Japan 2018, IX: Kyoto 京都市 Tag 3-4

Wir hatten uns angewöhnt, püntklich um 8:00Uhr zu frühstücken und uns danach in das Getümmel der Großstadt zu werfen. Beim Frühstück versuchten wir die günstigste Fortbewegunsmethode zu ergründen,  um nicht unsinnig im Bus abzuhängen.

Wir fuhren mit der U-Bahn und nutzten beide Linien gut aus um zum  Nanzen-ji Tempel zu gelangen. Lustigerweise hat uns das Aquädukt auf dem Tempelgelände so sehr in seinen Bann gezogen, dass wir den berühmten Steingarten einfach ausgelassen haben. Sehenswert war auch das Sanmon aus Holz ( Tor) welches besichtigt werden kann. Auch wir krochen in dem Gebäude von 1626 herum und genossen  den Blick über Higashiyama.

Auf dem Gelände sind wir mit vielen Kindern und Schulklassen ins Gespräch gekommen. Die Japaner sind so herzlich und aufgeschlossen, es  ist uns echt eine große Freude. Wir stehen so oft für Fotos und Interviews zur Verfügung und bekommen immer ein Lächeln, sogar kleine Geschenke wie Tee, zurück.

Am Nanzen-ji beginnt der berühmte Philosophenpfad, der sich 1, 8 km an einem Bächlein entlangschlängelt. Nett anzusehen, in der Kirschblüte bestimmt atemberaubend. 

Der Philosophenpfad endet am Ginkaku-ji…..der Silberpavillion ohne Silber. Der Tempel sollte das Gegenstück zum Kinkaku-ji werden, die  Villa wurde aber nie versilbert. Die Tempelanlage gilt als herausragendes Beispiel der japanischen Gartenkunst und auch wir staunten nicht schlecht. Der Ginkagu-ji war Privatrefugium des Shoguns Yoshimasa (1358-1408) der im späteren Lebensalter weise wurde und verfügte, dass die Anlage nach seinem Tod ein Zen Tempel werden sollte. Der Garten bietet vor Allem Schmetterlinge ein hervorragendes Habitat und Mathias war ganz schnell mit seiner Kamera dabei.

Mit dem Bus ging es zur Kyotostation, die wir uns ausgiebig anschauten. Dieser Bahnhof ist der Kracher. Da Sonntag war, wurden Konzerte abgehalten, der Bahnhof ist fester Bestandteil der kulturellen Szene Kyotos. Da kann sich Berlin  mal wieder ne Scheibe abschneiden!

Der Kyototower, wir ersparten uns den Blick von oben

Bevor wir uns auf den Weg zum Fushimi Inari Tempel und damit zum Höhepunkt des Tages machten, nahmen wir noch einen Tempel  in Bahnhofsnähe mit. Dieser ist ebenfalls nicht überlaufen und ist dennoch Weltkulturerbe.

Der Toji Tempel kann mit Japans höchster Pagode aufwarten, die 55m hoch ist. Der Tempel ist steinalt, wurde bereits im Jahr 794 gegründet.

Mit der JR Line ( wir konnten mit unseren Pässen fahren) fuhren wir nach Inari. Die Bahn war nicht voll und insgeheim hofften wir auf relative Leere…..oder an den Hinweis aus allen Reiseführern, je höher, desto weniger Menschen. Um 17:00 Uhr hatten wir noch den Anspruch bis gaaaaaanz nach oben zu laufen, quasi alle 30.000 Toritore zu durchqueren.

Als wir am Tempelkomplex ankamen, wurden unsere Träume jäh zerstört. Alle Tempelbesucher vom Kiyomizu-dera waren nun auch am Fushimi Inari.

Wir bewunderten zunächst den Hauptschrein. Der Inari ist der Fuchsgott, der für reiche Reisernte und Sake in Aktion tritt. 

Im Anschluß bewältigten wir mit den Massen die Tori Tore und glaubten nicht mehr an die Hinweise aus den Reiseführern. Bei uns blieb es bis  zum bitteren Ende säuisch voll, neben den Touris mischten auch kleine Blutsauger mit. Vernünftige Bilder konnten wir erst in einen Seitengang machen, der weniger frequentiert war. Erschwerend kam hinzu, dass das Licht im Wald bescheiden war, die Gänge bereits ziemlich dunkel waren. Wir experimentierten mit den Kameras und produzierten nen Haufen Ausschuß.  Anbei Handybilder, Bilder aus Mathias Kamera und meine jpegs aus der Canon. Auf die raws sind wir Beide gespannt, es war ein sauschwieriges Unterfangen.

Der Torieingang

Das uns die Mozzies zerfraßen und es tatsächlich um 18:30 stockduster wird, machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Bahnhof. Wir cancelten 5000 Tore und liefen durch das Dorf, welches sich mittenmang des Schreines breit gemacht hat….oder auch umgekehrt, ein Schrein der wächst, es gibt Tausende von Altären, die Füchse sind hier im wahrsten Sinne des Wortes los.

Mit der JR Line waren wir zügig in Kyoto und mit einem flotten Gang zu Fresco erstanden wir für satte 24 €eine gehörige Portion Sashimi. Das Zeug wird ab 19:00 um 30% reduziert und ist wirklich saulecker.

Am nächsten Morgen kümmerten wir uns um die letzten zwei wirklich notwendigen Tempel/ Schreinanlagen. Mag sein, dass man mir widerspricht, aber nach 14 Tagen im Land wird man ein wenig müde und mag insbesondere Tempelanlagen nicht mehr sehen.

Wir fuhren  zunächst zur Kyoto Station und von dort mit dem Bus zum Ryoan-ji Tempel. In keinem Japanbericht fehlt diese Anlage, man sieht immer diesen bizarren Steingarten und Menschen die auf die Unseco-Steinbrocken im geharkten Kies starren.

Wir starrten heute mit….

Angeblich soll man bei jedem Besuch etwas Anderes, Wichtiges sehen und jedes Mal einen Perspektivenwechsel vornehmen. Mathias Vorschlag, einen Fotoworkshop abzuhalten, alle Teilnehmer nebeneinander sitzend und von links nach rechts aufrutschend fand ich super, allerdings möchte ich die fertien Werke nicht begutachten müssen-gähn.

Unser nächstes Ziel war schon eher etwas für uns und viele Andere……der Kinkagu-ji -Goldpavillion. Auch hier hatte ein gläubiger Shogun seine Residenz als Tempel abwandeln lassen….um 1408 herum.

Der Blick ist großartig und muß im Winter noch fantastischer rüberkommen.

Nach einem kurzen Boxenstop im Hotel fuhren wir nochmals zum Nishikimarkt und fraßen uns durch das Angebot. Octopus mit Ei im Kopf, gefüllte Kalmare und vieles Andere. Wir ershoppten uns unsere kleine Welt, bestehend aus eingelegten Radieschen, Trockenfrüchten und Gewürzen. 

Sigentlich hatte ich vorgehabt, auch den fünften Tag noch in diesen Bericht zu packen. Da wir aber einen Ausflug nach Arashiyama und Sagano machten und  erst am NaMi wieder in Kyoto waren, gibts einen gesonderten Beitrag.

 

 

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