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Botswana 2004: Okavango Delta und Chobe Nationalpark

Wir fuhren weiter ostwärts, ließen uns am Grenzübergang nach Botswana nicht aus der Ruhe bringen. Tickey und Manda  hatten uns den Tip gegeben, äußerst höflich an der Grenze zu sein und sich bei den Herren mit „Tumela Ra“ und den Damen mit „Tumela Ma“ zu bedanken, wenn wir die Pässe zurückbekommen würden. Das käme wohl gut und komischerweise habe ich mir genau diese eine Floskel gemerkt .

Ich habe, als ich mir den Bericht vorgenommen hatte,  ein bissel im www gestöbert, Botswana hat sich zu einem Vorzeigeland in Afrika gewandelt, allerdings liegt die HIV Infektionsrate mit 18,1% aller Erwachsenen über 18 Jahre weltweit mit am Höchsten. Dafür sind alle internationalen Hilfsorganisationen vor Ort und seit 2002 steigt auch die Lebenserwartung, dank guter Medikamente und Zugang zu Verhütungsmitteln, wieder an….von 55 Jahre auf 68 Jahre im Durchschnitt.

Die Währung heißt übrigens Pula, wie die gleichnamige Stadt in Kroatien.

Botswana Impressionen vom Wegesrand

Unser erstes Ziel war Maun und im Anschluss Sitatunga am Okavango Delta. Wir bauten unsere Zelte auf und verbrachten einen vergnügten und bierseligen Nachmittag am campeigenen Pool.

Am nächsten Morgen brachte uns der Truck zum Okavango. Dort gingen wir zu Zweit auf Einbäume, sogenannte Makuros, und ließen uns bestimmt drei Stunden durch das Delta schippern.

Unterwegs sahen wir Elefanten am Ufer und stellten uns die bange Frage, wo wir die nächsten zwei Nächte wohl campen würden? Tickey hatte uns erklärt, dass im Delta die Big Five unterwegs sind und wer will schon ohne Zaun auf Löwen, Leoparden, Büffel, Nashörner und Elefanten treffen?

Das Rätsel wurde schnell aufgelöst: auf einer Deltainsel schlugen wir unser Lager auf. Die Zelte im leichten Halbkreis mit Blick aufs Wasser, unsere Buschtoilette ca. 20 m. von den Zelten entfernt. Die nächsten zwei Tage verbrachten wir mit Bushwalks und Tierbeobachtungen als auch in den Makuros auf dem Wasser. Wir besuchten die örtliche  Hippoherde, die vergnügt im Wasser planschte,  wir rd. 10 m. entfernt, die Makuroleute in Hab- Acht Stellung.

Wir hatten uns nur für die Mitnahme von einem Zelt entschieden, wollten zu Viert in den Doppelzelten schlafen. Somit konnten wir uns den erneuten Aufbau von zwei Zelten bei der Rückkehr nach Sitatunga ersparen.

Home sweet home:

Es war eine aufregende Zeit, in der ersten Nacht latschte eine Elefantenherde durch unser Camp, wir hielten in den Zelten den Atem an. Man fühlt sich auf einmal ganz klein und hilflos. Da Elefanten den Menschengeruch nicht mögen, blieben wir in der zweiten Nacht verschont, dafür machte sich Simba auf dem Weg zu unserem Camp. Warum die Fantis auf uns nicht abfuhren, habe ich nie abschließend klären können, da wir erbärmlich nach Elefantendung stanken und ich in genau dieser zweiten Nacht von unserem Geruch wach wurde und den obdachlosen Penner im Zelt suchte!

Wo sind die Hippos?

Das Thema Safari ist im Delta eine komplett andere Hausnummer. Man geht zu Fuß, befindet sich also immer in Augenhöhe mit den Tieren, oder so ähnlich….bei Giraffen siehts eher schlecht mit der Augenhöhe aus :-).

In der berühmten zweiten Nacht musste ich gegen 5:30 das Buschklo aufsuchen und hockte rd. 5m vom Zelt entfernt im Gebüsch. Keine Stunde später zeigte uns ein Einheimischer Löwenspuren….keine 50 m vom Camp entfernt und nach seiner Ausführung auch keine Stunde alt. Oha, da wäre ich fast ein Löwenfrühstückchen geworden!!!

Wenn wir nicht im Gänsemarsch durch die Savanne stromerten, lagen wir im Staub , spielten Karten oder holten Nachtschlaf nach.

