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Spanien/Portugal 2018, VIII: Sevilla, die Königliche

Auf Sevilla hatte ich seit meiner Planung irgendwie nicht so richtig Lust. Ich kann nicht mal sagen warum das so war. Eventuell lag es an der Größe der Stadt oder an der drückenden Wärme die sich seit Wochen abzeichnete? Keine Ahnung, Sevilla genoss bei mir keinen großen Stellenwert.

Erstmal schliefen wir aus und genossen unser typisch spanisches Frühstück in unserem Hostal. Die Distanz zwischen Córdoba und Sevilla ist in 1,5 Std. machbar und bereits zur Mittagszeit parkten wir unseren Wagen wieder in der Nähe unserer Unterkunft, im Parkhaus ein. Wir wohnten in Triana, alle Sehenswürdigkeiten mehr oder weniger in Laufdistanz.

Da unser Apartment in der Nähe des Mercado lag, begrüßte uns Sevilla zunächst mit einem Bummel durch die Markthalle und einem guten Lunch zur Mittagszeit.

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Um 13:30 sollten wir einschecken können, leider mussten wir  noch 30 Minuten auf die Vermieterin warten.

Unsere Wohnung war wieder, auf dem ersten Blick, sehr sehr schön. Zum zweiten Blick komme ich im nächsten Absatz. Wir hatten diesmal sogar einen eigenen Partio.

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Kurz nachdem unsere Vermieterin weg war und wir uns gemütlich einrichteten hörten wir aufeinmal Gestöhne und Geschrei. Erst lachten wir, doch aus Spaß wurde Ernst…..unsere Nachbarn neben uns pflegen einen schwerstbehinderten Angehörigen und dieser brûllt in einem Zug die gesamte Nachbarschaft zusammen. …..und das immer und permanent. In der ersten Nacht halfen dann nicht  mal mehr Ohropax! Wir versuchten Ruhe zu bewahren, zum Einen tun mir natürlich die pflegenden Eltern leid, die als Nachbarn übrigens sehr herzig waren, zum Anderen bemitleideten wir auch die anderen Mieter im Haus. Da in Spanien die meisten Wohnungen Eigentum sind, hat man zumindest in diesem Komplex die A….karte gezogen. Durch die offenen Höfe schallte das Elend 24/7. Ich hatte bereits nach der ersten Nacht Magenschmerzen und Sodbrennen und das lag nicht am Essen.

Unseren ersten Nachmittag verbummelten wir in der Innenstadt, bewunderten das Wahrzeichen Sevillas den Torre de Oro, den Goldturm.

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Durch Zufall blieben wir an der Plaza de Torros hängen, der Stierkampfarena. Diese fanden wir architektonisch reizvoller als die in Ronda, inhaltlich natürlich genauso indiskutabel, mehr dazu später.

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Den Gang in die Kathedrale ersparten wir uns am ersten Tag, wir begutachteten lediglich die vielen Bauarbeiten am Gebäude von außen. Besonderes Augenmerk genießt die Giralda, der ehemalige Moscheeturm, jetzt Glockenturm der Kathedrale.

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Nach der Begutachtung der Kathedrale von außen liefen wir zurück zur Unterkunft, duschten und gingen Cross Over Tapas essen…..Thai Nudeln und Enchiladas…was für eine Mischung. War aber sehr lecker.

Die Nacht war so lala, unser Nachbar sorgte dafür, Mathias schlief zeitweilig mal wieder auf der Couch, wir hielten alle Fenster geschlossen um wenigstens eine kleine Geräuschdämmung zu haben. Unser Frühstück bestand aus Kaffe con Leche mit Karottenkuchen, trübsinnig schauten wir in den Regen…..das Wetter schwächelte. Als  es nur noch tröpfelte liefen wir in Richtung Plaza de España. Das Wetter sorgte für Entspannung  bei. Sightseeing, es waren vermutlich weitaus weniger Gruppen und Touris im Allgemeinen auf diesem fantastischen Platz, der 1929 gebaut wurde und alle damalige. Provinzen präsentiert. Wir waren begeistert, die Fotoapparate glühten.

