Iran 2019, XIII: Teheranتهران

Wir cancelten Qom! Freitags und dann auch noch pünktlich zum Mittagsgebet in den zweitheiligsten Schrein des Irans zu wollen, war bereits bei der Planung eine saublöde Idee gewesen! Angesichts der Erfahrungen mit Menschenmassen, Stau und der Tatsache, dass alleine die Fahrt vom Flughafen ( wo Farsiwahn seinen Stall bei Europcar hat) in die Innenstadt zw 2-4 Std. liegt, ließ uns den Plan verwerfen. Hinzu kam die absolute Schrein-Moscheemüdigkeit und die Aussicht bei über 30 Grad nun auch noch nen Tschador überwerfen zu müssen, machte die Entscheidung sehr leicht. Wie heißt es so schön „nach der Reise ist vor der Reise“ oder in unserem Fall „nach dem Iran kann auch bald nochmal vor dem Iran sein“……also kein Besuch in der zweitheiligsten Stadt sondern ein direktes Durchstarten Kashan-Teheran. Teheran machte uns Alle ein wenig kribbelig-15 Mio Einwohner mit einer Wahnsinnsausdehnung, die Meisten nennen die Stadt einen Moloch, die Wenigsten empfehlen einen längeren Aufenthalt…. auch aufgrund der schlechten Luft im Schatten des Elbursgebirges.

Die Fahrt war kurzweilig, wir kannten die Strecke vom ersten Tag zu Sechst. Aus den Mohnfeldern waren trockende Flächen geworden, irgendwann begrüßten uns die bunten Berge.


Am IKIA gaben wir Farsiwahn an seinen Besitzer zurück, unser Bus war ein prima Kumpel in den letzten Wochen gewesen-wehmütig schauten wir dem Kleinen hinterher und stapften, nach Geldtausch im Ankuftsbereich, zur Teheraner Metro.

Für 90.000 Rial (0,65€) erstanden wir ein Metroticket und erwarteten gespannt, im Wartebereich, auf unsere erste Metrofahrt.

Der Zug war überraschend modern, es gibt grundsätzlich Frauenabteile im vorderen und hinteren Bereich und wir pflanzten uns zunächst mal alle Sechs in die Mitte-Frauenabteile lernten wir erst später zu schätzen.

Irgendwann (ca.50 min Fahrt) mussten wir in die reguläre Linie 1 wechseln und ab diesem Moment machte das gemeinsame Abteil keinen Spaß mehr. Echt aufsässige und freche Bettelkinder nervten, wir hielten unsere Taschen im Zaum und erträglich war das Ganze nur, weil wir saßen. Mit Spannung beobachteten wir die fliegenden Händler, Bissel Kaugummi, Zahnbürsten oder Handykabel gefällig?!

Mit nochmaligen Umsteigen hatten wir es in knapp zwei Stunden geschafft, die Teheraner Metro spuckte uns an der Station Baharestan unbeschadet aus ihren Fängen.

Unser Hostel war nur 50 m vom Metroausgang entfernt und mit einem Mal befanden wir uns im internationalen Travellergeplänkel und in einer kompletten Blase. Kein Kopftuch, englisch dominierte……das Heritage Hostel ist eine gute Empfehlung, da die Hotels in Teheran alle sehr teuer und obendrein auch nicht als wirklich gut zu bezeichnen sind. Ich hatte lange gesucht, das Haus wurde erst 2017 eröffnet und liegt ziemlich zentral. Wir zahlten 40€ pro DZ mit Bad, für Teheran ein Schnäppchen.

