Archiv der Kategorie: Europa

Mit dem Familienzuwachs ( Emily, die kleine Westiedame) wird Europa immer wichtiger und interessanter

Slowenien 2018; IV: Winterliches ( Vintgar, Pokljuca, Kranjska Gora)

0.1.02.2018: So, das graue Wetter ist auch hier angekommen. Der Januar ging mit Nebel sowie grauem Himmel mit Lichtstreifen,  zu Ende. Wir schliefen aus und vertrödelten den halben Vormittag, waren unschlüssig und zogen dann doch mit dicken Wintersachen und Schlitten nach Pokljuca. Zuemlich ungeplant machten wir einen Abstecher zur Vintgar Klamm. Laut Reiseführer ist diese bis April geschlossen aber da das Wetter so wunderbar mild in den letzten Tagen war, hatten wir die Hoffnung diese doch erklettern zu können. Das Schild „geschlossen“ ignorierten wir gepflegt und zogen bereits auf den Holzwegen von dannen….bis wir Waldarbeiter bemerkten, die uns aufmerksam beobachteten. Schnell schossen wir ein paar Bilder  vom Eingang und liefen zum Auto. Am Eingang las ich auf einem Schild, dass Zuwiderhandlung bis zu 500€pro Person kosten kann…wären dann mal 1000€ gewesen und Emily war auch nicht angeleint! Als auch noch die Polizei auf dem Parkplatz auftauchte,  machten wir das wir wegkamen…wie der Berliner so sagt. Der fliegende Teppich durfte zeigen was er drauf hatte, uff Glück gehabt.

Der Weg in die Berge war eine Mischung aus viel grau und Nebel. Es war deutlich kühler als in den Tagen zuvor und die Wetterprognose versprach nur Verschlechterung für die nächsten Tage. In Pokljuca lagen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, die B-Elite besetzte nach wie vor die Loipen und Schießstände, wir verzogen uns in den schönen Wald und waren selbst am Skilift so gut wie allein.

Dieser war noch ca. 30 Minuten im Betrieb, Rockradio wurde urplötzlich ebenfalls abgestellt, die Hütte schloss…..Mathias organisierte schnell noch zwei Union und nachdem uns auch das slowenische Paar verlassen hatte mit Denen wir ne Weile geplaudert hatten, waren wir tatsächlich allein…..ein komisches Gefühl. Wir rutschten den Rodelberg hinunter, Emily begleitete uns mit viel wauwau und das Wetter wurde schlechter. Um 14:00 Uhr war ich durchgeforen und im Nebel gings zurück nach Bled.

Wir bummelten durch DM und Mercator, shoppten unser Abendessen zusammen und genossen in unserer Unterkunft erstmal  die obligatorische Cremeschnitte….die ersten Wochen in D werden wohl Hungerwochen werden.

Da die letzten zwei Tage im besten Falle winterlich, im schlechtesten Fall total verregnet werden, war es Zeit ein wenig zu planen. Doch was macht man bei schlechtem Wetter und einer Regenwarscheinlichkeit von 100% über 24 Stunden hinweg und mit sooo dicken Tropfen, dass selbst Emchen nicht mehr bereit war, länger als notwendig draussen zu bleiben?

02.02.2018: Wir vertändelten unseren vorletzten echten Urlaubstag im Studio, gut das es das www gibt. Schnell ein wenig geshoppt, Zeit für ein ordentliches Reisestativ….Japan naht. Leider wurde das Wetter nicht besser, auch alle Nester im Umland waren eingeregnet und nen bissel Sorge machte uns die Gefahr von Eisregen in höheren Lagen. Emily verschlief den gesamten Tag, wir vergnügten uns mit Candy Crush, Risiko und endlich kam ich auch mal zum Lesen. Unterhalten wurden wir durch Rock Radio Slovenia, unseren Lieblingssender. Der Strippenregen hielt den ganzen Tag, ohne Pause an. In höheren Lagen schneite es seit 24 Stunden, kaum auszumalen wie es in den Bergen aussehen dürfte…..schade, dass wir bald abreisen müssen. 

Wir ließen den Regentag in unserer Pizzeria ausklingen, ich nahm mein Stück allerdings fürs morgige Frühstück mit, mit war es zuviel.

Unser letzter Urlaubstag steht unter dem Begriff: weiß! Aus 24 Std. Dauerregen wurden nun 24 Std. Dauerschnee und auch die Aussagen der nächsten Tage werden Slowenien wohl in ein Winterwunderland verwandeln..

Wieder überlegten wir….Kranjska Gora ( Dorf, Skigebiet und natürlich Triglav Nationalpark) oder Šcofja Loca ( nette Altstadt in Richtung Ljubljana) ???? Wir entschieden uns für Kranjska Gora und buddelten das Auto frei. Alleine aus unserer Auffahrt heraus zu kommen war schon eine Herausforderung und am See von Bled ( wir wollten die Insel mit Schnee sehen) kehrten wir gleich wieder um…Feuerwehr, Polizei und Rettungsboote im Einsatz. Wir vermuteten, dass ein PKW in den See gestürzt war. Also gings Richtung Autobahn, die erstaunlich frei war und 25 Minuten später befanden wir uns auf der Landstraße nach Kranjska Gora. Auf dem Weg hielten wir an einem pittoresken Fluß inklusive Brücke. Leider war es nicht möglich, Fotos in Ruhe und Ausdauer zu schießen (z.B Langzeitbelichtung)….dafür war der Schneefall viel zu stark und nen bissel Angst um die Kameras war auch dabei. 

Weiter ging es über verschneite Straßen, wir mutmaßten das ungefährt 50 cm Neuschnee gefallen waren und der Wetterbericht verheißt mehr Schnee für die Region! 

In Kranjska Gora  mussten wir uns erstmal nen Parkplatz erkämpfen, dort war richtig was los, da die Skipisten im  Dorf enden und super  gut besucht waren. Emily versackte im Schnee und ihre anfängliche Freude über den weißen Traum verwandelte sich schnell in ängstliche Skepsis, sie versank förmlich im vielen Schnee und musste sich immer mit vollem Körpereinsatz heraus kämpfen, ihre vier Beinchen sind viel zu kurz für rd. 50-80 cm Neuschnee.

Wir beobachten zunächst die Skipiste und schlenderten im Anschluss durch den Ort.

Ein Cappuchino kostete übrigens 1,20€, Cola und Bier kamen an der Skipiste, in der angesagtesten Bar, 5,10€- da kann mir Österreich, Italien oder auch  die Schweiz gestohlen bleiben.

Kranjska Gora ist ein bildhübsches Örtchen, mit toller Infrastruktur und lädt zum Verweilen ein. Leider machte uns das Wetter Sorgen und so blieb es bei einem kurzen Spaziergang, weiterhin bei starkem Schneefall. Schließlich hatten wir ja die Rückfahrt nach Bled noch vor uns und konnten nur mutmaßen wie es in unserem temporären Zuhause aussieht.

Da mittlerweile auf unserem Auto wieder 30 cm Schnee lagen, der Ort ca. 20 km  von der Autobahn entfernt liegt, machten wir uns am frühen Nachmittag wieder auf den Weg Richtung Bled. Anbei noch ein paar Schneeimpressionen.

Emily war zufrieden als sie sich in ihren Kennel zusammenrollen konnte, der Spaziergang war sehr anstrengend für sie gewesen. Sie hatte sogar versucht, sich Eintritt in ein Geschäft zu verschaffen, weil sie wußte das es drinnen trocken und gemütlich gewesen wäre. Während des restlichen Nachmittags ward die Kleene weder gehört noch gesehen….❤

Der Weg war bis zur Autobahn ambitioniert und wir waren ziemlich happy, als  wir endlich auf dieser waren. Unterwegs überlegten wir uns den restlichen Nachmittag und entschieden uns gegen Restaurant und für selbst kochen. Wir wollten einfach nicht mehr aus dem Studio raus und nochmal Schnee schippen. Im Mercator kauften wir alles für Nachos mit Hackfleisch und Käse ein und somit war die Henkersmahlzeit besiegelt. Auch die letzte Creme Sńita kam aus dem Supermarkt, schmeckte aber auch hervorragend. Mathias schaufelte gegen 20:30 Uhr nochmal unser Auto frei, geistig stellten wir uns auf eine lange Heimreise ein.

Fazit zu Slowenien: Ein kleines, sympathisches und vollkommen unterschätztes Paradies. Super nette Menschen, tolle Natur und Kultur. Günstiger als seine Nachbarn im Westen und Osten.

Der Winter eignet sich hervorragend für eine Reise, die Temperaturen können wunderbar mild  und frühlingshaft sein.

Wir kommen wieder!

 

 

 

 

 

Slowenien 2018, III: Schnee, Sonne und ne putzige Hauptstadt

Tag Fünf (29.01.18) begann mit großer Suche, wo war denn nun bloss das Weihnachtsgeschenk der Hundeoma an Emily? Wir durchwälzten das Studio von vorne nach hinten, Mathias  suchte auch in Emil, nur leider hatte auch der fliegende Teppich nicht das Gesuchte. Nun hieß es weiter bibbern bei Minusgraden, der Norwegerpulli der Saison 2017/2018 muss auf seine Premiere noch warten. Dieser liegt wohl auf der Couch in Mathias Büro auf Einsatzlauer. Wir fuhren nach dem Frühstück, bei strahlendem Sonnenschein, die paar Kilometer nach Pokljuca. Hier war viel mehr los, als bei unserem ersten Besuch. Wir sahen joggende Slowenier, Russen, Ukrainer, Franzosen und Polen…..die B-Elite der Biathleten tummelte sich im Schießstadion, auf der Straße und in den Wäldern herum. Die A-Elite ist wohl bereits in Südkorea. Fernsehteams lauerten ebenfalls auf Einsatz, wir waren mehr als zufrieden, dass unser Weg zur Rodelstrecke ungestört genommen werden konnte. Im Wald hörte man immer das pengpeng vom Schießstand und uns wurde bereits auf dem Weg zum Idiotenhügel klar, kein Wetter für Norwegerpullis,  nein nicht mal für Winterjacken! Wir rodelten was das Zeug hielt, ohne Jacke ohne Handschuhe. Die Kids hatten Spass am Terrier und Emily wurde Rodelprofi.

Um die Mittagszeit zogen wir von dannen und fuhren über die nicht ungefährliche Scenic Route nach Bohinj. Diesmal hielten wir an allen Ecken die uns gefielen oder die wir als typisch slowenisch empfanden.

Der Triglav Nationalpark ist wirklich wunderschön und begeisterte uns immer mehr.

Zunächst ein Blick auf die typischen Trockenstände für Holz und Ähnlichem

Weitere Landimpressionen zwischen Pokljuca und Bohinj, alles im Triglav Nationalpark:

In Bohinj fuhren wir an die touristischere Seite vom Nass und bewunderten die Aussicht auf Kirchlein und die Spiegelungen im See.

Unsere letzte Etappe an diesem Vorfrühlingstag brachte uns nach Ukanč und dann auf den Wanderweg zum Sap Saviča….einem Wasserfall, der dafür berühmt ist, dass  sein Wasser direkt aus einem Felsen fließt. Der Weg war steil, der Vorteil des Winterreisens ….kaum andere Touristen und keinen Eintritt. Wir haben bislang nur die 6€ in Piran an den Salzsalinen zahlen müssen, alles Andere war für umme.

Total ausgehungert kamen wir in Bled an und aßen die Spaghettireste vom Vortag. Kristina brachte uns typischen Nusskuchen und später röstete ein Hühnchen im Ofen, Gut kann man es haben….

30.01.2018: Um 7:30 klingelte der Wecker und Emily büchste im Garten in Richtung Straße aus. Mir blieb das Herz stehen, im Pyjama rannte ich dem Biest hinterher und fing die Ausreißerin wieder ein. Oh das  gab Ärger, die Kleene war ziemlich kleinlaut ….die nächsten 30 Minuten! Unser Tag führte uns nach Ljubljana, der pittoresken Hauptstadt Sloweniens. Wie fast alle Städte im alten Ostblock liegen die Plattenbauten immer an den Autobahnen und so ist auch der erste Anblick der Stadt nicht so sonnig. Wenigstens sahen die Bauten, im Vergleich zu Split und Šibenik, wenigstens ordentlich aus. Bratislava kann auch Plattenbaudreck an der Autobahn bieten, diese haben mich damals richtig abgetörnt.

Wir fanden einen Tiefgaragenplatz direkt an der Drachenbrücke, zentral in der Altstadt. Somit waren wir bereits fünf Minuten nach dem Abstellen des fliegenden Teppichs, mitten im Sightseeingwahn.

Ljubljana ist ein Schmuckkästchen mit perfekter Mischung aus Jugendstil und Mittelaltercharme. Als Erstes bewunderten wir das Flussufer und die Drachenbrücke.

Wir erschlenderten die Ljubljanica ( Fluss) und waren hochbegeistert. So eine süße Stadt, viele Studenten und ganz viel Flair. Überraschend, auch hier findet das Leben auf der Straß statt, die Cafés waren gut besetzt….bei 9 Grad, Ende Januar.

