Schlagwort-Archive: Pizza

Italien 2020, XII: Tramin, Kaltern, Seiser Alm

Der nächste Tag brach um 7:00 Uhr mit den Läuten der Glocken des wohl in Italien erfolgreichsten Unternehmen an, bimmelbammel, bimmelbammel…..so eine Dorfkirche in Reichweite ist hübsch, morgens um 7:00 Uhr nur nervig.

Auch der Blick auf die schöne „Sonnenterasse“ brachte keine Erleichterung, es hatte schwer geregnet, die Berge waren quasi im Nebel verschwunden, nur die morgendlichen Temperaturen waren mit 16 Grad als mild zu bezeichnen.

Nun denn, wir waren innerlich ja darauf vorbereitet gewesen und machten zunächst gelassen Frühstück. Unser Ausflug zur Seiseralm stand ja von Vornherein auf wackeligen Wetterfüssen und somit vertagten wir dieses Unternehmen auf den nächsten Tag. 

Nach dem Frühstück zog es aufeinmal auf und die Sonne zeigte sich, so dass wir schnell unsere Sachen packten und zum Kalterer See fuhren. Dort parkten wir an der Seeperle, fanden unterwegs noch zwei Campingplätze, die uns wohl irgendwann mal, auf dem Weg nach Süditalien, beherbergen dürfen.

Der Kalterer See ist lediglich 1,8km lang und 900 m breit und auch seine Tiefe liegt gerade mal bei 5,8m. Dafür ist er mit 28 Grad Wassertemperatur im Sommer auch der wärmste Badesee Europas.

Am See wurde es direkt sommerlich und wir freuten uns wie die Schneekönige.

Auch ohne Wanderschuhe starteten wir die dreistündige Seeumrundung, die wir allerdings nach 40 Minuten unterbrechen mussten, da die Parkuhr ablief.

Wir bewunderten die Obstplantagen, für die Kaltern berühmt ist. Selbstverständlich blieben aber alle Äpfel dort hängen wo sie hingehören….Andere klauten fleißig, eine widerliche Unsitte.

Nach einem Holundersaft in der Seeperle fuhren wir zurück nach Tramin, schnappten uns die Wanderschuhe und begaben uns auf den Gewürztraminer Wanderweg.

Hierbei handelt es sich um einen mittelschweren Wanderweg durch die Weinstöcke des Gewürztraminers, mit geistigem Input.

Eigentlich war der Weg Pippifax, doch durch zwei miese Anstiege kamen wir doch richtig ins Schwitzen…..Emily krauchte ebenfalls mehr oder weniger enthusiastisch mit uns mit. Klettern tut ein Westie gerne, einfach nur Anstiege findet sie doof.

Wir waren allerdings mit dem Rundweg mehr als zufrieden, hatten wir doch ein paar schöne Ausblicke genossen. Die Freude war mehr als groß, das sich das Wetter noch einigermaßen hielt.

Wir schlürften einen Kaffee in unserer Unterkuft, duschten und fuhren zu Tramin-Cantina. Unser Ziel waren nicht nur einige Flaschen von dem guten Gesöff, wir wollten auch eine kleine Weinprobe mitnehmen.

In der Cantina kann man nicht nur guten Wein kaufen, die Möglichkeit sich durch alle Weine durchzukosten und pro Probe zw. 0,50€- 1€ zu zahlen ist eine geniale Option am späten Nachmittag.

Wir versuchten drei verschieden Weißweine und kamen gut angedüdelt im Pernhof an. Diesmal entschieden wir uns Alle für Klöße mit Pfifferlingen plus Suppe. 

Den Abend ließen wir wieder mit „ Hund ärgere Dich nicht“ ausklingen, diesmal mit der Sonderregel, dass Emily per Hundedropsies mitlief und bei jedem Rauswurf ein Leckerli bekam. Selten haben ich einen Hund erlebt, der aufmerksamer versuchte ein Brettspiel zu begreifen. Leider scheiterte sie nach rd. 30 Minuten und wir weckten sie nach jedem Rauswurf mit einem Hundedrops, es muss ihr wie der Himmel auf Erden vorgekommen sein. Emily wurde übrigens Zweite bei dieser Partie!

Auch an unserem letzten Urlaubstag zeigte sich der Himmel verhangen, die Wetter App gab uns aber zu verstehen, dass es auf der Seiseralm erst ab Nachmittag regnen würde.

Also fuhren wir die rd. 60km nach Seis am Schlern und fuhren mit der Seiseralmbahn auf Europs größte Hochalm (56qkm).

Ich war 1997 während eines Skiurlaubs mal auf der Seiseralm gewesen und war gespannt, wie die Alm ohne Schnee aussieht. Wer glaubt, dass es sich hierbei um einen einzigen großen Bauernhof handelt, der liegt komplett falsch. Mehrere Höfe, Hotels und Hütten stehen auf der Seiseralm und das  Plateau ist auch nicht flach, es gibt mehrere Liftanlagen die sommers wie winters die Besucher noch höher bringen. Auch die höheren Lagen gehören zur Seiser Alm.

Emily musste ab der Bergstation und in der Gondel Maulkorb tragen, ein Umstand der ihr zu schaffen machte…..schon mal einen traurigen Westie gesehen? 

Die Fahrt kostet übrigens 18€/ return, Parkplätze sind für umme.

Auf der Seiser Alm war es zwar trocken, die Wolken gaben aber keinen, nicht einen einzigen Blick auf die Dreitausender um uns herum frei….nichts mit Langkofel und Co.

Wir waren trotzdem happy und liefen ein wenig auf der Alm herum, bis wir uns entschlossen den Lift nach Pufflatsch zu nehmen und noch höher auf die Alm zu kommen. Mit diesem Lift überbrückten wir nochmal 400 Höhenmeter und entschlossen uns dann für eine Wanderung zur Arnikahütte um dann zu den Hexenbänken weiter zu laufen.

Auch ohne Ausblick auf die Berge ( An den Hexenbänken hätte man ins Grödnertal gucken können) genossen wir die Wanderung. Es war noch einiges an Vieh auf der Alm, der Abtrieb war noch nicht vollumfänglich abgeschlossen.

In der Arnikahütte gab es neben einem Holundersaft noch Knödeltris ( Spinat/ rote Bete/ Käseknödel) mit Butter, Salbei und Parmesan….ein Gedicht!

Der Blick in das Grödnertal wird überbewertet:

Die Hexenbänke waren steiniger zu begehen und machten wirklich Spaß, der Hund lief eifrig mit.

Gegen 14:30 fuhren wir wieder mit der Bahn aufs Seiseralm Plateau und schlenderten dort ein wenig herum. Der Langkofel versuchte sich durch die Wolken zu schieben und scheiterte kläglich.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mathias hatte Spaß am Hexenstein, einem Findling auf den er als Kind mal geklettert ist und der an dieser Stelle seit rd. 15.000 Jahren liegt. Mit dem Rückzuck der Gletscher wurde der Tschonstoan (ladinisch) von seinem eigentlichen Platz wegtransportiert. Bereits in der Steinzeit wurden am Hexenstein die oft Tage dauernden Jagden rituell begonnen, der Stein als Versammlungsort genutzt.

Auf der Alm werden neben Kühen auch Alpakas, Pferde und Esel gehalten. Insbesondere an den Alpakas und den Eseln hatte unser Hund Spass.

Gegen 16:30 Uhr waren wir wieder im Tal, es hatte auch auf der Alm angefangen zu regnen und hörte im Verlauf des Spätnachmittags auch nicht mehr auf zu plattern.

Auf dem Rückweg nach Tramin verfuhren wir uns und wären beinahe in Österreich gelandet, statt der Abfahrt Modena/ Bozen nahm Mathias die Richtung zum Brenner….upps…Gott sei Dank kamen wir in Klausen nochmal runter  und konnten wenden.

Wir fuhren über Kaltern zurück nach Tramin. Kaltern ist größer als Tramin und wirkte auf uns noch viel voller. Allerdings nahmen wir uns keine Zeit für den Ort, Mathias besorgte lediglich ein paar Flaschen Vino und weiter gings zu unserer Cantina.

Diesmal nahmen wir uns die Rotweine als Probe vor und verließen wieder mit ein paar Flaschen Lagrein und Blauburgunder den Sufftempel.

Der Pernhof hat am Donnerstag Ruhetag und nach einigem Hin u.Her sowie einem Spaziergang im Regen landeten wir im Bürgerhaus der Stadt. Dort war eine gute Pizzeria mit großartiger Speiseauswahl untergebracht. Mathias kam nochmal zu seiner heißgeliebten Pizza, Helena genoss wiederum Knödel und ich ließ mir ganz profan Spaghetti schmecken.

