Archiv der Kategorie: Asien

Reisen durch Asien, angefangen in den 90ern des letzten Jahrhunderts….Ende, nicht absehbar

Portugal 2017, VIII: Almançil, Faro & Lissabon

Unsere Abfahrt nach Lissabon starteten wir mit unseren Ausflugszielen vom Reisetag Tavira-Lagos. Da wir den Vormittag ja bei SEUR auf dem Lagergelände verbracht hatten, um dann anschließend im Schweinsgalopp nach Lagos zu fahren, waren noch zwei Dinge offen, die wir uns gerne anschauen wollten. Zunächst verabschiedeten wir uns aber am Jachthafen von Lagos-wir kommen bestimmt nochmal zurück.

Nummer eins war der Azulejotraum von Almançil. Die Kirche des heiligen Lorenz ( Säo Lourenco de Matos). Diese wurde im 18.JH. vollständig mit Azulejos ausgekleidet, lediglich der Altar blieb gülden und die einzelnen Themenbereiche wurden mit gold abgesetzt. Laut Mathias die schönste Kirche, die er jemals gesehen hat. Leider war fotografieren verboten, ich erwarb aber wenigstens eine Postkarte und auf alamy.de dieses wunderbare Fotos. Man muss die Bilder also kommerziell erwerben… macht in diesem Fall aber nichts, da ich für unser Fotobuch auch ein hochauflösendes Foto haben wollte. Die Bilder von außen stammen alle aus der Canon.

Azulejo an der Fassade

Wir fuhren wenige Kilometer nach Faro, die einzige Sehenswürdigkeit die wir uns in der Hauptstadt der Algarve ansehen wollten,  war die Capela dos Ossos, eine Knochenkapelle, Nebenkapelle der Igreja  do Carmo aus dem 18.JH.

Die Hauptkirche war wie so viele an der Algarve,  für mich nicht so besonders, aber hübsch sah sie mit den paar Wolken schon aus.

Die Hauptattraktion liegt eindeutig im Nebengebäude, in der Kapelle. Das Gotteshäuser mit den Gebeinen der Gemeide oder der Glaubensbrüder und Schwestern des zumeist angehörigem Kloster gebaut werden, Knochen und Schädel hervorragende Baumaterialien sind, weiß man. Totenkult gibt auf Sumatra, auf den Philippinen und auch in anderen Ecken der Südsee, dennoch war ich in Faro das erste Mal in einer Knochenkapelle. Ich lasse mal die Bilder für mich sprechen, die Inschrift “ Halte einen Moment inne und bedenke, dass Du diesen Zustand auch erreichen wirdst“ habe ich leider nicht gefunden. 

In der hier gezeigten Kapelle sind die sterblichen Überreste von rd. 1300 Mönchen „verarbeitet“ worden, die Kapelle wurde 1816 geweiht. Gruselig war mit in keinster Weise, ich fand es faszinierend wie exakt und detailverliebt an der Deko gearbeitet wurde. Manche Schädel sind bereits verschwunden, da bekommt das Wort Grabschändung nochmal eine andere Bedeutung.

Wir machten und auf die 272 km lange Strecke nach Lissabon, welches wir gegen 15:15 Uhr erreichten. Zunächst fuhren wir zur Statue Cristo Rei, dem Zwillingsbruder der Christus der Erlöser  Statue von Rio de Janeiro. Damals, in Rio,  hat mich die Statue total begeistert, mehr als der Zuckerhut. In Lissabon habe wir 2007 einen Besuch von Cristo Rei ausgelassen, zumal die Aussicht auf die Stadt eh das eigentliche Highlight ist, finde ich.  Da die Statue im Gegenlicht war, kamen wir auch  nur auf den Genuß des genialen Blicks auf  Lissabon….Christus blieb im Zwielicht.

Unser Navi sagte uns, dass wir noch 19 Minuten bis zum Apartment hätten, unsere Vermieterin fragte auch bereits nervös nach, wo wir denn bleiben würden. Wir wohnten sehr zentral in der Nähe des Rossio, dem zentralen Platz von Lissabon. Hier sind alteingesessene Cafés, wie das Nicola. Hier trift man sich auf ein Schlückchen Ginja und es gibt genau null Parkplätze. Unsere Wohnung lag, unterhalb der Burg am Fuße des Bezirks Mouraria, der auch alles andere als schick war. Mathias rannte zur Schlüsselübergabe, ich wartete mit Emchen im Halteverbot. Später sahen wir, dass Krallen an den Autos war…..Glück gehabt. Nachdem wir die Wohnung übernommen hatten, warteten die beiden Mädels auf den einen Herren, geschlagene zwei Stunden……..Mathias kurvte mit Poloinho durch Lissabon und landete entnervt im Parkhaus, 32,50€ pro Tag! Egal was solls……ärgern lohnt nicht, wir benötigen das Auto wegen Emilys Kennel.

Unsere Wohnung war super niedlich, die Nachbarschaft grenzwertig. Drogensüchtige, Nutten, Zuhälter und Dealer. Dazu Schwarze aus Braslilien und Afrika, die ab 14:00 Uhr wach wurden und uns bis spät in die Nacht wach hielten. Überall Kotze und Glasscherben, wir trugen Emily durch die 30m  Spuk grundsätzlich hindurch. Über der gesamten Szenerie lag der Geruch von Hanfschwaden. In der ersten Nacht lag ich wach und grübelte darüber nach, wie wir um 5:00 Uhr früh unser gesamtes Hab und Gut an der illustren Einwohnerschaft unbeschadet vorbeibringen können. Im Nachhinein. beichtete mir Mathias, dass auch er die gleichen Gedankengänge hatte.  Wenn wir als Berliner schon gestresst waren, wie mag es dann Wanne-Eicklern gehen?

Hier unsere Wohnung im Detail, süß war sie:

Und hier kommt unser Blick aus einem unserer Fenster, der auch ziemlich genial war. Was man nicht sah waren die dunklen Gassen :

Nachdem der Nachmittag mit unsinniger Suche draufgegangen war, blieb nur noch ein wenig Abend. Wir trafen uns mit Ali, die für eine Woche nach Lissabon geflogen war.Unsere Wohnung und ihr Hotel lagen gerade mal 150 m und eine ganze Welt auseinander….

Nach einer sehr üppigen Cataplana ging es noch ein wenig auf nächtliche Stadttour. Wir liefen gen Flußufer um dort einen Drink zu  nehmen und ein wenig Nachtszenerie zu genießen.

Elevador  de Santa Justa, von einem Schüler Eiffels 1898- 1901 erbaut:

Lissabon, 2. Tag:

Frisch gestärk und ausgeschlafen sah die Welt, selbst unsere Subkulturen aka Nachbarschaft, schon ganz anders aus. Die ausgekotzte Pizza  auf der Straße erinnerte an die Drogensümpfe der letzten Nacht, wir hatten im eigenen Schweiß gelegen, da es unmöglich war, die Fenster zu öffnen ( Lärm). Frühstück gab es in unserem Café an der Ecke. Wir schlenderten im Anschluß über den Rossio, über die zentrale Funßgängermeile  bis hin zum Praça do Commercio. Highlights waren für uns die alten und schönen Geschäfte und Cafés, so etwas wie einen echten Einzelhandel kennen wir in Deutschland ja gar nicht mehr.

Unser Ziel war zunächst die Kathedrale, wir wollten das berühmte Foto mit der berühmten 28 und der Sé im Hintergrund. Den Innenbesuch der Kathedrale haben wir uns nunmehr geschenkt…..wir haben wohl mehr als ausreichend Kirchen besucht.

Danach liefen wir zum Castelo São Jorge  und nahmen den einen oder anderen Miradouro wahr. Emily durfte mit auf das Gelände, wir waren happy. Vorher hatte Mathias einem Taschendieb eine Backpfeife verpasst, als dieser versuchte an sein Portemonnaie zu kommen…..der Dussel versuchte sich damit herauszureden, dass er Emily fotografieren wollte! Von hinten? Das Poloch? Aha…sein Komplize fragte uns noch ganz frech “ was hat er falsch gemacht“….. ganz einfach …man geht nicht an  die Hostentaschen anderer Leute!!!

Auf den  Schrecken  gab es Aussicht, Vino und nen altes Castelo. Emchen kletterte wie eine Gemse und hatte Spass.

Da Burgfräulein und Ritter spielen ( die Rolle von Emchen ist dann wohl der Hofnarr) hungrig macht, liefen wir wieder in die Unterstadt und gingen in der Nähe unserer Wohnung Sardinas essen. Unseren Nachmittag verbrachten wir in Bairro Alto und Baixa, wir fuhren  zunächst mit dem Aufzug Santa Justa ( Emily musste Maulkorb tragen, der kleine Woudini hatte das Ding binnen einer Minute wieder ab) nach oben und genossen zunächst die schöne Aussicht.

Mathias ging anschließend in die Ruine der Igreça  do Carmo, die nach dem Erdbeben von 1755 nicht mehr aufgebaut worden war. Mittlerweile wird die Ruine für Ausstellungen genutzt und es gab die peruanischen Mumien von Nazca zu bewundern. Da ich genau diese schon gesehen hatte, war es nicht schlimm dass ich mit dem Wauzi vor der Tür wartete. Der Tag neigte sich dem Ende entgegen, wir hatten keine Zeit, beide in die Kirche zu gehen.

Unser Bummel durch das Bairro  Alto konzentrierte sich ebenfalls in Richtung bergab, wir wollten am Wasser eine Flasche  Taylors Port antrinken, die Mathias erstanden hatte.

Dennoch spazierten wir am Café a Brasileira und am Theatro da Trindade vorbei. In diesem Viertel hat sich viel verändert. Als ich vor zehn Jahren in Lissabon war, herrschte noch authentisches Altstadtfeeling mit kleinen schrammeligen Restaurants und Fado Schuppen sowie Ginja Bars vor…..alles verschwunden, alles nur noch auf schick!

Am Wasser wurde der Portwein vernichtet, unser Abendessen bestand wieder aus Fisch und ein langer Tag ging satt, müde und angedüdelt zu Ende.

Lissabon, 3. Tag:

Unser letzter Urlaubstag begann mehr als früh. Kurz nach 7:00 Uhr gingen wir bereits mit Emily Gassi und suchten einen Stückchen Gras für die Prinzessin. Um 8:00 Uhr nahmen wir die Electrico 28 und fuhren die gesamte Strecke bis zum Cemetario dos Prazeres. Die Straßenbahn war noch erfrischend leer, wir konnten die Fahrt genießen, sofern man bei dem Geschaukel  etwas genießen kann. Meines Erachtens wurde die Streckenführung geändert, ich habe die Fahrt sehr viel enger und spannender in Erinnerung.

An der Endhaltestelle lockte ein Espresso und ein Natatörtchen und natürlich der herrliche Friedhof dos Prazeres. Wir schlenderten durch die Reihen, bewunderten die Mausoleen und auch die kleinen Einzelheiten der kunstvollen Gräber. Wie immer im katholisch-romanischen Dunstkreis war auch dieser Friedhof eine Augenweide. Auch hier war ich bereits vor 10 Jahren gewesen, doch man kann einfach nicht genug von schön aufgemachten Friedhöfen bekommen.Wir fuhren, um Zeit zu sparen, mit der E25 zurück zum Praça Figuera und um 11:00 Uhr mit Poloinho nach Belem. Die erste Parkrechnung betrug 62€….. ohne Worte!

Unser Plan ins Hiernonymus Kloster zu gehen wurde jäh zerstört, als wir die Menschenmassen davor sahen. Mindestens 150m standen die Kreuzfahrer und Reisegruppen an der Kasse an…..wir gingen deshalb lediglich in die Kirche und bewunderten das Kloster aus dem 16.JH. nur von außen. In der Kirche sahen wir immerhin den Sarkophag von Vasco da Gama, ein eher weltliches Highlight.

Noch weltlicher und profaner wurde es bei Pasteis de Belém von 1847, die berühmte Nata Fabrik mit angeschlossenem Café. Alle Reisegruppen und Kreuzfahrer standen nach dem Besuch des Klosters quasi davor oder darin. Diesmal kniffen wir nicht und stellten uns ebenfalls an. Natas aus Belém sind das Größte, mit nen bissel Zimt unschlagbar.

Ich werde nicht verraten, wer wieviel Natas gegessen hat-wenige waren es nicht. Blätterteig, Pudding und Zimt ist eben toll….

Während wir uns  im Pudding suhlten, versuchte sich Emily mit radeln!

Am Denkmal der Entdeckungen  ( Padrão dos Descobrimentos) von 1960 atmeten wir durch-keine Warteschlangen. Diesmal ging es auf die Plattform um nochmal einen Gesamtblick auf Christo Rei und dem Torre de Belém zu werfen.

Anhand der Broschüre, die wir mit dem Eintritt auf die Plattform erworben hatten, konnten wir im Nachgang die Personen auf dem Denkmal besser identifizieren und wer glaubt, dass die Gallionsfigur Vasco da Gama symbolisieren soll, der täuscht…..der ist mal wieder Infante Henrique,  bei uns besser als Heinrich der Seefahrer bekannt.

Unser letztes Urlaubshighlight war der Besuch des Torre de Belém, errichtet zw. 1515-1521. Leider konnten wir diesen weder von innen besuchen noch besteigen ….die Warteschlange war auch hier wieder abartig lang. Somit genoss ich, wie vor zehn Jahren, nur den Blick von außen.

Zum Abschluss unserer Portugalreise hier noch zwei typische Bilder aus portugiesischen Supermärkten-Sardinenbüchsen im tollen Design…I love it!

