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Namibia 2021, XII: CCF & Windhoek

Unsere vorletzte Nacht in NAM war unheimlich, irgendwann schreckten Mathias und ich hoch ( muss gegen 2:00 Uhr gewesen sein) und vermuteten die Hyänen bereits bei uns im Bett…..die waren so extrem laut, das Lachen und Kichern war wie aus einem schlechten Horrorfilm!

Um 6:30 Uhr klingelte der Wecker, wir mussten früh los, bis zum CCF waren es 144km, was das in NAM heißt, wussten wir nach über drei Wochen im Land. Als wir aus dem Haus traten, traf mich ein kleiner Schock…..ein Mäuschen war des nächtens bei uns im Tauchbecken ertrunken. Können Mause so laut schreien???? Wenn ja, tut es mir unendlich in der Seele leid, wir hätten sie retten können!

Nach einem schnellen Frühstück machten wir uns auf den Weg, fuhren am NWR Campingplatz vorbei und befanden uns bald auf gerader Route nach Otjiwarongo, einer mehr als aufgeräumten Stadt mit großen ( noch) deutschen Einflüssen.  Unterwegs verabschiedeten sich brav Pumba, Springböcke, Giraffen und Impalas…..

Beim CCF wurden wir herzlich empfangen und erhielten eine kurze Einführung in das Unternehmen, welches 1990 gegründet wurde. Neben dem Schutz der Geparden unterrichtet der CCF auch Farmer im Umgang mit den Raubtieren, züchtet Hunde zum Schutz für die Schafherden.

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Nach dem Einführungsfilm ging es in das Schutzgebiet, wo zur Zeit fünf Mädels leben, die alle nicht mehr in die Freiheit entlassen werden können. Sofern ein Gepardenbaby unter sechs Monate gefunden wird, kann es nie mehr zurück in die Wildnis, da es die Kenntnisse zum Überleben, von der Mama nicht  erlernt hat. Eine Pflegerin erklärte bei der späteren Fütterung „ die Katzen würden zum nächstbesten Menschen gehen und um Futter betteln“….sind eben nur Mietzemaus, nichts weiter. Der CCF sammelt in gesamt Namibia Gepardenbabies uns Problemgeparden ein, viele werden nur in ein anderes Gebiet gebracht, um dort weiterleben zu können.  Covid hat den Fund natürlich schwer getroffen, ich glaube ich werde für 2022 wohl einen Geparden adoptieren.

Nun lasst Euch mit Fotos von Rainbow ( als sie gefunden wurde, erschien ein Regenbogen), Savannah ( sehr helles Fell) und den anderen Mädels, verzaubern.

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Eine Stunde dauerte die Pirschfahrt, wir sahen alle fünf Gepardendamen, die ziemlich relaxt waren.

Im Anschluss stöberten wir uns durchs Museum und sahen bei der Fütterung von insgesamt elf Geparden, männlich und weiblich zu.

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Alle Schicksale wurden uns erzählt, zum Teil waren die Biester nur wenige Tage alt ( Dominik, 10 Tage) wenn sie gefunden wurden. Wir erfuhren auch, dass es in Namibia verboten ist, Geparden noch als Haustiere zu halten, Viele sich an das Gesetz aber nicht halten. Sofern ein Gepard zahm und auf den Menschen bezogen ist, wird es schwierig, da der Gepard oftmals seine Überlegenheit gegenüber dem Menschen „ ausspielt“, dann entwickeln sich diese Tiere zum Problemgeparden, kommt dann noch der angeborene Instinkt durch, ist die Haltung als Haustier quasi nicht mehr möglich.