Die Südtiroler zeichnen sich durch ein wahnsinnige Gastfreundschaft aus. Als wir gefragt wurden, ob wir einen Nachtisch möchten und uns unisono auf Kaiserschmarren einigten, meinte der Kellner ganz trocken „ der Koch erschlägt mich, den haben wir seit einem Jahr nicht mehr auf der Karte, Ihr bekommt trotzdem einen“…..das ist doch der Wahnsinn, oder????

Unseren letzen Abend ließen wir mit einem guten Glas Gewürztraminer ausklingen, spät packten wir und schlüpften unter die Dusche.

Zu unserem Abreisetag gibt es nicht so viel zu erzählen. Wir fuhren mit strömenden Regen ab, hatten vorher noch Coop und die Cantina überfallen und den Wochenendeinkauf für Berlin erledigt. Es regnete den gesamten Weg aus Südtirol hinaus, es wurde auch in Tirol nicht heller, der Rotz begleitete uns auch in Deutschland. Zwischen München und Nürnberg standen wir in grässlichen Staus. Nach rund elf Stunden, drei Stunden mehr als drei Wochen zuvor, waren wir wieder in Berlin.

Unser Fazit zu Italien während Corona fällt rundum positiv aus. Das Land hält sich an die Coronaauflagen, überall sieht man Infektionsmittel und auch junge Leute tragen Maske, tagsüber und abends verpflichtend. Die Polizei verhält sich unauffällig, ist aber in Großstädten präsent, in Florenz wurde abends auf den Plätzen durchaus kontrolliert. Wer hätte gedacht, dass die Italiener disziplinierter als die Deutschen sein können? Wir waren positiv überrascht und haben uns bis auf Sirmione und auf der Piazza Michelangelo in Florenz sicher gefühlt. Wer allerdings glaubt, dass Italien „leer ist“, der wird enttäuscht werden. Aufgrund der Reisewarnungen in allen großen Urlaubsländer Europas profitiert Italien als lachender Dritter….gut so, dass Land war im Frühjahr arg gebeutelt.

Italien 2020 XI, : Gardasee &Tramin an der Weinstr.

Wir befinden uns offiziell wieder auf dem Weg gen Heimat. Mit uns machten sich viele Deutsche ebenfalls auf den Weg, die Autostrada war ziemlich voll. Die Flucht vor dem Regenwetter im Süden Europas hatte begonnen….. Wir waren allerdings geplant auf dem Weg zum Gardasee, um wenigstens einen kurzen Blick auf das italienische Lieblingsziel der Deutschen zu werfen. Ich hatte es vor mehr als 30 Jahren mal nach Malcesine und Riva im Rahmen eines Tagesausflugs mit meinen Eltern geschafft, war danach nie wieder in dieser Ecke.

Wir verließen Montopoli gegen 8:30 Uhr, fuhren tanken und warfen uns auf die enge Autobahn. Gegen 12:00 Uhr hatten wir Sirmione, im Süden des Gardasees erreicht. Die Stadt liegt auf einer Halbinsel, die 4km in den See hineinragt.

Beliebt ist der Ort aufgrund der fotogenen Festung Scaligero und das sieht man leider auch mit Betreten des Centro Storicos. Horden an Menschen, Souvenirladen an Souvenirladen, Touristen die bereits mittags in Ausgehklamotten für Instagram posen und zu fast 100% teutonischer Herkunft aus dem Schwabenländle sind. Mund- Nasenschutz war zum ersten Mal in diesem Urlaub kein Thema, der Deutsche verweigert nicht nur in D sondern auch im annektierten Sirmione! Wir schämten uns abgrundtief, zumal die Italiener echt vorbildlich mit der Pandemie umgehen. Wenn irgendwann der Vorwurf kommt, dass die Deutschen den Virus wieder nach Italien gebracht haben, ich glaube es aufs Wort.

Anbei noch zwei, drei Impressionen aus der Altstadt…..um die Touris herumfotografiert.

Wenigstens war der Blick auf den See ein Traum, auch wenn sich „hinter uns“ ein starkes Sommergewitter zusammenbraute.

Wir fühlten uns unwohl im gesamten Ort und als ein irrer Sommerregen einsetzte, rannten wir im Schweinsgalopp zurück zum Auto……Sirmione, nie wieder! Das wir auch noch das schlechteste Eis des Urlaubs essen durften, setzte dem Ganzen nur noch die Krone auf.

Im sintflutartigen Regen ging es weitere 2 Std. nach Alto Adige, Südtirol besser gesagt Tramin an der Weinstraße. Hierbei handelt es sich um die Region südlich von Bozen, mit moderaten Höhen und sehr mildem Klima. Die Dolomiten sind allerdings nicht weit und auch wir hatten die naive Idee, doch noch zur Seiseralm und ins Grödner Tal zu kommen ( explizit ein Wunsch von mir). Die naive Idee kam im Vorfeld der Reise, als wir an ein mildes Spätsommerklima glaubten.

An diesem Nachmittag zeigte sich Tramin aber lieblich, es war sonnig und angenehm warm (26 Grad). Wir bezogen unser Apartment im Ortsteil Ronchi Rongg auf dem Weishof und waren sofort in unsere 100qm Hütte verliebt. Eine Mischung aus alt, modern, Landhaus und Ikea….sehr gelungen, großzügig und gemütlich. Schade, dass wir nur drei Nächte hier haben.

Wir sortierten uns und machten uns wieder auf die Socken, das schöne Wetter musste genutzt werden.

Vor unserem Haus trafen wir auf eine alte Bäuerin, die uns in schwer verständlicher Mundart klar machte, dass es von uns nicht schön gewesen ist, den Hund alleine im Auto zu lassen. Als wir ihr klar machten, dass Emily niemals alleine im Auto bleibt, sowohl ich als auch Helena bei Ihr gewesen sind, als Mathias die Schlüssel für die Wohnung holte, lachte sie nur, liebkoste den Hund und ließ Emily die Untertasse ablecken, die sie in der Hand hielt.

Später trafen wir die alte Dame nochmal, überraschenderweise am Steuer eines Autos. Sie kurbelte das Fenster herunter und bemerkte ganz begeistert „ mein Hundele, mein Hundele…“ sweet! 

Tramin liegt auf rd. 275m Höhe und profitiert vom milden Klima, welches bereits mediterran beeinflusst ist. Da das Wetter noch sooooo schön war, liefen wir ins Dorf und bewunderten die niedliche Architektur.

Auf dem Rückweg entdeckten wir den Pernhof und gingen dort sehr lecker essen. Mathias und ich schmissen uns aufs Fleisch, Helena genoss die gesunde Kürbissuppe und Bruschetta. Wir entschieden uns auch für eine Flasche Gewürztraminer und beschlossen nach den ersten Schlucken, dass genau dieses Zeug mit nach Berlin muss.

Unsere Kellner waren zuckersüß, als wir mit Karte zahlen wollten und die Maschine nicht so richtig funzte, meinte einer der Jungs ganz trocken „ da sitzt ein kleiner Italiener drin, der hats nicht so mit arbeiten“. Meine Antwort „ das können auch nur Sie sagen, bei uns wäre es politisch nicht korrekt“. Die prompte Antwort  „ich bin waschechter Italiener und wenn man den Kleinen in der Kiste ein wenig anstupst, arbeitet er auch wieder“….sprachs kaum aus und der Bon kam uns entgegen….herrlicher Humor!

Zufrieden widmeten wir uns am späteren Abend dem „Mensch ärgere Dich nicht“ Spiel und gaben Emily eine tragende Rolle.Bei jeder 6 erhielt die Maus nen Futterdrops….sie war hellauf begeistert und schwer im Spiel und bei der Sache.

Um 23:00 Uhr krochen wir in die Heia und drückten insgeheim die Däumchen für weiterhin stabiles Wetter.

Italien 2020, X: San Gimignano, das Manhattan des Mittelalters

Man sagt ja immer, dass das Beste zum Schluss kommt und auf unsere Woche Toskana traf das gute alte Spruchwort komplett zu.