Unser Abreisetag begann um 4:30 Uhr. Unsere abartige Nachbarschaft lag in tiefem Schlummer, alle Sorge bzgl. unses Hab und Gutes war umsonst gewesen.

Am Flughafen wurde sehr sorgfältig mit der Abwicklung der Formalitäten bzgl. des Transportes von Emily umgegangen. Wir mussten ein wenig Papierarbeit erledigen, der Mensch in der Abfertigung begleitete uns zum Sondergepäck und verliebte sich sofort in Emily. Er schaute mich treuherzig an und meinte ganz inbrünstig „she is the perfect dog, perfect size and perfect cute character,“ Ihm tat es in der Seele weh, dass unser Hündchen bereits ab 6:15 Uhr in ihrem Kennel in der Hochsicherheitszone auf den Abflug warten musste. Nur Mathias durfte sie zu ihrer Transportbox begleiten und dann sass sie dort wie in einer Abschiebezelle ( Box in einem Käfig) ….nächstes Mal bin ich weitaus später am Flughafen!

Als wir um 8:30 zur Maschine gefahren wurden, konnten wir jedoch ihren Transport in die Maschine sehen und das gab uns ein gutes Gefühl! Der Flug selbst war absolut unspektakulär, wir lernten Margarida kennen, die aus der Nähe von Manta Rota kommt. Ihre Mama vermietet ein Haus und wir bekamen ihre Mailadresse und Telefonnummer….evtl. sieht  man sich zweimal.

In TXl erwartete uns der Gepäckwahnsinn. Zeitgleich war eine Maschine aus Frankfurt angekommen und es kreisten noch 30 Minuten die Taschen und Koffer aus der Main Metropole. Obwohl ich das Ausladen der Klamotten aus der TAP beobachtete, sah ich unsere Emily nicht, das machte mich schon wieder ganz kirre….Mathias rief die Information an und fragte nach, wo wir denn unser Tierchen abholen könnten. Diese sagten uns, das wir sie beim Sondergepäck bekommen würden. Komischwerweise bellte es aber aufeinmal echt wütend und in einer mir sehr bekannten Tonlage,  Emchen machte ihrer Ungeduld, Wut und Aufregung Luft. Unser Hund wurde uns mit den Koffern und Taschen ausgehändigt!

Was gewesen wäre, wenn wir den Sicherheitsbereich bereits verlassen hätten um beim Sperrgepäck nach Ihr zu suchen, mag ich mir jetzt nicht ausmalen.

Fazit der ersten Flugreise mit Hund: Die Zweibeiner sind aufgeregter und nervöser als die Vierbeiner. Es stimmt, was alle Tierärzte uns  geraten haben-Beruhigungstabletten nur für den Menschen, fürs Tierchen absolut nicht notwendig. Flüge unter vier Stunden sind ok,  mehr sollte man seinem Tier nicht zumuten da die Wartezeit miteingerechnet werden muss. Tierpension und Trennung vom geliebten Menschen bedeutete für unseren Hund mehr Stress. Nach Aussage der Tierpension hatte Emily im Juni viel geweint und gebellt. Nach beiden Flügen war Emily einfach nur müde aber nicht gestresst oder unglücklich. Sobald sie die Transportbox verlassen durfte, war sie wieder der kleine lustige und glückliche Terrier.

In diesem Sinne wauwau und mehr Gelassenheit für die Zweibeiner!

 

 

 

 

 

 

 

Portugal 2017, VII: Lagos, Ponta da Piedade, Cabo São Vicente, Carvoeiro inkl. Strände

Unser Abreisetag aus Tavira begann, wie der Tag davor endete. Wir versuchten den Verbleib und Zustellung von Emchens Kennel zu klären. Mathias telefonierte mit Amazon, die uns bestätigten, dass die Adresse auf dem Paket richtig angegeben wurde. Sie konnten uns außerdem bereits sagen, dass SEUR im PC die Selbstabholung notiert hätte. Na das war ja schon mal etwas….die nette Tante aus D schickte uns auch noch Telefonnummern von SEUR. Ich machte mich mittlerweile an Plan B und schrieb an SOS Algarve Animals um dort nachzufragen, ob sie uns ein Fachgeschäft für Transportboxen empfehlen könnten, die auch in der Lage wären, bis Mittwoch (Abfahrt nach Lissabon)  zu liefern. Im Gegenzug würden wir, sofern Bedarf besteht, ein Fellknäuel ( egal welcher Art) nach Deutschland mitnehmen.

Nach dem Frühstück machten wir uns zügig auf den Weg nach Faro und fanden das Industriegebiet, in dem sich SEUR befindet. Leider zeigte sowohl die SEUR Seite als auch google maps eine Behörde als ihren Standort an. Auf Nachfrage bei Wachleuten bekamen wir aber den richtigen Hinweis, vor der  Lagerhalle 2.06 stand noch eine junge Frau die genau so sauer auf SEUR war wie wir….sie telefonierte mit Lissabon weil die Lagerhalle geschlossen war.

Lissabon versicherte, das gleich Jemand kommen würde. Aus „gleich“ wurden 1,5 Stunden Warterei, irgendwann meinte die Frau, Lissabon hätte ihr gesagt, dass Jemand anwesend wäre…..aha, ich hatte gerade eine Wutmail an die DPD Zweigstelle abgesandt. Emily gab ebenfalls alles, sie bellte das Industriegebiet so dermaßen zusammen und Mathias hämmerte an der Lagertür. Aufeinmal öffnete sich eine Tür und uns wurde erklärt, dass  wir auf die andere Seite kommen sollten….FRECHHEIT, keine Schilder hatten darauf hingewiesen.

Mathias verschwand in der Lagerhalle und kam 20 Minuten später mit leeren Händen zurück, nein nicht ganz ….er hatte eine Telefonnummer von João, dem Fahrer des SEUR Wagens. Unser Paket befand sich immer noch in der Auslieferung. Mathias hatte mit dem Fahrer telefoniert, der SEUR Kollege im Lagerhaus hatte ebenfalls mit dem Fahrer gesprochen und ihm klar gemacht, dass es sich um ein Hotel namens Dona Ana Garden handelt…eh basta!!!! In einer Stunde wollte er am Hotel sein, wir auch….halsbrecherisch gings nach Lagos, wir hielten die Zeit ein. Wer allerdings nicht da war, war der SEUR LKW. Unser Hotelbesitzer rief nun ebenfalls nochmal bei João an und erklärte ihm ebenfalls den Standort des Hotels. João gab treudoof bekannt, dass er in einer Stunde da sein will, aha…die Sache mit der Stunde kam uns bekannt vor. Wir checkten erstmal ein und erfreuten uns an der schönen Anlage. Warum João allerdings bei zwei Zustellversuchen nicht am Dona Ana Garden war, blieb uns zunächst ein Rätsel. Unser Wirt beschwörte, dass SEUR in den letzten Tagen nicht angeklopft hätte.

Gerade als ich mir den Pool ansehen wollte, sahen wir einen Lieferwagen um die Ecke fahren und Mathias sprintete los……Diesmal waren wir erfolgreich, Emchens neues Schloss war endlich am Zielort und die kleine Empfängerin freute sich. Emily liebt Kennels, egal welcher Art.

Und nun kommt der eigentliche Hammer der Geschichte…es gibt mehrere Hotels/Pensionen mit dem Namen Dona Ana…es gibt Dona Ana Hotel, D.Ana Hotel, Dona Ana Beach Hotel usw.usw.usw. Der Fahrer erhält immer nur eine Liste wo er hinfahren soll…OHNE ADRESSE! Somit war er vermutlich bei allen anderen D.A. Hotels nur im Garden nicht! Als Mathias ihm sagte, dass der Blick aufs Paket geholfen hätte, war unser Pfiffikus João platt, soviel Intelligenz war ihm suspekt. Anbei unser Adressaufkleber….allet klar, oder???

Unseren Nachmittag verbrachten wir an unserem Hausstrand, der bereits zur Ponta da Piedade gehört und Mitglied der „best 10 beaches at Algarve“ ist…und natürlich heißt das gute Stück Praia Dona Ana !

Emily wurde an dem Strand mehr geliebt als nur geduldet. Wir waren im Wasser und  fanden die Temperaturen in Ordnung. Natürlich hat der Atlantik auch an diesem Teil der Algarve eine gute Portion Strömung und man muss schon nen bissel aufpassen aber die Aussicht ließ nun wirklich nicht zu wünschen übrig. Wenn man gen Osten blickte, konnten wir schon die Steinsäulen der Ponta da Piedade ausmachen.

Und genau dort zog es uns am späten Nachmittag hin. Unser Hotel liegt ja schon an der Ponta und mit nem Katzensprung waren wir an einem der Highlights der Algarve. Emily fand die Hinterlassenschaften von Hase und Igel interessant und schnüffelte sich über die Klippen  ( man muss schon Spaß am Kraxeln haben) und war in ihrem Element.

Wir genossen die Aussicht auf die Steinpyramiden und bizarren Formen die Wind, Meer und Jahrhunderte geschaffen hatten.

Da die Sonne mittlerweile lange Schatten warf, beschlossen wir an einem Vormittag nochmal wiederzukommen, zumal wir der nach Osten zugewandten Seite der Ponta noch keinen Blicken zugeworfen hatten. Eine Bootstour wollten wir ebenfalls unternehmen, also alles Gründe um nochmal zurückzukehren.

Mittlerweile knurrte uns der Magen und wir waren zu allen Schandtaten bereit, Wir hatten in Tavira gefrühstückt, dass war bereits 11Std. her und da ich Brot abgeschworen hatte ( das Zeug ist hier zwar lecker, eine derbe Landbrotvariante, hat aber ekliges Sodbrennpotential)  war es auch nicht so üppig gewesen.  Wir hatten ja nun so einiges an Informationen über die Algarve gesammelt und wußten von der letzten  Currywurst vor Amerika! So ein Dreckfrass und Tourinepp kam uns gerade richtig! Also ab zum Cabo Säo Vicente, dem südöstlichsten Punkt von Europa ( den östlichsten Punkt hält das Cabo da Roca). Die 30 Kilometer zogen sich, die Mägen knurrten, Mathias wurde schon ganz grummelig und dann waren wir am Kap und unser Blick galt nicht der Landschaft, sondern der Currywurst! 

Wir konnten keine Bude finden, die uns nen Phosphatschlauch verkauft hätte, alles dicht und zu und dabei tobte am Kap das Leben. Es finden sich immer zahlreiche Sonnenuntergangsliebhaber ein, die das letzte Licht in Europa zelebrieren.

Wir zogen also hungrig von dannen und fuhren nach Sagres, dem Surfer Nest an der Algarve. Dort waren zwei urige Restaurants offen und wir bestellten uns Suppe, Salat und Spaghetti. Dem Grunde nach fast unbezahlbar, doch hier spottbilig. Wir zogen, inkl. Getränke mit 28 € gesätigt und zufrieden  von dannen und waren am Ende happy, doch etwas Gesundes und nicht, pfui, so einen Drecksfrass zu uns genommen zu haben. Am Abend planten wir unseren nächsten Tag, wir wollten bei Carvoeiro in die Benagilhöhle….wir wollten hinein, nicht mit nem Boot vor der Höhle stehen. Dazu gibt es im Internet zwei Aussagen-schwimmen oder Kajak, wobei die Kajakvariante schwammig ist, weil Keine/r so richtig weiß, ob man diese auch tatsächlich so einfach in Benagil bekommt.   Klar war auch, dass wir die Strömungen  heute gesehen hatten, die Wellen waren auch nicht ohne und 100-200 m ( da streiten sich alle Berichte ein wenig) sind im Meer auch nicht gerade Planschbecken. Lange Rede, kurzer Sinn…es käme eh nur die Kajakvariante in Frage, da ja Emily mit sollte  und  musste da wir ja keine Schattenoption für sie gehabt hätten. Wir checkten den Tidekalender, Tiefwasser war um 10:36 Uhr und damit der beste Zeitpunkt um in die Höhle zu kommen. Von der Flut darf man nicht überrascht werden, das ist tödlich.

Ich hatte ne schlaflose Nacht und nahm mir fest vor, bei Emily zu bleiben, sofern wir hätten schwimmen müssen. Dann wäre Mathias alleine mit der Unterwasserknipse losgeschwommen.

1. Tag, Lagos:

Am Morgen entrümpelten wir unsere Taschen, packten nur das Notwendigste und eben auch nur nen schmalen Taler ein und machten  uns mit sehr leichten Gepäck auf den Weg nach Benagil. Es waren knapp 30km bis zum gleichnamigen Strand. Dort bekamen wir gegen 10:26 auch noch einen der wenigen Parkplätze und wussten zwei Minuten später auch warum! Die Welle waren einfach viel zu hoch ( trotz Ebbe)  und Keine/r von uns Beiden wäre freiwillig hineingegangen! Die Rettungsschwimmer wappneten sich für einen langen Tag, es war ne rote Ampel ( ja, es gab da Ampeln) geschaltet…schwimmen verboten, nix Höhle. Später sahen wir, wie ein Ausflugsboot einen Schwimmer zurückschickte.

Wer gerne wissen möchte wie das Ding von innen aussieht, schaut hier: http://www.geo.de/reisen/16717-rtkl-traumort-des-tages-zu-dieser-hoehle-sollten-sie-am-besten-schwimmen

Nun wollten wir die Höhle aber wenigstens von oben bewundern und fanden nach einigem Hin& Her auch den Weg zur Höhle und hatten als Nebenbeieffekt auch noch  nen traumhaften Blick auf Benagil.