Wir machten uns erst um 12:30 Uhr auf den Weg nach Windhoek, dankbar, keinen PCR Test mehr machen zu müssen. Gegen 16:00 Uhr waren wir am Herzinger Boutiquehotel, mit einem rasenden Besitzer, der uns in sekundenschnelle das Zimmer übergab, drei hastige Sätze zwecks Frühstück ( steht im Kühlschrank) herunterrasselte, die Flitsche für die Einfahrt ( inkl. Panikknopf, wusste ich zu diesem Zeiunkt noch nicht) aushändigte und dann niemals mehr gesehen wurde! 

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Wir hauten uns aufs Bett, genossen mittelgutes Wlan ( immerhin, zwei Blogbeiträge bekam ich in den folgenden 12 Stunden noch durch und fuhren zu 18:30 Uhr zu Joe‘s Beerhouse. Die Windhoeker Institution war um Längen voller als vor gut drei Wochen, ein Haufen Reisegruppen trieb sich dort herum. Wir saßen wieder an unserem alten Tisch und unterhielten uns sehr nett mit einer Vierergruppe Frischangereiste. Ein paar Tips wurden weiter gereicht, dazu genossen wir Austern ( frisch und gebacken ) sowie Spaghetti und Mathias die sagenumwobene Bratwurst. Mathias bestellte sich im Anschluss nochmal Austern und bereits im Verlauf des Abends merkte ich, dass irgendwas am Abendessen krumm war…..ab 2:00 Uhr nachts, gaben wir uns die Badezimmerklinke in die Hand. Gott sei Dank ohne Erbrechen, das wäre ein Drama geworden.

Das Kühlschrankfrühstück ließen wir am nächsten Morgen fast unberührt, gegen 9:30 Uhr starteten wir ein kurzes Soghtseeingprogramm, Windhoek hat nicht so arg viele Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Zunächst hielten wir zwangsweise am Tintenpalast ( heutiges Parlamentsgebäude) da Mathias nun doch mit Übelkeit zu kämpfen hatte.

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Ich lief einmal um die Christuskirche herum, das berühmte Reiterdenkmal der dt. Schutzgruppe wurde nun doch endlich mal entfernt.

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Dieses soll in der Alten Feste stehen, die aber auch so vor sich hin gammelt, Corona lässt grüßen. Wir bewunderten gemeinsam die Reste der Festung und warfen einen Blick auf das neue Denkmal, welches sehr viel passender für das neue, moderne Namibia ist.

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Windhoek 2004 vs. 2021, die Stadt streicht nach und nach das koloniale Erbe ab.

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Aber natürlich bleibt dennoch ein großer Teil Deutschtümmelei weiterhin vorhanden, die Leute wollen dies aber auch so ( auch die Schwarzen, man glaubt es kaum.

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Kurzeitig unterbrachen wir das Sightseeingprogramm und fuhren in die Wernhil Mall, die größte Shoppingmall Namibias, direkt in der Innenstadt. Dort konnte Namibi bewacht stehen und wir in Ruhe bei Pick n‘ Pay einkaufen gehen. Wichtige Dinge für Europa wurden ershoppt, zusätzlich gab es für die laschen Mägen Salzstangen und Bananen. Die Mall steht Europa in nichts nach, es war quasi alles erhältlich.

Anbei eine Impfstation, wie bei uns kostenfrei und für alle Altersgruppen, es wird AZ verimpft und leider von der Bevölkerung nicht angenommen.

Ein Bilton Shop, hier wird Trockenfleisch an Frau und Mann gebracht.

Wir schlenderten im  Anschluss in Richtung Independence Avenue ( ehemals Kaiser Wilhem St.), versuchten für unsere Helen Haarodukte zu shoppen ( und scheiterten in drei Läden) um dann die Schneedächer von Windhoek zu bewundern und in die Luisenapotheke zu gehen.

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Bei Bushman Arts kauften wir neue Tischsets und hatten eine herzergreifende Unterhaltung mit der Besitzerin ( natürlich dt. Background) die ihren Papa an Covid verloren hat und sich maßlos über ihre Landleute aber auch Touris ärgert. Sie hat eine Woche lang versucht, ihren Vater in eine Klinik zu bekommen….dann war es zu spät. Die Weißen haben die dritte Welle in NAM nicht ernst genommen. Wir plauderten lange miteinander, ihre Einstellungen deckten sich mit unseren.

