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Nepal 2015: Der zweite Versuch, Pokhara

Uns lechzte es nach Wasser, Abkühlung und nen bissel Aussteigerfeeling. Nach tollen Tagen in Kathmandu und Chitwan fuhren wir nur noch zu Fünft mit einem arg klapprigen Bus nach Pokhara. Leider musste uns Freund Ralf verlassen, weil die geliebte Arbeit in Berlin seinen Namen schon förmlich brüllte.

Die Fahrt zog sich, unterwegs sahen wir fast kilometerlange Schlangen vor den Tankstellen. Es gab immer noch kein Benzin aus Indien und gesamt Nepal saß bereits seit Wochen auf dem Trockenen! Eine Schande, wenn man bedenkt worum es bei dem Embargo geht: Indien gefällt die Selbstbestimmung Nepals nicht und ist mit Teilen der nepalesischen Verfassung nicht einverstanden! Gruselig, wie man beobachten kann, wie ein kleines Land zum Spielball wird.

Wir wurden dann an diesem Tag auch die ersten Opfer des Embargos, nachdem nämlich kein Taxi bereit war, uns für einen angemessenen Preis ins Hotel zu fahren, welches rd. 2,5 km entfernt war. Schweißtreibend war es, die schweren Rucksäcke ( es war ja viel Winterzeug aus Tibet dabei ) die gesamte Hauptstraße von Pohkara zu buckeln, als wir im Silver Oaks Inn angekommen waren, lechzte es uns noch mehr nach Wasser- aber aus Flasche, nicht aus dem See.

Ach ja, Pokhara, viel beschrieben und beliebt in Aussteiger-, u. Hippiekreisen m. E. absolut überbewertet. Was muss es mal für ein Kleinod gewesen sein, mittlerweile wird der Ort durch zu viele Billighostels, schlechte Restaurants, Touranbieter und Souveniershops verschandelt, quasi ein Thamel ohne Kultur dafür mit einem flaschengrünen See und einem Bergpanorama was seines gleichen sucht- wenn man die Berge mal sieht. Als wird dort waren, war es viel zu heiß- die Berge verschwanden im Dunst.

Die Lage am See, die hat was!

Wir wohnten, wie 90% aller Touristen in Lakeside, unser kleines Hotel war ein Highlight, auch wenn nebenan ein Neubau hochgezogen wurde, der irgendwann- vermutlich jetzt schon die Hälfte der Hotelzimmer ohne Fenster zurücklassen wird. Komische Bauvorschriften haben sie in Asien, immer wieder bewundere ich die Häuser mit perfekten Zimmern, ohne Fenster!

Damnside, der andere Teil von Pokhara ( getrennt durch den Stausee) ist insgesamt nen bissel beschaulicher und ruhiger- allerdings würde ich da auch nicht unbedingt wohnen wollen.

Damnside

Wir verbrachten die Tage am und auf dem See. Es wird zwar allgemein nicht unbedingt empfohlen, in dem grünen Wasser zu baden…uns hat es aber nicht geschadet, bzw. die Spätfolgen haben sich noch nicht bemerkbar gemacht. Wir hielten es wie die Nepalesen und sprangen vom Treetboot in die Flut. Das Inselchen in der Mitte, inklusive hinduistischem Tempel verkniffen wir uns.

Verkehrsmittel Nr.1 auf dem See

Abendsstimmung in Lakeside

die Uferpromenade

Die Kids nahmens genauso gelassen wie wir, das Wasser war sicherlich nicht sauber

Die größten Aktivitäten in den drei Tagen war unsere Wanderung zur „World Peace Pagoda“, die Suche nach vernünftigem Essen sowie die Suche nach schönen Plätzen am See ( leider gibt es keine Liegewiesen).

Fangen wir mit der Friedenspagode an. Diese wurde von buddhistischen Japanern gestiftet, liegt hoch auf einem Berg gegenüber vom Ort und die Wanderung dorthin ist nicht so ganz ohne. Zum einen wird vor Überfällen gewarnt, desweiteren ist der Weg nicht gut ausgeschildert, Blutegel versüßen den Weg und zu guter Letzt geht es beim Abstieg viele hundert Stufen bergab. Um nach Lakeside zu kommen, mietet man sich ein Boot inkl. Rudermann.

Gut, überfallen wurden wir nicht, obwohl wir einige obskure Wesen am Wegesrande lungern sahen. Dafür verliefen wir uns 2x so richtig und fanden nur durch reinen Zufall auf die Hauptstrecke zurück. Blutegel werden niemals meine Lieblingstierchen, die blutigen Crocs waren eine unschöne Erfahrung. Desweiteren stiegen unsere Handys aus und hatten nur noch bedingt Empfang…..wäre uns etwas passiert, hätten wir alt ausgesehen. Die Aussicht auf Pokhara war aber ein Träumchen, wir sahen sogar mal nen Berg durchblitzen.

Blick auf Pokhara, fast alles Hotels

Und für einen kurzen Augenblick konnten wir den Blick auf den

Machapuchare genießen

Boote, die man mieten kann um nach Pokhara zurück zu kommen

groggy nach dem Marsch

Das wir überhaupt nach gutem Essen suchen mussten, ist traurige Tatsache, die sich Pokhara mit so vielen anderen Ferienorten teilen muss. Damit auch jeder seine vegetarische, vegane, makrobiotische Kost genießen kann, jeder Italiener seine Pizza bekommt, die Spanier ihre Paella und der Deutsche sein Schnitzel erhält, verfällt die nepalesische Esskultur vollkommen. Die Suche nach einem vernünftigen Dal Bhat war fast unmöglich- wir landeten sogar in einer veganischen Fressbude, obwohl wir nicht einen Veganer unter uns hatten. Wenn wir dann dochmal in einem 08/15 nepalesischen Restaurant landeten, war das Essen mehr als mittelmäßig. Nicht zu vergleichen mit den Tagen in Kathmandu oder Chitwan. Auch in meiner Erinnerung an die Trekkingtour im Khumbu Himal zum Everest war das Essen ein Highlight gewesen.

ein typisches Dal Bat

Kurz und Gut, nach drei Tagen shoppen, veganen Burgern und nepalesischen Massagen traten wir, nicht traurig, den Rückweg nach Kathmandu an. Ich werde das Örtchen mit dem hübschen See in guter Erinnerung behalten und ich kann Jedem empfehlen, nach einer Trekkingtour ein paar Erholungstage in Pokhara einzulegen. Lediglich die Erwartungshaltung sollte nicht zu hoch sein. Es gibt natürlich die Aussteiger, die hängengeblieben sind. Yoga wir an jeder Ecke angeboten und an Bars, Cafe´s, Restaurants mangelt es nicht. Die sogenannte ( internationale ) Y Generation hatte ihren Spaß und feierte bis in die frühen Morgenstunden zu Technoklängen mit schweren Wolken…bestehend aus Allen was man rauchen kann. Leider ist die nepalesische Kultur gänzlich aus aus Pokhara verschwunden, der Ort ist auswechselbar wie Patong auf Phuket.

Gartenrestaurant Pokhara, es geht auch gemütlich

Am Tag unserer Abreise verabschiedete sich Pokhara allerdings mit seinem überwältigenden Bergpanorama- es wurde kühler in Nepal….wir hatten ja auch schon Oktober