Archiv der Kategorie: Europa

Mit dem Familienzuwachs ( Emily, die kleine Westiedame) wird Europa immer wichtiger und interessanter

Spanien/ Portugal 2018,II: Arcos de la Frontera & Cádiz

Nach unserem sehr guten Frühstück im Hotel fuhren wir in die Berge, genauer gesagt nach Arcos de la Frontera, auch das „La Port de pueblos blancos, das Rorder weißen Dörfer , genannt. Wir ließen den Wagen im neueren Teil des Ortes stehen und erklommen das Bergnest. Ziemlich steil gings hinauf, unterwegs boten sich tolle Ausblicke. Während der Maurenzeit wurde der Ort Medina Arkosh genannt und war dem Kalifat von Cordoba unterstellt. Wie in Marokko findet man verschlungene Pfade und eine gelungene Alstadtarchitektur.

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Ausblick vom Parador:

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Die Kirche „ Iglesia de Santa Maria de la Asunción begeisterte uns sehr, mal eine ganz andere Architektur.  Ich gehe davon aus, dass das Gotteshaus aus einer Moschee“ gebastelt“ wurde und die Kofession nach 1264 ( Rückeroberung durch Alfonso X. Die Messe ging gerade zu Ende und auch wir fröhnten im Ort dem spanischen Frühshoppen mit einem antialkoholischen Cuatado ( Espresso mit einem Fitzelchen Milch).

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Arcos begeisterte uns , zumal wir recht früh unterwegs waren und gegen 10:30 Uhr noch recht wenig Touristen und vor Allem Gruppen den Ort unsicher machten. Das änderte sich im Verlauf der nächsten Stunde, deutsche Reisegruppen beglückten uns zunehmend. Erstaunlich, dieser Teil Spaniens ist fest in deutscher und britischer Hand.

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Nachdem wir, ungewollt, ein deutsches Paar mit ins neue Dorf genommen hatten, diese aber an ganz anderer Stelle ihren Reisebus vermuteten, machten wir uns auf den Weg in die älteste Stadt Europas. Cádiz wurde 1100 v. Chr. als Gadir von den Phöniziern gegründet, die Stadt war  karthagisch, römisch, maurisch und noch heute kann ein bunter Häusermix die berühmte Geschichte der Stadt erzählen. Die Mauren nahmen Cádiz hereits 711 nach Christus ein, 1812 war die Stadt sogar mal Spaniens Hauptstadt, wenn auch nur für kurze Zeit. Die Altstadt zeigt sich authentisch, die Stadtstrände sind feinsandig, breit und kilometerlang. Wir organisierten uns zunächst ein leichtes Mittagessen und zogen dann zum Torre Tavira weiter.  Rund 100 Wachtürme sind noch in der Stadt erhalten geblieben, reiche Händler beobachteten im 18.Jh.von diesen Türmen aus das Treiben auf dem Meer und demnach das Handeln mit der neuen Welt. Cádiz wurde  zu Zeiten von Christo Colon  ( Christoph Columbus) der Hotspot  für die koloniale Seemacht Spanien. Von hier zogen die Schiffe auf ihre Entdeckungstouren Richtung Amerika aus.

Die Aussicht vom 64m Turm war  wirklich fantastisch, 6€ die sich lohnten. Emily hatte ihr TT ( Tragetaxi) , Mathias trug die Kleene die enge Wendeltreppe hinauf. Wir waren überrascht wie hoch das Ding tatsächlich war, oben hieß es erstmal Luft holen.

Der Blick auf die Stadt ist toll, wir bereuten keine einzige Stufe.

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Die Altstadt hat auch sonst so ihre Reize, nichts ist überrestauriert, das Touristengetummel hält sich auch hier in Grenzen. Wir schlenderten im Anschluß hinüber zur Kathedrale,  die neue Kathedrale, verkniffen uns aber den Besuch, obwohl diese zu den größten Kirchen Spaniens gehört.

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Am Nachmittag stürzte sich Mathias in die Fluten. Leider schlug das Wetter ein wenig um, es war bewölkt und recht windig. Da auch Hunde  an den Stadtstränden nicht erlaubt waren, war unser Badevergnügen recht kurz und schnell beendet.

Zurück in Jerez genossen wir unser schönes Zimmer und gingen, gezielt mit dem Willen, Tapas in unserem Restaurant von gestern Nachmittag zu genießen, an die nächste Ecke unses kleinen Platzes……doch nischt da, am Sonntag wird nicht gegessen, da wird gebetet! Erinnerungen an Porto wurden wach, wo wir in unserer Not unser Abendessen in einer Eisdiele einnahmen.

Aufgrund der Suche nach einem netten Plätzchen kamen wir an dem wunderschönen Platz vom Vortag vorbei. Von dem Partygetümmel des Vorabends war nichts mehr zu sehen, der Platz war aber weiterhin bildschön und ich freute mich einen Blick bei Tageslicht werfen zu können. Die Wolken waren ziemlich bedrohlich und später fing es an zu regnen. Der Sommer geht definitiv zu Ende, die Temperaturen verändern sich zur Zeit ebenfalls täglich, es geht nach unten……

Hier noch ein paar Handybilder von unserem Fang an diesen Abend….ein süßer Platz und grandioser Käse.

Spanien/Portugal 2018, I: Vila Real de Santo Antonio & Jerez de la Frontera

Um 2:50 rappelte der Wecker und mein lieber Schwiegervater brachte uns Drei zu nachtschlafender Zeit nach TXL. Da wir mit Emily unterwegs waren, durften wir unser Gepäck sofort und ohne Warterei abgeben, Emily wurde Business abgefertigt und  um5:00 Uhr gaben wir mit wehem Herz unser Wauzilein am Sperrgepäck ab. Mein leidgeprüftes Herzelein schrie förmlich mit, als unsere liebe Kleine den gesamten Flughafen zusammenbellte.

Der Flug selbst war unspektakulär, neben uns versüßte Tony, ein kleiner Bolonka Mix , uns die nächsten 3,5 Stunden. Der Kleine unterhielt zwei Reihen und ich dachte, wie schön es doch wäre, wenn unser Westie auch mit in den Flieger könnte. In Lissabon stellten wir uns wieder die bange Frage….wo und wann bekommen wir unseren Hund  zurück. Im letzten Jahr wurde uns Emily am Band 10, an einer unscheinbaren Tür übergeben und genauso war es auch in diesem Jahr. Der große Unterschied, Emily und Rucksäcke kamen gleichzeitig und unser Hund war erstaunlich mucksmäuschenstill. Sie freute sich uns zu sehen aber nix mit wauwauwauwau…..

Wir setzten Emily auf die Rucksäcke und ab ging die wilde Luzie zum Autoverleih.

Bei SIXT bekamen wir unseren Seat Leon und erfreuten uns an dem wirklich tollen Wagen mit jedem erdenklichen Schnickschnack. Wir waren bereits um 10:00 Uhr „on the road“ Richtung Algarve und erreichten kurz nach 13:00 Uhr unser geliebtes Tavira. Nun wird sich fast Jede/r fragen, warum wir einen 300km Umweg in Kauf nahmen um letztendlich an die Algarve und nach Andalusien zu kommen? Ganz einfach, nach dem Zusammenbruch von Air Berlin, gibt es keine Direktflüge von Berlin nach Faro mehr, die auch Tiere mitnehmen. Ryanair und Easyjet transportieren keine Hunde, bei Eurowings bin  ich mir unsicher. Da wir mit TAP in 2017 so gute Erfahrungen gemacht hatten, wählten wir den sicheren Weg. Die Flüge sind auch nur unwesentlich teurer und wir genossen ein wenig Luxus in einer Linienmaschine.

Die Aussicht, wenn auch nur kurz in Tavira  zu sein, hatten uns den Tag versüßt. Wir parkten in der Altstadt und liefen zum Zeka da Bica. Dort hatten wir 2017 mehrmals gegessen, der Oktopussalat war legendär und genau dieser stand zehn Minuten später vor uns.

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Mit einer gegrillten Dorade und einem kalten Sagres komplementierten wir unser erstes Mittagsmahl des diesjährigen Urlaubs und schlenderten im Anschluß über den Platz der Republik. Dort gabs nen Eis und eine Flasche Taylor‘s Port und ein bissel Aussicht. Hier bereits Bekanntes aus Tavira…..

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Gegen 16:00 Uhr waren wir in Vila Real de Santo Antonio, dem letzeten Kaff vor Spanien. Aber halt…..so sehr Kaff war der Grenzort nicht. Relativ schmuck und herausgeputzt präsentierte sich die portugiesische Provinz. Wir checkten in unser 31€ Zimmerchen, inkl. Frühstück und schlenderten durch den hübschen Ort. Dieser ist nur auf Tagestouris ausgerichtet, es gibt relativ wenig Hotels, mehr Pensionen und ein Cappuchino kostet mit einem Stück Kuchen nur 3€.

Unser Zimmer:

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Vila Real de Santo Antonio

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Gegen 18:00 Uhr fuhren wir zum Stand von Mata Gordo, 4 km außerhalb und ein feinsandiger Traum für Mensch und Tier. Es gab einen Hundestrand, der noch urwüchsiger und schöner war als der Hotelstrand. Emily fand neue Freunde und erfreute sich am Atlantik. Mathias ging ebenfalls hinein, mir reichte ein Fussbad. Ich gebe allerdings zu, dass Wasser war warm…..für Ende September und Atlantik.

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Zum Sonnenuntergang überfielen wir Continente und begnügten uns abends mit Chips und Ananasbrause (igitt).Um 20:30 Uhr lagen wir bereits im Bett, unser Tag war sehr lang gewesen.

Am nächsten Morgen war es um 7:00 Uhr noch stockduster, wir stellten den Wecker weiter und standen erst um 7:45 Uhr auf. Unser Frühstück wurde uns ein paar Häuser weiter serviert und um 9:00 Uhr machten wir uns auf den Weg nach España. Wir mussten lediglich über eine ellenlage Brücke über den Grenzfluss Rio Giagudana und waren dann ohne weitere Kontrollen in Andalusien.

Andalusien ist übrigens teilautonom, wusste ich bis dato auch noch nicht.

Über Huelva und Sevilla fuhren wir in die Hauptstadt des Sherrys nach Jerez de la Frontera. Unterwegs wunderte ich mich immer wieder, warum das Navi vier Stunden Fahrzeit, rome2rio nur 2,30 angaben…..irgendwann hatten wir es geschnallt, Portugal und Spanien liegen nicht in der gleichen Zeitzone. Also mussten wir wieder auf deutsche Zeit vorstellen und verloren die gewonnene Stunde von gestern wieder.

Unser Boutique Hotel lag fast genau vor der Kathedrale von Jerez und so ziemlich alles Sehenswerte konnten wir zu Fuß erreichen. Wir checkten ein und freuten uns über unser schönes Zimmer und dem sensationellen Blick von der Dachterasse.

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Blick von der Dachterasse

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Wir stärkten uns in einer tollen Tapasbar und stellten erstaunt fest, dass 40€ bei Tapas quasi nichts sind……auch für die Kathedrale zahlte ich 5€ Eintritt, kein Schnäppchen, wahrlich nicht.

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Jerez ist die Stadt des Sherrys und ursprünglich wollte ich ne Sause durch die Weinkeller veranstalten. Irgendwann, im weiteren Verlauf der Planung realisierte ich, dass in Jerez Gottes Uhren schlagen und das das Wochenende heilig ist. Am Samstag bereitet man sich auf den Sonntag vor und bereits am Samstag bewegt sich in der Stadt abends nur das Tanzbein, wie wir später bemerkten.

Auch der Alcazar von Jerez hatte seine Pforten nicht für uns geöffnet, nischt mit dem kulturellen Einstieg in die maurische Kultur von Al Andaluz. Übrigens sind die Araber ab 711 n Chr. nach Andalusien gekommen und haben die Kultur und Architektur nachhaltig geprägt.

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Die Innenstadt von Jerez ist bildschön, nicht überrestauriert und touristisch sondern vollkommen authentisch. Jerez ist ein wenig das  Armenhaus Andalusiens, die höchste Arbeitslosenquote des Landes sowie abnehmende Landwirtschaft tun der Stadt auf Dauer nicht gut.

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Tio Pepe, ein der berühmtern Sherry…..

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Am Abend genossen wir Tapas am zentralen Platz und bewunderten spanische Fröhlichkeit. Die Generation jenseits des Klimakteriums schwoofte sich zu Flamencorythmen durch die Straßen von Jerez. Eine tolle Stadt, mit ruhigen gelassenen Einwohnern.

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Auf unserer Hotelterasse genossen wir unseren Port und den Blick auf die Kathedrale.

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Frankreich 2018: Paris, ein Fest fürs Leben

Nach zwanzig Jahren Abstinenz kehrte ich zurück in die Stadt der Liebe. Während wir 1998 noch mit dem Linienbus nach Paris geschaukelt waren, erledigte dies nun easyjet effizient und schnell. Wir waren eine der Ersten die von TXL nach CDG fliegen konnten. Eines war aber gleich, Frankreich wurde in dem jeweiligen Jahr Fussball- Weltmeister. Manche Dinge ändern sich nie.

