Portugal/Spanien 2019 II: Tarifa, ein Sehnsuchtsort

Tag 1: Unsere Entscheidung nochmal in das so angesagte Surfernest zu fahren hat unser Hundemädchen getroffen. Im Rückblick aller Urlaube war sie an der Straße von Gibraltar wohl am Glücklichsten. Das Wetter eher schottisch, Starkwinde aus dem Landesinneren und Sahara, dazu ein breiter und langer Buddelkasten und jede Menge „best Buddies“……was will ein Westie mehr????? Auf jeden Fall krakeelte sie bereits mächtig in ihrem Kennel herum als wir das Ortsschild Tarifa nach rd. 3,5 Std. Autofahrt passiert hatten. Ihr Ortungssystem funzte hervorragend, Emily wusste genau wo sie war und lief schnurstraks zur Nr. 33. Fanni, die Freundin von Mallory übergab uns unser Heim für eine Woche und wir freuten uns über das schnuckelige Apartment. In diesem hatten ein paar Veränderungen Einzug gehalten, wir liebten weiterhin das Enterieur.

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Nach dem ersten Einrichten, Emily war ganz Zuhause, zog es uns an den Strand. Wie im letzten Jahr wurden wir gnädig begrüßt, Poniente und Levante die beiden fiesen Brüder schliefen ihren Rausch am Semana Santa ( heiliger Sonntag) aus! Es war warm und fast windstill-herrlichstes Badewetter, ohne Wellen. So kam sogar ich ins Wasser….echt wahr! Und obwohl es Sonntag war, am Strand war genug Platz für Alle!

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Wir entschieden uns fürs kochen und mussten dann feststellen, dass nicht nur Poniente und Levante im Tiefschlummer waren, nein auch die großen Supermärkte leisten sich den sonntäglichen Schlaf. Wir fuhren Richtung Ortskern und machten einen kleinen Tante Emma Laden aus, der uns Spaghetti, Tomaten, Zwiebel, Tomatenmark und Scampis verkaufte…..Essen gerettet.

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Das das Wetter so mild und die Atmosphäre so schön war, verzogen wir uns nochmal an die Strandpromenade Höhe Café del Mar und genossen den Sonnenuntergang. By the way, wir amüsierten uns köstlich über die vielen Hunde, die ihren Besitzern zum Teil erstaunlich ähnlich waren. Am Besten kam ein Typ mit Dreadlocks, der mit zwei Tibetterriern unterwegs war……long story short „ganz der Papa“ wie Froggy vorzüglich feststellte. Auffällig war, wie geschillt der Ort mit den ganzen Viechern umgeht, Emily fühlt sich in Tarifa wie die Made im Speck!

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Der Schlaf holte uns gegen 22:00 Uhr ein, die Autofahrt zollte ihren Tribut.

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Tag 2: Am nächsten Morgen wurde vor dem Frühstück erstmal Mercadona „überfallen“ und der erste Großeinkauf gestartet. Unser ausgiebiges Frühstück sah im Anschluss so aus:

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Gesättigt und zufrieden startete wir nach Tarifa, da wir Fährpläne studieren und unser geplantes Whalewatching organisieren wollten. Die Parkplatzsuche war nicht ganz einfach, dann legte sich Mathias fast auf den Pinsel, eine Aktion die ich im Anschluss vollendete. Das Knie ist blau, meine Kamera hat den Sturz überlebt…..

Bissel gefrustet liefen wir durch die Medina und besuchten endlich den Mercado von Tarifa.

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Spektakulär war die Markthalle wirklich nicht und da wir unsere Pässe nicht dabei hatten, konnten wir auch keine Tickets für Tanger buchen. Als auch noch die Geldautomaten streikten und wir kein Bargeld bekamen, waren wir ein wenig fassungslos und entnervt. Auch ein Anruf bei der Commerzbank half nicht weiter. Froggy versuchte es letztendlich nochmal an einem Automaten in der Innenstadt und hatte nach rd. sechs Fehlversuchen Glück! Wir hielten Bares in den Händen.

Am Nachmittag ließen wir uns am Strand sandstrahlen, Poniente und Levante hatten für die neue Woche ausgiebig Kraft getankt und gaben Alles……dennoch hielten wir tapfer aus, auch als der Sonnenschirm zweimal über den Strand flog. Emily war allerdings sauglücklich, Poniente hin oder Levante her……

Da am Montag viele Restaurants Sonntag feiern, kamen wir in den Genuss von Meeresfrüchte satt. Wir shoppten im Mercadona und dann hieß es kochen……Miesmuscheln mit Tomatensoße, Scampis, Salat und das Alles auf zwei Flammen. Erschwerend kommt hinzu, dass nur ein großer Topf und max. eine 12cm Pfanne bzw. ein kleiner 1 Liter Kochtopf gemeinsam Platz auf dem Herd haben…..fragt also nicht wie, aber es war machbar.

