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Iran 2019, XIII: Teheranتهران

Wir cancelten Qom! Freitags und dann auch noch pünktlich zum Mittagsgebet in den zweitheiligsten Schrein des Irans zu wollen, war bereits bei der Planung eine saublöde Idee gewesen! Angesichts der Erfahrungen mit Menschenmassen, Stau und der Tatsache, dass alleine die Fahrt vom Flughafen ( wo Farsiwahn seinen Stall bei Europcar hat) in die Innenstadt zw 2-4 Std. liegt, ließ uns den Plan verwerfen. Hinzu kam die absolute Schrein-Moscheemüdigkeit und die Aussicht bei über 30 Grad nun auch noch nen Tschador überwerfen zu müssen, machte die Entscheidung sehr leicht. Wie heißt es so schön „nach der Reise ist vor der Reise“ oder in unserem Fall „nach dem Iran kann auch bald nochmal vor dem Iran sein“……also kein Besuch in der zweitheiligsten Stadt sondern ein direktes Durchstarten Kashan-Teheran. Teheran machte uns Alle ein wenig kribbelig-15 Mio Einwohner mit einer Wahnsinnsausdehnung, die Meisten nennen die Stadt einen Moloch, die Wenigsten empfehlen einen längeren Aufenthalt…. auch aufgrund der schlechten Luft im Schatten des Elbursgebirges.

Die Fahrt war kurzweilig, wir kannten die Strecke vom ersten Tag zu Sechst. Aus den Mohnfeldern waren trockende Flächen geworden, irgendwann begrüßten uns die bunten Berge.


Am IKIA gaben wir Farsiwahn an seinen Besitzer zurück, unser Bus war ein prima Kumpel in den letzten Wochen gewesen-wehmütig schauten wir dem Kleinen hinterher und stapften, nach Geldtausch im Ankuftsbereich, zur Teheraner Metro.

Für 90.000 Rial (0,65€) erstanden wir ein Metroticket und erwarteten gespannt, im Wartebereich, auf unsere erste Metrofahrt.

Der Zug war überraschend modern, es gibt grundsätzlich Frauenabteile im vorderen und hinteren Bereich und wir pflanzten uns zunächst mal alle Sechs in die Mitte-Frauenabteile lernten wir erst später zu schätzen.

Irgendwann (ca.50 min Fahrt) mussten wir in die reguläre Linie 1 wechseln und ab diesem Moment machte das gemeinsame Abteil keinen Spaß mehr. Echt aufsässige und freche Bettelkinder nervten, wir hielten unsere Taschen im Zaum und erträglich war das Ganze nur, weil wir saßen. Mit Spannung beobachteten wir die fliegenden Händler, Bissel Kaugummi, Zahnbürsten oder Handykabel gefällig?!

Mit nochmaligen Umsteigen hatten wir es in knapp zwei Stunden geschafft, die Teheraner Metro spuckte uns an der Station Baharestan unbeschadet aus ihren Fängen.

Unser Hostel war nur 50 m vom Metroausgang entfernt und mit einem Mal befanden wir uns im internationalen Travellergeplänkel und in einer kompletten Blase. Kein Kopftuch, englisch dominierte……das Heritage Hostel ist eine gute Empfehlung, da die Hotels in Teheran alle sehr teuer und obendrein auch nicht als wirklich gut zu bezeichnen sind. Ich hatte lange gesucht, das Haus wurde erst 2017 eröffnet und liegt ziemlich zentral. Wir zahlten 40€ pro DZ mit Bad, für Teheran ein Schnäppchen.

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Da wir einen kompletten Nachmittag in der Millionenstadt geschenkt bekommen hatten, entzerrte sich das Sightseeingprogramm. Nach einem Falafelsnack in der Imbissbude neben dem Hostel fuhren wir entspannt mit der Metro zur ehemaligen US Botschaft. Diese wird mittlerweile von linientreuen Studenten noch am Leben erhalten und als Spionagenest der CIA bezeichnet. 1979 nahmen Khomeinianhänger für 444 Tage ranghohe Diplomaten in Geiselhaft, seitdem wurde die Botschaft von den USA aufgegeben, die allseits berühmte Propaganda zeugt von keiner Liebe zw. dem Iran und den USA und natürlich gegenüber dem Erzfeind Israel. Die Botschaft war geschlossen, da Freitag war…..die Graffiti reichten uns Allemale.

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Bemerkenswert ist die andere Straßenseite, die explizit die Schandtaten der USA der letzten 70 Jahre aufzählt…..keine netten Buben unsere so arg geschätze Weltpolizei!

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Zur Propagandaverarbeitung entschlossen wir uns für einen geselligeren zweiten Sightseeingpunkt, den Besuch der Tabiatbrücke. Diese ist bereits mehrfach prämiert, die Architektin Leila Araghian hat mit dieser Brücke ihr Meisterwerk geschaffen.

Wir entschlossen uns, aufgrund der Fülle in der Teheraner Metro, das Frauenabteil aufzusuchen und waren absolut begeistert. Shoppingmeile Metro, die erste Dame verkaufte BHs und Schlüpfer…..und nicht nur braves Zeug, holla die Waldfee.

Abgelöst wurde diese durch Make Up und Haarutensilien, gefolgt von Fusskettchen, Handybändern, Brillenbänder, Kaugummi, Picknickdecken usw. usw. usw.

Neben den Kaufaktivitäten waren meistens wir vier Mädels die Hauptattraktion-es sprach sich von weibl. Mitfahrerin zu fliegender Händlerin dann weiter zur nächsten Mitfahrerin durch das ganze Abteil, dass wir die Deutschen waren, aus Alman…..der heiligen Kuh! Bedacht wurden wir immer mit liebevollen, milden Blick egal ob Tschador oder aufgespritze Lippe.

Achja, das Thema Gesichts OP…… meine Güte! Noch nie habe ich so viel Nasenpflaster, aufgespritze Lippen und Wangen und das komplette Programm in einem Gesicht gesehen, unglaublicher Schönheitswahn im Land der Ayatollahs! Und tatsächlich erblickte ich in den zwei Tagen auch zwei Transgendergirls.

Auch auf den Bahnhöfen wurde verkauft was das Zeug hielt, hier ein paar schlechte Handybilder aus der Hüfte. Mehr geht wirklich nicht, wie uns der weitere Verlauf unserer Metroerfahrungen lehrte.

Häbdlerin mit Nasenpflaster

Kurz und gut, Metrofahren wurde zu unserer Lieblingsbeschäftigung und aufgrund der Distanzen konnte wir diese in unserer Zeit in Teheran auch voll auskosten.

Die Tabiatbrücke ist 270m lang und mehrstöckig, sie verbindet die beiden Parks Taleghani und Abo-Atash. Wir krochen zunàchst durch Taleghani und schauten den Familien beim Picknik zu

Danach gings auf das Meisterwerk mit super Blick über Freeway und Elbursgebirge.

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Im zweiten Park bewunderten wir eine Crossfit Darbietung und gingen Café, Tee, Mojito trinken. Die iranischen Familien beim Wochenendgedöns zu beobachten, machte uns großen Spaß, der Spätnachmittag verging wie im Flug.

Mehr durch Zufall als gewollt, landeten wir auf dem Außengelände des Museums zur heiligen Verteidigung. Der Titel ist spooky, der Inhalt noch mehr. Altes Kriegsgerät stand draußen herum, alles erinnert an den Iran/Irakkrieg. Neben Panzer, Flieger usw. gibt es auch Parkbanken in Form eines Panzers….skuril, sowas kennt man in unseren Breitengraden nicht.

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Besonders berührt haben uns PKWs die in Attentaten, vom Mossad verübt, verwickelt waren. In den Jahren 2010-2012 wurden mehrere Atomphysiker umgebracht. Insgesamt waren vier PKWs ausgestellt…..kann sich Jemand an diese Attentate erinnern?

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Auch dieser Papierkorb ist auf dem Gelände ausgestellt-ohne Worte….der Hass wird offen ausgelebt!

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Ansonsten gab es noch dieses interessante Gebäude zu sehen (leider fehlt mir die Info zur Aufgabe des Gebäudes….vermutlich Museum).

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Ob es sich hierbei um das Planetarium handelt?

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Unschwer zu erkennen, Teheran ist in der Moderne angekommen, überall wird gewerkelt und gebaut. Die Stadt ist als ziemlich sauber zu bezeichnen, Berlin ist weitaus dreckiger.

Da wir nur zwei Abende in der Stadt hatten, fuhren wir an unserem, ersten Abend noch zum Azadi Tower, der bereits seit 1971 als Freiheitsdenkmal auf dem Azadi Square steht….also noch zur Schah Ära erbaut wurde und während der islamischen Revolution eine tragende Rolle spielte. Auch heute wird der Platz gerne noch für Demonstrationen genutzt, sofern man den Platz überhaupt heil erreicht! Der Verkehr ist halsbrecherisch, die PKWs interessieren sich nicht für grüne Ampeln und wir waren mehr als erleichtert, als das Wahrzeichen vor uns auftauchte.

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So richtig schön sieht das Denkmal aber erst aus, wenn man direkt unter dem Ypsilon steht….Wahnsinn. Wir waren happy, dass wir trotz knurrenden Magen (es war nach 22:00 Uhr) abends am Azadi Sq. waren….tagsüber macht das Ding nichts her.

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Wir wollten eigentlich im Restaurant des Towers essen gehen, doch leider hatte dieses am heiligen Freitag geschlossen….so gings mit knurrenden Magen ( wir hatten noch mit frischgepressten O-Saft versucht das Loch zu schließen) in die Heia….auf fettiges Fast Food am Busbahnhof Azadi hatten wir Alle keinen Bock. Dort hatten wir allerdings noch ein kleines Deja Vu…..mehrere Busse fuhren nach Ostaserbaidschan und um uns herum wurde immer nur „ Ardabil, Ardabil“ gebrüllt….wir antworteten lautstark „ no Ardabil, Haschtpar!“ und erfreuten uns an den Erinnerungen der ersten Tage im Land.

Mathias machte an diesem Abend noch Bekanntschaft mit der Teheraner Polizei. Er hatte Fotos in der U-Bahn geschossen und wurde von einem besonders linientreuen, iranischen Mitbürger verpfiffen. Das Ende vom Lied war, dass die recht freundlich gesinnte Polizei die Bildchen auf der Kamera durchsuchte, interessiert Fotos aus Isfahan und Shiraz betrachtete und die Bilder aus der Metro zumindest im raw gelöscht wurden, auf der zweiten Speicherkarte sind diese allerdings im jpeg noch vorhanden. Für uns war es eine Lehre…..keine Bilder in der U-Bahn.

Am nächsten Morgen feierten wir erstmal unser Geburtstagskind Annegret mit Geburtstagstisch und Gesang.

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Im Anschluß erkämpften wir uns unser Frühstück. Ich fühlte mich eh ziemlich gerädert, der Rezeptionsbereich lag über unserem Zimmer und wir hörten die Haustürklingel 24/7!