Zunächst die Fotos von Benagil Beach:

Wir hatten aber noch weitere Asse für die Gegend im Ärmel wo wir ja nun schon mal in Carvoeiro waren. Der Ort liegt an der Steinalagarve, wir sind ja zur Zeit an der Ostalgarve verortet, und wo Steine versprochen werden, wollten wir auch welche sehen!

So zog es uns auf nach Algar Seco, nachdem wir mit viel Suchen ein Frühstücksplätzchen gefunden hatten. Frühstück ist nicht so des Portugiesen Ding und wir tun uns immer schwer, wenn wir aushäusig frühstücken müssen. Mit unseren Wurst,- u. Käsevorräten aus Porto und Õbidos ging es gerade bis „auf die Höhle“ nun musste was Richtiges  her. Frisch gestärkt suchten wir den Strand von Algar Seco. Wir waren am richtigen Ort, am richtigen Platz, die Koordinaten stimmten und die Beschreibung im Reiseführer auch.     ( durch nen Tunnel muss man laufen und viele Treppen hinunter)….nur nen Strand fanden wir nicht, dafür grandiose Ausblicke in einer bizarren Welt.

Da wir aber trotzdem ins kühle Nacht springen wollten zog es uns zur Praia Marinha, ebenfalls in den Top 10 der Algarve. Traumhafte Aussichten, bereits von oben, weckten unsere Erwartung von unten. Wir wurden nicht enttäuscht….der Strand ist toll und mit nem bissel Entdeckergeist und Kletterenthusiasmus kann man Algarve so richtig erleben.

Die Wellen waren auch hier nicht so ganz  ohne, ich ging nicht hinein ins Wasser und wurde dennoch von mehreren Wellen erwischt. Bei  unseren Kletteraktionen zwischen den Strandabschnitten, und durch die einsetzende Flut wurden diese dann auch noch unterbrochen und  man musste zwischen den Wellen zusehen, wie man zurück kommt.

Am späten Nachmittag ganmelten wir am Pool und fuhren zum Abendessen nach Lagos. Unser Hotel liegt ja außerhalb,  mittenmang von Bauruinen und Bettenburgen ( ja so ist es, leider)  und so wollte ich  mir nen Bild von Lagos machen….was für eine süße Stadt, die auf einem Sonntagabend recht wenig touristisch daher kam, weil auch hier die echten Portgiesen dem Sonntag fröhnen ( s. Bericht Porto). Das auch Lagos eine Partymeile mit besoffenen Britten aufweisen kann, bemerkte ich erst am nächsten Tag.  Wir suchten wie immer das bissel mehr portugiesischere als die Tourischuppen, und  wurden auch an einem Sonntag fündig! Galeas, berühmt für seine Cataplanas, nun war es endlich mal soweit….wir genossen Muscheln und Scampis satt….den Rest des Abends suchte ich bei Chefkoch nach dem passenden Rezept-bin fündig geworden.

2. Tag, Lagos:

Am nächsten Morgen frühstückten wir auf unserer Terasse, diesmal mit mehr Inhalt, wir waren in unserem Minimarkt einkaufen.

Da die Portgiesen späte Geister sind, trödelten wir uns durch den Morgen und waren erst gegen 10:00 Uhr an der Ponta da Piedade. Wir wollten eine Bootstour durch die Ponta machen und natürlich die Felsformationen nochmal im anderen Licht sehen. Zunächst schauten wir auf viele Steine, es war Ebbe…..die Boote hatten aber einen kleinen Kanal zum durchfahren. Es war Rummelplatzarmosphäre, viele Reisegruppen  stolperten durch die Klippenlandschaft. Wir gingen zunächst  zu unserem Kletterhotspot ( da trauten sich die Oldies nicht hin) und schauten ins tiefe Loch.

Wir liefen anschließend die knapp 300 m im den Bauch der Piedade und organisierten uns Tickets,  Zweibeiner jeweils 15€, Vierbeiner 5€…… Emily war total lieb auf dem Boot, sie trug wie wir ihre Schwimmweste und das deutsche Paar neben uns hatte seinen Spaß. Ehrlich gesagt, ich glaube viele Felsen haben die Zwei nicht gesehen, eher eine feuchte Hundenase lieben gelernt.Die Tour war großartig, die Uhrzeit für unsere Bootsfahrt war super gewählt.  Es tut mir fast schon leid, dass ich nochmals Bilder von der Ponta da Piedade hier reinsetze……..aber es ist soooo schön dort.

Auch unseren zweiten Hausstrand, neben Dona Ana können wir auch do Camilo zu Fuß erreichen, konnten  wir vom Boot sehen und bewundern.Das gab Vorfreude auf den Nachmittag-baden war geplant. 

Nachdem wir uns die 300 Stufen wieder nach oben gekämpft hatten ( Emily hatte Mathias als Tragetaxi) gab es erstmal eine Erfischung und nen kurzen Zwischenstop im Hotel, praktisch wenn man mitten im Ort des Geschehens wohnt. Das Hotel ist übrigens ein Tip vom Loose, wie wir nachmittags lesen durften. Wohl alles richtig gemacht,oder?

Obwohl wir in Laufdistanz zum Strand wohnten, sind wir dennoch die 500m mit dem Auto gefahren…..wir wollten dem Hund den Marsch in der Hitze nicht antun, zumal es ja wieder 300 Stufen nach unten geht. Do Camilo, wieder einer aus der Top 10 Liste  mit einem Doppelstrand ( Praia Mamilo). Wir verzogen uns hinter die Hauptbucht, mussten durch einen Felsentunnel gehen und waren dort sehr ungestört. Emily machte an diesem Tag ihren Fahrtenschwimmer, sie sprang nicht nur von allein ins tiefe Wasser sondern wagte sich mit Mathias auch sehr weit hinein. Ich alte Memme planschte wieder mal nur bis zur Hüfte….mir ist das Wasser nen bissel zu kalt.

Unser Teilstück ist nicht sichbtbar, wir waren hinter dem Felsen.

Wer sieht die Emily?!

Nachdem wir ausgiebig eingesandet und eingesalzen waren, gabs für Emily eine Schlummerstunde im Hotel ( die braucht sie, die Tage machen die Kleene fertig) und für uns nen Guinness mit schwarzen Holunder und London Pride in der Brittenbude neben unserem Hotel. Danach zog es uns nach Lagos, ich wollte doch wenigstens nen bissel die Stadt erkunden.

Lagos gilt als die stimmungsvollste Algarvenstadt und sicherlich haben die Reisefüher damit auch recht. Sie hat rd. 30.000 Einwohner und mindestens 3x soviel Touris. Bettenburgen gibts nur außerhalb, innerhalb der Alstadt aber nen Haufen Pubs, Kneipen und Restaurants sowie schlechten Tourinepp. Lagos ist die portugiesische Seefahrerstadt schlechthin, Heinrich der Seefahrer wurde 1419 Gouverneur der Algarve und in dessen Auftrag umgesegelte Gil Eanes  bereits 1443  das berüchtigte Kap Bojador. Ab diesem Zeitpunkt starteten die Karavellen von Lagos aus auf ihre Atlantikstreifzüge. König Sebastian kehrte nach einem erfolglosen Nordafrikafeldzug  nicht mehr zurück, Lagos war seit 1578 Hauptstadt der Algarve und mit dessen Ableben übernahm das spanische  Königshaus 60 Jahre, quasi in Personalunion, die Regierung. Bereits 1441 erlangte Lagos traurige Berühmtheit, als Antão Gonçalves das erste Mal westafrikanische Sklaven verkaufte, die nach Brasilien verschifft wurden. Heute kann man noch das Gebäude des Sklavenmarktes bewundern.

Das kleine Forta da Bandeira wurde 1680 zum Schutz vor Piraten errichtet, ein nicht geringerer als Sir Francis Drake hatte Lagos 100 Jahre zuvor Hops genommen. Wie alle anderen Städte an der Algarve war auch Lagos Opfer des Erdbebens von 1755, dem eine gewaltige Tsunamiwelle folgte.

Forta do Bandeira

Heinrich der Seefahrer

Igreça des São Sabastiaõ, innen soll sie gülden sein-man kommt aber nur über das Museum hinein und wir waren, wie immer,  zu spät dran.

Der Slavenmarkt

Und noch ein paar mehr Impressionen, auch des nächtens nochmal…

3.Tag, Lagos:

Unseren letzten Tag an der Algarve verbrachten wir mit rumschlunzen am Pool und Meer. Unser Hotelpool ist so einladend, dass man durchaus ein paar Stunden dort vertändeln kann. Da vormittags eh Ebbe herrscht ist man zeitlich auch ziemlich flexibel unterwegs.  Wir bekamen dort von einem netten Paar aus dem Kölner Raum einen Restauranttip für abends, er lebte 15 Jahre an der Algarve und kennt sich mit den „Geheimtips“ aus. Wir reservierten auf google portugiesisch und  drückten die Daumen.

Gegen 13:00 gings nochmal an den Strand, länger als drei Stunden hält es unser Hund in der Hitze eh nicht aus. Wir ließen die letzten Stunden an der Algarve Revue passieren, Emily badete im Sand und wir freuten uns diebisch, als wir unsere Reservierungsbestätigung  erhielten…..unser google portugiesisch hatte also ausgereicht.

Unser letztes Abendessen an der Algarve war nicht nur säuisch gut, sondern auch reichhaltig. Wir aßen Pulposalat, Dorade und gegrillten Tintenfisch und bezahlten nen Witz dafür …..meine Rede, man muss wissen wo die Einheimischen essen gehen.

Leider gehen hiermit auch unsere vier Tage in Lagos zu Ende. Morgen  fahren wir  nach Lissabon und schauen uns die schöne Stadt an. Für mich eine Wiederholungstat, ich war  bereits 2007 in der Stadt.

 

Portugal 2017, VI: Óbidos-Tavira-Manta Rota- Cacelo Velha-Olhão

Der Tag, an dem wir Porto verließen war neblig und kühl und das Wetter blieb uns auch auf rd 300km der Gesamstrecke (603km) hold. Wir hatten einen Zwischenstop in Óbidos geplant, der Ort ist uns auf der Hintour nach Porto, auf der Autobahn ins Auge gestochen. Klein und malerisch auf einem Berg gelegen und mit einer dicken Festungsmauer drumherum!

Dafür ließen wir Coimbra platzen, auch weil uns klar geworden war, dass wir niemals einer Großstadt in zwei Stunden hätten gerecht werden können.

Der traumhafte Blick auf Óbidos verhinderte das Wetter, 18 Grad standen auf dem Thermometer, zwischendurch tröpfelte es sogar ein wenig. Es wird Herbst im Norden Portugals.

Das auch alle Reiseagenturen ( ich hasse Reisegruppen) diesen Ort als Pausenstop nutzen, erfuhren wir erst als wie Poloinho auf dem großen Parkplatz vor dem Stadttor in seine Pausenposition zwangen. Achherrjee, viel Siberhaar auf französisch und spanisch und noch viel mehr hektische Japaner und Chinesen zogen in Schwärmen durch die mittelalterliche Stadt.

Óbidos liegt wie ein Adlerhorst mit seinen 3000 Einwohnern auf einer felsigen Anhöhe, oberhalb des Rio Vargem. Im 12 Jh lag die Stadt sogar noch am Meer, doch wie in Aveiro versandete die Lagoa de Óbidos. 1138 verjagte auch hier Alfonso Henriques ( siehe auch Bericht zu Guimarães) die Mauren und König Diniz schenkte seiner Frau Isabel 1282 einfach mal die gesamte Stadt. Óbidos blieb bis 1833 der persönliche Besitz  der jeweiligen portugiesischen Königin ( Casa das Rainhas). Inwieweit die Einwohner mit zum Besitztum gehörten, konnte ich leider nicht klären.

Die ringartige Festungsmauer ist vollkommen intakt, Óbidos hat den Status des nationalen Denkmalschutzes. Vor der Stadt gilt es ein fast unzerstörtes Aquädukt aus der Römerzeit zu bewundern, fantastisch das die damalige Zeit an Bauwerke zauberte……ich könnte jetzt den BER ins Boot holen, mache ich an dieser Stelle mal nicht ;0)!

Wir eroberten die Stadt über das Stadttor in der Mauer und waren erstmal platt. Formvollendete Azulejokunst begrüßte uns.

Zusammen mit anderen Heerscharen versuchten wir jeweils die ruhigsten Straßen des Ortes für uns zu entdecken.


Da wir auch tatsächlich Pause machen wollten und Jede/r ein stilles Örtchen brauchte, verzog es uns sehr schnell in ein kleines und leeres Restaurant. Nachdem wir den ersten Tisch besetzt hatten, war es in Null komma Nichts proppenvoll, das nennt man Werbung machen.

Das Essen war ok, die Preise hatten im Vergleich zum  Norden  bereits angezogen. Wie sehr diese anziehen können, erfuhren wir allerdings erst an der Algarve.

Nach dem Essen schlenderten wir die Hauptstraße entlang, die zugerümpelt war mit allerlei Andenken-Souvenier-Suffshops….der lokale Ginhinja soll besser sein als der weiter im Süden  bekannte Ginja ( siehe Sintra). Gott sei Dank sahen wir auf einmal einen Abzweig mit dem Hinweis Miradouro….oh ja, auf Aussicht hatten wir richtig Bock und schwupps standen wir auf der Festungsmauer und liefen ungefährt 3/4 auf dieser herum. Der Hund hatte Spass und wir unsere Ruhe und fantastische Aussichten auf diese bezaubernde Stadt. Bis auf ein paar Backpacker und Alleinreisende war Niemand mehr hier oben anzutreffen.