Erwähnenswert ist noch der Meteoritenbrunnen, wo etliche „Splitter“ zu einem Denkmal verarbeitet wurden.

Im Gebäudekomplex Kaiserkrone legten wir eine Windhoekrast ein und lernten Grace kennen. Ein nettes Mädchen, die sich mehr schlecht wie recht mit einer Handybude über Wasser hält. 

Windhoek ist in 2021 angekommen.

Gegen 13:30 Uhr lösten wir unsere Sachen im Herzinger aus und waren bereits um 14:30 Uhr zum einchecken bereit. Europcar zeigte uns, dass Namibi sehr wohl einen Schraubenschlüssel besass, wir nahmen Abschied von unserem Flitzer, die uns tapfer 5123 km durchs Land gefahren hat…ja es waren Fünftausendeinhundertdreiundzwanzig Kilometer! 

Ganz neue Sicherheitsproceduren kamen auf uns, am Hosea Kutako Airport zu. Wir mussten z.B. die gut verpackten Kameras auspacken, bevor geboardet wurde, wurden nochmals alle Tachen durchsucht und alle Passagiere abgescannt. Wir erfuhren, dass in Onguma ( ja, unser Onguma) ein Nashorn umgebracht worden ist, die Behörden versuchen nun händeringend das Horn zu finden! Was für ein Schock und Elend, den Wilderern sollten die Pfoten abfallen!

Mit ein wenig Verspätung starteten wir, wieder konnten Mathias und ich eine Viererreihe für uns genießen.

Beim Start weinte links, zwei Reihen hinter mit,  eine Frau, mit Blick in einen wunderschönen Sonnenuntergang. Ihr Mann versuchte sie zu trösten „ wir fliegen doch bald wieder“……aus Sympathie tropfte auch aus meinem Auge ein Tränchen, ich konnte sehr gut mitfühlen. Ich denke ich spreche für uns Beide, wenn ich sage „ mit Namibia sind wir noch nicht durch“!

Der Flug war unspektakulär, erwähnenswert war die mieserable Organisation der Crew, Mathias wartet heute noch auf sein Frühstück, Decken und Kopfhörer sind nur noch käuflich zu erhalten….bei 800€ für einen Flug, gebucht über LH eigentlich ein Unding!

Noch schlechter war das, was uns in Frankfurt erwartete! Zunächst war die Maschine mit Verspätung in Windhoek gestartet, da vor 5:00 Uhr morgens keine Airline landen darf! Dann flog unsere Maschine noch Warteschleifen um am Ende im Chaos der Morgenmaschinen zu versacken. 

Unbeschreiblich was sich an der Passkontrolle, Gepäckdurchleuchtung usw. abspielte. Zu wenig Personal, die Covid Bestimmungen, die langen Wege, unfreundliches Personal…..UNGLAUBLICH! Total durchgeschwitzt, fast schon rennend haben wir es am Ende,  in die Maschine nach Berlin,  geschafft. Andere waren nicht so gut dabei und deren Gepäck mußte natürlich erstmal wieder ausgeladen werden…..somit hatte auch diese Maschine Verspätung! Wenn zwei Stunden Umsteigezeit nicht mehr reichen, stimmt etwas nicht, willkommen in Deutschland!

Immerhin am BER lief alles glatt und binnen einer Stunde nach Landung konnten wir unser Fellknäuel in die Arme schließen und uns an den gedeckten Frühstückstisch setzen.

Namibia 2004: Per Overlander Truck durch Südwestafrika

Nach unserem Erlebnis am Gariep/ Orange River fuhren wir nach einer zweiten, sehr kalten Nacht Richtung Grenze. Die Einreiseformalitäten waren harmlos und schnell befanden wir uns auf gerader Strecke Richtung Hobas/ Fish River Canyon.