Tagesordnungspunkt Eins war die kurze Metrofahrt zum Golestanpalast, Tagesordnungspunkt Zwei war dann genau dieser. Das Eintrittskartenprocedere verwirrte uns ein wenig. Wir entschlossen uns nur für den Hauptteil, ob wir nun viel BlingBling verpasst haben, wissen nur die Götter.

Als kurze Info für alle Yellowpressliebhaber der 70er Jahre….die Pahlevi Sippe wohnte im Teheraner Norden, Soraya, Farah Dibah und Herr Schah regierten nur im Palast und öffentliche Geschichten fanden in Teherans Mitte statt.

Hier ein paar Glitzerimpressionen, der berühmte Pfauenthron ist im Juwelenmuseum beheimatet, hier ist nur eine Replik zu sehen. Insgesamt soll der Palast zu Abschreckung dienen und dem gemeinen Volk die Dekadenz und Verschwendung der Schah Dynastien offenlegen. Wir wunderten uns über die hässlichen Gebäude um die Hauptanlage herum, die Lage in der Innenstadt ist als bemerkenswert hässlich zu bezeichnen.

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Hier ein paar Preziosen aus den angegliederten Museen:

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eine riesige Bronzemünze
man beachte den dt. Orden

Meissener Geschirr
britisches Design…..ich würds nehmen

Das eine oder andere aus den Besitzschaften fanden wir auch recht nett, hier kommen aber nun die Palastinnenaufnahmen und da dominierte eindeutig gold, silber und orange….die 70er Jahre In- Farbe.

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Hier kommen noch ein paar mehr Außenaufnahmen:

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Da uns nach so viel Kultur ein kleines Hungerchen quälte, gab es echten Teheraner Döner mit Sodbrennen im Anschluss. Faul saßen wir im Café und Keine/r hatte so richtig Lust auf Basar und shoppen.

Die Truppe trennte sich und quälte sich in Zweiergruppen durch den Basar. Wir waren total entnervt, die Menschenmassen nervten und bis auf eine schöne Haupthalle mit Timche gab es nur Pistazien, Datteln und Zucker bis zum Anschlag.

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Am frühen Nachmittag fuhren wir mit der Metro in den Teheraner Norden, Ziel war Darband, eine enge Bergschlucht ….quasi schon fast im Elburs Gebirge.

Im Norden findet man das Geld und auch das Publikum in der Metro änderte sich schlagartig. Die Nasenpflaster wurden mehr, die Kopftücher rutschten tiefer und waren kaum vorhanden und wir lernten eine reizende Studentin kennen, die sich in B1 Niveau mit uns auf deutsch unterhielt, ihr großer Traum- studieren in München….Pharmazie, sie häte sich toll mit Helena austauschen können.

An der Endstation nahmen wir uns zwei Taxis und fuhren die rd. 3 km bis nach Darband. Dort gab es Bergfeeling, Restaurants und eine Schlucht mit tosendem Wasser….für uns Stadtgeschädigten ein willkommende Abwechslug, für Annegret eine würdige Geburtstagslocation.

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Das Arier Restaurant….immer wieder verwirrend
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Nach unserem letzten, sehr guten Abendessen (Annegret hat gut gekocht) tranken wir noch einen leckeren Cappuchino in einem trendigen Café und fuhren mit einem enthusiastischen Taxifahrer zurück zur Metro.

Im Hostel verging der Rest des Abends mit einchecken und Taschen packen….Pistazien und Datteln wollten mit!

Man soll den Tag nie vor dem Abend loben…..dieses Motto trifft auf unseren Abreisetag gut zu. Die Sonne schien wieder, wir frühstückten gemütlich und Zimmer 2 ( also wir) leckten die Wunden der vergangenen Nacht.Gesang bis 0:00 Uhr, Sturmklingeln ab 6:00 Uhr früh….die Nacht war eindeutig gestört gewesen!

Als ob wir einen Animus hatten, machten wir uns bereits um 9:45 Uhr auf den Weg zum Flughafen. Ich schwöre, unser Plan war, genau so wie wir nach Teheran reingefahren waren , auch wieder zurück zum Flughafen zu kommen. Bedeutete in unserem Fall: Metrostation Baherestan nach zwei Stationen umsteigen, ab Iman Khomeini elf Stationen bis Shaed Bagashar fahre. und dort in den Zubringer nach IKIA…summasummarum rd. 1:30-2 Std. Fahrzeit…..dachten wir! Es lief auch alles glatt, bis wir in Shaed Bagashar standen ( ok, wir mussten 1x den Zug verlassen, weil dieser nicht weiterfuhr) und uns erklärt wurde, der Umsteiger wäre in Shaed….also eine Station weiter, die in keinen Plänen verzeichnet ist….hmm machte sogar Sinn, da uns bei der Hinfahrt nach Teheran aufgefallen war, dass sowohl die erste Station des Zubringers Shaed Bagashar hieß, als auch die erste Station nach dem Umsteigen aus dem Flughafenzug den gleichen Namen trug. Wir behielten die Fassung, schließlich waren noch mehr Reisende auf dem Bahnhof, alles Iraner, und die müssen es ja wissen. Sicherheitshalber hielten wir uns gleich mal an Einen, was sich als goldrichtig erwies. Nach 20 Minuten kam mal wieder ein Zug und wir ALLE stiegen ein…..oh hoppla, der geht nicht nach Shaed, Shaed Bagashar oder etwas Ähnlichem…..hmm. also an der nächsten Station wieder raus, mit uns die anderen Flugwilligen und wieder zurück….Nach rd 35 Minuten standen wir wieder am falschen Shaed Bagashar…es war 12:00Unr! Der Iraner schlug vor, Taxen zu teilen und so fuhren wir für ganz wenig Geld (keine 3€ pro PKW) die restlichen 20 km zum Airport und waren nach 20 Minuten dort, Das wird uns für immer eine Lehre sein. Entweder niemals mehr Teheran oder Taxi!

Einchecken war unroblematisch, die Passkontrolle war fast schon im Duty Free Shop. Die letzten Rials gingen für, na Ihr wisst schon, Pistazien und Safranzucker drauf und wie vereinbart flog das Kopftuch einige Meter vor Einstieg in die Maschine mit Schwung in den Nacken! Wir Mädels waren wieder frei und freuten uns wie kleine Kinder….schön in einer Welt ohne islamische Kleiderordnung leben zu dürfen.

Im Flieger saß ein Iraner neben mir, der nach N.Y flog. Er hatte seine Eltern besucht, die aufgrund des liebreizenden Präsidenten voller Gnade, Mr. Trump I, nicht in die USA reisen dürfen. Er brachte unsere Eindrücke, die wir von Land und Leute haben, auf einen Nenner: „Wir hassen die Araber, denn diese haben uns den Islam gebracht und die Probleme im nahen Osten verschärft“ . Seiner Ansicht ( das deckt sich auch mit unseren Beobachtungen) wird der Iran weltlicher, Religion zunehmend unwichtiger, Atheismus, gerade bei den Kids, wird ein Trend. Die Gesellschaft ist geteilt, die Wirtschaft liegt am Boden und alles zusammen kann der Nährstoff für einen großen Konflikt sein……hoffen wir das Beste.

Istanbuls neuer Flughafen hat ein ausgeklügeltes Transfersystem, binnen 10 Minuten standen wir am Anschlussgate und lobten das neue Riesending….bis Annegret fröhlich verkündete, dass sich das Gate geändert hätte. Aus F18 wurde B4 und was das auf dem neuen Flughafen der Superlative bedeutete, kann sich Jede/r denken…….und schon war jegliches Lob dahin! Nachdem die Maschine auch noch Verspätung hatte, obendrein 30 Minuten auf dem Rollfeld zur Startbahn kurvte, waren wir fast schon wieder urlaubsreif….aber nur fast.

In Berlin wurden wir von unseren Lieben begrüßt und unser Emchen freute sich auch aufs heimische Körbchen.

Ich werde in den nächsten Tagen noch kein kurzes Fazit zusammenfassen…..Ihr könnt Euch aber bestimmt jetzt schon denken, wie es ausfallen wird!

Iran 2019, XII: Kashan كاشان

Unser Ziel Teheran kommt immer näher. Die heutigen 460 km „on the road“ brachten uns für eine Nacht nach Kashan, der Stadt der Herrenhäuser.

Bevor wir aber dort ankamen, mussten die Morgeneindrücke erstmal verkraftet werden. Wir standen um 6:30 Uhr auf und wunderten uns über die bereits abgereisten Gruppen…..wir saßen quasi alleine im Restaurant. Über die Nacht in dem Karawansereiverschlag gibts Unterschiedliches zu berichten. Mathias und ich machten das erste Mal Bekanntschaft mit einer iranischen Mücke, die Schlafqualität war sehr unterschiedlich, den Klogang fanden Alle lästig.

Die Fahrt zog sich, trotz früher Abfahrt war es am Ende dann doch 13:00 Uhr, ehe wir in Kashan waren.

Viele Reisegruppen fahren an der Stadt vorbei, einige wenige schauen sich die Herrenhäuser an und fahren weiter nach Quom. Wir hatten wenigstens eine Nacht in der Stadt, unser Heritagehotel lag mitten in der City und wir waren zufrieden.

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Uns lechzte nach Tee und Happischnappi und wir wurden in der Alstadt auch schnell fündig, ein Café im absolut europäischen Stil, Kopftuchfrei und ziemlich lässig. Mojito ohne Umdrehung und Panini aus iranischen Fladenbrot schmeckten super.

Unser erstes Ziel war das Hamman-e Sultan Mir-Ahmad, wo insbesondere das Dach sehr sehenswert ist, weil man von dort einen super Blick über die Dächer von Kashan hat.

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Wir hatten uns bereits bei der Einfahrt in die Stadt über das Menschengetümmel gewundert-ab dem Hamman wurde es absurd. Gefühlt halb Teheran tummelte sich am Donnerstag ( Wochenende) und Rosenfest ( Kashan, Stadt der Rosen) in der Stadt herum und uns wurde es schnell zu eng-zu viele neue Freunde, Neugierige und aufeinmal waren auch ungezogene Gören unterwegs, die sich ganz anders als die lieben kleinen Monster der letzten Wochen benahmen. Wir packten diese unter verwöhnte Nordteheraner Brut ( da wohnen die Reichen)…aber nun zurück zum Badehaus…wohl das Schönste von allen gesehenden Hammans, wohl auch, weil auf die Puppen verzichet wurde. Die Bilder vom Dach und vom Inneren sprechen für sich.

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Nach dem wunderschönen Hamman, welches übrigens 500 Jahre als ist und bei dessen Restaurierung 17 Schichten Putz entfernt wurden, zogen wir zum Khan-e Boroujerdi weiter.

Hierbei handelt es sich um eines dieser bemerkenswerten Kaufmannshäuser, um 1898 erbaut und leider bei unserem Besuch grotesk überfüllt! Der einzige Vorteil-Menschen können nicht fliegen….somit war wenigstens der Blick in die Timche und Dachdeko ungestört.