Mit diesem wunderbaren Erlebnis im Rücken fuhren wir weiter gen Süden und Wärme. Das  Thermometer stieg, irgendwann hatten wir 32 Grad Außentemperatur und dann kam auch das Schild ALGARVE. Unser Weg führte uns zunächst an die Sandalgarve, also ab Faro Richting Westen zur spanischen Grenze. Unser ersten Ziel sollte Tavira werden, ein bezaubernder Ort rd 45 km von der spanischen Grenze entfernt.

Wir wohnten außerhalb von Tavira auf einer Quinta mit einem Pool, neue Zimmer und Frühstûck inkl.  Dazu eine eigene Terasse und Blick in den Olivenhain.

Emily sprang das erste Mal komplett und ohne Aufforderung und OHNE Schwimmweste alleine ins tiefe Wasser,  wir  haben wirklich ne Wasserratte. Die Anlage ist ein Traum, schön das wir hier drei Nächte haben.

Wir fuhren gegen 19:00 Uhr nach Tavira und genossen noch das letztes Tageslicht um uns ein Bild von der hübschen Stadt  zu machen. Tavira war einst die Hauptstadt der Algarve und diente drei portugiesischen Königen als Residenz. Aber auch hier ging der Glanz mit dem Erdbeben und dem Tsunami von 1755 unter. Tavira war Hochburg des Thunfischfangs und im Ortskern selbst, kann man noch viele Patrizierpaläste aus diesen Hochzeiten bewundern. Viele jüdische Siedler machten  Tavira zu ihrer Heimat, wurden allerdings vertrieben. Ebenfalls die Mauren waren aktiv, auf den alten Moscheen wurden Kirchen errichtet, so dass bis auf Ortname  und sicherlich die Azulejokunst das einzige Merkmal der Marrokaner im heutigen Portugal noch sind. Vor Tavira liegt die Ria Famosa, ein Naturschutzgebiet, 60qkm und Lebensraum vieler Tierarten vorallem Schalentiere und Fische als auch Vögel. In der Ria liegen auch die Strände von Tavira nämliche die Ilha de Tavira  und Cabanos de Tavira.  An unserem ersten Abend machten wir einen kurzen Abstecher zur Kirche Santa Maria do Castelo die ebenfalls auf den Resten einer Moschee errichtet worden ist. Wir bewunderten ebenfalls die Matkthalle und die römische Brücke und schon war es zappenduster.

Tavira ist nicht überrestauriert, noch gibt es grässliche Hotelbunker in der Innenstadt. Es sind viele Häuser verfallen und was uns besonders gut gefallen hat, Tavira gehört noch den Einwohnern. Nicht jeder Laden ist vollgestopft mit Souvenierkrimskram oder dröhnt Musik aus den Läden ( Aveiro oder Óbidos sind da viel schlimmere Beispiele) . Die Restaurantszene ist sehr gut, viele Gastwirte stellen einfach ein paar Tische in die engen Straßen. Alles in Allem wirkt der Ort gemütlich und einladend, vor Allem weil die Hotels außerhalb der Stadt liegen. An diesem ersten Abend gab es Pulposalat und Muscheln, sowie Bacalhau für Mathias. Die Preise liegen fast doppelt so hoch wie im restlichen Portugal, meine Muscheln kamen in Porto 6€, hier wurden 13€ aufgerufen…..das zwingt uns zum Umdenken.  Schuld werden wohl die Touris und die Nähe zu Spanien sein, insgesamt ist ja Portugal ein sehr günstiges Reiseziel.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf nach Cabanas de Tavira, quasi die Hütten von Tavira. Cabanas liegt in Richtung Spanien, 10 km von Tavira entfernt und ist ein Ort des Massentourismus.Leider endete unser Ausflug wie wir es schon bereits vermutet hatten, Emily darf nicht in die Ria Formosa, die  vorgelagerten Strände sind also tabu für uns. Somit brauchen wir es morgen auf der Ilha Tavira erst gar nicht versuchen….der Bootsmensch war uns aber wohlgesonnen und gab uns den heißen Tip mit Manta Rota und Cacela Velha.  Dort sind kilometerlange Strände und Hunde auch erlaubt. Da wir eh am Nachmittag nach Cacela Velha wollten, kam uns der Tip sehr gelegen. Manta Rota ist ebenfalls ein Ferienort mit vielen Apartmenthäusern und einiger Infrastruktur. Das Wichtigste aber…….wir waren endlich an der Sandalgarve.

Hoer noch der Blick von Cabanas auf die Ria Formosa

Und hier ein paar Impressionen vom Traumstrand, Emily lief dort ohne Leine umher, wühlte sich bis USA und schluckte immens viel Salzwasser in den Wellen- da blieb mir manches Mal das Herz stehen.so sieht man aus, wenn der Sand in den Augen beisst!

Nach drei Stunden hatte der Hund und unsere Haut genug von der Sonne und wir fuhren, wie angekündigt, nach Castelo Velha. Ein Ort der in jedem Reiseführer drin steht, obwohl nur 50 Menschen dauerhaft dort wohnen. Castelo ist ein portugiesisches Musterdorf, welches oft zu Werbezwecken und Filme herhalten muss.Es liegt am Ende der Ria Formosa und bietet tolle Blicke aufs Meer, eine verfallene Festung und viel, viel Atmosphäre.

Abends erkundeten wir wieder Tavira und verliebten uns immer mehr in dieses schöne Städtchen. Angesichts der lauen Sommertemperaturen am Abend ist es höchstwarscheinlich, dass wir nochmal zurückkommen werden. Flugziele im Oktober sind eben in Europa doch recht rar gesät.

Anbei ein paar Eindrücke aus Tavira:

Wir wurden auch an diesem Abend  mit lecker Fisch 🐟 verwöhnt und erstaunlicher Weise kam dieser auch nur 10€.

Unser letzter Tag in Tavira begann mit ein wenig Sightseeing wurde so gar nicht unser Tag, aber auch mit  solchen Tagen muss man leben….

Wir wollten nach Olhão und uns dort die  Altstadt und den Fischmarkt ansehen. Das Städtchen ist für seine maurische Architektur berühmt, die Häuser sind kubisch gebaut und haben wohl noch so allerlei marokkanischen Schnickschnack, den wir aber später vergebens suchten.  Außerdem ist der Fischmarkt sehenswert, die Stadt lebt bis heute noch vom Fischmarkt und der Sardinenproduktion.

Schon beim Frühstück bekam ich schlechte Laune, als ich sah, dass ein Hundehaufen sich auf dem schönen Rasen vor dem Pool seinen Gährungsplatz gesucht hatte. Wir haben seit gestern weitaus mehr Viecher auf dem Gelände und ich habe keine Lust evtl. für „Vergehen“ anderer Hunde angezählt zu werden. Es ist so schon schwer genug Hotels zu finden, in dem Hundis erlaubt sind, da sollte doch jeder Besitzer ein Interesse daran haben, dass die wenigen Hotels  auch weiterhin Spass an den Vierbeinern haben.

Auf unserem Weg nach Olhão kam uns eine kleine Katze von rechts, Mathias versuchte dem Tiger auszuweichen, es krachte dennoch ziemlich gewaltig, wir hatten sie erwischt. Mit Blick in den Rückspiegel lag das Tierchen, wir konnten nicht anhalten., der Verkehr war zu stark, die Stimmung war dahin. Auf dem Rückweg suchten wir den Kadaver, konnten diesen aber nicht entdecken. Es war ein junges Kätzchen gewesen, ich hoffe heute  Abend wartet Niemand verzweifelt auf die Heimkehr des kleinen Stubentigers !!!

In  Olhão schlenderten wir zunächt über den Fischmarkt und versuchten wieder gute Laune zu bekommen. Dieser war schon recht beeindruckend, wir sahen Fischsorten die man nicht an jeder Ecke sieht. 

Nach dem Besuch schlenderten wir ziemlich lustlos durch den Ort und suchten die maurische Architektur. Überzeugt Euch selbst, ist das nun maurisch, portugiesisch, andalusisch oder einfach ein Mix wie überall an der Algarve? Ich habe schon nen bissel Essaouira wiedererkannt….aber die Stadt war schließlich portugiesisch und hieß Mogador 😂.

Im Anschluß an unseren Bummel wollten wir in der Nähe der Fischhalle lecker Muscheln essen und scheiterten kläglich. Die Dame im Restaurant beteuerte, dass die keine Muscheln und Scampis hätte- hinter ihr war die Fischhalle!  Wer mit uns keine Geschäfte machen will, benötigt unser Geld nicht.

Ich will noch auf die Streetart in Olhão hinweisen, viele Ruinen und alte Häuser werden verschönert, es gibt einige beeindruckende Werke.

Unseren Nachmittag verbrachten wir wieder in Manta Rota. Es waren wiederum Hunde am Strand die herumtollten. Emily budelte eifrig Löcher und besuchte den einen oder anderen Gast und suchte neue Freunde. Es musste natürlich passieren, was passieren musste. Eine verzickte Deutsche brüllte unseren Hund an und wünschte Emily den Tod…O-Ton “ Dich müsste man totmachen!“ Oha…eine der ganz netten Zeitgenossinnen. Nachdem Sie bemerkt hatte, dass ich sie sehr wohl verstanden hatte, verzog sie sich mit ihrer Hipsterfresse…..mein Vorschlag war, sie sollte besser nicht in der Nebensaison nach Portugal, da durchaus Hunde am Strand erlaubt sind. Bezeichnend dass die einzige negative Äußerung zu unserem Hund von einer Deutschen kam, wir sind wirklich ein mehr als merkwürdiges Volk.

Wir waren auf jeden Fall angefressen und es  kam noch besser. Gegen 18:00 fing Mathias an, mal dem Paket mit Emilys Transportschlösschen hinterher zu fahnden. Lieferung sollte heute im Hotel in Lagos sein. Amazon erklärte uns, dass bereits gestern ein Versuch der Zustellung gewesen wäre…aha….warum konnte nicht zugestellt werden? Unser Mensch an der Rezeption gab sich alle Mühe und rief in Lagos an. Die taten ziemlich dumm, sagten uns aber, dass heute keine Lieferung gekommen wäre. Warum allerdings gestern Keiner das Paket entgegengenommen hat, wußte die Angerufene leider auch nicht. Unser Rezeptioni machte den Vorschlag, dass wir das  Paket doch einfach selbst in Faro abholen könnten. Leider konnte er Niemanden bei Seur alias DPD erreichen um einen weiteren Zustellungsversuch zu verhindern.

Wir  fuhren  um zehn vor sieben nach  Tavira. Unsere Reservierung war um sieben…..es war eine Punktlandung, wenigstens diese hatte funktioniert. Das Essen war super, es gab Oktopus, Muscheln und Dorade…..alles das was uns die Tante in Olhão nicht kredenzen wollte.

Unseren Abend im Hotel verbrachten wir mit Emilys Transportbox und der weiteren Planung. Das Ganze natürlich auf portugiesisch.Seur hatte bereits  mehrfach geschrieben, die Adresse wäre falsch, der Name sowieso und erreicht hätten sie auch Niemanden. Also eine talentfreie Angelegenheit zwischen unserem Hotel in Lagos und Seur….Adresse, Name etc. stimmten überein. Wir entschieden dann, dass Paket selbst abzuholen, nun muss es nur noch im Hauptlager wieder ankommen und das bis Mittwoch.

Es gibt einfach Tage die man besser vergessen sollte! Ich hoffe das Kätzchen ist im Katzenhimmel, umringt von zweiundsiebzig Mäusen und Katzengras ohne Ende.

Morgen fahren wir an die Felsenalgarve….wir sind gespannt. Drûckt die Daumen, dass wir an Emilys Kennel kommen.

 

 

 

 

Portugal 2017, V: Braga und Guimarães

Unseren zweiten Tag in Porto nutzen wir für einen Tagesausflug in die nähere Umgebung. Näher bedeutet in diesem Fall 47 km bis Braga, von dort rd. 14 km nach Guimarães und dann wieder zurück nach Porto. Zwei meiner drei Reiseführer schreiben, dass man beide Städte  besser nicht an einem Tag besuchen sollte, die Zeit würde nicht reichen. Keine Frage, wir versuchten des dennoch, wir hatten schließlich nur diesen einen Tag.

Frühstück gab es bereits um acht Uhr und schwupps standen wir im Berufsverkehr von Porto, der uns bestimmt 20 Minuten kostete. Unser erstes Ziel war die Wallfahrtskirche Bom Jesus, fünf Kilometer außerhalb von Braga. Diese Kirche wurde zum UNESCO Weltkulturerbe gekürt und ist wirklich sehenswert,  fanden übrigens auch die vier Reisebusse, die mit uns die Treppe zum Gotteshaus erklommen.

Das Licht war leider nicht dolle, das Gesamtkunstwerk lag im Gegenlicht. Ich bitte die Bilderqualität zu entschuldigen,  ich hoffe meine Spiegelreflex konnte mehr als die hier gezeigten Canon Fotos.

Wie dem auch sei, die Kirche wurde 1722 vom damaligen Erzbischof  von Braga gebaut und gilt als prächtigste Wallfahrtskirche des Landes. Der komplette Name ist Bom Jesus de Monte.

Manche Pilger erklimmen die Stufen auf den Knien, ein Erlebnis welches wir gerne ausließen. Im Inneren der Kirche fand gerade eine Messe statt, somit kamen wir nicht mal in den Genuss den Altar in seiner Pracht zu bewundern. Was uns wirklich gut gefallen hat, war der kulissenhafte Aufbau in 3D…..das war doch mal was komplett Anderes. 