Voila, hier kommt das Ergebnis:

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An dem Abend hielt uns nichts mehr, wieder kam der Sandmann bereits um 22:00 Uhr zu Besuch. Da wir am nächsten Tag sowieso nach Gibraltar wollten, kam uns derSand in den Augen gerade richtig.

Tag 3: Unser Ausflug nach Gibraltar „the rock“ kann hier nachgelesen werden:http://allcontinentsinonelife.com/portugal-spanien-2019-iii-gibraltar-vor-dem-brexit/

Nach unserer Rückkehr aus GB machten wir einen kurzen Stopover in Tarifa und kaufen dort die Tanger Tickets und meldeten uns zum Whalewatching an. Da wir wieder durch die Medina liefen, kommen hier noch ein paar Eindrücke.

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Im Apartment erledigtem wir die erste Wäsche und liefen dann los…..immer Richtung Sanddüne……mit Wind im Rücken.

Ca. 4 km am Strand pro Richtung und das Wetterchen spielte gekonnt mit. Farblich gesehen wähnten wir uns in der Karibik und als Strandläufer machte auch der Wind nichts mehr aus.

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Der Salzssee, kein Durchkommen für uns.
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Leider versperrte uns ein Zulauf aus dem Meer, der in einem Salzsee endete und eine starke Strömung aufwies das weitere Vergnügen.

Wir beobachteten die Kiter und bewunderten deren Technik.

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Nachdem wir die vier Kilometer wieder zurück gestapft waren, ging es ins Café del Mar. Das Restaurant scheint DIE Adresse in Tarifa zu sein, mit sehr mässigen Nüssen…..sie schmeckten so muffig, man konnte die Dinger wahrlich nur den Spatzen überlassen.

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Da wir immer noch platt vom Mittagessen waren, gab es gegen 21:00 Uhr einen Salat mit ein wenig Pute und dann ging es gegen 22:30 Uhr mit Mückenstecker in die Heia.

Tag 4: Walbeobachtung in Tarifa! Wir schliefen zunächst aus und gammelten den Vormittag über in unserer Hütte herum. Um 11:50 Uhr liefen wir zu Fuß nach Tarifa und warteten auf unser Schiff. Gegen 13:00 Uhr gings los…..wir hofften natürlich auf Orcas, wurden diesbezüglich aber enttäuscht. Orcas sind nur in den Sommermonaten in der Straße von Gibraltar anzutreffen. Dennoch waren wir gut dabei. Drei verschiedene Delphinarten und Pilotwale gehörten zu unserer Ausbeute. Das Wetter war traumhaft, wir schauten im „Dreiländereck“ nach Spanien, Marokko und Gibraltar/GB und genossen die Sonne.

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mormaler Delfin
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Pilotwale
Pilotwale
Pilotwale
Tümmler
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Bottlenosedelfin
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Der Blick nach Marokko
Tarifas einziger Mittelmeerstrand
Der südlichste Punkt Europas
Einfahrt ins Hafenbecken

Leider war es am Nachmittag nicht mehr ganz so warm und windstill….wir wurden ganz schon durchgefegt und hielten es nicht lange am Strand aus.

Abends gingen wir ins Mexcalita, zünftig mexikanisch war angesagt. Erst gab es Ceviche, Nachs und Enchiladas. Wir trafen unsere Nachbarn die mit ihrer Lola unterwegs waren. Lustigerweise wohnen jetzt zwei Westies in einem Haus. Nach zwei Bieren fielen wir ins Bett.

Tag 5: Heute war nur Strand und Dünen angesagt. Das Wetter spielte mit, es war bereits vormittags so warm,dass wir nach obligatorischen Supermarktbesuch draußen frühstücken konnten. Ab 12:00 Uhr war beachtime und wir hielten es bis 16:00 Uhr an unserem Strand aus. Ich hatte mir einen Sonnenstuhl aus unserem Garten mitgenommen und genoss ziemlich comfy Wind und Wetter.

Emilys neues Spielzeug
Emilys Strandbar, der Mittagstisch war reich gedeckt.

Am Spätnachmittag fuhren wir endlich zu der großen Sanddüne in der Nähe vom Punta Paloma. Faszinierend, was der Saharasand so alles in Europa anstellt. Für Mensch und Hund eine riesiger Buddelkasten, auch wenn Emily am Ende nicht mehr laufen wollte…..ihr war es zu anstrengend.