Zunächst der Blick vom Hamman auf das Boroujerdihaus:

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Vor dem Kaufmannshaus ist nach dem Herrenhaus-in unserem Fall lagen noch sechs Heyday Tropical, ein Rosenkranz und der Kauf von Rosenwasser ( gut für Potenz und gegen Athritis) dazwischen.

Das Khan-e Tabatabai wurde 1880 gebaut, die Tochter vom alten Tabatabai heiratete in die Boroujerdi Sippschaft ein und so schliesst sich quasi der Kreis. Das Mädel ist von einer schicken Hütte in die nächste Luxisherberge gezogen. Leider zog auch dieses Anwesen gefühlt alle 15 Mio. Teheraner magisch an und wir Sechs hingen mehr oder weniger in den Seilen…..die Hitze, die liebevolle Umarmung unserer großen 75 Mio umfassenden iranischen Familie und die damit verbundenen Aufmerksamkeiten sind nach über drei Wochem ermüdend geworden….dennoch ein paar Eindrücke von der schicken Hütte, ich würde einziehen.

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Wir schlurften Richtung Basar, unsere Hoffnung lag auf einen Tee im Hamman-e Khan und auf die berühmte Amin-al Towleh Timche, wo jüngst die Unesco einen Haufen Kohle in die Restaurierung gesteckt hat. Der Basar ist an die 900 Jahre alt und im Vergleich zu Tabriz oder Kerman als eher uninteressant einzustufen…..oder wir als übersättigt zu bezeichnen.

Hier ein Blick in einen Lampenladen:

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Allerdings ist die Timche wirklich sehenswert, einst Karawanserei, jetzt Schlupfloch für Teppiche und Flohmarkt KrimsKram.

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Wir wurden von einem Mädel angesprochen, die uns das Angebot machte, auf das Dach des Basars zu steigen-natürlich total illegal und verboten. Froggy und ich schlugen ein, die Anderen hatten keine Lust und warteten am Wasserbecken.

Wir liefen durch ein paar Gassen und kamen nach rd 7-10 min zu einem Souvenirladen. Dort zahlten wir einen geringen Obolus von 40.000 Rial (0,40 €) und kletterten über eine Leiter nach oben aufs Dach. Der Blick war einfach nur wow und sicherlich mein Highlight aus Kashan. Manchmal ist illegal einfach nur cool!

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Wir versuchten es im Anschluß mit einem Abendessen im angeblich so arg heimeligen Hamman Khan, welches immer und egal in welchem Reiseführer angepriesen wird- vergesst es einfach! Weder sehr sehenswert, eher heruntergekommen, die Bedienung unfreundlich und auf Touriabzocke aus….wir flüchteten.

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Sehr, sehr spät gab es für uns im Herno Café etwas zu futtern und danach fielen wir einfach nur noch todmüde in die Heia….die vielen Städte zollten Tribut, es fehlt ein wenig Natur!

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Iran 2019, XI: Yazd یزد & Zein o Dinالدين زين

Wir verließen Kerman gegen 8:30 Uhr und begaben uns auf die lange, lange Strecke nach Yazd. Unterwegs wurden uns Kamele per Schild versprochen, doch leider ließ sich kein Wûstenschiff blicken.

Wir hatten auf der Strecke Teheran-Abyaneh welche gesehen und wie man so schön sagt, die Hoffnung stirbt zuletzt. Gegen 13:00 Uhr waren wir in Yazd und bezogen unsere Zimmer in der alten, riesigen, iranischen Heritagevilla. Diese lag rund 1,5 km außerhalb vom Stadtzentrum und warum Mathias und ich wieder eine Suite bekommen haben, weiß der Geier……

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Da die Hauptstraßen im Iran immer dieselverseucht und staulastig sind, entschlossen wir uns durch die Nebenstraßen zum Amir-Chakhmaq Platz zu laufen. Die Sonne brannte auf unseren Schädel, die Strecke war eher öde. Der Platz selbst ist aber ein Highlight und architektonisch wirklich nett.

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Da 4/6 ein kleines Hungerchen quälte verzogen wir uns in ein persisches Schnellrestaurant, endlich standen auch eine Art Curry auf der Speisekarte Petra und Ralf probierten sich daran.

Nach dem Essen suchten wir das nur 32m entfernte Saheb- e Zerman Zurkaneh und fanden den Wald vor lauter Bäumen nicht……also schlurften wir weiter Richtung Altstadt um in die Jame Moschee-Freitagsmoschee von Yazd zu gehen. Die Lust auf Gottsehäuser war nur noch bei 3/3 vorhanden, Annegret, Karin und ich waren aufnahmefähig.

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Da die große Unlust weiter anhielt, auch sie schönste Lehmarchitektur 4/6 nicht überzeugen konnte, verzogen wir uns auf das Dach des Arts Café und genossen die tolle Aussicht auf Yazd mit seinen Windtürmen ( Badgirs).

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Nach ein paar Getränken und einem Relaxstündchen ink. Plausch mit einer dt Backpckerin war Yazd für 6/6 dann doch schön und Alle waren mit dem vielen Lehm versöhnt.

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Unser Abendessen im Silk Road Hotel war ein Tip aus allen Reiseführern und sollte aus genau diesen verbannt werden….das eher indische Essen war lieblos und das gesamte Buffet auf Reisegruppen ausgerichtet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Zimmer besser als der Rest sind-also keine Empfehlung, bis auf die zentrale Lage.

Der Nachhauseweg zog sich nen bissel, wir waren in Shoppinglaune und außerdem hatten wir ein Stativ dabei und Mathias nutzte die Gastfreundschaft der Ladenbesitzer, die sich so sehr über Fotos freuen. Auch die flanierenden Iraner nehmen grundsätzlich Rücksicht auf Fotografierende…..herrlich!

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Ein altes Wasserreservoir:

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zUnser Frühstück am nächsten Morgen war eher lieblos, der Fokus in unserem Hotel liegt auch hier eindeutig auf Reisegruppen.

Als erstes Highlight hatten wir uns den Bag-e Dolat Abad, natürlich Weltkulturerbe, ausgesucht. Der Garten war eher uninteressant, toll ist aber der Pavillon von 1750 mit dem höchsten Bagir ( Windturm) von Yazd. Auch wird das System beschrieben und wir konnten uns von der Technik überzeugen.

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Das nun ausgerechnet die Schul-, Semesterferien begannen und die Mädelsschulen der Stadt den Garten für die Feierlichkeiten nutzen, war großes, großes Glück. Wir wurden interviewt, geherzt, gedrückt und abgebusselt….. die Iraner sind sooooo lieb!

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Eine Familie aus dem Stamm der Belutschen, rd 1,5 Mio leben im Iran.

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In dem Garten standen die Granatapfelbäume in voller Blüte und die Berliner Pflanzen sahen diese alle wohl zum ersten Mal in diesem frühen Stadium.

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Wir wollten auf keinen Fall den Lauffehler des Vortages machen und nahmen uns zwei Taxis um ins Khan-Lari Haus zu gelangen. Bevor wir aber dort hineingingen, musste unbedingt ein Tischläufer her, den wir mit 45€ natürlich nicht billig shoppten.

Das Lariah Haus gehörte einer Kaufmannsfamilie aus der Kadscharenzeit und gilt als herausragendes Beispiel der Architektur. Uns begeisterte nur das „Pornozimmer“ des Sohnes, der sittsame Mädchenportraits aus Europa sammelte und sich an die Decke hing ansonsten war unser Hotel besser im Schuss als das hier gezeigte Anwesen.

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Der anschließende Tee war hervorragend, das süße Hotel noch hervorragender-hier würde ich beim nächsten Mal wohnen.

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Wir schlenderten durch die Altstadt zurück zum Chakhmaq Komplex um dort in einer iranischen Institution Süßkram zu kaufen. Das Haj Khalife Ali Rahbar überzeugt seit 100 Jahren mit seinen Süßigkeiten, das Ambiente ist tuffig und wir hatten Spaß.


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Unser Wunsch auf Kamelarschspieße konnte uns in den Arkaden nicht erfüllt werden, die herkömmlichen Spieße kamen aber auch nicht schlecht. Auf der Suche nach zwei Taxis fiel Petra aufeinmal das Zurkaneh ins Auge-der alte Wasserspeicher, der heute als Sportstätte dient….genau dieses Ding hatten wir bereits mehrfach fotografiert, nur nicht begriffen…..

Auch wir setzten uns zu den Jungs und schauten den Keulenschwingern zu.

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Nach einer Atempause im Hotel fuhren wir mit dem Taxi zum Ateshkadeh, der ewigen Flamme im zoroastrischem Feuertempel. Diese Flamme brennt angeblich seit 470 v Christus, zog mehrfach um und auch wir konnten uns vom „am Leben halten der Flamme“ überzeugen.

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Der Blick aus dem Wasserreservoir in die Kuppel war fantastisch.

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Wir verbrachten den Abend in der Altstadt und gingen Fesenjan, eine echte iranische Spezialität essen ( Wallnuss und Granatapfelsoße ) essen-schmeckte uns nicht so sehr.

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Zurück im Hotel fröhnten 4/6 der iranischen Lifeband im Hotel. Super Stimmung, die Jungs im 70er Jahre Pornolook. Wieder viel zu spät im Bett gewesen.

Gott sei Dank, wir hatten mehr oder weniger einen Faulitag vor uns. Wir fuhren gegen 10:00 Uhr vom Hotel ab und suchten die Hennamühlen der Stadt.

Wer es noch nicht wußte, die Hennapulver ist grün! Es stank erbärmlich in der Mühle und der arme Hennamüller wird eines Tages an Staublunge zugrunde gehen.

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Kurz hinter Yazd stehen die Dakhmeh-ye Zartoshtiyun-die Türme des Schweigens. Ähnlich wie die Tibeter und die Parsen setzten die Zororasthier ihre Toten in Himmelsbestattungen bei d.h die Leichname werden von Geiern gefressen. Die Türme sind in den 60er Jahren während der Pahlevi Regentschaft aufgegeben worden, nunmehr können die Türme öffentlich besichtigt werden.

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Diese liegen recht malerisch mit guter Aussicht. Die Gruppe teilte sich Karin, Froggy und ich nahmen sich den höheren Turm vor und genossen die Aussicht.

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Im Anschluss fuhren wir 60km zurück Richtung Kerman und checkten in die Karawanserei Zein o Din ein. Diese wurde auf Befehl von Shah Abbas I vor 400 Jahren errichtet und liegt zwei Tagesritte von Yazd und genau an der alten Seidenstraße, heute dem Highway zw Kerman/Yazd entfernt.

Die Karawanserei hat ebenfalls Unesco Status und ist ein Schmuckstück in der Wüste. Als wir eincheckten war es noch relativ leer und wir konnten den Komplex ein wenig für uns genießen. Auch unsere Frage nach den Kamelen wurde beantwortet: Es gibt im Iran keine wilden Kamele mehr! Die Schilder sind nur noch Atrappe.