Wir schliefen bis weit nach 8:00 Uhr und schauten ängstlich aus dem Fenster hinaus. Das Wetter hielt, wir sahen sogar blauen Himmel. Gegen 10:00 Uhr fuhren wir los, das Navi wählte wieder einen irren Weg aus Montopoli hinaus, „ viele Wege führen nach Rom“ und wieder stießen wir auf eine wunderschöne Landschaft mit Fotooption. Es ist gar nicht so leicht, Landschaftsaufnahmen zu machen, da es quasi nie Haltebuchten gibt und der Verkehr erstaunlich ist ( jedes 2.Nummernschild kommt übrigens aus D).

Nach gut einer Stunde waren wir im Dunstkreis von San Gimignano, dem Manhattan des Mittelalters. Wir hatten einen Blick auf die Skyline vom Wegesrand aus, wußten aber sofort, dass es sich hierbei nicht um die berühmte Aussicht auf die Stadt handelt. Also hieß es suchen, suchen, suchen und fündig werden!

Wie man unschwer erkennen kann, in der mittelalterlichen Stadt wurden hohe Türme errichtet, die lediglich Prestigezwecken und dem Schutz dienten. Im 12-13 Jh. gab es insgesamt 72 Geschlechtertürme in der Stadt, wobei Keiner größer sein durfte, als der sogenannte Torre Grossa vom Rathaus. Heue stehen immerhin noch 15 dieser Türme und es gibt Bildeinstellungen, wo man sofort an die Twintower von New York denkt, somit passt der Beiname ganz gut.

In den Schluchten von Manhattan?

Die Twintower des Mittelalters.

Wir suchten uns einen Parkplatz und mussten bereits auf P4 ausweichen, die City war knüppeldickevoll, es war einfach unglaublich…..Deutsche, Niederländer, Österreicher, Belgier….ich glaube die Italiener sind mit ihrer Saison zufrieden.

Der Zugang in die Altstadt war super leicht zu finden und gut geregelt, man kommt quasi von jedem Parkplatz leicht in die Stadt. Wir passten uns den Massen an und liefen gelassen Richtung Piazza Duomo, zum Dom…..der eigentlich keiner ist, weil dieser nie Bischofssitz gewesen ist.

links Rathaus, rechts Collegiato

Wir ließen die Kirche erstmal Kirche sein, unser Ziel waren die 200 Stufen des Torre Grossa, wobei die letzten 20 dann auch nur noch eine Hühnerleiter waren. Der Torre Grossa gehört zum Rathaus und der dazugehörige Platz ist ebenfalls sehr sehenswert. In einem Fotoladen bin ich übrigens schwach geworden, eine Fotografie aus San Gimignano hatte es mir angetan.

Der Blick, der sich auf San Gimignano vom Turm aus bot, war atemberaubend! Nicht nur die Stadt war ein Hammer, auch die Umgebung war wunderschön. Wir waren ganz hin und weg.

Aufgang zum Torre Grosso und zur Pinacotheca

Die zum Torre gehörende Pinacoteca schauten wir uns ebenfalls an, hier hangen aber fast nur hässliche Bilder mit Bibelszenen, wir hatten keine Lust auf mittelalterliche Bilder, mit grimmig dreinschauenden Menschen. Neben den Gemälden gab es allerdings auch Wandfresken, diese fanden bei uns ein wenig Gnade.

Ich machte noch einen kurzen Abstecher in die Hauptkirche ( Collegiata) der sogenannte Dom wurde im 12 Jh. im romanischen Stil errichtet und ist von außen völlig schmucklos. Dafür wurde im Innenraum geklotzt, dieser ist mit Fresken förmlich überladen.

Von Rocca Montestaffoli aus hat man ebenfalls einen schönen Blick auf die Stadt und auf die zauberhafte Landschaft. Das gesamte alte Landgut kommt wunderschön daher. Es ist halb restauriert, halb Ruine mit der Möglichkeit, dort Weinproben abzuhalten.

Erwähnenswert ist auch der Zisternenplatz, der sich zum Nachmittag hin leerte. Mein Tip…..einfach in San Gimignano übernachten, muss supertoll sein.

Wir gingen noch nen bissel Kleinkram shoppen und erreichten gegen 16:30 Uhr wieder unser temporäres Zuhause.

Wenigstens am letzten Tag wollten wir in den Pool springen, doch bei Badekappenpflicht und Wauziverbot spielten wir nicht mit.

So vergammelten wir unseren letzten Nachmittag und gingen um 19:00 Uhr auf dem CP essen…d.h wir wollten dort essen gehen. 

Angefressen waren wir bereits bei dem Hinweis, dass nur mit Reservierung gegessen werden kann…gut, sie machten bei uns eine Ausnahme. Als aber die Ansage kam, dass es keine Pizza am Abend gibt, schließlich sei man ein Restaurante, wählten wir den polnischen…..

Wir schmissen uns ins Auto und fuhren kreuz und quer durch die Valachhei, bestaunten Montopoli ( Für das Nest hatten wir nie Zeit) und fanden in San Ramon unsere Traumpizzeria.

Der Torre von Montopoli

Duschvorhänge als Deko, Keiner sprach englich, das Essen war sensationell und günstig. Sehr unterhaltsam war auch die Fussballmanschaft von San Ramon, B- Jugend 14-16 Jahre alt….italienische Bambini wie aus dem Buch: laut, lauter, am Lautesten.

Wir Drei zogen ein positives aber auch erschöpftes Fazit. Die Woche war toll, wir haben viel gesehen. Dennoch sollte man von einer Standortreise absehen, da die Fahrzeiten sehr hoch sind. Schön fanden wir die Maremma, insgesamt hat uns die Südtoskana ( südl. des Arno) viel besser gefallen als der Norden, insbesondere die Gegend um San Gimignano fanden wir richtig toll.

ITALIEN 2020, IX: Pisa & Lucca

Zwei kleinere Perlen standen auf dem Programm, Pisa und Lucca. Beide Städte haben am Ende positiv überrascht. Überrascht hatte uns auch das Wetter, es hatte geregnet, die Temperaturen waren empfindlich „runtergegangen“. Nach einem ausgiebigen Frühstück zeigte sich aber die Sonne und zack machten wir uns auf den Weg nach Pisa. Die Stadt zeigte sich  bereits bei der Durchfahrt sehr überraschend und wir entschieden spontan, nach „der Sehenswürdigkeit“ der Stadt „dem Turm der Turme“ uns noch ein wenig durch Pisa treiben zu lassen.

An der Piazza dei Miracoli, der Platz der Wunder, fanden wir nicht nur zügig einen Parkplatz, wir rieben uns auch erstaunt die Augen! Woher, zum Henker, kamen denn nun all die Touris??? Neben vielen, vielen Teutonen, stießen wir wieder auf die Philippinos, Europäer aus allen Ländern und sogar Amerikaner tummelten sich am Platz. Alle wollten den Turm „festhalten“ und das Gesamtbild sah mehr als lustig aus. 

Wir liefen über den Platz, im Dom lief eine Messe, vor dem Babtisterium hatte sich eine Schlange gebildet.

Der schiefe Turm wurde 1173 erbaut, war von Anfang an schief und Galileo Gallilei versuchte sich an den Gesetzen der Schwerkraft. Natürlich sieht das Ding immer noch beeindruckend aus, das gesamte Ensemble auf dem Platz wirkt sehr schön angeordnet und harmonisch.

Der Turm war in den 90ern sogar gesperrt, er wurde mit Stahlkabeln und einer Betonhülle um den Sockel, sowie einem fast 700 t. schweren Bleibarren als Gegengewicht gesichert.

Aufgrund der Menschenmassen trugen wir fast durchgehend Mund- Nasen- Schutz und wir verschwanden relativ zügig wieder von der Piazza dei Miracoli.

Wir fuhren zurück zur Innenstadt, parkten den Wagen am Arno und schlenderten am Flussufer entlang. Die Stadt beeindruckte mit schönen alten Palästen sowie einer sensationellen Gelateria. 

Nach rd. 1,5 Stunden machten wir uns auf den Weg nach Lucca, einer etwas weniger besuchten Stadt, die dennoch an diesem Sonntag recht voll war. 

Wir parkten den Skoda an der, von den Römern erbauten Stadtmauer, und schlichen mehr oder weniger enthusiastisch in die Stadt. Diese wirkte wie ausgestorben, fast leblos.Lucca erlebte seine Blütezeit bereits zw. dem 6-12 Jh. und musste sich, anders als z.B Siena, nie den Florenzern unterwerfen. Die Stadt war wohlhabend, viele Kirchenbauten zeugen heute noch von der Blütezeit der Stadt.