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Der Sand verteilt sich auch auf der Straße.

Bemerkenswert ist der traumhafte Blick über die gesamte Bucht von Tarifa bin hin zur Isla Paloma und damit dem südlichsten Punkt Europas.

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Wir kochten an diesem Abend nochmal selber und nochmals Spaghetti Marisco mit richtig vielen Meeresfrüchten. Dazu hatten wir noch Sardinen, Salat, Melone, Brot…..also ein richtiges Festessen. Das Kochen war natürlich wieder eine Herausforderung mit den zwei Platten.

Diesmal hatten wir uns allerdings wirklich verschätzt und war nach dem Essen k…..übel, es war eindeutig zu viel gewesen.

Tag 6: Unser Tagesausflug nach Tanger ist hier zu finden: http://allcontinentsinonelife.com/portugal-spanien-2019-iv-tanger-ein-klein-wenig-afrika/

Nach unserer Rückkehr aus Afrika knuddelten wir unsere Emily durch und zogen mit ihr an den Strand. Sie sollte sich nach 7 Stunden alleine im Apartment noch richtig austoben können. Abends gab es lecker Tapas in der heimischen Stube.

Den Rest des Abends verbrachten wir mit der Mückenjagd, mein Mann wurde zum Berserker.

Tag 7: Unsere Zeit in Tarifa geht dem Ende entgegen. Mit nicht nur einem weinenden Auge sagen wir in diesem Jahr adieu…..und heimlich stöberten wir in den Immobilien herum. Leider haben wir nicht im Eurojackpot gewonnen.

Wir schliefen am letzen Tag aus und bummelten bei bewölktem Wetter zur Isla Paloma vor. Natürlich am Strand,Emily war immer mit den Pfoten im Wasser.

Wir wollten an den südlichsten Punkt des Kontinentes, der NICHT auf Gibraltar zu finden ist. Doch bis zum Leuchtturm kommt man leider nicht. Die Isla Paloma teilt auch das Mittelmeer vom Atlantik……ein interessanter Punkt auf der Landkarte, mit militärischem Hintergrund. Noch immer sind viele Bunkeranlagen aus dem zweiten Weltkrieg zu bewundern.

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An der Festungsanlage von Guzman dem Guten/ Braven trennten sich die Wege. Ich ging in die Festung, die samstags für umme war,Mathias schlenderte mit dem Wauz durch die Medina. Danach wurde getauscht….Froggy machte Sightseeing, ich wurde zum Emilysitter.

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Die Burganlage hat mir richtig gut gefallen,selten habe ich ein liebevolleres Museum gesehen. Die Stadtmauer ist gut konsturiert, die Blick auf Medina, Altstadt und Hafen sind superschön. Ich hätte gut länger verweilen können, doch die Pflicht rief und wir wollten am Nachmittag auch noch an den Strand.

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Nachdem ich den Wauz übernommen hatte, schlenderte ich mit Emily ein wenig durch die Altstadt und ging mit ihr nochmals zum Mirador. Hier wird de /die findige Leser/in durchaus Wiederholugen zum Vorjahr finden.

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Nach der Wiedervereinigung von Mensch. und Tier zog es uns die Cerveceria Varadero. Dort gab es nur Bier und Fisch, nix weiter….für uns bedeutete dies Cruzcampo, roten Thunfisch ( der Klassiker in Tarifa)und Gambas al Ajillo.

Am Nachmittag war „abbaden“angesagt, Klärchen gab trotz schlechter Vorhersage Alles, was uns den Abschied nicht leichter machte.

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Der letze Abend wollte gefeiert werden und da das Surla zu hatte, zog es uns nochmal ins Mexcalita zu Nachos und Enchiladas. Am Ende kam die Sauerei-Toffeecheesecake mit Eis und Margharita…..es war ein würdiger Abschied.

Wir nahmen ein wenig traurig Abschied vom Paradies für Mensch und Tier. Super hat es uns gefallen, Glück hatten wir mit Poniente und Levante. Ich habe es im Vorfeld kaum glauben wollen, wir haben viel Neues entdeckt und um es mit Froggys Worten zu sagen „das machen wir nochmal!“

Und wer nochmal schauen möchte, was wir im letzten Jahr in Tarifa getrieben haben und wer vor Allem mehr Medinabilder sehen möchte, der schaut hier oder geht über die Schlagwortsuche: http://allcontinentsinonelife.com/?s=Tarifa

Portugal/ Spanien 2019, IV: Tanger, ein klein wenig Afrika

Wenn man schon mal in Tarifa ist und die Atmosphäre aus Al Andaluz spürt, bereits Südspanien fast zu 1001 Nacht zählt, die Alhambra und den Alcazar gesehen hat, der sollte auch nach Tanger fahren….wenigstens als Tagestrip.So dachten wir bei unserem zweiten Tarifabesuch auch und buchten die nicht ganz so billigen Tickets (70€ return…..naja) bei FRS. Die Fähre benötigt zw. 45-70 Minuten, hängt von Wetter, Tide und Ladung ab.

