Italien 2018: Venedig, zum dritten Mal in der Lagune

Nachdem ich 1988 das erste Mal in Venedig besucht hatte, 2001 mit Kollegen/ innnen im sommerlichen Spätherbst ein sehr verträumtes Venedig kennengelernen durfte, zog es mich dieses Mal im Juli, im Hochsommer, während der komplette Kontinent und die USA Sommerferien hatten, nochmals in die Lagunenstadt. Schuld an diesem Umstand war der Geburtstag von Mathias und die günstigen Preise von Easyjet aus dem Januar. Schnell war meine Geburtstagsidee geboren und umgesetzt. Ich muss natürlich nicht erwähnen, dass der Flug saugünstig, und das Hotel umso teurer war? Es ist eben Venedig!!!! Auch die Reaktionen auf eine hochsommerliche Städtetour in die Lagunenstadt waren unbezahlbar,  hier ein paar Beispiele „Venedig stinkt, ist übervoll, man sieht den Markusplatz vor lauter Kreuzfahrer nicht, die Kreuzfahrtschiffe stehen bereits im Canale Grande und um Gottes Willen, geht bloss nicht essen, es ist sooooooo teuer“ .  Wir ließen uns nicht beirren und freuten uns auf ein paar Tage an der Adria.

Wir feierten am 12.07.2018 Mathias Geburtstag ganz stilecht im Restaurant Venezia, bei uns ums Eck und verabschiedeten uns als Erste von Freundschaft und Familie. 20 Minuten später standen wir bereits in der Sicherheitskontrolle und wiederum fünf Minuten später am Gate. So schnell war ich noch nie an einem Berliner Flughafen abgefertigt worden.

Unser Flieger hob pünktlich ab und landete 20 Minuten vor der geplanten Landung. Es war 21:20 Uhr und wir organisierten uns am Automaten schnell ein Ticket (8€) für den ATVO Bus nach Venedig, der um 21:40 abfuhr. Gut, das wir nur Taschen hatten und somit schnell in den Bus kamen. Bereits um 22:05 Uhr waren wir am Piazzale Roma und beschlossen zum Hotel in Cannaregio zu laufen. Es war eine wunderschöne Nacht, die Restaurants waren gut besucht und unsere offline Map zeigte uns den Weg. Nach rund 20 Minuten  kamen wir happy aber auch verschwitzt in der Locanda San Marcuola, einem vier Sterne Hotel an….nein, nicht unser Haus, nur unser Check Inn. Nachdem die Formalitäten erledigt waren, liefen wir ca. fünf Minuten zu unserem Hotel Leonardo. Ein hübsche Pension, die Möbel im tuffigen, italienischen Style, bissel verstaubt aber alles absolut sauber. Wir freuten  uns über das große Zimmer, töteten ein paar Mücken und fielen um 0:00 Uhr ins superweiche Bett.

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Zweiter Tag, 13.07.2018: Ziemlich zerschlagen wachten wir um 8:00 Uhr auf und erschlenderten uns unser Frühstück im ersten jüdischen Ghetto weltweit. Gheto werden  auf italienisch die Fabriken für Metallguß genannt und genau in diesem Gebiet in Cannaregio, wurden ab 1516 jüdische Venezianer angesiedelt und später auch durch Mauern abgegrenzt. Es gibt einen alten Teil und den sehr großen Campo del Ghetto Nuovo. Ich hatte 2001 eine Ghettotour gemacht, mir von den fünf Synagogen immerhin drei von innen angesehen. Diesmal verzichteten wir und genossen lediglich eine Cappuchino und ein nichtkoscheres Tramezzini auf den Stufen der Scuola Tedesca, der deutschen Synagoge. Es gibt einige koschere Restaurants und Lebensmittelgeschäfte, meines Erachtens boomt die Gegend  aber durch die vielen israelischen Touristen und der untouristischen Armosphäre. Mathias war von diesem Venedig ganz begeistert, als Tagestourist kommt man nicht unbedingt nach Cannaregio und genießt ein Frühstück für fünf Euro.

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In Gedenken an die deportierten  Bewohner Venedigs.

Wir schlenderten weiter durch die verborgen Gassen, immer Richtung Rialto.

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Die meiste Zeit war es leer, richtig leer…keine Herden.

