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Iran 2019, V: Zanjanزنجان – Teheran

99,9% aller Touristen fahren an Zanjan vorbei, wir waren die 0,1% Ausnahme. Bereits bei der Suche nach einem akzeptablen Hotel kamen wir schnell an unsere Grenzen. Es gibt ein sündhaftteures Luxushotel am Stadtrand und dann gibt es das Asia Hotel, unsere Bleibe für eine Nacht und das schlechteste Hotel (bislang) auf unserer Tour. 3x teurer als das Sina in Täbris und 3x schlechter noch dazu.

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Wir wohnten ebenfalls nicht sehr zentral und da wir ziemlich spät aus Soltaniye „hereingeflattert“ waren, hielten wir es nicht lange in unserem lauschigen Zimmer aus sondern ließen uns von maps.me verirren. Den Weg, den die App gewählt hatte, versetzte uns schlagartig in die Zeit der 80er Jahre und in den Iran/ Irak Konflikt zurück, ärger sieht ne Kriegsfront auch nicht aus:

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Ich kann aber zumindest versichern, dass es sich hierbei nicht um den Prachtboulevard von Zanjan handelt und das das gesamte Gebiet wohl abgerissen wird……Großbaustelle großräumig. Nach dem wir den ersten Schock überwunden hatten sahen wir dann doch noch versöhnliche Ecken der 400.000 Einwohner großen Stadt.

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In den folgenden Schrein gehen nur Frauen hinein, vermutlich um für großen Kindersegen zu beten.

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Wir wollten unbedingt auf den Basar und dort in eine Teestubenhöhle namens Haji Dadash, welche sehr bekannt für Dizi Sanghi, dem Nationalgericht der Iraner ist.

Der Basar gehört den Zanjanern, es gibt keinen Touritrödel, noch gibt es irgendwelche Touris…..wir wurden noch mehr angestarrt als z.B in Täbris.

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Die Teestube liegt mitten im Basar, gegenüber einer Moschee und verströmt echten persischen Charme. Nette Kellner und eine coole Atmosphäre laden zum gammeln ein. Auch wir versackten,, „schei….was auf sightseeing“ ! Mit ner Kanne Tee und dem sehr guten iranischen Gebäck wurde die nahende Erkältung von Mathias bekämpft gegen 19:30 gab es dann das Nationalgericht Dizi.

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Dizi ist ein sehr schmackhafter Eintropf, bestehend aus Lamm, Kartoffeln, Kichererbsen und Tomate sowie Kräutern und Lammfett von der Keule. Dizi löffelt man nicht einfach aus, sondern zelebriert das Essen. Zunächst wird das Lammfett aus dem Tontopf genommen und in der Schale mit dem Stampfer zerkleinert, Dann wird die Schale mit Brot ausgelegt und die Brühe aus dem Tontopf zugegeben. Wer mag würzt die Brühe nochmals mit Kräutern und Salz und löffelt erstmal diese aus. Danach werden die Kartoffeln, Fleisch, Kichererbsen ebenfalls zerstampft und gegessen- sauleckere Angelegenheit !

Nach unserem Mahl schlenderten wir noch durch die Bazargassen und nahmen einen anderen Ausgang. Wir standen vor der Masjed-e Jameh, der Freitagsmoschee. Jede Stadt hat eine Moschee für das große Freitagsgebet, in früheren Zeiten war dies immer die prächtigste und größte Moschee. Dies hat sich mittlerweile geändert, da die alten Gemäuer dem Bevölkerungswachstum der letzten Jahrhunderte nicht mitwuchsen.

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Der Tag hatte uns geschafft und da wir am nächsten Tag nur nach Teheran zurück mussten und keine Lust mehr auf einen erneuten Stopover in Qazvin verspürten, entschieden wir uns zu einem morgendlichen Stadtbummel mit Taxifahrer. Wir wurden schnell fündig, indem wir mit einem illegalen Privattaxi zurück in unsere Kaschemme fuhren und uns Ferathun sofort und umgehend sympathisch war. Wir verabredeten uns mit ihm für 8:30 am nächsten Morgen und verzogen uns in unser anheimelndes Zimmer.

Das Hotel war voll und laut, bis nach 23:30 Uhr rannten die Gören durch die Flure, plärrten die religiösen Programme und statt Flurfunk gab es Treppenfunk auf persisch- bloss blöd das unser Zimmer neben der Treppe lag.

Am nächsten Morgen regnete es mal wieder, statt 18 Grad waren es dann nur noch 9 Grad. Als wir frühstücken wollten, stellten wir fest, dass eine gesamte Flugzeugcrew mit uns im Hotel gewohnt hat und im wahrsten Sinne des Wortes zum Abflug bereit war. Welche Airline haben wir nicht herausbekommen, die Mahan Air gilt als bessere Airline im Vergleich zu Iran Air……vermutlich war es also die Iran Air Crew, wenn ich über das Hotel nachdenke. Ich muss bei Gelegenheit mal Flugzeuguniformen googleln…..

Das Frühstück fiele ebenfalls sehr spartanisch aus, dafür war Feradhun mehr als pünktlich und fuhr uns auf unseren Wunsch zuerst zur Mir-Baha-e-Din Brücke, die von den Kadscharen erbaut wurde.