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Wir bezogen unsere DZ auf den Plattformen, abgetrennt mit Vorhängen und gammelten den Rest des Tages nur herum.

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Unterbrochen wurde das Gammeln nur durch das Fotoshooting der Karawanserei inkl. Umrundung und dem Blick in die Wüste als auch der Verzärtelung der kleinen Hausente Gina.

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Als es kühler wurde, verzogen wir uns aufs Dach der Karawanserei und schlachteten unsere Melone.

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Das Abendessen war nett, dieses verpasste die letzte Reisegruppe, die um 22:00 Uhr anreiste und bereits um 7:00 Uhr am nächsten Morgen wieder weg war.

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3/6 versuchten sich an Nachtfotografie, für die Milchstraße war es ungünstig…..aber wer erkennt den großen Wagen?

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Um 22:30 hinter dem Vorhang das Schlummerchen eingeleitet.

Iran 2019, X: Arg-e Bam بم & Arg-E Rayenکرمان

Ich kann mich noch gut an die Nachrichten vom 26.12.2003 erinnern, nein, kein Schreibfehler, nein….ich meine nicht den Tsunami taggenau ein Jahr später.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag 2003 wackelte die Erde für 15 Sekunden, zerstörte die größte Lehmstadt der Welt Bam, und kostete nach inoffiziellen Meldungen über 40.000 Menschen das Leben. Ein Jahr später erklärte die Unesco Bam und seine Zitadelle zum Weltkulturerbe und sicherte damit den Wiederaufbau. Die Neustadt wurde ebenfalls wieder, diesmal erdbebensicher, aufgebaut und Bam erfreut sich zunehmend mehr an wieder steigenden Besucherzahlen.

Auch wir wollten nach Bam, auch wenn das auswärtige Amt vor Reisen in die Region Beluschisthan abrät……Beluschisthan beginnt hinter Rayen und zieht sich bis weit nach Pakistan hinein. Beluschisthan ist die Brutstätte der Taliban-in Pakistan und Pakistan war immer noch rd 250 km entfernt. Für uns kein Grund auf Bam zu verzichten, allerdings richteten wir die Fahrt so ein, dass wir zunächst nach Bam fahren würden und am Nachmittag Rayen besuchen wollten. Tagsüber, mit vielen LKWs auf den Straßen fühlten wir uns sicherer.

Wir fuhren um 8:30 Uhr los, hatten unsere Visa und Passkopien eingesteckt, der Lonely Planet hatte etwas von Polizeikontrollen an der Straße geschrieben.

Die Strecke war wunderschön, abwechslungsreiche Landschaften zumindest auf den ersten Kilometern.

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Am Abzweig Richtung Arg-e Rayen kam tatsächlich eine Polizeikontrolle, die Herren in Uniform kontrollieren nach Drogen aus Afghanistan.

Kurz vor Bam hielt uns die Polizei an…..aber nicht wegen eines Vergehens, nein die Herren wollten wissen wer wir sind, woher wir kommen und wünschten uns einen schönen Tag- Germany zieht hier immer.

Wir dankten nach der ersten Polizeikontrolle den Herren Khomeini und Chamenei….ein Foto, welches ich in Gedanken schon so oft geschossen habe. Böse Talibanjungs haben wir übrigens keine gesehen……

Kurze Zeit später fuhren wir durch die Neustadt, sahen viel Bautätigkeit aber auch noch Ruinen aus 2003.

Die Lehmstadt steht wieder….leidlich aber mit sehr reger Bauaktivität und ja, sie ist dank der emsigen Restauration weiterhin die größte Lehmstadt der Welt.

Die ersten Eindrücke gab es von der Zufahrtsstraße und bereits dort war klar…hej, das lohnt doch!

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Wir hatten die Anlage fast für uns alleine, die meisten organisierten Reisegruppen schauen sich nur Arg-e Rayen an und fahren nicht die 180km Richtung Pakistan.

Ich lasse jetzt mal Fotos sprechen, die Hauptgebäude stehen wieder ( Zitadelle, Moschee, Karavanserei, Basarstraße).

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Wir erklommen die Zitadelle und machten uns einen eigenen Eindruck über die Zerstörung der Lehmstadt,vieles ist einfach nur abgesichert worden. Arg-Bam war zu 100% zerstört, die Neustadt hatte es 2003 zu 70% erwischt.

Man darf Bam nur auf zwei Hauptwegen besuchen, viel Entdeckergeist für die einzelnen Neighborhoods der Zitadelle kann man sich spraren, man kommt aufgrund der Einsturzgefahr (noch) nicht hin.

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Erbarmungslos ballerten 30Grad auf unsere Kopftücher, wir waren nach dem Besuch von Bam ziemlich erschossen und genossen erstmal ein gutes Kebabfresschen im Dorf und bewunderten diese Schönheit.

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Das Wetter schwächelte ein wenig auf der Rücktour, wir hörten „den König von Scheißegalien“ und kamen ohne Probleme an den Drogenhunden vorbei. Viele PkWs aus Afghanistan und Pakistan standen hinter dem Polizeicheckpoint, brave deutsche Hassos trainierten ihre Fellnase. Wir machten nur einen U-Turn, zogen zum dritten Mal an den Drogenfahndern vorbei und befanden uns auf dem Weg nach Arg-e Rayen.

Arg-e Bam und Arg-e Rayen….oder auch was dem einen sein Leid, den Anderen sein Freud.

Aufgrund der Zerstörung von Bam trat Rayen stärker in den Vordergrund. Mit einer Größe von rd. 1/6 von Bam aber einer nahezu vollkommen intakten Zitadelle, der Nähe zu Kerman usw. ist Rayen das perfekte Naherholgsziel. Der vierthöchste Berg des Irans ist ebenfalls von der Lehmstadt aus zu bewundern, wie Bam ist Rayen rd 1500 Jahre alt.

Wir hatten in der Lehmstadt das Vergnügen von mehreren Reisegruppen, die meisten davon sahen wir abends in unserem Hotel beim Abendessen wieder.

Ich lasse wieder Bilder sprechen. Zu sehen sind Wohnhäuser, Gouverneurshäuser, Moschee und Badehaus sowie super Ausblicke von der Zitadelle und Stadtmauer.

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Gegen 16:30 war es Zeit Fazit zu ziehen, Beide Lehmstädte sind absolut sehenswert, ich finde allerdings nicht, dass Rayen lohnenswerter ist. In Rayen ist ebenfalls das Wenigste im Original erhalten, leider hat der Lehm zumTeil einen Grünstich und das finde ich ebenfalls eher ungelungen……meine Meinung, erst beide Städte machen ein rundes Bild, ich bin froh die Chance auf den Besuch beider Zitadellen und Städte wahrgenommen zu haben.

Wir passierten auch das vierte Mal den Checkpoint ohne große Probleme, dafür wurde die mittlerweile sehr iranische Fahrweise unserer Männer fast bestraft…..ein LKW fuhr insbesondere der hinteren Busreihe knapp am Arsch vorbei….aber alle Popöchen blieben wo sie waren.

Auf dem Weg nach Kerman fing es an zu regnen, die Temperaturen gingen auf 14 Grad zurück.

Nach einem Restaurantfindungsversuch entschlossen wir uns für das Hotelrestaurant und tranken in der Wartezeit bis zum Happischnappi nochmal einen Shiraz-Noosh im Teehaus.

Mein Abendessen vom Buffet sah so aus…….es war sehr gut und mit 4,30€ auch angemessen im Preis.

Vollgefressen ging also auch unser letzter Tag im Tourist Inn zu Ende…..

Iran 2019, IX: Kermanکرمان

Ich hatte mich immer am Meisten vor der langen Autofahrt nach Kerman gegrault und nach unseren Erfahrungen in Ostaserbaidschan hatte ich große Zweifel, ob eine Distanz von über 560 km überhaupt an einem Tag bewältigt werden kann? Allerdings sind die Straßen im Zentraliran relativ gut ausgebaut und die Erfahrungen mit den bisherigen Autostrecken stimmten positiv.

Wir frühstückten um 7:00 Uhr und trugen unsere Pieselotten zum Bus. Zuerst fuhr Ralf, später löste Mathias ab und die Dämlichkeiten bestaunten mehr die Landschaft. Anfänglich eher eine Halbwüste mit Salzabbau und Salzbergen, später kamen Salzseen hinzu. Rund eine Stunde vor Kerman waren wir dann wirklich in der Wüste.

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Wir machten unterwegs eine Pause, Froggy schoss das „picture of the day“ welches ich meiner werten Leserschaft vorenthalte…..nur so viel….noch mehr danebentreffen geht eigentlich nicht.

Mit Hans Albers und der „Reeperbahn nachts um halb eins“ hielten wir singend Einzug in Kerman und lachten über die doch recht bizarre Situation……

Unser Hotel, rd. 7 km von der Innenstadt entfernt und mit dem wohlklingenden Namen „Tourist Inn“ entpuppte sich als grundsolides 70er Jahre Hotel mit Möbeln aller Stil und Zeitepochen der letzten 40 Jahre. Besonders schön mutete der Pool an, der seit Khomeinis Einzug so vor sich hinrottete…..man hätte Blumenbeete pflanzen können ….aber ich schätze mal, hier währt noch Hoffnung, dass dieser irgendwann wieder in Betrieb genommen wird?

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Peti und Ralf mussten für eine Nacht ins rauchverseuchte Annex ziehen, unschön……diesmal bekamen die Reisegruppen den Vorzug.

Gegen 16:00 Uhr fuhren wir in das recht schöne Kerman, welches sehr weitläufig und irgendwie gut sortiert auf uns wirkte. Kerman ist bekannt für seine Kupferarbeiten und wir waren uns sicher, hier werden wir fündig.

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Klimaanlage a la Iran

Die Innenstadt und alles Sehenswerte ist am Basar angegliedert, Sightseeing selbst für Fusslahme fast ein Kinderspiel. Wir staunten nicht schlecht, als vor der zentralen Moschee Stühle für ein Konzert aufgebaut waren und der Soundcheck war verheißungsvoll….leider hatten wir keine Karten!

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Wir bummelten über den Basar, Kupfer ,- u.Teppichwaren wechselten den Besitzer. Am Interessantesten war aber dann doch der Gemüsebasar-tolle Fotomotive.

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Wir gingen in einem einfachen Restaurant, in einer Karawanserei essen, Portionen waren eher klein bemessen….wir aßen Dizi, Köfte und Aubergine.

Auf unserem Heimweg mussten wir feststellen, dass der reguläre Weg zum Auto versperrt war, wirklich liebes Sicherheitspersonal uns über den VIP-Backstage Bereich wieder in die Welt hinaus ließ…..ach die Perser!

Backstage/ VIP Bereich…..not too bad

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Wir versüßten uns den Abend in unserer hoteleigenen Teestube….und das im wahrsten Sinne des Wortes.

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Am nächsten Morgen genossen wir gegen 8:00 Uhr das recht gute Frühstücksbuffet, danach wechselten die Männer Euronen in Rial und Peti und Ralf das Zimmer.