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Das sollte sich natürlich ändern, spätestens als wir in San Marco ankamen, wurde es voll….auf der Brücke war es nahezu grotesk,

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Natürlich gingen wir auch auf diese und schielten gen Meer. Unsere positive Erkenntnis, kein Kreuzfahrtschiff in Sichtweite, obwohl eins in town war ( wie wir am Markusplatz lernten)…AUSSERHALB der Lagune! Vorbei die Zeiten als die Pötte an der Dogana da Mar ankerten und die Sicht nach San Giogio Maggiore und von der Ponte Accademia versauten. Wir versuchten die Rialtobrücke vom Ufer abzulichten, ein kaum machbares Unterfangen, das Ufer ist vollgepflastert mit Gondeln, Vaporetto  Stationen und anderen Booten. Den besten Blick hat man vom Schiff, sofern man einen Platz auf der linken Seite ergattert und vom Markusplatz kommt.

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Nachdem wir ein wenig unschlüssig sowohl von San Polo als auch San Marco Seite versucht hatten die Brücke abzulichten, holten wir uns ein 48 Std. Ticket für die Vaporettos und fuhren nach San Marco. Natürlich bewunderten wir die Villen am Canale Grande, sowohl vom Land als auch vom Vaporetto aus.

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Ich war auf das Übelste gefasst und natürlich war es nicht leer….aber eben auch nicht so katastrophal voll wie angenommen. Wir bummelten über den Platz, bewunderten den Campanile und beschlossen, nicht in den Markusdom zu gehen, da wir Beide bereits drin waren  und die Schlange vor der Kirche absurd lang war.

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Blick auf San Giorgio Maggiore

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Auch das Café Florian verkniffen wir uns, 15€ für einen Cappuchino erschien uns als zu billig, dann doch lieber eine überteuerte Piccolo Bellini. Mathias ernannte das Gesöff zu unserem Getränk in Venedig und gut angegangen legten wir einen Zwischenstop im Hotel ein.

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Es war so heiß und ich duschte an diesem Tag nicht zum letzten Mal.

Es gab ein frühes Abendessen,oder spätes Mittag. Touristenmenû mit Spaghetti und  Muscheln und Fisch so schlimm teuer ist es nicht …. Am späten Nachmittag bewaffneten wir uns mit Bellini und Wasser und schlenderten durch Cannaregio. Es war himmlisch untouristisch, ein Straßenzug schöner als der nächste. Wir fanden eine Brücke samt Kirche und Kanal in der Nähe der Fondamemte Nova.

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Zur blauen Stunde rückten wir dann aus. Zunächst nach Rialto, und mit dem Vaporetto nach Accademia. Wir wollten ein Bild von der Brücke Richtung Dogana/Dorsoduro und Santa Maria de la Salute.. Leider ist die Brücke verschalt, ein Blick ist nicht möglich. Man kann lediglich die Kamera über den Bauzaun halten und beten und das geht auch nur, wenn man groß genug ist. Das Bild stammt aus meiner Kamera, hat aber mein lieber Mann geschossen….ich Dackel hatte keine Chance.

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Weiter gings zu Fuß zum Markusplatz. Wir bewunderten die Seufzerbrücke  und genossen die Abendstimmung mit Blick auf San Giorgio Maggiore.

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Zurück in Rialto versuchten wir uns an ein paar Nachtfotos, allerdings ist auch abends auf dem Kanal ne  Menge los, die Schiffe sind alle in Bewegung und die Rialtobrücke ist weiterhin verbaut.

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Gegen 23:00 Unr trudelten wir total platt im Hotel wieder ein. Es war ein wunderschöner Tag in einer bezaubernden Stadt gewesen.

Tag 3, Burano und Lido di Venezia Als uns am nächsten Morgen das Weckerklingeln aus süßen Träumen holte, dachte ich mich haut Jemand. Wir hatten nur sechs Stunden Schlaf gehabt, auch in der zweiten Nacht hatten die Blutsauger ganze Arbeit geleistet. Wir frühstückten bei Coop mit Capucchino und Baguette und liefen im Anschluß nach Fondamente Nova um mit der 12 nach Burano zu fahren. Die Aussicht auf Venedig war sehr schön und mal eine ganz andere Perspektive.

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Die Fähre fuhr über Murano und aufeinmal war das Schiff voller Japaner. Diese treiben sich ja gerne und grundsätzlich an pittoresken Orten herum. Burano ist ein Kleinod, die Insel der Spitzenstickereien  und des Fischfangs. Die bunten Häuser sind bezaubernd, große Hotels gibt es auf der Insel nicht. Wir erliefen uns die kleine  Gassen und staunten nicht schlecht.

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Glaubt man den Reiseführern, wurden die Häuser auf Burano schon immer bunt angemalt um sich von seinem großen Nachbarn in der Lagune abzuheben.