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Nach einem kurzen, nennen wir es zweites Frühstück, Stop wanderten wir in  rd 20 Minuten zum Metropol Parasol. Ein Bauwerk in der Innenstadt mit großem Kontroverse Potential. Die Holzkonstruktion wurde zw. 2005-2011 auf dem Platz der ehemaligen Markthalle von 1848 errichtet. Der deutsche Architekt  Jürgen Mayer H. hat die größte Holzkonstruktion entworfen und wie gerne  bei deutschen Produktionen wurden die Bauzeit und die Kosten erheblich überschritten….klingt bekannt?

Wir bewunderten da neue Wahrzeichen, gingen aber nicht auf die Aussichtsplattform ganz oben auf den Pilzen…

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Wir bummelten durch das Casco Antico in die Richtung Triana. Unterwegs bewunderten wir spanische Brautmode und diverse Tapasbuden. Als wir eigentlich schon wieder auf der Höhe der Kathedrale waren, fiel uns eine mexikanische Bude vor die Füße….und unser Mittagsschicksal war geklärt.

Den Nachmittag verbrachten wir in Triana, gingen in einen Supermercado und verbummelten die Zeit  bei uns im Apartment. Es war ruhig, wir konnten unser Glück kaum glauben.

Abends hatten wir keinen großen Hunger, entschieden uns für ein gutbesuchtes Restaurant an der nächsten Ecke und erlebten zwei Überraschungen.

1. Mathias Fleischplatte entpuppte sich als sensationelle 16 Teile Luxusibericoschweinchenplatte ( leider kein Foto vorhanden)

2. Im TV wurde Stierkampf aus Zaragoza übertragen,  ich hätte bereits bei der Vorreportage k…… können. Sinnloses Abstechen von unschuldigen Tieren. In diesem Zusammenhang googlelte ich mich  ein wenig durchs Thema und atmete ein wenig, aus. Auf den Kanaren ist der grässliche Stierkampf mittlerweile verboten, auf den  Balearen dürfen die Tierchen nicht mehr verletzt und getötet werden.

Leider gilt dies nicht fürs Festland, hier wird weiter unfair abgeschlachtet und die grölende Menge feiert sich und den vermeintlichen Helden, den Torero.

Am 12.10.18 fanden in der Plaza de Toros von Sevilla auch Kämpfe statt, wir konnten beobachten, wie die armen Stiere morgens „geliefert“ wurden. Das Elend ging mir den ganzen Tag nicht mehr aus den Kopf….grässlich.

Unsere zweite Nacht blieb ruhig und wir vermuteten, dass unser Nachbar eventuell doch nur teilweise bei den Eltern wohnt. Eventuell waren wir aber auch einfach nur platt?????????

Unseren letzten Tag hatten wir dem Alcazar und der Kathedrale reserviert. Emily wartete wieder brav auf uns und quakte nicht mal als wir gingen. Die Kleene ist in den 14 Tage ne ganz Große geworden.

Am Alcazar tobte um 9:30 schon das Leben, unsere Schlange ging bereits ums Eck, wir warteten 35 Minuten auf Einlass. Tja, der Alcazar. Im Vorfeld hatte ich viele gehört, mir wurde immer der Alcazar ans Herz gelegt „viel schöner als die Alhambra“. Als ich mich dann so durch die Reiseführer las, wurde ich unsicher. Der Alcazar wurde erst 200 Jahre nach den Mauren auf den Resten einer islamischen Fortanlage  aus dem 9 Jh.gebaut. Der gezeigte islamische  ist demzufolge nicht echt, sondern gekonnt nachgemacht.  Mudejar wird dieser Stil genannt und bezeichnet immer die Kopie. Dazu kommt ein Stilmix, den man lieben muss. Innen islamisch, ohne Suren, draußen typisch spanisch. Irrgärten nach europäischer Machart. Nen paar Wandteppiche und eine Kathedrale…ich sag mal, naja. Immerhin, der Palast ist alt und wird auch heute noch als Residenz der span. Familie genutzt, sofern diese in Sevilla ist.

