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Um aber überhaupt wieder nach Kathmandu zu kommen, mussten wir mit einen klapprigen Linienbus den kilometerlangen Staus trotzen und viel Sitzfleisch beweisen. Die Strecke kostete uns 12 Stunden, wir standen mehr, als das wir saßen. Die langen Staus wurden von den übervollen Tankstellen verursacht, die Autos standen Hunderte von Metern am Straßenrand und warteten auf verheißungsvollen Diesel. Damit war dem Grunde nach der Standstreifen dicht und alles plagte sich auf einer Spur. Allerdings bekam man auf diese langsame Art des Reisens noch nen bissel was von Land, Leute und Kultur mit. Begeistert haben mich die altersschwachen Busse in den unterschiedlichsten Stadien der „Verwesung“ ….und alle noch munter auf der Straße.

Das Elend nach dem großen Erdbeben war in den Nestern am Wegesrand natürlich nochmals präsenter, Zelte des UHNCR oder auch dem deutschen roten Kreuz waren unübersehbar.



Zum späteren Abend hatten wir es dann geschafft, „welcome to Kathmandu“. Wir wohnten wieder in Thamel, im Pilgrim`s Gästehaus der alten Garde. Unser Zimmer so, wie ich es aus SOA gewohnt bin….dafür mit 8€ inkl. Frühstück spottbillig und genau deshalb absolut empfehlenswert.

Nach einem schnellen Abendessen ging es in die Heia, wir wollten ausgeruht am nächsten Tag in die große weite Welt starten.
Patan/ Lalitpur
Für fünf Leute ein Taxi zu ergattern ist schon in normalen Zeiten unglaublich schwer, in Embargozeiten ein nahezu unmögliches Unterfangen. Somit liefen wir durch den Moloch Kathmandu und kamen somit ungeplant am Bhimsen Tower vorbei bzw. das was von dem Turm noch stand. Jeder von uns hatte die Bilder im Kopf, als in den Tagen nach dem Erdbeben die Bilder vom eingestürzten Turm um die Welt gingen- ob die Ruine wieder aufgebaut wird, mag Niemand bestätigen.

Wir sahen viele Schäden auf dem Weg nach Patan, die Ecke von KTM hatte es mehr erwischt, als Thamel.

Die grasbewachsene Stupa symbolisiert ein Stadttor


Patan oder auch Lalitpur überzeugte uns aber dennoch in Schönheit und Ausprägung. Der Durbar Square wirkt architektonisch besser strukturiert als der Platz in KTM, auch wenn die Schäden mindestens genauso prägnant waren. Wir wurden von einer Gruppe Archäologen interviewt, sie wollten wissen, ob wir unsere Reise nach Nepal vor, oder nach dem Erdbeben geplant hätten. Wir hatten sie ja bereits in 2014 geplant und nichts konnte uns abhalten, schon gar nicht umgeworfene Steine.




Das besondere Highlight von Patan war, neben dem Durbar Square, der goldene Tempel. In diesem verschlug es uns schlicht die Sprache, wow. Kritiker könnten natürlich sagen „kitschig, zusammengewürfelter, hinduistischer Nippes“….wir fanden das Tempelchen überwältigend und so ganz anders als das, was wir in China oder Tibet gesehen hatten.





Zurück nach Thamel ging es tatsächlich per PkW…ganz nach dem Motto „besser schlecht gefahren, als gut gelaufen“ Angesichts der vielen, v elen Menschen die mittlerweile nur noch auf Busdächern von A nach B kommen, war unsere Situation ziemlich kuschelig bequem, fünf Mann in einen Kleinstwagen, mein Gott…es gibt Schlimmeres.

Wir shoppten uns an dem Tag dumm und dämlich, alle Fünf reisten zwei Tage später mit hübschen North Face Kosmetiktaschen und Reisetaschen gen Heimat.
Bhaktapur und Panauti
Man sagt ja immer, das Beste kommt zum Schluss und tatsächlich schien sich dies für Nepal zu bewahrheiten. Mit einem komfortablen SUV ging es am letzten echten Urlaubstag zunächst nach Bhaktapur. Auch dort mussten wir die obligatorische Eintrittsgebühr zahlen und staunten nicht schlecht. Um in die Altstadt zu kommen, muss man tatsächlich ein paar Stufen nach oben steigen.

