Frankreich 2022, XIV: Granville, Villedieu & Abbeye de Hambye

Markttag in Villedieu les Poêles, ein Event auf das wir uns eine Woche lang gefreut haben.

Wir schliefen aus und zogen vor dem Frühstück noch los. Unser Melonenschmuggler verkaufte an uns sechs Flaschen Cidre, dazu gesellten sich Artischocken, Koteletts und Calvados für Berlin, Zwiebeln, Knoblauch, Muscheln für abends.

Seespinnen, keine Krebse
Bulots, Muscheln, keine Schnecken
die Preise, sensationell

Mit frischem Baguette zelebrierten wir ein tolles Frühstück und vergammelten noch ein wenig die Zeit. Mittags zog es uns nach Granville, wir wollten Altstadt, Strand und Christian Dior, zumindest einen Blick auf die Hütte. Wir bekamen nichts von unseren Wünschen gebacken, so ist das, wenn man sich nicht mit seinen Zielen beschäftigt.

Granville hat eine Ober,- u. Unterstadt und ist, anders als Saint- Malo, wenig logisch aufgebaut. Später las ich, dass Granville auf Freibeuterei zurückschaut, ein echtes Piratennest und irgendwie zusammengestückelt…naja, wir parkten zunächst in der Innenstadt, der Weg zum Strand und Casino zu weit, also umparken. Dann eben zum Hafen, neben tollen Restaurants fanden wir nur Parkplätze, keinen Durchgang zur Strand….na gut, dann eben wieder umparken und zum Casino. Achja, es war Ebbe, das Casino steht leer, Hunde am kargen Ebbestrand nicht erlaubt und auf Christian Diors Haus bekommt man keinen Blick, schon gar nicht mit Wauz.

Später las ich, dass wir den Strand neben den Hafen hätten nehmen müssen, dann wäre wenigstens der Blick auf die Freibeuterstadt sichtbar geworden….Nun gut, wir kürzten unser Sightseeingprogramm ab und nahmen einen Carrefour Contact, nicht so toll bestückt, für Mitbringsel und Abendessen reichte es.

Auf dem Heimweg entdeckte ich wieder mal eine alte Mühle und damit waren wir wenigstens ein wenig versöhnt.

Zurück in Viledieu sprang Mathias wieder in den Pool und ich popelte mich durch den Saint- Malo Bericht.

Was kann man Alles im Wohnwagen zaubern? Ich für meinen Teil kann  mittlerweile auf ein großes kulinarisches Programm zurückblicken, von Fischsuppen, Nudeln, Canneloni, Tortellini nun auch Muscheln Mariniere, also mit Weißwein….lecker war es.

Gegen 23:30 Uhr fielen wir in tiefen Schlummer, es war übrigens das erste Mal weit über 25 Grad warm, 30-31 Grad sind für den letzten Tag in Frankreich angesagt.

An unserem letzten echten Urlaubstag standen wir gegen 8:30Uhr auf und kümmerten uns nach dem Frühstück um den Wohnwagen und um Reisevorbereitungen. Ich putzte die Wohndose von innen, Bianca ist demnach bereits reisefertig für Italien.

Wir wollten zunächst in die Abtei Hambye und im Anschluss die Glockengießerei von Villedieu besuchen. Auf dem Weg zur Abtei stellten wir um 11:46 Uhr fest, dass diese um 12:00 Uhr schließt. Die Glockengießerei hatte noch bis 12:30 Uhr auf und somit widmeten wir uns der Kunst des Glockengießens. Die Glocke von Notre Dame wurde übrigens in Villedieu hergestellt, eine Glocke wartete z.Zt auf Weiterverarbeitung und geht danach nach Vietnam. Es gibt nur noch zwei Glockengießereien in Frankreich, ein sterbendes Handwerk. Die Führung war sehr gut und wir tauchten tief in das Handwerk ein.

Leider war der Shop zu preiswert, Gleiches galt ja bereits für die Kupferkessel,- u. Pfannen, die ebenfalls unbezahlbar sind. Alleine Topfdeckel werden mit 45€ aufwärts gehandelt, eine Pfanne ist unter 200€ nicht zu bekommen.

Wir verbrachten die heißen Mittagsstunde unter der Markise, Emily schwächelte ein wenig….der Magen!

Gegen 14:30 Uhr waren wir wieder on the road und fuhren in die Abtei, fototechnisch ein echter Kracher. Hambye ist , nach dem Mont Saint Michel die am besten erhaltene Abtei aus dem Mittelalter in der Normandie . Leider wurde die Kathedrale als Steinbruch nach der französischen Revolution missbraucht, Wikipedia schreibt: Die Abtei wurde im Jahre 1145 von Guillaume Paynel, dem Herren zu Hambye, gegründet. Paynel holte von Tiron die Benediktinermönche, um die Klosteranlage zu bauen. Den Höhepunkt ihrer regionalen Bedeutung erreichte Hambye im 13. Jahrhundert, daran schlossen sich Jahrhunderte des Niedergangs an. Im 18. Jahrhundert wurde die Abtei schließlich geschlossen: während der Französischen Revolution (1789–1799) wurde das Kloster verkauft und dann für landwirtschaftliche Zwecke genutzt.

Immerhin, die Anlage ist in Familienbesitz und wurde zum Teil sehr liebevoll restauriert, die Kathedrale macht als Ruine eh mehr her.

Mathias ging als Erster aufs Gelände, wir zwei Mädels warteten mehr ider weniger brav davor, die Bellerina gab mal wieder alles….

Später nahm ich mir die Zeit für die Anlage und ehrlich, ich bin gespannt, was Lightroom zu den Fotos sagt. die hier gezeigten sind ja nur mal eben I- Pad bearbeitet und auf 500 KB für den Blog gezogen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
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Die Abtei war ein würdiger Abschied eines tollen Urlaubsziels. Da die Küche bereits geputzt war, blieb diese an diesem Abend kalt…..es gab Pizza und Cheeseburger in Jack‘s Bar auf dem Campingplatz.

Wir verabschiedeten uns sehr herzlich von Cècile und Franck, der Platz ist ein ultraheißer Tip für die Normandie. Er gehört zu unseren Top 3, besser war vermutlich nur Vela Blu in Cavallino und der war bedeutend teurer.

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