Wir schlenderten zunächst zur Pizza Napoleone, an der der Piazza Ducale lag. Hier begann auch ein überdimensionaler Flohmarkt, der sich durch die gesamte Innenstadt zog.

Leider war auch der Dom mit Marktständen zugebaut, der Duomo San Martino wurde ab 1204 erbaut und bietet im Inneren einige schöne Gemälde. Er ist im Großen und Ganzen nicht so beeindruckend wie der Dom von Siena oder Santa Croce, ich möchte hier nur noch das von Tintoretto gemalte „letzte Abendmahl“ zeigen. Das fanden wir sogar besser als das berühmte Gemälde von Leonardo da Vinci.

Da es anfing zu regnen, wir machten hinne und stellten am Torre Guinigi fest, dass dieser uns eh nicht empfangen würde….wegen Renovierung geschlossen. Der Turm gehört zum Gebäudeensemble der Familia Guingi und auf dem Turm wachsen seit dem 15 Jh. Steineichen.

Eine große Überraschung war die Piazza dell‘Anfiteatro, wir waren baff….eine Hufeisensiedlung in der Toskana. Die Häuser wurden, analog eines Amphitheaters ab 1830 im Gleichgewicht angeordnet. Es befinden sich Kneipen und tolle Restaurants  in dem Oval, wir entschieden spontan auf der Piazza essen zu gehen.

Unsere Pizza und Nudeln waren sensationell und wir konnten uns so auch vor dem Regen schützen.

Im Anschluss lugten wir kurz auf die Basilica di San Frediano aus dem 12 Jh., Luccas älteste Kirche. Prunkstück ist die Fassade, die Christis Himmelfahrt darstellt.

Bevor wir zurück zum Auto liefen, machten wir dem Geburtshaus von Giacomo Puccini (1858-1924) unsere Aufwartung und zogen positiv Billianz. Ich würde Lucca nicht an einem Sonntag empfehlen, da der Flohmarkt nen bissel überpräsentiert ist, dennoch sollte die Stadt auf keiner Toskanareise fehlen.

Auf dem Weg zum Toskana Village CP fanden wir noch einen hübschen Landschaftsspot im Sonnenuntergang.

Zurück in Montopoli spielten wir ne Runde „Mensch ärgere Dich nicht“ und fielen gegen 23:00 Uhr wieder vollkommen erschlagen in die Heia. Ich hatte den späten Abend mit Blog schreiben verbracht, das Tagebuch will schließlich gepflegt werden.

Italien 2020, V: Volterra & Vada

Emily ging am Morgen erstmal stiften und versagte kläglich als Katzenjägerin! Zuerst kam die Mietz und fauchte Mathias an, Emily wollte den Rudelführer verteidigen und jagte hinterher. Um das skurile Bild komplett zu machen, jagten Mathias und Helena dem Hundevieh hinterher, die eine Ecke weiter brav auf die zwei menschlichen Fänger wartete.

Das gesamte Ereignis fand noch vor unserem Frühstück statt.

Als Einstieg in den kulturellen Teil der Toskana hatten wir uns für Volterra entschieden. Eine Kleinstadt, rd. 1 Std. von Montopoli entfernt und seit der Twilight Saga im Sog des internationalen Tourismusses. Um es kurz zu machen, es gibt keine sagenumwobene Vampirgeschichte im Stadthintergrund, Volterra wurde aufgrund der schönen Kulisse fiktiv von der Autorin ausgewählt. Gleichwohl finden seit dem Roman abendliche Führungen mit Gruselinhalt statt, die wir selbstverständlich nicht besuchten.

Wir frühstückten erst um 8:30 Uhr und waren auch erst gegen 11:00 Uhr in Volterra. Die Parkplatzsuche war wie immer einfach, fast direkt neben der Stadtmauer waren wir in wenigen Minuten in de Altstadtmauern.

Der ADAC Reiseführer bezeichnet Volterra als eine der hübschesten Städtchen der Toskana und wir geben dem Autor recht.

Die Etrusker förderten Kupfer, später wurde Volterra das Zentrum der Alabasterkunst und auch heute noch sieht man viele Läden die Waren aus Alabaster anpreisen.

Wir bummelten durch die schöne Stadt und bewunderten die Aussicht auf die umliegende Umgebung, Volterra liegt wie viele Städte erhaben auf einen Hügel. Mittelpunkt der Stadt ist die Piazza di Priori mit dem gleichnamigen Palazzo von 1208. Wer den, ich glaube 3. Teil, der Twilight Saga gesehen hat, kann sich an das Touristengemetzel bestimmt erinnern.

Insgesamt machte die Stadt einen besseren Eindruck als Pitigliano, wir statteten auch der Chiusa Lino einen Besuch ab. Die Kirche ist für Volterra nicht wichtig, lediglich der Name lockte uns zum heiligen Lino.

Volterra kann vor Allem eins, richtig liebenswürdig daher kommen. Dazu gehören nicht nur tolle Aussichten, sondern auch niedliche Geschäfte und natürlich eine alte Stadtmauer der Etrusker, an der wir entlangwanderten.

An ein paar Törtchen aus einer Pasticeria kamen wir nicht vorbei, die sahen einfach zu lecker aus.

Alles in Allem machten wir uns hochzufrieden auf den Weg nach Vada um ein wenig an der toskanischen Mittelmeerküste herumzugammeln.

Der Blick zurück auf Volterra

Vada besticht durch seine schönen Strände, die ziemlich weiß und karibisch daher kommen. Der Spiaggia Bianchi war leider bis 30.09.20 nur zu Fuss erreichbar, wir kniffen und die 1,5 km bei 33 Grad im Schatten und nahmen die mehr oder weniger weißen Strände. Diese waren aber fast leer, die Touristen die aber noch da waren, waren fast zu 100% Tedesca, also deutsch.

Das Meer war ein wenig unruhig, der Wind lockte die Surfer aufs Wasser und meine Badenixen hatten dennoch Spaß.

Gegen 17:30 Uhr überfielen wir ein Conad und kauften für die nächsten Tage ein. An diesem Abend gab es Backkartoffeln mit Rosmarin, Tzaziki, Ratatouille und Salsciccia für 2 v 3. Wir ließen den Abend gemütlich ausklingen und waren für unsere Verhältnisse spät im Bett ( 23:30 Uhr).

Italien 2020, IV: Toskana- SatuRnia, Pitigliano & Montopoli

Die Nacht was eindeutig für unseren Ferienmodus zu kurz. Bereits um 6:30 Uhr klingelte der Wecker, Emily hatte sich so gegen 3:00 Uhr zu uns getrollt, nachdem die kleine Lady Helena ins Bett gekotzt hatte! Wie gut das Helenchen zwei Betten zur Verfügung hatte!

Wir waren ziemlich gut an diesem Morgen unterwegs, das Auto war schnell beladen und unser karges Frühstückchen ( Brot, Käse und Schinken) war schnell mit dem Instantkaffee heruntergespült. Statt der 8:30 Moby Fähre ( für die wir Tickets hatten) kamen wir bereits auf die 8:00 Uhr Torremar.

Elba verabschiedete sich mit einem schönen Blick vom Hafen und kurz nach 9:00 Uhr waren wir wieder auf dem Festland und machten uns auf den weiten Weg nach Saturnia

Noch nie was von Saturnia gehört? Die heißen Quellen liegen in der tiefen Maremma im Süden der Toskana, fast an der Grenze zu Umbrien. Eigentlich wären wir gar nicht so tief in den Süden gekommen, wenn wir nicht auf Elba gewesen wären und es von dort binnen eines Tagesritts machbar geworden war.

Wikipedia schreibt zu Saturnia: Eine Legende besagt, dass Saturnia die erste von Saturn gegründete Stadt auf der italienischen Halbinsel sei – daher leitet sich der Name Saturnia ab. Der Ort liegt auf einem Travertinfelsen und gilt als die erste Stadtgründung der Etrusker, die ihn Aurina nannten. Teile der Stadtmauern stammen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. aus Römischer Zeit,[2]die Präsenz der Römer, die den Ort als Aurinia bezeichneten, wird seit 280 v. Chr. vermutet. Zwischen dem 3. und 12. Jahrhundert hinterließ Saturnia keine weiteren Spuren.[3]

Erstmals schriftlich erwähnt wird der Ort 1188 in einem Dokument von Papst Clemens III.,[4] zu dieser Zeit waren die Therme und die Festung, die Rocca, schon vorhanden.