Mehr dazu in Wikipedia: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Alcázar_(Sevilla)

Und hier ein paar Bilder und ja, ohne Vorkenntnisse hätte ich den Palast wohl auch so richtig toll gefunden. Gerade lerne ich aber die Alhambra schätzen :0).

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Nach 1, 5 Std standen wir wieder auf der Straße und versuchten uns mit der Kathedrale. Nachdem wir fünfzehn Minuten an der falschen aschlange angestanden hatten und wieder zurück auf den Kathedralenplatz zurückgeschickt wurden, hatten wir von diesem Event genug. Keine Kathedrale für uns, eine UNESCO Welterbe, welches ich nicht von innen sehen werde….macht nichts.

Zurück in Triana aßen wir mittelmäßig, mein Ensaladilla war so dermaßen mit Mayonaise vermanscht, dass wir den nicht bezahlen mussten. Da kam glatt mein Sodbrennen wieder durch.

Um 14:00 Uhr Ortszeit klingelte mein Handy und meine Mama verkündete die Ankunft in Lagos. Auch wir rüsten uns  nun für ein paar Tage an der  Algarve. 14 Tage Andalusien gehen zu Ende, wir kommen sicherlich nochmal wieder.

Am Abend gab es Abschluß Tapas, ne Sangria und eine tolle Straßenfiesta. Feiern können die Spanier, dass muss man ihnen lassen. Der Wecker wurde zu 6:00 Uhr gestellt, wir fielen um 23:30 Uhr, untermalt mit dem Geschreie unseres Nachbarns in die Heia.

 

Spanien/Portugal 2018, VII: Córdoba, zwischen Orient & Okzident

Wenn mich Jemand fragt, was mich am Meisten in Andalusien beeindruckt hat, würde die Antwort „ die Mesquita“ lauten, eine Kathedrale in einer Moschee….Willkommen in Cordoba, einer der schönsten Städte Andalusiens.

Zunächst mussten wir aber erstmal aus Granada hinausfinden, unser Navi meinte es wieder sehr gut mit uns und schickte uns durch sämtliche Minigassen….und das zu fast  nachtschlafender Zeit, der Wecker hatte bereits um 6:45 Uhr geklingelt. Wir waren todmüde und die Fahrt zog sich hin. Immerhin trennen die beiden Städte fast 200 km.  In Cordoba stellten wir mit absoluter Begeisterung fest, dass  unsere Pension zwischen Alcazar und Mesquita lag und nur 70m weiter ein Parkhaus unserem Leon einen Schlafplatz anbot.

Unser Vermieter war ein absoluter Schatz und Spassvogel und führte dieses einfache Haus mit viel Liebe und Humor.

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Nachdem wir uns ein wenig frisch gemacht hatten, gingen wir Richtung Fluß und warfen nen Blick auf den Alcázar des los Reyes, gingen aber nicht hinein. Diese Palastanlage wurde ab 1328 unter Alfonso XI anstelle einer älteren, maurischen Anlage gebaut und diente Isabella und Ferdinand als bescheidene Heimstatt während der Rückeroberungsraubzüge gegen die Mauren. Hier wurde auch der letzte Kalif Boabdil gefangen gehalten.

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Die römische Brücke mit ihren 16 Bögen wurdevon Augustus  45 vor Christus über dem Fluss  Guadalquivir gebaut und beherbergt am Ende, im Turm Calahorra eine islamische Ausstellung. Sie ist eine der größten römischen Brücken und eine der wenigen Überbleibsel der Römerzeit.  Von dort bietet sich ein toller Blick auf die Mesquita- Kathedrale.

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Blick auf die Puerta del Puenta

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Wir schlenderten Richtung Mesquita und hatten wohl ne günstige Zeit über Mittag gefunden, binnen zehn Minuten hatten wir unsere Tickets. Hier ein paar Impressionen von außen.

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Leider war es sehr eng, ein gutes Bild vom Portal fast unmöglich.