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Da wir einen kompletten Nachmittag in der Millionenstadt geschenkt bekommen hatten, entzerrte sich das Sightseeingprogramm. Nach einem Falafelsnack in der Imbissbude neben dem Hostel fuhren wir entspannt mit der Metro zur ehemaligen US Botschaft. Diese wird mittlerweile von linientreuen Studenten noch am Leben erhalten und als Spionagenest der CIA bezeichnet. 1979 nahmen Khomeinianhänger für 444 Tage ranghohe Diplomaten in Geiselhaft, seitdem wurde die Botschaft von den USA aufgegeben, die allseits berühmte Propaganda zeugt von keiner Liebe zw. dem Iran und den USA und natürlich gegenüber dem Erzfeind Israel. Die Botschaft war geschlossen, da Freitag war…..die Graffiti reichten uns Allemale.

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Bemerkenswert ist die andere Straßenseite, die explizit die Schandtaten der USA der letzten 70 Jahre aufzählt…..keine netten Buben unsere so arg geschätze Weltpolizei!

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Zur Propagandaverarbeitung entschlossen wir uns für einen geselligeren zweiten Sightseeingpunkt, den Besuch der Tabiatbrücke. Diese ist bereits mehrfach prämiert, die Architektin Leila Araghian hat mit dieser Brücke ihr Meisterwerk geschaffen.

Wir entschlossen uns, aufgrund der Fülle in der Teheraner Metro, das Frauenabteil aufzusuchen und waren absolut begeistert. Shoppingmeile Metro, die erste Dame verkaufte BHs und Schlüpfer…..und nicht nur braves Zeug, holla die Waldfee.

Abgelöst wurde diese durch Make Up und Haarutensilien, gefolgt von Fusskettchen, Handybändern, Brillenbänder, Kaugummi, Picknickdecken usw. usw. usw.

Neben den Kaufaktivitäten waren meistens wir vier Mädels die Hauptattraktion-es sprach sich von weibl. Mitfahrerin zu fliegender Händlerin dann weiter zur nächsten Mitfahrerin durch das ganze Abteil, dass wir die Deutschen waren, aus Alman…..der heiligen Kuh! Bedacht wurden wir immer mit liebevollen, milden Blick egal ob Tschador oder aufgespritze Lippe.

Achja, das Thema Gesichts OP…… meine Güte! Noch nie habe ich so viel Nasenpflaster, aufgespritze Lippen und Wangen und das komplette Programm in einem Gesicht gesehen, unglaublicher Schönheitswahn im Land der Ayatollahs! Und tatsächlich erblickte ich in den zwei Tagen auch zwei Transgendergirls.

Auch auf den Bahnhöfen wurde verkauft was das Zeug hielt, hier ein paar schlechte Handybilder aus der Hüfte. Mehr geht wirklich nicht, wie uns der weitere Verlauf unserer Metroerfahrungen lehrte.

Häbdlerin mit Nasenpflaster

Kurz und gut, Metrofahren wurde zu unserer Lieblingsbeschäftigung und aufgrund der Distanzen konnte wir diese in unserer Zeit in Teheran auch voll auskosten.

Die Tabiatbrücke ist 270m lang und mehrstöckig, sie verbindet die beiden Parks Taleghani und Abo-Atash. Wir krochen zunàchst durch Taleghani und schauten den Familien beim Picknik zu

Danach gings auf das Meisterwerk mit super Blick über Freeway und Elbursgebirge.

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Im zweiten Park bewunderten wir eine Crossfit Darbietung und gingen Café, Tee, Mojito trinken. Die iranischen Familien beim Wochenendgedöns zu beobachten, machte uns großen Spaß, der Spätnachmittag verging wie im Flug.

Mehr durch Zufall als gewollt, landeten wir auf dem Außengelände des Museums zur heiligen Verteidigung. Der Titel ist spooky, der Inhalt noch mehr. Altes Kriegsgerät stand draußen herum, alles erinnert an den Iran/Irakkrieg. Neben Panzer, Flieger usw. gibt es auch Parkbanken in Form eines Panzers….skuril, sowas kennt man in unseren Breitengraden nicht.

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Besonders berührt haben uns PKWs die in Attentaten, vom Mossad verübt, verwickelt waren. In den Jahren 2010-2012 wurden mehrere Atomphysiker umgebracht. Insgesamt waren vier PKWs ausgestellt…..kann sich Jemand an diese Attentate erinnern?