Die naturlichen Quellen sind um die 40-45 Grad warm und was Wikipedia nicht schreibt,dass sich dort zu jeder Tages,- u. Nachtzeit Horden an Menschen herumtreiben. Die Italiener stehen auf das Schwefelwasser und würden sich sogar mit Mund- Nasenschutz dort noch hineinsetzen. Der Wasserfall, die Becken ( Pamukkale nicht unähnlich) sind übrigens für umme, die großangelegten Parkplätze ebenfalls. Was ebenfalls nicht in Wikipedia steht, dass aufgrund der heißen Quellen eine wahnsinnige Thermik im Tal vorherrscht, die Hitze machte uns wirklich kirre…..es können gut 45-50 Grad gewesen sein.

Wir vergaßen zu allen Übel auch noch unsere Badeschuhe und stolperten auf nackten Füßen mehr schlecht wie recht über die Steine. Der aufgeweckte Leser liest heraus, dass der Besuch von Saturnia eher Qual als Wohltat gewesen ist…dafür sind die Thermalbecken schön anzusehen und im November, bei schlechtem Wetter, bestimmt lauschig warm. Achja, das Gebäude neben dem Wasserfall ist übrigens eine alte Mühle.

Emily und Mathias waren auf jeden Fall froh, als wir im wahrsten Sinne des Wortes, der Schwefelhölle entkommen waren.

Nach einem schönen Blick auf die Becken ließ ich mich noch von einer fiesen Pferdebremse stechen,die Viecher scheinen auf Schwefel zu stehen.

Die 30 km bis Pitigliano zeigte sich die Maremma im schönsten Licht und als wir an der Kirche Madonna de la Grazie ankamen glaubten wir unseren Augen kaum….rechts von uns erhob sich die perfekte Mittelalterkulisse….unglaublich, was die Etrusker zustande bekommen haben. die erste Erwähnung der Stadt erfolgte um 1061.

1293 ging sie an die  Familie Orsini, Anfang des 17. Jahrhunderts an die Medici, welche sie 1604 in das Großherzogtum der Toskana eingliederten. Im 19. Jahrhundert wurde sie Teil des Königreich Italien. Im 16. Jh fanden viele Juden Zuflucht in Pitigliano und ist damit stärker als andere Orte der Maremma jüdisch geprägt. Heute ist die Synagoge von 1500 wieder restauriert, in Piccola Gerusalemme gibt es wieder einen koscheren Fleischer, die Synagoge und eine Gemeinde mit drei Mitgliedern.

Wir hatten, aufgrund der noch verbliebenen Distanz zu unserer Unterkunft nur begrenzt Zeit für einen Stadtbummel, mussten aber dennoch erst eine mittelmäßige Pizza essen….das karge Frühstück hatte nicht lange angehalten.

Unser Spaziergang durch Pitigliano fiel demzufolge etwas kürzer aus, der Ortskern ist allerdings auch stark restaurationsbedüftig und es roch zum Teil sehr muffig in den Gassen.

Gegen 15:00 Uhr machten wis uns auf den Weg nach Montopoli im Arnotal zw. Florenz und Pisa. Das Navi sagte uns eine Ankunft um 18:10 Uhr voraus, google.maps sagte 17:57 Uhr….die Rezeption machte um 18:00 Uhr zu. Mathias fuhr wie ein waschechter Italiener und cruiste den Skoda um Punkt 17:52 auf den Parkplatz des Toskana Holiday Villages ein.

Wir bezogen unser Mobilehome und erschraken erstmal über den üblen Duft im Cottage. Der Kühlschrank muffelte unglaublich, ansonsten war das Ding aber gut durchdacht. Weniger gut durchdacht war allerdings das Waschmaschinensystem auf dem Platz. Am Ende konnten wir nur eine Maschine waschen, hatten statt einer WaMa Münze ne Trocknermünze in der Hand und ein Guthaben von einem Euro im Automaten sowie 20 Mückenstiche mehr……gefrustet liefen wir wieder in unsere Hütte und schmissen ein paar Tortillas in die Pfanne. Diese waren gefüllt mit Tomatenmark, Tomate, Basilikum und Käse.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Todmüde fielen wir gegen 22:00 Uhr ins Bett, der Tag hatte uns geschafft.

Italien 2020, III: Elba, Tag 4-7

Emily ist müde! Unsere Kleene bekommt bei aller Abenteuerlust nicht ausreichend Schlaf. Sie wandert nachts zwischen unserem Schlafzimmer und Helenas Nest hin und her und wirkt unausgeschlafen! Das paddeln im Wasser und ihr Einsatz als Paw Patrol zollen Tribut.

Auch der vierte Tag auf Elba begann verhangen, wir entschlossen uns zu einem weiteren Drive über die Insel.Unser Ziel war Marciana, das schönste Dorf von Elba.
Unser Navi schickte uns über Marina Campo und über die Bergroute, wir schwitzten unterwegs ganz schön, der Weg war steil und führte uns fast bis an den Mt. Caponne, dem höchsten Berg von Elba. Unterwegs hatten wir aber sehr schöne Ausblicke und genossen den Urwald von Elba. So gesehen hatte uns das Navi einen Gefallen getan.

In Marciana hatten wir großes Glück mit dem Parkplatz und kurze Zeit später stöberten wir durch eine perfekte kleine, italienische Filmkulisse. Vorher bewunderten wir den Blick auf Marciano Marina, der Urlaubsort auf Meeresspiegelniveau.

Die Ortsgeschichte von Marciana beginnt bereits 35 v Christus, hier liegt auch die Münze von Elba und vor Allem die mittelalterliche Blüte wird heute noch zelebriert.

Nach dem Mittelalter folgte Marciana Marina, der Hafen und Ferienort von Marciana.

Marciana mArina, im Hintergrund sieht man das Bergnest

Nach einem leckeren Gelato machten wir uns auf den Weg zum Strand. Wir hatten uns Procchio ausgesucht, ein Strand in der Nähe von Portoferraio..
Auf dem Weg dorthin konnten wir die schöne Bucht bereits bewundern.

Procchio, zu sehen am linken Bildrand

Wir fanden sofort einen Parkplatz und liefen zum feinsandigen Strand. Dieser war nicht so flachabfallend wie Lacona, das Wasser aber genauso toll. Emily war die ungekrönte Prinzessin, die Italiener waren mehr als verliebt in unser Hundemädchen. Sie turnte von Decke zu Decke unserer Strandnachbarn und sofern sie mit Schwimmweste im Meer paddelte, blieben die Strandbesucher stehen und beobachteten die kleine Schwimmerin.

Nach 1,5 Stunden beendeten wir unser Badevergnügen und fuhren nach Portoferraio zu Conad, einem gut sortierten, riesigen Supermarkt. Wir hätten tollste Sachen kaufen können, wenn ich so richtig Lust auf kochen gehabt hätte. Wir entschlossen uns für Polenta, Zuchini/ Paprika Gemüse in Tomatensahnesauce und etwas Huhn für Mathias und für mich.

Nach dem Essen machte sich Urlaubsmüdigkeit breit, so langsam kommen wir in den Erholungsmodus und lagen um 21:30 Uhr im Bett.

Der fünfte Tag auf Elba war ein Lacona Strandtag, wir fuhren bereits um 10:30 an den Strand und genossen das geniale Wasser. Selbst ich war 3x für länger in den Fluten. Leider war eine Familie unserem Westie nicht wohlgesonnen und somit konnten wir nicht direkt mit ihr am zentralen Strandteil ins Wasser sondern eher etwas abseits. Auf Elba sind Hunde an den meisten Stränden erlaubt, dürfen theoretisch aber nur vor 9:00 Uhr und nach 19:00 Uhr ins Wasser. Dem Grunde nach interessiert das Keinen und es sind immer ein Haufen Wauzis im Wasser….nun ja, an diesem fünften Tag war alles etwas anders. Aber keine Bange, Emchen kam trotzdem auf ihre Kosten und wie eingangs bereits erwähnt, unsere Hündin ist erschöpft, sie gab sich mit einem nassen Handtuch um den Körper zufrieden.

Lacona, teils Nationalpark, hinter der Absperrung sind Wauzis immer verboten
Kraulwellness…..ein Westie im Urlaub!

Nach dem großen Badespaß wagten wir uns an ein Mittagsexperiment. Schmecken alte Bananen mit Ei, Instant Polenta und Vanillejoghurt? Ja, das Zeug schmeckt, Pancakes konnten wir aber nicht mit der Mischung ausbacken.