Erste Eindrücke aus Namibia:

Das wir im ehemaligen deutsch Südwestafrika waren, erkannten wir an den Poolregeln, die in deutscher Sprache am Pool angenagelt waren. Wikipedia: Der Fischfluss-Canyon (englisch Fish River Canyon, afrikaans Visrivier Afgronde) liegt im südlichen Namibia. Er ist mit etwa 160 Kilometer Länge, bis zu 27 Kilometer Breite und bis zu 550 Meter Tiefe vom Fischfluss ausgewaschenen Flussbett der größte Canyon Afrikas und gilt nach dem Grand Canyon als zweitgrößter Canyon der Erde. Laut dem namibischen Wetteramt MeteoNA wurden hier Rekordtemperaturen von mehr als 50 °C gemessen.

Der Fischfluss ist mit einer Länge von über 650 Kilometer der längste Fluss Namibias. Er entspringt im östlichen Naukluftgebirge, führt aber ausschließlich in sehr regenstarken Zeiten unterhalb seiner Stauung am Hardap-Damm Wasser. Der Fischfluss-Cañon durchfließt im Wesentlichen die Hunsberge und beginnt bei Seeheim im Norden und endet im Süden bei Ai-Ais, während der Fluss erst einige Kilometer danach in den Oranje mündet, den Grenzfluss zu Südafrika. Aufgrund der reduzierten Wasserführung unterhalb des Hardap-Damms ist nicht nur die zukünftige Auswaschung des Flussbettes minimiert, sondern es wird sich im Laufe der Zeit auch die Vegetation am Flusslauf verändern. Trotzdem lassen sich im Flussbett selbst in regenarmen Zeiten einzelne Tümpel finden, die wahrscheinlich von Grundwasser das ganze Jahr gespeist werden. Die Wasserstellen werden sowohl von einigen Antilopenarten als auch von Leoparden genutzt.

Touren in den Canyon sind lediglich in den kühlen Wintermonaten von Mai – August möglich. Wir hatten es damals bereits Ende September und auch wenn die Nächte winterlich anmuteten und an Berlin im Dezember erinnerten, tagsüber war es bereits gut warm. Der Abstieg  in den Canyon, auf eigene Faust,  ist strengstens verboten!

Wir bestaunten den zweitgrößten Canyon der Welt von verschiedenen Aussichtspunkten und bibberten in der Abendsonne.

In der darauffolgenden Nacht hatte ich mein gesamtes warmes Zeug ( inkl. Windbreaker) an und kam irgendwie  unspektakulär durch die Nacht. Ich trug sogar einen Angora Nierenschutz. Bereits nach dem Aufstehen herrschte ein steifer Ostwind, der uns den gesamten Tag begleitete. Wir fuhren nach Sossusvlei zu dem berühmten Namib Naukluft Nationalpark mit den noch berühmteren Dünen.

Wikipedia: Das Sossusvlei (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) liegt in Namibia und ist eine von Sanddünen umschlossene beige Salz-Ton-Pfanne („Vlei“) in der Namib, die nur in seltenen guten Regenjahren Wasser führt. Dann bildet sich sogar für kurze Zeit ein wenige Zentimeter bis mehrere Meter tiefer See am Ende des Vlei. Sossus bedeutet „blinder Fluss“ in der Sprache der Nama. „Blind“ bezieht sich darauf, dass der nach ergiebigen Regenfällen aus einer Gebirgsregion im Landesinneren kommende, in Richtung des Atlantiks fließende Fluss Tsauchab beim Sossusvlei in den Sanddünen der Namib-Küstenwüste endet bzw. versandet – etwa 50 km vom Meer entfernt. Das Gebiet ist Teil des Namib-Naukluft-Nationalparks.