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Mesquita heißt auf portugiesisch Moschee, der offizielle Name ist Moscheekathedrale und in ihrer Art wohl einzigartig. Wer so richtig in die Geschichte eintauchen will, dem empfehle ich https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mezquita-Catedral_de_Córdoba

Kurz und bündig erklärt, die Kathedrale wurde als Moschee im Jahr 823 gebaut und gilt als einer der größten Sakralbauten der Welt. Sie ist 179 m lang und 134 m breit. Seit der Reconquista dient die Mesquita als Kathedrale und wurde ziemlich pfiffig umgewandelt. In der Mitte des Baus wurde eine Innenkathedrale integriert.Islamische Stilelemente blieben erhalten, so existiert eine Mihrab, eine toll verzierte Gebetsnische.

Anbei ein Plan der Mesquita, gut ist die Einfügung der Kathedrale zu erkennen.

Insgesamt wurden fast 1000 Bögen und Säulen verarbeitet, der Gesamteindruck erinnert an den kleinen Muck, Alibaba und die 40 Räuber und wirkt wie aus 1001 Nacht….bis man die Kirche erblickt. Lasst Euch verzaubern.

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Moschee…..

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& Kathedrale

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Kathedrale

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Die Gebetsnische

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Wir trieben uns fast eine Stunde in der Mezquita herum und waren wirklich angetan. Immer wieder stellten wir uns die Frage, ob solche Bauwerke heutzutage noch möglich wären….sage nur BER.

Wir liefen im Anschluss zurück zum Hostal und lösten unseren so braven Hund aus. Emily hatte lieb auf dem Bett gelegen und auf uns gewartet. Im Anschluß gab es Mittag in der Juderia, der Altstadt und ehemaligem Judenviertel von Córdoba. Wir saßen in einem der Patios, für die Córdoba berühmt ist.

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Die Juderia ist das touristische Herz und zum Teil mit billigen Souvenirschuppen versaut. Dennoch gehts ruhiger zu als im Vergleich zu Granada oder Malaga.

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Die Synagoge in der Juderia wurde leider renoviert, so dass mir ein Sightseeing Spot entging. Während Mathias mit Emily die Pferdchen auf der Plaza beobachtete, schaute mit mir die Banós de Alcazares an. Eintritt 2,20€…. da kann man nicht meckern.

Die Banós waren die ersten arabischen Bäder auf der iberischen Halbinsel. Sie sind leider nur noch als Ruinen vorhanden, werden aber dennoch schön präsentiert.

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In der blauen Stunde liefen wir nochmals zur römischen Brücke und genossen die Aussicht auf die Brücke aber auch gen Mezquita. Mit einem Caesar‘s Salad und einer sehr guten Flamencodarbietung ließen wir den Abend ausklingen.

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Spanien/Portugal2018, III: Tarifa, die Stadt von Poniente und Levante

In Spanien wird es um diese Jahreszeit erst gegen 8:00 Uhr hell und so frühstückten wir vor unserer Abreise aus Jerez im Stockdusteren. Wir fühlten uns förmlich verwegen, ganz so als ob wir eine Heldentat vollbracht hätten.

Unser erstes Ziel war mal wieder ein „de la Frontera“, diesmal Vejer und eine hervorragende Wahl. Was für eine Puppenstube auf einem Bergrücken. Eine geschlossene underschön restaurierte Medina, kaum Touristen ( zumindest zu dieser Jahreszeit) und freie Parkplätze vor dem Ortskern.

Vejer wurde bereits 711 von den Mauren erobert, der älteste Teil der Medina wird durch eine Stadtmauer geschützt. In dieser befindet sich die Pfarrkirche Parroquial del Divin Salvador. Diese wurde zw. dem 14-16  Jh .auf den Resten der Moschee erbaut.

Lasst Euch von Vejer verzaubern:

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Nach Tarifa war es nicht mehr weit, rund 45 km trennten uns von dem Backpacker-Kite-Surfer Nest, welches in den letzten zehn Jahren enorm von den Billigfliegern und dem Hype um den Strand und die Stadt profitiert hat. Mittlerweile ist die Stadt auch mit Vans und alten Wohnwagen zugestellt, Vanlife ist das neue backpacken.