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Auch dieser Papierkorb ist auf dem Gelände ausgestellt-ohne Worte….der Hass wird offen ausgelebt!

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Ansonsten gab es noch dieses interessante Gebäude zu sehen (leider fehlt mir die Info zur Aufgabe des Gebäudes….vermutlich Museum).

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Ob es sich hierbei um das Planetarium handelt?

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Unschwer zu erkennen, Teheran ist in der Moderne angekommen, überall wird gewerkelt und gebaut. Die Stadt ist als ziemlich sauber zu bezeichnen, Berlin ist weitaus dreckiger.

Da wir nur zwei Abende in der Stadt hatten, fuhren wir an unserem, ersten Abend noch zum Azadi Tower, der bereits seit 1971 als Freiheitsdenkmal auf dem Azadi Square steht….also noch zur Schah Ära erbaut wurde und während der islamischen Revolution eine tragende Rolle spielte. Auch heute wird der Platz gerne noch für Demonstrationen genutzt, sofern man den Platz überhaupt heil erreicht! Der Verkehr ist halsbrecherisch, die PKWs interessieren sich nicht für grüne Ampeln und wir waren mehr als erleichtert, als das Wahrzeichen vor uns auftauchte.

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So richtig schön sieht das Denkmal aber erst aus, wenn man direkt unter dem Ypsilon steht….Wahnsinn. Wir waren happy, dass wir trotz knurrenden Magen (es war nach 22:00 Uhr) abends am Azadi Sq. waren….tagsüber macht das Ding nichts her.

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Wir wollten eigentlich im Restaurant des Towers essen gehen, doch leider hatte dieses am heiligen Freitag geschlossen….so gings mit knurrenden Magen ( wir hatten noch mit frischgepressten O-Saft versucht das Loch zu schließen) in die Heia….auf fettiges Fast Food am Busbahnhof Azadi hatten wir Alle keinen Bock. Dort hatten wir allerdings noch ein kleines Deja Vu…..mehrere Busse fuhren nach Ostaserbaidschan und um uns herum wurde immer nur „ Ardabil, Ardabil“ gebrüllt….wir antworteten lautstark „ no Ardabil, Haschtpar!“ und erfreuten uns an den Erinnerungen der ersten Tage im Land.

Mathias machte an diesem Abend noch Bekanntschaft mit der Teheraner Polizei. Er hatte Fotos in der U-Bahn geschossen und wurde von einem besonders linientreuen, iranischen Mitbürger verpfiffen. Das Ende vom Lied war, dass die recht freundlich gesinnte Polizei die Bildchen auf der Kamera durchsuchte, interessiert Fotos aus Isfahan und Shiraz betrachtete und die Bilder aus der Metro zumindest im raw gelöscht wurden, auf der zweiten Speicherkarte sind diese allerdings im jpeg noch vorhanden. Für uns war es eine Lehre…..keine Bilder in der U-Bahn.

Am nächsten Morgen feierten wir erstmal unser Geburtstagskind Annegret mit Geburtstagstisch und Gesang.

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Im Anschluß erkämpften wir uns unser Frühstück. Ich fühlte mich eh ziemlich gerädert, der Rezeptionsbereich lag über unserem Zimmer und wir hörten die Haustürklingel 24/7!

Tagesordnungspunkt Eins war die kurze Metrofahrt zum Golestanpalast, Tagesordnungspunkt Zwei war dann genau dieser. Das Eintrittskartenprocedere verwirrte uns ein wenig. Wir entschlossen uns nur für den Hauptteil, ob wir nun viel BlingBling verpasst haben, wissen nur die Götter.

Als kurze Info für alle Yellowpressliebhaber der 70er Jahre….die Pahlevi Sippe wohnte im Teheraner Norden, Soraya, Farah Dibah und Herr Schah regierten nur im Palast und öffentliche Geschichten fanden in Teherans Mitte statt.