Nach Studium des Wetterberichtes hatten wir uns für einen bewölkten Tag in Tarifa entschieden und standen bereits morgens um 7:00 Uhr auf. Es war stockduster, Emily verstand die Welt nicht mehr. Noch ungläubiger wurde sie, als wir ohne die kleine Hundedame von dannen zogen. Wir wollten kein Risiko eingehen und hatten ihr die Titerbestimmung in Deutschland dieses Mal erspart.

Am Terminal war bereits kurz nach 8:00 Uhr Jubel, Trubel, Heiterkeit und auf einmal waren die Amis und die Chinesen da! Leider benahmen sich beide Sorten Reisende gleich blöd. Die Amis reisten in Shorts und schulterfreie Shirts ins muslimische Marokko, über die Chinesen muss ich mich nicht weiter auslassen……die Klamottenwahl in all seiner schlechten Vielfalt ist hier, hinlänglich bekannt, das kleinere Übel.

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Auf der Fähre wunderten wir uns, warum sich alle Welt links, an der Cafeteria und genau an unseren Sitzen vorbei, brav in eine Reihe aufstellte? So gut kann der Fährkaffee doch nicht sein? Des Rätsels Lösung kam zehn Minuten vor Ankunft in Tanger……die Stempelung des Passes findet auf dem Boot statt! Wir also als fast Letzte mit in die Reihe und zack, wir waren eingereist.

Die Überfahrt glich einer Bootsfahrt über den Dorfteich, wir sahen Delfine und freuten uns über die glatte See. Natürlich kam das Gespräch für unsere Islandplanung auf. Ob uns die drei Tage über den Nordatlantik genauso gut bekommen werden? Autofähre statt Flieger, so ist der Plan!

Natürlich wurde nochmals das Gepäck durchleuchtet ( insgesamt 4x an diesem Tag) und die Pässe nochmals auf Stempel gescheckt. Um 9:30 afrikanischer Zeit standen wir endlich auf dem Parkplatz des Hafengeländes uns starrten zur Medina und Kasbah hinauf und bewunderten die Neue Hafen Moschee ( Port Mosque) direkt am Hafen.

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Wir erklommen die Stadtmauer, die von den Portugiesen erbaut worden war. Tanger war wie Essaouira ( ehemals Mogador) portugiesisch und an den Kanonen kann man dies auch nachlesen…..

Der Blick auf den Hafen und die Port Moschee sind sehr beeindruckend und das Wetter spielte so toll mit.

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alte portugiesische Waffen.
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Wenn man genau hinschaut, lassen sich prima Vergleiche zu Essaouira finden. Der Aufbau der Straßen in der Medina und auch die Kasbah, der Sultanspalast erinnern an das bezaubernde Städtchen. Wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß, auch wenn klar war…..ein Tag ist viel zu kurz und eigentlich so gar nicht unser Stil.

Tanger ist die älteste Stadt Marokkos und wurde bereits 1600 v. Christus von den Karthagern gegründet. 1471 kamen die Portugiesen, rund hundert Jahre später die spanischen Eroberer. Auch die Briten versuchten sich ab 1661 an Tanger und wurden schlussendlich 1684 von den Mauren besiegt. 1912 verlor Marokko seine Unabhängigkeit und die Franzosen und Briten teilten sich Marokko auf.

Als internationale Stadt wurde Tanger zw. 1923 -1956 von acht europäischen Staaten regiert, lediglich in den Kriegsjahren hatten die Spanier das Sagen. Italien musste nach dem Krieg sein Verwaltungsrecht auf Tanger aufgeben, dieses übernahmen dann die Amis und die Russen. Deutschland war an Tanger nie beteiligt.

Die Stadt war sehr beliebt unter Schriftstellern, Literaten und anderen Künstlern. Die Bohéme lebte in Tanger und in den 60er Jahren entwickelte sich die Stadt zum Hippieziel.