Mit nur einmal umsteigen kamen wir an der Metrostation Republique an und liefen in wenigen Schritten in unser Hotel „District Republique“. Ein niedliches, sehr modernes und preiswertes Haus.

Wir wurden wenigstens unsere Klamotten los und konnten uns freier bewegen, einchecken ging natürlich erst ab 15:00 Uhr. Der erste Gang führte uns in ein Bistro und wir durften erstmalig die Pariser Preise genießen. 8€ für ein Club Sandwich, 6€ fürs Bier. Gut gestärkt erschlenderten wir uns zunächst Montmatre und die Kirche Sacre Coer.

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Der Zuckerbäckerbau ist eines der Wahrzeichen der Stadt und auch wir erfreuten uns und bummelten durch das Künstlerviertel und die umliegenden Gassen.

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Wieder „runter“ vom Montmatre sahen wir uns das Moulin Rouge wenigstens von außen an und nahmen dann die Nr. 30 Richtung Arc de Triomphe.

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In Gedenken an die Opfer vom 13.11.2015

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Am Arc de Triomphe schlugen wir uns in Richtung Trocadero und zu was wohl? Natürlich zum Meisterwerk von Gustave Eiffel.

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Nachdem wir uns an dem Meisterwerk sattgesehen hatten, musste zunächst ein Boxenstop her. Nicht auf den Champs Elysees sondern auf einer der Neben-Champs. Dort kostete der Kaffee nicht 15€ sondern „nur“noch  7€, Paris ist kein Billigparadies. Der Nachmittag war bereits arg forgeschritten, Alle litten unter akuter Müdigkeit, schließlich waren wir ja sehr früh nach Paris geflogen und somit  beendeten wir an diesem ersten Tag das Sightseeingprogramm und widmeten uns unserem Hotel und der Essensfrage. Unser Zimmerchen war echt super und pro Person mit 118€ für drei Nächte ein Traumschnäppchen.

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Das auch ein super Frühstück im Preis inklusive war, erfuhren wir erst am nächsten Morgen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, während meiner ersten Tour bestand das Frühstück aus Baguette und Aprikosenmarmelade.

Unser Hotel lag nicht nur sehr zentral, ziemlich viele Restaurants und Clubs sind vorhanden uns so kam ich an mein erstes Ratatouille und Lammkoteletts.

Unseren Abend rundeten wir mit gutem französischen Landwein ab.

Am nächsten Morgen gab es zunächst das sensationelle, eher deutsche Frühstück und zum Einstieg ein wenig Kultur. Wir liefen  Richtung Saint Germaine  und landeten im Landesarchiv.

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Dort schauten wir uns den Einfluss der Franzosen in Indochina und die Problematik im Vietnamkrieg an, nur von draußen….uns begeisterten die Wandplakate, Onkel Ho aus allen Perspektiven.

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Unser nächstes Ziel? Das Hôtel de Ville, das berühmte Rathaus, mit dem noch berühmteren Kuss!

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Wer kennt nicht den „Kuss“ von Robert Doisneau und die große Lüge, dass es sich hierbei um einen Schnappschuß handelte? Hier kommt das Original und unsere Variante.

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Die  Chancen, dass das Foto Berühmtheit erlangt,  sind  wohl eher mäßig, es lag wohl zu wenig Erotik bei den Akteuren in der Luft.

Wir liefen durch das Marais, erfreuten uns an den Stadtschlössern und dem berühmten Place des Vosges, der angeblich schönste Platz von Paris.

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Wir bewunderten die vielen  schönen Einzelhandelsgeschäfte im Marais, viele sind kosher und die Auslagen luden zum Zuschlagen ein.

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Als wir durch das Quartier Latin schlenderten und vor Ernest Hemmingways Wohnhaus standen, fiel mir wieder das berühmte Zitat ein „ Wenn du das Glück hattest, als junger Mensch in Paris zu leben, dann trägst du die Stadt für den Rest deines Lebens in dir, wohin du auch gehen magst, denn Paris ist ein Fest fürs Leben“ (1950, Ernest Hemmingway“.  Unser Mittagessen nahme  wir in einem chilligen Uferrestaurant direkt an der Seine ein. Der Spätsommer gab alles, schön mal wieder in der Stadt zu sein.

Am Nachmittag bewunderten wir bei schönstem Licht die Kathedrale Notre Dame. Leider war es uns zu voll, wir gingen nicht hinein und nicht aufs Dach.

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Wer kennt den Film „Die Liebenden von Pont- Neuf“ nicht? Hier kommt sie, die berühmteste Brücke von Paris. Den Titel „die Schönste“ trägt sie  nicht, diese Schönheit darf an anderer Stelle im Text bewundert werden.

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Unser nächstes Ziel war eine der berühmtesten Herbergen auf dieser Welt, die der Mona Lisa und nein, hierbei handelte es sich nicht um ein Hotel sondern neben der Eremitage um das größte Museum der Welt….klingelts?

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Ich spreche natürlich vom Louvre und auch wenn wir die ML nicht von Nahem bewunderten ( das Bild ist winzig klein) das Museum ist auch architektonich eine Augenweide.

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Im Anschluss bewunderten wir die Tuilerien und liefen zum Place de la Concorde. Unterwegs fand ich noch folgende Schönheiten.

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Zum Abendessen entfürte uns Kathi nach Bastille, wo wir zunächst einen netten Sundowner tranken. Mein Aperol Spritz kam 11€, man lebt nur einmal!

Da wir mit einer Pariskennerin unterwegs waren, vertrauten wir ihrer Empfehlung und überfielen das Chez Paul, ebenfalls in Bastille. Ich genoss an diesem Abend Fischsuppe und Sardinen mit Rataouille, natürlich.

Am späten Abend genossen wir die Stimmung am Kanal und gingen  gegen 0:00 Uhr in die Heia.

Der dritte Tag begann mit dem guten Frühstück und einem Besuch auf dem berühmten Pere Lachaise. Wir machten den Berühmten dieser Welt unsere Aufwartung und standen still vor dem Grab eines Bataclan Opfers.

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Wir liefen zu Jim Morrison, Edith Piaf, Oscar Wilde, Yves Montand und Gilbert Becaud (Nathalie).

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Wie die guten Franzosen besuchten wir über die Mittagszeit den Jardin du Luxembourg und amüsierten uns über die vielen Au Pairs.

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Langsam taten uns die Füße weh und wir entschlossen uns eine Bateau Mouche Tour mitzumachen und schlenderten wieder zur Pont Neuf.  Unterwegs genossen wir nochmal den wunderbaren Blick auf Notre Dame und warfen einen Blick auf den Pantheon.

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Paris vom Wasser kommt nochmal richtig gut und nun kann auch die schönste Brücke von Paris bewundert werden.

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Unser Abendessen wurde im Quartier Latin zelebriert und Schande über mich……Schnecken und Froschschenkel lagen auf meinem Teller. Ich konnte nicht wiederstehen und hatte im Nachhinein auch ein schlechtes Gewissen- lecker war es aber doch!

An unserem Abflugtag ging Jeder so seine eigenen Wege. Wir hatten Paris Neulinge, alte Hasen und sogar fast Einheimische dabei und die Interessen waren sehr unterschiedlich.

Mich trieb es mit Alexandra in das Ateliere des Lumière zu Klimt und Hundertwasser. Eine tolle Lichtinstellation in der man quasi durch die Kunstwerke lief. Neben den beiden Berühmtheiten, kam auch ein lokaler Künstler zu seinem Recht.

Liebe Leser, lasst Euch verzaubern, die Ausstellung war ein Kracher, zunächst kommt Klimt:

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Hundertwasser:

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Wir rundeten unsere Pariswochenende mit einem Blick auf die Pariser Oper und ein wenig Shoppingambiente in den wunderschönen Galeries Lafayette ab.

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Ich konnte den Macarons nicht widerstehen, dazu gesellten sich noch tolle Gewürze und Schokolade aus dem Maxims.

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Galeries Lafayette

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Um 17:45 brachte uns Easyjet wieder zurück nach Berlin. Mit dem Gefühl recht schnell wieder nach Paris zu fliegen stieg ich in Schönefeld aus dem Flieger aus.

Hemmingway hatte recht, man trägt Paris in seinem Herzen. Ich habe mir im Nachgang die alten Fotos aus 98 nochmal angesehen. Shakespeare & Company habe ich diesmal nicht geschafft, auch das Centre Pompidou habe ich ausgelassen. Evtl. scanne ich die alte Fotos und füge diese dem Bericht noch zu.

Ansonsten…..beim nächsten Mal, Paris ich komme wieder.

 

Italien 2018: Venedig, zum dritten Mal in der Lagune

Nachdem ich 1988 das erste Mal in Venedig besucht hatte, 2001 mit Kollegen/ innnen im sommerlichen Spätherbst ein sehr verträumtes Venedig kennengelernen durfte, zog es mich dieses Mal im Juli, im Hochsommer, während der komplette Kontinent und die USA Sommerferien hatten, nochmals in die Lagunenstadt. Schuld an diesem Umstand war der Geburtstag von Mathias und die günstigen Preise von Easyjet aus dem Januar. Schnell war meine Geburtstagsidee geboren und umgesetzt. Ich muss natürlich nicht erwähnen, dass der Flug saugünstig, und das Hotel umso teurer war? Es ist eben Venedig!!!! Auch die Reaktionen auf eine hochsommerliche Städtetour in die Lagunenstadt waren unbezahlbar,  hier ein paar Beispiele „Venedig stinkt, ist übervoll, man sieht den Markusplatz vor lauter Kreuzfahrer nicht, die Kreuzfahrtschiffe stehen bereits im Canale Grande und um Gottes Willen, geht bloss nicht essen, es ist sooooooo teuer“ .  Wir ließen uns nicht beirren und freuten uns auf ein paar Tage an der Adria.

Wir feierten am 12.07.2018 Mathias Geburtstag ganz stilecht im Restaurant Venezia, bei uns ums Eck und verabschiedeten uns als Erste von Freundschaft und Familie. 20 Minuten später standen wir bereits in der Sicherheitskontrolle und wiederum fünf Minuten später am Gate. So schnell war ich noch nie an einem Berliner Flughafen abgefertigt worden.

Unser Flieger hob pünktlich ab und landete 20 Minuten vor der geplanten Landung. Es war 21:20 Uhr und wir organisierten uns am Automaten schnell ein Ticket (8€) für den ATVO Bus nach Venedig, der um 21:40 abfuhr. Gut, das wir nur Taschen hatten und somit schnell in den Bus kamen. Bereits um 22:05 Uhr waren wir am Piazzale Roma und beschlossen zum Hotel in Cannaregio zu laufen. Es war eine wunderschöne Nacht, die Restaurants waren gut besucht und unsere offline Map zeigte uns den Weg. Nach rund 20 Minuten  kamen wir happy aber auch verschwitzt in der Locanda San Marcuola, einem vier Sterne Hotel an….nein, nicht unser Haus, nur unser Check Inn. Nachdem die Formalitäten erledigt waren, liefen wir ca. fünf Minuten zu unserem Hotel Leonardo. Ein hübsche Pension, die Möbel im tuffigen, italienischen Style, bissel verstaubt aber alles absolut sauber. Wir freuten  uns über das große Zimmer, töteten ein paar Mücken und fielen um 0:00 Uhr ins superweiche Bett.

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Zweiter Tag, 13.07.2018: Ziemlich zerschlagen wachten wir um 8:00 Uhr auf und erschlenderten uns unser Frühstück im ersten jüdischen Ghetto weltweit. Gheto werden  auf italienisch die Fabriken für Metallguß genannt und genau in diesem Gebiet in Cannaregio, wurden ab 1516 jüdische Venezianer angesiedelt und später auch durch Mauern abgegrenzt. Es gibt einen alten Teil und den sehr großen Campo del Ghetto Nuovo. Ich hatte 2001 eine Ghettotour gemacht, mir von den fünf Synagogen immerhin drei von innen angesehen. Diesmal verzichteten wir und genossen lediglich eine Cappuchino und ein nichtkoscheres Tramezzini auf den Stufen der Scuola Tedesca, der deutschen Synagoge. Es gibt einige koschere Restaurants und Lebensmittelgeschäfte, meines Erachtens boomt die Gegend  aber durch die vielen israelischen Touristen und der untouristischen Armosphäre. Mathias war von diesem Venedig ganz begeistert, als Tagestourist kommt man nicht unbedingt nach Cannaregio und genießt ein Frühstück für fünf Euro.

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In Gedenken an die deportierten  Bewohner Venedigs.

Wir schlenderten weiter durch die verborgen Gassen, immer Richtung Rialto.

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Die meiste Zeit war es leer, richtig leer…keine Herden.