Den späten NaMi verbrachten wir im Bett, zum Abendessen gab es Spaghetti mit Pesto ( Hausmarke von Conad) und ein vorgelagertes Schwimmerchen von Helena und Mathias. Die Beiden hatten noch nicht genug. Emily heulte den Beiden hinterher und war untröstlich. Die zwei besten Schwimmcomrades waren ohne sie abgehauen…..Frechheit!

Nach unserem feudalen Mahl gab es eine üble Runde „Mensch ärgere Dich nicht“, zwei Stunden, Emily spielte mit einem Stein mit und lief in entgegengesetzter Richtung…..nur das es den Hund nicht interessierte! Sie schlief den Schlaf der Gerechten.

An unserem vorletzten Tag auf Elba wandelten wir auf Napoleons Spuren. Jeder denkt bei Elba sofort an Napoleon, obwohl dieser lediglich zehn Monate auf der Insel gewirkt hat. Überbleibsel sind zwei Wohnhäuser und viel Kommerz. Wir schauten uns nur eines der beiden Wohnstätten von außen an, die Möbel im Inneren sind nicht mehr authentisch, da die Familie diese verhöckert hat.

Am 4. Mai 1814 landete Napoleon auf der Insel Elbe und hisste seine Flagge auf dem höchsten Punkt in Portoferraio. Die Eigenkreation des Kaiser stellt heute noch die offizielle Flagge der Insel dar, sie ist weiss mit einer roten Bande, und wurde mit drei goldenen Bienen verziert.

Napoleon, Befehlshaber und Heerführer mit ausgeprägten Charakter, erkämpfte viele Siege, jedoch waren es die zwei Niederlagen (Russlandfeldzug, Niederlage bei Leipzig) die dazu führten , dass er sein Exil auf dem Juwel der toskanischen Inselgruppe verbrachte, die er bereits im März 1815 aber wieder verließ.. Auf Elba wurde Napoleon freundlich empfangen, geradezu verehrt, er baute Straßen und reorganisierte die Infrastruktur der Insel.

Wir fuhren zur Villa di San Martino, ca. 6km außerhalb von Portoferraio. Da wir uns, coronabedingt, nicht im Vorfeld angemeldet hatten, blieb für uns eh nur der Blick von außen.

Wir fuhren weiter nach Portoferraio, wo wir am Hafen einen Parkplatz fanden und die Festung der Medici erklimmten. Von diesen Festung hat man einen tollen Blick auf den Hafen und auf die Festung Stella. Diese ist heute noch bewohnt, einen Besuch haben wir uns, auch aufgrund der brütenden Hitze, erspart.

Wir sahen auch den berühmtesten Strand von Elba, der systematisch von der Werbung missbraucht wird, z.B für Parfum.

Total erschossen landeten wir in einem total süßen Café und tranken erstmal zwei Liter Wasser.

Portoferraio ist die Hauptstadt der Insel, rd, 12.000 Menschen leben permanent hier. Sie ist unterteilt in die wenig hübsche Neustadt und der sehr pittoresken Altstadt. Es wirkten etliche berühmte Menschen auf Elba, nicht alles ist Napoleon. Auch die Medici haben ihren Stempel der Stadt aufgedrückt, gleich zwei Festungen haben diese errichtet. Bei der Restauration des Turmes am Hafen, wurde ein altrömische Siedlung offengelegt, die Etrusker waren die Ersten, die Bergbau auf der Insel betrieben haben.

Wir betraten die Altstadt durch das Altstadttor und wandelten ein wenig durch die Straßen. Das Hotel L‘Ape ist das älteste Hotel der Insel, hier nahm der Tourismus seine Anfänge.

Es war der wärmste Tag des Woche, wir wollten ans Meer und ich hatte infoelba.net nach den schönsten Stränden auf der Insel befragt. Wir wollten in der Näe von Portoferraio bleiben und waren von ein paar Ansichtskarten sehr angetan. Lauf Karte sollte Acquavivetta ein Traumsträndchen sein, leider fand das www nur Acquaviva und genau dort fuhren wir dann hin.

Auf dem Weg bewunderten wir die Ausicht der Steilküste und auf einige Strände in der Nähe von Portoferraio.

das

Angekommen in Acquaviva kauften wir uns auf den Campingplatz ein und liefen zum Strand. Von diesem waren wir nicht begeistert, er sah auch nicht nach Acquavivetta aus.

Wir nahmen vom Campingplatz den Weg nach Sorgonte und Sorsona und blieben an Sorgonte hängen. Weißer Kiesel und traumhaftes, karibisch farbiges Meer……aufeinmal meinte mein lieber Mann „ sieht aus wie Acquavivetta“ und tatsächlich, das war der Traumstrand…..leider sehr überlaufen aber dennoch ein Träumchen.

Und hier kommt nochmal das Werbebild von infoelba.net

Ich zog noch zum Nachbarstrand und schaute mir auch diesen an, Sorgonte aka Acquavivetta war aber eindeutig schöner.

Wir tobbten im Wasser herum, selbst mich bekam man kaum heraus….niemals nie habe ich in Europa schöner geplanscht!

Schnell wurden Pläne für den nächsten Tag geschmiedet, noch zwei Traumstrände (117 Stk. nennt Elba sein eigen) sollten her.

Nachdem wir uns versichert hatten, dass Acquaviva tatsächlich der schlichte Strand des Campingplatzes war, machten wir uns gegen 17:00 Unr zu einem Sundowner in der Nähe unserer Unterkunft auf. Mit tollem Blick genossen wir einen Hugo Sprizz und kehrten im Anschluss ins Puccini, unserem Stammitaliener ein. Ich genoss mal wieder Pizza al Frutti di Mare.

An unserem letzten Tag auf der Insel fuhren wir nach Ferovaia, dem angeblich schönsten Strand der Insel. Vorher warfen wir noch einen Blick auf La Piscine und wähnten uns in Kroatien.

Mag sein, dass Ferovaia mal schön gewesen ist, aufgrund der Fülle der Menschen und den s……Sonnenschirmen waren wir etwas enttäuscht. Sei es drum, wir planschten ab…..der Sand war feinkörnig, das Wasser schnorchelklar, das Wetterchen gab alles, das Thermometer sagte uns am NaMi etwas von 41,5 Grad.

Den späten Nachmittag verbrachten wir in Marina di Campo. Wir wollten Gelato, nen Bier und etwas shoppen…..genau diese Reihenfolge hielten wir ein. Selbst Emily kostete das Urlaubsfeeling aus, der Herr und Gebieter spendierte Bresaola und Mortadella für unser Hundemädchen.

Eigentlich wollten Helena und Mathias nochmal in Lacona ins Wasser hüpfen, doch die Packpflicht rief uns zur Vernunft…..erstaunlich, was sich in einer Woche so angesammelt hatte.
Gegen 20:00 Uhr fuhren wir ins Puccini, es gab Pizza und Spaghetti, für mich mit Vongole.

Um 22:00 krochen wir ein letztes Mal in unsere gemütlichen Betten, eine wunderbare Woche neigte sich dem Ende entgegen.

Unser Fazit zu Elba fällt zu 100% positiv aus. Es gibt keine hässlichen, rieisgen Hotelkomplexe, obwohl Tourismus schon allgegenwärtig ist. Die Insel kann auch nicht als leer bezeichnet werden, viele Deutsche sind nach Italien ausgewichen, nachdem Kroatien, Spanien, Frankreich unerreichbarer wurden. Elba ist nicht schickimicki und auch nicht überteuert. Der normale Italiener macht hier Urlaub, viele Aktivsportler sind unterwegs. Überrascht waren wir vom stabilen Sommerwetter, den Wassertemperaturen und der Herzlichkeit der Elbaner. Wir kommen bestimmt nochmal wieder!

Italien 2020, II: Elba, Tag 1-3

Um 6:45 Uhr war die Nacht vorbei, wir packten unsere Sachen, Emily schaute verständnislos zu.Unser Hundemädchen hatte große Angst, dass es nach den drei wundervollen Tagen schon wieder nach Hause gehen soll. Emily war betrübt, die Rute hing und ihre Stimmung hellte sich erst auf, als es auf der Brennerautobahn nicht gen Norden, sondern Richtung Bozen/ Tramin ging. Das Ortungssystem der kleinen Biester funzt vorzüglich.

Unser Abschied von Familie Töchterle war herzlich, gerne empfehle ich das Olaga weiter.