Sonnenuntergang im Delta

Nach zwei Nächten war der Spaß vorbei, dreckig wie die Schweinchen fuhren wir wieder zurück nach Maun.

Tickey begrüßte uns mit den Worten „ erst duschen dann erzählen“ – wir stanken erbärmlich nach Elefantendung, den wir im Delta als Feuerstoff genutzt hatten. Und wenn ich so an die rudimentäre Körperpflege denke…schön war es….mal so richtig drei Tage im Dreck zu wühlen.

Als ich meine sauberen Klamotten aus dem Rucksack zusammensuchte musste ich richtig lachen. Auf allen Klamotten zeichneten sich fünf Schmutzfinger ab! Meine Hände waren so dreckig, ich hatte keine Chance gehabt, die Sachen sauber aus dem Rucksack zu ziehen!

Am Abend ging es nochmal zurück ins Delta, diesmal aus der Luft mit Blick auf den Fluß, die Savanne und die Inseln. Mit einer kleinen Cesna flogen wir in der Abenddämmerung über das Delta, es war eine wunderbare Stimmung, sicherlich könnte man heute viel, viel mehr aus den Fotos herausholen. Auf dem Rundflug war der Überblick über die Beschaffenheit des Deltas, die besondere Flora und Fauna weitaus besser, als am Boden. Die Besonderheit dieses kleinen Fleckchen Erde konnten wir für uns weitaus intensiver entdecken.

Damals sahen wir relativ viele Tierherden ( Giraffen und Elefanten ) aus der Luft, doch leider „hauten“ die Tierchen immer ab, wenn sie den Propellerlärm des Flugzeuges wahrnahmen. Somit sind die Bilder ein verwaschener Abklatsch unserer Eindrücke von damals.

Weiter ging es durch Botswana zum Chobe Nationalpark. Wir wohnten auf dem Campingplatz der dazugehörenden Chobe  Safari Lodge bei Kasane und waren begeistert. Immer wenn ich an die Tour zurückdenke, sehe ich uns auf der Terasse direkt am Fluss sitzen und auf den Fluss schauen. Wir hatten eine schöne Poolanlage und alleine die Gemeinschaftstoiletten und Duschen waren eine Erwähnung wert- siehe Waschbecken.

Nachmittags ging es auf den Chobe Fluss, die Bootsfahrt war kitschig schön. Wir hatten das Gefühl uns in Disneyland aufzuhalten, hinter jedem Hollerbusch wartete eine neue Attraktion. Irgendwo stand immer ein Tier, die Elefantenherden waren großartig und selbst der Elefantenkadaver im Fluß gehörte irgendwie dazu.

Wir  beobachteten Hippos, Krokodile, Büffel und Zebra, Weißkopfseeadler, Eisvögel und  Hippos,

Abends machten wir die örtliche Pizzeria von Kasane unsicher, der Ort hatte tatsächlich eine Art Infrastruktur. Der Sonnenuntergang am Chobe River ging ebenfalls in die Geschichte aller Sonnenuntergänge ein- Romatik pur!

Am nächsten Morgen gingen Einige aus unserer Gruppe auf Pirschfahrt, wir entschlossen uns zum Ausschlafen, schließlich hatten wir ja noch das Highlight Kruger Nationalpark in ZA vor uns.

Den  Tag verlümmelten wir am Pool und an der Bar, voller  Vorfreude auf die Victoria Fälle in Simbabwe.

 

Nepal 2015: Der zweite Versuch, Chitwan

Chitwan Nationalpark

Großstädte sind toll, doch für uns Berliner Pflanzen ist die Natur sicherlich viel wertvoller. So  zog es uns nach zwei Tagen in Kathmandu in den Chitwan Nationalpark. Morgens liefen wir mit vollem Gepäck zum Busbahnhof, weil es keine Taxis mehr in KTM gab- das Embargo zeigte uns Touris zum ersten Mal sein hässliches Gesicht. Sichtlich erleichtert, unsere schweren Rucksäcke los zu sein, bemerkten wir recht spät in was für einem altertümlichen Bus wir hockten….egal, Ticket war billig gewesen und frohen Mutes schaukelten wir aus der Stadt hinaus. Es ging zum Teil sehr serpentinenreich aus dem Tal hinaus, Richtung indische Grenze.

aus dem Bus

aus dem Bus

Die Stimmung war gut und wir freuten uns auf Pirschfahrten und Elefantenritte und spekulierten ob wir tatsächlich die Chance auf nen Tiger haben könnten, obwohl es nicht die richtige Jahreszeit dafür war.