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Das sollte sich natürlich ändern, spätestens als wir in San Marco ankamen, wurde es voll….auf der Brücke war es nahezu grotesk,

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Natürlich gingen wir auch auf diese und schielten gen Meer. Unsere positive Erkenntnis, kein Kreuzfahrtschiff in Sichtweite, obwohl eins in town war ( wie wir am Markusplatz lernten)…AUSSERHALB der Lagune! Vorbei die Zeiten als die Pötte an der Dogana da Mar ankerten und die Sicht nach San Giogio Maggiore und von der Ponte Accademia versauten. Wir versuchten die Rialtobrücke vom Ufer abzulichten, ein kaum machbares Unterfangen, das Ufer ist vollgepflastert mit Gondeln, Vaporetto  Stationen und anderen Booten. Den besten Blick hat man vom Schiff, sofern man einen Platz auf der linken Seite ergattert und vom Markusplatz kommt.

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Nachdem wir ein wenig unschlüssig sowohl von San Polo als auch San Marco Seite versucht hatten die Brücke abzulichten, holten wir uns ein 48 Std. Ticket für die Vaporettos und fuhren nach San Marco. Natürlich bewunderten wir die Villen am Canale Grande, sowohl vom Land als auch vom Vaporetto aus.

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Ich war auf das Übelste gefasst und natürlich war es nicht leer….aber eben auch nicht so katastrophal voll wie angenommen. Wir bummelten über den Platz, bewunderten den Campanile und beschlossen, nicht in den Markusdom zu gehen, da wir Beide bereits drin waren  und die Schlange vor der Kirche absurd lang war.

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Blick auf San Giorgio Maggiore

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Auch das Café Florian verkniffen wir uns, 15€ für einen Cappuchino erschien uns als zu billig, dann doch lieber eine überteuerte Piccolo Bellini. Mathias ernannte das Gesöff zu unserem Getränk in Venedig und gut angegangen legten wir einen Zwischenstop im Hotel ein.

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Es war so heiß und ich duschte an diesem Tag nicht zum letzten Mal.

Es gab ein frühes Abendessen,oder spätes Mittag. Touristenmenû mit Spaghetti und  Muscheln und Fisch so schlimm teuer ist es nicht …. Am späten Nachmittag bewaffneten wir uns mit Bellini und Wasser und schlenderten durch Cannaregio. Es war himmlisch untouristisch, ein Straßenzug schöner als der nächste. Wir fanden eine Brücke samt Kirche und Kanal in der Nähe der Fondamemte Nova.

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Zur blauen Stunde rückten wir dann aus. Zunächst nach Rialto, und mit dem Vaporetto nach Accademia. Wir wollten ein Bild von der Brücke Richtung Dogana/Dorsoduro und Santa Maria de la Salute.. Leider ist die Brücke verschalt, ein Blick ist nicht möglich. Man kann lediglich die Kamera über den Bauzaun halten und beten und das geht auch nur, wenn man groß genug ist. Das Bild stammt aus meiner Kamera, hat aber mein lieber Mann geschossen….ich Dackel hatte keine Chance.

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Weiter gings zu Fuß zum Markusplatz. Wir bewunderten die Seufzerbrücke  und genossen die Abendstimmung mit Blick auf San Giorgio Maggiore.

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Zurück in Rialto versuchten wir uns an ein paar Nachtfotos, allerdings ist auch abends auf dem Kanal ne  Menge los, die Schiffe sind alle in Bewegung und die Rialtobrücke ist weiterhin verbaut.

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Gegen 23:00 Unr trudelten wir total platt im Hotel wieder ein. Es war ein wunderschöner Tag in einer bezaubernden Stadt gewesen.

Tag 3, Burano und Lido di Venezia Als uns am nächsten Morgen das Weckerklingeln aus süßen Träumen holte, dachte ich mich haut Jemand. Wir hatten nur sechs Stunden Schlaf gehabt, auch in der zweiten Nacht hatten die Blutsauger ganze Arbeit geleistet. Wir frühstückten bei Coop mit Capucchino und Baguette und liefen im Anschluß nach Fondamente Nova um mit der 12 nach Burano zu fahren. Die Aussicht auf Venedig war sehr schön und mal eine ganz andere Perspektive.

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Die Fähre fuhr über Murano und aufeinmal war das Schiff voller Japaner. Diese treiben sich ja gerne und grundsätzlich an pittoresken Orten herum. Burano ist ein Kleinod, die Insel der Spitzenstickereien  und des Fischfangs. Die bunten Häuser sind bezaubernd, große Hotels gibt es auf der Insel nicht. Wir erliefen uns die kleine  Gassen und staunten nicht schlecht.

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Glaubt man den Reiseführern, wurden die Häuser auf Burano schon immer bunt angemalt um sich von seinem großen Nachbarn in der Lagune abzuheben.

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Wir jedenfalls genossen das Kleinod und machten uns im Anschluß auf den Weg nach Lido di Venezia. Dort war ich ebenfalls noch nie und es lockte eindeutig der Sprung in die Adria. Die Fähre fuhr über Punta Sabbioni und alte Erinnerungen an Reisen  in meiner Jugendzeit wurden wach. Abends schaute ich mir tatsächlich das Hotel Ca‘di Valle in Cavallino über booking an……ob man mal ein paar Tage Badeurlaub in dieser Ecke machen sollte? Wir schlenderten die Haupstraße zum Strand entlang, naschten eine mittelmäßige Pizza und planschten kurze Zeit später in der Adria.

Gegen 17:00 Uhr traten  wir gutgelaunt, verbrannt und angedüdelt vom lauwarmen Bellini , den Weg nach Venedig an. Wieder genossen wir fabelhaftes Bilderambiente vom Boot aus.

Wir stiegen Accademia aus dem Vaporetto und schlenderten durch Dorsoduro, über die Peggy Guggenheim Kollektion ( hatte ich mir 2001 angesehen) , zur Dogana.

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Dort genossen wir den Blick auf den Markusplatz und San Giorgio Maggiore und wurden kurz vor der blauen Stunde vertrieben. Ganz Venedig schien auf den Beinen zu sein, viele Boote mit Partyvolk war unterwegs, am Ufer spielten diverse Bands. Die Polizei räumte die Dogana, vermutlich sind schon zu viele Touristen bei Parties abgesoffen?

Wir ließen uns davon nicht beirren, wir waren quack und zufrieden und rund 30 Minuten später froh, wieder in Canareggio zu sein. Unser Abendessen war a la Carte, die Meeresfrüchtesuppe war sehr gut, die Spaghetti so ok….80€ natürlich zu viel aber immer Tourimenü wollten wir nun auch nicht.

Gegen 23:00 Uhr lagen wir im tiefen Schlummer, draußen vergrätzte ein Gewitter die Partyleute.

4.Tag :San Polo, Santa Croce und Abflug

Wie schliefen aus und gaben pünktlich um 9:40 die Zimmerschlüssel in der Locanda San Marcuola ab. Von dort nahmen wir das Vaporetto nach Rialto ( die 48 Std. waren noch nicht  abgelaufen) und eroberten uns in San Polo ein leckeres Frühstück. Der Capu kam nur noch 1,10€. Am Mercato bewunderten wir die Architektur ansonsten war dort nichts los.

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Leider ist San Polo der Rollkoffer Highway nach Ferravia und Piazale Roma für alle Reisenden die entweder in Dorsoduro, San Polo oder Santa Croce gewohnt haben oder noch wohnen wollen. Es muss die Anwohner irre machen, ich kann die Dinger nicht leiden und das Geräusch ist zermürbend. Wir bogen oft von den Hauptverkehrsrouten ab uns eroberten uns die Stadtteile Santa Croce und San Polo. Beide bezaubernd und malerisch…..hier ein paar Impressionen.

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Wir ließen unser Wochenende an den Ufern von Canareggio und San Marcuola ausklingen. Unsere Füße hielten den Fluten des Canale Grande stand, die letzte Flasche Bellini wurde geköpft.

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Gegen 14:30 genossen wir ein letztes Tourimenü, die Nudeln mit Meeresfrüchte waren sensationell.

Wir lösten unsere Taschen in der Locanda aus  und liefen in rd 15  Minuten zur Piazale Roma. Dort bekamen wir die letzten zwei Tickets für den Bus und ersparten uns weitere Wartezeiten.

Marco Polo ist für die vielen Passagiere nicht ausgelegt, auf dem Flughafen war Himmel und Hölle los. Da unsere Maschine Verspätung hatte, konnten wir das gesamte Weltcup Finale mitverfolgen, leider verlor Kroatien gegen Frankreich 2:4. Der Flug war recht unruhig aber bei 1:10 Std will ich mal nicht meckern. In Rudow erwartete uns Emily und meine liebe Mama und Klaus. Venedig hat uns supergut gefallen, wir werden dieses Wochenende sicherlich wiederholen.

 

 

Slowenien 2018; IV: Winterliches ( Vintgar, Pokljuca, Kranjska Gora)

0.1.02.2018: So, das graue Wetter ist auch hier angekommen. Der Januar ging mit Nebel sowie grauem Himmel mit Lichtstreifen,  zu Ende. Wir schliefen aus und vertrödelten den halben Vormittag, waren unschlüssig und zogen dann doch mit dicken Wintersachen und Schlitten nach Pokljuca. Zuemlich ungeplant machten wir einen Abstecher zur Vintgar Klamm. Laut Reiseführer ist diese bis April geschlossen aber da das Wetter so wunderbar mild in den letzten Tagen war, hatten wir die Hoffnung diese doch erklettern zu können. Das Schild „geschlossen“ ignorierten wir gepflegt und zogen bereits auf den Holzwegen von dannen….bis wir Waldarbeiter bemerkten, die uns aufmerksam beobachteten. Schnell schossen wir ein paar Bilder  vom Eingang und liefen zum Auto. Am Eingang las ich auf einem Schild, dass Zuwiderhandlung bis zu 500€pro Person kosten kann…wären dann mal 1000€ gewesen und Emily war auch nicht angeleint! Als auch noch die Polizei auf dem Parkplatz auftauchte,  machten wir das wir wegkamen…wie der Berliner so sagt. Der fliegende Teppich durfte zeigen was er drauf hatte, uff Glück gehabt.

Der Weg in die Berge war eine Mischung aus viel grau und Nebel. Es war deutlich kühler als in den Tagen zuvor und die Wetterprognose versprach nur Verschlechterung für die nächsten Tage. In Pokljuca lagen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, die B-Elite besetzte nach wie vor die Loipen und Schießstände, wir verzogen uns in den schönen Wald und waren selbst am Skilift so gut wie allein.

Dieser war noch ca. 30 Minuten im Betrieb, Rockradio wurde urplötzlich ebenfalls abgestellt, die Hütte schloss…..Mathias organisierte schnell noch zwei Union und nachdem uns auch das slowenische Paar verlassen hatte mit Denen wir ne Weile geplaudert hatten, waren wir tatsächlich allein…..ein komisches Gefühl. Wir rutschten den Rodelberg hinunter, Emily begleitete uns mit viel wauwau und das Wetter wurde schlechter. Um 14:00 Uhr war ich durchgeforen und im Nebel gings zurück nach Bled.

Wir bummelten durch DM und Mercator, shoppten unser Abendessen zusammen und genossen in unserer Unterkunft erstmal  die obligatorische Cremeschnitte….die ersten Wochen in D werden wohl Hungerwochen werden.

Da die letzten zwei Tage im besten Falle winterlich, im schlechtesten Fall total verregnet werden, war es Zeit ein wenig zu planen. Doch was macht man bei schlechtem Wetter und einer Regenwarscheinlichkeit von 100% über 24 Stunden hinweg und mit sooo dicken Tropfen, dass selbst Emchen nicht mehr bereit war, länger als notwendig draussen zu bleiben?

02.02.2018: Wir vertändelten unseren vorletzten echten Urlaubstag im Studio, gut das es das www gibt. Schnell ein wenig geshoppt, Zeit für ein ordentliches Reisestativ….Japan naht. Leider wurde das Wetter nicht besser, auch alle Nester im Umland waren eingeregnet und nen bissel Sorge machte uns die Gefahr von Eisregen in höheren Lagen. Emily verschlief den gesamten Tag, wir vergnügten uns mit Candy Crush, Risiko und endlich kam ich auch mal zum Lesen. Unterhalten wurden wir durch Rock Radio Slovenia, unseren Lieblingssender. Der Strippenregen hielt den ganzen Tag, ohne Pause an. In höheren Lagen schneite es seit 24 Stunden, kaum auszumalen wie es in den Bergen aussehen dürfte…..schade, dass wir bald abreisen müssen. 

Wir ließen den Regentag in unserer Pizzeria ausklingen, ich nahm mein Stück allerdings fürs morgige Frühstück mit, mit war es zuviel.

Unser letzter Urlaubstag steht unter dem Begriff: weiß! Aus 24 Std. Dauerregen wurden nun 24 Std. Dauerschnee und auch die Aussagen der nächsten Tage werden Slowenien wohl in ein Winterwunderland verwandeln..