Die steife Ostbrise verfolgte uns den gesamten Tag, unser Mittagessen fand im Truck statt, da es draußen viel zu windig und sandlastig war.

Unsere Ankunft auf dem Campingplatz, der direkt in den Nationalpark führte war allerdings ok, die Sonne schien, der Wind war moderater. Um den Platz herum sahen wir Berge, was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, wir sahen diese Berge an dem Abend zum letzten Mal in dieser Form.

In der Nacht heulte der Wind und ich hörte es durch meine Ohropax immer wieder merkwürdig rieseln. Irgendwann merkte ich, dass ich Sand im Mund hatte und am nächsten Morgen lachte sich der gesamte Waschraum checkig….ich hatte eine komplett rote Wange. Das kommt davon wenn man im Sandsturm sabbert! Angelika saß mit Tränen in den Augen auf nen Hocker und ließ sich den Sand aus den Haaren kämmen. Der Sturm hatte  ganze Arbeit geleistet, wer seine Taschen und Rucksäcke offen gelassen hatte, hatte den feinen roten Pulversand überall! Wo am Abend vor her noch Berge gewesen waren, sah es nun so aus, als ob Dünen den Campingplatz säumen würden. Der Sand war wirklich überall…

Unser Ziel an diesem Sturmmorgen? Die Dune 45…..diese sollte zum Sonnenaufgang erklommen werden. Wer glaubt, dass es leicht ist, auf Dünen zu steigen, dem sei gesagt….es ist sauschwer.

Hier noch ein kleiner Blick in das Zelt von Alexandra und Angelika….so sah es mehrfach an diesem verdammten Sturmtag aus.

Nicht jedes Zelt hatte übrigens während der Wanderung auf die Düne standgehalten, der Sturm war einfach viel zu stark.

Unser Leben beschränkte sich auf den Truck und schnell breitete sich eine Art Lagerkoller aus. Wir sehnten uns nach Aktivität und wollten doch so gern den Nationalpark erkunden.

Der erlösende Anruf kam am Nachmittag von der Parkverwaltung. Wir hatten bereits überlegt, einen Tag früher nach Swakopmund zu fahren und dann wurde es windstiller….

Per Jeep ging es zurück in den Namib Naukluft Park und wir nahmen an der sensationellen Wanderung druch die Dünen und dem Dead Vlei teilt. Imposante Bilder die für sich sprechen:

Auch die zweite Nacht war stürmisch und sandig und nachdem wir sowohl Abendessen als auch das Frühstück am nächsten Morgen im Truck genießen durften, waren wir mehr als froh als es ein Stück weit in Richtung Zivilisation ging. So schnell wie es der Sturm erlaubte, bauten wir unser Camp ab und verstauten unsere panierten Sachen in den Truck. Kurz nach 6:00 Uhr waren wir wieder „on the road“ unser erstes Ziel an diesem Tag war Solitaire      ( niedliches Nest) und vor Allem sandfrei!

Wir bewunderten zur Mittagszeit den Kuiseb Canyon mit gleichnaigen Fluß, für den ich gerne mehr Zeit gehabt hätte:Bevor wir unsere Sachen entsanden durften, machten wir einen Abstecher an die Walvis Bay und wurden erneut Opfer der Wettereskapaden in diesem Teil Afrika. Es herrschte Nebel und somit war der Blick auf die berühmten Flamingos eher eingeschränkt. Angekommen in Swakopmund checkten wir in die Swakop Lodge ein, besser bekannt als „Hotel zum goldenen Kranz“.  Swakopmund ist noch richtig deutsch…auch wenn das deutsche Erbe zunehmend verschwindet und die Regierung Namibias zunehmend das Kolonialerbe aus den Stadtbildern entfernt.

Kurzer Auszug aus Wiki: Historische Bedeutung erlangte die Stadt unter der deutschen Kolonialverwaltung als Teil der Kolonie Deutsch-Südwestafrika und als wichtigster Hafen für Einwanderer aus Deutschland. Der eigentlich geeignetere Naturhafen von Walvis Bay stand unter britischer Verwaltung und der Naturhafen von Lüderitz lag zu weit abseits der Wege in das Landesinnere.