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Wir jedenfalls genossen das Kleinod und machten uns im Anschluß auf den Weg nach Lido di Venezia. Dort war ich ebenfalls noch nie und es lockte eindeutig der Sprung in die Adria. Die Fähre fuhr über Punta Sabbioni und alte Erinnerungen an Reisen  in meiner Jugendzeit wurden wach. Abends schaute ich mir tatsächlich das Hotel Ca‘di Valle in Cavallino über booking an……ob man mal ein paar Tage Badeurlaub in dieser Ecke machen sollte? Wir schlenderten die Haupstraße zum Strand entlang, naschten eine mittelmäßige Pizza und planschten kurze Zeit später in der Adria.

Gegen 17:00 Uhr traten  wir gutgelaunt, verbrannt und angedüdelt vom lauwarmen Bellini , den Weg nach Venedig an. Wieder genossen wir fabelhaftes Bilderambiente vom Boot aus.

Wir stiegen Accademia aus dem Vaporetto und schlenderten durch Dorsoduro, über die Peggy Guggenheim Kollektion ( hatte ich mir 2001 angesehen) , zur Dogana.

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Dort genossen wir den Blick auf den Markusplatz und San Giorgio Maggiore und wurden kurz vor der blauen Stunde vertrieben. Ganz Venedig schien auf den Beinen zu sein, viele Boote mit Partyvolk war unterwegs, am Ufer spielten diverse Bands. Die Polizei räumte die Dogana, vermutlich sind schon zu viele Touristen bei Parties abgesoffen?

Wir ließen uns davon nicht beirren, wir waren quack und zufrieden und rund 30 Minuten später froh, wieder in Canareggio zu sein. Unser Abendessen war a la Carte, die Meeresfrüchtesuppe war sehr gut, die Spaghetti so ok….80€ natürlich zu viel aber immer Tourimenü wollten wir nun auch nicht.

Gegen 23:00 Uhr lagen wir im tiefen Schlummer, draußen vergrätzte ein Gewitter die Partyleute.

4.Tag :San Polo, Santa Croce und Abflug

Wie schliefen aus und gaben pünktlich um 9:40 die Zimmerschlüssel in der Locanda San Marcuola ab. Von dort nahmen wir das Vaporetto nach Rialto ( die 48 Std. waren noch nicht  abgelaufen) und eroberten uns in San Polo ein leckeres Frühstück. Der Capu kam nur noch 1,10€. Am Mercato bewunderten wir die Architektur ansonsten war dort nichts los.

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Leider ist San Polo der Rollkoffer Highway nach Ferravia und Piazale Roma für alle Reisenden die entweder in Dorsoduro, San Polo oder Santa Croce gewohnt haben oder noch wohnen wollen. Es muss die Anwohner irre machen, ich kann die Dinger nicht leiden und das Geräusch ist zermürbend. Wir bogen oft von den Hauptverkehrsrouten ab uns eroberten uns die Stadtteile Santa Croce und San Polo. Beide bezaubernd und malerisch…..hier ein paar Impressionen.

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Wir ließen unser Wochenende an den Ufern von Canareggio und San Marcuola ausklingen. Unsere Füße hielten den Fluten des Canale Grande stand, die letzte Flasche Bellini wurde geköpft.

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Gegen 14:30 genossen wir ein letztes Tourimenü, die Nudeln mit Meeresfrüchte waren sensationell.

Wir lösten unsere Taschen in der Locanda aus  und liefen in rd 15  Minuten zur Piazale Roma. Dort bekamen wir die letzten zwei Tickets für den Bus und ersparten uns weitere Wartezeiten.

Marco Polo ist für die vielen Passagiere nicht ausgelegt, auf dem Flughafen war Himmel und Hölle los. Da unsere Maschine Verspätung hatte, konnten wir das gesamte Weltcup Finale mitverfolgen, leider verlor Kroatien gegen Frankreich 2:4. Der Flug war recht unruhig aber bei 1:10 Std will ich mal nicht meckern. In Rudow erwartete uns Emily und meine liebe Mama und Klaus. Venedig hat uns supergut gefallen, wir werden dieses Wochenende sicherlich wiederholen.

 

 

2 Gedanken zu „Italien 2018: Venedig, zum dritten Mal in der Lagune“

  1. Hi,
    leben möchte ich nicht in Venedig die Stadt ist mir mit den alten Häusern einfach zu schmuddelig.Teilweise sind auch schöne Sachen in Venedig zu finden aber das Leben ist einfach zu teuer
    dort.Eure Fotografien sind wieder einmal sehr gut.
    L.G. Nati u. Kalle

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