Die Fahrt nach Piombino zog dich, rd 600km waren es bis zum Fähranleger. Die Autobahn war grundsätzlich zweispurig, eng und mit extrem vielen Lastern drauf. Mit jedem gefahrenen Kilometer wurde es heißer, in Piombino waren es am Ende rd. 28-30 Grad. Wir tankten auf halbem Wege und machten unsere ersten Erfahrungen mit einer Self Service Tanke d.h man steckt die Visakarte in einen Automaten, zahlt und kann dann tanken. Der Preisunterschied lag bei 0.30€ pro Liter, verrückt oder!

Um 15:15 Uhr kamen wir am Fähranleger an, ungläubig erstanden wir noch Tickets für die Torremar Fähre um 15:30 Uhr und tatsächlich, keine sieben Minuten später war unser Auto im Bauch des Schiffes verschwunden. Auf der Fährte herrschte Mund- Nasen- Schutz, jeder zweite Sitz blieb leer….aber wer will bei 30 Grad denn drinnen sitzen?

Die Werftanlagen waren eher unansehnlich, da Elba nur 10km vom Festland entfernt ist, konnten wir uns aber sehr schnell an der schönen Insel sattsehen.

Die Einfahrt nach Portoferraio war wunderschön, die Altstadt zeigte sich im besten Spätnachmittagslicht.

Unser Vermietungsbüro befand sich unweit des Fähranlegers und binnen fünf Minuten hatten wir unsere Schlüssel.

Es ging an der schmalsten Stelle über die Insel, unser Ziel war Lacona. Ohne Theater fanden wir unsere Unterkunft, der Check In verlief unkritisch, schnell war unsere hübsche, kleine Wohnung verwüstet. Drei Leute und ein Hund, da kommt jede Menge Zeugs zusammen. Lustig fanden wir, dass die Duschtücher letztendlich nur größere Küchenhandtücher waren, Abswaschlappen gänzlich unbekannt sind.

Der Blick von unserer Wohnung auf den Golf von Lacona war sehr schön, schnell machten wir uns zum frühen Abend auf ans Meer, die Sonne brannte und sowohl Mensch als auch Tier wollten schnell ans Wasser.

Lacona besteht aus einer Ansammlung von Campingplätzen, Privathäusern und Apartmenthäusern. Es gibt keine nennenswerten Hotels, der Tourismus läuft angenehm neben dem eigentlichen Inselleben her.

Der Strand von Lacona ist ca.500m lang und durch die Campingplätze gut besucht. Es gibt ein paar Strandrestaurants und die obligatorischen Liegestühle, die grundsätzlich jeden Strand in Italien versauen.

Wir waren ziemlich ausgehungert, wir lechzten außerdem nach Hopfen und Malz und zogen kurzerhand in eines der Strandrestaurants ein. Essen gab es erst ab 19:30 Uhr, bis dahin vertrieben wir uns die Zeit mit drei Cola und drei Bieren……da uns die Speisekarte nicht zusagte ( zu teuer, nix Vegetarisches) zahlten wir die Getränke und staunten nicht schlecht, 30€ !

Am Ende wurden wir an der Hauptstraße zu unserer Unterkunft fündig, leckere Pizzeria mit sensationeller Pizza und Sardinen.

Wir fielen gegen 22:00 Uhr ins Bett, die lange Anfahrt hatte ihren Tribut gezollt.

Am nächsten Morgen gabe es Frühstückstapas, Käse und Schinken aus Südtirol, dazu Schüttelbrot und Cookies. Wir hatten es noch nicht in einen Supermarkt geschafft, deshalb musste unser Improvisationstalent herhalten.

Den Vormittag verbrachten wir am Strand von Lacona, genossen das supertolle, warme Mittelmeer. Emily hatte ihre wahre Freude mit gleich drei Leuten im Wasser.

Da Helena mit LSF 50 schmierte und wir immerhin 20 auf der Haut hatten, zogen wir nach drei Stunden wieder zurück in unser Aparment. wir gönnten unserer Haut ein wenig Ruhe und legten eine typisch italienische Siesta ein.

Gegen 16:00 Uhr zogen wir nochmal los, wir fuhren nach Marina di Campo, einem Fischerdorf mit dem längsten Strand von Elba (1,5 km) und weitaus touristischer als Lacona. Dennoch, auch dieser Ort war immer noch nett anzusehen und auch hier gab es keine nennenswerten Hotels, max. kleine Familienbetriebe…..wir waren begeistert, Elba ist wirklich ein kleiner Geheimtip. Der Weg nach Marina di Campo führte uns durch enge Bergstraßen, viele Serpentinen und wunderschöne Ausblicke.

Wir tranken ein Bier am Hafen, schlenderten ein wenig durch die Altstadtstraßen und überfielen ein Coop für das Abendessen.

Zurück in Lacona zogen Mathias, Helena und Emily nochmals an den Strand, ich widmete mich dem Abendessen. Es gab Spaghetti mit Tomatensoße und Meeresfrüchte für 2/3 sowie Bruschetta und Salat.

Als die drei Schwimmer an den heimischen Abendbrottisch einkehrten, erfuhr ich, dass Emily nun auch von alleine ins Wasser geht. In jede, Urlaub lernte die Kleene dazu….

Wir ließen den Abend bei Mensch ärgere Dich nicht ausklingen und fielen wieder total erschossen ins Bett.

Der dritte Tag auf der Insel begann verhangen mit Regeneigung aber wahnsinnig schwül. Wir ließen es langsam angehen, frühstückten lecker und fuhren gen Nordosten. Unser Ziel waren Port Azzuro, Rio nell Elba und Rio Marina. Unterwegs fing es an zu regnen, mit uns zog sich eine Blechkolonne in die lieblichen Bergdörfer. Capoliveri und Porto Azzuro genossen wir zunächst nur aus dem Auto.

Capoleveri thront auf einem Bergrücken
Der Strand von Mola, im Hintergrund Capoliveri
Erster Eindruck vom bezaubernden Port Azzuro

Als wir im Bergdorf Rio nell‘Elba angekommen waren, haute ein wahrer Sturzregen auf uns nieder, da dass wir in eine Bar flüchteten. Der Cappuccino für Drei kostete 4,50€, lediglich ein Getränk stand auf dem Bon, aha….so läuft das in Italien.

Piazza Rio nell‘ Elba

Quelle: Infoelba.net: Rio Elba, hat seinem Ursprung in der Bronzezeit und ist eines der ältesten Dörfer der Insel und bewahrt zahlreiche Spuren aus seiner Vergangenheit. Der Ort thront auf einem Hügel, 180 Meter über dem Meeresspiegel und ist, wie die anderen Orte der Insel-Ostseite auch, seit ewigen Zeiten, mit der Bergbautradition verwurzelt.Bekannt ist der Ort aufgrund seiner Eisenminen, die auf die Etruskerzeit zurückgehen, Rio Elba war bis zum Abbaustopp das Bergbauzentrum der Insel.

Wir schlenderten im Nieselpiesel durch den Ort, schlitterten auf den moosbewachsenen Wegen umher. Der Ort gewährte uns ein paar schöne Einblicke und dennoch fuhren wir gegen 13:00 Uhr weiter.

Wenige Kilometer liegen zwischen Rio nell‘ Elba und Rio Marina. Beide Orte bilden eine Gemeinde.

In Marina hatte es aufgehört zu regnen, wir suchten uns einen Parkplatz und schlenderten die Mole entlang. Rio Marina war die Eisenhauptstadt der Insel und besitzt einen relativ großen Hafen. Dort gingen auch Toremar Fähren gen Festland ab, der Ort hat ein wenig touristischen Rummel, der aber wie auf der gesamten Insel eher individuell ausgeprägt ist. Auf dem Weg haben wir ein paar Dreisternehotels gesehen aber gesamt Elba ist kein Vergleich zu anderen Inseln im Mittelmeer.

Helena, Mathias und der Wauz überbrückten die trübe Wetterphase mit ein wenig Kraxelei auf den Klippen und auf einmal zeigte sich auch wieder Klärchen am Himmel.

Für die Zweibeiner gab es ein Eis aus der Hand, unser erstes Gelato nach fast einer Woche und im Anschluss einen kurzen Bummel durch das Centro Stoico.

Mit Sonnenschein machten wir uns auf den Weg nach Porto Azzuro, den ältesten Badeort auf Elba ( Cavo im Nordosten der Insel ) schenkten wir uns. Auch wenn die Insel nicht sehr groß ist, in einer Woche ist es kaum möglich jedes Nest zu sehen und wir wollten ja auch ans Wasser!