Nachdem wir auch die schöne Aussicht auf Braga genossen hatten, machten wir uns auf  zu einem kurzen Stop in genau diese süße Stadt.

Braga wird auch als das Roms Portugal bezeichnet. Hier liegt das katholische Herz des Landes, die Reconquista hatten die Stadt als religiöse Hauptstadt Portugals erkoren. 

In Braga kann auch die älteste Kathedrale, die Sé , bewundert werden, die bereits seit dem 11.Jh erweitert und ergänzt wurde. Von der frühchristlichen Kirche, die noch vor der Zeit der Kathedrale dort stand, will ich gar nicht sprechen. Die Kathedrale ist ein Stilmix und vermutlich deshalb ziemlich  beeindruckend, wobei ich gerade kirchenmüde werde und genau weiß, dass ich mir in den nächsten zehn Tagen die Kirchen mehr von außen betrachten werde.

Nachdem wir einen  Snack im ehrwürdigen Café Brasileiro eingenommen und die Bragaer High Society beim Austausch von Klatsch und Tratsch bewundert hatten, machten wir uns wieder auf den Weg zu Poloinho, Guimaräes wartete mit seinen Sehenswürdigkeiten auf uns.

Ehrwürdig wurden wir vom Porta Nova, dem neuen Stadttor aus Braga verabschiedet.

Die 14 km bis Guimarães nutzte Emily um sich von den Strapazen zu erholen, wir suchten die sinnigste Methode um in die Stadt zu kommen, die übrigens autofrei ist. Wir fanden diese in Form eines Parkplatzes am Castelo de Guimarães von 960n Chr. Uns wurden 2€ abgeschwatzt, damit konnten wir aber vor unliebsamen Überraschungen sicher sein.

Im Castelo liegt die Wiege Portugals, hier wurde die Nation geboren. 1096 mach Heinrich von Burgund die Burg zum Stammsitz seiner Grafschaft Portucale, in der 1109 sein Sohn Alfonso  Henriques geboren wurde. Dieser musste in 1128  gegen seine eigene Mutter kämpfen , die ihren Geliebten auf dem Thron von Portucale sehen wollte. Im Jahr 1139 bekämpfte Alfonso siegfreich die Mauren  und rief sich als  erster König des neuen Königreichs Portugal aus. Guimarães wurde erste Hautpstadt des Landes. An dieses Ereignis erinnert eine Inschrift an der Stadtmauer, die besagt hier wurde Portugal 🇵🇹 geboren!

Aber auch das Castell macht ne super Figur, auch wenn wir auf einen Besuch verzichteten.

In meinem Reiseführer war ein netter  Rundgang durch Guimaräes beschrieben, den wir in glutheißer  Mittagshitze auch in Angriff nahmen. Emily schmissen wir vorher in einen der vielen Brunnen, damit wenigstens sie ein wenig erfrischt war. 

Guimarães überraschte uns mit einer wunderschöen, in sich geschlossenen Altsadt, die seit dem 15 Jh. kaum Veränderungen über sich ergehen lassen musste. Kleine Altstadtplätze mit vielen Restaurants laden zum Verweilen ein. Das Herz der Stadt ist der Praça de Santiago mit seinen bezaubernden Gassen.Wir erkundeten auch noch den Lago da Oliveira und die Kirche Saõ Francisco aus der Ferne.

Nachdem wir auch die “ Neustadt“ und das Rathaus bewundert hatten, machten wir uns auf den Weg zurück  nach Porto. Uns war es zu warm, wir hatten aber für unsere Begriffe ein wenig Duft der beiden Städte gerochen und uns ein Bild von der weltlichen als auch reilgiösen Wiege dieses so schönen Landes gemacht. Gegen 17:00 Uhr waren wir wieder in Porto und ruhten uns zunächst mal ausgiebig aus ,ehe wir nochmals zum Essen ausschwärmten. Emily ließen wir übrigens im Hotelzimmer, daran hat sie sich gewöhnt und ist ganz lieb und ruhig.

Übrigens, so sieht momentan das Platzverhältnis bei uns im Bett aus 20-80-20!!!

 

 

 

Portugal 2017, IV: Porto

Porto hab ich mir zurückgeholt! Nachdem ich im Herbst 2015 nicht mit meiner Truppe “ Metropole im Herbst“ mitfliegen konnte, weil mich die Grippe erwischt hatte, habe ich es nun endlich geschafft. PORTO, was für eine Stadt.

Wir wohnten zwar gut zwei Kilometer von der Altstadt entfernt, hatten dort aber den Vorteil, dass es viele nichttouristische Restaurants gab, und unser Hotel sicherlich preiswerter war als in der Altstadt. Wir hatten das Haus aufgrund des Gartens für Emily ausgesucht, leider wohnte nebenan ein beißwütiger Fiffi, mit dem nicht gut Kirschen essen war. Er unterlag nicht Emilys Charme und die Kleene stolzierte ab dem Moment immer nur angstvoll zwischen unseren Beinen ins Haus. Da die Promenandenmischung wußte, wie man über die Mauer kommt, blieb der Garten für unsere Reisebegleitung tabu.

Die Gegend war außerdem arm, richtig arm…zum Teil waren die Häuser zwar restauriert, wir schauten dennoch auf viele Ruinen und wurden wieder daran erinnert, das Porto das ehemalige Armenhaus Portugals gewesen ist.

Unser Hotel, ein restaurierter kleiner Palazzo strömte Vintage aus, das Linoleum aus den 50ern, das viele Gold und die schweren Möbel begeisterten ab der ersten Minute. Da spielte es kaum eine Rolle, dass auch hier das Bett nur 1,20m hatte.

Am ersten Abend fanden wir einen kleinen Portugiesen, der authentische Küche zu sehr angemessenen Preisen anbot. Wir kehrten in den Vier Tagen immer wieder dort ein, sofern es nicht ein Sonntag war.

Porto, 01.10.2017, Tag 1: Unser erster Tag in Porto bestand nen Stück weit aus Power Sightseeing. Wir liefen zunächst zum Rathaus, bewunderten  die Avenida do Aliados, Portos Prachtstraße mit Jugendstilhäuser und alle super restauriert. Das Wetter spielte fabelhaft mit, spätsommerlich verwöhnte uns Klärchen mit Sonne und Wärme.

Danach verschlug es uns zum Bahnhof São Bento,ein Meisterwerk der Azulejo Kunst. Er wurde 1916 eröffnet, vorher stand hier ein Kloster.

Wir liefen zur Iglesia dos Clérigos, erklommem allerdings nicht den 70 m hohen Turm sondern bewunderten die Kirche nur im Inneren.

Anschließend gab es den ersten Bacalhau in Form einer Fischkrokette mit Käse gefüllt und den ersten weißen Port, sehr lecker. Auch die Form des Servierens gefiel uns außergewöhnlich gut, wann bekommt man schließlich sein Essen auf einer Malerpalette?

Im Anschluß versuchten wir in die berühmte Livaria Lello ( Bücherei mit imposanter Freitreppe)  zu gelangen. Die Schlangen gingen allerdings bis 200m außerhalb der Bücherei und da wir uns ja zweimal hätten anstellen müssen ( wegen Emchen) , verzichteten wir ganz darauf. Wir schlenderten in Richtung Ribeira und bewunderten die schönen alten Häuser. 

Portugal ist berühmt für seine Korkeichen, überall kann man Taschen, Gürtel und ähnlichen SchnickSchnack kaufen. Auf dem Weg nach Ribeira kamen wir durch eine Korkeichenallee und bewunderten die bizarren Bäume.

In Ribeira tobte das Leben, es war Sonntag und nicht nur Ryanair Touris all over Europe machten die Gegend am Douro unsicher. Porto ist „in“ geworden, die malerischen Viertel und die schöne Lage am Fluss machen die Stadt unverwechselbar. Die Sicht auf das gegenüberliegende Ufer von Gaia war nen bissel flirrig, dennoch wirkte die Szenerie wie aus einer anderen Zeit. Die Rabelos ( Port Boote) die Werbung für eine der zahlreichen Kellereien machten und die niedrigen Häuser ließen die andere Seite des Douro sehr alt und authentisch wirken.

Wir beschlossen über die Ponte Dom Luis I zu marschieren um das geniale Licht auf Ribeiro auszunutzen. Die Brücke wurde von einem Schülers Gustave Eiffels gebaut ( Théofile Seyrig) und dauerte fünf Jahre, von 1881-1886.

Der Blick auf Porto war grandios, wir genossen bei einem wunderbaren Mittagessen,  in einen der Uferrestaurants ( nicht überteuert) den Blick auf Ribeira.

Am späten  Nachmittag besuchte ich die sagenhafte Igreja de São Francisco, Mathias und Emchen warteten brav davor. Die Kirche ist auch als die Goldkirche bekannt, Bilder sind leider im Inneren nicht erlaubt…..Ich kann allerdings bestätigen, dass die Ausstattung der Kirche sagenhaft ist, auch wenn ich ja bekanntermaßen keine Kirchengängerin bin.

In den Katakomben darf fotografiert werden, morbide Stimmung, die insbesondere bei vier japanischen Mädchen, die mit mir da unten waren Grusel verursachten. Die jungen Hühner kicherten sich durch die Katakomben, sie hielten sich an den Händen und ich griente mir eins.

Unser Sightseeing Tag endete gegen 18:00 Uhr mit einer total übermüdeten Emily, die 16km Fussmarsch bei 28 Grad hingen ihr  in den kurzen Beinchen. Der Heimweg war ein ewiges Geziehe und gutes Zureden. Da halfen auch die Streicheleinheiten von lieben Portugiesen, US Amerikaner oder Briten wenig….sie war einfach im A…….

Die zweite Ernüchterung folgte, als sich der kleine Hunger einstellte….auf einem Sonntag um 20:00 Uhr hat die Gastronomieszenerie außerhalb der Touriecken Totentanz. Der gute katholische Gastronom fröhnt den heiligen Sonntag. Wir latschten nochmals zwei Kilometer in unserem Dunstkreis ( ohne Emily, sie schlummerte mit neuem Kuschelviech auf unserem Bett) und fanden uns schlußendlich in der Eisdiele gegenüber unseres Hotels wieder. Neben Eis gabs auch Salate, wir waren gerettet.

Porto 2 Tag, ich verweise auf den Bericht zu Braga und Guimarães:

Portugal 2017, V: Braga und Guimarães

Porto 3. Tag: Wir ließen es ruhig angehen, geschlafen bis 08:15 Uhr und ein gemütliches Frühstück im goldenen Salon eingenommen. Der Tag stand heute unter kulinarische Erlebnisse. Wir erwanderten uns den einen oder anderen schönen Laden und genossen die reginalen Köstlichkeiten.

Zunächst liefen wir Richtung Ribeira und standen ungeplant vor der Kathedrale von Porto die im 12 Jh gebaut wurde und Ausgangspunkt für den Camião de Santiago ist. Wir sahen viele Pilger in Wanderkluft die sich auf den Weg nach Santiago de Compostela machen. 

Die Kirche hat mir im Inneren nicht  gefallen, deshalb auch keine Fotos. Wir liefen im Anschluß nochmal zur Ponte Dom Luis I und erwanderten diese auf der S-Bahn Spur, also ganz oben. Die Sicht  war nochmal besser als eine Etage weiter unten, leider war es heute insgesamt etwas neblig.

Von der Brücke sieht man auch ein wenig mehr von den Ecken, die nicht so restauriert und schick wirken wie Ribeira. In den Häusern möchte man über den kalten und klammen Winter nicht mal nachdenken.

Später saßen wir relaxt in Ribeira am Hafen und überlegten uns das restliche Programm. Auf die Bootsfahrt auf dem Douro verzichteten wir, 25€ für nen Stunde war uns zu happig. Wir entschlossen uns zum Mercado do Bolhao zu schlendern, in dem Viertel ein wenig zu schaufensterln und den einen oder anderen Port sowie Käse zu kosten. Wir fanden süße Geschäfte die ebenfalls an eine andere Zeit erinnerten und entspannten tatsächlich bei dem einen oder anderen Gläschen.

Anbei ein paar Impressionen unserer schönsten Geschäftsausbeute…..der Schinken aus dem Wurst-,u. Käseladen ist ebenfalls ein echter Leckerbissen.

Essen und trinken macht müde, Emily schlich sowieso schon hinter den Zweibeinern hinterher. Wir schlürften zurück zum Hotel und legten uns erstmal ne Runde zur Siesta, ja wirklich!

Gegen15:30 Uhr machten die Zweibeiner sich auf den Weg zu Taylor’s und schauten sich den Portweinkeller inkl. Verkostung an…..wie gesagt, dieser Tag war kulinarisch.

Wir waren hochbegeistert von der Führung die irre informativ war. Taylor’s gehört nicht zu den Billigports, die günstigste Flasche kommt 9€ und geht hoch bis 300€. Die Weinkellerei und die dazugehörigen Quintas gibt es seit 1692, der Betrieb hat wahrlich viele Höhen und Tiefen erlebt.

Nach der Führung verkosteten wir  zwei verschiedene Sorten, die allerdings so sehr in den Kopf gingen, dass wir schnell Brot  und Knabberzeug zufüttern mussten, wir wären sonst nicht mehr von Vila Nova do Gaia nach Porto zurückgekommem.

Auch an unserem letzten Tag in Porto gingen wir in das kleine gemütliche Familienrestaurant mit nachbarschaftlichem Anschluss. Mit Muscheln und Fisch ließen wir die Tage im Norden von Portugal ausklingen. Wir freuen uns mittlerweile sehr auf die Algarve.