Wieder überlegten wir….Kranjska Gora ( Dorf, Skigebiet und natürlich Triglav Nationalpark) oder Šcofja Loca ( nette Altstadt in Richtung Ljubljana) ???? Wir entschieden uns für Kranjska Gora und buddelten das Auto frei. Alleine aus unserer Auffahrt heraus zu kommen war schon eine Herausforderung und am See von Bled ( wir wollten die Insel mit Schnee sehen) kehrten wir gleich wieder um…Feuerwehr, Polizei und Rettungsboote im Einsatz. Wir vermuteten, dass ein PKW in den See gestürzt war. Also gings Richtung Autobahn, die erstaunlich frei war und 25 Minuten später befanden wir uns auf der Landstraße nach Kranjska Gora. Auf dem Weg hielten wir an einem pittoresken Fluß inklusive Brücke. Leider war es nicht möglich, Fotos in Ruhe und Ausdauer zu schießen (z.B Langzeitbelichtung)….dafür war der Schneefall viel zu stark und nen bissel Angst um die Kameras war auch dabei. 

Weiter ging es über verschneite Straßen, wir mutmaßten das ungefährt 50 cm Neuschnee gefallen waren und der Wetterbericht verheißt mehr Schnee für die Region! 

In Kranjska Gora  mussten wir uns erstmal nen Parkplatz erkämpfen, dort war richtig was los, da die Skipisten im  Dorf enden und super  gut besucht waren. Emily versackte im Schnee und ihre anfängliche Freude über den weißen Traum verwandelte sich schnell in ängstliche Skepsis, sie versank förmlich im vielen Schnee und musste sich immer mit vollem Körpereinsatz heraus kämpfen, ihre vier Beinchen sind viel zu kurz für rd. 50-80 cm Neuschnee.

Wir beobachten zunächst die Skipiste und schlenderten im Anschluss durch den Ort.

Ein Cappuchino kostete übrigens 1,20€, Cola und Bier kamen an der Skipiste, in der angesagtesten Bar, 5,10€- da kann mir Österreich, Italien oder auch  die Schweiz gestohlen bleiben.

Kranjska Gora ist ein bildhübsches Örtchen, mit toller Infrastruktur und lädt zum Verweilen ein. Leider machte uns das Wetter Sorgen und so blieb es bei einem kurzen Spaziergang, weiterhin bei starkem Schneefall. Schließlich hatten wir ja die Rückfahrt nach Bled noch vor uns und konnten nur mutmaßen wie es in unserem temporären Zuhause aussieht.

Da mittlerweile auf unserem Auto wieder 30 cm Schnee lagen, der Ort ca. 20 km  von der Autobahn entfernt liegt, machten wir uns am frühen Nachmittag wieder auf den Weg Richtung Bled. Anbei noch ein paar Schneeimpressionen.

Emily war zufrieden als sie sich in ihren Kennel zusammenrollen konnte, der Spaziergang war sehr anstrengend für sie gewesen. Sie hatte sogar versucht, sich Eintritt in ein Geschäft zu verschaffen, weil sie wußte das es drinnen trocken und gemütlich gewesen wäre. Während des restlichen Nachmittags ward die Kleene weder gehört noch gesehen….❤

Der Weg war bis zur Autobahn ambitioniert und wir waren ziemlich happy, als  wir endlich auf dieser waren. Unterwegs überlegten wir uns den restlichen Nachmittag und entschieden uns gegen Restaurant und für selbst kochen. Wir wollten einfach nicht mehr aus dem Studio raus und nochmal Schnee schippen. Im Mercator kauften wir alles für Nachos mit Hackfleisch und Käse ein und somit war die Henkersmahlzeit besiegelt. Auch die letzte Creme Sńita kam aus dem Supermarkt, schmeckte aber auch hervorragend. Mathias schaufelte gegen 20:30 Uhr nochmal unser Auto frei, geistig stellten wir uns auf eine lange Heimreise ein.

Fazit zu Slowenien: Ein kleines, sympathisches und vollkommen unterschätztes Paradies. Super nette Menschen, tolle Natur und Kultur. Günstiger als seine Nachbarn im Westen und Osten.

Der Winter eignet sich hervorragend für eine Reise, die Temperaturen können wunderbar mild  und frühlingshaft sein.

Wir kommen wieder!

 

 

 

 

 

Slowenien 2018, III: Schnee, Sonne und ne putzige Hauptstadt

Tag Fünf (29.01.18) begann mit großer Suche, wo war denn nun bloss das Weihnachtsgeschenk der Hundeoma an Emily? Wir durchwälzten das Studio von vorne nach hinten, Mathias  suchte auch in Emil, nur leider hatte auch der fliegende Teppich nicht das Gesuchte. Nun hieß es weiter bibbern bei Minusgraden, der Norwegerpulli der Saison 2017/2018 muss auf seine Premiere noch warten. Dieser liegt wohl auf der Couch in Mathias Büro auf Einsatzlauer. Wir fuhren nach dem Frühstück, bei strahlendem Sonnenschein, die paar Kilometer nach Pokljuca. Hier war viel mehr los, als bei unserem ersten Besuch. Wir sahen joggende Slowenier, Russen, Ukrainer, Franzosen und Polen…..die B-Elite der Biathleten tummelte sich im Schießstadion, auf der Straße und in den Wäldern herum. Die A-Elite ist wohl bereits in Südkorea. Fernsehteams lauerten ebenfalls auf Einsatz, wir waren mehr als zufrieden, dass unser Weg zur Rodelstrecke ungestört genommen werden konnte. Im Wald hörte man immer das pengpeng vom Schießstand und uns wurde bereits auf dem Weg zum Idiotenhügel klar, kein Wetter für Norwegerpullis,  nein nicht mal für Winterjacken! Wir rodelten was das Zeug hielt, ohne Jacke ohne Handschuhe. Die Kids hatten Spass am Terrier und Emily wurde Rodelprofi.

Um die Mittagszeit zogen wir von dannen und fuhren über die nicht ungefährliche Scenic Route nach Bohinj. Diesmal hielten wir an allen Ecken die uns gefielen oder die wir als typisch slowenisch empfanden.

Der Triglav Nationalpark ist wirklich wunderschön und begeisterte uns immer mehr.

Zunächst ein Blick auf die typischen Trockenstände für Holz und Ähnlichem

Weitere Landimpressionen zwischen Pokljuca und Bohinj, alles im Triglav Nationalpark:

In Bohinj fuhren wir an die touristischere Seite vom Nass und bewunderten die Aussicht auf Kirchlein und die Spiegelungen im See.

Unsere letzte Etappe an diesem Vorfrühlingstag brachte uns nach Ukanč und dann auf den Wanderweg zum Sap Saviča….einem Wasserfall, der dafür berühmt ist, dass  sein Wasser direkt aus einem Felsen fließt. Der Weg war steil, der Vorteil des Winterreisens ….kaum andere Touristen und keinen Eintritt. Wir haben bislang nur die 6€ in Piran an den Salzsalinen zahlen müssen, alles Andere war für umme.

Total ausgehungert kamen wir in Bled an und aßen die Spaghettireste vom Vortag. Kristina brachte uns typischen Nusskuchen und später röstete ein Hühnchen im Ofen, Gut kann man es haben….

30.01.2018: Um 7:30 klingelte der Wecker und Emily büchste im Garten in Richtung Straße aus. Mir blieb das Herz stehen, im Pyjama rannte ich dem Biest hinterher und fing die Ausreißerin wieder ein. Oh das  gab Ärger, die Kleene war ziemlich kleinlaut ….die nächsten 30 Minuten! Unser Tag führte uns nach Ljubljana, der pittoresken Hauptstadt Sloweniens. Wie fast alle Städte im alten Ostblock liegen die Plattenbauten immer an den Autobahnen und so ist auch der erste Anblick der Stadt nicht so sonnig. Wenigstens sahen die Bauten, im Vergleich zu Split und Šibenik, wenigstens ordentlich aus. Bratislava kann auch Plattenbaudreck an der Autobahn bieten, diese haben mich damals richtig abgetörnt.

Wir fanden einen Tiefgaragenplatz direkt an der Drachenbrücke, zentral in der Altstadt. Somit waren wir bereits fünf Minuten nach dem Abstellen des fliegenden Teppichs, mitten im Sightseeingwahn.

Ljubljana ist ein Schmuckkästchen mit perfekter Mischung aus Jugendstil und Mittelaltercharme. Als Erstes bewunderten wir das Flussufer und die Drachenbrücke.

Wir erschlenderten die Ljubljanica ( Fluss) und waren hochbegeistert. So eine süße Stadt, viele Studenten und ganz viel Flair. Überraschend, auch hier findet das Leben auf der Straß statt, die Cafés waren gut besetzt….bei 9 Grad, Ende Januar.

Die Kollonaden am Markt fand ich ebenfalls sehr schön, viele Fachgeschäfte und Einzelhändler; etwas das wir in Berlin ja nicht mehr kennen.

Ljubljana ist für seine Jugenstilhäuser bekannt und erinnerte mich sehr stark an Riga. schön das nicht alle Städte Europas im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden.

Der Prešernov trg  ist der zentrale Platz in der Altstadt, von dort geht die Dreierbrücke (Tromostovje) ab, die wirklich beeindruckend ist. Es gibt links und rechts eine Fußgängerbrücke und in der Mitte fahren Autos durch. Am Besten  kann man das Konstrukt vermutlich von oben bewundern, leider war auch der Blick von der Burg nicht wirklich gut.

Wir bewunderten im Anschluß die Nikolauskirche und stärkten uns bei Cola, Bier und nem Stück Pizza.

Natürlich wollten wir auch auf die Burg, die Bahn/ Gondel nach oben fiel flach….die Hundedame sollte laufen. Somit schlenderten wir weiterhin durch die Altstadt, bewunderten so manch eine Ecke und kamen irgendwann oben auf der Burganlage Ljubljanski Grad mit tollem  Blick auf die Stadt und Alpen an.

Auch für unseren Rückweg wählten wir nicht den direkten Weg  sondern schlenderten durch die Altstadt bis zum Stark trg.

Mit einem letzten Blick auf den Stari trg und dem Prešernov trg machten wir uns auf den Weg zu Skoda, um neue Wischblätter für die Heckscheibe zu bekommen. Auch Emil will gepflegt werden…

Auf dem Weg zurück nach Bled stellten wir uns die Frage, welcher der Berge denn nun der Triglav ist? Schließlich wäre es ja schon toll, wenn  man Sloweniens höchsten Berg erkennen könnte. Doch so richtig konnte uns die App, die ich mal eben aus dem Appstore beschaffte, nicht helfen, vermutlich weil wir auf der Autobahn recht schnell unterwegs waren.

Wir entschlossen uns in Radovlica zu essen, die Pilzsuppe im Lector wurde gelobt und da der Ort auf dem Weg lag, nahmen wir dieses kulinarische Erlebnis mit. Die Suppe war lecker, wenn auch mit 7,50€ eher ambitioniert im Preis. Viel wichtiger war aber, dass wir nach dem Besuch im Dorf nun wirklich wußten, welcher Berg der Triglav ist.

Klug und satt gings nach Bled, Emchen war wieder so geschafft, dass sie bereits um 20:00 Uhr im tiefen Nachtschlaf in den Kissen lag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sloewenien 2018,II: Piran, Secôvlje, Radovljica, Bled

Der Wecker klingelte bereits um 7:15 Uhr und mit einem letzten Blick in die Wetter App war die Entscheidung getroffen-wir fuhren nach Piran an die Adria. Es waren sonnige 7 Grad angesagt und da wir noch voller Pläne für die nächsten Tage waren und die Zeit gut aufgeteilt werden musste, fingen wir mal mit der längsten Etappe an. Zunächst ging es Richtung Ljubljana, danach fast bis Triest und schlußendlich legten wir nochmal 15 km drauf. Piran/ Pirano liegt zwischen Triest/ Italien  Pula/ Kroatien und begeisterte uns ab der ersten Minute. Schnell war die zweistündige Fahrt vergessen. Wir parkten vor dem Hafen, Autos sind in der Altstadt nicht erlaubt. Piran ist erst seit 150 Jahren nicht mehr venezianisch. Bis heute ist italienisch zweite Amtssprache, alle Schilder sind in slowenisch und italienisch ausgeschildert. Es gibt vier Schulen im Ort, auf zwei dieser Eintrichtungen wird ebenfalls auf italienisch unterrichtet. Bereits auf dem Weg zum Meer hatten wir uns über die Zypressen und Kiefern gefreut und der Ginster blüht hier bereits! Da selten Frost in Piran herrscht zeigten uns die Riesenexemplare an Palmen in den privaten Gärten.

Wir schlenderten am Hafen entlang unser Ziel war der Tartini Platz, dem venezianischen Teufelsgeiger aus Pirano, gewidmet. Es war extrem mild, Handschuhe und Mütze konnte man getrost vergessen. Obwohl nur 7 Grad waren die Straßencafés gut besucht und auch wir tranken unseren Cappuchino draußen unterm Sonnenschirm ( Beweisfotos sind noch in rax), Wir bewunderten ebenfalls den einen oder anderen Schwimmer in der Adria, beeindruckend,,,,,wir fanden das Wasser sehr kalt.

Blick auf die Spitze von Piran, der Campanile am Ende ist der Leuchtturm.

Piran besitzt nicht nur einen schönen Hafen, das Highlight ist die Piazza Tartini mit St. Georgs Kirche und Campanile. Mein Traum eines Eisbechers wurde zerstört, hier war die Eisdiele im Winterschlummer.