Die Hamburger Reederei Woermann nahm 1894 einen regelmäßigen Frachtverkehr auf. In den kommenden Jahren wurde alles, was von der deutschen Kolonie Deutsch-Südwestafrika benötigt wurde, über Swakopmund eingeführt. Am 13. April 1899 wurde die erste Telegraphendienststelle im internationalen Dienst eröffnet. Von da ab begann der Bau umfangreicher Telegraphenlinien in der Kolonie. 1902 wurde mit dem Bau einer Landungsbrücke begonnen. Zuerst wurde sie aus Holz errichtet, um dann 1912 aus Eisen neu gebaut zu werden. Die beliebte Seebrücke wird heute von den Swakopmundern Jetty genannt. Am 23. und 24. September sowie am 30. Oktober 1914 wurde Swakopmund durch britische Hilfskreuzer beschossen. Das Deutsche Schutzgebiet wurde mit der Invasion südafrikanischer Truppen 1914 für zwei Jahre ein Nebenkriegsschauplatz des Ersten Weltkrieges, 1919 ein Mandatsgebiet des Völkerbundes und unter Verwaltung der Südafrikanischen Union gestellt. Obwohl nur noch etwa fünf Prozent der Einwohner deutscher Abstammung sind, ist ihr Einfluss auf das Stadtleben nicht zu verkennen. Swakopmund gilt bis heute als „deutscheste“ Stadt Namibias, woran auch die Umbenennung einer Reihe der ursprünglich deutschen Straßennamen in „zeitgenössisch afrikanische“ wenig geändert hat. Die einzigartige Mischung aus deutsch geprägtem Seebad, afrikanischer Bevölkerung und imposanter Dünenlandschaft machen Swakopmund zu einem beliebten Ziel für Gruppenreisende und Individualtouristen.

In Swakopmund wird nicht nur deutsch gesprochen, auch das Essen ist deutsch- afrikanisch. Es gibt zB Kudu mit Klöße und Rotkohl oder Springbock mit Sauerkraut. Getrunken wird Hansa Bier, gebraut nach Deutschem Reinheitsgebot. Immer noch wird eine deutsche Zeitung täglich aufgelegt und die Kinder besuchen den Kindergarten “ Kükennest“. Vor einem Bäcker bestaunten wir die Auslagen, es gab Butterstreuselkuchen. Eine alte Lady versicherte uns im schönsten Hochdeutsch “ der schmeckt auch ausgezeichnet“. Selbst die Speisekarten waren auf deutsch und als wir unsere Rezeptionistin nach dem Friedhof fragten und es höflichweise mit graveyard und cemetary versuchten, schüttelte sie ihr schwarzes Gesichtchen und piepste ganz hannoveranisch “ meinen Sie den Friedhof?“— wir waren verwirrt, deutsche Kolonialgeschichte war nie so meins und mehr als 1x schüttelten wir in den zwei Tagen verwundert unser Köpfchen.

Zunächst schüttelten wir aber gekonnt jeden Schlüppi, ja eigentlich ALLES was wir besaßen und genossen eine heiße Dusche und die recht komfortablen Zimmerchen.

Am nächsten Tag erkundeten wir den Ort und erlebten spröden afrikanisch- deutschen Charme und unverwechselbares Nordseewetter. Es erinnerte Vieles an Warnemünde an einem „lauen Sommertag“ mit rund 17 Grad.

Der alte Bahnhof

Die Jetty:LIchterfelde oder was?

Nach zwei Tagen Deutschtümmelei ging es endlich in Richtung Etosha Pfanne und damit auf Safari. Unterwegs bewunderten wir die berühmte Spitzkoppe, leider war uns ein guter Blick verwehrt. Kids aus der Umgebung leisteten uns beim Lunch Gesellschaft.

