St. Michel vorziehen sollten, entschieden uns ( Gott sei Dank) dagegen,

Die einschlägigen Webseiten der Bretagne schlagen das Cap Frehél vor, inkl. die Burganlage La Lotte und so machten auch wir uns auf den Weg.

Obwohl nur 28 Kilometer zog sich die Fahrerei ein wenig, schön das am Cap aber wenig los war.Wir bewunderten zunächst den neuen ( 1950) und alten Leuchtturm ( 1700) und blickten auf die Klippen hinab.

Auch die Umgebung ist faszinierend, Wikipedia schreibt: Die Klippen bestehen aus rötlichem Sandstein, schwarzem Schiefer und dem von der Côte de Granit Rose berühmten rosa-farbenen Granit.

Das Cap Fréhel ist auch ein Vogelparadies, insbesondere der Tordalk ist der Sensationellste…..wer glaubt an Pinguine auf der Nordhalbkugel? Wir nicht und dennoch kommt der Tordalk dem Pinguin am Nächsten. Der Riesenalk ist leider ausgestorben, der Tordalk ist kaum größer an Population.

Genetisch mit dem Pinguin nicht verwandt, sehr wohl im Körperbau und Benehmen…..wir sahen die Kolonie, weit weg und mit nicht vorhandenem Tele auch kaum einzufangen.

Das www gibt ebenfalls Auskunft zum Tordalk „Pinguin“.

das hocken die europaischen Pingus, die aber fliegen können.
Vogelparadies

Wir schenkten uns den 90 minütigen Spaziergang zum Fort la Lotte und fuhren die Strecke mit dem Auto. Emily durfte schlafen, wir liefen zum Fort, verzichteten aber auf einen Besuch von innen.

Die Anlage wurde im 13. Jh. errichtet und kann auf eine wechselhafte Geschichte zurückschauen, In letzter Zeit auch in Filmen in Szene gesetzt, z.B. die Wikinder mit Kirk Douglas und die Sat 1 Produktion Tristan und Isolde.

Zurück in St. Malo zog es uns an den Strand. Emily tobte sich aus,wir liefen schrittweise Richtung Innenstadt und begaben uns im Anschluss auf die qualvolle Suche nach etwas bezahlbaren Beißbarem. Die Stadt war voll, das Wochenende spürbar bermerkbar. Wie am ersten Tag waren wir eher mißmutig, 40€ für ein Durchschnittsmenü…benötigt kein Mensch. Auch unser geliebtes Café de l’Ouest war mittlerweile wieder offen, mit Abzockerpreisen…

Ich hatte an unserem Ankunftstag eine Tapasbar gesehen, die es schlussendlich wurde. Geführt von einem herzigen Franzosen, der uns nach Strich und Faden verwöhnte. Unser Essen, für 16,00€ pro Person, sensationell gut und günstig, bretonische Fischtapas, sehr empfehlenswert.

fur eine Person

Wir liefen am Strand zurück und genossen die milde Luft. Der Vollmond kündigte das angesagte sonnige Wetter an.

Der Sonntag kündigte sich sonnig und warm an, unser Ibis war ausgebucht. Der Vormittag gehörte nochmal St. Malo. Wir wollten wenigstens zum Teil die Stadtmauer von Intra Muros ablaufen.

Auf der Stadtmauer wurde gewerkelt, Teile mit Stadtansicht zur Zeit nicht begehbar. Dafür präsentierte sich der Meerblick umso schöner, auch wenn uns Grand Bé und Petit Bé auch in diesem Urlaub verwehrt bleiben, Die beiden Schwesterinseln vor St. Malo sind nur bei Ebbe begehbar und auch wenn sich das Wasser zurückzog, so richtig trockenen Fusses kam man noch nicht rüber.

Blick auf Dinard
Weg nach Grand Bé noch verwehrt
Grand Bé, fast begehbar…fast….

Last but not least, wenigstens ein Kaffee musste im Café de l‘Ouest getrunken werden und dann sagten wir St. Malo fast adé.

Die Sonne gab Alles und das merkte man auch in Cancale, voller kann es zur Hochsaison auch nicht sein! Wir mussten sogar im Wohngebiet parken, liefen dann über Schleichwege an den Strand.

Unser Ziel waren 1-2 Läden und natürlich Austern am Hafen.

Wir ließen uns nicht lumpen, diesmal kamen die Größten auf den Teller, No. 0-1 gerade gut genug für uns. 13€ kam ein Teller, für jeden Einer musste es schon sein.

Mit Aussicht auf den Mont St. Michel, mitten in den Austernschalen genossen die Touris das Meeresgetier und wir hockten mittendrin!

Der Mont Saint Michel, da war noch was! Wir kehrten nochmal zum Klosterberg zurück, verzichteten auf den teuren Parkplatz, pirschten uns über den bretonischen Deich zum Michel, der ja gerade noch so in der Normandie liegt und ließen es bei einer Distanz von rd. 2,7 km bis zum Berg sein….das Wetter hatte uns zum Berg getrieben, ich wollte warmes Nachmittagslicht auf den Mont St. Michel sehen.

Sonnenuntergänge funktionieren nicht, da diese hinter dem Berg untergeht, d.h. schwarzer Wumms vor im besten Fall rotem Sonnenuntergang…..wir ließen es bei dem goldenen Licht sein.

Diesmal begeisterten uns die Vogelschwärme die in der warmen Vorfrühlingssonne aufgescheucht wurden, weniger die Abtei. Da wir eh eine Reservierung zum Abendessen in unserer Stammbude in St. Malo hatten, wäre die Warterei zum ultimativen Sonnenuntergang eh nicht gegangen, hier geht die Sonne mittlerweile bereits erst gegen 18:45 Uhr unter.

Pünktlich zum Sonnenuntergang parkten wir wieder in St. Malo an der Strandpromenade ein und gingen zu 19:30 zum Essen.

Für mich Seafoodsalat und Jacobsmuscheln, Mathias Fischsuppe und Lachstartar….am Ende kam der bretonische Crepes und zufrieden schauten wir auf die Tage in der Bretagne zurück.