Gegen 10:30 Uhr fuhren wir in die Innenstadt, parkten Farsiwahn regelkonform auf dem Parkplatz ein und bestaunten zunächst die Karawanserei, die gestern als VIP Bereich diente.

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Danach besuchten wir die kleine Moschee Ganj Ali Khan, die mal so richtig aus dem Rahmen fiel, weil winzig klein und vermutlich auch nicht sehr bedeutend. Die Jameh-e und Shah Moschee ließen wir mal einfach aus….man muss nicht alles kennen.

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Dafür wurde der Basar von hinten nach vorne, von vorne nach hinten umgekrempelt, Kuperwaren, Gewürze, Tücher und Taschen wurden gekauft. Erstmalig sahen wir Bettler und vorallem bettelnde Kinder waren auffällig. Ein Iraner erzählte uns, dass es sich hierbei um Flüchtlingskinder aus Afghanistan handeln würde und tatsächlich die Kinder fielen aus dem Erscheinungsbild der letzten 2,5 Wochen. Aufeinmal sahen wir überall Afghanen, auch in typischer Landestracht-wobei keine der Frauen Burka trug. Ein kleiner Knopf, keine fünf Jahre alt, hockte vor einer Personenwaage…..es blutete mir das Herz! Kein SOS Kinderdorf, kein Unicef…..hier gibt es keine soziale Versorgung.

der kleine afghanische Kerl bekam ein wenig Spielzeug von uns geschenkt. Das Elend der Kinder hat uns sehr berührt.
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Kerman verfügt über eine wunderbare Kuppelhalle ( Timche) die ich das letzte Mal in solch einer Pracht in Tabriz gesehen habe. Wir scheiterten allerdings mit unserem Wunsch in die erste Etage zu gelangen.

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Zur Stärkung trafen wir um 13:00 Uhr wieder Alle zusammen und besuchten gemeinsam das Hamman-e Vakil Chaykhanneh…..früher,vor Khomeini Hamman, nach der Revolution Teehaus aber nicht minder sehenswert.

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4/6 brauchen noch Gewürze und als letztes Sightseeinghighlight schauten wir uns nochmals das Ganjali Khan Badehaus für Puppen an……gefiel mir fast besser, als die Variante in Shiraz, da es oppulenter, leerer und heller war. Das Eishaus in der Wüste cancelten wir……..ob das nun gut oder schlecht ist, wird sich in Yazd und Kaschan zeigen. Hoffen wir mal, dass eine der beiden Städte uns etwas Ähnliches bieten kann.

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Unseren Nachmittagsschmankerl nahmen wir im Hotel im Teehaus ein. Danach gabs einen Nachmittagsschlaf.

Unser Abendprogramm bestand aus einem Bummel über den Prachtboulevard, dem Besuch einer Edelkonditorei sowie unserem grandiosen Abendessen.

Auf dem Rückweg fanden wir einen Laden, der fast nur deutsche Waren verkaufte. Über Zwilling, Brabantia, Leonardo, Villeroy& Boch war fast Alles vertreten, was Rang und Namen hatte…..Bravo, hier wird das Embargo umgangen!!!!!!

Iran 2019, VIII: Shiraz شيراز

Heute gab es bereits um 7:00 Uhr Frühstück und danach bezahlten wir unsere feudale Fressrechnung vom ersten Abend und die Wäsche.

Nachdem wir unsere Sachen durch den Basar geschlörrt und den Wagen auf dem Parkplatz ausgelöst hatten, machten wir uns um 8:00 Uhr auf den Weg nach Shiraz.

Die Landschaft wurde wüstenähnlicher, die Luftfeuchtigkeit lag bei unter 20% die Lippen sind spröde, die Hände lechzen nach Feuchtigkeit. Die Fahrt zog sich, wie vermutet……Wir machten unterwegs drei Stops, einmal um Melonen zu kaufen und die anderen Male um unsere Stehkloerfahrungen zu vertiefen. Übrigens, zwei Melonen kosten 0,70€ !

Um 15:00 Uhr erreichten wir Shiraz und unser Hostel, diesmal sind wir ohne großartige Probleme zu unserer Unterkunft gelangt. Und was haben wir für einen guten Wurf gemacht ! Das Seray-e Humayouni Guesthouse ist ein Traum aus 1001 Nacht und wir waren Alle von unseren Zimmerchen begeistert.

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Nach dem ersten „ Sackenlassen“ machten wir uns auf den Weg zum ersten Unesco Highlight, dem Bagh-e Naranjestan Garten, Unesco Weltkulturerbe, dem hübschesten Garten von Shiraz.

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Keine zehn Minuten vom Hostel entfernt und voll, voll mit deutschen Touristen. Shiraz scheint förmlich überlaufen mit deutschen Reisegruppen, Willkommen auf der Iran Rennstrecke!

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Nachdem wir uns an der netten kleinen Villa und der Gartenanlage satt gesehen hatten, war es mal wieder Zeit für ein wenig Bazar, diesmal der Vakil Bazar mit Seray Mehr Café, wo wir auch gleich mal zum Abendessen einkehrten. Petra, Ralf und ich aßen Dizi und diesmal wussten wir bereits wie man dieses isst. Mit sechs Leuten für 20€ essen gehen macht schon Spaß.

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Fünf von Sechs genossen den frühen Abend auf dem Basar, Eins von Sechs kurierte weiterhin den Rotz aus. Vier von Sechs widmeten sich der wichtigen Frage, ob Kupferauflaufformen wirklich notwendig sind-am Ende blieben diese im Laden.

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Drei von Sechs nahmen den Weg über die Vakil Moschee, zwei von Sechs liefen über eine andere tolle Moschee zum Hostel. Mit Tee und Gebäck ließen wir den ersten Abend in unserem zauberhaften Hostel ausklingen.

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Am nächsten Morgen hielten wir uns an den Rat der Reiseführer und waren bereits um 7:00 Uhr auf dem Weg in die Nasir al Molk Moschee, die Moschee mit dem berühmten Licht! Tja, was soll man sagen…..bereits um 7:20 tummelten sich um die 30 Leute vor der Moschee herum, drinnen war es in den ersten Minuten noch ruhig und dann war es mehr die Situation „Fliegen auf Scheiße“…..die selbstdarstellerische Selfie-Instagram Fraktion plus meine chinesischen Freunde, die sich nicht von 50 genervten Normaltouris aus der Fassung bringen ließen und mit zunehmenden Lichteinfall kam auch noch die Reisebusfraktion hinzu. Es gibt so schöne Fotos im www-von uns eher keine, zumindest nicht mit buntem Teppich! Willkommen im Massentourismus, hier wird wohl gegengesteuert werden müssen.

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Im Hotel genossen wir unser feudales Frühstück mit selbst gebackenen Brot und Ash sowie einem grandiosen pochierten Ei.

Danach machten wir uns wieder auf den Weg in die Innenstadt und liefen über die Khan Schule zum Vakil Badehaus und zur Vakil Moschee.

Die Koranschule wurde 1615 gegründet, das Gebäude war für 100 Schüler ausgelegt und wurde durch viele Erdbeben stark zerstört. Lediglich das Eingangsportal war immer unkaputtbar.

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Im Hamman-e Vakil wird nicht mehr gebadet, dafür hat Khomeini gesorgt-heute zeigen nur noch Puppen wie es mal war!

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Die Vakil Moschee wurde bereits zu Karim Khans Zeiten erbaut und hat eine beeindruckende Gebetshalle-leider macht sich langsam und allmählich Moscheekoller bei uns breit.

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Nach so viel Kultur mussten Klamotten und nen alkoholfreier Cocktail her -Mojito und ein neues Mäntelchen traten in mein Leben.

Beschwipst vom Nichtalkohol erkundeten wir im Anschluss einen Second Hand Teppichhandel und wurden für ganz wenig Geld fündig-ein Brüderchen-Schwesterchen Teppich werden ab demnächst Rangsdorf und Britz verzieren.

Ralf und Froggy brachten die neuen Errungenschaften ins Hotel, wir Mädels verliefen uns aus dem Weg zur Festung erstmal kräftig-300 m können manchmal hart sein. Wir vertrödelten den NaMi in der Sonne, unsere Herrlichkeiten ließen sich Zeit und wir ließen die Festung auf uns wirken.

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Die Festung Arg-e Karim Khan wurde in der frühen Regentschaft der Zand Zeit gebaut und war Teil des königlichen Hofs. Einer der vier Wehrtürme gilt als „Schiefer Turm von Shiraz“ da sich dieser merklich neigt…..da unterirdische Badehaus sorgte für Probleme.

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Die Festung wurde während der Pahlevi Ära als Gefängnis genutzt, man mag sich kaum vorstellen, wie schrecklich es gewesen sein muss…..auch heute ist die Festung noch kein wirkliches Schmuckstück, bis auf das berühmt berüchtigte Badehaus.

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Wir lechzten nach Eis und da hinter der Festung die Eisstraße von Shiraz liegt, war unser Schicksal besiegelt. Bereits jetzt sei gesagt, 5/5 überstanden das Abenteuer ohne Flitztk……Nr.6 versuchte sich nicht am Eis sondern an der lokalen Spezialität: Mais mit Champis und Jägersoße, ebenfalls ohne Spätfolgen.

Kulturell war Shiraz für uns fast abgehakt, auf Museen hatten wir Alle nicht so große Lust und somit vertrödelten wir den Nachmittag auf dem Bazar und gingen füh essen.

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Als letztes großes Highlight hatten wir uns den heiligen Schrein von Shah-e Cheragh aufgehoben. Auf dem Gelände liegt der Schrein von Sayyed Mir Ahmad der 835 n. Chr. nach Shiraz kam und dort getötet wurde. Er war einer von 17 Brüder des Iman Reza ( damit direkter Nachkomme von Mohammed) . Desweiteren sind auch Sayyed Mir Mohammed und einem namentlich mir unbekanntes Brüderchen von Ahmad beerdigt.

Das wir Mädels der Tschadorpflicht unterlagen war uns bereits klar. Leider hatte der Reiseführer verschwiegen, dass nur Handys, keine Taschen aufs Gelände dürfen. Außerdem war ungehindertes Umherschwänzeln verboten, uns wurde eine beflissende Religionshüterin zur Seite gestellt. Um eine Lanze zu brechen, das Mädel hatte eine so dermaßen angenehme Art, sie missionierte nicht, sprach von Abraham nicht von Ibrahim als sie in die Geschichte einstieg und erfragte Hintergründe zum christlichen Glauben ( mehr Protestanten oder Katholiken in D? Unterschiede im Glauben). Außerdem stellte sie die Gemeinsamkeiten im Glauben als auch zw. Persien und Deutschland her…..Keine/r von uns Sechs wird keinen Wunsch am Schrein geäußert haben, schließlich gehen Shiiten savon aus, dass jeder Besucher eines Schreins von den Propheten eingeladen wurde, auch wir !