Nachdem wir mit dem schwarzen Supergebräu auch noch eine Cremschnitte verspeist hatten, schlenderten wir durch die vielen romantischen Gässchen und machten uns auf den Weg zum Campanile und zu Stadtmauer.

Die Stadtmauer ist es, die Piran den berühmten Blick verleiht. Oben auf den Resten der Befestigung bekommt man Aussicht auf die Landspitze und die nicht überrestaurierte Altstadt. Anders als Dubrovnik wurde Piran im Balkankrieg nicht angegriffen, der Krieg bereits 1991 erledigt ( da gings im restlichen Jugoslawien gerade erst los) und schon 1994 befand sich Slowenien im Aufnahmeverfahren in die EU.

Zurück an der Piazza ließen wir uns eine sauleckere Pizza schmecken, eine der Besten der letzten Jahre,

Im Anschluß liefen wir noch an die Spitze und lüfteten das Bierchen vom Essen aus.

Mit schönen Blicken auf den Hafen verabschiedeten wir uns von Piran. Wir waren sauglücklich den Winter als Reisezeit für Slowenien gewählt zu haben, Das Wetter ist traumhaft, die Massen halten sich in Grenzen. Im Sommer muß es hier grauslich zugehen, denn auch jetzt war der Ort sehr gut besucht.

Zum Abschluß unserer Adriatour fuhren wir durch Portoroz und Lucjia in Richtung Sečovlje. Uns erwarten die Salzgärten an der kroatischen Grenze. Es gibt zwei Eingänge in die Salzterassen, einer liegt bereits jenseits der kroatischen Grenze. Die 6€ Eintritt emfpanden wir aufgrund der nachlassenden Lichtverhältnisse als ein wenig überzogen, trotzdem war es sehr interessant an den Terassen entlangzuspazieren. Neben Speisesalz wird auch Fleur de Sel geerntet, Salzberge waren im Winter natürlich nicht zu erwarten.

Gegen 18:00Uhr waren wir wieder in Bled und kehrten dort in unser Lokal vom erstem Abend ein. Für mich gabs Suppe, Mathias schaffte tatsächlich nen Wiener Schnitzel. Um 21:30 Uhr war bereits Licht aus, wir waren fertig.

Apple versprach uns für den nächsten Tag 14 Grad und Sonne satt. Wir wollten auf die Bleder Burg, die Altstadt  on Radovljice bewundern und nach Ojstrica wandern. Umso länger wurde unser Gesicht als wir die eigene Hand vor Augen nicht erkennen konnten. Nebel hatte uns eingeholt, nicht der Nebel des Grauens oder die Eotze von Lukla, dennoch musste Plan her.

Die Burg wurde gecancelt, wir fuhren in die entzückende Stadt Radovljice, die aufgrund ihrer geschlossenen Altstadt ein Schmuckkästchen ist. Leider versaute uns der Nebel den Blick ins Tal, dei Stadt liegt wie ein Adlerhorst auf einen Berg.

Hier ein paar Impressionen:

Wir kehrten ins Hotel Lec ein und überbrückten das Wetter….Apple versprach blauen Himmel um die Mittagszeit. Damit uns nicht langweilig wurde gab es Radovljicer Strudel und heimeliges Ambiente. Die Stadt ist ebenfalls für seine Lebkuchen bekannt, wir leißen uns das Museum nicht entgehen. Die Küchlein werden all year round gebacken, hier ist man nicht so auf Weihnachten festgelegt.

Emily fand einen neuen Emilysitter und unsere neuen Freunde Metko und Janka möchte ich Euch auch vorstellen.

Der Himmel riss während der sechs Kilometer nach Bled wieder auf und gab den  Blick in die Alpen frei:

Zurück im Ort war immerhin die Insel wieder erkennbar und die Szenerie hatte etwas mystisches. Wir schlenderten am Ufer entlang, ergatterten eine Bank und siehe da….die Sonne kam durch und wir genossen den Blick, die Bank und Klärchen.

Das Wetter klarte immer weiter auf, wir schlenderten ein wenig durch den Ort und planten unseren Nachmittag.

Da in Slowenien die Supermärkte auch sonntags geöffnet haben entschlossen wir uns zu Spaghetti und Salat und gingen shoppen.

Nach kurzer Pause in unserer Unterkunft fuhren wir wieder los und nahmen die Wanderung nach Ostrica in Angriff. Zunächst mussten wir aber vom Wanderweg lassen und schnurstraks zum See laufen….der Nebel war weg und die Sonne schien Burg, Insel und Berge perfekt an.

Nch kurzem Genuss des Postkartenmotivs schüttelten wir die Mützen zurecht, zogen Handschuhe an und machten uns auf den Weg zum Lookout. Die ersten Wanderer mit Wanderstöcke und festen Bergstiefel schlossen sich uns an. Sie hatten ebenfalls einen kleinen Westie ( sieht man hier häufig)  dabei und die beiden weißen Wölkchen durften ohne Leine den Berg erklimmen. Warum die slowenischen Mitwanderer Stöcke  dabei hatten, wussten wir nach genau 50m im trockenen Bachbett….steil, rutschig und nicht ungefährlich. Emily gemste sich den Berg hoch, Mathias folgte dem Hund raschen Schrittes, da wir ja nicht wussten, inwieweit wir der kleinen Hundedame in den tiefen Wäldern der julischen Alpen trauen können. Ich keuchte hinter den Beiden hinterher und  war froh als ich Mütze, Handschuhe und Schal abnehmen konnte……es war einfach viel zu warm.

Oben erwartete uns der grandios angekündigte Blick auf den Kurort….kitschig schön und noch im fast perfekten Licht.

Gegen 16:15 Uhr waren wir wieder im Korman Bled und gönnten uns ein Union, lecker das Gesöff. Den restlichen Abend vergammelten wir @home mit Blick ins www, ins Glas und in die Spaghettischüssel.

 

 

 

 

 

 

Slowenien 2018; I : Bled, Pokljuca, Bohinj und ein Meter Schnee

Wir fuhren in den frühen Morgenstunden, genauer gesagt um 1:10 Uhr aus Berlin ab und waren einfach nur schrecklich müde, gefühlt gerade in der Tiefschlafphase aus den warmen Federn gerissen worden.

Unser Hund war am frühen Morgen auch ungenießbar, sie schrie das gesamte Haus zusammen und verstand des nächtens die Welt nicht mehr. Dafür rollte sich die kleine Primadonna dann in ihrem Kennel zusammen und war sechs Stunden nicht mehr zu sehen oder zu hören, unsere Nachbarn vermutlich wach für den restlichen Tag.

Die Autobahn war leer nur die LKWs nervten auf Dauer nen bissel. Wir machten erst kurz vor der österreichischen Grenze Pause, genauer gesagt am Hochfelln. Da wurden Erinnerungen an meine Klassenfahrt 1986 wach: Bergen am Chiemsee, Hochfelln Wanderung, Maria Eck, Salzburg und Schloss Herren Chiemsee…..toll war es damals und der Sonnenaufgang an diesem 25.01 entschädigte für die Strapazen der Nacht.

Die Fahrt durch Österreich begeisterte uns, die Ausblicke auf die Alpen und viel, viel Schnee machten Vorfreude, auch wenn wir wussten, dass in Bled genau 0 Zentimeter liegen. Mathias holten Schulskifahrtenerinnerungen in Werfen/Werfenweng ein und so zogen die Kilometer an uns vorbei.

Mathias bettete sich mit dem spektakulären Blick der Tauernalm zu einer 15 minütigen Powernaprunde und rund 40Minuten später fuhren wir in den Karawankentunnel ein. Der Tunnel ist ca.7,5 km lang…die ersten 3,5 km gehören zu Österreich, die letzten Kilometer befinden sich bereits in Slowenien. Grenzkontrollen gibt es auch hier nicht und ehe wir uns versahen kam bereits der Abzweig nach Kranjska Gora  und 20km später dann das malerische  Bled. Da wir sehr schnell unterwegs gewesen waren, Emily unbedingt Auslauf benötigte und wir vor 11:00 Uhr eh nicht in unser Unterkunft aufzutauchen brauchten, entschieden wir uns für einen Spaziergang am See. Das war eine der besten Entscheidungen an diesem Tag. Das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite, blauer Himmel und milde 7 Grad. In der Sonne war es richtig warm und somit hielt sich die Trauer bzgl. der jämmerlichen Schneereste in Grenzen.

Unsere Wirtin Kristina, eine Seele von Mensch erwartete uns bereits, Emily wurde mit viel Getöse und Kuscheleinheiten begrüßt. Die Leckerlis mussten wir leider verneinen, die Demodexmilben sind noch nicht bekämpft, zur Zeit ernährt sich der Hund nur von Strauß.

Unser Studio ein Traum, moderne Möbel und wunderschön ausgestattet.

Da das Bett so schön kuschelig aussah, ließen wir das gute Wetter gutes Wetter sein und gingen erstmal in die wohlverdiente Horizontale. Um 14:15 Uhr hatte uns die Welt wieder und wir beschlossen die rund 90-120 min um den See von Bled zu laufen. Zumächst bummelten wir hinunter zur Eissporthalle, erfreuten uns an den wenigen Touris und dem relativ unversauten Ort. Sicherlich ists im Sommer turbulenter, dennoch ist Bled gaaaanz weit weg vom Massentourismus. Wir freuten uns, nicht in Saalbach oder Sölden zu sein und auch der Anton aus Tirol sowie die Hölle, Hölle, Hölle war ganz weit weg.

Unsere Vermieterin hatte uns den Weg ebenfalls ans Herz gelegt, jeder Bleder läuft den Spaziergang mehr oder weniger einmal täglich. Wir entschlossen uns zur Umrundung im Uhrzeigersinn und genossen den abendlichen Blick auf See, Burg, Insel und Stadt.

Das Wetterchen meinte es sehr gut mit uns, es war fast frühlingshaft.

Wir waren überrascht wie groß der See tatsächlich ist, wir benötigten mehr als zwei Stunden für den Rundgang, waren wir doch mit Fotos und Staunen beschäftigt.

Bled war Sommerresidenz von Tito, die  Villa Bled nannte der Vater von Jugoslawien sein eigen. Fidel Castro, Willy Brandt und viele mehr besuchten ihn,  und bewunderten wie wir den See.

Der Ort wurde vor 1000 Jahren geründet und profitiert von dem Schutz der julischen Alpen. Es ist grundsätzlich sehr mild, die Winde fegen hinweg. Der See gilt als warm, bereits im Juni sind 22-24 Grad normal und planschen ist bis Oktober drin. 1908 wurde Bled als schönstes Dorf im  Habsburger Kaiserreich gekürt, Kuren in den Ort waren auch in Deutscland ziemlich Mode. Trotz der langen Geschichte des Tourismusses in dieser Region empfanden wir den Ort nicht überlaufen und noch ziemlich authentisch.

Die kleine Insel in der Mitte des Sees ist übrigens die einzige Insel Sloweniens. Selbst im Winter fahren Boote zum Inselchen. Wenn man den Informationen des Reiseführers Glauben schenken darf, handelt es sich um das meistfotografierte Motiv des Landes.

Da uns die Blessuren der letzten Nacht immer noch zu schaffen machten, waren wir  mehr als zufrieden, als wir wieder in Downtown waren. Ein niedliches Restaurant zu finden, war nicht ganz einfach…..im Winter ist eher wenig geöffnet. Wir wurden fündig in der Nähe des Busbahnhofs. Mathias probierte slowenische Chevaps, ich aß Spaghetti Bolognese.Mit zwei Bier, zwei große Salate kamen wir auf 32€ , für einen Kurort preislich ok.

Kurz nach 21:00 Uhr lagen wir im Bett, vorher hatten wir noch nen Schlummerbier getrunken und waren danach nur noch zufrieden, uns von innen anzugucken.

Am nächsten Morgen war der Himmel verhangen, wir ließen uns Zeit mit dem Frühstück und packten anschließend die warmen Jacken und Stiefel. Wir wollten in den Triglav Nationalpark und dort in die Region von Pokljuca…..schon mal gehört? Richtig, es finden Weltcups im Biathlon  und Langlauf in Pokljuca statt und als wir dort ankamen erfuhren wir auch wann: 29.01-04.2.18….evtl. stellen wir uns mal an die Strecke und  bewundern das Spektakel.

Umso höher wir kamen, so winterlicher wurde es….unsere Sorge, dass wir keinen Schnee haben könnten erwies sich als unbegründet. Einen  Meter hatte Kristina uns versprochen und damit lag sie wohl auch richtig.

Wir freuten uns tierisch über das viele Weiß und suchten uns nen netten Wanderweg zum Idiotenhügel von Pokljuca. Die meisten Aktiven waren auf Langlaufskiern unterwegs, die ersten Weltcupprofis inspizierten den Schießstand. Emily durfte frei durch den Schnee tollen und tobte herum wie eine Wahnsinnige.

Am Idiotenhügel erwarte uns ein sauberes Klo, Bier für 2,50€, gute Musik und keiiiiiiine Touris. Es war himmlisch. Wir machten auch eine Rodelstrecke aus, die wir in den nächsten Tagen ausprobieren werden.