Auch heute sieht man noch niedliche Cafés und Restaurants. Wir hatten uns, aufgrund von Hundelternzeitnot, von Vornherein nur auf Medina und Kasbah geeinigt, die Neustadt ließen wir gepflegt Neustadt sein. Vieles müssen wir auf einen zweiten Besuch verschieben….vermutlich 2024 zum zehnten Hochzeitstag, wenn wir unser Hochzeitsreiseziel nochmal wiederholen.

Da eh Freitag war, waren der Souk und die Einkaufsstraßen ausgestorben, für uns kam die Leere der Stadt aber gerade recht….zum Fotografieren ein Traum.

Stadtmauer und Medina im Hintergrund
sehr portugiesisch
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Und dann standen wir drinnen, in der Medina, am Rande der Kasbah. Viele stimmungsvolle Straßenzüge entdeckten wir auch ohne maps2go, die App hatte uns hoffnungslos verlassen. Es ging aber auch so, wie man auf den folgenden Bildern sieht…… und das Ganze genossen wir ohne weitere Touristen, die sich wohl alle am Grand Socco herumtrieben. Diesen lernten wir an diesem Tag nicht mehr kennen, ein gutes Mittagessen war uns wichtiger.

Hier wurde altes Brot gesammelt und gestapelt….man beachte die Mauz mittendrin
Architektur wie in Essaouira
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Wir liefen ein wenig kreuz und quer durch die Medina, immer auf der Suche nach Bazaar , Souk oder Markt…..wie immer man es nennen möchte.

Eingang zur Kasbah
Sultanspalast, heute Museum
1001 Nacht
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Die Kasbahmoschee

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Café, Café, Café und zur Abwechslung eine Moschee:

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Und weiter gehts mit stimmungsvollen Orten, Türen und Toren…..man wähnte den kleinen Muck um sich herum. Leider wurden wir Zeugen einer nicht ganz so lustigen Auseinandersetzung von vielen kleinen Mucks im Alter von 12- 15 Jahren….inkl. Abziehen des Baseballcaps und teilnahmslosen Erwachsenen. Wir hätten am Liebsten eingegriffen und wunderten uns mal wieder über den Überschuss an Testosteron bei den Jungs. Für uns blieb ein schaler Beigeschmack und wir waren sehr dankbar, als ein Marokkaner einschritt und die Kiddies auseinandertrieb.

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Noch ne Moschee

Ein wunderschöner kleiner Innenhof mit insgesamt vier individuellen Haustüren. In früheren Jahren hat man keine Hausnummern verwendet. Der Besucher erkannte das richtige Haus an der geschmückten Tür……Postbote war bestimmt kein begehrenswerter Beruf.

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Dieser Hof war eine echte Medinaschönheit. Trat man durch das Tor links, bot sich ein Blick in die Neustadt.

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Das Tor von der anderen Seite

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Und ein bissel Soukleben fanden wir auch noch.

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An einem Freitag, während des Mittagsgebets etwas zum Beißen zu finden, war nicht so leicht. Wir hatten auf das Umtauschen von Euro nach Dirhan verzichtet, das Tanger eher europäische Preise hat, war mir aufgrund der Lage und der Tatsache, dass die Stadt ein klassisches Tagestourziel ist, bereits im Vorfeld klar. Umso schöner, dass wir das Al Madina fanden, ein süsses und reich geschmücktes Restaurant in der Medina….der Name war Programm. Die Tochter des Haus war so reizend und wir bekamen ein klassisches marokkanisches Menü mit vier Gängen, was seine 15€ wirklich wert war.

Das Foto vom Tee habe ich mir geschenkt :0)!

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Wir hatten noch Zeit bis zu unserer Fähre und versuchten einen etwas anderen Weg zurück zur Fähre zu nehmen, doch so recht gelang uns dies nicht…..nur ein paar Straßenzüge lang.

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Die Ausreise war unproblematisch, wir bekamen unseren Stempel in den noch fast jungfräulichen Pass. Die Chinesen machten uns auch auf der Rücktour viel Spaß. Gegen 16:30Uhr waren wir wieder mit Emily vereint.

Damir die Kleine auch zu ihrem Recht noch kam, ging es umgehend an den Strand und abends war unsere Maus einfach nur zufrieden, dass die Oldies wieder an Ort und Stelle waren.

Mein Fazit zu Tanger fällt zu 100% positiv aus. Gerne hätten wir die Abendfähre nach Spanien genommen, doch das wäre unfair gegenüber unserem Hund gewesen. Im Vorfeld habe ich mir Tanger immer als Moloch vorgestellt und als sehr europäisch versaut……Gott sei Dank, dies trifft nicht zu. Tanger lohnt sich auf jeden Fall für einen Kurztrip. Wir haben beschlossen, den nächsten Marokkourlaub in Tanger zu starten.