Ein Wunsch der von uns offen geäußert wurde: Allah, Gott oder wer auch immer, bitte lass niemals Bomben auf dieses Schmuckstück fallen.

Wir gingen getrennt nach Männlein und Weiblein in den Komplex, bekamen die Tschadore und unterzogen uns einer Einlasskontrolle. Zunächst besuchten wir die Moschee, danach die Schreine. Den Schrein von Ahmad durften wir nur von außen durch die Tür bewundern und den stillen Wunsch äußern, bei den Brüderchen gings lässiger zu, allerdings wurden die Herren mit einem grünen Religionsfeudel vom Schrein gefeudelt und standen ohne Schuhe vor der Tür, da unsere Religionshüterin diese in Verwahrung genommen hatte.

Achtung, 100% der Fotos stammen von unseren Handys:

Tschadorladies:

Moschee

Eingang zum Heiligen Bereich.

Hier durften wir nicht hinein, nur Wünschlein äußern:

Bei den Gebrüdern mir gings lässiger zu, natürlich wurden wieder Wünsche geäußert.

Der Besuch hatte uns nicht kalt gelassen und ich raten jeder/m Iranbesucher/in diesen Schrein zu besuchen und einzutauchen.

An unserem letzten Tag wurde es archäologisch-wir besuchten die Unsecostätten Naqsh-e Rostan und Persepolis.

Zunächst fuhren wir zu der antiken Stätte von Naqsh-e Rostan mit seinen Felsengräbern. Man geht davon aus, dass die vier Gräber von Dareios I u. II .Artaxerxes I und Xerxes I hier liegen, ganz sicher sind sich die Historiker allerdings nicht. Die Steinreliefs zeigen anschauliche Eroberungszenen und königliche Zeremonien.

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Persepolis über die Mittagssonne zu besuchen war bestimmt nicht unsere cleverste Idee, das zarte tomatenrot auf Gesicht, Hände und Scheitel erzählen eine eigene Geschichte.

Persepolis war eines der antiken Weltwunder, Dareios der Große baute diese grandiose Stadt 520 v Chr. Alexander der Geoße zerlegte genau diese in Schutt und Asche um 330 v. Chr…..Männer die sich für die Größten hielten waren immer die Schachfiguren in dieser Region. Der Schah hielt 1971 eine millionenschwere Party in Persepolis zur 2500 Jahr Feier Persiens ab, die älteren haben bestimmt noch Bilder der TV Übertragungen vor Augen.

Ich gehe auf die einzelnen Häuser, Treppen und Reliefs nicht ein, seid aber versichert, es lohnt sich……vor Allem die Reliefs.

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Am späten Mittag fuhren wir wieder zurück nach Shiraz und wurden Zeugen einer kleinen revolutionären Tat. Wir hoffen, dass diese mutigen Hoffnungsträgerinnen die Zukunft des Irans symbolisieren.

Wir überfielen einen eher seltenen Supermarkt und fraßen uns durch frisch gebackenes Brot und Joghurt. Der Abend ging für Körperpflege und packen drauf, unser Abendessen nahmen wir im Hostel ein. Es gab Puffer aus Berberitzen, Walnüsse, Ei, Spinat, Mehl und dazu Joghurt. Neben Tomaten wurden auch Gurken gereicht und erstaunlicherweise wurden wir satt.

Um 22:00 Uhr knipsten wir das elektronische Klärchen aus.

Iran 2019,VII: Esfahan اصفهان

Nach einer Mütze Schlaf sah die Welt wieder anders aus. Fünf von Sechs waren ok und einigermaßen wieder hergestellt, Mathias hatte Rotz und Husten.

Fünf von Sechs machten sich nach dem typischen Frühstück auf den Weg in die City, Mathias verkroch sich wieder ins Bett.

Wir schlenderten durch den vollkommen leeren Basar, 99,9% der Läden war geschlossen bis zum Naqsh-e-Jahan Platz,dem drittgrößten Platz der Welt, mit einer Ausdehnung von 512m Länge und 163m Breite. Größer sind nur Tian Menund Roter Platz. Doch anders als zuletzt Genannte eignet sich der Platz nicht für Militärparaden, da ein Wasserbecken mit Springbrunnen und eine Gartenanlage die Basararkaden schmücken. der Platz wurde von Shah Abbas dem Großen 1602 angelegt und einige Veränderungen wurden von den Pahlavis durchgeführt, wie die Springbrunnen und Pferdekutschen auf dem Platz.

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Wir lernten einen Typen vom Teppichgeschäft kennen, der mit Ralf auf dem Moped zur nächsten Geldwechselstube fuhr, um zu schauen, ob diese offen war-Fehlanzeige kein Geld am Geburtstag des Mahdi, andere nennen es Ostern!

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Wir schlenderten zunächst über den Platz und schauten uns die Angebote für die Touris an, der sehr viel käuflicher als der Kram auf den Bazar-e Bozorg wr. Petra wurde fündig, ein neuer Tischläufer wird bald den Esstisch in Rangsdorf schmücken.

Unser erstes Highlight war die Moschee des Schah, Masjed-e Schah. Leider steht diese zum Teil „under reconstruction“ sie war dennoch mehr als sehenswert. Die Moschee ist seit 400 Jahren unverändert, die Kuppel wurde 1629 vollendet und der gesamte Komplex steht als Denkmal für die Errungenschaften der Safawiden Dynastie.

Das Portal der Moschee wurde zum Innenhof gebaut, die Moschee selbst zeigt nach Mekka. Mit Absicht wurden Ungenauigkeiten implementiert um die Demut gegenüber Allah zu zeigen.

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Nach der Moschee ist vor der Moschee-wir besichtigten nach der Schah Moschee die Lotfollah Moschee, die zw 1604-1619 gebaut wurde und einen Gegenpol zu der gewaltigen Schah Moschee bildet. Sie wird auch als schönste Moschee der Welt bezeichnet, und so ganz falsch liegen die Fachexperten damit nicht.

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Nach einem üppigen Resteessen, inkl Nachtisch aus Lamm ( wir dachten es sei Mango) schlenderten wir in die Masjed-e Jameh, der Freitagsmoschee, die mit 20.000 qm die größte im Iran ist und bereits im 11 Jh mit eine Vorversion der Moschee gebaut wurde.

Bereits die Anhänger Zarathustras sollen hier gebetet haben.

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Tschadore vor der Jameh Moschee…….für jeden Geschmack etwas dabei !

Mit einem weiteren Basarbummel und einem Schlendrian über den Naqsh-e Jahan Platz ging der erste Sightseeing Tag in Esfahan zu Ende.

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Wir genossen auf dem Dach des Kunstmuseums den weitläufigen Blick über den Platz und genossen Tee und Café Americano.

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Mathias traf in dem Café des Schmuckmuseums einen langjährigen Kunden aus Berlin, so klein ist die Welt.

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Zum Abendessen gab es Ash, eine dicke Nudelsuppe mit Bohnen.

Wir gingen früh ins Bett, die Wunden wollten geleckt werden.

Am nächsten Morgen starteten wir wieder zu Sechst un den Tag. Zunächst mussten Rial her, Mathias, Ralf, Annegret und Karin machten sich mit dem Taxi auf dem Weg zum Geldwechsler, Peti und ich durchstöberten die Haushaltswarenläden und erfragten Apotheken, mich hatte eine Blasenentzündung erwischt.

Als wir wieder Millionäre waren, stiegen wir in zwei Taxis und fuhren zur Kelisa-ye Vank der armenischen Kirche von 1655. Vorher besuchten wir eine sehr gut sortierte Apotheke, ich bekam iranisches Antibiotikum, welches Gott sei Dank im Verlauf des Tages anschlug.

Im Inneren der Vank überraschten uns tolle Fresken, die mich allerdings auch an flämische Maler erinnerten, auf dem Außengelände wurde an den Genocid der Armenier gedacht.

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Wir liefen gemütlich durch das Armenierviertel bis zur berühmten Si-o-Seh Brücke mit ihren 33 Bögen, erbaut 1599. Sie ist bis heute ein beliebter Treffpunkt und eine Verbindung der Innenstadt zum Armenierviertel. Natürlich waren wir auch dort wieder ein beliebtes Fotomotiv.

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Da Teestuben rar waren, gab es typisches iranisches Fastfood zum Mittag: Dôner und Pizza für 9€ für sechs Personen.

Im Anschluß schnappten wir uns wieder zwei Taxis und gingen auf Palasttour. Unser erstes Ziel war der Kakh-e Chehel Sotun, ein Lustschloss mit 20 Säulen die sich im Wasserbecken spiegeln und dem Palast seinen Namen gaben, 40 Säulen! Bei dem heutigen Palast handelt es sich um einen Wiederaufbau nach einem Feuer von 1706, der Ursprungspalast wurde unter Shah Abbas 1649 vollendet. Wirklich sehenswert ist nur der Thronsaal mit atemberaubenden Fresken und der Eingang mit seinen Spiegeln.

Nach der Kultur wurde zünftig im palasteigenen Teehaus Chay gesüffelt.

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Zurück am Platz besichtigten wir endlich den Ali Qapu Palast mit seinem schönen Blick von der Terasse auf den Naqsh- e-Jahan-Platz sowie das berühmte Musikzimmer mit einem tollen Deckengewölbe.

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Ab dem Palast trennten sich ein wenig die Wege, Froggy nahm das gestrige Tagesprogramm im Angriff, die Anderen gingen schlendern, ich setzte mich an das Wasserbecken und lernte Nader kennen der ziemlich freimütig zugab, abgelehnter Asylbewerber in D zu sein, mir nen bissel was über die Flucht 2015 berichtete und natürlich auf Frauenfang war! Da war ich ja mal die ganz falsche Gesprächspartnerin….später sah ich ihn auf andere Mädels einquatschen.

Den Spätnachmittag verbrachten wir im Hostel und sortierten unsere Laundry….zuerst hatte ich einen Socken zu viele und drei Schlüppis zu wenig….ich bin auf die Inventur in Berlin gespannt, wenn die Sachen sortiert sind.

Zur blauen Stunde rückten wir für Nachtfotos auf den Platz aus und da sich am Ende doch das kleine Hungerchen meldete, gingen Petra, Ralf und wir Zwei in ein entzückendes Café und kosteten Mirza Ghasemi, Aubergine-Ei-Spinat mit Fladen.

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Wir ließen den Abend im Hostel ausklingen, sortierten die Laundry ( ein Kleid und ein T-Shirt blieben auf der Strecke) und schlüpften zum letzten Mal in unser Esafahan Bettchen.

Iran 2019, VI: Abyaneh ابیانه – Isfahan

Um 4:30 Uhr klopfte es zart an unserer Zimmertür und ab diesen Moment waren wir zu Sechst. Die Berliner/-innen hatten es mit der liebreizenden Pegasus nach Teheran geschafft. Dank Germania ohne Essen und ohne die Möglichkeit die Sitze zu verstellen. Die nächsten Minuten vergingen mit „großem Hallo“ und wie machte es uns jetzt zu Sechst im Zimmerchen gemütlich.