 

 

 

Portugal 2017, III: Sitio & Aveiro

Portugiesen sind Spätaufsteher, es war uns nicht möglich um 8:30 Uhr nen Frühstück zu kaschen, geschweige denn wenigstens nen Käffchen zu bekommen.  Demzufolge packten wir Poloinho und fuhren zunächst nach Sitio, dem Urnest vor Nazaré. Unsere Entscheidung am gestrigen Tag den Leuchtturm auszulassen, war goldrichtig gewesen. Zumindest schien heute die Sonne und der Nebel hatte sich so gut wie in Luft aufgelöst. Begrüßt wurden wir von folgendem Schild.

Die Wellen waren hoch aber noch weit weg von spektakulär. Wir kn iffen uns den Leuchtturm und erkundeten den Ort.

Die Geschichte mit dem Fischerjungen und der Jungfrau hatte ich ja schon in meinem Bericht zu Nazaré beschrieben, an der Stelle wo er angeblich von Maria gewarnt wurde, steht heute ein kleines Kirchlein mit schönen Azulejo Kacheln und von dort hat man einen grandiosen Ausblick auf Nazaré.

Das Kirchlein Ermida de Memoria, man beachte die schönen Fliesen 

Sitio hat auch noch einen schönen Palast, der überproportional zum Rest des Ortes ausfällt. Eine Geschichte zum Palast hat mir keiner der drei Reiseführer ausgespuckt, ich fahnde weiter..

Unser Frühstück in Sitio war karg, ein überzuckerter Cappuchino  ein halbes Croissant und eine überforderte Kellnerin. Wir fuhren gen Aveiro und hielten unterwegs an einem Supermarkt an um danach Chips und Coke Zero zu futtern….oh was für eine Ernährungslage!!!!

Gegen Mittag kamen wir im Venedig Portugals an, 60km vor Porto liegt Aveiro. Die Studentenstadt, mit rd. 50.000 Einwohner, lebte im 16 Jh. vom Fischfang und der Salzgewinnung, bis durch einen Sturm der Zugang zum Meer versandete und die Stadt in die Bedeutungslosigkeit verfiel.  Es blieben noch 3-4 Kanäle und einige sehr schöne Häuser zurück, die an den ehemaligen Glanz erinnern. Die Stadt hat sich berappelt, die Universität genießt einen guten Ruf, von Venedig ist Aveiro aber weit entfernt.

Neben den Kanälen hat die Stadt noch eine kleine Besonderheit zu bieten, Ovos Moles de Aveiro….ein Süßigkeit die Nonnen entwickelt haben. Hierbei handelt es sich um Eigelb mit Zucker und einer Ummantelung. Interessant aber dennoch gewöhnungsbedürftig. Übrigens, mit dem Eiweiß haben die Gottesdienerinnen ihre Häubchen gestärkt.

Natürlich wollten wir auch aufs Wasser und machten nach unserem Mittagessen ( Salat) eine kurze Bootstour mit. 

Aveiro hat auch einen vorgelagerten Strand, der ziemlich beeindruckend ist. Der Ort bezaubert mit nordischer Atmosphäre und gilt als schönstes Dorf der Region.

Wahrzeichen sind die buntgestreiften Häuser an der Lagunen-promenade. Man meint man ist in Dänemark.

Der Strand ist weit, goldgelb und hat die Wellen, die wir in Nazaré vermisst haben.

Nach weiteren 60 km erreichten wir Porto und suchten uns unseren Weg zum Hotel. Ein zauberhaft altes Haus erwartete uns für die nächsten vier Nächte.

 

 

Portugal 2017, II: Peniche & Nazaré

Nach zwei traumhaften Tagen in Sintra ging es heute an den rauhen und wilden Atlantik. Wir hatten ja bereits in Azenhas do Mar und am Cabo da Roca einen Vorgeschmack von den Wellen, dem Nebel und den Wolken bekommen und wir waren gespannt.

Um 9:00 frühstückten wir noch ganz relaxt, beluden das Auto und fuhren über die Autobahn nach Peniche. Peniche ist mir ins Auge gefallen, weil ich ein Bildchen im großen und weiten www aufgegabelt hatte und das Ganze unbedingt in Natura sehen wollte.

Das Wetter war im Inalnd relativ perfekt, an der Küste feuchtschwül und nebelig. In Peniche sah man auf dem Weg zum Kap quasi nix mehr und überhaupt, mein Wunsch auf Realisierung der www Inspiration ließ zu wünschen übrig.

Wir wollten das hier ( Quelle, The Travel Tourist) 

Doch statt einer malerischen Festung & blaugrünem Wasser irrten wir ein wenig durch den Ort und machten nachfolgende Entdeckungen:

Wir fuhren, immer auf der Suche nach flaschengrün und himmelblau inkl.  viel rostrot und Brücke  einmal durch den Ort, der mit seinen 15.000 Einwohnern von der Fischerei und  den Surfern lebt. Peniche bezeichnet sich als die Surferstadt der Welt. Jedes Jahr werden Surf Pro Weltcups im Herbst veranstaltet, wir hatten allerdings das Gefühl, dass sich die Surfer für diese Saison schon verabschiedet hatten und auch meine Vision war nicht aufzutreiben. Wir bewunderten stattdessen die Festungsmauer und das verlassene Gefängnis und grübelten über das „wo “ von himmelblau und flaschengrün.

Kirche St. Pedro

Wir schauten uns nochmals maps2go an und fanden eine kleine Halbinsel, die von der Halbinsel Peniche, wegführte.  Eventuell war das unser  Ziel?  Wir irrten wieder durch den Nebel auf der anderen Seite der Stadt und schlitterten an der Steilküste und den Klippen entlang.

Unsere Fundstelle  war wiederum recht nett, doch hatte es  mit meinem eigentlichen Sightseeing Highlight wenig zu tun.

Wir entschlossen uns zur Aufgabe, unser eigentliches Ziel am heutigen Tag war schließlich Nazaré und wir hatten schon deutlich zu viel Zeit in Peniche verbracht.  Als ich nochmals in den Reiseführer schaute und mir den Ausflugstip vom ADAC näher betrachtete, erkannte ich wo mein Fehler lag. Um das hübsche Castelo auf dem Meer bewundern zu können, muss  man einen Ausflug zu den Berlenga Inseln unternehmen. Diese sind, bis auf die Sommermonate, unbewohnt und vermutlich wären bei dem Wetter eh keine Boote hinausgefahren.

In Nazaré erwartete uns das gleiche Wetter wie in Peniche. Die Stadt war sonnig, am Strand zog es sich zu. Der Leuchtturm war zeitweilig nicht zu sehen. In Nazaré kommen Surfer aus aller Welt um die höchsten Wellen Europas oder wie sich Nazaré rühmt „biggest waves in the world“ zu surfen-zumindest in den Wintermonaten. Es sind bereits Wellen von über 30 m gemessen worden, die höchste gesurfte Welle lag bei 22m, der Weltrekrod wird von einem Amerikaner gehalten. Auch wenn die Wellen beeindruckend für uns Flachlandtiroler waren, von riesigen Höhen waren wir weit enternt.

Wir tranken zunächst ein Bierchen und checkten gegen 15:00 Uhr in unser Apartment ein.

Am Strand war es wenig sommerlich, dennoch ließen es sich Mathias und Emily nicht nehmen, in die Fluten zu springen. Ich beobachtete die Surfer und den Leuchtturm…von dort hat man die  beste Sicht auf die hohen Wellen, sofern welche da sind.

Von Nazaré hatte ich bereits gruselige Geschichten gelesen, Massentourismus  und viele, viele Hotels….gut das wir es nicht schlimm fanden. Der Strand ist lang und breit, die Häuser nicht mehr als vierstöckig. Wer sucht, der findet auch noch den alten Stadtkern aus dem 18 Jh, den wir für uns entdeckten. Der Ursprung von Nazaré geht auf das Dorf Sitio, oberhalb der Klippen zurück.  Die Bebauung am Strand war, wegen der hohen Wellen ( kurz vor dem Ufer ist der “ Graben von Nazaré“ ) und der Piraten verpönt. Die Legende sagt, dass ein Fischerjunge von der Jungfrau Maria vor einem Klippenabsturz bewahrt wurde, seitdem ist Sitio/ Nazaré ein Wallfahrtsort.

Alles in Allem gefiel uns der Ort für eine Nacht recht gut, wir gingen in einer urigen portugiesischen Kneipe Cockels/Herzmuscheln essen, Portion 5,95€ mit Draft Bier, 1,00€ das Glas……ich muss sagen, es war das beste Essen bislang im Land

Da es sich komplett einzog, verzichteten wir auf Sonnenuntergang ( welche Sonne?) und Wellen ( welche Wellen ?) am Leuchtturm und kümmerten uns ums Emilys neue Transportbox.  Diese wird nun formidabel direkt nach Lagos geliefert, unser Hotel weiß schon bescheid und die kleine weiße Señorina reist Buisness nach Hause.

Wir verschoben den Besuch des Leuchtturms auf den nächsten Morgen, vor unserer Weiterfahrt nach Aveiro.

Wenn man Glück hat, sieht das Ganze dann so aus ( Quelle: Red Bull Filmers at Large Nazaré 2015)

Unseren Abend verbrachten wir in einem kleinen Familienrestaurant, Mama kochte-Tochter servierte. Es gab Tintenfisch und Sardinen, ich leite hiermit offiziell meine Fleischpause ein!

Portugal 2017, I: Sintra

Wer mit Hunden reist, weiß das es aufregend sein kann. Flugreisen sind nochmals eine ganz andere Hausnummer. Wir haben uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht, ist es überhaupt ok, mit einem Hund zu fliegen? Wir wollten es wenigstens einmal ausprobiert haben und schweren Herzens buchten wir Tickets mit der TAP nach Portugal. Ihr Kennel wurde vermessen, mit der Airline das Procedere abgesprochen und so richtig wohl haben wir uns in den darauffolgenden Monaten nicht gefühlt. Das Reiseziel war ok aber die Tatsache, dass sich Emchen im Bauch der Boeing befinden würde machte uns Kopfzerbrechen. Die TAP hat allerdings einen separaten Raum für Tiere aller Art und dieser ist beleuchtet und klimatisiert. Dennoch, die Nacht vor unserem Abflug war unruhig, sowieso viel zu kurz und unser Hund spürte unheimliches. Um 2:25 Uhr standen wir auf und waren kurz nach 4:00 in TXL. Wir wurden Buisness abgefertigt, TXL war auf Emily vorbereitet. Sie musste zeigen, dass sie sich in ihrem Kennel drehen kann und auch das meisterte die Kleene mit Bravour.  Der Hund beobachtete alles ganz genau, wir spielten mit ihr noch ein wenig und um 5:00 Uhr wurde der Kennel durchleutet und unser Tierchen wurde als Sondergepäck im Keller von TXL abgegeben. Mit wehem Herzen schaute ich der Transportbox hinterher…

Um 5:30 waren wir dann auch im Sicherheitsbereich und kurz vor boarding wurde ich ausgerufen. Unser Hund stand zitternd und bellend im Gang vor dem Flieger, nen Haufen Mitarbeiter ums Tierchen herum. Als sie uns sah, wurde das Geschrei noch lauter….

TAP erklärte uns, das der Kennel angeblich zu klein wäre, weil sie nicht aufrecht drin stehen kann. Emily kann allerdings sehr wohl in dem Kennel stehen, wir werden wohl für den Rückflug  mal neu vermessen oder shoppen gehen. Zunächst wollte die Airline sie  mit in die Kabine nehmen, das hätte ich begrüsst. Da sich unser Hund aber mal wieder von seiner kläffenden Terrierseite zeigte, wollte der Kapitän nicht, dass sie mit zu uns in die Reihe kommt. Also nahm die TAP sie doch im Emilyroom mit, ein TXL MA versprach sich persönlich um Licht und Temperatur fürs Tierchen zu kümmern. Man muss uns unsere Verzweiflung und Sorge angesehen haben.

Während des Fluges entdeckten wir einen anderen, sehr viel kleineren Westie in der Maschine, drei Reihen vor uns. Das lütte Ding war mucksmäuschenstill, kaum auszudenken wie es geworden wäre, wenn ein zweiter Wattebausch den Flieger aufgemischt hätte.

In Lissabon begann der Nervenstress von Neuem. Keine/r konnte uns so richtig Auskunft geben, wo wir unser Tierchen denn nun zurück bekommen würden. Es gab ein Hinweisschild bzgl. Sondergepäck,das letzte Band an der Gepäckausgabe. Dies war ruhend und verlassen, lediglich ein paar Buggies lagen in der Ecke. Mathias baute sich dort auf, ich holte die anderen Rucksäcke. Plötzlich erhielt ich eine Nachricht über Whats App, dass sich Mathias an Lost & Found gewandt hätte. Diese hätten ihm eine namenlose Tür zwischen Band 9&10 benannt, quasi die magische Tür! Mittlerweile war über eine Stunde nach Landung vergangen und ich ging wieder zum Sondergepäck und erfreute mich am Laufen des Bandes, einer Golfertruppe aus Schweden sowie diversen Surfboards die trostlos ihre Runden zogen….kein Kennel mit Wollknäuel dabei. Aufeinmal hörte ich ein zarten Wauwau, was erheblich schnell zu einem kräftigen Stimmchen wurde. Emily kam aus der magischen Tür heraus und bei uns purzelten zentnerweise die Steine vom Herzen.

