Italien 2020 XI, : Gardasee &Tramin an der Weinstr.

Wir befinden uns offiziell wieder auf dem Weg gen Heimat. Mit uns machten sich viele Deutsche ebenfalls auf den Weg, die Autostrada war ziemlich voll. Die Flucht vor dem Regenwetter im Süden Europas hatte begonnen….. Wir waren allerdings geplant auf dem Weg zum Gardasee, um wenigstens einen kurzen Blick auf das italienische Lieblingsziel der Deutschen zu werfen. Ich hatte es vor mehr als 30 Jahren mal nach Malcesine und Riva im Rahmen eines Tagesausflugs mit meinen Eltern geschafft, war danach nie wieder in dieser Ecke.

Wir verließen Montopoli gegen 8:30 Uhr, fuhren tanken und warfen uns auf die enge Autobahn. Gegen 12:00 Uhr hatten wir Sirmione, im Süden des Gardasees erreicht. Die Stadt liegt auf einer Halbinsel, die 4km in den See hineinragt.

Beliebt ist der Ort aufgrund der fotogenen Festung Scaligero und das sieht man leider auch mit Betreten des Centro Storicos. Horden an Menschen, Souvenirladen an Souvenirladen, Touristen die bereits mittags in Ausgehklamotten für Instagram posen und zu fast 100% teutonischer Herkunft aus dem Schwabenländle sind. Mund- Nasenschutz war zum ersten Mal in diesem Urlaub kein Thema, der Deutsche verweigert nicht nur in D sondern auch im annektierten Sirmione! Wir schämten uns abgrundtief, zumal die Italiener echt vorbildlich mit der Pandemie umgehen. Wenn irgendwann der Vorwurf kommt, dass die Deutschen den Virus wieder nach Italien gebracht haben, ich glaube es aufs Wort.

Anbei noch zwei, drei Impressionen aus der Altstadt…..um die Touris herumfotografiert.

Wenigstens war der Blick auf den See ein Traum, auch wenn sich „hinter uns“ ein starkes Sommergewitter zusammenbraute.

Wir fühlten uns unwohl im gesamten Ort und als ein irrer Sommerregen einsetzte, rannten wir im Schweinsgalopp zurück zum Auto……Sirmione, nie wieder! Das wir auch noch das schlechteste Eis des Urlaubs essen durften, setzte dem Ganzen nur noch die Krone auf.

Im sintflutartigen Regen ging es weitere 2 Std. nach Alto Adige, Südtirol besser gesagt Tramin an der Weinstraße. Hierbei handelt es sich um die Region südlich von Bozen, mit moderaten Höhen und sehr mildem Klima. Die Dolomiten sind allerdings nicht weit und auch wir hatten die naive Idee, doch noch zur Seiseralm und ins Grödner Tal zu kommen ( explizit ein Wunsch von mir). Die naive Idee kam im Vorfeld der Reise, als wir an ein mildes Spätsommerklima glaubten.

An diesem Nachmittag zeigte sich Tramin aber lieblich, es war sonnig und angenehm warm (26 Grad). Wir bezogen unser Apartment im Ortsteil Ronchi Rongg auf dem Weishof und waren sofort in unsere 100qm Hütte verliebt. Eine Mischung aus alt, modern, Landhaus und Ikea….sehr gelungen, großzügig und gemütlich. Schade, dass wir nur drei Nächte hier haben.

Wir sortierten uns und machten uns wieder auf die Socken, das schöne Wetter musste genutzt werden.

Vor unserem Haus trafen wir auf eine alte Bäuerin, die uns in schwer verständlicher Mundart klar machte, dass es von uns nicht schön gewesen ist, den Hund alleine im Auto zu lassen. Als wir ihr klar machten, dass Emily niemals alleine im Auto bleibt, sowohl ich als auch Helena bei Ihr gewesen sind, als Mathias die Schlüssel für die Wohnung holte, lachte sie nur, liebkoste den Hund und ließ Emily die Untertasse ablecken, die sie in der Hand hielt.

Später trafen wir die alte Dame nochmal, überraschenderweise am Steuer eines Autos. Sie kurbelte das Fenster herunter und bemerkte ganz begeistert „ mein Hundele, mein Hundele…“ sweet! 

Tramin liegt auf rd. 275m Höhe und profitiert vom milden Klima, welches bereits mediterran beeinflusst ist. Da das Wetter noch sooooo schön war, liefen wir ins Dorf und bewunderten die niedliche Architektur.

Auf dem Rückweg entdeckten wir den Pernhof und gingen dort sehr lecker essen. Mathias und ich schmissen uns aufs Fleisch, Helena genoss die gesunde Kürbissuppe und Bruschetta. Wir entschieden uns auch für eine Flasche Gewürztraminer und beschlossen nach den ersten Schlucken, dass genau dieses Zeug mit nach Berlin muss.

Unsere Kellner waren zuckersüß, als wir mit Karte zahlen wollten und die Maschine nicht so richtig funzte, meinte einer der Jungs ganz trocken „ da sitzt ein kleiner Italiener drin, der hats nicht so mit arbeiten“. Meine Antwort „ das können auch nur Sie sagen, bei uns wäre es politisch nicht korrekt“. Die prompte Antwort  „ich bin waschechter Italiener und wenn man den Kleinen in der Kiste ein wenig anstupst, arbeitet er auch wieder“….sprachs kaum aus und der Bon kam uns entgegen….herrlicher Humor!

Zufrieden widmeten wir uns am späteren Abend dem „Mensch ärgere Dich nicht“ Spiel und gaben Emily eine tragende Rolle.Bei jeder 6 erhielt die Maus nen Futterdrops….sie war hellauf begeistert und schwer im Spiel und bei der Sache.

Um 23:00 Uhr krochen wir in die Heia und drückten insgeheim die Däumchen für weiterhin stabiles Wetter.

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