Japan 2018, VII: Shirakawa-go 白川 郷, ein ganzes Dorf ist Weltkulturerbe

Das Wetter hielt sich wieder minutenscharf an seine Wetterfrösche. Diese hatten 24 Std. Regen für die Region vorhergesagt und genau so war es dann auch. Wir fanden im Verlauf des Tages keine Bezeichnung mehr für den Zustand, dem wir uns aussetzten, evtl. sollte der Wetterbegriff „Wasser von oben, von links, von rechts und von unten“ eingeführt werden.

Wir kamen noch trockenen Fußes in den Bus, der uns ins Shokawa Tal, nach Shirakawa- go und genauer gesagt in das Dorf Ogimachi, brachte. Unterwegs wurde das Wetter regnerischer und in Shirakawago schüttete es aus allen Kannen. Allerdings waren wir innerlich vorbereitet gewesen und freuten uns sogar über das Nass von oben, da die Bilder saftiger und weniger flirrend werden. Da wir mit Pentax fotografieren und diese wasserfest sind, waren wir die lucky looser an diesem Tag. Aber auch die hier gezeigten Bilder meiner Bridge sind ok…..natürlich ging nicht Alles, bissel Vorsicht war nötig.

Wir trotteten nicht die Hauptstraße entlang, sondern schlugen uns sofort in die Reisfelder und bewunderten die ersten Gasshō- Zukuri Häuser. Ogimuchi in Shirakawa als auch Ainokura und  Suganuma haben 1995 den World Heritage Status der Unseco erhalten, leider ist Ogimachi das am schnellsten erreichbare Dorf und somit auch sehr überlaufen. Teile des Ortes, jenseits des Flusses,  wurden dem Tourismus geopfert, während der Dorfkern noch intakt scheint.

Als wir an der Gabelung zum viewpoint ankamen, sagten wir spontan „ lieber jetzt, heute Nachmittag sitzen die Wolken noch tiefer“ und liefen die 10 Minuten zum berühmten Lookout von Shirakawago. Die Sicht ins Tal war ok, selbst mit der profanen Bearbeitung vom Ipad,  ist die Schönheit des Tales zu sehen.

Als wir wieder im Tal waren, regnete es nicht nur heftiger sondern die chinesischen Reisebusse waren aufeinmal da! Wir wunderten  uns, konnten wir doch nicht wissen, dass jenseits des Flusses ein großer Parkplatz  für Reisegruppen angelegt worden war. Aufgrund des Regens flüchteten wir in eins der Bauernhäuser, die zum Teil für Besichtigungen offen stehen, aber immer noch als Wohnhaus genutzt werden.

Für eine geringe Gebühr ( 300 Yen) konnten wir am Feuer sitzen und grünen Tee trinken. Die Gebäude sind sehr groß, umfassen mehrere Stockwerke. „ Beheizt“ wird das gesamte Haus durch einen einzigen Ofen, der mächtig rußt. Auch jetzt, im Sommer, bei min. 22 Grad Außentemperatur, war es im Inneren des Hauses eher kalt-der Ofen lief. Es gibt keinerlei Glasscheiben, nur Reispapier vor den Fenstern. Die Winter können bis zu Minus Dreißig Grad kalt werden. Kein schöner Gedanke, hier im Tal einen Schneesturm zu erleben. Vermutlich hält man es dann nur im Onsen aus.

Nach zwei wärmenden Tassen Tee gings wieder in den Regen, der noch  heftiger geworden war. Wir schafften bloss ein paar Bildchen und versackten dann bei einer typischen, japanischen Mama die Hausmannskost im eigenen Heim anbot. Dieses war zwar kein Gassho-Zukukri Haus,  das Curry mit Hida Rind geht aber in  unsere japanische Reisegeschichte  ein. Vorher hatten wir nochmal zwei Spieße Hida Rind genossen und fühlten uns wie die Made im Speck. Auch hier hatten wir einen Einblick in das Familienleben und in die Räumlichkeiten. Es war alles super sauber aber beengt, vorm Badezimmer standen die obligatorischen Kloschuhe, die Wohnräume sind karg.

Nach dem Essen versuchten wir weiterhin den Chinesen auszuweichen, die mit Deppenzepter und viel Getöse den Ort für sich vereinnahmt hatten. Meine negative Grundhaltung zum chinesichen Volk flammt seit Japan wieder extrem auf……nur 10% der Chinesen haben einen Reisepass und benehmen sich widerlich. Das sind 150 Mio Menschen, die alles platt walzen, was sich in ihrem Dunstkreis befindet. Es ist angsteinflößend! Am Nachmittag habe ich übrigens auch das allererste versiffte Klo in Japan gesehen, ich muss nicht erwähnen, dass dieses zum Busbahnhof der Reisegruppen gehörte!

Wie dem auch sei, wir konnten den Massen aus dem Weg gehen und fanden noch die eine ode andere schöne Ecke in Ogumuchi. Wir erkundeten auch ein wenig den Wald, dort war es gefühlt aber noch feuchter.

Am späteren Nachmittag sahen wir eine Hängebrücke und uns ging die Glübirne übers Köpfchen auf. Auf der anderen Seite verlief nicht nur das Dorf sondern auch ein absolutes Touristenkzentrum mit allem pipapo. Wir ließen es uns nicht nehmen und trotteten  mit den Massen mit. Bei schönen Wetter muss der Blick von der Brücke in die Berge atemberaubend sein. Bei uns trifft die Bezeichnung „ solala“ es wohl ein wenig besser. Von der anderen Uferseite konnte man aber das Geschehen auf der Brücke  besser  beobachten…..der Strom der Besucher war unaufhörlich, riss bis zu unserer Abfahrt nicht ab.

Wir liefen gegen 15:30 zu dem lokalen Busbahnhof und hatten wieder mal so richtig Glück. Wir hatten Tickets für den 17:20 Bus nach Takayama. Der Bus vorher war online ausverkauft gewesen. Mathias fragte am Verkaufsschalter nach, ob wir den Bus tauschen könnten. Das Mädel am Counter war unwillig….dann kam der Busfahrer vom 16:15 Bus und managte die Umbuchung. Mit über einer Stunde Zeitersparnis kamen wir wieder im trockenen Takayama an und warem dem Busfahrer sehr, sehr, dankbar.

Nach einer kurzen Trockenphase im Hotel, Mathias fönte Socken und Schuhe, machten wir uns auf zur Futtertränke. Wir wollten keine Suppen, keine Gyoza, keine Okonomyaki und auch kein Hida Fleisch ChiChi. Fündig wurden wir in einer kleinen Sushibude. Wir gaben am Ende 24€ pro Person aus, hatten nur Spezialrollen und Tempura, teuer war es wirklich nicht.Highlight war sicherlich das Hida Beef, siehe letztes Bild….also doch noch ein wenig ChiChi zum Abschied.

Tempura:

Lobsterrolle

Crispy Eel, mein optisches und geschmackliches HighlightBei uns unter Dragonroll bekannt

Lachsrolle

Hida Beef

 

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