Japan 2018,XIV: Miyajima 宮島 die Schrein Insel

Nach zwei bewegenden Tagen in Hiroshima warfen wir uns wieder in das allgemeine Sightseeinggetummel. Unser Ziel war Miyajima, die Schreininsel ( wörtlich übersetzt) mit dem am häufigsten fotografierten Motiv in Japan, dem berühmten Torii des Itsukushima Schreins, welches  im Wasser, vor der Insel steht.

Wir frühstückten morgens ausgiebig und schauten aufs trübe Wetter. Die Vorhersage der nächsten Tage war wenig berauschend, der berühmte Taifunregen ab Juni schickte seine Vorboten voraus.

Mit einer alten Straßenbahn fuhren wir zur JR Line und von dort zur Fähre. Die JR Fähre konnte ebenfalls über unseren Pass „bezahlt“ werden….das Ding ist wirklich Gold wert.

IHiroshima und Miyajima sind berühmt  für Austern  und wir konnten  sehen, woher diese stammen. Die Fähre fährt direkt an den Austernbänken vorbei.

Bereits bei der zehnminütigen Überfahrt konnten wir das Torii zum ersten Mal  bewundern.

Nach unserer Ankunft gaben wir schnell unser Gepäck im Hotel ab und begaben uns zum Schrein.

Auf der Insel läuft zahmes Rotwild herum, die Tierchen sind fast alle handzahm, verfressen  und gern kleine Diebe. Mehr als einmal haben wir Bambi beim Ausräumen eines Buggies erlebt…..von der Plastiktüte über Brot und Pommes wird alles vertilgt! Mathias rettete mehrere Kitze und nahm ihnen die Plastiktüten wieder ab.

Da es  früh am Morgen war, hielt sich der Andrang von Touristengruppen noch in Grenzen. Wir bewunderten demzufolge ziemlich enspannt das Tor und freuten uns, dass gerade Hochwasser war.

Leider gehört zum Torii auch ein Schrein und notgedrunen schauten wir uns diesen auch von innen an. Ich habe noch nicht nachgezählt, schätze aber das wir bereits um die 20-30 Schreine und Tempel gesehen haben.

In Miyajima wird gerne geheiratet, ist die teuerste Location landesweit. Wir freuten uns wie die Schneekönige, dass wir sowohl an einer Zeremonie als auch beim darauffolgenden Fotoshooting dabei sein konnten.  Ganz  nach DSGVO mit Einverständnis der Hauptakteure wurde uns dieser Schreinbesuch versüßt.

Übrigens erhalten alle Gäste der Zeremonie nach dem Ja-Wort ein Glas Sake und trinken auf das Wohl. Die Braut sieht ein wenig spooky aus, der Schleier ist gewöhnungsbedürftig.

Nach den offiziellen Fotos kam das Paarshooting, vorher wurde der Schleier gelüftet und zum Vorschein kam nun eine Art Geisha, die 20 Jahre älter als der frisch angetraute Göttergatte aussah.

Tempelmüde und an Kultur nur noch wenig interessiert setzten wir  uns auf eine Bank und warteten am Schrein nur noch auf Ebbe. Bei Tiefwasser rennen alle zum Torii und auch diese Szenerie wollten wir uns nicht entgehen lassen. Die ersten die durchs knöchelhohe Wasser tapsten, waren übrigens die Bambis, vermutlich das einzige Rotwild weltweit, dass gerne im Meer baden geht. 

Mich interessierte der Daisho-in Tempel, der erst seit Kurzem von den Touristen entdeckt wurde. Die Jitzo Figuren sind es, die den Tempel mit Menschen aus aller Welt füllen. Wer auf Fotos von den Gebäuden wartet, der wird jetzt entäuscht, ich kann nur noch mit folgenden Fotos aufwarten:Die Rotmützenbande machte uns richtig viel Spass und weitere Genossen, die Buddha in all seinem Formen darstellten, steigerten unsere kindliche Freude. 

Der absolute Knaller sind allerdings diese Herren, die alle mit der Strickliesel eingekleidet wurden:

Das Miyajima tolle Meeresfrüchte produziert, hatte ich bereits geschrieben und so war klar, dass wir unser Mittag a uf Austern bestehen soll.

Das Zeug schmeckte echt hervorragend, wir waren begeistert und wußten bereits um 14:00 Uhr wohin die Reise uns kulinarisch um 19:00 Uhr führen würde.

Da es anfing zu regnen, checkten wir gegen 14:30 Uhr in unser Hotel ein und schliefen erstmal zwei Stunden in unseren Futonbetten.Wir sind uns Beide einig, der Schlafcomfort war in den traditionellen Zimmern sehr gut.

Nachdem wir um 16:30 Uhr aus tiefem Schlummer erwacht waren, verbummelten wir unsere Zeit am netten Teetisch unseres Zimmers….Tagebuch und Blog wollen gepflegt werden.

Um 18:00 Und machten wir uns auf die Suche nach offenen Restaurants. Tatsächlich lebt die Insel vom Tagestourismus, gegen 18:00 Uhr schließen die meisten Läden und Restaurants. Auch die Suche nach dem Unseco Süßkrams, den Momichis geriet ins Wanken….natürlich wurden wir fündig und auch das eine offene Restaurant in der Shoppingmeile von Miyajima war ein absoluter Volltreffer.

Vorher trafen wir auf diese entzückenden Schüler, ein Tor und einen engagierten Fotografen, siehe Video:

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Es gab gegrillten Congi Eel bei uns eher unter Unagi bekannt als Vorspeise.

Unser Hauptgang bestand aus Gedämpften Austern auf Reis, in der Misosuppe schwammen Muscheln. Es war saulecker und mit rd. 15€ wohl als sehr günstig zu bezeichnen.

Als wir wieder auf der Straße standen erkannten wir zwei wichtige Dinge.

Erstens, die Insel gehörte wieder den Menschen von Miyajima und verzauberte uns, mit den stillen Straßen, den vielen Pagoden und Schreinen, sofort.

Zweitens, die Stative mussten schnell aufgebaut werden…..die blaue Stunde war in vollem Gange und so ein ultrawichtiges Torii will auch des nächtens abgelichtet zu werden.

Mit zunehmenden Temperaturen kommen die Taifunmücken, die Japan in den Monaten Juni- September zu schaffen machen. Auch wir sahen zu, dass wir wieder nach drinnen kamen, obwohl die laue Sommernacht zum Verweilen einlud.

 

 

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