Schlagwort-Archive: Dom

Italien 2020, VII: Florenz

Ich gebe es zu, vor dem Tagesausflug nach Florenz hatte ich irgendwie Schiss. Ich war 2005 für drei Tage in der Stadt gewesen und im Vorfeld der Reise 2020 war mir klar, Florenz kann man an einem Tag nicht gerecht werden. Florenz ist nicht Volterra oder Siena. Hinzu kam die Geschichte mit den kaum vorhandenen Parkplätzen in engen, alten, italienischen Städten.

Dennoch, wir blieben locker….standen sogar erst um 7:45 Uhr auf, cancelten das Frühstück und verließen mit ein paar Keksen und nem Kaffee das Haus; ein echt italienisches Frühstück.

Die 50 km auf der Autobahn waren relativ schnell heruntergerissen, erst in Florenz begann der erwartete Stau.

Mir fiel mit Blick in maps2go ein, dass wir 2005 auf einem sehr schönen Aussichtspunkt gelaufen/ gefahren (?) waren und das dieser Platz doch genial für Nachtfotos wäre. Das auf der Piazzale Michelangelo auch noch Parktplätze zur Verfügung stehen, diese sogar mit easypark laufen und wir vormittags ebenfalls einen genialen Blick über den Arno, zur Ponte Vecchio, dem Palazzo Vecchio, dem Duomo bis hin nach Santa Croce hatten, machte meine Eingebung noch besser.

Wir parkten den Skoda also unkompliziert ein, das Stativ für Nachtfotos blieb wo es war und wir näherten uns der Stadt mit einem schönen Panoramablick,der mir enorm in der Orientierung und Erinnerung aus 2005 heraus half.

Im Anschluss schlenderten wir durch den Garten der Rosen und merkten nicht, wie hoch der Piazzale Michelangelo eigentlich ist…..ein Umstand, den wir am Abend bitter kennenlernen würden.

Wir schlenderten ein wenig durch den Stadteil Santo Spirito und überquerten auf der Brücke Ponto alle Grazie das erste Mal den Arno und genossen den Blick auf die etwas unspektakuläre Seite der Ponte Vecchio, der alten Brücke.

Die Ponte Vecchio wurde 1345 errichtet, aber auch die alten Römer hatten bereits an der schmalsten Stelle des Arno eine Brücke errichtet. Gerber, Metzger und Fischhändler bezogen die Läden auf der Brücke mussten diese aber 1593 verlassen, da sich die Regenten morgens, auf dem Weg zur Arbeit vom Geruch belästigt fühlten. Seitdem sieht man nur noch Goldschmiede auf dem Vasari Korridor.

Der Korridor der Ponte Vecchio

Nachdem wir auf der echten Citiyseite des Arnos gelandet waren, entschlossen wir uns zunächst für die Kirche Santa Croce, an der Piazza Santa Crocce. Dort angekommen fanden wir ein nettes Café/ Restaurant, welches uns mit Bruschetta und Cappuccino zum Frühstück um 11:00 Uhr verhalf. Die Piazza ist der zweitgrößte Platz von Florenz, seit 1865 ziert Dante ( die göttliche Komödie) den Platz, eine späte Würdigung des 1302 verbannten Dichters ( Dante kehrte nie nach Florenz zurück).

Im Anschluss trennten wir uns, Helena und ich nahmen als Erste das Gotteshaus in Angriff. Ähnlich wie im Dom von Siena spielt die Religion keine sehr große Rolle mehr, hier überwiegen eindeutig die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern und die Archtektur/ Kunst als auch die Grabstätten in der Kirche.

Santa Croce kommt komisch daher, das schöne Portal stammt aus dem 19 Jh, der Rest der Kirche bereits aus dem 12 Jh ( 1294-1443).Daher hat man den berühmten italienischen Backstein, kombiniert mit Carrara Marmor.

Das die Kirche uralt ist, merkt man erst mit Blick auf die Grabstätten, z.B liegt hier Michelangelo und kein Geringerer als Galileo Gallilei…..der erste Kämpfer gegen Verschwurbelung und für Flatearther wohl Staatsfeind Nummero Uno „und sie dreht sich doch!“

Auch das Grab von Rossini, Machiavelli einige Lokalgrößen und der ersten Nonne der Welt findet man in dem beeindruckenden Werk.

Das Bauwerk kann, für katholische Verhältnisse, als puristisch bezeichnet werden und kommt damit dem Ideal der Armut des Fransziskanerordens, der diese Kirche gehört, nach. Schön sind die Fresken von Giotto, die Grabplatte Michelangelos wurde von Vasari 1564 entworfen.

Neben der Kirche kann auch das Kloster sowie die Cappella Pazzi bewundert werden, hier ist der Kreuzgang zu bemerken und Henry Moore hat sich hier auch verewigt. Die Kapelle habe ich als unspannend verbucht und deshalb auch auf ein Fotos verzichet.

Unser nächstes Ziel war die Piazza della Signoria, der Senatsplatz. Dieser ist der wichtigste Platz der Stadt, an der Ostseite erhebt sich der Palazzo Vecchio, sowie die Logis di Lanzi. Vor dem Palazzo kann eine Kopie des berühmten Davids von Michelangelo bewundert werden. Mit dieser Figur sollte die Schönheit und das Ideal eines Mannes der damaligen Zeit dokumentiert werden……enscheidet selbst, ob dieses Mannsbild dem heutigen Idealbild entsprechen würde.

Der Palazzo Vecchio erhielt seinen Namen erst, als die Familie Medici in den Palazzo Pitti umgezogen waren und stammt in seinem Äußeren aus dem 14 Jh, Die Medici ließen den Palast opulent im Jahr 1555 ausschmücken, von dort gibt es auch einen Übergang in die Uffizien.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Unser nächstes Ziel neben vielen Buchläden ( Helena suchte die italienische Ausgabe der „Drachenkämpferin“) war das Orsanmichele, ein ehemaliger Getreidemarkt, der nach einer Marienerscheinung zur Kirche (1380) umfunktioniert wurde. Erwähnenswert ist hier die Bronzefigur „ Johannes des Täufers“ von Ghiberti an der Fassade.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wir liefen weiter zum Duomo di Santa Maria del Fiore und legten einen Besuch umgehend ad acta…die Schlange, die Coronaauflagen, die Hitze…..

Kurz und gut, der Bau des Domes dauerte Jahrhunderte 13 Jh.-19 Jh., die Marmorfassade entstand erst Ende des 19 Jh. und kommt sehr filigran und ansehnlich daher. Die Vorfassade war unvollendet geblieben.

Der Campanile, 1334 von Giotto begonnen, von Andre Pisano übernommen und 1359 von Francesco Talenti vollendet ist 85m hoch. Von oben hat man einen schönen Blick über die Stadt, sofern man die 414 Stufen überlebt hat….im Coronajahr 2020 war der Campanile geschlossen!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die achteckige Taufkirche Battistero di San Giovanni wurde bereits  im 11/12 Jh. errichtet, insbesondere die Bronzetüren sind sehenswert. 

Wir kehrten auf ein spätes Mittagessen, mit Blick auf den Dom ein. Für Helena gabs Nudeln mit Pesto, Mathias und ich aßen leckere Lasagne. 

Im Anschluß liefen wir weiter durch San Giovanni und bewunderten wieder die Ponte Vecchio von der Ponte Santa Trinita aus.

Eines unserer letzten Ziele war Santo Spirito mit gleichnamigen Platz und Kirche. Im Reiseführer stand, dass es sich hierbei um einen der schönsten Plätze der Stadt handeln würde und auch wenn wir diesen nicht wirklich schön fanden, er war lebendig und voller Kneipen. Unser Aperol Sprizz war teuer und schmeckte prima und versüßte uns den letzten Marsch zum Palazzo Pitti.  

Der Pitti ist nur riesengroß und hässlich, wurde 1458 für Luca Pitti errichtet und beherbergte die Medici. Im Inneren ist er bestimmt beeindruckend, wir lümmelten lieber auf den Wölfen, die den Vorplatz des Pittis verschönerten….eine grandiose Idee.

Unser letzter TOP für Firenze war gleichzeitig der Erste gewesen….Piazzale Michelangelo. Ein grässlich steiler Marsch, der ziemlich schweißtreibend war ( der Rosengarten war bereits geschlossen) mußte vor einem grandiosen Blick auf die Stadt bewältigt werden.

Nachdem auch die Nachtfotos im Kasten waren, warfen wir uns wieder ins Auto und fuhren die 50 km nach Montopoli.

Gegen 21:00 Uhr trudelten wir wieder auf dem Camping Platz ein, ich fabrizierte eine schnelle Tomatensuppe und nach einer erholsamen Dusche und einem Campari Soda fielen wir ins Bett.

Polen 2019, Wroclaw/ Breslau III

An unserem letzten Tag in Wroclaw ließen wir uns das Sonntagsfrühstück schmecken und freuten uns, dass es nicht ganz so heiß war.

Wir wollten Zwerge sammeln und nochmals einen Besuch auf dem alten Jüdischen Friedhof wagen. Der Reiseführer schreibt „wer etwas über die deutsche Vergangenheit in Breslau wissen möchte, findet diese am Allerbesten auf dem alten jüdischen Friedhof“. Gesagt, getan….wir fuhren mit der Neun, trennten uns vor dem Friedhof, Zwei gingen aufs Gelände, die anderen Zwei kümmerten sich um den kleinen Wadenbeißer.

Vorbei ging es an alten Gräber, teils auf hebräisch beschriftet, teil mit jüdischem Datum nach Talmut, datiert. Zum Teil sehr weltlich und modern, manche Gräber eher orientalisch. Überraschender Weise wurde der Friedhof nicht geschändet, man sieht zwar Einschusslöcher aus den letzten Tagen der Festung Breslau, blinde Zerstörungswut scheinen die Nazis aber nicht an den Tag gelegt zu haben. Vermutlich lag der Friedhof einfach zu weit außerhalb der Stadtgrenzen von 39-45.

Hier ein paar Impressionen, wir fanden die Gräber von Lassalle, den Eltern von Edith Stein und Hugo Heimann….bekannt durch die gleichnamige Grundschule in Neukölln. Überraschend viele Kriegsopfer des ersten Weltkrieges, die Alle fürs Vaterland gestorben sind….genau das Vaterland welches kurze Zeit später die Familienangehörigen in die Vernichtungslager geschickt hat….immer wieder. unbegreiflich und grausig.

Dennoch. haben Friedhöfe bei mir einen festen Platz im Sightseeingprogramm und so lasse ich mal wieder Bilder sprechen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
ziemlich verwunschen
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Tief. beeindruckt verließen wir den Friedhof und fuhren mit unserer Standardlinie Richtung Dominsel. Da die Dombrücke gesperrt war, mussten wir einen kleinen Umweg nehmen und erkundeten zunächst die puppige Kapelle Peter und Paul aus dem 11.Jh.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Auf der Dominsel verweilt (e) der Klerus und somit ist jedes Haus irgendeiner kirchlichen Institution angeschlossen. Die Insel gehörte nicht zur Stadt Breslau, der Bischof verwaltete diese in früheren Jahren. Wie man unschwer erkennen kann, es geht beschaulich auf der Dominsel zu, die übrigens verkehrsberuhigt ist.

Da Sonntag war, die Polen bekannt für ihre tiefe Gläubigkeit sind, lief entweder eine Messe, ein Orgelkonzert oder sonst eine religiöse Veranstaltung. Da die protestantische Brut die Veranstaltungen nicht sprengen wollte, beließen wir es mit kurzen Blicken in die Kirchen und genossen die Stimmung von außen….man sollte die Kirche im Dorf lassen :0)!

Zunächst der Blick auf die Kreuzkirche, dort wurde inbrünstig georgelt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Kreuzkirche und Dom mit extremen Weitwinkel

Wir kümmerten uns lieber um den kleinen Freund, der gegenüber der Kirche sein Unwesen trieb.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Der Dom oder auch Kathedrale genannt, wurde Johannes dem Täufer im 14 Jh. geweiht und war nach 1945 zu 70 % zerstört. Erst 1991 war der Wiederaufbau fertig und wie bereits gesagt, 1995 von innen, 2019 nur von außen bewundert. Der Zeitpunkt war mit 11:00 Uhr nicht so dolle gewählt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Auf dem Weg, zurück in die Innenstadt, bewunderten wir die Grundwaldbrücke, quasi die Brooklyn Bridge von Breslau, und tummelten uns ein wenig am Ufer der Oder entlang. Von der Brücke gibts kein Foto, das habe ich irgendwie verpennt. Dafür war der Blick über die Oder, auf Kathedrale und Skyline der Dominsel auch sehr interessant und soooooo dörflich.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Der vorletzte Zwerg unserer Sammlung wurde Bodo getauft, warum….liegt wohl klar auf dem Bagger.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Da die Hitze uns doch ziemlich schaffte und die Uhr langsam und allmählich ticktack machte, verzichteten wir auf die Jahrhunderhalle. Diese wurde in den Jahren 1911-1913 von Max Berg erbaut und galt, insbesondere aufgrund der Dachkonstruktion als besonders bemerkenswert. Seit 2006 steht die Halle unter Weltkulturerbe und der Vollständigkeit halber habe ich ein Foto aus Wikipedia beigefügt. 1995 habe ich die Halle, die sich in ihrer Bauart am Pantheon in Rom orientiert, bereits ausgiebig bewundert. Meine Fotos von dieser Reise liegen irgendwo im Nirgendwo.

Quelle: Wikipedia

Ziemlich ermattet landeten wird im Stary Klacztor, einem alten Kloster, nun Restaurant und Bar. Und was war das für eine super Wahl! Total gemütlich eingerichtet mit dem besten Futter von Breslau.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Zuerst genossen wir Spaghetti mit Muscheln, Rippchen und Burger am Tisch. Zum Kaffee mit Apfelstrudel lümmelten wir auf der Couch.

Jedes Wochenende geht einmal zu Ende und so verabschiedete uns der letzte Zwerg vor dem Stary Klacztor, bevor wir wieder in die Linie neun stiegen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Beim Auslösen der Taschen gab es eine kurze Aufregung, als mein Göttergatte seine EC Karte suchte, die er im Stary Klacztor vermutete. Als nahm er mit Klaus eine S- Bahn retour und stand sechs Minuten später wieder vor uns…..doch noch das Stück Plastik im Portemonnaie gefunden.

Wir vertrödelten die Zeit bis zur Abfahrt an den Wasserspielen vor dem Bahnhof und bewunderten die gelungene Restauration auch von innen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Pünktlich fuhr der Kulturzug um 17:10 Uhr ab und um 21:19 waren wir wieder am Ostkreuz.

Unser Fazit, machen wir nochmal….mir schwebt Silvester 21 vor…sofern der Zug dann noch fährt.

Polen 2019, Breslau/ Wroclaw I

Ich war 1995 schon einmal in Wroclaw und hatte die Hauptstadt von Niederschlesien in guter Erinnerung behalten, obwohl noch keine Eu Gelder geflossen waren und bis auf das Rathaus, die Altstadt in einem jämmerlichen Zustand war.

Damals, kaum fünf Jahre nach dem Zusammenbruch des Ostblocks, war die Stadt natürlich eine ganz andere, das deutsche Erbe wurde tot geschwiegen, wir sind damals von den nationalistischen Jugendlichen sogar beschimpft worden, was mir tatsächlich nur einmal, auf genau dieser Reise, in PL passiert ist. Allerdings konnte ich mich noch an den Marktplatz erinnern und an die Kinder im Dom, die einen Tag vor ihrer Kommunion zur Beichte gingen. Damals hämmerte es in meinem protestantischen Hirn ganz gewaltig……was kann ein achtjähriges Kind zu beichten haben?

Egal, die Achtjährigen von damals sind die über 30jährigen von heute. Manchmal dauert es eben nen bissel, ehe man wieder zurückkehrt. Ich war auf jeden Fall von der Idee meiner Mama, mit dem Kulturzug nach Breslau zu fahren recht angetan und somit war das Geburtstagsgeschenk an meinen lieben Mann geritzt. Vor zwei Jahren waren wir ebenfalls für ein paar Tage in Niederschlesien gewesen und bereits damals waren wir mehr als neugierig geworden, was die alten deutschen Gebiete anging.

Genau am Hochzeitstag meiner Mama und ihrem Mann war es soweit. Bei rd. 32 Grad in Berlin stiegen wir am Ostkreuz,, Gleis 13, in den Kulturzug. Für 19€ one way wird dem Reisenden richtig was geboten. Neben Literatur und Polnischkurs gibt es ein Quiz mit Buchgewinn und Wasser für umme……schönen Gruß an die DB, die kann von der Polnischen Bahn lernen.

Emily verhielt sich ganz toll, wir wurden sogar gefragt, ob unser Prinzesschen die Strecke häufiger fährt, so lieb war sie.

Die Fahrt zieht sich ein wenig, der Zug hält nochmal in Cottbus und Forst und ca. 3x in Polen….die Namen der Orte sind mir entfallen.

Bei Ankunft in Wroclaw steht man direkt in der ersten, absoluten Sehenswürdigkeit, dem alten Bahnhof von 1855 – 1857 im naja, fast italienischen Stil erbaut. Wroclaw Glówny wurde erst 2010-2012 restauriert und erstrahlt wieder im alten, neuen Glanz. Wikipedia sagt, dass der Stil neugotischer Historismus sei, auch moderner Tudorstil, genannt. Der alte Bahnhof war zu klein geworden, Breslau die ehemalige Hauptstadt Schlesiens benötigte was Größeres und so entstand dieses Prachtwerk.

Wir ließen es gemütlich angehen, unser Hotel lag eh gegenüber des Bahnhofs und Emily benötige Gänsewein und ein kleines Happischnappi.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Schnell war klar, dass wir den Bahnhof natürlich auch des nächtens fotografieren würden und zufrieden huschten wir über die Kreuzung um im alten, ehrwürdigen ehemaligen Hotel Kronprinz jetzt Piast einzuchecken. Die Lage des Hotels lässt vermuten, dass es sich hierbei um das erste Haus am Platz gehandelt haben musste und mit Blick ins www wurde mir das bestätigt: https://www.wroclaw.pl/de/das-gstehaus-piast-wird-renoviert

Erst Hotel Kronprinz und damit ab 1908 das teuerste und modernste Hotel am Platz, nach dem Krieg billiges Gästehaus und Hostel und seit 2010 wieder mit zwei Sternen beseelt…..wir waren mit unserer Wahl sehr zufrieden.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Nach kurzer Erfrischung stiegen wir in die Straßenbahn Nr. 9 ( alle Öffis sind im Kulturzugticket inklusive) und fuhren bis zum alten jüdischen Friedhof.

Die Uhr zeigte 18:09 Uhr , Wauzis sind auf Friedhöfen nicht gerne gesehen und obendrein wurde der Sabbat eingeläutet. Somit war es Essig mit deutscher Geschichte und wir verschoben den eventuellen Programmpunkt auf unseren Abreisetag am Sonntag.

Die letzten 700m zum ungewöhnlichsten Gebäude von Breslau schlichen wir bei rund 30 Grad und dann standen wir am Wasserturm der Stadt, Wiézna Ciśnień. Kühne Architektur zur damaligen Zeit (1904) und der Architekt Karl Klimm musste all seine Fantasien in dieses Projekt gesetzt haben. Ein Dorf/ Stadt als Grundstock, zwei Türme, Kuppeln und Brücken und eine tolle Lage um den Turm aus allen Ecken bewundern zu können.

Seit den 80er Jahren wird der Turm nicht mehr benutzt, sehr schade wie ich finde.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Auf dem Weg in die Innenstadt versackten wir vor lauter Wasserentzug erstmal auf einer Tankstelle….es gibt schönere und schlechtere Orte für eine Erfrischung.

Nachdem wir durch die glühende Abendsonne zur S- Bahn geschlurft waren, entschieden wir spontan Richtung Rynek/ Ring zu fahren und zum berühmten Marktplatz von Breslau zu schlendern. Wir fuhren bis zum Einkaufszentrum Dominikanska und liefen durch die berühmte Unterführung. Angemacht wurden wir im Jahre 2019 nicht mehr, schöner ist die Unterführung nicht geworden. Mein damaliges Hotel scheint abgerissen worden zu sein, damals residierten Ärzte mit auf dem Gang und vor meinem Zimmer saßen Patientinnen, die zum Frauenarzt wollten….anno 1995!

Wir schlenderten durch die Fußgängerzone und landeten im erstbesten Restaurant. Es war mittlerweile schon 20:30 Uhr und wir waren total erledigt.

Es gab Pelmeni/ Piroggen und Schlesische Klöße mit Gulasch. Ziemlich lecker, ziemlich schwer…..Willkommen in PL!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Nach unserem Feudalmahl schlenderten wir zum Rynek, dem Ring…..der Marktplatz mit dem wunderschönen Rathaus in der Mitte. Auf dem Platz tobte das Leben, die Restaurants waren gut besetzt und wir freuten uns, dass wir die relaxte Sommer Atmosphäre so genießen konnten. Obwohl es in Breslau nochmals zwei Grad heißer war, kamen wir besser mit der Luft und Hitze klar.

Hier ein paar Ring,-u. Rathausimpressionen:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mit einem Abstecher zum Bahnhof waren wir gegen 23:00 Uhr wieder im Hotel.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wir schlüpften schnell unter die Dusche und noch schneller in die Heia. Die Klimaanlage erfrischte uns mit 22 Grad und so genossen wir sogar die dicken Bettdecken.