Wieder vereint

Wir holten im Anschluß unseren Polo genannt Poloinho bei Sixt, Emily thronte auf den Rucksäcken und genoss die ersten Aufmerksamkeiten der Portugiesen. Sie schloss schnell Freundschaft, egal wo wir mit ihr waren. Auch wenn Wauzis nicht in Restaurants oder Parks dürfen ( geschweige denn an Strände), sie sind wirklich hundelieb.

Der Weg nach Sintra war dank maps2go leicht zu finden, unser Navi versagte total, es war immer noch in Berlin und wähnte uns auf der Potsdamer Straße. Unser guesthouse lag in einer Schlucht von Sintra mit einem Weg im Kamikaze Style, links drei Zentimeter,rechts drei Zentimeter Platz. Wie gut, das wir uns für ein kleines Auto entschieden hatten. Mathias war ziemlich entnervt, ich zufrieden, dass ich nicht fahren musste.

Wir konnten unsere Backpacks  abstellen, check in war erst ab 15:00 Uhr möglich. So verzog es uns in die Altstadt, wir fanden einen Parkplatz, nen ziemliches Stückchen entfernt vom Centro Historico und schlenderten los. Emily war gut drauf, sie nutzte zwar jede Gelegenheit um zu schlafen, war aber nicht launisch oder verstört.  Wir entdeckten nen kleines Café mit ein paar Tischen in der Nähe des Rathauses von Sintra und genossen einen Brunch, das Frühstück im Flieger war mager gewesen. So gab es Suppe für 1,30€ und nen Thunfischsalat für 5,20€…. Preise mit denen man leben kann.

Im Anschluss bewunderten wir das süße und verspielte Rathaus und liefen zum Nationalpalast.

Rathaus

Sintra ist ein langgezogenes Nest, immerhin hat man von der Haupstraße verschiedenste Blicke  auf den Nationalpalast. Leider wird ein wenig gebaut, so dass ein blöder Baukran die Fotos nen bissel versaute. Wir gingen nicht in den Palast sondern kauften eine Flasche Ginja und genossen den Palastplatz. Mit Emchen war eine Besichtigung nicht möglich, wir sind eh nicht so für Schlösser. Der Ginja zeigte seine Wirkung und wir fühlten uns angekommen.

Nationalpalast und Wegimpressionen:

Palast mit Vorplatz, wir im Ginjahimmel….der Hund war für die leere Flasche nicht verantwortlich.

Wir erkundeten das Schloss von außen, liefen mal hier, mal dort durch eine Tür und befanden uns aufeinmal auf dem Gelände der Sicherheitsdienste. Sieht man in Portugal allerdings gelassen, Emily wurde eh nur bestaunt. Auf dem Palastplatz kam ein Mann, der erst mit Emchen kuschelte und uns von seinem Hund Mat erzählte…er kramte in seinem Handy und zauberte eine Foto von einem entzückenden Westiewelpen hervor, Mat sieben Monate alt. Die Portugiesen stehen auf Cäsarhunde.

Blick auf Sintra mit Maurenburg vom Palastplatz und verbotene Palastimpressionen:

Wir fuhren gegen 15:30 zu unserem Sintra Center Guesthouse und waren sofort verliebt in das Anwesen. Wir hatten zwei Zimmer in einem bezaubernden alten Bauernhaus, das gesamte Anwesen ist ein Traum inkl. Pool.

Da wir vom Flug so richtig erschossen waren, verzogen wir uns für ne Stunde ins Bett. Der Hund war ebenfalls total erledigt und schlief zu unseren Füßen.

Gegen 17:30 fuhren wir Richtung Azenhas do Mar und bemerkten auf dem Weg NEBEL. Es zog eine Nebelwand vom Atlantik auf und versprach nix Gutes. In Azenhas do Mar wren wir platt. Das Dorf begeisterte und total, das Spiel auf dem Wasser und die hohen Wellen machen jetzt schon Lust auf Nazaré, wo wir ja im Anschluß an Sintra hinfahren. 

Das schmucke Örtchen begeisterte uns so dermaßen, dass wir  nicht nur nen Bier am Strand sondern auch unser Abendessen im Ort verputzten. Auch dort gewann Emily wieder eine Freundin fürs Leben. 

Es gab als Vorspeise Käse mit Bacon gegrillt  und Marmelade sowie Cracker ( saulecker) und als Hauptessen genossen wir einen Brot-Seafood Eintopf…quasi Brotpüree mit Meeresfrüchte. Es war richtig lecker und authentisch.

Um 20:30 fiel die gesamte Bande auf das 1,20 m Bett, wir waren so platt….selbst Emchen wollte nur schlafen, vor Allem bei uns, das war ihr wichtig!

Sintra, 28.09.2017: 

Unsere Nacht war nicht so toll, da der Hund unsere Nähe suchte und  eben auch noch die Besucherritze für sich beanspruchte, blieb füs die Zweibeiner nicht sehr viel Platz. Gefühlt kämpfte mein Körper die halbe Nacht um nicht aus dem Bett zu purzeln. Was solls “ allet für den Hund…“

Um neun gabs lecker Frühstück auf der Terrasse, tolles Brot, Marmelade, Wurst und Käse. Dazu Kuchen und Melone und eine zauberhafte Umgebung.

Emily musstes ich heute auf einen langweiligen Tag einstellen, sie verblieb im Guesthouse, während wir uns auf,  zur Quinta da Regaleira machten, ein Lustgarten mit Schloss.

Unser ersten Ziel am heutigen Tag war der Palast Seteais weil wir einen Parkplatz direkt davor ergattert hatten. Von dort hat man einen wunderbaren Blick bis zum Atlantik und zahlt keinen Eintritt. Das von dort auch der erste Blick auf den Pena Palast geworfen werden kann, macht das Ganze noch interessanter. Den Pena Palast in seiner Gänze  zu bewundern ist nämlich fast unmöglich. Wir sind am Zeitfaktor und der Tatsache, dass Emily auf uns wartete gescheitert.

Gespannt war ich auf den Initiationsbrunnen, begeistert waren wir nach dem Besuch der gesamten Anlage von Quinta da Regaleira. Sie ist ziemlich groß, zwei Stunden sollte man für einen Besuch mindestens einplanen. Der Garten mit Schloß ist eine Spielrei des Multimillionärs António Augusto Cavalho Monteiro. Mysteriöse Spielreien und ziemlich detailverliebt präsentiert sich das Anwesen. Das Schloß entstand Anfang des 20. JH und war Zuflucht für Mystiker, Alchemisten und Freitempler

Anbei ein paar Bildchen. Der hier gezeigte Brunnen ist jedoch noch nicht der berühmte….sondern einfach unvollendet und damit weniger überlaufen.

Hier kommt nun das berühmte Schmuckstück, meine Bilder auf der Spiegelreflex sind hoffentlich besser als die hier gezeigten Exemplare. Ist eben dunkel wie im Bärenarsch wenn man ganz unten steht.  Der Brunnen diente als Ritualbrunnen und ist 27 m tief.

und nun die Bilder von unten:

Zu guter Letzt bewunderten wir mit Horden von Chinesen, Japanern und Koreandern das pittoreske Schloss, bevor wir zum Pena Palast weiterfuhren.

Am Palacio da Pena mussten wir uns wieder die Frage stellen, ob wir nur in den Garten oder auch ins Schloss wollten. Weil wir um Emilys Wohl bemüht waren, entschieden wir uns nur für die Gärten und den Palast von außen, kostete 7,50€ und reichte uns vollkommem aus.Ums kurz zu machen, der Weg war steil und in der Mittagssonne anstrengend, den Palast in seiner Gesamtheit sahen wir nicht, weil wir uns den Weg zum Gipfelkreuz ersparten.  Im 8/9 Jh n Chr. bauten die Mauren eine Burganlage, gegenüber dieser erstreckt sich der Palast, der erst in den 40er Jahren in seiner jetzigen Form entstand. Vorher handelte es sich um eine Klosteranlage aus dem 16. Jh. Ziel des Umbaus war tatsächlich eine Utopie, eine Mischung aus Neuschwanstein und Disneyland zu schaffen. Wir haben das Innere nicht gesehen, von außen war der Palast aber bereits nett anzusehen-quietschebunt eben.

Anbei noch ein Blick vom Pena Palast auf die Burganlage der Mauren aus dem 8/9 Jh. Wir kniffen und einen Besuch dort und gingen stattdessen lecker essen.

Unseren Nachmittag verbrachfen wir am Pool und im Garten. Emily frischte ihre Schwimmkünste aus Kroatien wieder auf und hatte sichtlich Spaß. Die Anlage wurde von ihr in Besitz genommen, als abends ein kleiner französicher Dackel als Nachbar einzog, wurde sie krötig.

Gegen 17:30 Uhr machten wir uns auf den Weg  zum absolut westlichsten Punkt Europas, dem Cabo da Roca.  Der Besuch ist sehr lohnenswert, auch wenn Rummelplatzatmosphäe herrscht. Busse an  Asiaten fahren dort hin, das Selfie mit Peace Zeichen ein Muss. Zwei Mädels posten außerhalb der Absperrung , nahe am Rand der Klippen und nervten alle Anderen, die ebenfalls gerne ein Bild gehabt hätten. Da musste ich alte Spielverderberin mal zwischenhauen. Meine zarte Warnung, dass es mehrere Tausend Euro Strafe kostet, wenn man sich erwischen lässt, zeigte Wirkung. Mit mir waren etliche Touris dankbar, die Sicht aufs Meer und Klippen war wieder frei.

Uns begeisterten die tiefhängenden Wolken, es toste der Wind ums Kap und wir waren dankbar für Windjacke un Co.

Mit einem leckeren Abendessen ( Fischsuppe, Salat, portugiesischer Käse und Schinken) im Nachbarort Azeio gingen unsere Tage in und bei Sintra zu Ende.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lettland 2017: Riga & Jūrmala

Unsere diesjährige Herbstreise ging, für mich zum ersten Mal, in die baltischen Staaten. Ryanair brachte die “ Sieben auf einen Streich“ relativ unspektakulär ins sonnige und herbstliche Riga.

Wir fuhren mit Bus 22 in die Innenstadt und freuten uns über die zentrale Lage, mitten in der Altstadt.  Die Zimmer waren großzügig, der Preis angemessen.

Wir ließen uns durch die Innenstadt treiben, waren am ersten Tag noch nicht so richtig auf Sightseeing aus, nahmen aber auf dem Weg das Meiste aus der Altstadt mit. Zunächst wollten wir uns aber stärken und kehrten in einen der großen Biergärten ein, die noch Hochsaison aufgrund des super Wetters hatten.

Mein erstes “ lettisches“ Mahl war eine Fischsuppe, die wirklich sehr, sehr lecker war.

Auf dem Weg zum Rigaer Dom  bewunderten wir die Petrikirche und die vielen, pittoresken Häuschen  und Straßenzüge in der Altstadt. Wir sind keine großen Kirchgänger und nahmen nur den Dom im Inneren mit. Die Petrikirche wollte ich am letzten Tag besichtigen und den Turm erklimmen, doch leider war sie an diesem Tag geschlossen.

Der Rigaer Dom  wurde 1211 erbaut, der Domplatz ist der größte der Stadt. Das Gotteshaus wurde mehrfach umgebaut,  so kann man Spätromatik, Frügotik und Barock bewundern. Übrigens glauben über 70% der Letten an nichts, bzw. maximal an sich selbst. Der gläubige Rest ist zu über 50% tatsächlich evangelisch,  die russisch-orthodoxe Kirche spielt keine Rolle in Lettland, obwohl fast 45% der Letten russischer Abstammung sind.

Übrigens  erkennt das der gemeine Tourist auch tatsächlich auf dem zweiten Blick. Die Letten haben Ähnlichkeit mit den Skandinaviern, wir haben mehr als nur einen vollbärtigen Hipster Wikinger bewundert. Die Mädels entsprechen dem Ideal der nordischen Schönheit mit ellenlangen Beinen, blond und blauäugig. Das russische Erbe zeigt sich vor Allem auf dem Zentralmarkt, dort walten gewaltige Matruschken und wir hörten mehr spasibo als  pateikties.

Hier ein paar Dom Impressionen, die Orgel war übrigens zur damaligen Zeit die größte in Europa. Uns hat vor Allem der Kreugang gefallen, eine super Location für Hochzeitsfotos.

Über den Rathausplatz  schlenderten wir zu den „Drei Brüdern“ und genossen das Ensemble, was natürlich direkt an die Hanse erinnert, obwohl alle drei Häuschen aus unterschiedlichen Zeiten stammen.

In einem kleinen Café genossen wir lettische Süßigkeiten, handgemachte Pralinen und kosteten zum ersten Mal lokale Laima Schokolade, die zumindest ich ziemlich lecker finde. Immer noch ziemlich planlos eroberten wir uns die Stadt und waren überrascht, wie gut man alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erlaufen kann. 

Hier ein Blick aufs Rigaer Schloss, welches allerdings ziemlich schlicht und unscheinbar ist. Angefangen wurde mit dem Bau bereits 1322, es wurde mehrfach zerstört  und hat unzählige Herrscher und Kriege überlebt. Nachdem die Russen es als Pioniersschule genutzt hatten, zog 1995 wieder der lettische Staatspräsident ein.

Auf dem Livenplatz bewunderten wir die Häuser der großen und kleinen Gilde und naturlich das Mietzekatzenhaus, ein schönes Beispiel des Jugendstils in Riga.

Gegen 20:00 Uhr ( die Zeitverschiebung ließ uns spät hungrig werden) machten wir uns auf den Weg nach etwas Beißbarem. Mit siehen Leuten nocht ganz so einfach, wir fanden aber ein Plätzchen und ich genoss lettische Krautsuppe, draußen auf der Terrasse….und das am 22.9.17 im Baltikium- der Wettergott hatte uns sehr, sehr lieb.