Natürlich auch hier ein paar Beschädigungen, insgesamt wirkte die Altstadt rund um den Durbar Square aber sehr schön kompakt und ist mit Sicherheit eins der kulturellen Highlights in Nepal.






Es waren sehr wenig Touristen in der Stadt, wir konnten die Sehenswürdigkeiten gut auf uns wirken lassen. Wir besuchten den Taumadni Square mit seinem Wahrzeichen,

welches Gott sei Dank NICHT zerstört wurde.

Auch der Platz der Töpfer war beeindruckend, man kann sich kaum vorstellen, dass noch so viele Töpferwaren im Zeitalter von Plastik und Pappe gekauft werden.



Nachdem wir auch zum Dattraya Square geschlendert waren, fuhren wir weiter nach Panauti.

Unterwegs einen wunderschönen Blick ins Kathmandutal genossen und mal wieder ausgiebig im Stau gestanden.

Auch hier- das Dieselproblem….. mit einer Fahrzeit von über einer Stunde hatten wir es schlussendlich geschafft, uns begrüßte die relativ schmucklose Newarstadt ohne jegliche touristische Infrastruktur. Selbst das Hotel war geschlossen, lediglich die Pipistube durften wir aufsuchen- ohne Licht, wegen fehlender Glühbirne.



In den vergangenen vier Wochen war uns so oft das Glück hold und auch heute wollte es uns nicht verlassen. Es war Ernte auf dem Land und so konnten wir, neben unzerstörter Dorfarchitektur, auch die Aktivitäten der Einwohner bewundern…wunderschöne Momente und wieder einmal wurde uns bewusst, dass in anderen Teilen der Welt die Menschen mit so sehr viel weniger absolut zufrieden sind.


Mit diesen wunderschönen Erlebnissen ging unsere Nepal Tour zu Ende, am nächsten Morgen traten wir unseren Rückflug nach Deutschland an. Zum ersten Mal wurden wir dann tatsächlich Dieselopfer, wir mussten eine nicht geplante Zwischenlandung in Neu Delhi ertragen, da erst dort die Maschine aufgeladen werden konnte.
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Unser Weg zum Durbar Square ( dem historischen Herzstück von Kathmandu) führte an einer buddhistischen Stupa vorbei, quasi der kleine Bruder vom Komplex Swayambunath




Diese Anlage wurde errichtet, für alle Gläubigen, die es nicht mehr auf den Berg bis Swayambunath schaffen, da die Anlage über KTM auf einem Berg thront.
Unterwegs bemerkten wir eine große Unruhe in der Stadt, wir hörten Trommeln und so langsam und allmählich kam uns die Indra Jaatra Woche / Feierlichkeiten für die lebende Göttin Kumari ins Bewußtsein.



Die Feierlichkeiten werden mit Straßenfesten begonnen und enden ind en großen Tempelkomplexen von Kathmandu.
Wir hatten es tatsächlich geschafft, genau zu dieser Woche in KTM zu sein? so langsam und allmählich dämmerte uns wie besonders diese Woche ist, wow….wir hatten tatsächlich die Chance die Kumari live zu sehen. Das Mädchen darf sch nur 1x im Jahr dem Volk präsentieren und wir waren dabei! Und das auch noch vollkommen ungeplant, echt irre.


Oh was hatte ich Spaß auf diesem Platz vor vier Jahren. Mich beeindruckte die Newararchitektur und das pralle Leben…..
Leider hat der Durbar Square arg gelitten, der Platz ist in sicher, unsicher und einsturzgefährdet unterteilt. 
sicher, unsicher, einsturzgefährdet
Alle Häuser die noch irgendwie stehen, werden von Stützpfeilern gehalten, das nächste wackeln unter der Erde wird die ultimative Katastrophe sein








Die Nepalis sind übrigens sehr pragmatisch, unser Hostelbesitzer schüttelte lakonisch den Kopfund beteuerte inbrünstig: „Gott Shiva zerstört und erneuert…..wir haben nun die Chance es besser zu machen und sichere Häuser zu bauen!







