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Nicaragua 2017, VII: Las Peñitas, letzte Tage am Strand

Unsere letzten zwei Tage verbrachten wir relaxt am Strand von Las Peñitas.  Der Ort ist eigentlich als Vorort von León zu bezeichnen und verteilt sich auf die Strände Poneloya und Las Peñitas.

Wir nahmen uns für die rd. 20 km Strecke ein Taxi, wir hatte keine Lust mit dem Chickenbus zu fahren, 37 Grad sagte das Thermometer. Bereits kurz nach 9:00 Uhr erreichten wir unser neues und arg hübsches Minihotel “ El Belga Loco“ und tatsächlich, zwei verrückte Belgier erwarteten uns freudestrahlend. Die Anlage ist erst seit einem Jahr in  Betrieb und man merkt die Liebe zum Detail. Wenn ich daran denke, dass die Zimmer gerade mal 35$  kosten….alles richtig gemacht, würde ich sagen:

Der Strand ist schwarz, wie viele Pazifikstrände und zum baden nur bedingt geeignet, wie ebenfalls viele Pazifikstrände. Immerhin kann man morgens ganz gut in den Wellen planschen, da sie weit vor dem Strand brechen. Über die Mittagszeit kann man nicht am Strand laufen, der Sand verbrennt die Pfötchen.

Wie überall am Pazifik verwöhnte uns auch Las Peñitas mit wunderschönen Sonnenuntergängen. 

Die touristische Infrastruktur hält sich an beiden Stränden in Grenzen, wir liefen einmal zum Comedor Bertha, rd. 10 Minuten vom Hotel entfernt. Dort gab es authentische Nicaküche und Ceviche aus seeeehr großen Gläsern.

Die Nächte hier am Meer waren sehr heiß, die Mosquitos aktiv und gerade an den letzten Tagen perfektionierte ich den Look “ Streuselkuchen“….. immerhin diene ich als Nahrungsquelle für Tierchen mit dem possierlichen Namen „Mozzie“.

Wir vertrödelten unsere Zeit am Pool und im Meer, genossen Seafood und  erwanderten uns am zweiten Tag die andere Seite vom Strand bin in den Ort von Las Peñitas, wo wir zum Abschluß nochmal super schlemmten. Mathias aß Fisch und ich eine sagenhafte Sopa de Mariscos. 

Mein Fazit zu Nicaragua: Nica ist auf der Travellerlandkarte angekommen, es war zum Teil sehr voll und überraschend viele Deutsche sind interessiert an dem Land und auch Reisegruppen haben Nicaragua entdeckt.

Hotels gibt es in allen Kategorien und Preisklassen. Wir haben ordentlich für 15-20€ pro Zimmer gewohnt und natürlich auch im Preissegment darüber.

Das Essen ist mexikanisch angehaucht, es fehlt aber die Schärfe. Koriander ist in dem Land unbekannt. Essen geht  nach europäischen Preisen ( Hauptgericht 8-12€) aber genauso gut und viel authentischer darunter (4-6€). Ich kann die kleinen Comedores und Strandrestaurants sehr empfehlen, schick geht in Berlin, gehört meines Erachtens in einem  Entwicklungsland nicht unbedingt dazu. Der Durchschnittslohn der Nicaraguaner liegt bei rd. 100-120$ im Monat, ein Essen von 10$ ist demzufolge dekadent und geht auf jeden Fall preiswerter. In Nicaragua wird die Lebensqualitätsschere sehr schnell offenbar. Auf dem Land dominieren Wellblech und Holzhütten, in den Städten wie Granada und León  sieht  man viele koloniale Häuser spanischer Architektur. In einer Pizzeria in Matagalpa ist uns die obere Bevölkerungsschicht aufgefallen….eindeutig eine blasse, weiße Bevölkerung die mit den Cordobabündeln spielte.

Laut  Maria, Fernando und Mered ( unsere belgische Gastgeberin im Belga Loco) ist die Kriminalität auf Diebstähle beschränkt, um Leib und Leben, wie in Guatemala oder Honduras , muss man sich nicht sorgen.  Damit decken sich diese Aussagen mit unseren Erkenntnissen und dem Vergleich zu Kuba. Beide Länder sind sozialistisch und auch auf Kuba war Gewaltkriminalität weitestgehend nicht bekannt.

Wer eine gute Mischung aus Kultur, Abenteuerspielplatz und Natur sucht, wird in Nica fündig werden. Indigene Kultur wie in Mexiko, Guatemala, Belize und Honduras sucht man hier allerdings vergeblich. Wer diesbezüglich Interesse hat, würde ich grundsätzlich auf Mexiko und noch mehr auf  Guatemala verweisen, wo der Mayaanteil in der Bevölkerung bei über 50% liegt und Märkte wie Chichicastenango ihresgleichen such  und nicht zu toppen sind. Auch mit Ruinen kann Nica nicht dienen, León Viejo sieht auf den Bildern alles andere als beeindruckend aus. Dennoch umgibt Nicaragua eine entspannte Atmosphäre, die Menschen sind fürchterlich freundlich und aufgeschlossen gegenüber Ausländer und wir haben uns sehr, sehr wohlgefühlt.

Wir werden mit Sicherheit nochmal dieses schöne Land bereisen und sei es nur gezielt auf der Durchreise  durch Mittelamerika.

Nicaragua 2017,I: San Juan del Sur

Juchee, wir haben es geschafft, 13 Tage nach Abflug sowie zwei Erkältungen und zweimal Montezumas Rache  ( und mit Sicherheit ein paar Kilos leichter, wir Zwei zusammen bestimmt 5kg) weiter sind wir in Nicaragua angekommen.