Die Kollonaden am Markt fand ich ebenfalls sehr schön, viele Fachgeschäfte und Einzelhändler; etwas das wir in Berlin ja nicht mehr kennen.

Ljubljana ist für seine Jugenstilhäuser bekannt und erinnerte mich sehr stark an Riga. schön das nicht alle Städte Europas im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden.

Der Prešernov trg  ist der zentrale Platz in der Altstadt, von dort geht die Dreierbrücke (Tromostovje) ab, die wirklich beeindruckend ist. Es gibt links und rechts eine Fußgängerbrücke und in der Mitte fahren Autos durch. Am Besten  kann man das Konstrukt vermutlich von oben bewundern, leider war auch der Blick von der Burg nicht wirklich gut.

Wir bewunderten im Anschluß die Nikolauskirche und stärkten uns bei Cola, Bier und nem Stück Pizza.

Natürlich wollten wir auch auf die Burg, die Bahn/ Gondel nach oben fiel flach….die Hundedame sollte laufen. Somit schlenderten wir weiterhin durch die Altstadt, bewunderten so manch eine Ecke und kamen irgendwann oben auf der Burganlage Ljubljanski Grad mit tollem  Blick auf die Stadt und Alpen an.

Auch für unseren Rückweg wählten wir nicht den direkten Weg  sondern schlenderten durch die Altstadt bis zum Stark trg.

Mit einem letzten Blick auf den Stari trg und dem Prešernov trg machten wir uns auf den Weg zu Skoda, um neue Wischblätter für die Heckscheibe zu bekommen. Auch Emil will gepflegt werden…

Auf dem Weg zurück nach Bled stellten wir uns die Frage, welcher der Berge denn nun der Triglav ist? Schließlich wäre es ja schon toll, wenn  man Sloweniens höchsten Berg erkennen könnte. Doch so richtig konnte uns die App, die ich mal eben aus dem Appstore beschaffte, nicht helfen, vermutlich weil wir auf der Autobahn recht schnell unterwegs waren.

Wir entschlossen uns in Radovlica zu essen, die Pilzsuppe im Lector wurde gelobt und da der Ort auf dem Weg lag, nahmen wir dieses kulinarische Erlebnis mit. Die Suppe war lecker, wenn auch mit 7,50€ eher ambitioniert im Preis. Viel wichtiger war aber, dass wir nach dem Besuch im Dorf nun wirklich wußten, welcher Berg der Triglav ist.

Klug und satt gings nach Bled, Emchen war wieder so geschafft, dass sie bereits um 20:00 Uhr im tiefen Nachtschlaf in den Kissen lag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sloewenien 2018,II: Piran, Secôvlje, Radovljica, Bled

Der Wecker klingelte bereits um 7:15 Uhr und mit einem letzten Blick in die Wetter App war die Entscheidung getroffen-wir fuhren nach Piran an die Adria. Es waren sonnige 7 Grad angesagt und da wir noch voller Pläne für die nächsten Tage waren und die Zeit gut aufgeteilt werden musste, fingen wir mal mit der längsten Etappe an. Zunächst ging es Richtung Ljubljana, danach fast bis Triest und schlußendlich legten wir nochmal 15 km drauf. Piran/ Pirano liegt zwischen Triest/ Italien  Pula/ Kroatien und begeisterte uns ab der ersten Minute. Schnell war die zweistündige Fahrt vergessen. Wir parkten vor dem Hafen, Autos sind in der Altstadt nicht erlaubt. Piran ist erst seit 150 Jahren nicht mehr venezianisch. Bis heute ist italienisch zweite Amtssprache, alle Schilder sind in slowenisch und italienisch ausgeschildert. Es gibt vier Schulen im Ort, auf zwei dieser Eintrichtungen wird ebenfalls auf italienisch unterrichtet. Bereits auf dem Weg zum Meer hatten wir uns über die Zypressen und Kiefern gefreut und der Ginster blüht hier bereits! Da selten Frost in Piran herrscht zeigten uns die Riesenexemplare an Palmen in den privaten Gärten.

Wir schlenderten am Hafen entlang unser Ziel war der Tartini Platz, dem venezianischen Teufelsgeiger aus Pirano, gewidmet. Es war extrem mild, Handschuhe und Mütze konnte man getrost vergessen. Obwohl nur 7 Grad waren die Straßencafés gut besucht und auch wir tranken unseren Cappuchino draußen unterm Sonnenschirm ( Beweisfotos sind noch in rax), Wir bewunderten ebenfalls den einen oder anderen Schwimmer in der Adria, beeindruckend,,,,,wir fanden das Wasser sehr kalt.

Blick auf die Spitze von Piran, der Campanile am Ende ist der Leuchtturm.

Piran besitzt nicht nur einen schönen Hafen, das Highlight ist die Piazza Tartini mit St. Georgs Kirche und Campanile. Mein Traum eines Eisbechers wurde zerstört, hier war die Eisdiele im Winterschlummer.

Nachdem wir mit dem schwarzen Supergebräu auch noch eine Cremschnitte verspeist hatten, schlenderten wir durch die vielen romantischen Gässchen und machten uns auf den Weg zum Campanile und zu Stadtmauer.

Die Stadtmauer ist es, die Piran den berühmten Blick verleiht. Oben auf den Resten der Befestigung bekommt man Aussicht auf die Landspitze und die nicht überrestaurierte Altstadt. Anders als Dubrovnik wurde Piran im Balkankrieg nicht angegriffen, der Krieg bereits 1991 erledigt ( da gings im restlichen Jugoslawien gerade erst los) und schon 1994 befand sich Slowenien im Aufnahmeverfahren in die EU.

Zurück an der Piazza ließen wir uns eine sauleckere Pizza schmecken, eine der Besten der letzten Jahre,

Im Anschluß liefen wir noch an die Spitze und lüfteten das Bierchen vom Essen aus.

Mit schönen Blicken auf den Hafen verabschiedeten wir uns von Piran. Wir waren sauglücklich den Winter als Reisezeit für Slowenien gewählt zu haben, Das Wetter ist traumhaft, die Massen halten sich in Grenzen. Im Sommer muß es hier grauslich zugehen, denn auch jetzt war der Ort sehr gut besucht.

Zum Abschluß unserer Adriatour fuhren wir durch Portoroz und Lucjia in Richtung Sečovlje. Uns erwarten die Salzgärten an der kroatischen Grenze. Es gibt zwei Eingänge in die Salzterassen, einer liegt bereits jenseits der kroatischen Grenze. Die 6€ Eintritt emfpanden wir aufgrund der nachlassenden Lichtverhältnisse als ein wenig überzogen, trotzdem war es sehr interessant an den Terassen entlangzuspazieren. Neben Speisesalz wird auch Fleur de Sel geerntet, Salzberge waren im Winter natürlich nicht zu erwarten.

Gegen 18:00Uhr waren wir wieder in Bled und kehrten dort in unser Lokal vom erstem Abend ein. Für mich gabs Suppe, Mathias schaffte tatsächlich nen Wiener Schnitzel. Um 21:30 Uhr war bereits Licht aus, wir waren fertig.

Apple versprach uns für den nächsten Tag 14 Grad und Sonne satt. Wir wollten auf die Bleder Burg, die Altstadt  on Radovljice bewundern und nach Ojstrica wandern. Umso länger wurde unser Gesicht als wir die eigene Hand vor Augen nicht erkennen konnten. Nebel hatte uns eingeholt, nicht der Nebel des Grauens oder die Eotze von Lukla, dennoch musste Plan her.

Die Burg wurde gecancelt, wir fuhren in die entzückende Stadt Radovljice, die aufgrund ihrer geschlossenen Altstadt ein Schmuckkästchen ist. Leider versaute uns der Nebel den Blick ins Tal, dei Stadt liegt wie ein Adlerhorst auf einen Berg.

Hier ein paar Impressionen:

Wir kehrten ins Hotel Lec ein und überbrückten das Wetter….Apple versprach blauen Himmel um die Mittagszeit. Damit uns nicht langweilig wurde gab es Radovljicer Strudel und heimeliges Ambiente. Die Stadt ist ebenfalls für seine Lebkuchen bekannt, wir leißen uns das Museum nicht entgehen. Die Küchlein werden all year round gebacken, hier ist man nicht so auf Weihnachten festgelegt.

Emily fand einen neuen Emilysitter und unsere neuen Freunde Metko und Janka möchte ich Euch auch vorstellen.

Der Himmel riss während der sechs Kilometer nach Bled wieder auf und gab den  Blick in die Alpen frei:

Zurück im Ort war immerhin die Insel wieder erkennbar und die Szenerie hatte etwas mystisches. Wir schlenderten am Ufer entlang, ergatterten eine Bank und siehe da….die Sonne kam durch und wir genossen den Blick, die Bank und Klärchen.

Das Wetter klarte immer weiter auf, wir schlenderten ein wenig durch den Ort und planten unseren Nachmittag.

Da in Slowenien die Supermärkte auch sonntags geöffnet haben entschlossen wir uns zu Spaghetti und Salat und gingen shoppen.

Nach kurzer Pause in unserer Unterkunft fuhren wir wieder los und nahmen die Wanderung nach Ostrica in Angriff. Zunächst mussten wir aber vom Wanderweg lassen und schnurstraks zum See laufen….der Nebel war weg und die Sonne schien Burg, Insel und Berge perfekt an.

Nch kurzem Genuss des Postkartenmotivs schüttelten wir die Mützen zurecht, zogen Handschuhe an und machten uns auf den Weg zum Lookout. Die ersten Wanderer mit Wanderstöcke und festen Bergstiefel schlossen sich uns an. Sie hatten ebenfalls einen kleinen Westie ( sieht man hier häufig)  dabei und die beiden weißen Wölkchen durften ohne Leine den Berg erklimmen. Warum die slowenischen Mitwanderer Stöcke  dabei hatten, wussten wir nach genau 50m im trockenen Bachbett….steil, rutschig und nicht ungefährlich. Emily gemste sich den Berg hoch, Mathias folgte dem Hund raschen Schrittes, da wir ja nicht wussten, inwieweit wir der kleinen Hundedame in den tiefen Wäldern der julischen Alpen trauen können. Ich keuchte hinter den Beiden hinterher und  war froh als ich Mütze, Handschuhe und Schal abnehmen konnte……es war einfach viel zu warm.

Oben erwartete uns der grandios angekündigte Blick auf den Kurort….kitschig schön und noch im fast perfekten Licht.

Gegen 16:15 Uhr waren wir wieder im Korman Bled und gönnten uns ein Union, lecker das Gesöff. Den restlichen Abend vergammelten wir @home mit Blick ins www, ins Glas und in die Spaghettischüssel.

 

 

 

 

 

 

Slowenien 2018; I : Bled, Pokljuca, Bohinj und ein Meter Schnee

Wir fuhren in den frühen Morgenstunden, genauer gesagt um 1:10 Uhr aus Berlin ab und waren einfach nur schrecklich müde, gefühlt gerade in der Tiefschlafphase aus den warmen Federn gerissen worden.

Unser Hund war am frühen Morgen auch ungenießbar, sie schrie das gesamte Haus zusammen und verstand des nächtens die Welt nicht mehr. Dafür rollte sich die kleine Primadonna dann in ihrem Kennel zusammen und war sechs Stunden nicht mehr zu sehen oder zu hören, unsere Nachbarn vermutlich wach für den restlichen Tag.

Die Autobahn war leer nur die LKWs nervten auf Dauer nen bissel. Wir machten erst kurz vor der österreichischen Grenze Pause, genauer gesagt am Hochfelln. Da wurden Erinnerungen an meine Klassenfahrt 1986 wach: Bergen am Chiemsee, Hochfelln Wanderung, Maria Eck, Salzburg und Schloss Herren Chiemsee…..toll war es damals und der Sonnenaufgang an diesem 25.01 entschädigte für die Strapazen der Nacht.

Die Fahrt durch Österreich begeisterte uns, die Ausblicke auf die Alpen und viel, viel Schnee machten Vorfreude, auch wenn wir wussten, dass in Bled genau 0 Zentimeter liegen. Mathias holten Schulskifahrtenerinnerungen in Werfen/Werfenweng ein und so zogen die Kilometer an uns vorbei.

Mathias bettete sich mit dem spektakulären Blick der Tauernalm zu einer 15 minütigen Powernaprunde und rund 40Minuten später fuhren wir in den Karawankentunnel ein. Der Tunnel ist ca.7,5 km lang…die ersten 3,5 km gehören zu Österreich, die letzten Kilometer befinden sich bereits in Slowenien. Grenzkontrollen gibt es auch hier nicht und ehe wir uns versahen kam bereits der Abzweig nach Kranjska Gora  und 20km später dann das malerische  Bled. Da wir sehr schnell unterwegs gewesen waren, Emily unbedingt Auslauf benötigte und wir vor 11:00 Uhr eh nicht in unser Unterkunft aufzutauchen brauchten, entschieden wir uns für einen Spaziergang am See. Das war eine der besten Entscheidungen an diesem Tag. Das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite, blauer Himmel und milde 7 Grad. In der Sonne war es richtig warm und somit hielt sich die Trauer bzgl. der jämmerlichen Schneereste in Grenzen.