Später am Abend konnten wir sie dann tatsächlich sehen, das kleine Mädchen, welches als lebende Göttin verehrt wird. Die Kumari, wohl noch nicht pupertierend, denn das wird dann ihr Todesstoß, raus aus dem Palast, hinein die rauhe Welt sein. Ungebildet, mit einer kleiner Rente und einem schlimmen Fluch gesegnet: ehemalige Kumaris werden nicht gerne geheiratet, deren Ehemänner sterben wohl sehr jung !

Kumari, die lebende Göttin

Pashupathinath, Boudhanath, Swayambunath
Unser erstes, morgendliches Ziel startete mit den heimlichen Herrschern von Pashupathinath- den Affen. Wir fuhren mit dem Taxi zu einem der wichtigsten hinduistischen Heiligtümer überhaupt, nicht nur in Nepal sondern von Hindus aus der ganzen Welt.


Pashupathinath ist nicht nur ein Tempelkomplex sondern auch Verbrennungstätte mit angeschlossenen Hospizen für Sterbenskranke. Priester und Saddhus sind allgegenwärtig. Affen rennen durch die Anlage und stibitzen die Opfergaben.
Lustigerweise sah ich viele Saddhus bereits zum zweiten oder dritten Mal in meinem Leben. Da diese zwischen den Ländern wandern, habe ich viele von den Jungs schonmal in Pashupathinath aber auch in Varanasi, Udaipur und Pushkar gesehen.










Bezüglich der Verbrennungen habe ich bewusst im Fließtext auf Fotos verzichtet. jeder muss selbst entscheiden, wieviel oder wie oft man abdrücken kann/muss/ soll. In Varanasi/ Indien sind Bilder verboten, es sei denn, man zahlt harte Dollar….etwas, was ich natürlich niemals unterstützen würde. In Pashupathinath ist man stummer Zuschauer, nicht so nah am Geschehen wie in Varanasi und die Nepalis haben selbst alle die Knipsen und Handys dabei und drücken fleißig ab, wenn Oma und Opa im Sandelholz kokeln….eine bizarre Situation. Wer interessiert ist, kann sich die Fotos oben in der Sammlung ansehen.
Aufgrund der Indra Jaatra Woche wird der Ort auch von vielen Gläubigen aufgesucht, die Priester hatten Hochsaison



Opfergaben


Boudhanath
Auf Boudhanath war ich gespannt, 2011 hatte ich den Ort als vollkomenen Frieden in einer hektischen Stadt empfunden. Wenn man um die Stupa läuft, erklingt „Om Mani Padme Hum“ aus dem Lautsprecher und man ertappt sich, dass man alsbald DAS Mantra des Buddhismus mitzusummt. Boudha ( die Kurzform) ist das größte Heiligtum der Exiltibeter. Die Frauen tragen traditionelle tibetische Trachten, fast wähnt man sich in Lhasa. Während das Kathmandutal eher hinduistisch ist, sind ja die Berge und die Dörfer buddhistischen Glaubens.
Leider hat die Stupa arg Schaden am Erdbeben genommen, traurig starrte ich auf die Überreste und hier möchte ich auch nochmal Fotos von 2011 zum Vergleich einfügen. Gott sei Dank brummte aber auch dort das Leben, die Musik verzauberte weiterhin und gewerkelt wurde dort auch sehr fleißig. Die Exiltibeter laufen weiterhin stoisch, um die Stupa,genau wie auf dem Barkhor in Lhasa
Wenn ich wieder in KTM bin, werde ich wohl wieder auf die blütenweiße Stupa schauen 









Diese Anlage liegt hoch oben, mit grandiosem Blick auf das Kathmandutal.

Ich hatte bereits aus der Zeitung entnommen, dass auch dort Schäden am 25.04.2015 entstanden sind und so war es nicht weiter verwunderlich, dass Schilder standen, die vor Einsturz warnten
Wir ließen die besondere Atmosphäre auf uns wirken, genossen den Blick “ nach unten“ und nahmen erstaunt wahr, wie nah Buddhimus und Hinduismus sich nimmt- wir sahen auch in Swayambunath Saddhus!