Um 7:00 Uhr stürmten wir das gute Frühstücksbuffet des Novotel und in der Rückschau des Tages, war das üppige Frühstück ( Spaghetti und gebackenes Gemüse ) genau das Richtige……man sollte im Iran nie den Tag vor dem Abend loben! Mathias und Ralf verzogen sich kurz nach 8:00 Uhr in Richtung Europcar, Karin und Petra versuchten sich an Irancell und „Kohle hole“ da die Pegasus Gäste an einem anderen Terminal abgeladen wurden, war die Einreise für dei Vier eben doch ganz anders gewesen. Annegret und ich schauten nen bissel Koran TV und gammelten die letzte Stunde auf dem Zimmer dahin. Mathias und Ralf kamen mit Auto und Sim für alle Beteiligten zurück, Karin und Petra durften immerhin 10€ tauschen, upps…..später erfuhren wir,dass immer erst ab 10:00 Uhr das Geld ausgegeben wird, wenn der aktuelle Wechselkurs feststeht. Könnten ja ansonsten ein paar Millioen flöten gehen.

Um 10:30 Uhr waren wir mit unserem Bus „on the road“, im Laufe des Tages bekam das Raumwunder den Namen Farsiwahn…… Bereits beim Beladen des guten Stückes bemerkten wir, dass der Zigarettenanzünder nicht funktionierte und wir weder Navi noch Handy laden können-suboptimal, bei fehlender Navigation ist man quasi im Blindflug unterwegs. Es war klar, wir müssen schnellstens an eine Tanke anfahren. Doch zunächst ging es bei quasi nicht vorhandenen Verkehr Richtung Qom, wir richteten uns im Wagen ein und freuten uns über den guten Zustand der Schnellstraße. Die Landschaft war abwechslungsreich, wir sahen wunderschöne Mohnfelder, die fast als roter Teppich bis zu den Bergen gingen und diese wirklich in rot erscheinen ließen. Wieder hockten die Iraner neben der Autobahn, piknickten und machten Selfies. Als nochmals bunte Berge auftauchten, schnappte ich mir die Kamera und drückte nochmals ab.

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Wir kamen zügig voran und kurz hinter Kashan, rd 80km vor Abyaneh legten wir einen Reparatur-Pinkel-Sightseeingstop an einer Tankstelle mit pittoreskem Lehmdorf ein. Aus diesem Reparatur-Pinkel-Sightseeingstop wurde ein Reparatur-Pinkel-Tee-Sightseeingstop da die Jungs von der Tanke uns zu sich einluden und uns mit Tee, Keksen und komischem Obst versorgten. Karin und Annegret saßen fotogen vor den Herren Khomeini und Chameni und bekamen einen ersten Eindruck der weltberühmten Gastfreundschaft der Perser. Wir waren begeistert. Zu den Toiletten gibts unterschiedliches zu berichten, Peti und ich hatten Glück bei der Wahl des stillen Örtchens, Karin weniger….

Das Sightseeingprogramm neben der Autobahm sah so aus:

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Nachdem wir eine Sicherung hatten, fuhren wir ins jahrhundertealte Abyaneh. Vorbei an militärischen Einrichtungen ( Fotos verboten) kroch Farsiwahn in die Berge. Am Ortseingang kam der übliche Eintritt und diesmal gabs sogar eine Broschüre zum Dorf und uns war klar, das hier wird anders- und wir behielten recht…..der Ort wird förmlich überrannt und da Samstag war tummelten sich Iraner und Reisegruppen durch die hübschen Gasen und wir mittendrin!

Wir bahnten uns unseren Weg durch die Gassen und Straßen, bewunderten und schönen Häuser und Moscheen und hörten neben uns einen ganzen Haufen anderer deutsch redender Menschen-Willkommen auf der Iranrennstrecke.

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Nach gut 1,5,5 Stunden und zwei Versuchen das Örtchen auch in der Gesamtperspektive zu sehen, begaben wir uns wieder auf die Bahn Richtung Esfahan. Das Navi sagt etwas von 17:45 Ankunft und bis auf einen leuchtenden Motoblock im Display waren wir glücklich und zufrieden plus richtig kaputt und müde (die Neuankömmlinge). An der nächsten Reparaturtanke konnten wir klären, dass es nicht das Öl ist was Farsiwahn fehlt und somit wurde die Anzeige unter Spaß verbucht und wir fuhren weiter.

Kaum waren wir in der Stadt ging nix mehr- Stau ohne Ende, iranischer Wahnsinn auf den Straßen, Alle wollten Richtung Innenstadt. Wir orteten unser Hostel bereits über googlemaps, kamen aber nicht ans Haus heran, da der großenBasar irgendwie immer dazwischen lag oder wir in einer Lehmhaussackgasse steckten.

Die Iraner feierten auf den Straßen, wir bekamen Muffins in den Bus gereicht und nahmen dankbar an, Hunger hatten wir alle Male. Nach rd .zwei Stunden Kurverei blieb Mathias in zweiter Spur, mit offener Motorhaube stehen und Ralf sprintete zum Hostel und kam mit unserem Gastheber zurück. Nach einigem Hin& Her wurde ein Parkplatz gefunden und wir liefen wie die Packesel in zehn Minuten durch den Basar zum Hostel. Dies hätten wir NIE alleine gefunden. So freuten wir uns umso mehr, gegen 21:00 Uhr endlich angekommen zu sein. Der Ashkani Palace war ein Boutique Hostel in einem 340 Jahre alten, typischen Haus mit reizenden Gastgebern.

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Nachdem die Zimmer bezogen waren, bestellten wir Essen! Aufgrund der Mahdi Feierlichkeiten ( 12 Prophet der Shiiten) dauerte es nochmal zwei Stunden, bevor wir endlich, endlich gegen 0:00 Uhr ins Bett fielen.

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Iran 2019, V: Zanjanزنجان – Teheran

99,9% aller Touristen fahren an Zanjan vorbei, wir waren die 0,1% Ausnahme. Bereits bei der Suche nach einem akzeptablen Hotel kamen wir schnell an unsere Grenzen. Es gibt ein sündhaftteures Luxushotel am Stadtrand und dann gibt es das Asia Hotel, unsere Bleibe für eine Nacht und das schlechteste Hotel (bislang) auf unserer Tour. 3x teurer als das Sina in Täbris und 3x schlechter noch dazu.

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Wir wohnten ebenfalls nicht sehr zentral und da wir ziemlich spät aus Soltaniye „hereingeflattert“ waren, hielten wir es nicht lange in unserem lauschigen Zimmer aus sondern ließen uns von maps.me verirren. Den Weg, den die App gewählt hatte, versetzte uns schlagartig in die Zeit der 80er Jahre und in den Iran/ Irak Konflikt zurück, ärger sieht ne Kriegsfront auch nicht aus:

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Ich kann aber zumindest versichern, dass es sich hierbei nicht um den Prachtboulevard von Zanjan handelt und das das gesamte Gebiet wohl abgerissen wird……Großbaustelle großräumig. Nach dem wir den ersten Schock überwunden hatten sahen wir dann doch noch versöhnliche Ecken der 400.000 Einwohner großen Stadt.

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In den folgenden Schrein gehen nur Frauen hinein, vermutlich um für großen Kindersegen zu beten.

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Wir wollten unbedingt auf den Basar und dort in eine Teestubenhöhle namens Haji Dadash, welche sehr bekannt für Dizi Sanghi, dem Nationalgericht der Iraner ist.

Der Basar gehört den Zanjanern, es gibt keinen Touritrödel, noch gibt es irgendwelche Touris…..wir wurden noch mehr angestarrt als z.B in Täbris.

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Die Teestube liegt mitten im Basar, gegenüber einer Moschee und verströmt echten persischen Charme. Nette Kellner und eine coole Atmosphäre laden zum gammeln ein. Auch wir versackten,, „schei….was auf sightseeing“ ! Mit ner Kanne Tee und dem sehr guten iranischen Gebäck wurde die nahende Erkältung von Mathias bekämpft gegen 19:30 gab es dann das Nationalgericht Dizi.

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Dizi ist ein sehr schmackhafter Eintropf, bestehend aus Lamm, Kartoffeln, Kichererbsen und Tomate sowie Kräutern und Lammfett von der Keule. Dizi löffelt man nicht einfach aus, sondern zelebriert das Essen. Zunächst wird das Lammfett aus dem Tontopf genommen und in der Schale mit dem Stampfer zerkleinert, Dann wird die Schale mit Brot ausgelegt und die Brühe aus dem Tontopf zugegeben. Wer mag würzt die Brühe nochmals mit Kräutern und Salz und löffelt erstmal diese aus. Danach werden die Kartoffeln, Fleisch, Kichererbsen ebenfalls zerstampft und gegessen- sauleckere Angelegenheit !

Nach unserem Mahl schlenderten wir noch durch die Bazargassen und nahmen einen anderen Ausgang. Wir standen vor der Masjed-e Jameh, der Freitagsmoschee. Jede Stadt hat eine Moschee für das große Freitagsgebet, in früheren Zeiten war dies immer die prächtigste und größte Moschee. Dies hat sich mittlerweile geändert, da die alten Gemäuer dem Bevölkerungswachstum der letzten Jahrhunderte nicht mitwuchsen.

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Der Tag hatte uns geschafft und da wir am nächsten Tag nur nach Teheran zurück mussten und keine Lust mehr auf einen erneuten Stopover in Qazvin verspürten, entschieden wir uns zu einem morgendlichen Stadtbummel mit Taxifahrer. Wir wurden schnell fündig, indem wir mit einem illegalen Privattaxi zurück in unsere Kaschemme fuhren und uns Ferathun sofort und umgehend sympathisch war. Wir verabredeten uns mit ihm für 8:30 am nächsten Morgen und verzogen uns in unser anheimelndes Zimmer.

Das Hotel war voll und laut, bis nach 23:30 Uhr rannten die Gören durch die Flure, plärrten die religiösen Programme und statt Flurfunk gab es Treppenfunk auf persisch- bloss blöd das unser Zimmer neben der Treppe lag.

Am nächsten Morgen regnete es mal wieder, statt 18 Grad waren es dann nur noch 9 Grad. Als wir frühstücken wollten, stellten wir fest, dass eine gesamte Flugzeugcrew mit uns im Hotel gewohnt hat und im wahrsten Sinne des Wortes zum Abflug bereit war. Welche Airline haben wir nicht herausbekommen, die Mahan Air gilt als bessere Airline im Vergleich zu Iran Air……vermutlich war es also die Iran Air Crew, wenn ich über das Hotel nachdenke. Ich muss bei Gelegenheit mal Flugzeuguniformen googleln…..

Das Frühstück fiele ebenfalls sehr spartanisch aus, dafür war Feradhun mehr als pünktlich und fuhr uns auf unseren Wunsch zuerst zur Mir-Baha-e-Din Brücke, die von den Kadscharen erbaut wurde.