Der Grenzübergang kostete uns nicht nur 2 Stunden sondern auch jede Menge Nerven.. Wir mussten bereits in Liberia, gut 1,5 Std. vom Grenzübergang entfernt in eine Bank gehen und die Ausreisesteuer in Dollar bezahlen. Das kostete schon mal Zeit, weil in der Bank nur ein Schalter für die Ausreisetax geöffnet war. Dann stellte Caribe Shuttle fest, dass nach Zusammenfügen der beiden Minivans ein Platz zu wenig vorhanden war, wir waren 15 statt 14 Reisende. Unser Shuttledriver war verzweifelt, er versuchte den Fehler zu finden und murmelte  immer nur „quinze, mas problemas“ also „fünfzehn, viele Probleme“ und rief uns einzeln mit Namen auf, weil er einen blinden Passagier vermutete. Uns tat der arme Kerl soooo leid. Ich drängte mich auf den Notsitz vorne mittig und wäre als Erste durch die Windschutzscheibe gegangen, sofern etwas passiert wäre.

Später kam ein ein Kumpel unseres Fahrer und nahm drei Leute im Pick Up mit, um kurze Zeit später seine Fracht und noch fünf andere Mitreisende in einen zusätzlich von Caribe Shuttle gestellten Minibus loszuwerden.

An der Grenze tobte das Leben. Mit uns erreichten mindestens 1,5 km LKWs sowie Nicabus und Ticabus die Grenze. Wir füllten das Ausreiseformular aus und mussten uns an EINE Personenschlange anstellen. Nach 40 Minuten hatten alle den Ausreisestempel. Wir wurden wieder in den Bus verfrachtet und ungefähr 700m, wieder über eine Brücke, gefahren. Dort nahmen wir unser Gepäck und gingen. zuerst zu einer Tussi im Zelt, die für die Statistik die Nationalitäten zählte. Danach ging es zur Passkontrolle, wo wir unsere 13$ loswurden, diesmal ohne Formalitäten….die Quittungen etc. bekamen wir von der Dame am Schalter.  Am Ende wurde  unser Gepäcl durchleuchtet und der Pass noch 2x kontrolliert.  Auf Nica Seite wurden wir in einen neuen Bus verfrachtet, fuhren 2 km und wurden von einer Polizeikontrolle angehalten. Der Polizist ließ sich alle Pässe zeigen und kritzelte sich die Nationalitäten in seine Handfläche. Alles in Allem hatte uns der Grenzübergang zwei Stunden gekostet, wahrlich ein Meisterwerk an Bürokratie! Doch letztendlich hieß es:

Die Fahrt nach Jan Juan del Sur dauerte ab der Grenze nochmal rund 45 Minuten und letztendlich waren wir gegen 14:00 am Hotel. Wir hatten uns ein Haus etwas außerhalb des Rummels v. San Juan  ausgesucht und waren von erster Minute an begeistert.

Den Nachmittag vertrödelten wir zunächst am Pool und brachten dann unsere Wäsche dann ins Dorf, es hatte sich ne Menge in 13 Tagen angesammelt.

Wir liefen am Strand entlang und waren vom ersten Moment an begeistert. Was für ein schöner Ort-touristisch, nicht nur Backpacker sondern auch etliche Touris die dem Backpackerdasein entwachsen sind, dennoch nicht versaut. Es überwiegt der alte Stadtkern mit Häusern die übers Erdgeschoss noch nicht gewachsen sind. Es vermischen sich Hostels, Wohnhäuser und vieles erinnerte mich an mein geliebtes Playa del Carmen 1996! Allerdings wird auch in San Juan gebaut und in ein paar Jahren wird auch hier der Massentourismus sein.

Der Strand jst auch nicht so grauslich wie immer beschrieben-er eignet sich, anders als Maderas, Pomeloya oder auch Las Peñitas besser zum planschen, weil die Wellen sich auslaufen.

Strand:

Wir aßen unsere Ceviche und die Seafoodspaghetti am Strand und genossen den Sonnenuntergang. Nirgendwo sind Sonnenuntergänge schöner als am Pazifik.

Am nächsten Morgen schliefen wir aus und genossen das Frühstück auf unserer Terasse. Danach machten wir für eine Stunde                         “ Sightseeing“ , bevor es uns an den Strand verschlug.

Hier ein paar Nestimpressionen:

Wir besorgten uns im oben zu sehenden Supermarkt erstmal ne Flasche Flor de Caña Rum siebenjährig und begannen mit dem alten Urlaubstrick gegen verdorbene Mägen….erstmal den Schluck aus der Pulle. Dieses Mal unter dem strengen  Blick der Zeugen Jehovas, die ausgerechnet vor der Kirche auf Bauernfang waren.

Nach ausgiebiger Ortskunde verzog es uns an den Strand…..allerdings auch nur an die zwei Stunden, es war einfach viel zu heiß. Mathias aß sein erstes Mittagessen seit San Blas selbstgemachte Fischstäbchen, boah waren die lecker…mit Panko fritiert. Bin ja normalerweise für sowas nicht zu haben, da musste ich doch mal vom Teller mopsen.

Unseren Nachmittag vertrödelten wir im Hotel am Pool und im Schatten, es war einfacn zu heiß und unsere Haut zeigte erste Spuren von Sonnenbrand.

Abends gabs Lobster in Tomatensauce und einen grandiosen Sonnenuntergang, noch beeindruckender als der gestrige.

Morgen wollen wir mit dem ersten Schnellboot nach Ometepe übersetzen, es wird wieder ein frühes Aufstehen werden.

Tschüß San Juan del Sur, war wirklich schön hier.