In Deutschland gab es bereits Schwierigkeiten mit dem chinesischen Visum, da wir nach Peking reinfliegen und aus Kathmandu wieder zurück nach good old Germany wollten. Kostete dem spitzfindigen Chinesen in der Botschaft natürlich nur den Bruchteil einer Sekunde um uns zu entlarven…“aha, diese Langneesen wollen nach Tibet, das mache ich Denen so schwer wie möglich“. Geschlagene 3x fuhr Mathias zur Botschaft, jedes Mal kam er unverrichteter Dinge wieder zurück. Beim vierten Mal hatte er einen Vertrag über eine Chinareise im Gepäck, der erstunken und erlogen war- ausgestellt von unserem chin. Tibetveranstalter, gestempelt von der chin. Tourismusbehörde. So läuft der Hase… und wie schnell der aufeinmal rennen konnte! Binnen weniger Tage hatten wir unser Visum. Nun ging das bange Warten auf unser Tibet Permit los !!! Kurz vor dem Abflug war es immer noch nicht da, unser Veranstalter, Tibet Vista, beruhigte uns…..36 Std. vor Abflug trudelte letztendlich auch das wichtigste Dokument in den E-Mail Postkorb und musste nur noch in Farbe ausgedruckt werden. Nun durften wir mit chinesischer Erlaubnis in das Autonomiegebiet Tibet einreisen!

An unserem Abfahrtstag aus Peking zog es uns vor lauter Nervosität schon vier Stunden vor der eigentlichen Zugabfahrt zur Western Railway Station. Sowas Gigantisches von Bahnhof hatten wir Alle noch nie gesehen. Menschen, die wie Ameisen hin,- u. herrannten, riesengroß der gesamte Komplex, erinnerte vielfach an einen Flughafen- nur….verdammt—-wo waren die Ticketschalter? Wir teilten uns in zwei Gruppen auf, die einen bewachten das Gepäck, die Anderen erkämpften die Tickets. Alleine die Tickethalle hatte 24 Schalter, an nur Einem wurde englisch gesprochen! Eine geschlagene Stunde verbrachten wir in der Schlange, dann wurde unser Permit inspiziert, Unterschriften und Stempel bewundert und am Ende wurden uns die heißersehnten Tickets von Peking nach X’ian und von X’ian nach Lhasa ausgehändigt.
Die erste Hürde war genommen und die weiteren drei Stunden in der Wartehalle waren von eher spaßigem Kaliber. Die Toiletten ließen wie in Gesamtchina sehr zu wünschen übrig, dennoch sollte sich herausstellen, dass diese noch gut waren…..der Zug nach Lhasa wurde von uns im Verlauf der Reise nur noch liebevoll Kackraupe genannt.
Man wartet in riesigen Wartehallen und erst wenn der Zug eingefahren ist, darf man auf den Bahnsteig. Man sollte demnach seine Sachen gut sortiert haben und sich schon mal mit dem Ticket vertraut machen, damit man am Ende nicht so arg lange sein Abteil sucht. Wir hatten uns, angesichts der Länge der Zugfahrt für Viererabteile mit Tür entschieden. Die 6er Abteile sind alle offen, d.h der Geräuschpegel ist dementsprechend. Da die Chinesen so nette Geflogenheiten wie rülpsen, husten, rotzen, schnäuzen und rauchen ( vor Allem dort wo man es nicht darf) schätzen und ausgiebig pflegen, war ich über den Miniluxus nicht undankbar. Der Zug nach X’ian war recht modern mit tuffiger Note und noch ziemlich sauber. Wir waren zufrieden, tranken ein Schlummerbierchen und schaukelten durch die Nacht. Die Mädels heierten in dem Viererabteil, die Männer verteilten sich in andere Abteile.
Morgens um 6:00 Uhr waren wir bereits in X’ian. Am Ausgang muss man immer nochmal sein Zugticket vorzeigen und somit wird nochmals kontrolliert, ob jeder Passagier mit einem gültigen Ticket unterwegs war.
Auf dem Weg nach draussen, zu unserem Minivan der uns zur Terrakotta Armee bringen sollte, versuchte eine Chinesin mir mein Ticket aus der Hand zu rupfen. Dabei ging sie so rabiat vor, dass ich ihr tatsächlich mit meinem Tagesrucksack eine runterhauen musste um das Ticket zu retten……die gute Dame war danach baff und ich ziemlich zufrieden
und stolz…..wo ich doch gar nicht soooo schlagfertig bin.
Den Tag verbrachten wir bei der Terrakotta Armee und auf der Stadtmauer von X’ian. Anbei ein paar Eindrücke eines wirklich beeindruckendem Erlebnisses.