Hier ein paar Glitzerimpressionen, der berühmte Pfauenthron ist im Juwelenmuseum beheimatet, hier ist nur eine Replik zu sehen. Insgesamt soll der Palast zu Abschreckung dienen und dem gemeinen Volk die Dekadenz und Verschwendung der Schah Dynastien offenlegen. Wir wunderten uns über die hässlichen Gebäude um die Hauptanlage herum, die Lage in der Innenstadt ist als bemerkenswert hässlich zu bezeichnen.

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Hier ein paar Preziosen aus den angegliederten Museen:

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eine riesige Bronzemünze
man beachte den dt. Orden

Meissener Geschirr
britisches Design…..ich würds nehmen

Das eine oder andere aus den Besitzschaften fanden wir auch recht nett, hier kommen aber nun die Palastinnenaufnahmen und da dominierte eindeutig gold, silber und orange….die 70er Jahre In- Farbe.

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Hier kommen noch ein paar mehr Außenaufnahmen:

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Da uns nach so viel Kultur ein kleines Hungerchen quälte, gab es echten Teheraner Döner mit Sodbrennen im Anschluss. Faul saßen wir im Café und Keine/r hatte so richtig Lust auf Basar und shoppen.

Die Truppe trennte sich und quälte sich in Zweiergruppen durch den Basar. Wir waren total entnervt, die Menschenmassen nervten und bis auf eine schöne Haupthalle mit Timche gab es nur Pistazien, Datteln und Zucker bis zum Anschlag.

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Am frühen Nachmittag fuhren wir mit der Metro in den Teheraner Norden, Ziel war Darband, eine enge Bergschlucht ….quasi schon fast im Elburs Gebirge.

Im Norden findet man das Geld und auch das Publikum in der Metro änderte sich schlagartig. Die Nasenpflaster wurden mehr, die Kopftücher rutschten tiefer und waren kaum vorhanden und wir lernten eine reizende Studentin kennen, die sich in B1 Niveau mit uns auf deutsch unterhielt, ihr großer Traum- studieren in München….Pharmazie, sie häte sich toll mit Helena austauschen können.

An der Endstation nahmen wir uns zwei Taxis und fuhren die rd. 3 km bis nach Darband. Dort gab es Bergfeeling, Restaurants und eine Schlucht mit tosendem Wasser….für uns Stadtgeschädigten ein willkommende Abwechslug, für Annegret eine würdige Geburtstagslocation.

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Das Arier Restaurant….immer wieder verwirrend
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Nach unserem letzten, sehr guten Abendessen (Annegret hat gut gekocht) tranken wir noch einen leckeren Cappuchino in einem trendigen Café und fuhren mit einem enthusiastischen Taxifahrer zurück zur Metro.

Im Hostel verging der Rest des Abends mit einchecken und Taschen packen….Pistazien und Datteln wollten mit!

Man soll den Tag nie vor dem Abend loben…..dieses Motto trifft auf unseren Abreisetag gut zu. Die Sonne schien wieder, wir frühstückten gemütlich und Zimmer 2 ( also wir) leckten die Wunden der vergangenen Nacht.Gesang bis 0:00 Uhr, Sturmklingeln ab 6:00 Uhr früh….die Nacht war eindeutig gestört gewesen!