Tarifa ist die Stadt wo Poniente und Levante aufeinandertreffen und nein, hierbei handelt es sich nicht um Charktere aus Goethe oder Shakespeare sondern um Starkwinde. Der eine kommt von der Landseite, der andere vom Atlantik. Für die Surfer und Kiter ein gefundenes Eldorado, zusammen mit der Tatsache, dass Atlantik und Mittelmeer aufeinandertreffen, eine hübsche Medina den Ort verzuckert und Taria einen super Blick auf das afrikanische Festland, garantiert, machen den Ort umso interessanter. InTarifa kann man Wale, sogar Orcas und Delfine beobachten. Wir überlegten einmal scharf aber es fehlte uns irgendwie ein Tag und wir wollten Emily auch nicht zu lange alleine lassen….also, keine Orcas für uns.

In Tarifa kann man exzellent Thunfisch essen, dieser wird hier aus dem Wasser gezogen.

Als wir in die Stadt einfuhren, machte sich zunächst Ernüchterung breit. Viele 70er Jahre Apartmenthäuser, die meisten davon bestimmt praktikabel aber grottenhässlich. Unser Apartment befand sich in genau so einem Ding, gefakter Art Deco Style, uns trennte nur die Strandreihe vom besten Strandabschnitt.  Aber was hatten wir für ein Glück, unglaublicher Vermieter und wahnsinniges Apartment. Ich hätte umgehend einziehen wollen, insbesondere der Minigarten hatte es nicht nur Emily angetan.

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Nach einer Stärkung ( Surla, Hamburger Iberico mit Manchego, wow) verbrachten wir den ersten Nachmittag am sehr, sehr feinen Sandstrand. Sowohl Levante als auch Poniente hielten sich  an die Spielregeln, und fauchten mehr ein laues Lüftchen……unser Vermieter  hatte uns bereits gewarnt, die nächsten Tage wurden stürmischer.

Der Strand ist ein Träumchen, sowas Tolles und das in Europa !Der Sand ist fast weiß, ganz fein und für Strandläufer bestens geeignet. Der Strand  selbst ist kilometerlang  und endet an einer tollen Sanddüne.  Tarifa hat eine vorgelagerte Halbinsel, diese trennt das Mittelmeer vom Atlantik und ist ein wichtiger Verteidigungspunkt im 2. Weltkrieg gewesen, dazu später mehr.

Hier kommen erstmal Buddelkastenimpressionen:

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Die Halbinsel und Afrika im Hintergrund

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Die Berge im Hintergrund sind bereits afrikanisches Festland

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Nachdem wir uns ausgetobt hatten (Emily liebte die durch Ebbe und Flut entstandenen Salzseen) gings unter die Dusche und zu Fuß am Strand entlang Richtung Ortskern. So schön der Strand ist, leider wurden insbesondere kurz vor dem Ort die Bausünden der Spätsechziger offensichtlich, Wohnsilos direkt am Strand. Dazu gesellten sich Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg und gaben eine bizarre Szenerie ab, da halfen auch Graffiti nur bedingt.

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Bunkeranlagen

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In der Medina orientierten wir uns zunächst gen Mittelmeer und bestiegen die alte Festungsmauer mit Burganlage von Guzman dem Guten aus dem X. Jh. und dem Mirador de Miramar mit toller Aussicht auf Afrika.

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Wieder der Blick nach Afrika

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Das maurische Erbe ist sehr offensichtlich, wir wähnten uns fast in Marokko.  Wir durchschlenderten die Altstadt, die gegen 19:00 Uhr nicht überlaufen war; im Gegenteil manche Restaurants machten bereits dicht und wir mussten direkt nach etwas zu Futtern suchen.

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Wir kehrten in den Tip unseres Vermieters ein, das Misisana, Das Essen war gut, die Portionen recht klein….aber ein Heineken mit 4,90€ anzusetzen war einfach nur frech.  Wie beschlossen in den folgenden Tagen selbst den Kochlöffel zu schwingen.