Und hier Bilder des nächstens von der Stadtmauer in X’ian, auf der man 14 km um die “ Altstadt“ laufen kann, wirklich toll- leider hatten wir an dem Tag Smog und die Nachmittagsbilder sind alle nur grau in grau und dieselig




Wir schliefen in X’ian im YHA- ein Hostel welches ich sehr empfehlen kann. Saubere, große Zimmer und schöne Bäder und Dumpling Party for free.
Abends wurden wir gegen 22:00 Uhr an die Reption gerufen. Eine Chinesin hatten einen Briefumschlag für uns hinterlegt. Was war da wohl drin?????
Wir holten die mit fettem Siegellack und Aufkleber verzierten Originalpermits für Tibets heraus, inkl. Kurzanleitung….oh Mann, uns wurden die Knie weich! Da hatten wir uns so gut und sicher gefühlt und hatten mit unseren Kopien wohl so gar nichts besessen!
Am nächsten Morgen waren wir mehr als großzügig vor Abfahrt des Zuges am Bahnhof. Der Schaffner unseres Abteils bewunderte eingehend unseren Permit, gab diesen dann an den nächsthöheren, mit Lametta verzierten Offiziellen weiter, der den Permit dann dem nächsten wichtig aussehendem Menschen gab.
Lange Rede, kurzer Sinn wird durften in den Zug und waren für die nächsten 36 Std. tatsächlich die einzigen, nichtchinesischen Touris auf dem Weg in“ the land of snows“. Am Ende unserer Tour durch Tibet mussten wir feststellen, das wir so ziemlich die einzigen westlichen Tours waren. Wir trafen ab und an ein paar Österreicher wieder, das war es dann aber auch im großen Maße schon.


auf dem ersten Blick porentief rein

bevorzugt wurde von den Chinesen in den Teppich geascht- eine Unsitte.
Der Zug Shanghai Lhasa hatte schon 14 Stunden auf dem Buckel, alle öffentlichen Bereiche waren eigentlich nicht mehr betretbar. In dem Zugrestaurant lümmelten die Bahnangestellten, rauchten trotz Ruchverbot und tanzten zu guter Letzt besoffen Polonaise durch den Zug. Wir waren zufrieden, dass unser 4er Abteil verschlossen gewesen war, die Männer teilten sich den Zug mit zwei reizenden Mädels, die sich um das kulinarische Wohl der Langnasen kümmerten.
Die Toiletten waren unterteilt in Western Style und Latrinen Style. Wir lernten die Vorzüge der Latrine zu schätzen….Hosen hockrempeln, nichts anfassen, Augen zu und durch.
Die Western Style Klos waren sooooooo abartig….es schwamm vor Wasser, Urin und Essensresten…die Kacke ( sorry der harten Worte) schwamm im Waschbecken, wie sie dorthin kam, wird mir immer ein Rätsel bleiben, ich vermute ganz stark, dass die Kinder auf dem Waschbecken abgesetzt wurden. Während auf dem Weg nach X’ian die meist weiblichen Bahnbeschäftigten putzten und sich um das Wohl der Gäste sorgten, waren die Herren der Schöpfung mit saufen, rauchen und Polonaise tanzen beschäftigt……und noch 36 Stunden bis Lhasa.
Zunächst genossen wir die chinesische Provinz mit Blick aus dem Zug, kulinarisch gabs Nudelsuppen, Nudelsuppen, Nudelsuppen….Beef Jerky oder auch Porridge aus der Tüte. Well, es schmeckte nicht, zum Überleben reichte es