Als ob wir einen Animus hatten, machten wir uns bereits um 9:45 Uhr auf den Weg zum Flughafen. Ich schwöre, unser Plan war, genau so wie wir nach Teheran reingefahren waren , auch wieder zurück zum Flughafen zu kommen. Bedeutete in unserem Fall: Metrostation Baherestan nach zwei Stationen umsteigen, ab Iman Khomeini elf Stationen bis Shaed Bagashar fahre. und dort in den Zubringer nach IKIA…summasummarum rd. 1:30-2 Std. Fahrzeit…..dachten wir! Es lief auch alles glatt, bis wir in Shaed Bagashar standen ( ok, wir mussten 1x den Zug verlassen, weil dieser nicht weiterfuhr) und uns erklärt wurde, der Umsteiger wäre in Shaed….also eine Station weiter, die in keinen Plänen verzeichnet ist….hmm machte sogar Sinn, da uns bei der Hinfahrt nach Teheran aufgefallen war, dass sowohl die erste Station des Zubringers Shaed Bagashar hieß, als auch die erste Station nach dem Umsteigen aus dem Flughafenzug den gleichen Namen trug. Wir behielten die Fassung, schließlich waren noch mehr Reisende auf dem Bahnhof, alles Iraner, und die müssen es ja wissen. Sicherheitshalber hielten wir uns gleich mal an Einen, was sich als goldrichtig erwies. Nach 20 Minuten kam mal wieder ein Zug und wir ALLE stiegen ein…..oh hoppla, der geht nicht nach Shaed, Shaed Bagashar oder etwas Ähnlichem…..hmm. also an der nächsten Station wieder raus, mit uns die anderen Flugwilligen und wieder zurück….Nach rd 35 Minuten standen wir wieder am falschen Shaed Bagashar…es war 12:00Unr! Der Iraner schlug vor, Taxen zu teilen und so fuhren wir für ganz wenig Geld (keine 3€ pro PKW) die restlichen 20 km zum Airport und waren nach 20 Minuten dort, Das wird uns für immer eine Lehre sein. Entweder niemals mehr Teheran oder Taxi!

Einchecken war unroblematisch, die Passkontrolle war fast schon im Duty Free Shop. Die letzten Rials gingen für, na Ihr wisst schon, Pistazien und Safranzucker drauf und wie vereinbart flog das Kopftuch einige Meter vor Einstieg in die Maschine mit Schwung in den Nacken! Wir Mädels waren wieder frei und freuten uns wie kleine Kinder….schön in einer Welt ohne islamische Kleiderordnung leben zu dürfen.

Im Flieger saß ein Iraner neben mir, der nach N.Y flog. Er hatte seine Eltern besucht, die aufgrund des liebreizenden Präsidenten voller Gnade, Mr. Trump I, nicht in die USA reisen dürfen. Er brachte unsere Eindrücke, die wir von Land und Leute haben, auf einen Nenner: „Wir hassen die Araber, denn diese haben uns den Islam gebracht und die Probleme im nahen Osten verschärft“ . Seiner Ansicht ( das deckt sich auch mit unseren Beobachtungen) wird der Iran weltlicher, Religion zunehmend unwichtiger, Atheismus, gerade bei den Kids, wird ein Trend. Die Gesellschaft ist geteilt, die Wirtschaft liegt am Boden und alles zusammen kann der Nährstoff für einen großen Konflikt sein……hoffen wir das Beste.

Istanbuls neuer Flughafen hat ein ausgeklügeltes Transfersystem, binnen 10 Minuten standen wir am Anschlussgate und lobten das neue Riesending….bis Annegret fröhlich verkündete, dass sich das Gate geändert hätte. Aus F18 wurde B4 und was das auf dem neuen Flughafen der Superlative bedeutete, kann sich Jede/r denken…….und schon war jegliches Lob dahin! Nachdem die Maschine auch noch Verspätung hatte, obendrein 30 Minuten auf dem Rollfeld zur Startbahn kurvte, waren wir fast schon wieder urlaubsreif….aber nur fast.

In Berlin wurden wir von unseren Lieben begrüßt und unser Emchen freute sich auch aufs heimische Körbchen.

Ich werde in den nächsten Tagen noch kein kurzes Fazit zusammenfassen…..Ihr könnt Euch aber bestimmt jetzt schon denken, wie es ausfallen wird!

2 Gedanken zu „Iran 2019, XIII: Teheranتهران“

  1. Puh, Teheran scheint ja anstrengend zu sein! Aber der eine oder andere moderne Bau und auch diese Brücke würden mich dann schon reizen :-). Welcome back und danke für die,tolle Berichterstattung!

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