Der vorherige Sonnenuntergang war übrigens nicht so dolle, hier ein Blick auf den Fluß Daugava. 

Den ersten Abend in Lettland 🇱🇻 ließen wir mit Bier, Wein und Gesang im Mädelszimmer ( also in unserem Dreierzimmer) ausklingen.

Riga, zweiter Tag: Am nächsten Morgen genossen wir unser Frühstücksbuffet im Hotel und machten uns gutgelaunt im Sonnenschein auf den Weg ins Jugendstilviertel.

Vorbei ging es zunächst an den Schwarzhäupterhäusern aus dem 14. JH ( leider verhüllt, Restaurierung). 

Über das Freiheitsdenkmal und der berühmten Werksuhr von Laima schlenderten wir zur orthodoxen Geburtskathedrale von Riga. Wir schenkten uns den Besuch von innen, die Bermudashorts der Herren waren nicht gerne gesehen. Das lettische Nationalmuseum

Kurze Zeit später bewunderten wir den Jugendstil von Riga. Die Stadt hatte kaum Kriegschäden, die architektonischen Schönheiten sind unzerstört. 

Neben dem Spaziergang durchs Jugenstilviertel offenbahrte uns der Merian noch einen Einblick ins Arbeiter,-u. Holzhäusermilieu von Riga. Ein zweiter Spaziergang, keineswegs mehr mondän aber dafür sehr authentisch.

Das Handwerkerdenkmal, ein beliebtes Fotomotiv von Jungvermählten

Am späten Nachmittag machten wir den Zentralmarkt unsicher, alte Zeppelinhallen, die als Markthallen dienen. Der Herbst zeigte all seine Früchte, wir waren hellauf begeistert…..schade, das wir nicht selbst kochen können. Wenn ich an den Fisch denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen.

Als Gehimtip für einen super Blick auf Riga gilt die Akademie der Wissenschaften. Ein beeindruckender Stalinbau mit Dachaussicht, ohne Glas davor. Wir aalten in der Sonne und bewunderten Riga „von oben“

Die Akademie: 

Lettische Nationalbiblithek:

Geburtskirche

Blick auf die Altstadt, Petrikirche und Dom:

Über dem Pulverturm und der alten Festigungsanlage schlenderten wir ins Restaurant Alūs Setū, gehört zur Lido Kette…lettisches Kantinenrestaurant. Essen war gut , Atmosphäre war grenzwertig.

Riga, dritter Tag- wir wollen ans Meer:  Auch am Sonntag gab Klärchen wieder alles und wir schlenderten nach dem Frühstück zum Bahnhof von Riga. Wir wollten nach Jūrmala, an die Baltische See, bei uns unter Ostsee ein Begriff. Der Zug brachte uns in rd 30 Minuten nach Majori, einem Badeort mit Promenade und viel Strand. Jūrmala ist ein zusammenfassender Begriff von fünf Ortschaften ( Dubulti, Majori, Dzintari, Lielupe und Bulduri) der Strand ist 35 km goldgelb und sehr sauber.

Wir schlürften zunächst eine Kanne Tee auf der Promenade und liefen dann durch die Stichstraßen zum Wasser. in den Stichstraßen dominieren noch die wunderschönen alten Holzhäuser aber auch hier wird gewerkelt, es entstehen neue Apartmentblocks für russische Touristen, die absolute Überhand hatten. Wir hörten mehr russisch als in den Tagen zuvor. 

Am Strand herrschte Hochbetrieb, wir sahen von Bikini bis Wintermantel alles. Es brannten 20 Grad vom  Himmel, der wiederum tiefblau ohne Wölkchen war.  wir schlenderten Richtung Dzintari, wo uns ein armenisches Mittagessen erwartete. Schlichte Grillküche, saulecker…das Beste Essen unserer vier Tage Baltikum.

Auf dem Rückweg wagten sich ein paar Mutige von uns doch  noch ins kühle Nass, herrlich für die Beine und so kalt war es dann auch noch nicht. Wir einigten uns auf rd. 15 Grad…..aufgewärmt vom Sommer.

Mit dem Zug gings zurück in die City und nachdem wir auch noch die Oper bewundert hatten, schlenderten wir durch den Stadtpark zurück in die Innenstadt.

Unser letztes Abendessen bestand aus russischen Pelmenis, sehr lecker und reichhaltig. Da die Pelmenis ausgewogen wurden, war kein Essen teurer als 2,50 €- da macht reisen noch Spaß. 

Am Abend machten wir den lettischen Balsams platt, ärgerten uns über das Wahlergebnis zur Bundestagswahl und fielen gegen 0:00 Uhr ins Bett.

Am nächsten Morgen vertrödelten wir den Vomittag und fuhren gegen 11:00 Uhr zum Flughafen. Die Ryanair hob zwar unpünktlich ab, landete aber überpünktlich in Schönefeld, besser gesagt auf der Landebahn des BER.  Ich genoss während des Flugs litauische Äpfel und die Unterhaltung mit einer russischen Litauerin, die ihre Tochter in Berlin besuchte.

Mein Fazit zum Baltikum….ich komme bestimmt nochmal wieder.

 

 

Israel und Palästina 2017, X: Netanya und ab nach Hause

Bereits morgens um 8:00 Uhr waren es 32 Grad im schönen En Gedi. Wir genossen ein super Sabbat Frühstück mit allem was das koschere Herz begeht: Ei, Joghurt, Früchte süße Backwaren, Thunfischsalat, Matjes und Bismarck Hering, Pickles in allen Varianten, salzige Backwaren und Salate, Salate, Salate…..die Israelis mögens deftig am Morgen.

Gegen 9:00 Uhr fuhren wir zum Mineral Beach, wo ich bereits 2012 planschen war. Leider schauten wir traurig auf die verschlossenen Türen…..wohl Sabbat zu.

Die Badeanlagen eingangs des toten Meeres waren uns zu derbe in Preis und Techno und somit befanden wir uns schneller als gedacht auf dem Weg nach Netanya.

Anbei ein Bildchen von unserem tiefsten Punkt am Toten Meer.

Während Autofahren innerhalb der Woche eine Zumutung ist, ist es an einem Samstag eine wahre Freude durch Israel zu cruisen. Der gläubige Jude sitzt mit Talmud und Thora @home oder haut den Schädel an die Western Wall….der säkuläre Jude verbringt sein Wochenende mit Kind udn Kegel am Strand und lässt Jachwe nen guten Mann sein. Die muslimische Bevölkerung war ebenfalls nicht zu sehen ( zumindest auf der Straße)…. bei den Temperaturen verbringt man den Ramadan tagsüber ebenfalls lieber in kühlen, dunklen Zimmern. Somit waren wir vor 12:00 Uhr in unserem Hotel, bekamen den Special Parkplatz vor dem Haus und bezogen unsere wirklich hübschen Zimmer am zentralen Strandabschnitt. Das unser Hotel der Tip aus allen Reiseführern ist, habe ich erst später gesehen….es ist wirklich empfehlenswert.

In Netanya fährt man per Fahrstuhl an den Strand, da dieser unterhalb der Stadt liegt. Es gibt eine ganz nette Promenade und insgesamt eignet sich der Ort besser für entspannte Urlaubstage, wie wir an der bemerkenswert hohen Anzahl von russischen Touristen bemerkten…..muss ein Pauschalziel sein.

Der Strand ist ein Träumchen….Puderzuckersand und flach abfallendes Meer. Natürlich am Sabbat restlos überfüllt aber das kannten wir bereits aus Tel Aviv. Wir suchten uns nen Schattenplätzchen und ließen ebenfalls den lieben Gott nen guten Mann sein.

Gegen 17:00 legten wir eine zweistündige Schlummerrunde auf dem Zimmer ein, da bereits klar war, dass Restaurants erst spät, nach Sonnenuntergang öffnen ( Sabbat endet mit Sonnenuntergang).

Mit der Wahl unseres Restaurants hatten wir später aber großes  Glück und auch der Abschlußspaziergang durchs abendliche Netanya überzeugte mich total, dass es die richtige Wahl gewesen war, nicht nochmal nach TA zurück zu kehren. Wer Lust auf entspannte Badeferien hat, sollte tatsächlich mal über Israel nachdenken….empfehlenswert.

Der letzte Morgen begann mit einem wunderbaren Frühstück, mit Allem was das koshere Herz begehrt. Wir sorgten vor, der Start unseres Flieger war erst um 17:15 angesagt.

Nach unserem ausgiebigen Frühstück liefen wir noch ein wenig durch Netanya und verabschiedeten uns endgültig von Strand und Meer. 

Als ich zum Hotel zurückkehrte, hatte sich Mathias aus unserem Zimmer augesperrt. Es war einfach losgerannt, als der Rezeptionist ihn aufforderte den Wagen umzuparken, da die Wäscherei nicht die Auffahrt nutzen konnte. Nach Umparken und nochmaligem Hin& Her wegen Schlüssel und angelassener Warnblinkanlage standen wir gegen 11:00 Uhr unter der Dusche und machten uns reisefertig.

Die Fahrt zum Flughafen war unspektakulär, kein Stau war in Sicht.Ich las aufmerksam die Instruktionen von Hertz und wir waren guter Dinge, den Wagen an der richtigen Stelle abzugeben. Rund fünf Stunden vor Abflug erspähten wir den FlughafenBen Gurion und verfuhren uns erstmal, trotz ausführlicher Beschreibung. Damit waren die ersten  dreißig Minuten vergangen. Als wir schlußendlich den Wagen abgeben konnten, fiel sofort die Beule ins Auge, die uns irgendein Idiot in TA ins Auto gefahren hatte. Es folgte ein wenig Diskussion aber aufgrund unserer Vollkasko ohne Selbstbeteiligung konnten wir recht cool bleiben.

Wir liefen ins Terminal, der Reisetaschentrolley meiner Mama gab den Geist auf, das Gestänge brach und die Tasche konnte nur noch über den Boden geschlörrt werden…..was auf Dauer sehr anstrengend war. Wir gingen immer in Richtung „All Departures “ und schauten traurig aus der Wäsche, als uns suggeriert wurde, dass die UP von TERMINAL 1 fliegt. Also schleppten wir unseren Kram zum Shuttle und verteidigten hartnäckig unseren Platz im Bus der wiederum Verspätung hatte und so proppenvoll wurde, dass Atmen schwerfiel. Der gutgelaunte Busfahrer sprach nur hebräisch und so mutmaßten wir lediglich , wann wir am Terminal 1erreicht haben. Zwischendurch wähnten wir uns sogar auf der Straße nach Tel Aviv, vom Flughafen war nichts mehr zu sehen.

Zu guter Letzt stoppte der Bus an einem kleinen Terminal, der sich ziemlich popelig zum Rest des Flughafens ausmachte. Auf den Schildern stand irgendwas auf hebräisch, ich konnte lediglich 19.6.2017, Terminal 1 lesen und mutmaßte, das der Terminal niegelnagelneu ist und die offizielle Eröffnung am 19.0617 sogar erst stattfinden wird. Wir wurden unproblematisch eingecheckt, lediglich das zugebuchte Gepäck machte Probleme, weil UP es nicht im System hatte. Wir hatten aber die notwendigen Papiere dabei und konnten nachweisen, dass alles seine Richtigkeit hatte.

Wir wurden biometrisch vermessen, unser Gepack mussten wir dieses Mal nicht auspacken. 2012 war jeder meiner Dreckschlüppis in den Händen der Flughafenangestellten gewesen ! Zu guter Letzt fanden wir uns an einem Minigate ein, ohne Restaurant, ohne WC , ohne Leben…..dafür wartete ein Shuttle auf uns, der uns wieder zurück zum Terminal 3 brachte. …..wir waren mittelschwer sprachlos!

Es waren noch zwei Stunden bis Abflug, wir hatten fast drei Stunden nur mit der Infrastruktur am Flughafen zu tun gehabt! Unseren Busfrust bekämpften wir mit einem letzten Mittagessen und gönnten uns ein richtig feudales Mal mit den letzten 400 Shekel und 1$😜.

Wir solltem am Ende von D3 abfliegen, dachten wir……..bis wir wieder einen Shuttle erblickten und nun haltet Euch fest. Dieser Shuttle fuhr uns wieder zurück zum menschenleeren Terminal 1!!!!! Langsam aber sicher waren wir abgenervt, so können fünf Stunden auf einem Flughafen vergehen!

Wir hatten einen schönen Start über Tel Aviv, Israel verabschiedete uns  mit einem klaren Blick übers Land.

Unser Flug war unspektakulär, wir hatten eine super Flugbegleitung in unserer Reihe, die uns über ihren Isrel Aufenthalt aber auch aus ihrer beruflichen Laufbahn erzählen konnte. Soziologin  mit BAMF Erfahrung, mir schlackerten die Ohren als ich den Untaten von Weise und Korth lauschen durfte.

Emily begrüßte uns verhalten, sie war ganz schön maulig auf uns Zwei. Mama und Klaus wurden weitaus herzlicher von ihr empfangen, ich durfte die Maus kaum anfassen…beleidigt die kleine Rübe❤️❤️❤️❤️. Von Mama Mo hatten wir das Feedback, das unser Wauzi zwei Tage nur gebellt hatte und Alexandra erzählte vom Abholtag und das Emily auch bei ihr ein wenig Einwöhnungsprobleme hatte. Alles in Allem bleibt die Hunde Pension nur in absoluten Notfällen eine  Option.