Port Azzuro ist ein toller Ferienort, kommt fast international und schick daher. Die Häuser sind besser in Schuss, die beiden Ministrände im Ort sind aber keine Erwähnung wert. Wir bummelten durch den Ort, wollten eine Pizza auf die Hand und wurden nicht fündig. Was z.B in Venedig oder Rom Standard sind, gibt es auf Elba nicht. Wir kamen auf die Idee uns eine Pizza zu teilen und wurden um 14:30 im Restaurant nicht mehr bedient.

Also gab es lediglich ein Wasser auf der zentralen Piazza und weiter gings über Capoliveri nach Innamorata.

Hier gibt es ein Bildchen aus Port Azzuro, bitte genießen!

Wir fuhren durch das Bergdorf Capoliveri einfach nur durch und bewunderten das „ Nest“ nochmal aus der Ferne. Eventuell schauen wir uns den Ort zu einem späteren Zeitpunkt nochmal an, an diesem Tag wollten wir nur nach Innomorata. Elba besitzt über 160 Strände, die in gold, rot, schwarz, sandig, kieselig oder granithaltig hervorkommen. Mittlerweile kannten wir die Strände von Lacona, Lanconella und Marina di Campo. Innamorata wurde Nummer Vier und im Reiseführer wärmstens empfohlen.

Capoliveri von Weitem

Blick auf Innamorata

Leider gibt es auf Elba wohl keine Strände mehr, an Denen keine Sonnenschirme stehen, so auch auf Innamorata…..dennoch war das Wasser sensationell und wir tobten den Hund kaputt.

Um 18:30 Unr landeten wir in der Pizzeria des ersten Abends, aßen uns durch Pizza Buffali, Capriciosa und Frutti di Mare..

Unseren Abend verbrachten wir mit „ Mensch ärgere Dich nicht“, eine Partie die es in sich hatte….1,5 Std. lang!

Italien 2019, Venedig IV: MarCo Polo, Giudecca &Cannaregio

Der letzte volle Tag begann mit einer kleinen Überraschung, nur 29 Grad brannten vom Himmel. Wir liefen bis Rialto, kauften unterwegs überdimensioniertes Baisir mit Pistaziengeschmack und mussten auf den Süßschock erstmal was heißes Schwarzes hinterherkippen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mit dem Vaporetto ging es nach Sa Toma und dort an einen lauschigen Kanal, Bellini zum Frühstück geht immer.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Gestärkt und angedüdelt bahnten wir uns unseren Weg Richtung Zattere um dort die letzte, die wirklich allerletzte Gondelwerkstatt Squero di San Trovaso zu bewundern. Eine Gondel hat den Preis einer schönen Eigentumswohnung und ungefähr 3-4 pro Jahr werden noch gefertigt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Von Zattere aus nahmen wir uns ein Boot Richtung Giudecca und waren binnen fünf Minuten in einem anderen Venedig. Hier wird noch gelebt und gearbeitet. Die Preise sind anders und aufeinmal sah man auch echte Apartmentkomplexe. Ich war das letzte Mal 2001 auf Giudecca gewesen und hatte kaum noch Erinnerungen.

Wir kehrten erstmal zu Pasta al Arrabiata ein, ich habe nie bessere gegessen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mit diesem grandiosen Blick, direkt am Wasser hätten wir auf der gegenüberliegenden Seite des Kanals das Doppelte gezahlt.

Blick auf Zattere
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Nach unserer Stärkung eroberten wir Giudecca sahen die ersten Kreuzfahrtschiffe, die sich ihrem Weg zum Fährterminal bahnten. Auch moderne Architektur und Wohnhäuser mit Apartments aus den 60er Jahren waren auf einmal da.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wir liefen uns auf Giudecca die Füsse wund um an die Spitze der Insel zu kommen, doch Fehlanzeige….wieder versperrten uns militärische Anlagen den Weg.

Wir nahmen die erstbester Fähre, die 4.2 die nach Fondamente Nova fuhr….außen erum! Bedeutet für uns, dass wir über den Hochseehafen, Piazzale Roma, Ferrovia fahren würden. Sightseeing mal anders……

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

im Hochseehafen zählten wir acht Kreuzfahrtschiffe….wirklich acht Stück!!! Über Costa, MSC, Aida und ziemlich exklusive Linien war Alles dabei….wie gut, dass wir auf Giudecca waren.

Wir stiegen Ferrovia aus und schlenderten durch Canmaregio, kein Besuch in Venedig, ohne Ghetto auch wenn wir uns wieder die Tour geschenkt haben. Ich habemir 2001 die Synagogen angesehen und da eh Sabbat war herrschte in den Läden Totentanz,auf den Straßen ging es aber sehr ausgelassen zu. Das Viertel blüht auf, viele orthodoxe Familie scheinen ein neues Zuhause gefunden haben.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Vom Ghettoplatz bis zu unserem Hotel waren es nur drei Minuten und wir freuten uns auf unser kühles Zimmer.

beengte Wohnverhältnisse im jüdischen Ghetto
eine kleine Synagoge
das Viertel lebt

Wir verbrachten den Spätnachmittag auf unserem Zimmer und liefen am Abend Richtung Piazzale Roma und aßen am Campo San Geromia Salat und Pizza. Wir waren lustlos an unserem letzten Abend und verschwanden früh in unser Zimmerchen.

Italien 2019: Venedig III, Lido & San Marco

Das Wetter blieb anhaltend ungewöhnlich heiß und bereits in der Vorbereitung unserer Reise hatten wir einen Tag auf dem mondänen Lido eingeplant. Wir stiegen San Marcuolo auf die Fähre und fuhren Richtung Strand. Leider mussten wir einmal die Fähre wechseln, da unsere Linie theoretisch bis Lido fuhr und praktisch aber San Marco rausschmiss…..schade um unsere Plätze im vorderen Teil des Schiffes.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Vom Lido selbst gibts nur zwei Strandbilder, das Wasser war planschewarm und binnen zwei Stunden waren wir trotz Schutzfaktor 30 ziemlich verbrutzelt, so dass wir uns nach Aperol Sprizz und Schatten sehnten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

So fuhren wir zurück nach Venezia und genossen die rund 35 Minuten auf dem Wasser, bis wir in San Marcuolo aussteigen durften. Ich fiel beim Kapitän der Fähre in Ungnade, da man auf gar keinen Fall vorne stehen darf, auch nicht um seine Klamotten zu richten oder sich mal in der engen Bank zu strecken…..als Wiederholungstäter riskiert man vom Boot geschmissen zu werden. Da kannte El Capitano keinen Spass und nicht mal an einer Station durfte man sich gerade machen….kleiner Sadist der gute Mann. Warscheinlich freut sich der Typ den lieben langen Tag auf seine Schicht um seinen Alltagsfrust an den Touris auszulassen.

San Marco
Accademia
Santa Maria della Salute
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Rialto
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

In Cannaregio gabs ne Pizza aus der Hand,eine Dusche und ein weiches Bettchen für den Nachmittagsschlum, bevor wir wieder bewaffnet mit dem neuen Stativ durch das jüdische Venedig schlenderten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ich mag diesen Teil von Venedig so gerne, fern ab der großen Paläste und Kirchen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wir kehrten in eine waschechte Kneipe ein und versüßten uns den frühen Abend mit Chiccetti, kleinen Happis, die viel zu teuer sind und nur Lust auf mehr machen…..

Im Anschluss musste etwas Vernünftiges her und somit kehrten wir wieder in unser Restaurant vom Vortag ein, Spaghetti und Pizza mit Vorspeise…..keine 40€, was will man mehr?!

Wir wollten nochmals Nachtbilder uns so schlichen wir zunächst durch unsere Nachbarschaft um anschließend über Castello nach San Marco zu laufen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Santo Giovanni e Paolo

Mit Santo Giovanni e Paolo aus dem 14 Jh lernten wir das größte gotische Sakralgebäude Venedigs kennen und ich freute mich, doch noch so viel Neues entdecken zu können. Der Abend war bezaubernd und wir marschierten was das Zeug hielt. Bislang waren wir jeden Tag über 20 km zu Fuss unterwegs gewesen und auch am dritten Tag in der Stadt kamen wir auf unsere Schritte.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Am Markusplatz lief ein Rockkonzert dem wir ohne Eintritt zu zahlen super lauschen konnten, vor dem Dom seierte eine Chinesin ihren teilnahmslosen Gatten zu, der im Geiste die Scheidung einreichte….ein ganz normaler Freitag in der Lagune.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mit ein paar Impressionen vom Platz, Dogenpalast und Drumherum machten wir uns auf den Weg in die Heia.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA