Panama 2017, II: San Blas Inseln, im Land der Kuna Yala

Um 4:45 Uhr war die Nacht vorbei, Gott sei Dank hatte ich recht gut geschlafen, war total verschwitzt und stellte fest, dass meine Körpertemperatur wieder bei 37 Grad eingependelt war. Um 5:15 Uhr wurden wir von Tito, dem Fahrer von Panama Travel Unlimited, abgeholt. Nachdem wir noch drei Mädels in Panama Stadt aufgepickt hatten, ging es gut und gerne zwei Stunden Richtung kolumbianische Grenze. Es war bedeckt, schwül mit Regenneigung. Unser Auto machte Zicken, Tito hing über der Motorhaube und suchte den Fehler.

Um in das autonome Gebiet der Kuna Yala/ San Blas Inseln zu kommen, sind Gebühr und Passkontrolle absolut notwendig. Wer noch mehr Infos bzgl. der Unabhängigkeit (seit 1938) und der Inselkette San Blas haben möchte, schaut hier:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Guna_Yala

Auffällig ist die „Staatsflagge“ der Kuna Yala, als auch die Flagge der Dule- Revolution von 1925. Man sieht nämlich die Swastika, allerdings „herumgedreht“…. dennoch bekommt man als Deutsche immer ein merkwürdiges Gefühl. Und es ist immer wieder interessant wo der erste Mann mit schlechter Frisur und komischem Schnauzbart so alles abgekupfert hat! Mal sehen, was der zweite Mann, der mit dem orangefarbenen Eichhörnchen auf dem Schädel, noch klauen geht!

Wir hielten unterwegs noch an einem Aussichtspunkt ohne Aussicht und wurden am Hafen auf eine Art Speedboat verfrachtet, das bei mir in den nächsten Tagen den Beinamen „Seelenverkäufer“ bekam. Wir schluckten in den darauffolgenden Tagen sehr viel Salzwasser, wir waren grundsätzlich klatschnass ( inkl. Gepäck) und meine Taktik, statt auf die Corns zu fliegen, doch lieber nach San Blas zu fahren, wurde obsolet. Schlimmer als die  Stunden die wir auf dem Wasser in den Wellen hingen, kann die Überfahrt von Big Corn nach Little Corn auch nicht sein!

Zuerst fuhren wir auf eine der Gemeinschaftsinseln um zu tanken. Auffällig war der viele Dreck auf dem Wasser, später bestätigten uns ein paar Volunteers auf Cayo Blanco,dass die Kunas leider so gar kein Verhältnis zu Müll umd Umwelt haben. 

Nachdem unser Boot betankt war, fuhren wir wie die wilde Luzie übers Meer. Überall sah man Spiegeleiinseln wie auf den Malediven….kreisrund mit viel Palmen in der Mitte.

Unsere Insel für die nächsten Tage wurde Cayo Blanco. Wer in den windschiefen Cabanas wohnte, blieb auf der Hauptinsel, die Zelter (also wir) mussten nachts auf eine Nachbarinsel.

Blick auf Cayo Blanco

Cayo Blanco war ein bescheidenes Eiland mit vielen Wauzis und einer großen Kuna Gemeinde. Die Kids stellten allerlei Blödsinn an, die Männer gingen fischen, die Frauen stickten Molas…..um die Inseln kümmerte sich Niemand. Die Touristen wurden vom Familienoberhaupt und von ein paar Volontären versorgt. Insbesondere die sanitären Anlagen waren nicht mehr basic sondern lagen weit darunter. Trotzdem war es so schön….einfach ganz weit weg von der Zivilisation.

Nach unserer Ankunft gabs Frühstück und im Anschluß eine andere Insel (Perro chico) mit nettem Strand und guter Aussicht auf ein anderes Spiegelei. 

Bevor wir nach Coco Blanco zurückkehrten fuhren wir auch zu einer Sandbank, die La Piscina genannt wird. Dort sahen wir Seesterne…beim ersten Mal allerdings nicht, erst beim zweiten Besuch.

Den restlichen Tag vergammelten wir auf Coco Blanco und gegen 21:00 Uhr ließen wir uns zum Übernachtungsspiegelei fahren. Dort war es himmlisch ruhig nur die sanitären Anlagen waren noch grenzwertiger…..Klos ohne Wasser bringen eben nicht viel.😬

Auch am zweiten Tag fegten wir übers Meer, schluckten viel Wasser, genossen frischen Fisch und Sonne, Strand und Karibik pur.  Uns gefiel die Wahl der zweiten Insel noch besser, sie war größer, hatte schöne Cabanas und einen wahnsinnig schönen Strand….allerdings mit einer ziemlichen Strömung.

Als wir das Kleinod am Nachmittag verließen rumste unser Boot gegen den Steg. Es gab ein hässliches Geräusch und Jeder schaute etwas unsicher und bestürzt. Es wurden Rettungswesten ausgeteilt, Mathias und ich hofften, dass kein Haarriss im Rumpf entstanden ist…..wäre blöd mit Iphone, Ipad, Kameras und natürlich samt Pass und Dolleros (Balboa haben wir nie gesehen) in der Karibik zu treiben. Wir hielten krampfhaft den Tagesrucksack fest und überlegten uns einen Schlachtplan für die doch recht lange Überfahrt zurück ans Festland am Folgetag. Abends packten wir tatsächlich einen Brustbeutel  mit Pässe, Kreditkarten und Geld…..damit wären wir wenigstens relaxt nach Hause gekommen.

An unserem letzten Tag bekamen wir die beste Insel im Archipel präsentiert, sie hatte den schönsten Strand und eine große Kuna Gemeinde, die die Insel bewohnten und tatsächlich pflegten. 

Wir besuchten auch La Piscina nochmal und freundeten uns mit einem kleinen Seestern an. Dieser war uns so zugetan, dass er unbedingt mit aufs Bild wollte.

Abschied von San Blas

Gegen 15:30 wurden wir zurück zum Festland gebracht, auch die letzte Überfahrt war nass, wackelig und nichts für schwache Nerven. Diesmal hatte ich allerdings meine Softshell mit 15.000er Wassersäule über die Crumpler gelegt und somit blieb wenigstens das Tagesgepäck trocken.

Wir hatten gelesen, dass um 18:30 Uhr der letzte Bus vom Allbrook Bus Terminal in Panama nach Almirante fährt-wir erreichten den Busterminal um 18:37 Uhr und hetzten zum Schalter. Dort sahen wir, dass um 19:00 Uhr der letzte Bus gen Bocas del Toro fährt. Es war 18:42 als die Fahrkartenverkäuferin dem Menschen vor uns erklärte, dass der Bus voll wäre und auf mañana vertröstete. Ich stellte mich bereits am Schalter für Tickets nach David an als die Dame uns nochmal zurückrief und tatsächlich die letzten zwei Tickets freigab…..der Mann vor uns war verschwunden. Auf den Tickets stand 19:30 Uhr und es waren tatsächlich die letzten zwei Plätze, hinten in der letzten Reihe. Übrigens benötigt man nicht nur ein Ticket sondern auch eine Bahnsteigkarte für 1,50 Dollar pro Person….an dieser wären wir dann fast nochmal gescheitert. Zehn Minuten vor Abfahrt erklärte uns die Controlettitante ziemlich abgenervt, dass wir diese zwingend benötigen. Da der Schalter voll war, drängelte sich Mathias vor und zu guter Letzt hatten wir das Unmögliche wahr gemacht, wir saßen im Bus nach Almirante.

Mein Fazit zu den San Blas Inseln: Ein fast unberührtes Paradies mit mittlerweile recht vielen Backpackern und Tagestouris. Diese wiederum haben  die Probleme der modernen Gesellschaft auf die  Eilands gebracht, was nicht nötig gewesen wäre…..es müssen keine Dosengetränke von den Reiseveranstaltern in diesen Teil der Welt mitgenommen werden…..schon gar nicht, wenn man weiß, dass die einheimischen Bewohner der Inseln diesbezüglich kein Gefühl und Verständnis haben.

Insgesamt bleibt allerdings anzumerken, dass Panama ein großes Müllproblem hat.

5 Gedanken zu „Panama 2017, II: San Blas Inseln, im Land der Kuna Yala“

  1. Hallo,
    toll was man da so erfährt, es ist so als wären wir dabei.
    Sonne, Wind, Palmen, Meer und ab und an ein Schluck Salzwasser, das schaukeln des Bootes, nasse Klamotten, Angst
    ums Gepäck, was ja dazu gehört
    Ihr erlebt irre viel geniesst jeden Augenblick.
    Alles liebe Mama Elke und Papa Wolfgang

  2. tolle tolle fotos. geile strände. ich hätte auch im zelt übernachtet. ausser seestern, war das da auch was zum schnorcheln? schöner bericht. gut, dass ihr nicht zurückschwimmen musstet. geniesst! liebe grüsse manu

  3. Ein Seeigel, ein Seestern wie auch ein Schwamm, haben im inneren Kanäle. Ein ganzes Netz von Wasserkanälen, mit welchen sie ihren Wasserhaushalt regeln. Wenn nun diese Tiere aus dem Wasser genommen werden, dann strömt das Wasser heraus und es dringt Luft hinein, welche diese Kanäle füllt. Wenn man dann diese Tiere wieder ins Wasser setzt, verbleibt die Luft in den Hohlräumen des Kanalsystems hängen und kann nur selten mit grösster Mühe des Tieres entfernt werden. Doch meistens führt dies zum Tod des Tieres, weil sie ihren Wasserhaushalt nicht mehr regeln können. Schwämme sollte man nie aus dem Wasser nehmen. Seesterne und Seeigel kann man kurz aus dem Wasser nehmen, wenn die Oralseite ( also die Unterseite ) nach oben schaut und diese mit Wasser gefüllt bleibt!

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