Es war windstill und mild, man konnte gelassen ohne Handschuhe laufen und ne Weile auf der Bank aushalten. Das Bier schmeckte, wir waren auch ohne Anton aus Tirol ziemlich happy.

 

 

 

 

 

 

 

 

Als wir wieder im Skizentrum Pokljuca ankamen, stellten wir fest, dass die Schulkiddies den Rodelberg nicht mehr belegten. Damit war unsere Premierenstunde gefunden, wir testen den Hörnerschlitten aus….und soviel sei gesagt, auch zu Dritt kein Problem. Emily fand das Teil, trotz aller Skepsis ok und rodelte fleissig mit.

Wir fuhren eine andere Strecke aus dem Triglavpark hinaus. Unser Ziel war der Bohinjsee. Unterwegs sahen wir eine Menge Holzspeicher und puppige Dörfer mit Mittelaltercharme. Wir waren erfreut wie schön die Dörfer ihr altes Antlitz behalten haben, jedes Nest ne Fimkulisse. Fotos folgen später, das Wetter wurde schlechter und unsere Blasen drückten, wir wollten in die Zivilisation.

Zwei exemplarische Beispiele der Dörfer und Städtchen konnten wir uns dennoch nicht entgehen lassen.

Der Bohinjsee empfing uns mit 8Grad, die sich aber viel kälter anfühlten. Dazu kamen ein eisiger Wind und Nieselpiesel…..machen wir es kurz. Der Ausflug war kurz, die typischen Fotos folgen ebenfalls später da wir auf weitere Eskapaden am See verzichteten. Wir liefen nur rund 20 Minuten am Ufer entlang, tobten Emily mause und fuhren zurück nach Bled.

In Bled konnten wir der Versuchung nicht wiederstehen und gingen auf eine der berühmten Kremšnite ins Café Zima und wurden nicht enttäuscht. Ein Riesending ….aber leicht, fluffig und locker. Zusammen mit nem leckeren Kaffee kam der Spaß für zwei Leute 8,40€, Slowenien ist fast ein Sparparadies.

Anschließend erkundeten wir den Supermarkt und kauften für unser Abendessen ein. Es gab an diesem Abend Huhn, Paprika, Zuchini Gemüse und Kartoffeln. Es war saulecker und wir konnten bereits in Schlumpenklamotten das weitere Geschehen planen. Da das Wetter am Meer in den nächsten Tagen schlechter werden soll, werden wir wohl bereits morgen nach Piran fahren und venezianische Dolce Vita und Gelati genießen.

 

 

 

Portugal 2017, VIII: Almançil, Faro & Lissabon

Unsere Abfahrt nach Lissabon starteten wir mit unseren Ausflugszielen vom Reisetag Tavira-Lagos. Da wir den Vormittag ja bei SEUR auf dem Lagergelände verbracht hatten, um dann anschließend im Schweinsgalopp nach Lagos zu fahren, waren noch zwei Dinge offen, die wir uns gerne anschauen wollten. Zunächst verabschiedeten wir uns aber am Jachthafen von Lagos-wir kommen bestimmt nochmal zurück.

Nummer eins war der Azulejotraum von Almançil. Die Kirche des heiligen Lorenz ( Säo Lourenco de Matos). Diese wurde im 18.JH. vollständig mit Azulejos ausgekleidet, lediglich der Altar blieb gülden und die einzelnen Themenbereiche wurden mit gold abgesetzt. Laut Mathias die schönste Kirche, die er jemals gesehen hat. Leider war fotografieren verboten, ich erwarb aber wenigstens eine Postkarte und auf alamy.de dieses wunderbare Fotos. Man muss die Bilder also kommerziell erwerben… macht in diesem Fall aber nichts, da ich für unser Fotobuch auch ein hochauflösendes Foto haben wollte. Die Bilder von außen stammen alle aus der Canon.

Azulejo an der Fassade

Wir fuhren wenige Kilometer nach Faro, die einzige Sehenswürdigkeit die wir uns in der Hauptstadt der Algarve ansehen wollten,  war die Capela dos Ossos, eine Knochenkapelle, Nebenkapelle der Igreja  do Carmo aus dem 18.JH.

Die Hauptkirche war wie so viele an der Algarve,  für mich nicht so besonders, aber hübsch sah sie mit den paar Wolken schon aus.

Die Hauptattraktion liegt eindeutig im Nebengebäude, in der Kapelle. Das Gotteshäuser mit den Gebeinen der Gemeide oder der Glaubensbrüder und Schwestern des zumeist angehörigem Kloster gebaut werden, Knochen und Schädel hervorragende Baumaterialien sind, weiß man. Totenkult gibt auf Sumatra, auf den Philippinen und auch in anderen Ecken der Südsee, dennoch war ich in Faro das erste Mal in einer Knochenkapelle. Ich lasse mal die Bilder für mich sprechen, die Inschrift “ Halte einen Moment inne und bedenke, dass Du diesen Zustand auch erreichen wirdst“ habe ich leider nicht gefunden. 

In der hier gezeigten Kapelle sind die sterblichen Überreste von rd. 1300 Mönchen „verarbeitet“ worden, die Kapelle wurde 1816 geweiht. Gruselig war mit in keinster Weise, ich fand es faszinierend wie exakt und detailverliebt an der Deko gearbeitet wurde. Manche Schädel sind bereits verschwunden, da bekommt das Wort Grabschändung nochmal eine andere Bedeutung.

Wir machten und auf die 272 km lange Strecke nach Lissabon, welches wir gegen 15:15 Uhr erreichten. Zunächst fuhren wir zur Statue Cristo Rei, dem Zwillingsbruder der Christus der Erlöser  Statue von Rio de Janeiro. Damals, in Rio,  hat mich die Statue total begeistert, mehr als der Zuckerhut. In Lissabon habe wir 2007 einen Besuch von Cristo Rei ausgelassen, zumal die Aussicht auf die Stadt eh das eigentliche Highlight ist, finde ich.  Da die Statue im Gegenlicht war, kamen wir auch  nur auf den Genuß des genialen Blicks auf  Lissabon….Christus blieb im Zwielicht.

Unser Navi sagte uns, dass wir noch 19 Minuten bis zum Apartment hätten, unsere Vermieterin fragte auch bereits nervös nach, wo wir denn bleiben würden. Wir wohnten sehr zentral in der Nähe des Rossio, dem zentralen Platz von Lissabon. Hier sind alteingesessene Cafés, wie das Nicola. Hier trift man sich auf ein Schlückchen Ginja und es gibt genau null Parkplätze. Unsere Wohnung lag, unterhalb der Burg am Fuße des Bezirks Mouraria, der auch alles andere als schick war. Mathias rannte zur Schlüsselübergabe, ich wartete mit Emchen im Halteverbot. Später sahen wir, dass Krallen an den Autos war…..Glück gehabt. Nachdem wir die Wohnung übernommen hatten, warteten die beiden Mädels auf den einen Herren, geschlagene zwei Stunden……..Mathias kurvte mit Poloinho durch Lissabon und landete entnervt im Parkhaus, 32,50€ pro Tag! Egal was solls……ärgern lohnt nicht, wir benötigen das Auto wegen Emilys Kennel.

Unsere Wohnung war super niedlich, die Nachbarschaft grenzwertig. Drogensüchtige, Nutten, Zuhälter und Dealer. Dazu Schwarze aus Braslilien und Afrika, die ab 14:00 Uhr wach wurden und uns bis spät in die Nacht wach hielten. Überall Kotze und Glasscherben, wir trugen Emily durch die 30m  Spuk grundsätzlich hindurch. Über der gesamten Szenerie lag der Geruch von Hanfschwaden. In der ersten Nacht lag ich wach und grübelte darüber nach, wie wir um 5:00 Uhr früh unser gesamtes Hab und Gut an der illustren Einwohnerschaft unbeschadet vorbeibringen können. Im Nachhinein. beichtete mir Mathias, dass auch er die gleichen Gedankengänge hatte.  Wenn wir als Berliner schon gestresst waren, wie mag es dann Wanne-Eicklern gehen?

Hier unsere Wohnung im Detail, süß war sie:

Und hier kommt unser Blick aus einem unserer Fenster, der auch ziemlich genial war. Was man nicht sah waren die dunklen Gassen :

Nachdem der Nachmittag mit unsinniger Suche draufgegangen war, blieb nur noch ein wenig Abend. Wir trafen uns mit Ali, die für eine Woche nach Lissabon geflogen war.Unsere Wohnung und ihr Hotel lagen gerade mal 150 m und eine ganze Welt auseinander….

Nach einer sehr üppigen Cataplana ging es noch ein wenig auf nächtliche Stadttour. Wir liefen gen Flußufer um dort einen Drink zu  nehmen und ein wenig Nachtszenerie zu genießen.

Elevador  de Santa Justa, von einem Schüler Eiffels 1898- 1901 erbaut:

Lissabon, 2. Tag:

Frisch gestärk und ausgeschlafen sah die Welt, selbst unsere Subkulturen aka Nachbarschaft, schon ganz anders aus. Die ausgekotzte Pizza  auf der Straße erinnerte an die Drogensümpfe der letzten Nacht, wir hatten im eigenen Schweiß gelegen, da es unmöglich war, die Fenster zu öffnen ( Lärm). Frühstück gab es in unserem Café an der Ecke. Wir schlenderten im Anschluß über den Rossio, über die zentrale Funßgängermeile  bis hin zum Praça do Commercio. Highlights waren für uns die alten und schönen Geschäfte und Cafés, so etwas wie einen echten Einzelhandel kennen wir in Deutschland ja gar nicht mehr.

Unser Ziel war zunächst die Kathedrale, wir wollten das berühmte Foto mit der berühmten 28 und der Sé im Hintergrund. Den Innenbesuch der Kathedrale haben wir uns nunmehr geschenkt…..wir haben wohl mehr als ausreichend Kirchen besucht.

Danach liefen wir zum Castelo São Jorge  und nahmen den einen oder anderen Miradouro wahr. Emily durfte mit auf das Gelände, wir waren happy. Vorher hatte Mathias einem Taschendieb eine Backpfeife verpasst, als dieser versuchte an sein Portemonnaie zu kommen…..der Dussel versuchte sich damit herauszureden, dass er Emily fotografieren wollte! Von hinten? Das Poloch? Aha…sein Komplize fragte uns noch ganz frech “ was hat er falsch gemacht“….. ganz einfach …man geht nicht an  die Hostentaschen anderer Leute!!!

Auf den  Schrecken  gab es Aussicht, Vino und nen altes Castelo. Emchen kletterte wie eine Gemse und hatte Spass.

Da Burgfräulein und Ritter spielen ( die Rolle von Emchen ist dann wohl der Hofnarr) hungrig macht, liefen wir wieder in die Unterstadt und gingen in der Nähe unserer Wohnung Sardinas essen. Unseren Nachmittag verbrachten wir in Bairro Alto und Baixa, wir fuhren  zunächst mit dem Aufzug Santa Justa ( Emily musste Maulkorb tragen, der kleine Woudini hatte das Ding binnen einer Minute wieder ab) nach oben und genossen zunächst die schöne Aussicht.

Mathias ging anschließend in die Ruine der Igreça  do Carmo, die nach dem Erdbeben von 1755 nicht mehr aufgebaut worden war. Mittlerweile wird die Ruine für Ausstellungen genutzt und es gab die peruanischen Mumien von Nazca zu bewundern. Da ich genau diese schon gesehen hatte, war es nicht schlimm dass ich mit dem Wauzi vor der Tür wartete. Der Tag neigte sich dem Ende entgegen, wir hatten keine Zeit, beide in die Kirche zu gehen.

Unser Bummel durch das Bairro  Alto konzentrierte sich ebenfalls in Richtung bergab, wir wollten am Wasser eine Flasche  Taylors Port antrinken, die Mathias erstanden hatte.

Dennoch spazierten wir am Café a Brasileira und am Theatro da Trindade vorbei. In diesem Viertel hat sich viel verändert. Als ich vor zehn Jahren in Lissabon war, herrschte noch authentisches Altstadtfeeling mit kleinen schrammeligen Restaurants und Fado Schuppen sowie Ginja Bars vor…..alles verschwunden, alles nur noch auf schick!

Am Wasser wurde der Portwein vernichtet, unser Abendessen bestand wieder aus Fisch und ein langer Tag ging satt, müde und angedüdelt zu Ende.

Lissabon, 3. Tag:

Unser letzter Urlaubstag begann mehr als früh. Kurz nach 7:00 Uhr gingen wir bereits mit Emily Gassi und suchten einen Stückchen Gras für die Prinzessin. Um 8:00 Uhr nahmen wir die Electrico 28 und fuhren die gesamte Strecke bis zum Cemetario dos Prazeres. Die Straßenbahn war noch erfrischend leer, wir konnten die Fahrt genießen, sofern man bei dem Geschaukel  etwas genießen kann. Meines Erachtens wurde die Streckenführung geändert, ich habe die Fahrt sehr viel enger und spannender in Erinnerung.