Hier ein paar Eindrücke aus dem Zug, allesamt noch in China



Der Zug schaukelte durch Xining in Richtung tibetische Grenze. Wir machten es uns häuslich, nur der Toilettengang wurde von Mal zu Mal mehr eine Überwindung und uns grauste vor großer Höhe, weil man mehr trinken muss um der Höhenkrankheit zu entgehen- was für Aussichten!
Das einzige Highlight an diesem Nachmittag was das ewig heiße Wasser, welches aus einem Spender sprudelte und uns mit Tütensuppen, Nescafe´und Porridge versorgte.
Die Männer versuchten sich an einem Hühnergericht aus dem Zugrestaurant, mit grenzwertigem Ergebnis, Kumpel Ralf k…..es am nächsten Morgen, beim Anblick der Klos, einfach noch zum ekligen Rest hinzu.
Mitten in der Nacht überquerten wir die Grenze und befanden uns auf dem Plateau. Ab ca. 4:00 Uhr früh wurde Sauerstoff ins Abteil hineingepumpt, wir befanden uns auf großer Höhe von bis zu 5400m. Insgesamt kamen wir Sechs recht gut mit der Höhe klar, nur Freundin Mona setzte sich unter die Düsen um die Sauerstoffzufuhr optmal zu nutzen.

Tibetische Dörfer an der Bahntrasseder Lhasabahn aka Himmelzug


Sonnenaufgang um 10:00 Uhr !
Der Zug war mit Höhenmessern und Druckmessern ausgestattet, vermutlich wurde die Sauerstoffzufuhr so geregelt. Wenn der Zug nicht so dreckig gewesen wäre, hätte ich meinen Hut gezogen

Die Unterdrückung durch die Chinesen wurde auch für uns Laien sehr schnell auffällig. Zum Beispiel gibt es nur eine einzige Zeitzone, bedeutet dass in Tibet die Sonne erst am späten Vormittag aufgeht….umso weiter westlicher, desto später. Oder die Geschichte mit den Fahnen auf den Häusern. Jede Familie erhält beim Einzug eine Fahne von der Regierung geschenkt, wird diese nicht auf dem Dach aufgestellt, müssen die Tibeter eine empfindliche Strafe zahlen



Die grandiose Natur auf dem Plateau entschädigte uns für die volle Blase, den wenigen Sauerstoff und den einen oder anderen schwachen Magen am Morgen. Wir hatten noch rd. 12 Std. Zugfahrt vor uns- die ich zumeist am Fenster verbrachte.




Der Tag zog sich dennoch hin, irgendwann will man einfach nur noch raus. Wir begaben uns auf die Suche nach benutzbaren Klos- Fehlanzeige, ganz schlimm sah es in den 4er Abteilen und den Softseatern aus. Das Zugpersonal pennte seinen Rausch aus.

Uns entschädigte nur die Natur, der Zug hat nicht umsonst so schöne Beinamen wie Himmelszug, Zug über den Wolken- für mich einfach nur die Lhasabahn.

typisches Wohnhaus


Gegen frühen Abend hatten wir es geschafft, der Zug rollte durch die Neubauvororte von Lhasa. Wir staunten nicht schlecht, als wir die 30stöckigen Wohnhäuser und Betonwüsten erblickten. Leider hat Lhasa ( nur Potala, Barkhor und Johkang) auch keinen Unesco Status, da zwar die Altstadt bildschön, das Gesicht aber ansonsten sehr chinesisch ist.
Am Bahnhof von Lhasa wurden wir, nach Abgabe unserer Tickets sofort separariert und in ein angrenzendes Gebäude gebracht. Dort wurden wir erkennungsdienstlich erfasst . Ein merkwürdiges Gefühl machte sich breit…..irgendwie erinnerte es mich, wie ich als Westkind in die DDR gereist bin!
Das blöde Gefühl wurde uns dann Gott sei Dank durch Tenzing unserem Guide, der uns mit weißen Tüchern zur Begrüßung erwartete, genommen. Ein nettet tibetischer Guide sollte unser Begleiter für die nächsten Tage sein… unser erster Gedanke, „Gott sei Dank kein Rotchinese“. Tenzing machte in den nächsten Tagen einen super Job, mehr dazu im nächsten Bericht

Willkommen in Lhasa