Abends wurde es richtig frisch, die Winde waren stärker geworden und der Marsch am Strand ( rd. 15 Minuten ab Medina) war ein bissel lästig. Dafür wurden wir mit einem traumhaften Sonnenuntergang entschädigt.

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Unseren zweiten Tag verbummelten wir gespielt in Tarifa, am Strand, im Supermarkt und mit nem ordentlichen Mittagsschlaf im Bett. Urlaub ist etwas Herrliches……

Wir kochten an  diesem Tag wirklich selber, es gab endlich Meeresfrüchte satt mit Salat, Kartoffeln, Nachos und Guacomole sowie  Brot. Das Zeug (Fisch) ist hier so unglaublich günstig, es wäre eine Schande, nicht selbst zu kochen, wenn man die Chance hat.


Unseren dritten Tag verbrachten wir auf britischem Hohheitsgebiet. Wir fuhren nach Gibraltar, wer diesbezüglich mehr lesen will: http://allcontinentsinonelife.com/spanien-portugal-2018iv-gibraltar-a-little-peace-of-great-britain/?preview_id=11406&preview_nonce=ab3b522823&post_format=standard&_thumbnail_id=11416&preview=true

Nach unserer Rückkehr von Gibraltar sollte Emily zu ihrem Recht kommen, wir wollten Ihr den größten verfügbaren Buddelkasten bieten und zur Wanderdüne fahren. Leider verpeilten wir ein wenig den Weg und fuhren stattdessen einen  Campingplatz an und kehrten wieder um. Die Zeit war uns für lange Suche zu kurz. Am Strand kam die Ernüchterung. Es war sooooooo windig, Levante und Poniente gaben Alles, der Sand peitschte an die Waden, machte ein Sitzen am Strand unmöglich. Mathias und der Wauz sprangen in die Fluten und danach liefen wir sofort zurück ins Apartment.

Den frühen Abend verbrachten wir nochmal in Tarifa,  wir wollten noch  ein wenig bummeln und ein paar mehr Straßenzüge der Medina kennenlernen. Nach einem Bier in der Altstadt  hieß es kochen und packen.

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OLYMPUS DIGITAL CAMERA, sorry Verena….ich weiß ich hab das Motiv abgekupfert
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Und wie sieht nun unser Fazit zu Tarifa aus? Loco para Tarifa? Vom Tarifabug gebissen?

Ich sage mal poquito,poquito….oder ein klares JEIN. Tarifa ist ohne Zweifel toll, ich kenne aber schönere Altstädte und Poniente sowie Levante werden nicht meine besten Freunde. Meine Horrorvorstellung wären eine Woche in Tarifa und davon sechs Tage Starkwinde! Neben der Erleichterung des Geldbeutels ( Notshopping) wäre meine Sommerurlaubsfeeling dahin. Ich habe oft Vergleiche mit Essaouira gezogen, auch dort ist es wunderbar aber nicht für mehrere Wochen.

Unser nächstes Ziel wird das herrlich überlaufende Ronda, es gruselt  uns schon vor der Abfahrt,

Spanien/ Portugal 2018,II: Arcos de la Frontera & Cádiz

Nach unserem sehr guten Frühstück im Hotel fuhren wir in die Berge, genauer gesagt nach Arcos de la Frontera, auch das „La Port de pueblos blancos, das Rorder weißen Dörfer , genannt. Wir ließen den Wagen im neueren Teil des Ortes stehen und erklommen das Bergnest. Ziemlich steil gings hinauf, unterwegs boten sich tolle Ausblicke. Während der Maurenzeit wurde der Ort Medina Arkosh genannt und war dem Kalifat von Cordoba unterstellt. Wie in Marokko findet man verschlungene Pfade und eine gelungene Alstadtarchitektur.

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Ausblick vom Parador:

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Die Kirche „ Iglesia de Santa Maria de la Asunción begeisterte uns sehr, mal eine ganz andere Architektur.  Ich gehe davon aus, dass das Gotteshaus aus einer Moschee“ gebastelt“ wurde und die Kofession nach 1264 ( Rückeroberung durch Alfonso X. Die Messe ging gerade zu Ende und auch wir fröhnten im Ort dem spanischen Frühshoppen mit einem antialkoholischen Cuatado ( Espresso mit einem Fitzelchen Milch).