An der Endhaltestelle lockte ein Espresso und ein Natatörtchen und natürlich der herrliche Friedhof dos Prazeres. Wir schlenderten durch die Reihen, bewunderten die Mausoleen und auch die kleinen Einzelheiten der kunstvollen Gräber. Wie immer im katholisch-romanischen Dunstkreis war auch dieser Friedhof eine Augenweide. Auch hier war ich bereits vor 10 Jahren gewesen, doch man kann einfach nicht genug von schön aufgemachten Friedhöfen bekommen.Wir fuhren, um Zeit zu sparen, mit der E25 zurück zum Praça Figuera und um 11:00 Uhr mit Poloinho nach Belem. Die erste Parkrechnung betrug 62€….. ohne Worte!

Unser Plan ins Hiernonymus Kloster zu gehen wurde jäh zerstört, als wir die Menschenmassen davor sahen. Mindestens 150m standen die Kreuzfahrer und Reisegruppen an der Kasse an…..wir gingen deshalb lediglich in die Kirche und bewunderten das Kloster aus dem 16.JH. nur von außen. In der Kirche sahen wir immerhin den Sarkophag von Vasco da Gama, ein eher weltliches Highlight.

Noch weltlicher und profaner wurde es bei Pasteis de Belém von 1847, die berühmte Nata Fabrik mit angeschlossenem Café. Alle Reisegruppen und Kreuzfahrer standen nach dem Besuch des Klosters quasi davor oder darin. Diesmal kniffen wir nicht und stellten uns ebenfalls an. Natas aus Belém sind das Größte, mit nen bissel Zimt unschlagbar.

Ich werde nicht verraten, wer wieviel Natas gegessen hat-wenige waren es nicht. Blätterteig, Pudding und Zimt ist eben toll….

Während wir uns  im Pudding suhlten, versuchte sich Emily mit radeln!

Am Denkmal der Entdeckungen  ( Padrão dos Descobrimentos) von 1960 atmeten wir durch-keine Warteschlangen. Diesmal ging es auf die Plattform um nochmal einen Gesamtblick auf Christo Rei und dem Torre de Belém zu werfen.

Anhand der Broschüre, die wir mit dem Eintritt auf die Plattform erworben hatten, konnten wir im Nachgang die Personen auf dem Denkmal besser identifizieren und wer glaubt, dass die Gallionsfigur Vasco da Gama symbolisieren soll, der täuscht…..der ist mal wieder Infante Henrique,  bei uns besser als Heinrich der Seefahrer bekannt.

Unser letztes Urlaubshighlight war der Besuch des Torre de Belém, errichtet zw. 1515-1521. Leider konnten wir diesen weder von innen besuchen noch besteigen ….die Warteschlange war auch hier wieder abartig lang. Somit genoss ich, wie vor zehn Jahren, nur den Blick von außen.

Zum Abschluss unserer Portugalreise hier noch zwei typische Bilder aus portugiesischen Supermärkten-Sardinenbüchsen im tollen Design…I love it!

Unser Abreisetag begann um 4:30 Uhr. Unsere abartige Nachbarschaft lag in tiefem Schlummer, alle Sorge bzgl. unses Hab und Gutes war umsonst gewesen.

Am Flughafen wurde sehr sorgfältig mit der Abwicklung der Formalitäten bzgl. des Transportes von Emily umgegangen. Wir mussten ein wenig Papierarbeit erledigen, der Mensch in der Abfertigung begleitete uns zum Sondergepäck und verliebte sich sofort in Emily. Er schaute mich treuherzig an und meinte ganz inbrünstig „she is the perfect dog, perfect size and perfect cute character,“ Ihm tat es in der Seele weh, dass unser Hündchen bereits ab 6:15 Uhr in ihrem Kennel in der Hochsicherheitszone auf den Abflug warten musste. Nur Mathias durfte sie zu ihrer Transportbox begleiten und dann sass sie dort wie in einer Abschiebezelle ( Box in einem Käfig) ….nächstes Mal bin ich weitaus später am Flughafen!

Als wir um 8:30 zur Maschine gefahren wurden, konnten wir jedoch ihren Transport in die Maschine sehen und das gab uns ein gutes Gefühl! Der Flug selbst war absolut unspektakulär, wir lernten Margarida kennen, die aus der Nähe von Manta Rota kommt. Ihre Mama vermietet ein Haus und wir bekamen ihre Mailadresse und Telefonnummer….evtl. sieht  man sich zweimal.

In TXl erwartete uns der Gepäckwahnsinn. Zeitgleich war eine Maschine aus Frankfurt angekommen und es kreisten noch 30 Minuten die Taschen und Koffer aus der Main Metropole. Obwohl ich das Ausladen der Klamotten aus der TAP beobachtete, sah ich unsere Emily nicht, das machte mich schon wieder ganz kirre….Mathias rief die Information an und fragte nach, wo wir denn unser Tierchen abholen könnten. Diese sagten uns, das wir sie beim Sondergepäck bekommen würden. Komischwerweise bellte es aber aufeinmal echt wütend und in einer mir sehr bekannten Tonlage,  Emchen machte ihrer Ungeduld, Wut und Aufregung Luft. Unser Hund wurde uns mit den Koffern und Taschen ausgehändigt!

Was gewesen wäre, wenn wir den Sicherheitsbereich bereits verlassen hätten um beim Sperrgepäck nach Ihr zu suchen, mag ich mir jetzt nicht ausmalen.

Fazit der ersten Flugreise mit Hund: Die Zweibeiner sind aufgeregter und nervöser als die Vierbeiner. Es stimmt, was alle Tierärzte uns  geraten haben-Beruhigungstabletten nur für den Menschen, fürs Tierchen absolut nicht notwendig. Flüge unter vier Stunden sind ok,  mehr sollte man seinem Tier nicht zumuten da die Wartezeit miteingerechnet werden muss. Tierpension und Trennung vom geliebten Menschen bedeutete für unseren Hund mehr Stress. Nach Aussage der Tierpension hatte Emily im Juni viel geweint und gebellt. Nach beiden Flügen war Emily einfach nur müde aber nicht gestresst oder unglücklich. Sobald sie die Transportbox verlassen durfte, war sie wieder der kleine lustige und glückliche Terrier.

In diesem Sinne wauwau und mehr Gelassenheit für die Zweibeiner!

 

 

 

 

 

 

 

Portugal 2017, VII: Lagos, Ponta da Piedade, Cabo São Vicente, Carvoeiro inkl. Strände

Unser Abreisetag aus Tavira begann, wie der Tag davor endete. Wir versuchten den Verbleib und Zustellung von Emchens Kennel zu klären. Mathias telefonierte mit Amazon, die uns bestätigten, dass die Adresse auf dem Paket richtig angegeben wurde. Sie konnten uns außerdem bereits sagen, dass SEUR im PC die Selbstabholung notiert hätte. Na das war ja schon mal etwas….die nette Tante aus D schickte uns auch noch Telefonnummern von SEUR. Ich machte mich mittlerweile an Plan B und schrieb an SOS Algarve Animals um dort nachzufragen, ob sie uns ein Fachgeschäft für Transportboxen empfehlen könnten, die auch in der Lage wären, bis Mittwoch (Abfahrt nach Lissabon)  zu liefern. Im Gegenzug würden wir, sofern Bedarf besteht, ein Fellknäuel ( egal welcher Art) nach Deutschland mitnehmen.

Nach dem Frühstück machten wir uns zügig auf den Weg nach Faro und fanden das Industriegebiet, in dem sich SEUR befindet. Leider zeigte sowohl die SEUR Seite als auch google maps eine Behörde als ihren Standort an. Auf Nachfrage bei Wachleuten bekamen wir aber den richtigen Hinweis, vor der  Lagerhalle 2.06 stand noch eine junge Frau die genau so sauer auf SEUR war wie wir….sie telefonierte mit Lissabon weil die Lagerhalle geschlossen war.

Lissabon versicherte, das gleich Jemand kommen würde. Aus „gleich“ wurden 1,5 Stunden Warterei, irgendwann meinte die Frau, Lissabon hätte ihr gesagt, dass Jemand anwesend wäre…..aha, ich hatte gerade eine Wutmail an die DPD Zweigstelle abgesandt. Emily gab ebenfalls alles, sie bellte das Industriegebiet so dermaßen zusammen und Mathias hämmerte an der Lagertür. Aufeinmal öffnete sich eine Tür und uns wurde erklärt, dass  wir auf die andere Seite kommen sollten….FRECHHEIT, keine Schilder hatten darauf hingewiesen.

Mathias verschwand in der Lagerhalle und kam 20 Minuten später mit leeren Händen zurück, nein nicht ganz ….er hatte eine Telefonnummer von João, dem Fahrer des SEUR Wagens. Unser Paket befand sich immer noch in der Auslieferung. Mathias hatte mit dem Fahrer telefoniert, der SEUR Kollege im Lagerhaus hatte ebenfalls mit dem Fahrer gesprochen und ihm klar gemacht, dass es sich um ein Hotel namens Dona Ana Garden handelt…eh basta!!!! In einer Stunde wollte er am Hotel sein, wir auch….halsbrecherisch gings nach Lagos, wir hielten die Zeit ein. Wer allerdings nicht da war, war der SEUR LKW. Unser Hotelbesitzer rief nun ebenfalls nochmal bei João an und erklärte ihm ebenfalls den Standort des Hotels. João gab treudoof bekannt, dass er in einer Stunde da sein will, aha…die Sache mit der Stunde kam uns bekannt vor. Wir checkten erstmal ein und erfreuten uns an der schönen Anlage. Warum João allerdings bei zwei Zustellversuchen nicht am Dona Ana Garden war, blieb uns zunächst ein Rätsel. Unser Wirt beschwörte, dass SEUR in den letzten Tagen nicht angeklopft hätte.

Gerade als ich mir den Pool ansehen wollte, sahen wir einen Lieferwagen um die Ecke fahren und Mathias sprintete los……Diesmal waren wir erfolgreich, Emchens neues Schloss war endlich am Zielort und die kleine Empfängerin freute sich. Emily liebt Kennels, egal welcher Art.

Und nun kommt der eigentliche Hammer der Geschichte…es gibt mehrere Hotels/Pensionen mit dem Namen Dona Ana…es gibt Dona Ana Hotel, D.Ana Hotel, Dona Ana Beach Hotel usw.usw.usw. Der Fahrer erhält immer nur eine Liste wo er hinfahren soll…OHNE ADRESSE! Somit war er vermutlich bei allen anderen D.A. Hotels nur im Garden nicht! Als Mathias ihm sagte, dass der Blick aufs Paket geholfen hätte, war unser Pfiffikus João platt, soviel Intelligenz war ihm suspekt. Anbei unser Adressaufkleber….allet klar, oder???

Unseren Nachmittag verbrachten wir an unserem Hausstrand, der bereits zur Ponta da Piedade gehört und Mitglied der „best 10 beaches at Algarve“ ist…und natürlich heißt das gute Stück Praia Dona Ana !

Emily wurde an dem Strand mehr geliebt als nur geduldet. Wir waren im Wasser und  fanden die Temperaturen in Ordnung. Natürlich hat der Atlantik auch an diesem Teil der Algarve eine gute Portion Strömung und man muss schon nen bissel aufpassen aber die Aussicht ließ nun wirklich nicht zu wünschen übrig. Wenn man gen Osten blickte, konnten wir schon die Steinsäulen der Ponta da Piedade ausmachen.

Und genau dort zog es uns am späten Nachmittag hin. Unser Hotel liegt ja schon an der Ponta und mit nem Katzensprung waren wir an einem der Highlights der Algarve. Emily fand die Hinterlassenschaften von Hase und Igel interessant und schnüffelte sich über die Klippen  ( man muss schon Spaß am Kraxeln haben) und war in ihrem Element.

Wir genossen die Aussicht auf die Steinpyramiden und bizarren Formen die Wind, Meer und Jahrhunderte geschaffen hatten.

Da die Sonne mittlerweile lange Schatten warf, beschlossen wir an einem Vormittag nochmal wiederzukommen, zumal wir der nach Osten zugewandten Seite der Ponta noch keinen Blicken zugeworfen hatten. Eine Bootstour wollten wir ebenfalls unternehmen, also alles Gründe um nochmal zurückzukehren.

Mittlerweile knurrte uns der Magen und wir waren zu allen Schandtaten bereit, Wir hatten in Tavira gefrühstückt, dass war bereits 11Std. her und da ich Brot abgeschworen hatte ( das Zeug ist hier zwar lecker, eine derbe Landbrotvariante, hat aber ekliges Sodbrennpotential)  war es auch nicht so üppig gewesen.  Wir hatten ja nun so einiges an Informationen über die Algarve gesammelt und wußten von der letzten  Currywurst vor Amerika! So ein Dreckfrass und Tourinepp kam uns gerade richtig! Also ab zum Cabo Säo Vicente, dem südöstlichsten Punkt von Europa ( den östlichsten Punkt hält das Cabo da Roca). Die 30 Kilometer zogen sich, die Mägen knurrten, Mathias wurde schon ganz grummelig und dann waren wir am Kap und unser Blick galt nicht der Landschaft, sondern der Currywurst! 