Unterwegs machten wir einen Stop und nach ca. 5 Stunden kamen wir in Sauraha an und wurden von der Lodge mit einem Jeep abgeholt. Über Stock und Stein und mit viel Gelächter holperten wir über den unbefestigten Weg bis ins Dorf. Unsere Lodge war sehr einfach, es wird aber intensiv gewerkelt- ein Pool muss her.

Bungalows

Unsere Zimmer, muffig aber ok

Im Vorfeld war es schon ziemlich schwierig gewesen, sich für eine Unterkunft zu entscheiden. Die Dinger sind nicht so billig, haben aber alle nur Hostel Charme was ja ok ist….nur für rd. 40$ pro Nacht, muss es ja nicht arg schlecht sein.

Unser Traum auf eine Pirschfahrt platzte direkt nach unserer Ankunft-  ohne Bezin ( das Embargo) keine Jeeps im Nationalpark. Damit blieb uns nur der Elefant und schon war klar, das wird nix mit Nashorn, Tiger und Co, da die Fantis gar nicht so weit in den Park hineindürfen, sondern mehr die Ränder als Patrouille abdecken um vor Allem Wilderer abzuhalten…quasi Officer Hati und seine Crew…. 🙂

Den Nachmittag verbrachten wir mit nem Marsch durch den Ort und ehrlich, wer Sauraha touristisch versaut hält, hat keine Ahnung von so schönen Orten wie Cancun, Patong oder El Nido ( und da hält es sich auch noch in Grenzen )

Chitwan ist ebenfalls für schöne Sonnenuntergänge bekannt

Elefantenpirsch, Elefantenbaden, Babyfantis

Tiere sind Frühaufsteher und somit war klar, auch wir mußten saufrüh aus den Federn. Die Nacht war eh zu heiß gewesen, die Moskitos hatten ein gutes Werk getan, somit war es kein Problem gewesen, mit Sonnenaufgang startklar zu ein.

Eefantenreiten ist nicht Jedermanns/ Jederfraus Sache und auch bei uns Sechs trennte  sich die Spreu vom Weizen. Die Einen hatten Spaß, die Anderen fanden es nur öde und überflüssig.

Wir ritten mit den Horden und natürlich, Tiere waren Mangelware.

Ich werde mir keine Meinung dazu bilden, ob es Tierquälerei ist oder nicht, gefühlt hatte jede Familie in Sauraha nen Fantilein im Garten und mir machte es einfach Spaß, morgens durch den Park geschaukelt zu werden. Chitwan ist wunderschön, auch ohne Tiger und Nashörner.

Anbei ein paar Impressionen:

die magere Ausbeute

Rotwild

Nach einem späten Frühstük zog es uns zum Elefantenbaden. Für einen ganz kleinen Obolus konnten wir zu den grauen Jungs und Mädels ins Wasser. Es machte dem Mahoud sichtlich Freude, dem Elefanten Befehle zu erteilen, die uns entweder ins Wasser zu Fantipisse und Fantihäufchen beförderte oder uns von demselben Nass abzuduschen.

Meine Hose war am Ende zerrissen und ich musste halbnackt im Dorf erstmal Abhilfe schaffen.

Es war ein toller Morgen gewesen und wurde am Abend dann nur noch durch den Besuch im Brutcenter getoppt. Staatliche, kontrollierte Zucht der Dickhäuter…..sie werden im Urwald eben gebraucht.

das Center war mehr als bescheiden ausgestattet

Mit dem Boot mussten wir zum Brutcenter übersetzten, die Tieren sollen dort ihre Ruhe haben. Auf dem Weg zurück konnten wir noch ein paar wunderschöne Impressionen vom Leben am  Fluß einfangen

Wasserbüffel

muuuh

Am Abend werden die Dickhäuter im Gänsemarsch wieder zurück ins Dorf gebracht- ein Arbeitstag ist erledigt.

im Hintergrund der Name unserer Lodge

links zwo drei vier, links zwo drei vier…..Officer Hati und seine Männer

Mit einem letzten Sonnenuntergang verabschiede ich mich aus Chitwan.
Am nächsten Morgen ging es weiter nach Pokhara

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