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Arcos begeisterte uns , zumal wir recht früh unterwegs waren und gegen 10:30 Uhr noch recht wenig Touristen und vor Allem Gruppen den Ort unsicher machten. Das änderte sich im Verlauf der nächsten Stunde, deutsche Reisegruppen beglückten uns zunehmend. Erstaunlich, dieser Teil Spaniens ist fest in deutscher und britischer Hand.

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Nachdem wir, ungewollt, ein deutsches Paar mit ins neue Dorf genommen hatten, diese aber an ganz anderer Stelle ihren Reisebus vermuteten, machten wir uns auf den Weg in die älteste Stadt Europas. Cádiz wurde 1100 v. Chr. als Gadir von den Phöniziern gegründet, die Stadt war  karthagisch, römisch, maurisch und noch heute kann ein bunter Häusermix die berühmte Geschichte der Stadt erzählen. Die Mauren nahmen Cádiz hereits 711 nach Christus ein, 1812 war die Stadt sogar mal Spaniens Hauptstadt, wenn auch nur für kurze Zeit. Die Altstadt zeigt sich authentisch, die Stadtstrände sind feinsandig, breit und kilometerlang. Wir organisierten uns zunächst ein leichtes Mittagessen und zogen dann zum Torre Tavira weiter.  Rund 100 Wachtürme sind noch in der Stadt erhalten geblieben, reiche Händler beobachteten im 18.Jh.von diesen Türmen aus das Treiben auf dem Meer und demnach das Handeln mit der neuen Welt. Cádiz wurde  zu Zeiten von Christo Colon  ( Christoph Columbus) der Hotspot  für die koloniale Seemacht Spanien. Von hier zogen die Schiffe auf ihre Entdeckungstouren Richtung Amerika aus.

Die Aussicht vom 64m Turm war  wirklich fantastisch, 6€ die sich lohnten. Emily hatte ihr TT ( Tragetaxi) , Mathias trug die Kleene die enge Wendeltreppe hinauf. Wir waren überrascht wie hoch das Ding tatsächlich war, oben hieß es erstmal Luft holen.

Der Blick auf die Stadt ist toll, wir bereuten keine einzige Stufe.

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Die Altstadt hat auch sonst so ihre Reize, nichts ist überrestauriert, das Touristengetummel hält sich auch hier in Grenzen. Wir schlenderten im Anschluß hinüber zur Kathedrale,  die neue Kathedrale, verkniffen uns aber den Besuch, obwohl diese zu den größten Kirchen Spaniens gehört.

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Am Nachmittag stürzte sich Mathias in die Fluten. Leider schlug das Wetter ein wenig um, es war bewölkt und recht windig. Da auch Hunde  an den Stadtstränden nicht erlaubt waren, war unser Badevergnügen recht kurz und schnell beendet.

Zurück in Jerez genossen wir unser schönes Zimmer und gingen, gezielt mit dem Willen, Tapas in unserem Restaurant von gestern Nachmittag zu genießen, an die nächste Ecke unses kleinen Platzes……doch nischt da, am Sonntag wird nicht gegessen, da wird gebetet! Erinnerungen an Porto wurden wach, wo wir in unserer Not unser Abendessen in einer Eisdiele einnahmen.

Aufgrund der Suche nach einem netten Plätzchen kamen wir an dem wunderschönen Platz vom Vortag vorbei. Von dem Partygetümmel des Vorabends war nichts mehr zu sehen, der Platz war aber weiterhin bildschön und ich freute mich einen Blick bei Tageslicht werfen zu können. Die Wolken waren ziemlich bedrohlich und später fing es an zu regnen. Der Sommer geht definitiv zu Ende, die Temperaturen verändern sich zur Zeit ebenfalls täglich, es geht nach unten……

Hier noch ein paar Handybilder von unserem Fang an diesen Abend….ein süßer Platz und grandioser Käse.

Barcelona 2003

Und hier kommt mal ein Bericht mit zu 100% analogen, eingescannten Fotos.