Unsere Wirtin Kristina, eine Seele von Mensch erwartete uns bereits, Emily wurde mit viel Getöse und Kuscheleinheiten begrüßt. Die Leckerlis mussten wir leider verneinen, die Demodexmilben sind noch nicht bekämpft, zur Zeit ernährt sich der Hund nur von Strauß.

Unser Studio ein Traum, moderne Möbel und wunderschön ausgestattet.

Da das Bett so schön kuschelig aussah, ließen wir das gute Wetter gutes Wetter sein und gingen erstmal in die wohlverdiente Horizontale. Um 14:15 Uhr hatte uns die Welt wieder und wir beschlossen die rund 90-120 min um den See von Bled zu laufen. Zumächst bummelten wir hinunter zur Eissporthalle, erfreuten uns an den wenigen Touris und dem relativ unversauten Ort. Sicherlich ists im Sommer turbulenter, dennoch ist Bled gaaaanz weit weg vom Massentourismus. Wir freuten uns, nicht in Saalbach oder Sölden zu sein und auch der Anton aus Tirol sowie die Hölle, Hölle, Hölle war ganz weit weg.

Unsere Vermieterin hatte uns den Weg ebenfalls ans Herz gelegt, jeder Bleder läuft den Spaziergang mehr oder weniger einmal täglich. Wir entschlossen uns zur Umrundung im Uhrzeigersinn und genossen den abendlichen Blick auf See, Burg, Insel und Stadt.

Das Wetterchen meinte es sehr gut mit uns, es war fast frühlingshaft.

Wir waren überrascht wie groß der See tatsächlich ist, wir benötigten mehr als zwei Stunden für den Rundgang, waren wir doch mit Fotos und Staunen beschäftigt.

Bled war Sommerresidenz von Tito, die  Villa Bled nannte der Vater von Jugoslawien sein eigen. Fidel Castro, Willy Brandt und viele mehr besuchten ihn,  und bewunderten wie wir den See.

Der Ort wurde vor 1000 Jahren geründet und profitiert von dem Schutz der julischen Alpen. Es ist grundsätzlich sehr mild, die Winde fegen hinweg. Der See gilt als warm, bereits im Juni sind 22-24 Grad normal und planschen ist bis Oktober drin. 1908 wurde Bled als schönstes Dorf im  Habsburger Kaiserreich gekürt, Kuren in den Ort waren auch in Deutscland ziemlich Mode. Trotz der langen Geschichte des Tourismusses in dieser Region empfanden wir den Ort nicht überlaufen und noch ziemlich authentisch.

Die kleine Insel in der Mitte des Sees ist übrigens die einzige Insel Sloweniens. Selbst im Winter fahren Boote zum Inselchen. Wenn man den Informationen des Reiseführers Glauben schenken darf, handelt es sich um das meistfotografierte Motiv des Landes.

Da uns die Blessuren der letzten Nacht immer noch zu schaffen machten, waren wir  mehr als zufrieden, als wir wieder in Downtown waren. Ein niedliches Restaurant zu finden, war nicht ganz einfach…..im Winter ist eher wenig geöffnet. Wir wurden fündig in der Nähe des Busbahnhofs. Mathias probierte slowenische Chevaps, ich aß Spaghetti Bolognese.Mit zwei Bier, zwei große Salate kamen wir auf 32€ , für einen Kurort preislich ok.

Kurz nach 21:00 Uhr lagen wir im Bett, vorher hatten wir noch nen Schlummerbier getrunken und waren danach nur noch zufrieden, uns von innen anzugucken.

Am nächsten Morgen war der Himmel verhangen, wir ließen uns Zeit mit dem Frühstück und packten anschließend die warmen Jacken und Stiefel. Wir wollten in den Triglav Nationalpark und dort in die Region von Pokljuca…..schon mal gehört? Richtig, es finden Weltcups im Biathlon  und Langlauf in Pokljuca statt und als wir dort ankamen erfuhren wir auch wann: 29.01-04.2.18….evtl. stellen wir uns mal an die Strecke und  bewundern das Spektakel.

Umso höher wir kamen, so winterlicher wurde es….unsere Sorge, dass wir keinen Schnee haben könnten erwies sich als unbegründet. Einen  Meter hatte Kristina uns versprochen und damit lag sie wohl auch richtig.

Wir freuten uns tierisch über das viele Weiß und suchten uns nen netten Wanderweg zum Idiotenhügel von Pokljuca. Die meisten Aktiven waren auf Langlaufskiern unterwegs, die ersten Weltcupprofis inspizierten den Schießstand. Emily durfte frei durch den Schnee tollen und tobte herum wie eine Wahnsinnige.

Am Idiotenhügel erwarte uns ein sauberes Klo, Bier für 2,50€, gute Musik und keiiiiiiine Touris. Es war himmlisch. Wir machten auch eine Rodelstrecke aus, die wir in den nächsten Tagen ausprobieren werden.

Es war windstill und mild, man konnte gelassen ohne Handschuhe laufen und ne Weile auf der Bank aushalten. Das Bier schmeckte, wir waren auch ohne Anton aus Tirol ziemlich happy.

 

 

 

 

 

 

 

 

Als wir wieder im Skizentrum Pokljuca ankamen, stellten wir fest, dass die Schulkiddies den Rodelberg nicht mehr belegten. Damit war unsere Premierenstunde gefunden, wir testen den Hörnerschlitten aus….und soviel sei gesagt, auch zu Dritt kein Problem. Emily fand das Teil, trotz aller Skepsis ok und rodelte fleissig mit.

Wir fuhren eine andere Strecke aus dem Triglavpark hinaus. Unser Ziel war der Bohinjsee. Unterwegs sahen wir eine Menge Holzspeicher und puppige Dörfer mit Mittelaltercharme. Wir waren erfreut wie schön die Dörfer ihr altes Antlitz behalten haben, jedes Nest ne Fimkulisse. Fotos folgen später, das Wetter wurde schlechter und unsere Blasen drückten, wir wollten in die Zivilisation.

Zwei exemplarische Beispiele der Dörfer und Städtchen konnten wir uns dennoch nicht entgehen lassen.

Der Bohinjsee empfing uns mit 8Grad, die sich aber viel kälter anfühlten. Dazu kamen ein eisiger Wind und Nieselpiesel…..machen wir es kurz. Der Ausflug war kurz, die typischen Fotos folgen ebenfalls später da wir auf weitere Eskapaden am See verzichteten. Wir liefen nur rund 20 Minuten am Ufer entlang, tobten Emily mause und fuhren zurück nach Bled.

In Bled konnten wir der Versuchung nicht wiederstehen und gingen auf eine der berühmten Kremšnite ins Café Zima und wurden nicht enttäuscht. Ein Riesending ….aber leicht, fluffig und locker. Zusammen mit nem leckeren Kaffee kam der Spaß für zwei Leute 8,40€, Slowenien ist fast ein Sparparadies.

Anschließend erkundeten wir den Supermarkt und kauften für unser Abendessen ein. Es gab an diesem Abend Huhn, Paprika, Zuchini Gemüse und Kartoffeln. Es war saulecker und wir konnten bereits in Schlumpenklamotten das weitere Geschehen planen. Da das Wetter am Meer in den nächsten Tagen schlechter werden soll, werden wir wohl bereits morgen nach Piran fahren und venezianische Dolce Vita und Gelati genießen.

 

 

 

Portugal 2017, VIII: Almançil, Faro & Lissabon

Unsere Abfahrt nach Lissabon starteten wir mit unseren Ausflugszielen vom Reisetag Tavira-Lagos. Da wir den Vormittag ja bei SEUR auf dem Lagergelände verbracht hatten, um dann anschließend im Schweinsgalopp nach Lagos zu fahren, waren noch zwei Dinge offen, die wir uns gerne anschauen wollten. Zunächst verabschiedeten wir uns aber am Jachthafen von Lagos-wir kommen bestimmt nochmal zurück.

Nummer eins war der Azulejotraum von Almançil. Die Kirche des heiligen Lorenz ( Säo Lourenco de Matos). Diese wurde im 18.JH. vollständig mit Azulejos ausgekleidet, lediglich der Altar blieb gülden und die einzelnen Themenbereiche wurden mit gold abgesetzt. Laut Mathias die schönste Kirche, die er jemals gesehen hat. Leider war fotografieren verboten, ich erwarb aber wenigstens eine Postkarte und auf alamy.de dieses wunderbare Fotos. Man muss die Bilder also kommerziell erwerben… macht in diesem Fall aber nichts, da ich für unser Fotobuch auch ein hochauflösendes Foto haben wollte. Die Bilder von außen stammen alle aus der Canon.

Azulejo an der Fassade

Wir fuhren wenige Kilometer nach Faro, die einzige Sehenswürdigkeit die wir uns in der Hauptstadt der Algarve ansehen wollten,  war die Capela dos Ossos, eine Knochenkapelle, Nebenkapelle der Igreja  do Carmo aus dem 18.JH.

Die Hauptkirche war wie so viele an der Algarve,  für mich nicht so besonders, aber hübsch sah sie mit den paar Wolken schon aus.

Die Hauptattraktion liegt eindeutig im Nebengebäude, in der Kapelle. Das Gotteshäuser mit den Gebeinen der Gemeide oder der Glaubensbrüder und Schwestern des zumeist angehörigem Kloster gebaut werden, Knochen und Schädel hervorragende Baumaterialien sind, weiß man. Totenkult gibt auf Sumatra, auf den Philippinen und auch in anderen Ecken der Südsee, dennoch war ich in Faro das erste Mal in einer Knochenkapelle. Ich lasse mal die Bilder für mich sprechen, die Inschrift “ Halte einen Moment inne und bedenke, dass Du diesen Zustand auch erreichen wirdst“ habe ich leider nicht gefunden. 

In der hier gezeigten Kapelle sind die sterblichen Überreste von rd. 1300 Mönchen „verarbeitet“ worden, die Kapelle wurde 1816 geweiht. Gruselig war mit in keinster Weise, ich fand es faszinierend wie exakt und detailverliebt an der Deko gearbeitet wurde. Manche Schädel sind bereits verschwunden, da bekommt das Wort Grabschändung nochmal eine andere Bedeutung.

Wir machten und auf die 272 km lange Strecke nach Lissabon, welches wir gegen 15:15 Uhr erreichten. Zunächst fuhren wir zur Statue Cristo Rei, dem Zwillingsbruder der Christus der Erlöser  Statue von Rio de Janeiro. Damals, in Rio,  hat mich die Statue total begeistert, mehr als der Zuckerhut. In Lissabon habe wir 2007 einen Besuch von Cristo Rei ausgelassen, zumal die Aussicht auf die Stadt eh das eigentliche Highlight ist, finde ich.  Da die Statue im Gegenlicht war, kamen wir auch  nur auf den Genuß des genialen Blicks auf  Lissabon….Christus blieb im Zwielicht.

Unser Navi sagte uns, dass wir noch 19 Minuten bis zum Apartment hätten, unsere Vermieterin fragte auch bereits nervös nach, wo wir denn bleiben würden. Wir wohnten sehr zentral in der Nähe des Rossio, dem zentralen Platz von Lissabon. Hier sind alteingesessene Cafés, wie das Nicola. Hier trift man sich auf ein Schlückchen Ginja und es gibt genau null Parkplätze. Unsere Wohnung lag, unterhalb der Burg am Fuße des Bezirks Mouraria, der auch alles andere als schick war. Mathias rannte zur Schlüsselübergabe, ich wartete mit Emchen im Halteverbot. Später sahen wir, dass Krallen an den Autos war…..Glück gehabt. Nachdem wir die Wohnung übernommen hatten, warteten die beiden Mädels auf den einen Herren, geschlagene zwei Stunden……..Mathias kurvte mit Poloinho durch Lissabon und landete entnervt im Parkhaus, 32,50€ pro Tag! Egal was solls……ärgern lohnt nicht, wir benötigen das Auto wegen Emilys Kennel.

Unsere Wohnung war super niedlich, die Nachbarschaft grenzwertig. Drogensüchtige, Nutten, Zuhälter und Dealer. Dazu Schwarze aus Braslilien und Afrika, die ab 14:00 Uhr wach wurden und uns bis spät in die Nacht wach hielten. Überall Kotze und Glasscherben, wir trugen Emily durch die 30m  Spuk grundsätzlich hindurch. Über der gesamten Szenerie lag der Geruch von Hanfschwaden. In der ersten Nacht lag ich wach und grübelte darüber nach, wie wir um 5:00 Uhr früh unser gesamtes Hab und Gut an der illustren Einwohnerschaft unbeschadet vorbeibringen können. Im Nachhinein. beichtete mir Mathias, dass auch er die gleichen Gedankengänge hatte.  Wenn wir als Berliner schon gestresst waren, wie mag es dann Wanne-Eicklern gehen?

Hier unsere Wohnung im Detail, süß war sie:

Und hier kommt unser Blick aus einem unserer Fenster, der auch ziemlich genial war. Was man nicht sah waren die dunklen Gassen :

Nachdem der Nachmittag mit unsinniger Suche draufgegangen war, blieb nur noch ein wenig Abend. Wir trafen uns mit Ali, die für eine Woche nach Lissabon geflogen war.Unsere Wohnung und ihr Hotel lagen gerade mal 150 m und eine ganze Welt auseinander….

Nach einer sehr üppigen Cataplana ging es noch ein wenig auf nächtliche Stadttour. Wir liefen gen Flußufer um dort einen Drink zu  nehmen und ein wenig Nachtszenerie zu genießen.

Elevador  de Santa Justa, von einem Schüler Eiffels 1898- 1901 erbaut:

Lissabon, 2. Tag:

Frisch gestärk und ausgeschlafen sah die Welt, selbst unsere Subkulturen aka Nachbarschaft, schon ganz anders aus. Die ausgekotzte Pizza  auf der Straße erinnerte an die Drogensümpfe der letzten Nacht, wir hatten im eigenen Schweiß gelegen, da es unmöglich war, die Fenster zu öffnen ( Lärm). Frühstück gab es in unserem Café an der Ecke. Wir schlenderten im Anschluß über den Rossio, über die zentrale Funßgängermeile  bis hin zum Praça do Commercio. Highlights waren für uns die alten und schönen Geschäfte und Cafés, so etwas wie einen echten Einzelhandel kennen wir in Deutschland ja gar nicht mehr.

Unser Ziel war zunächst die Kathedrale, wir wollten das berühmte Foto mit der berühmten 28 und der Sé im Hintergrund. Den Innenbesuch der Kathedrale haben wir uns nunmehr geschenkt…..wir haben wohl mehr als ausreichend Kirchen besucht.

Danach liefen wir zum Castelo São Jorge  und nahmen den einen oder anderen Miradouro wahr. Emily durfte mit auf das Gelände, wir waren happy. Vorher hatte Mathias einem Taschendieb eine Backpfeife verpasst, als dieser versuchte an sein Portemonnaie zu kommen…..der Dussel versuchte sich damit herauszureden, dass er Emily fotografieren wollte! Von hinten? Das Poloch? Aha…sein Komplize fragte uns noch ganz frech “ was hat er falsch gemacht“….. ganz einfach …man geht nicht an  die Hostentaschen anderer Leute!!!

Auf den  Schrecken  gab es Aussicht, Vino und nen altes Castelo. Emchen kletterte wie eine Gemse und hatte Spass.

Da Burgfräulein und Ritter spielen ( die Rolle von Emchen ist dann wohl der Hofnarr) hungrig macht, liefen wir wieder in die Unterstadt und gingen in der Nähe unserer Wohnung Sardinas essen. Unseren Nachmittag verbrachten wir in Bairro Alto und Baixa, wir fuhren  zunächst mit dem Aufzug Santa Justa ( Emily musste Maulkorb tragen, der kleine Woudini hatte das Ding binnen einer Minute wieder ab) nach oben und genossen zunächst die schöne Aussicht.

Mathias ging anschließend in die Ruine der Igreça  do Carmo, die nach dem Erdbeben von 1755 nicht mehr aufgebaut worden war. Mittlerweile wird die Ruine für Ausstellungen genutzt und es gab die peruanischen Mumien von Nazca zu bewundern. Da ich genau diese schon gesehen hatte, war es nicht schlimm dass ich mit dem Wauzi vor der Tür wartete. Der Tag neigte sich dem Ende entgegen, wir hatten keine Zeit, beide in die Kirche zu gehen.

Unser Bummel durch das Bairro  Alto konzentrierte sich ebenfalls in Richtung bergab, wir wollten am Wasser eine Flasche  Taylors Port antrinken, die Mathias erstanden hatte.

Dennoch spazierten wir am Café a Brasileira und am Theatro da Trindade vorbei. In diesem Viertel hat sich viel verändert. Als ich vor zehn Jahren in Lissabon war, herrschte noch authentisches Altstadtfeeling mit kleinen schrammeligen Restaurants und Fado Schuppen sowie Ginja Bars vor…..alles verschwunden, alles nur noch auf schick!

Am Wasser wurde der Portwein vernichtet, unser Abendessen bestand wieder aus Fisch und ein langer Tag ging satt, müde und angedüdelt zu Ende.

Lissabon, 3. Tag:

Unser letzter Urlaubstag begann mehr als früh. Kurz nach 7:00 Uhr gingen wir bereits mit Emily Gassi und suchten einen Stückchen Gras für die Prinzessin. Um 8:00 Uhr nahmen wir die Electrico 28 und fuhren die gesamte Strecke bis zum Cemetario dos Prazeres. Die Straßenbahn war noch erfrischend leer, wir konnten die Fahrt genießen, sofern man bei dem Geschaukel  etwas genießen kann. Meines Erachtens wurde die Streckenführung geändert, ich habe die Fahrt sehr viel enger und spannender in Erinnerung.

An der Endhaltestelle lockte ein Espresso und ein Natatörtchen und natürlich der herrliche Friedhof dos Prazeres. Wir schlenderten durch die Reihen, bewunderten die Mausoleen und auch die kleinen Einzelheiten der kunstvollen Gräber. Wie immer im katholisch-romanischen Dunstkreis war auch dieser Friedhof eine Augenweide. Auch hier war ich bereits vor 10 Jahren gewesen, doch man kann einfach nicht genug von schön aufgemachten Friedhöfen bekommen.Wir fuhren, um Zeit zu sparen, mit der E25 zurück zum Praça Figuera und um 11:00 Uhr mit Poloinho nach Belem. Die erste Parkrechnung betrug 62€….. ohne Worte!

Unser Plan ins Hiernonymus Kloster zu gehen wurde jäh zerstört, als wir die Menschenmassen davor sahen. Mindestens 150m standen die Kreuzfahrer und Reisegruppen an der Kasse an…..wir gingen deshalb lediglich in die Kirche und bewunderten das Kloster aus dem 16.JH. nur von außen. In der Kirche sahen wir immerhin den Sarkophag von Vasco da Gama, ein eher weltliches Highlight.

Noch weltlicher und profaner wurde es bei Pasteis de Belém von 1847, die berühmte Nata Fabrik mit angeschlossenem Café. Alle Reisegruppen und Kreuzfahrer standen nach dem Besuch des Klosters quasi davor oder darin. Diesmal kniffen wir nicht und stellten uns ebenfalls an. Natas aus Belém sind das Größte, mit nen bissel Zimt unschlagbar.

Ich werde nicht verraten, wer wieviel Natas gegessen hat-wenige waren es nicht. Blätterteig, Pudding und Zimt ist eben toll….

Während wir uns  im Pudding suhlten, versuchte sich Emily mit radeln!

Am Denkmal der Entdeckungen  ( Padrão dos Descobrimentos) von 1960 atmeten wir durch-keine Warteschlangen. Diesmal ging es auf die Plattform um nochmal einen Gesamtblick auf Christo Rei und dem Torre de Belém zu werfen.

Anhand der Broschüre, die wir mit dem Eintritt auf die Plattform erworben hatten, konnten wir im Nachgang die Personen auf dem Denkmal besser identifizieren und wer glaubt, dass die Gallionsfigur Vasco da Gama symbolisieren soll, der täuscht…..der ist mal wieder Infante Henrique,  bei uns besser als Heinrich der Seefahrer bekannt.

Unser letztes Urlaubshighlight war der Besuch des Torre de Belém, errichtet zw. 1515-1521. Leider konnten wir diesen weder von innen besuchen noch besteigen ….die Warteschlange war auch hier wieder abartig lang. Somit genoss ich, wie vor zehn Jahren, nur den Blick von außen.

Zum Abschluss unserer Portugalreise hier noch zwei typische Bilder aus portugiesischen Supermärkten-Sardinenbüchsen im tollen Design…I love it!

Unser Abreisetag begann um 4:30 Uhr. Unsere abartige Nachbarschaft lag in tiefem Schlummer, alle Sorge bzgl. unses Hab und Gutes war umsonst gewesen.

Am Flughafen wurde sehr sorgfältig mit der Abwicklung der Formalitäten bzgl. des Transportes von Emily umgegangen. Wir mussten ein wenig Papierarbeit erledigen, der Mensch in der Abfertigung begleitete uns zum Sondergepäck und verliebte sich sofort in Emily. Er schaute mich treuherzig an und meinte ganz inbrünstig „she is the perfect dog, perfect size and perfect cute character,“ Ihm tat es in der Seele weh, dass unser Hündchen bereits ab 6:15 Uhr in ihrem Kennel in der Hochsicherheitszone auf den Abflug warten musste. Nur Mathias durfte sie zu ihrer Transportbox begleiten und dann sass sie dort wie in einer Abschiebezelle ( Box in einem Käfig) ….nächstes Mal bin ich weitaus später am Flughafen!

Als wir um 8:30 zur Maschine gefahren wurden, konnten wir jedoch ihren Transport in die Maschine sehen und das gab uns ein gutes Gefühl! Der Flug selbst war absolut unspektakulär, wir lernten Margarida kennen, die aus der Nähe von Manta Rota kommt. Ihre Mama vermietet ein Haus und wir bekamen ihre Mailadresse und Telefonnummer….evtl. sieht  man sich zweimal.

In TXl erwartete uns der Gepäckwahnsinn. Zeitgleich war eine Maschine aus Frankfurt angekommen und es kreisten noch 30 Minuten die Taschen und Koffer aus der Main Metropole. Obwohl ich das Ausladen der Klamotten aus der TAP beobachtete, sah ich unsere Emily nicht, das machte mich schon wieder ganz kirre….Mathias rief die Information an und fragte nach, wo wir denn unser Tierchen abholen könnten. Diese sagten uns, das wir sie beim Sondergepäck bekommen würden. Komischwerweise bellte es aber aufeinmal echt wütend und in einer mir sehr bekannten Tonlage,  Emchen machte ihrer Ungeduld, Wut und Aufregung Luft. Unser Hund wurde uns mit den Koffern und Taschen ausgehändigt!

Was gewesen wäre, wenn wir den Sicherheitsbereich bereits verlassen hätten um beim Sperrgepäck nach Ihr zu suchen, mag ich mir jetzt nicht ausmalen.

Fazit der ersten Flugreise mit Hund: Die Zweibeiner sind aufgeregter und nervöser als die Vierbeiner. Es stimmt, was alle Tierärzte uns  geraten haben-Beruhigungstabletten nur für den Menschen, fürs Tierchen absolut nicht notwendig. Flüge unter vier Stunden sind ok,  mehr sollte man seinem Tier nicht zumuten da die Wartezeit miteingerechnet werden muss. Tierpension und Trennung vom geliebten Menschen bedeutete für unseren Hund mehr Stress. Nach Aussage der Tierpension hatte Emily im Juni viel geweint und gebellt. Nach beiden Flügen war Emily einfach nur müde aber nicht gestresst oder unglücklich. Sobald sie die Transportbox verlassen durfte, war sie wieder der kleine lustige und glückliche Terrier.

In diesem Sinne wauwau und mehr Gelassenheit für die Zweibeiner!

 

 

 

 

 

 

 

Portugal 2017, VII: Lagos, Ponta da Piedade, Cabo São Vicente, Carvoeiro inkl. Strände

Unser Abreisetag aus Tavira begann, wie der Tag davor endete. Wir versuchten den Verbleib und Zustellung von Emchens Kennel zu klären. Mathias telefonierte mit Amazon, die uns bestätigten, dass die Adresse auf dem Paket richtig angegeben wurde. Sie konnten uns außerdem bereits sagen, dass SEUR im PC die Selbstabholung notiert hätte. Na das war ja schon mal etwas….die nette Tante aus D schickte uns auch noch Telefonnummern von SEUR. Ich machte mich mittlerweile an Plan B und schrieb an SOS Algarve Animals um dort nachzufragen, ob sie uns ein Fachgeschäft für Transportboxen empfehlen könnten, die auch in der Lage wären, bis Mittwoch (Abfahrt nach Lissabon)  zu liefern. Im Gegenzug würden wir, sofern Bedarf besteht, ein Fellknäuel ( egal welcher Art) nach Deutschland mitnehmen.

Nach dem Frühstück machten wir uns zügig auf den Weg nach Faro und fanden das Industriegebiet, in dem sich SEUR befindet. Leider zeigte sowohl die SEUR Seite als auch google maps eine Behörde als ihren Standort an. Auf Nachfrage bei Wachleuten bekamen wir aber den richtigen Hinweis, vor der  Lagerhalle 2.06 stand noch eine junge Frau die genau so sauer auf SEUR war wie wir….sie telefonierte mit Lissabon weil die Lagerhalle geschlossen war.

Lissabon versicherte, das gleich Jemand kommen würde. Aus „gleich“ wurden 1,5 Stunden Warterei, irgendwann meinte die Frau, Lissabon hätte ihr gesagt, dass Jemand anwesend wäre…..aha, ich hatte gerade eine Wutmail an die DPD Zweigstelle abgesandt. Emily gab ebenfalls alles, sie bellte das Industriegebiet so dermaßen zusammen und Mathias hämmerte an der Lagertür. Aufeinmal öffnete sich eine Tür und uns wurde erklärt, dass  wir auf die andere Seite kommen sollten….FRECHHEIT, keine Schilder hatten darauf hingewiesen.

Mathias verschwand in der Lagerhalle und kam 20 Minuten später mit leeren Händen zurück, nein nicht ganz ….er hatte eine Telefonnummer von João, dem Fahrer des SEUR Wagens. Unser Paket befand sich immer noch in der Auslieferung. Mathias hatte mit dem Fahrer telefoniert, der SEUR Kollege im Lagerhaus hatte ebenfalls mit dem Fahrer gesprochen und ihm klar gemacht, dass es sich um ein Hotel namens Dona Ana Garden handelt…eh basta!!!! In einer Stunde wollte er am Hotel sein, wir auch….halsbrecherisch gings nach Lagos, wir hielten die Zeit ein. Wer allerdings nicht da war, war der SEUR LKW. Unser Hotelbesitzer rief nun ebenfalls nochmal bei João an und erklärte ihm ebenfalls den Standort des Hotels. João gab treudoof bekannt, dass er in einer Stunde da sein will, aha…die Sache mit der Stunde kam uns bekannt vor. Wir checkten erstmal ein und erfreuten uns an der schönen Anlage. Warum João allerdings bei zwei Zustellversuchen nicht am Dona Ana Garden war, blieb uns zunächst ein Rätsel. Unser Wirt beschwörte, dass SEUR in den letzten Tagen nicht angeklopft hätte.

Gerade als ich mir den Pool ansehen wollte, sahen wir einen Lieferwagen um die Ecke fahren und Mathias sprintete los……Diesmal waren wir erfolgreich, Emchens neues Schloss war endlich am Zielort und die kleine Empfängerin freute sich. Emily liebt Kennels, egal welcher Art.

Und nun kommt der eigentliche Hammer der Geschichte…es gibt mehrere Hotels/Pensionen mit dem Namen Dona Ana…es gibt Dona Ana Hotel, D.Ana Hotel, Dona Ana Beach Hotel usw.usw.usw. Der Fahrer erhält immer nur eine Liste wo er hinfahren soll…OHNE ADRESSE! Somit war er vermutlich bei allen anderen D.A. Hotels nur im Garden nicht! Als Mathias ihm sagte, dass der Blick aufs Paket geholfen hätte, war unser Pfiffikus João platt, soviel Intelligenz war ihm suspekt. Anbei unser Adressaufkleber….allet klar, oder???

Unseren Nachmittag verbrachten wir an unserem Hausstrand, der bereits zur Ponta da Piedade gehört und Mitglied der „best 10 beaches at Algarve“ ist…und natürlich heißt das gute Stück Praia Dona Ana !

Emily wurde an dem Strand mehr geliebt als nur geduldet. Wir waren im Wasser und  fanden die Temperaturen in Ordnung. Natürlich hat der Atlantik auch an diesem Teil der Algarve eine gute Portion Strömung und man muss schon nen bissel aufpassen aber die Aussicht ließ nun wirklich nicht zu wünschen übrig. Wenn man gen Osten blickte, konnten wir schon die Steinsäulen der Ponta da Piedade ausmachen.

Und genau dort zog es uns am späten Nachmittag hin. Unser Hotel liegt ja schon an der Ponta und mit nem Katzensprung waren wir an einem der Highlights der Algarve. Emily fand die Hinterlassenschaften von Hase und Igel interessant und schnüffelte sich über die Klippen  ( man muss schon Spaß am Kraxeln haben) und war in ihrem Element.

Wir genossen die Aussicht auf die Steinpyramiden und bizarren Formen die Wind, Meer und Jahrhunderte geschaffen hatten.

Da die Sonne mittlerweile lange Schatten warf, beschlossen wir an einem Vormittag nochmal wiederzukommen, zumal wir der nach Osten zugewandten Seite der Ponta noch keinen Blicken zugeworfen hatten. Eine Bootstour wollten wir ebenfalls unternehmen, also alles Gründe um nochmal zurückzukehren.

Mittlerweile knurrte uns der Magen und wir waren zu allen Schandtaten bereit, Wir hatten in Tavira gefrühstückt, dass war bereits 11Std. her und da ich Brot abgeschworen hatte ( das Zeug ist hier zwar lecker, eine derbe Landbrotvariante, hat aber ekliges Sodbrennpotential)  war es auch nicht so üppig gewesen.  Wir hatten ja nun so einiges an Informationen über die Algarve gesammelt und wußten von der letzten  Currywurst vor Amerika! So ein Dreckfrass und Tourinepp kam uns gerade richtig! Also ab zum Cabo Säo Vicente, dem südöstlichsten Punkt von Europa ( den östlichsten Punkt hält das Cabo da Roca). Die 30 Kilometer zogen sich, die Mägen knurrten, Mathias wurde schon ganz grummelig und dann waren wir am Kap und unser Blick galt nicht der Landschaft, sondern der Currywurst! 

Wir konnten keine Bude finden, die uns nen Phosphatschlauch verkauft hätte, alles dicht und zu und dabei tobte am Kap das Leben. Es finden sich immer zahlreiche Sonnenuntergangsliebhaber ein, die das letzte Licht in Europa zelebrieren.

Wir zogen also hungrig von dannen und fuhren nach Sagres, dem Surfer Nest an der Algarve. Dort waren zwei urige Restaurants offen und wir bestellten uns Suppe, Salat und Spaghetti. Dem Grunde nach fast unbezahlbar, doch hier spottbilig. Wir zogen, inkl. Getränke mit 28 € gesätigt und zufrieden  von dannen und waren am Ende happy, doch etwas Gesundes und nicht, pfui, so einen Drecksfrass zu uns genommen zu haben. Am Abend planten wir unseren nächsten Tag, wir wollten bei Carvoeiro in die Benagilhöhle….wir wollten hinein, nicht mit nem Boot vor der Höhle stehen. Dazu gibt es im Internet zwei Aussagen-schwimmen oder Kajak, wobei die Kajakvariante schwammig ist, weil Keine/r so richtig weiß, ob man diese auch tatsächlich so einfach in Benagil bekommt.   Klar war auch, dass wir die Strömungen  heute gesehen hatten, die Wellen waren auch nicht ohne und 100-200 m ( da streiten sich alle Berichte ein wenig) sind im Meer auch nicht gerade Planschbecken. Lange Rede, kurzer Sinn…es käme eh nur die Kajakvariante in Frage, da ja Emily mit sollte  und  musste da wir ja keine Schattenoption für sie gehabt hätten. Wir checkten den Tidekalender, Tiefwasser war um 10:36 Uhr und damit der beste Zeitpunkt um in die Höhle zu kommen. Von der Flut darf man nicht überrascht werden, das ist tödlich.

Ich hatte ne schlaflose Nacht und nahm mir fest vor, bei Emily zu bleiben, sofern wir hätten schwimmen müssen. Dann wäre Mathias alleine mit der Unterwasserknipse losgeschwommen.

1. Tag, Lagos:

Am Morgen entrümpelten wir unsere Taschen, packten nur das Notwendigste und eben auch nur nen schmalen Taler ein und machten  uns mit sehr leichten Gepäck auf den Weg nach Benagil. Es waren knapp 30km bis zum gleichnamigen Strand. Dort bekamen wir gegen 10:26 auch noch einen der wenigen Parkplätze und wussten zwei Minuten später auch warum! Die Welle waren einfach viel zu hoch ( trotz Ebbe)  und Keine/r von uns Beiden wäre freiwillig hineingegangen! Die Rettungsschwimmer wappneten sich für einen langen Tag, es war ne rote Ampel ( ja, es gab da Ampeln) geschaltet…schwimmen verboten, nix Höhle. Später sahen wir, wie ein Ausflugsboot einen Schwimmer zurückschickte.

Wer gerne wissen möchte wie das Ding von innen aussieht, schaut hier: http://www.geo.de/reisen/16717-rtkl-traumort-des-tages-zu-dieser-hoehle-sollten-sie-am-besten-schwimmen

Nun wollten wir die Höhle aber wenigstens von oben bewundern und fanden nach einigem Hin& Her auch den Weg zur Höhle und hatten als Nebenbeieffekt auch noch  nen traumhaften Blick auf Benagil.

Zunächst die Fotos von Benagil Beach:

Wir hatten aber noch weitere Asse für die Gegend im Ärmel wo wir ja nun schon mal in Carvoeiro waren. Der Ort liegt an der Steinalagarve, wir sind ja zur Zeit an der Ostalgarve verortet, und wo Steine versprochen werden, wollten wir auch welche sehen!

So zog es uns auf nach Algar Seco, nachdem wir mit viel Suchen ein Frühstücksplätzchen gefunden hatten. Frühstück ist nicht so des Portugiesen Ding und wir tun uns immer schwer, wenn wir aushäusig frühstücken müssen. Mit unseren Wurst,- u. Käsevorräten aus Porto und Õbidos ging es gerade bis „auf die Höhle“ nun musste was Richtiges  her. Frisch gestärkt suchten wir den Strand von Algar Seco. Wir waren am richtigen Ort, am richtigen Platz, die Koordinaten stimmten und die Beschreibung im Reiseführer auch.     ( durch nen Tunnel muss man laufen und viele Treppen hinunter)….nur nen Strand fanden wir nicht, dafür grandiose Ausblicke in einer bizarren Welt.

Da wir aber trotzdem ins kühle Nacht springen wollten zog es uns zur Praia Marinha, ebenfalls in den Top 10 der Algarve. Traumhafte Aussichten, bereits von oben, weckten unsere Erwartung von unten. Wir wurden nicht enttäuscht….der Strand ist toll und mit nem bissel Entdeckergeist und Kletterenthusiasmus kann man Algarve so richtig erleben.

Die Wellen waren auch hier nicht so ganz  ohne, ich ging nicht hinein ins Wasser und wurde dennoch von mehreren Wellen erwischt. Bei  unseren Kletteraktionen zwischen den Strandabschnitten, und durch die einsetzende Flut wurden diese dann auch noch unterbrochen und  man musste zwischen den Wellen zusehen, wie man zurück kommt.

Am späten Nachmittag ganmelten wir am Pool und fuhren zum Abendessen nach Lagos. Unser Hotel liegt ja außerhalb,  mittenmang von Bauruinen und Bettenburgen ( ja so ist es, leider)  und so wollte ich  mir nen Bild von Lagos machen….was für eine süße Stadt, die auf einem Sonntagabend recht wenig touristisch daher kam, weil auch hier die echten Portgiesen dem Sonntag fröhnen ( s. Bericht Porto). Das auch Lagos eine Partymeile mit besoffenen Britten aufweisen kann, bemerkte ich erst am nächsten Tag.  Wir suchten wie immer das bissel mehr portugiesischere als die Tourischuppen, und  wurden auch an einem Sonntag fündig! Galeas, berühmt für seine Cataplanas, nun war es endlich mal soweit….wir genossen Muscheln und Scampis satt….den Rest des Abends suchte ich bei Chefkoch nach dem passenden Rezept-bin fündig geworden.

2. Tag, Lagos:

Am nächsten Morgen frühstückten wir auf unserer Terasse, diesmal mit mehr Inhalt, wir waren in unserem Minimarkt einkaufen.

Da die Portgiesen späte Geister sind, trödelten wir uns durch den Morgen und waren erst gegen 10:00 Uhr an der Ponta da Piedade. Wir wollten eine Bootstour durch die Ponta machen und natürlich die Felsformationen nochmal im anderen Licht sehen. Zunächst schauten wir auf viele Steine, es war Ebbe…..die Boote hatten aber einen kleinen Kanal zum durchfahren. Es war Rummelplatzarmosphäre, viele Reisegruppen  stolperten durch die Klippenlandschaft. Wir gingen zunächst  zu unserem Kletterhotspot ( da trauten sich die Oldies nicht hin) und schauten ins tiefe Loch.

Wir liefen anschließend die knapp 300 m im den Bauch der Piedade und organisierten uns Tickets,  Zweibeiner jeweils 15€, Vierbeiner 5€…… Emily war total lieb auf dem Boot, sie trug wie wir ihre Schwimmweste und das deutsche Paar neben uns hatte seinen Spaß. Ehrlich gesagt, ich glaube viele Felsen haben die Zwei nicht gesehen, eher eine feuchte Hundenase lieben gelernt.Die Tour war großartig, die Uhrzeit für unsere Bootsfahrt war super gewählt.  Es tut mir fast schon leid, dass ich nochmals Bilder von der Ponta da Piedade hier reinsetze……..aber es ist soooo schön dort.

Auch unseren zweiten Hausstrand, neben Dona Ana können wir auch do Camilo zu Fuß erreichen, konnten  wir vom Boot sehen und bewundern.Das gab Vorfreude auf den Nachmittag-baden war geplant. 

Nachdem wir uns die 300 Stufen wieder nach oben gekämpft hatten ( Emily hatte Mathias als Tragetaxi) gab es erstmal eine Erfischung und nen kurzen Zwischenstop im Hotel, praktisch wenn man mitten im Ort des Geschehens wohnt. Das Hotel ist übrigens ein Tip vom Loose, wie wir nachmittags lesen durften. Wohl alles richtig gemacht,oder?

Obwohl wir in Laufdistanz zum Strand wohnten, sind wir dennoch die 500m mit dem Auto gefahren…..wir wollten dem Hund den Marsch in der Hitze nicht antun, zumal es ja wieder 300 Stufen nach unten geht. Do Camilo, wieder einer aus der Top 10 Liste  mit einem Doppelstrand ( Praia Mamilo). Wir verzogen uns hinter die Hauptbucht, mussten durch einen Felsentunnel gehen und waren dort sehr ungestört. Emily machte an diesem Tag ihren Fahrtenschwimmer, sie sprang nicht nur von allein ins tiefe Wasser sondern wagte sich mit Mathias auch sehr weit hinein. Ich alte Memme planschte wieder mal nur bis zur Hüfte….mir ist das Wasser nen bissel zu kalt.

Unser Teilstück ist nicht sichbtbar, wir waren hinter dem Felsen.

Wer sieht die Emily?!

Nachdem wir ausgiebig eingesandet und eingesalzen waren, gabs für Emily eine Schlummerstunde im Hotel ( die braucht sie, die Tage machen die Kleene fertig) und für uns nen Guinness mit schwarzen Holunder und London Pride in der Brittenbude neben unserem Hotel. Danach zog es uns nach Lagos, ich wollte doch wenigstens nen bissel die Stadt erkunden.

Lagos gilt als die stimmungsvollste Algarvenstadt und sicherlich haben die Reisefüher damit auch recht. Sie hat rd. 30.000 Einwohner und mindestens 3x soviel Touris. Bettenburgen gibts nur außerhalb, innerhalb der Alstadt aber nen Haufen Pubs, Kneipen und Restaurants sowie schlechten Tourinepp. Lagos ist die portugiesische Seefahrerstadt schlechthin, Heinrich der Seefahrer wurde 1419 Gouverneur der Algarve und in dessen Auftrag umgesegelte Gil Eanes  bereits 1443  das berüchtigte Kap Bojador. Ab diesem Zeitpunkt starteten die Karavellen von Lagos aus auf ihre Atlantikstreifzüge. König Sebastian kehrte nach einem erfolglosen Nordafrikafeldzug  nicht mehr zurück, Lagos war seit 1578 Hauptstadt der Algarve und mit dessen Ableben übernahm das spanische  Königshaus 60 Jahre, quasi in Personalunion, die Regierung. Bereits 1441 erlangte Lagos traurige Berühmtheit, als Antão Gonçalves das erste Mal westafrikanische Sklaven verkaufte, die nach Brasilien verschifft wurden. Heute kann man noch das Gebäude des Sklavenmarktes bewundern.

Das kleine Forta da Bandeira wurde 1680 zum Schutz vor Piraten errichtet, ein nicht geringerer als Sir Francis Drake hatte Lagos 100 Jahre zuvor Hops genommen. Wie alle anderen Städte an der Algarve war auch Lagos Opfer des Erdbebens von 1755, dem eine gewaltige Tsunamiwelle folgte.

Forta do Bandeira

Heinrich der Seefahrer

Igreça des São Sabastiaõ, innen soll sie gülden sein-man kommt aber nur über das Museum hinein und wir waren, wie immer,  zu spät dran.

Der Slavenmarkt

Und noch ein paar mehr Impressionen, auch des nächtens nochmal…

3.Tag, Lagos:

Unseren letzten Tag an der Algarve verbrachten wir mit rumschlunzen am Pool und Meer. Unser Hotelpool ist so einladend, dass man durchaus ein paar Stunden dort vertändeln kann. Da vormittags eh Ebbe herrscht ist man zeitlich auch ziemlich flexibel unterwegs.  Wir bekamen dort von einem netten Paar aus dem Kölner Raum einen Restauranttip für abends, er lebte 15 Jahre an der Algarve und kennt sich mit den „Geheimtips“ aus. Wir reservierten auf google portugiesisch und  drückten die Daumen.

Gegen 13:00 gings nochmal an den Strand, länger als drei Stunden hält es unser Hund in der Hitze eh nicht aus. Wir ließen die letzten Stunden an der Algarve Revue passieren, Emily badete im Sand und wir freuten uns diebisch, als wir unsere Reservierungsbestätigung  erhielten…..unser google portugiesisch hatte also ausgereicht.

Unser letztes Abendessen an der Algarve war nicht nur säuisch gut, sondern auch reichhaltig. Wir aßen Pulposalat, Dorade und gegrillten Tintenfisch und bezahlten nen Witz dafür …..meine Rede, man muss wissen wo die Einheimischen essen gehen.

Leider gehen hiermit auch unsere vier Tage in Lagos zu Ende. Morgen  fahren wir  nach Lissabon und schauen uns die schöne Stadt an. Für mich eine Wiederholungstat, ich war  bereits 2007 in der Stadt.

 

Portugal 2017, VI: Óbidos-Tavira-Manta Rota- Cacelo Velha-Olhão

Der Tag, an dem wir Porto verließen war neblig und kühl und das Wetter blieb uns auch auf rd 300km der Gesamstrecke (603km) hold. Wir hatten einen Zwischenstop in Óbidos geplant, der Ort ist uns auf der Hintour nach Porto, auf der Autobahn ins Auge gestochen. Klein und malerisch auf einem Berg gelegen und mit einer dicken Festungsmauer drumherum!

Dafür ließen wir Coimbra platzen, auch weil uns klar geworden war, dass wir niemals einer Großstadt in zwei Stunden hätten gerecht werden können.

Der traumhafte Blick auf Óbidos verhinderte das Wetter, 18 Grad standen auf dem Thermometer, zwischendurch tröpfelte es sogar ein wenig. Es wird Herbst im Norden Portugals.

Das auch alle Reiseagenturen ( ich hasse Reisegruppen) diesen Ort als Pausenstop nutzen, erfuhren wir erst als wie Poloinho auf dem großen Parkplatz vor dem Stadttor in seine Pausenposition zwangen. Achherrjee, viel Siberhaar auf französisch und spanisch und noch viel mehr hektische Japaner und Chinesen zogen in Schwärmen durch die mittelalterliche Stadt.

Óbidos liegt wie ein Adlerhorst mit seinen 3000 Einwohnern auf einer felsigen Anhöhe, oberhalb des Rio Vargem. Im 12 Jh lag die Stadt sogar noch am Meer, doch wie in Aveiro versandete die Lagoa de Óbidos. 1138 verjagte auch hier Alfonso Henriques ( siehe auch Bericht zu Guimarães) die Mauren und König Diniz schenkte seiner Frau Isabel 1282 einfach mal die gesamte Stadt. Óbidos blieb bis 1833 der persönliche Besitz  der jeweiligen portugiesischen Königin ( Casa das Rainhas). Inwieweit die Einwohner mit zum Besitztum gehörten, konnte ich leider nicht klären.

Die ringartige Festungsmauer ist vollkommen intakt, Óbidos hat den Status des nationalen Denkmalschutzes. Vor der Stadt gilt es ein fast unzerstörtes Aquädukt aus der Römerzeit zu bewundern, fantastisch das die damalige Zeit an Bauwerke zauberte……ich könnte jetzt den BER ins Boot holen, mache ich an dieser Stelle mal nicht ;0)!

Wir eroberten die Stadt über das Stadttor in der Mauer und waren erstmal platt. Formvollendete Azulejokunst begrüßte uns.

Zusammen mit anderen Heerscharen versuchten wir jeweils die ruhigsten Straßen des Ortes für uns zu entdecken.


Da wir auch tatsächlich Pause machen wollten und Jede/r ein stilles Örtchen brauchte, verzog es uns sehr schnell in ein kleines und leeres Restaurant. Nachdem wir den ersten Tisch besetzt hatten, war es in Null komma Nichts proppenvoll, das nennt man Werbung machen.

Das Essen war ok, die Preise hatten im Vergleich zum  Norden  bereits angezogen. Wie sehr diese anziehen können, erfuhren wir allerdings erst an der Algarve.

Nach dem Essen schlenderten wir die Hauptstraße entlang, die zugerümpelt war mit allerlei Andenken-Souvenier-Suffshops….der lokale Ginhinja soll besser sein als der weiter im Süden  bekannte Ginja ( siehe Sintra). Gott sei Dank sahen wir auf einmal einen Abzweig mit dem Hinweis Miradouro….oh ja, auf Aussicht hatten wir richtig Bock und schwupps standen wir auf der Festungsmauer und liefen ungefährt 3/4 auf dieser herum. Der Hund hatte Spass und wir unsere Ruhe und fantastische Aussichten auf diese bezaubernde Stadt. Bis auf ein paar Backpacker und Alleinreisende war Niemand mehr hier oben anzutreffen.


Mit diesem wunderbaren Erlebnis im Rücken fuhren wir weiter gen Süden und Wärme. Das  Thermometer stieg, irgendwann hatten wir 32 Grad Außentemperatur und dann kam auch das Schild ALGARVE. Unser Weg führte uns zunächst an die Sandalgarve, also ab Faro Richting Westen zur spanischen Grenze. Unser ersten Ziel sollte Tavira werden, ein bezaubernder Ort rd 45 km von der spanischen Grenze entfernt.

Wir wohnten außerhalb von Tavira auf einer Quinta mit einem Pool, neue Zimmer und Frühstûck inkl.  Dazu eine eigene Terasse und Blick in den Olivenhain.

Emily sprang das erste Mal komplett und ohne Aufforderung und OHNE Schwimmweste alleine ins tiefe Wasser,  wir  haben wirklich ne Wasserratte. Die Anlage ist ein Traum, schön das wir hier drei Nächte haben.

Wir fuhren gegen 19:00 Uhr nach Tavira und genossen noch das letztes Tageslicht um uns ein Bild von der hübschen Stadt  zu machen. Tavira war einst die Hauptstadt der Algarve und diente drei portugiesischen Königen als Residenz. Aber auch hier ging der Glanz mit dem Erdbeben und dem Tsunami von 1755 unter. Tavira war Hochburg des Thunfischfangs und im Ortskern selbst, kann man noch viele Patrizierpaläste aus diesen Hochzeiten bewundern. Viele jüdische Siedler machten  Tavira zu ihrer Heimat, wurden allerdings vertrieben. Ebenfalls die Mauren waren aktiv, auf den alten Moscheen wurden Kirchen errichtet, so dass bis auf Ortname  und sicherlich die Azulejokunst das einzige Merkmal der Marrokaner im heutigen Portugal noch sind. Vor Tavira liegt die Ria Famosa, ein Naturschutzgebiet, 60qkm und Lebensraum vieler Tierarten vorallem Schalentiere und Fische als auch Vögel. In der Ria liegen auch die Strände von Tavira nämliche die Ilha de Tavira  und Cabanos de Tavira.  An unserem ersten Abend machten wir einen kurzen Abstecher zur Kirche Santa Maria do Castelo die ebenfalls auf den Resten einer Moschee errichtet worden ist. Wir bewunderten ebenfalls die Matkthalle und die römische Brücke und schon war es zappenduster.

Tavira ist nicht überrestauriert, noch gibt es grässliche Hotelbunker in der Innenstadt. Es sind viele Häuser verfallen und was uns besonders gut gefallen hat, Tavira gehört noch den Einwohnern. Nicht jeder Laden ist vollgestopft mit Souvenierkrimskram oder dröhnt Musik aus den Läden ( Aveiro oder Óbidos sind da viel schlimmere Beispiele) . Die Restaurantszene ist sehr gut, viele Gastwirte stellen einfach ein paar Tische in die engen Straßen. Alles in Allem wirkt der Ort gemütlich und einladend, vor Allem weil die Hotels außerhalb der Stadt liegen. An diesem ersten Abend gab es Pulposalat und Muscheln, sowie Bacalhau für Mathias. Die Preise liegen fast doppelt so hoch wie im restlichen Portugal, meine Muscheln kamen in Porto 6€, hier wurden 13€ aufgerufen…..das zwingt uns zum Umdenken.  Schuld werden wohl die Touris und die Nähe zu Spanien sein, insgesamt ist ja Portugal ein sehr günstiges Reiseziel.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf nach Cabanas de Tavira, quasi die Hütten von Tavira. Cabanas liegt in Richtung Spanien, 10 km von Tavira entfernt und ist ein Ort des Massentourismus.Leider endete unser Ausflug wie wir es schon bereits vermutet hatten, Emily darf nicht in die Ria Formosa, die  vorgelagerten Strände sind also tabu für uns. Somit brauchen wir es morgen auf der Ilha Tavira erst gar nicht versuchen….der Bootsmensch war uns aber wohlgesonnen und gab uns den heißen Tip mit Manta Rota und Cacela Velha.  Dort sind kilometerlange Strände und Hunde auch erlaubt. Da wir eh am Nachmittag nach Cacela Velha wollten, kam uns der Tip sehr gelegen. Manta Rota ist ebenfalls ein Ferienort mit vielen Apartmenthäusern und einiger Infrastruktur. Das Wichtigste aber…….wir waren endlich an der Sandalgarve.

Hoer noch der Blick von Cabanas auf die Ria Formosa

Und hier ein paar Impressionen vom Traumstrand, Emily lief dort ohne Leine umher, wühlte sich bis USA und schluckte immens viel Salzwasser in den Wellen- da blieb mir manches Mal das Herz stehen.so sieht man aus, wenn der Sand in den Augen beisst!

Nach drei Stunden hatte der Hund und unsere Haut genug von der Sonne und wir fuhren, wie angekündigt, nach Castelo Velha. Ein Ort der in jedem Reiseführer drin steht, obwohl nur 50 Menschen dauerhaft dort wohnen. Castelo ist ein portugiesisches Musterdorf, welches oft zu Werbezwecken und Filme herhalten muss.Es liegt am Ende der Ria Formosa und bietet tolle Blicke aufs Meer, eine verfallene Festung und viel, viel Atmosphäre.

Abends erkundeten wir wieder Tavira und verliebten uns immer mehr in dieses schöne Städtchen. Angesichts der lauen Sommertemperaturen am Abend ist es höchstwarscheinlich, dass wir nochmal zurückkommen werden. Flugziele im Oktober sind eben in Europa doch recht rar gesät.

Anbei ein paar Eindrücke aus Tavira:

Wir wurden auch an diesem Abend  mit lecker Fisch 🐟 verwöhnt und erstaunlicher Weise kam dieser auch nur 10€.

Unser letzter Tag in Tavira begann mit ein wenig Sightseeing wurde so gar nicht unser Tag, aber auch mit  solchen Tagen muss man leben….

Wir wollten nach Olhão und uns dort die  Altstadt und den Fischmarkt ansehen. Das Städtchen ist für seine maurische Architektur berühmt, die Häuser sind kubisch gebaut und haben wohl noch so allerlei marokkanischen Schnickschnack, den wir aber später vergebens suchten.  Außerdem ist der Fischmarkt sehenswert, die Stadt lebt bis heute noch vom Fischmarkt und der Sardinenproduktion.

Schon beim Frühstück bekam ich schlechte Laune, als ich sah, dass ein Hundehaufen sich auf dem schönen Rasen vor dem Pool seinen Gährungsplatz gesucht hatte. Wir haben seit gestern weitaus mehr Viecher auf dem Gelände und ich habe keine Lust evtl. für „Vergehen“ anderer Hunde angezählt zu werden. Es ist so schon schwer genug Hotels zu finden, in dem Hundis erlaubt sind, da sollte doch jeder Besitzer ein Interesse daran haben, dass die wenigen Hotels  auch weiterhin Spass an den Vierbeinern haben.

Auf unserem Weg nach Olhão kam uns eine kleine Katze von rechts, Mathias versuchte dem Tiger auszuweichen, es krachte dennoch ziemlich gewaltig, wir hatten sie erwischt. Mit Blick in den Rückspiegel lag das Tierchen, wir konnten nicht anhalten., der Verkehr war zu stark, die Stimmung war dahin. Auf dem Rückweg suchten wir den Kadaver, konnten diesen aber nicht entdecken. Es war ein junges Kätzchen gewesen, ich hoffe heute  Abend wartet Niemand verzweifelt auf die Heimkehr des kleinen Stubentigers !!!

In  Olhão schlenderten wir zunächt über den Fischmarkt und versuchten wieder gute Laune zu bekommen. Dieser war schon recht beeindruckend, wir sahen Fischsorten die man nicht an jeder Ecke sieht. 

Nach dem Besuch schlenderten wir ziemlich lustlos durch den Ort und suchten die maurische Architektur. Überzeugt Euch selbst, ist das nun maurisch, portugiesisch, andalusisch oder einfach ein Mix wie überall an der Algarve? Ich habe schon nen bissel Essaouira wiedererkannt….aber die Stadt war schließlich portugiesisch und hieß Mogador 😂.

Im Anschluß an unseren Bummel wollten wir in der Nähe der Fischhalle lecker Muscheln essen und scheiterten kläglich. Die Dame im Restaurant beteuerte, dass die keine Muscheln und Scampis hätte- hinter ihr war die Fischhalle!  Wer mit uns keine Geschäfte machen will, benötigt unser Geld nicht.

Ich will noch auf die Streetart in Olhão hinweisen, viele Ruinen und alte Häuser werden verschönert, es gibt einige beeindruckende Werke.

Unseren Nachmittag verbrachten wir wieder in Manta Rota. Es waren wiederum Hunde am Strand die herumtollten. Emily budelte eifrig Löcher und besuchte den einen oder anderen Gast und suchte neue Freunde. Es musste natürlich passieren, was passieren musste. Eine verzickte Deutsche brüllte unseren Hund an und wünschte Emily den Tod…O-Ton “ Dich müsste man totmachen!“ Oha…eine der ganz netten Zeitgenossinnen. Nachdem Sie bemerkt hatte, dass ich sie sehr wohl verstanden hatte, verzog sie sich mit ihrer Hipsterfresse…..mein Vorschlag war, sie sollte besser nicht in der Nebensaison nach Portugal, da durchaus Hunde am Strand erlaubt sind. Bezeichnend dass die einzige negative Äußerung zu unserem Hund von einer Deutschen kam, wir sind wirklich ein mehr als merkwürdiges Volk.

Wir waren auf jeden Fall angefressen und es  kam noch besser. Gegen 18:00 fing Mathias an, mal dem Paket mit Emilys Transportschlösschen hinterher zu fahnden. Lieferung sollte heute im Hotel in Lagos sein. Amazon erklärte uns, dass bereits gestern ein Versuch der Zustellung gewesen wäre…aha….warum konnte nicht zugestellt werden? Unser Mensch an der Rezeption gab sich alle Mühe und rief in Lagos an. Die taten ziemlich dumm, sagten uns aber, dass heute keine Lieferung gekommen wäre. Warum allerdings gestern Keiner das Paket entgegengenommen hat, wußte die Angerufene leider auch nicht. Unser Rezeptioni machte den Vorschlag, dass wir das  Paket doch einfach selbst in Faro abholen könnten. Leider konnte er Niemanden bei Seur alias DPD erreichen um einen weiteren Zustellungsversuch zu verhindern.

Wir  fuhren  um zehn vor sieben nach  Tavira. Unsere Reservierung war um sieben…..es war eine Punktlandung, wenigstens diese hatte funktioniert. Das Essen war super, es gab Oktopus, Muscheln und Dorade…..alles das was uns die Tante in Olhão nicht kredenzen wollte.

Unseren Abend im Hotel verbrachten wir mit Emilys Transportbox und der weiteren Planung. Das Ganze natürlich auf portugiesisch.Seur hatte bereits  mehrfach geschrieben, die Adresse wäre falsch, der Name sowieso und erreicht hätten sie auch Niemanden. Also eine talentfreie Angelegenheit zwischen unserem Hotel in Lagos und Seur….Adresse, Name etc. stimmten überein. Wir entschieden dann, dass Paket selbst abzuholen, nun muss es nur noch im Hauptlager wieder ankommen und das bis Mittwoch.

Es gibt einfach Tage die man besser vergessen sollte! Ich hoffe das Kätzchen ist im Katzenhimmel, umringt von zweiundsiebzig Mäusen und Katzengras ohne Ende.

Morgen fahren wir an die Felsenalgarve….wir sind gespannt. Drûckt die Daumen, dass wir an Emilys Kennel kommen.

 

 

 

 

Portugal 2017, V: Braga und Guimarães

Unseren zweiten Tag in Porto nutzen wir für einen Tagesausflug in die nähere Umgebung. Näher bedeutet in diesem Fall 47 km bis Braga, von dort rd. 14 km nach Guimarães und dann wieder zurück nach Porto. Zwei meiner drei Reiseführer schreiben, dass man beide Städte  besser nicht an einem Tag besuchen sollte, die Zeit würde nicht reichen. Keine Frage, wir versuchten des dennoch, wir hatten schließlich nur diesen einen Tag.

Frühstück gab es bereits um acht Uhr und schwupps standen wir im Berufsverkehr von Porto, der uns bestimmt 20 Minuten kostete. Unser erstes Ziel war die Wallfahrtskirche Bom Jesus, fünf Kilometer außerhalb von Braga. Diese Kirche wurde zum UNESCO Weltkulturerbe gekürt und ist wirklich sehenswert,  fanden übrigens auch die vier Reisebusse, die mit uns die Treppe zum Gotteshaus erklommen.

Das Licht war leider nicht dolle, das Gesamtkunstwerk lag im Gegenlicht. Ich bitte die Bilderqualität zu entschuldigen,  ich hoffe meine Spiegelreflex konnte mehr als die hier gezeigten Canon Fotos.

Wie dem auch sei, die Kirche wurde 1722 vom damaligen Erzbischof  von Braga gebaut und gilt als prächtigste Wallfahrtskirche des Landes. Der komplette Name ist Bom Jesus de Monte.

Manche Pilger erklimmen die Stufen auf den Knien, ein Erlebnis welches wir gerne ausließen. Im Inneren der Kirche fand gerade eine Messe statt, somit kamen wir nicht mal in den Genuss den Altar in seiner Pracht zu bewundern. Was uns wirklich gut gefallen hat, war der kulissenhafte Aufbau in 3D…..das war doch mal was komplett Anderes. 

Nachdem wir auch die schöne Aussicht auf Braga genossen hatten, machten wir uns auf  zu einem kurzen Stop in genau diese süße Stadt.

Braga wird auch als das Roms Portugal bezeichnet. Hier liegt das katholische Herz des Landes, die Reconquista hatten die Stadt als religiöse Hauptstadt Portugals erkoren. 

In Braga kann auch die älteste Kathedrale, die Sé , bewundert werden, die bereits seit dem 11.Jh erweitert und ergänzt wurde. Von der frühchristlichen Kirche, die noch vor der Zeit der Kathedrale dort stand, will ich gar nicht sprechen. Die Kathedrale ist ein Stilmix und vermutlich deshalb ziemlich  beeindruckend, wobei ich gerade kirchenmüde werde und genau weiß, dass ich mir in den nächsten zehn Tagen die Kirchen mehr von außen betrachten werde.

Nachdem wir einen  Snack im ehrwürdigen Café Brasileiro eingenommen und die Bragaer High Society beim Austausch von Klatsch und Tratsch bewundert hatten, machten wir uns wieder auf den Weg zu Poloinho, Guimaräes wartete mit seinen Sehenswürdigkeiten auf uns.

Ehrwürdig wurden wir vom Porta Nova, dem neuen Stadttor aus Braga verabschiedet.

Die 14 km bis Guimarães nutzte Emily um sich von den Strapazen zu erholen, wir suchten die sinnigste Methode um in die Stadt zu kommen, die übrigens autofrei ist. Wir fanden diese in Form eines Parkplatzes am Castelo de Guimarães von 960n Chr. Uns wurden 2€ abgeschwatzt, damit konnten wir aber vor unliebsamen Überraschungen sicher sein.

Im Castelo liegt die Wiege Portugals, hier wurde die Nation geboren. 1096 mach Heinrich von Burgund die Burg zum Stammsitz seiner Grafschaft Portucale, in der 1109 sein Sohn Alfonso  Henriques geboren wurde. Dieser musste in 1128  gegen seine eigene Mutter kämpfen , die ihren Geliebten auf dem Thron von Portucale sehen wollte. Im Jahr 1139 bekämpfte Alfonso siegfreich die Mauren  und rief sich als  erster König des neuen Königreichs Portugal aus. Guimarães wurde erste Hautpstadt des Landes. An dieses Ereignis erinnert eine Inschrift an der Stadtmauer, die besagt hier wurde Portugal 🇵🇹 geboren!

Aber auch das Castell macht ne super Figur, auch wenn wir auf einen Besuch verzichteten.

In meinem Reiseführer war ein netter  Rundgang durch Guimaräes beschrieben, den wir in glutheißer  Mittagshitze auch in Angriff nahmen. Emily schmissen wir vorher in einen der vielen Brunnen, damit wenigstens sie ein wenig erfrischt war. 

Guimarães überraschte uns mit einer wunderschöen, in sich geschlossenen Altsadt, die seit dem 15 Jh. kaum Veränderungen über sich ergehen lassen musste. Kleine Altstadtplätze mit vielen Restaurants laden zum Verweilen ein. Das Herz der Stadt ist der Praça de Santiago mit seinen bezaubernden Gassen.Wir erkundeten auch noch den Lago da Oliveira und die Kirche Saõ Francisco aus der Ferne.

Nachdem wir auch die “ Neustadt“ und das Rathaus bewundert hatten, machten wir uns auf den Weg zurück  nach Porto. Uns war es zu warm, wir hatten aber für unsere Begriffe ein wenig Duft der beiden Städte gerochen und uns ein Bild von der weltlichen als auch reilgiösen Wiege dieses so schönen Landes gemacht. Gegen 17:00 Uhr waren wir wieder in Porto und ruhten uns zunächst mal ausgiebig aus ,ehe wir nochmals zum Essen ausschwärmten. Emily ließen wir übrigens im Hotelzimmer, daran hat sie sich gewöhnt und ist ganz lieb und ruhig.

Übrigens, so sieht momentan das Platzverhältnis bei uns im Bett aus 20-80-20!!!

 

 

 

Portugal 2017, IV: Porto

Porto hab ich mir zurückgeholt! Nachdem ich im Herbst 2015 nicht mit meiner Truppe “ Metropole im Herbst“ mitfliegen konnte, weil mich die Grippe erwischt hatte, habe ich es nun endlich geschafft. PORTO, was für eine Stadt.

Wir wohnten zwar gut zwei Kilometer von der Altstadt entfernt, hatten dort aber den Vorteil, dass es viele nichttouristische Restaurants gab, und unser Hotel sicherlich preiswerter war als in der Altstadt. Wir hatten das Haus aufgrund des Gartens für Emily ausgesucht, leider wohnte nebenan ein beißwütiger Fiffi, mit dem nicht gut Kirschen essen war. Er unterlag nicht Emilys Charme und die Kleene stolzierte ab dem Moment immer nur angstvoll zwischen unseren Beinen ins Haus. Da die Promenandenmischung wußte, wie man über die Mauer kommt, blieb der Garten für unsere Reisebegleitung tabu.

Die Gegend war außerdem arm, richtig arm…zum Teil waren die Häuser zwar restauriert, wir schauten dennoch auf viele Ruinen und wurden wieder daran erinnert, das Porto das ehemalige Armenhaus Portugals gewesen ist.

Unser Hotel, ein restaurierter kleiner Palazzo strömte Vintage aus, das Linoleum aus den 50ern, das viele Gold und die schweren Möbel begeisterten ab der ersten Minute. Da spielte es kaum eine Rolle, dass auch hier das Bett nur 1,20m hatte.

Am ersten Abend fanden wir einen kleinen Portugiesen, der authentische Küche zu sehr angemessenen Preisen anbot. Wir kehrten in den Vier Tagen immer wieder dort ein, sofern es nicht ein Sonntag war.

Porto, 01.10.2017, Tag 1: Unser erster Tag in Porto bestand nen Stück weit aus Power Sightseeing. Wir liefen zunächst zum Rathaus, bewunderten  die Avenida do Aliados, Portos Prachtstraße mit Jugendstilhäuser und alle super restauriert. Das Wetter spielte fabelhaft mit, spätsommerlich verwöhnte uns Klärchen mit Sonne und Wärme.

Danach verschlug es uns zum Bahnhof São Bento,ein Meisterwerk der Azulejo Kunst. Er wurde 1916 eröffnet, vorher stand hier ein Kloster.

Wir liefen zur Iglesia dos Clérigos, erklommem allerdings nicht den 70 m hohen Turm sondern bewunderten die Kirche nur im Inneren.

Anschließend gab es den ersten Bacalhau in Form einer Fischkrokette mit Käse gefüllt und den ersten weißen Port, sehr lecker. Auch die Form des Servierens gefiel uns außergewöhnlich gut, wann bekommt man schließlich sein Essen auf einer Malerpalette?

Im Anschluß versuchten wir in die berühmte Livaria Lello ( Bücherei mit imposanter Freitreppe)  zu gelangen. Die Schlangen gingen allerdings bis 200m außerhalb der Bücherei und da wir uns ja zweimal hätten anstellen müssen ( wegen Emchen) , verzichteten wir ganz darauf. Wir schlenderten in Richtung Ribeira und bewunderten die schönen alten Häuser. 

Portugal ist berühmt für seine Korkeichen, überall kann man Taschen, Gürtel und ähnlichen SchnickSchnack kaufen. Auf dem Weg nach Ribeira kamen wir durch eine Korkeichenallee und bewunderten die bizarren Bäume.

In Ribeira tobte das Leben, es war Sonntag und nicht nur Ryanair Touris all over Europe machten die Gegend am Douro unsicher. Porto ist „in“ geworden, die malerischen Viertel und die schöne Lage am Fluss machen die Stadt unverwechselbar. Die Sicht auf das gegenüberliegende Ufer von Gaia war nen bissel flirrig, dennoch wirkte die Szenerie wie aus einer anderen Zeit. Die Rabelos ( Port Boote) die Werbung für eine der zahlreichen Kellereien machten und die niedrigen Häuser ließen die andere Seite des Douro sehr alt und authentisch wirken.

Wir beschlossen über die Ponte Dom Luis I zu marschieren um das geniale Licht auf Ribeiro auszunutzen. Die Brücke wurde von einem Schülers Gustave Eiffels gebaut ( Théofile Seyrig) und dauerte fünf Jahre, von 1881-1886.

Der Blick auf Porto war grandios, wir genossen bei einem wunderbaren Mittagessen,  in einen der Uferrestaurants ( nicht überteuert) den Blick auf Ribeira.

Am späten  Nachmittag besuchte ich die sagenhafte Igreja de São Francisco, Mathias und Emchen warteten brav davor. Die Kirche ist auch als die Goldkirche bekannt, Bilder sind leider im Inneren nicht erlaubt…..Ich kann allerdings bestätigen, dass die Ausstattung der Kirche sagenhaft ist, auch wenn ich ja bekanntermaßen keine Kirchengängerin bin.

In den Katakomben darf fotografiert werden, morbide Stimmung, die insbesondere bei vier japanischen Mädchen, die mit mir da unten waren Grusel verursachten. Die jungen Hühner kicherten sich durch die Katakomben, sie hielten sich an den Händen und ich griente mir eins.

Unser Sightseeing Tag endete gegen 18:00 Uhr mit einer total übermüdeten Emily, die 16km Fussmarsch bei 28 Grad hingen ihr  in den kurzen Beinchen. Der Heimweg war ein ewiges Geziehe und gutes Zureden. Da halfen auch die Streicheleinheiten von lieben Portugiesen, US Amerikaner oder Briten wenig….sie war einfach im A…….

Die zweite Ernüchterung folgte, als sich der kleine Hunger einstellte….auf einem Sonntag um 20:00 Uhr hat die Gastronomieszenerie außerhalb der Touriecken Totentanz. Der gute katholische Gastronom fröhnt den heiligen Sonntag. Wir latschten nochmals zwei Kilometer in unserem Dunstkreis ( ohne Emily, sie schlummerte mit neuem Kuschelviech auf unserem Bett) und fanden uns schlußendlich in der Eisdiele gegenüber unseres Hotels wieder. Neben Eis gabs auch Salate, wir waren gerettet.

Porto 2 Tag, ich verweise auf den Bericht zu Braga und Guimarães:

Portugal 2017, V: Braga und Guimarães

Porto 3. Tag: Wir ließen es ruhig angehen, geschlafen bis 08:15 Uhr und ein gemütliches Frühstück im goldenen Salon eingenommen. Der Tag stand heute unter kulinarische Erlebnisse. Wir erwanderten uns den einen oder anderen schönen Laden und genossen die reginalen Köstlichkeiten.

Zunächst liefen wir Richtung Ribeira und standen ungeplant vor der Kathedrale von Porto die im 12 Jh gebaut wurde und Ausgangspunkt für den Camião de Santiago ist. Wir sahen viele Pilger in Wanderkluft die sich auf den Weg nach Santiago de Compostela machen. 

Die Kirche hat mir im Inneren nicht  gefallen, deshalb auch keine Fotos. Wir liefen im Anschluß nochmal zur Ponte Dom Luis I und erwanderten diese auf der S-Bahn Spur, also ganz oben. Die Sicht  war nochmal besser als eine Etage weiter unten, leider war es heute insgesamt etwas neblig.

Von der Brücke sieht man auch ein wenig mehr von den Ecken, die nicht so restauriert und schick wirken wie Ribeira. In den Häusern möchte man über den kalten und klammen Winter nicht mal nachdenken.

Später saßen wir relaxt in Ribeira am Hafen und überlegten uns das restliche Programm. Auf die Bootsfahrt auf dem Douro verzichteten wir, 25€ für nen Stunde war uns zu happig. Wir entschlossen uns zum Mercado do Bolhao zu schlendern, in dem Viertel ein wenig zu schaufensterln und den einen oder anderen Port sowie Käse zu kosten. Wir fanden süße Geschäfte die ebenfalls an eine andere Zeit erinnerten und entspannten tatsächlich bei dem einen oder anderen Gläschen.

Anbei ein paar Impressionen unserer schönsten Geschäftsausbeute…..der Schinken aus dem Wurst-,u. Käseladen ist ebenfalls ein echter Leckerbissen.

Essen und trinken macht müde, Emily schlich sowieso schon hinter den Zweibeinern hinterher. Wir schlürften zurück zum Hotel und legten uns erstmal ne Runde zur Siesta, ja wirklich!

Gegen15:30 Uhr machten die Zweibeiner sich auf den Weg zu Taylor’s und schauten sich den Portweinkeller inkl. Verkostung an…..wie gesagt, dieser Tag war kulinarisch.

Wir waren hochbegeistert von der Führung die irre informativ war. Taylor’s gehört nicht zu den Billigports, die günstigste Flasche kommt 9€ und geht hoch bis 300€. Die Weinkellerei und die dazugehörigen Quintas gibt es seit 1692, der Betrieb hat wahrlich viele Höhen und Tiefen erlebt.

Nach der Führung verkosteten wir  zwei verschiedene Sorten, die allerdings so sehr in den Kopf gingen, dass wir schnell Brot  und Knabberzeug zufüttern mussten, wir wären sonst nicht mehr von Vila Nova do Gaia nach Porto zurückgekommem.

Auch an unserem letzten Tag in Porto gingen wir in das kleine gemütliche Familienrestaurant mit nachbarschaftlichem Anschluss. Mit Muscheln und Fisch ließen wir die Tage im Norden von Portugal ausklingen. Wir freuen uns mittlerweile sehr auf die Algarve.

 

 

 

Portugal 2017, III: Sitio & Aveiro

Portugiesen sind Spätaufsteher, es war uns nicht möglich um 8:30 Uhr nen Frühstück zu kaschen, geschweige denn wenigstens nen Käffchen zu bekommen.  Demzufolge packten wir Poloinho und fuhren zunächst nach Sitio, dem Urnest vor Nazaré. Unsere Entscheidung am gestrigen Tag den Leuchtturm auszulassen, war goldrichtig gewesen. Zumindest schien heute die Sonne und der Nebel hatte sich so gut wie in Luft aufgelöst. Begrüßt wurden wir von folgendem Schild.

Die Wellen waren hoch aber noch weit weg von spektakulär. Wir kn iffen uns den Leuchtturm und erkundeten den Ort.

Die Geschichte mit dem Fischerjungen und der Jungfrau hatte ich ja schon in meinem Bericht zu Nazaré beschrieben, an der Stelle wo er angeblich von Maria gewarnt wurde, steht heute ein kleines Kirchlein mit schönen Azulejo Kacheln und von dort hat man einen grandiosen Ausblick auf Nazaré.

Das Kirchlein Ermida de Memoria, man beachte die schönen Fliesen 

Sitio hat auch noch einen schönen Palast, der überproportional zum Rest des Ortes ausfällt. Eine Geschichte zum Palast hat mir keiner der drei Reiseführer ausgespuckt, ich fahnde weiter..

Unser Frühstück in Sitio war karg, ein überzuckerter Cappuchino  ein halbes Croissant und eine überforderte Kellnerin. Wir fuhren gen Aveiro und hielten unterwegs an einem Supermarkt an um danach Chips und Coke Zero zu futtern….oh was für eine Ernährungslage!!!!

Gegen Mittag kamen wir im Venedig Portugals an, 60km vor Porto liegt Aveiro. Die Studentenstadt, mit rd. 50.000 Einwohner, lebte im 16 Jh. vom Fischfang und der Salzgewinnung, bis durch einen Sturm der Zugang zum Meer versandete und die Stadt in die Bedeutungslosigkeit verfiel.  Es blieben noch 3-4 Kanäle und einige sehr schöne Häuser zurück, die an den ehemaligen Glanz erinnern. Die Stadt hat sich berappelt, die Universität genießt einen guten Ruf, von Venedig ist Aveiro aber weit entfernt.

Neben den Kanälen hat die Stadt noch eine kleine Besonderheit zu bieten, Ovos Moles de Aveiro….ein Süßigkeit die Nonnen entwickelt haben. Hierbei handelt es sich um Eigelb mit Zucker und einer Ummantelung. Interessant aber dennoch gewöhnungsbedürftig. Übrigens, mit dem Eiweiß haben die Gottesdienerinnen ihre Häubchen gestärkt.

Natürlich wollten wir auch aufs Wasser und machten nach unserem Mittagessen ( Salat) eine kurze Bootstour mit. 

Aveiro hat auch einen vorgelagerten Strand, der ziemlich beeindruckend ist. Der Ort bezaubert mit nordischer Atmosphäre und gilt als schönstes Dorf der Region.

Wahrzeichen sind die buntgestreiften Häuser an der Lagunen-promenade. Man meint man ist in Dänemark.

Der Strand ist weit, goldgelb und hat die Wellen, die wir in Nazaré vermisst haben.

Nach weiteren 60 km erreichten wir Porto und suchten uns unseren Weg zum Hotel. Ein zauberhaft altes Haus erwartete uns für die nächsten vier Nächte.