Am Fluss angekommen, fiel uns der viele Müll im Wasserlauf auf. Der Iran hat eh kein kleines Plastikproblem, insbesondere auf Höhenplateaus, wo der Wind den Dreck nett verteilt, doch der Müll im Wasser entsetzte uns sehr. Unser Fahrer erklärte uns, dass dies Überbleibsel der Überschwemmungen wären, der Müll im Fluss angetrieben werden würde….gut das Arbeiter dabei waren, den Flusslauf zu reinigen.

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Nach der weltlichen Brücke versuchten wir religiös zu werden,Betonung liegt auf Versuch! Die Moscheen waren so gut wie alle noch geschlossen- das am heiligen Freitag. Deshalb gibts fast nur Fotos von außen.

Freitagsmoschee

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Eine betagte No Name Moschee- ebenfalls geschlossen

Revolutionsdenkmal:

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Fündig wurden wir in der Rasul Ullah Moschee. Diese soll zwar ein Hingucker bei Sonnenuntergang sein, wir fanden sie auch im Nieselpiesel ganz nett. Feradhun sprach mit den Imanen und wir konnten hinein, obwohl auch diese Moschee geschlossen war. Mathias durfte sogar in den Teil für die Frauen, ich hatte eh Zugang zu gesamten Moschee. …..somit bekamen wir eine Privatführung.

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Wir besuchten zum Abschluß noch das archäologische Museum von Zanjan, welches eine große Besonderheit aufweisen kann…..die berühmten Salzmänner. Hierbei handelt es sich um Naturmumien, die 2004 gefunden wurden und durch Salz konserviert wurden. Die Mumien waren in einer herausragenden Verfassung, es war noch Kleidung, Schuhe, Messer, Fingernägel sogar ganze Gesichtszüge erkennbar. Leider kann ich keine Fotos präsentieren…..da diese verboten waren-gut so.

Dafür gab es noch andere Artefakte, die nennenswert sind……ich habe z.B Aladins Wunderlampe entdeckt.

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Und den Schmuck und die Goldmünze hätte ich auch gerne mitgenommen.

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Herzlich verabschiedeten wir uns von Feradhun der sich sehr über sein Geld freute. 500.000 Rial = 3,33 € für für 2,5 Std Stadtspaziergang.

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Wir machten uns auf de Weg nach Teheran und waren am Ende echt überrascht, wie lange wir noch unterwegs waren. Erst gegen 14:00 Uhr erreichten wir den Flughafen und verwarfen unsere Idee, in die Stadt zu fahren.

Wir checkten im IBIS ein und gaben dann problemlos das Möhrchen ab. Der Renaut Tondar war uns ans Herz gewachsen, der kleine Kerl hat uns tapfer durch den Iran gefahren und auch wenn er mindestens 3-5 Schrammen und Beulen mehr von uns davon getragen hat, ich hoffe er hat noch ein langes Autoleben.

Der Rest des Tages ist schnell erzählt, Mathias kurierte Rotz und ich schrieb Blog und sortierte Fotos.

Am Abend gabs Kebab im Novotel und danach hieß es waren auf die Berliner, ab jetzt reisen wir dann zu Sechst.

Iran 2019, IV: Kandovan کندوان & Soltanye سلطانيه

Der Wetterbericht hatte winterliches Wetter vorhergesagt und tatsächlich regnete es heute früh gewaltig. Wie ließen es ruhig angehen, schließlich hatten wir nur einen großen Tagesordnungspunkt und der hieß Kandovan.

Bevor wir aber in dem pittoresken Dorf ankamen, musste die Farsimöhre dringend etwas zu schlürfen bekommen und bei dollem Gewitter fuhren wir von der Haupstrecke ab und suchten Möhrchen für die Möhre. Das Wetter wurde zusehends schlechter, 5km vor Kandovan fing es an zu schneien und zu hageln. Die Wetter App sagte etwas von 4 Grad, da der weiße Rotz aber liegen blieb, muss es kälter gewesen sein. Die Vorhersage für die nächsten Tage verheißen nichts Gutes für die Region, ab Samstag schneit es wieder täglich bei Minusgrade, naja wir sind ja auch wieder 2200m hoch.

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Wir fuhren direkt ins Laleh Rocky Kandovan Hotel und hatten großes Glück, dass wir sofort einchecken konnten. Wieviel Glück wir hatten, bemerkten wir bei der Zimmerinspektion-wir hatten ein Upgrade mit Whirlpool erhalten! Das Hotel war nicht günstig gewesen, aber die einzige Option direkt im Ort zu schlafen und das auch noch in einer Lavasteinhöhle. Natürlich hatten wir uns für ein normales DZ entschieden, da aber eine chin. Reisegruppe von Maral Tours abends auftauchte, hatten wir das Upgrade erhalten, schließlich hat das Haus nur 20 Zimmer. Noch nie war ich Chinesen so dankbar gewesen…..

Lassst Euch von der Anlage verzaubern:

Bild vom späten Nachmittag, da hatte sich der Hagel und Schnee verzogen
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Unser Eingang
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Da es immer noch stark regnete und schneite verzogen wir uns erstmal in den Whirlpool und genossen die Blubbermassage, uns fehlte eigentlich nur ein Glas Sekt, undenkbar im shiitischen Iran.

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Danach genossen wir unser Zimmer, plünderten die Minbar, machten uns Nescafé und aßen leckere Waffeln mit Kaffeegeschmack.

Aufeinmal kam die Sonne heraus und Mathias stoch die Hexe! Ohjee, ausgerechnet jetzt ein Futonbett! Da aber Laufen die beste Medizin bei angeschossenem Rücken ist, machten wir uns auf den Weg ins Dorf und kehrten nach zehn Metern um! Es hagelte, schneite und regnete- bei strahlenden Sonnenschein! Verrückte Welt! Also nahmen wir das satte und zufriedene Möhrchen und kullerten die 500m ins Dorf …..da war es dann auch schon wieder trocken.

Kandovan besteht aus Lavastein/Tuffstein und ist damit geologisch den Felsenwohnungen in Kappadokien und Guadix ( Andalusien) sehr ähnlich. Die Tuffkegel sind sogar mehrstöckig mit Ställen fürs Vieh. Das Dorf ist mehrere Jahrhunderte alt, mittlerweile hat sich aber ein Unterdorf entwickelt, welches ein wenig den Zauber von Kandovan nimmt. Wir schlenderten dennoch hochzufrieden durch Schneematsch und Schlamm und freuten uns über das Dorf und den strahlenden Sonnenschein.

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Nachdem wir den Dorfkern besichtigt hatten, liefen wir auf die andere Seite des Sawand ( Fluss) und kraxelten den Hügel hinauf. Dabei genossen wir Salzkirschen ( Schattenmorellen mit Salz haltbar gemacht) , die wir vorher einer geschäftstüchtigen Hausfrau in Kandovan abgekauft hatten. Vorher warfen wir noch einen Blick in ihre Höhle- not too bad wie der Australier so sagt.

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Der Blick auf Kandovan ist nicht ganz so schön wie auf Masouleh aber wir wollen mal nicht meckern.

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Zurück im Hotel las ich mich ein wenig in den Islam ein und lernte, dass die Sunniten die orthodoxeren Muslime sind, hier im Iran die reformierteren Shiiten zB nur 3x beten am Tag als ausreichend betrachten, Christen und Juden weder verfolgt noch drangsaliert werden. Die iranischen Juden haben das Angebot Israels auf Einwanderung abgelehnt, da die iranischen Wurzeln stärker als der jüdische Glauben ist. Der IS bezeichnet die Shiiten übrigens als ungläubig! Uns war auf jeden Fall nun klar, warum wir auf die Münzen in Ardabil hingewiesen wurden und warum die Kirchen gehegt und gepflegt werden, Nichtmuslime in die Moscheen dürfen und Frauleins von Männleins nicht getrennt werden. Übrigens sind Röcke nicht gerne gesehen, obligatorisch trägt Frau Hose. Achja und noch ne überraschende Info, gleichgeschlechtliche Liebe wird nicht gerne gesehen aber theoretisch nicht verfolgt UND der Iran setzt nach Thailand die meisten Geschlechtsumwandlungen um……und revolutionär, der Staat zahlt 50% der OP Kosten. Na, nun habe ich die/den Eine/n wieder überrascht, oder????

Abends aßen wir stilvoll in der einzigen Option, in unserem Hotel. Es gab mal wieder Forelle, wir hatten am Nachmittag nen Spießchen verputzt und keinen großen Hunger.

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Mathias verschwand mit der Hexe als Begleiterin nochmal in den Whirlpool, später flimmte das erste Mal die Glotze—auf jedem Kanal religiöse Verblödung, mit Gebärdensprache. Gegen 22:30 gingen wir in Bett, die Fussbodenheizung war so hoch eigestellt, dass wir trotz offener Haustür, Minusgraden vor genau dieser, das Zimmer nicht unter 25,5 Grad bekamen. Uns stand eine schweißtreibene Nacht bevor….aus der wir viel zu früh und fix und fertig erwachten.

Das Frühstücksbuffet war erweitert iranisch, wurde aber erst ab 8:30 serviert-für uns und unsere Pläne etwas zu spät.

So kamen wir erst um 9:45 Uhr auf die Spur nach Zanjan und graulten uns ein wenig über die 420km die vor uns lagen.

Überraschenderweise war die Fahrt überhaupt nicht wild, wir verfuhren uns nicht, der Verkehr war flüssig und 125 km vor Zanjan verwöhnten grandiose Panoramen und die bunten Berge unsere Augen. Wir wurden schwach und gönnten uns ein paar Aprikosen vom Straßenrand und fuhren die 20km lange „ Bunte Berge Strecke“ gemütlich ab, inklusive ein paar Fotostops.

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Um 15:15 kamen wir in Soltaniye, der Stadt der Sultane, an und bewunderten den Dome, der ebenfalls Weltkulturerbe ist und eigentlich Oljeitu Mausoleum heißt. Der besagte Oljetu ( mongolischer Sultan) baute das Mausoleum eigentlich für die sterblichen Überreste des Imam Ali, Schwiegersohn des Propheten Mohammed, konnte aber die Ulemas ( Religionsgelehrten) nicht überzeugen, ihm den Leichnahm zu überlassen. Somit wurde Nadschaf im Irak zur zweitwichtigsten Pilgerstätte nach Mekka und nicht Soltaniye. Der Baumeister itself wurde im Mausoleum 1312 beigesetzt und liegt unter einer der größten türkisen Backsteinkuppeln weltweit.

Das Bauwerk wird zu Zeit restauriert, im Innenraum steht alles voller Gerüste, lediglich von außen ist die Pracht zu bewundern.

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Es gibt noch mehr Mausoleen im Umfeld,die ich gerne besucht hätte. Doch die Uhr machte wie immer ticktack und wir wollten auch noch ein wenig durch Zanjan bummeln. Also ließen wir uns wieder mal von maps.me in die Irre führen und fuhren auf Umwegen die 35 km zurück nach Zanjan.