Ich war zweimal in Barcelona, 1x 1988 und dann nochmal in 2002. Es war der Beginn der Biligflieger und aus dem weltbekannten Dorf Berlin kam man zu diesem Zeitpunkt noch nicht direkt nach Barcelona, sondern musste den Umweg über Köln und dann nach Reus nehmen.  Das Ganze dauerte dann auch einen ganzen Tag, war aber billiger als eine Linienmaschine der Fluchthansa.

Wir wohnten in Barceloneta, hatten Ende Oktober grandioses Wetter und im Rückblick war dies eine der schönsten Reisen und dem Motto “ Metropole im Herbst“ .

Leider hatte ich mir einen Fliegerrotz gefangen und dopte mich die ganze drei Tage mit Carajillo, Espresso  mit Brandy. Nicht die schlechteste Art um durch den Tag zu kommen und am Ende kannte ich alle Varianten ( Cognac, Whiskey usw.)  Am Besten schmeckte das Zeug auf der Placa del Rei natürlich mit entsprechenden Preisen.

Wir erschlenderten das Barri Gotic ( gotisches Viertel) und bewunderten die Sagrada Familia Damals wie heute unvollendet aber so grandios schön.

Wikpedia: Die Sagrada Família (vollständige katalanische Bezeichnung: Basílica i Temple Expiatori de la Sagrada Família katal. [səˈɣɾaðə fəˈmiɫiə]; deutsch Sühnekirche der Heiligen Familie) ist eine römisch-katholische Basilika in Barcelona. Der Bau der von Antoni Gaudí im Stil des Modernisme entworfenen Kirche ist bis heute unvollendet. Er wurde 1882 begonnen und soll nach aktueller Planung 2026 zum 100. Todestag von Gaudí fertiggestellt sein.

 

Barri Gotic

Unser Wochenende stand natürlich auch unter dem Motto Antonio Gaudi.

Leider blieb uns dei Casa Batllo´ verwehrt, da die Eintrittskarten für alle drei Tage nicht zu haben waren. Dennoch bewunderten wir das Kunstwerk wenigstens von außen.

Wikipedia: Die Casa Batlló gilt als eines der baulichen Glanzstücke Barcelonas und befindet sich am Passeig de Gràcia 43, zirka 500 Meter oberhalb der Plaça de Catalunya.Das im Jahr 1877 errichtete Gebäude wurde von Antoni Gaudí für den Textilindustriellen Josep Batlló i Casanovas in den Jahren 1904 bis 1906 im Stile des Modernisme von Grund auf umgebaut.

Wir entschlossen uns für einen Besuch der Casa Mila, welche ebenfalls mehr als beeindruckend war. Insbesondere das Dach hatte es uns angetan.

Wikipedia: Das Haus Milà, so die deutsche Übersetzung von Casa Milà, wurde von dem Architekten Antoni Gaudí von 1906 bis 1910 für die Milà-Familie in Barcelona errichtet. Es befindet sich im Passeig de Gràcia No. 92 (Kreuzung mit der Carrer de Provença).

Berühmt ist die Prachtstraße Ramblas und der dazugehörige Markt. Am Meer steht Christopg Columbus und wacht über Barcelona.

Die Ramblas von oben

Blick auf die Stadt, im Hintergrund die Sagrada Familia In der berühmten Markthalle

Unser letzes Highlight an diesem Wochenende war der Park Güell

Wikipedia: Der Park Güell [ɡʊ̯eʎ] (Katalanisch Parc Güell, Spanisch Parque Güell) in Barcelona wurde von Antoni Gaudí in den Jahren 1900 bis 1914 erschaffen und hat eine Größe von 17,18 ha.

Der Park war atemberaubend und wir genossen den Abschluß unserer Tour aus vollen Zügen.

Nachdem ich die wenigen Wörter zu Barcelona 2003 geschrieben habe, setzte sich ein Entschluß in mir fest….es ist mal wieder Zeit! Ohne Rotz, mit direktem Flug und zu einer schönen Jahreszeit…vier Tage oder so ???