Der Weg war lang, wir erreichten das Camp in Okaukuejo passend zu ersten Abendpirschfahrt.

Infos aus Wikipedia: Der Etosha-Nationalpark ist ein 22.275 Quadratkilometer (km²) großer Nationalpark im Norden von Namibia und bedeutendstes Schutzgebiet des Landes. Der Park liegt am Nordwestrand des Kalahari-Beckens und umfasst fast die gesamte 4760 km² große Etosha-Pfanne. Von der Südgrenze des Parks sind es 400 Kilometer bis zur Hauptstadt Windhoek und von der Nordgrenze 125 Kilometer bis zur Grenze nach Angola. Der Atlantik ist von der Westgrenze fast 200 Kilometer entfernt.

Der Name „Etosha“ stammt aus dem Oshivambo und bedeutet so viel wie „großer weißer Platz“.

Unser Campingplatz war sehr luxuriös, mit Pool, eigenem Wasserloch und Top Restaurant. Nachts hörten wir die Löwen brüllen, wir waren der Natur sehr, sehr nah.

Gigantische Nester:

Die nächsten1,5 Tage fuhren wir durch den Park, legten Mittagsrast an den Wasserlöchern ein und pirschten durch die Pfanne. Unsere Tierausbeute war sehr, sehr gut: Auch unser Wasserloch versprach Spannung, wir konnten jeden Abend Tiere beobachten, ein Highlight war sicherlich das Nashorn, 50m von unserem Zelt entfernt. Wir fuhren weiter in Richtung Osten zur botswanischen Grenze. Bevor wir aber die Grenze passierten, besuchten wir Waterberg und schlugen unser Lager unterhalb des berühmten Plateaus auf. Düstere Kolonialgeschichte prägt diesen Ort, hier fanden die Aufständer der Hereros statt, 1200 von Ihnen wurden von den Deutschen in die Wüste gejagt.

Wikipedia: Der Waterberg, historischer Name Omuverumue[1], ist ein markanter Tafelberg in Namibia, nördlich von Windhoek, ist etwa 48 Kilometer lang und 15 Kilometer breit und überragt seine Umgebung um fast 200 Meter. Heute ist auf dem 40.500 ha großen Plateau des Waterbergs und um dieses herum mit dem Waterberg-Plateau-Park ein Nationalpark eingerichtet. Besonders bekannt wurde der Ort durch die Schlacht am Waterberg am 11. und 12. August 1904 während des Aufstands der Herero.

Den Nachmittag verbrachten wir auf dem Friedhof und schauten uns die deutsche Hinterlassenschaften in Afrika an:Am Spätnachmittag machten wir das Plateau auf verschiedenen Wanderungen unsicher, zum Teil musste man ganz schön schwindelfrei sein: In Windhoek ließ ich mir meine Fotospeicher der Digi Cam klauen, als wir einen Supermarkt besuchten. Wir hatten alle Wertsachen im Truck gelassen, doch leider hatten die Langfinger mein Speichertäschchen mit einer Geldbörse verwechselt. Windhoek lässt sich in wenigen Stunden entdecken, auch hier sieht man noch koloniales Erbe, witzig sind die berühmten Schneedächer: Unsere letzte Nacht in Namibia verbrachten wir unweit der Grenze auf einer Privatfarm nahmes Zelda. Dort gabe es viele eigene Tiere unter Anderem fast zahme Geparden. Wir fuhren mit dem Jeep ins Gelände und erkundeten das Gelände. Mir sind allerdings die Geparden im Gedächtnis geblieben. Es ist Mode die Mietzis als verwöhnte Schmusetiger zu halten. Für uns Europäer immer ein Grund zum Staunen. Am nächsten Morgen setzten wir unseren Weg nach Botswana fort. Auf uns wartete das Okavangodelta mit seiner Artenvielfalt.