Wir konnten keine Bude finden, die uns nen Phosphatschlauch verkauft hätte, alles dicht und zu und dabei tobte am Kap das Leben. Es finden sich immer zahlreiche Sonnenuntergangsliebhaber ein, die das letzte Licht in Europa zelebrieren.

Wir zogen also hungrig von dannen und fuhren nach Sagres, dem Surfer Nest an der Algarve. Dort waren zwei urige Restaurants offen und wir bestellten uns Suppe, Salat und Spaghetti. Dem Grunde nach fast unbezahlbar, doch hier spottbilig. Wir zogen, inkl. Getränke mit 28 € gesätigt und zufrieden  von dannen und waren am Ende happy, doch etwas Gesundes und nicht, pfui, so einen Drecksfrass zu uns genommen zu haben. Am Abend planten wir unseren nächsten Tag, wir wollten bei Carvoeiro in die Benagilhöhle….wir wollten hinein, nicht mit nem Boot vor der Höhle stehen. Dazu gibt es im Internet zwei Aussagen-schwimmen oder Kajak, wobei die Kajakvariante schwammig ist, weil Keine/r so richtig weiß, ob man diese auch tatsächlich so einfach in Benagil bekommt.   Klar war auch, dass wir die Strömungen  heute gesehen hatten, die Wellen waren auch nicht ohne und 100-200 m ( da streiten sich alle Berichte ein wenig) sind im Meer auch nicht gerade Planschbecken. Lange Rede, kurzer Sinn…es käme eh nur die Kajakvariante in Frage, da ja Emily mit sollte  und  musste da wir ja keine Schattenoption für sie gehabt hätten. Wir checkten den Tidekalender, Tiefwasser war um 10:36 Uhr und damit der beste Zeitpunkt um in die Höhle zu kommen. Von der Flut darf man nicht überrascht werden, das ist tödlich.

Ich hatte ne schlaflose Nacht und nahm mir fest vor, bei Emily zu bleiben, sofern wir hätten schwimmen müssen. Dann wäre Mathias alleine mit der Unterwasserknipse losgeschwommen.

1. Tag, Lagos:

Am Morgen entrümpelten wir unsere Taschen, packten nur das Notwendigste und eben auch nur nen schmalen Taler ein und machten  uns mit sehr leichten Gepäck auf den Weg nach Benagil. Es waren knapp 30km bis zum gleichnamigen Strand. Dort bekamen wir gegen 10:26 auch noch einen der wenigen Parkplätze und wussten zwei Minuten später auch warum! Die Welle waren einfach viel zu hoch ( trotz Ebbe)  und Keine/r von uns Beiden wäre freiwillig hineingegangen! Die Rettungsschwimmer wappneten sich für einen langen Tag, es war ne rote Ampel ( ja, es gab da Ampeln) geschaltet…schwimmen verboten, nix Höhle. Später sahen wir, wie ein Ausflugsboot einen Schwimmer zurückschickte.

Wer gerne wissen möchte wie das Ding von innen aussieht, schaut hier: http://www.geo.de/reisen/16717-rtkl-traumort-des-tages-zu-dieser-hoehle-sollten-sie-am-besten-schwimmen

Nun wollten wir die Höhle aber wenigstens von oben bewundern und fanden nach einigem Hin& Her auch den Weg zur Höhle und hatten als Nebenbeieffekt auch noch  nen traumhaften Blick auf Benagil.

Zunächst die Fotos von Benagil Beach:

Wir hatten aber noch weitere Asse für die Gegend im Ärmel wo wir ja nun schon mal in Carvoeiro waren. Der Ort liegt an der Steinalagarve, wir sind ja zur Zeit an der Ostalgarve verortet, und wo Steine versprochen werden, wollten wir auch welche sehen!

So zog es uns auf nach Algar Seco, nachdem wir mit viel Suchen ein Frühstücksplätzchen gefunden hatten. Frühstück ist nicht so des Portugiesen Ding und wir tun uns immer schwer, wenn wir aushäusig frühstücken müssen. Mit unseren Wurst,- u. Käsevorräten aus Porto und Õbidos ging es gerade bis „auf die Höhle“ nun musste was Richtiges  her. Frisch gestärkt suchten wir den Strand von Algar Seco. Wir waren am richtigen Ort, am richtigen Platz, die Koordinaten stimmten und die Beschreibung im Reiseführer auch.     ( durch nen Tunnel muss man laufen und viele Treppen hinunter)….nur nen Strand fanden wir nicht, dafür grandiose Ausblicke in einer bizarren Welt.

Da wir aber trotzdem ins kühle Nacht springen wollten zog es uns zur Praia Marinha, ebenfalls in den Top 10 der Algarve. Traumhafte Aussichten, bereits von oben, weckten unsere Erwartung von unten. Wir wurden nicht enttäuscht….der Strand ist toll und mit nem bissel Entdeckergeist und Kletterenthusiasmus kann man Algarve so richtig erleben.

Die Wellen waren auch hier nicht so ganz  ohne, ich ging nicht hinein ins Wasser und wurde dennoch von mehreren Wellen erwischt. Bei  unseren Kletteraktionen zwischen den Strandabschnitten, und durch die einsetzende Flut wurden diese dann auch noch unterbrochen und  man musste zwischen den Wellen zusehen, wie man zurück kommt.

Am späten Nachmittag ganmelten wir am Pool und fuhren zum Abendessen nach Lagos. Unser Hotel liegt ja außerhalb,  mittenmang von Bauruinen und Bettenburgen ( ja so ist es, leider)  und so wollte ich  mir nen Bild von Lagos machen….was für eine süße Stadt, die auf einem Sonntagabend recht wenig touristisch daher kam, weil auch hier die echten Portgiesen dem Sonntag fröhnen ( s. Bericht Porto). Das auch Lagos eine Partymeile mit besoffenen Britten aufweisen kann, bemerkte ich erst am nächsten Tag.  Wir suchten wie immer das bissel mehr portugiesischere als die Tourischuppen, und  wurden auch an einem Sonntag fündig! Galeas, berühmt für seine Cataplanas, nun war es endlich mal soweit….wir genossen Muscheln und Scampis satt….den Rest des Abends suchte ich bei Chefkoch nach dem passenden Rezept-bin fündig geworden.

2. Tag, Lagos:

Am nächsten Morgen frühstückten wir auf unserer Terasse, diesmal mit mehr Inhalt, wir waren in unserem Minimarkt einkaufen.

Da die Portgiesen späte Geister sind, trödelten wir uns durch den Morgen und waren erst gegen 10:00 Uhr an der Ponta da Piedade. Wir wollten eine Bootstour durch die Ponta machen und natürlich die Felsformationen nochmal im anderen Licht sehen. Zunächst schauten wir auf viele Steine, es war Ebbe…..die Boote hatten aber einen kleinen Kanal zum durchfahren. Es war Rummelplatzarmosphäre, viele Reisegruppen  stolperten durch die Klippenlandschaft. Wir gingen zunächst  zu unserem Kletterhotspot ( da trauten sich die Oldies nicht hin) und schauten ins tiefe Loch.

Wir liefen anschließend die knapp 300 m im den Bauch der Piedade und organisierten uns Tickets,  Zweibeiner jeweils 15€, Vierbeiner 5€…… Emily war total lieb auf dem Boot, sie trug wie wir ihre Schwimmweste und das deutsche Paar neben uns hatte seinen Spaß. Ehrlich gesagt, ich glaube viele Felsen haben die Zwei nicht gesehen, eher eine feuchte Hundenase lieben gelernt.Die Tour war großartig, die Uhrzeit für unsere Bootsfahrt war super gewählt.  Es tut mir fast schon leid, dass ich nochmals Bilder von der Ponta da Piedade hier reinsetze……..aber es ist soooo schön dort.

Auch unseren zweiten Hausstrand, neben Dona Ana können wir auch do Camilo zu Fuß erreichen, konnten  wir vom Boot sehen und bewundern.Das gab Vorfreude auf den Nachmittag-baden war geplant. 

Nachdem wir uns die 300 Stufen wieder nach oben gekämpft hatten ( Emily hatte Mathias als Tragetaxi) gab es erstmal eine Erfischung und nen kurzen Zwischenstop im Hotel, praktisch wenn man mitten im Ort des Geschehens wohnt. Das Hotel ist übrigens ein Tip vom Loose, wie wir nachmittags lesen durften. Wohl alles richtig gemacht,oder?

Obwohl wir in Laufdistanz zum Strand wohnten, sind wir dennoch die 500m mit dem Auto gefahren…..wir wollten dem Hund den Marsch in der Hitze nicht antun, zumal es ja wieder 300 Stufen nach unten geht. Do Camilo, wieder einer aus der Top 10 Liste  mit einem Doppelstrand ( Praia Mamilo). Wir verzogen uns hinter die Hauptbucht, mussten durch einen Felsentunnel gehen und waren dort sehr ungestört. Emily machte an diesem Tag ihren Fahrtenschwimmer, sie sprang nicht nur von allein ins tiefe Wasser sondern wagte sich mit Mathias auch sehr weit hinein. Ich alte Memme planschte wieder mal nur bis zur Hüfte….mir ist das Wasser nen bissel zu kalt.

Unser Teilstück ist nicht sichbtbar, wir waren hinter dem Felsen.

Wer sieht die Emily?!

Nachdem wir ausgiebig eingesandet und eingesalzen waren, gabs für Emily eine Schlummerstunde im Hotel ( die braucht sie, die Tage machen die Kleene fertig) und für uns nen Guinness mit schwarzen Holunder und London Pride in der Brittenbude neben unserem Hotel. Danach zog es uns nach Lagos, ich wollte doch wenigstens nen bissel die Stadt erkunden.

Lagos gilt als die stimmungsvollste Algarvenstadt und sicherlich haben die Reisefüher damit auch recht. Sie hat rd. 30.000 Einwohner und mindestens 3x soviel Touris. Bettenburgen gibts nur außerhalb, innerhalb der Alstadt aber nen Haufen Pubs, Kneipen und Restaurants sowie schlechten Tourinepp. Lagos ist die portugiesische Seefahrerstadt schlechthin, Heinrich der Seefahrer wurde 1419 Gouverneur der Algarve und in dessen Auftrag umgesegelte Gil Eanes  bereits 1443  das berüchtigte Kap Bojador. Ab diesem Zeitpunkt starteten die Karavellen von Lagos aus auf ihre Atlantikstreifzüge. König Sebastian kehrte nach einem erfolglosen Nordafrikafeldzug  nicht mehr zurück, Lagos war seit 1578 Hauptstadt der Algarve und mit dessen Ableben übernahm das spanische  Königshaus 60 Jahre, quasi in Personalunion, die Regierung. Bereits 1441 erlangte Lagos traurige Berühmtheit, als Antão Gonçalves das erste Mal westafrikanische Sklaven verkaufte, die nach Brasilien verschifft wurden. Heute kann man noch das Gebäude des Sklavenmarktes bewundern.

Das kleine Forta da Bandeira wurde 1680 zum Schutz vor Piraten errichtet, ein nicht geringerer als Sir Francis Drake hatte Lagos 100 Jahre zuvor Hops genommen. Wie alle anderen Städte an der Algarve war auch Lagos Opfer des Erdbebens von 1755, dem eine gewaltige Tsunamiwelle folgte.

Forta do Bandeira

Heinrich der Seefahrer

Igreça des São Sabastiaõ, innen soll sie gülden sein-man kommt aber nur über das Museum hinein und wir waren, wie immer,  zu spät dran.

Der Slavenmarkt

Und noch ein paar mehr Impressionen, auch des nächtens nochmal…

3.Tag, Lagos:

Unseren letzten Tag an der Algarve verbrachten wir mit rumschlunzen am Pool und Meer. Unser Hotelpool ist so einladend, dass man durchaus ein paar Stunden dort vertändeln kann. Da vormittags eh Ebbe herrscht ist man zeitlich auch ziemlich flexibel unterwegs.  Wir bekamen dort von einem netten Paar aus dem Kölner Raum einen Restauranttip für abends, er lebte 15 Jahre an der Algarve und kennt sich mit den „Geheimtips“ aus. Wir reservierten auf google portugiesisch und  drückten die Daumen.

Gegen 13:00 gings nochmal an den Strand, länger als drei Stunden hält es unser Hund in der Hitze eh nicht aus. Wir ließen die letzten Stunden an der Algarve Revue passieren, Emily badete im Sand und wir freuten uns diebisch, als wir unsere Reservierungsbestätigung  erhielten…..unser google portugiesisch hatte also ausgereicht.

Unser letztes Abendessen an der Algarve war nicht nur säuisch gut, sondern auch reichhaltig. Wir aßen Pulposalat, Dorade und gegrillten Tintenfisch und bezahlten nen Witz dafür …..meine Rede, man muss wissen wo die Einheimischen essen gehen.

Leider gehen hiermit auch unsere vier Tage in Lagos zu Ende. Morgen  fahren wir  nach Lissabon und schauen uns die schöne Stadt an. Für mich eine Wiederholungstat, ich war  bereits 2007 in der Stadt.