Am Fluss angekommen, fiel uns der viele Müll im Wasserlauf auf. Der Iran hat eh kein kleines Plastikproblem, insbesondere auf Höhenplateaus, wo der Wind den Dreck nett verteilt, doch der Müll im Wasser entsetzte uns sehr. Unser Fahrer erklärte uns, dass dies Überbleibsel der Überschwemmungen wären, der Müll im Fluss angetrieben werden würde….gut das Arbeiter dabei waren, den Flusslauf zu reinigen.

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Nach der weltlichen Brücke versuchten wir religiös zu werden,Betonung liegt auf Versuch! Die Moscheen waren so gut wie alle noch geschlossen- das am heiligen Freitag. Deshalb gibts fast nur Fotos von außen.

Freitagsmoschee

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Eine betagte No Name Moschee- ebenfalls geschlossen

Revolutionsdenkmal:

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Fündig wurden wir in der Rasul Ullah Moschee. Diese soll zwar ein Hingucker bei Sonnenuntergang sein, wir fanden sie auch im Nieselpiesel ganz nett. Feradhun sprach mit den Imanen und wir konnten hinein, obwohl auch diese Moschee geschlossen war. Mathias durfte sogar in den Teil für die Frauen, ich hatte eh Zugang zu gesamten Moschee. …..somit bekamen wir eine Privatführung.

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Wir besuchten zum Abschluß noch das archäologische Museum von Zanjan, welches eine große Besonderheit aufweisen kann…..die berühmten Salzmänner. Hierbei handelt es sich um Naturmumien, die 2004 gefunden wurden und durch Salz konserviert wurden. Die Mumien waren in einer herausragenden Verfassung, es war noch Kleidung, Schuhe, Messer, Fingernägel sogar ganze Gesichtszüge erkennbar. Leider kann ich keine Fotos präsentieren…..da diese verboten waren-gut so.

Dafür gab es noch andere Artefakte, die nennenswert sind……ich habe z.B Aladins Wunderlampe entdeckt.

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Und den Schmuck und die Goldmünze hätte ich auch gerne mitgenommen.

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Herzlich verabschiedeten wir uns von Feradhun der sich sehr über sein Geld freute. 500.000 Rial = 3,33 € für für 2,5 Std Stadtspaziergang.

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Wir machten uns auf de Weg nach Teheran und waren am Ende echt überrascht, wie lange wir noch unterwegs waren. Erst gegen 14:00 Uhr erreichten wir den Flughafen und verwarfen unsere Idee, in die Stadt zu fahren.

Wir checkten im IBIS ein und gaben dann problemlos das Möhrchen ab. Der Renaut Tondar war uns ans Herz gewachsen, der kleine Kerl hat uns tapfer durch den Iran gefahren und auch wenn er mindestens 3-5 Schrammen und Beulen mehr von uns davon getragen hat, ich hoffe er hat noch ein langes Autoleben.

Der Rest des Tages ist schnell erzählt, Mathias kurierte Rotz und ich schrieb Blog und sortierte Fotos.

Am Abend gabs Kebab im Novotel und danach hieß es waren auf die Berliner, ab jetzt reisen wir dann zu Sechst.

Iran 2019, IV: Kandovan کندوان & Soltanye سلطانيه

Der Wetterbericht hatte winterliches Wetter vorhergesagt und tatsächlich regnete es heute früh gewaltig. Wie ließen es ruhig angehen, schließlich hatten wir nur einen großen Tagesordnungspunkt und der hier Kandovan.

Bevor wir aber in dem pittoresken Dorf ankamen, musste die Farsimöhre dringend etwas zu schlürfen bekommen und bei dollem Gewitter fuhren wir von der Haupstrecke ab und suchten Möhrchen für die Möhre. Das Wetter wurde zusehends schlechter, 5km vor Kandovan fing es an zu schneien und zu hageln. Die Wetter App sagte etwas von 4 Grad, da der weiße Rotz aber liegen blieb, muss es kälter gewesen sein. Die Vorhersage für die nächsten Tage verheißen nichts Gutes für die Region, ab Samstag schneit es wieder täglich bei Minusgrade, naja wir sind ja auch wieder 2200m hoch.

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Wir fuhren direkt ins Laleh Rocky Kandovan Hotel und hatten großes Glück, dass wir sofort einchecken konnten. Wieviel Glück wir hatten, bemerkten wir bei der Zimmerinspektion-wir hatten ein Upgrade mit Whirlpool erhalten! Das Hotel war nicht günstig gewesen, aber die einzige Option direkt im Ort zu schlafen und das auch noch in einer Lavasteinhöhle. Natürlich hatten wir uns für ein normales DZ entschieden, da aber eine chin. Reisegruppe von Maral Tours abends auftauchte, hatten wir das Upgrade erhalten, schließlich hat das Haus nur 20 Zimmer. Noch nie war ich Chinesen so dankbar gewesen…..Unser

Lassst Euch von der Anlage verzaubern:

Bild vom späten Nachmittag, da hatte sich der Hagel und Schnee verzogen
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Unser Eingang
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Da es immer noch stark regnete und schneite verzogen wir uns erstmal in den Whirlpool und genossen die Blubbermassage, uns fehlte eigentlich nur ein Glas Sekt, undenkbar im shiitischen Iran.

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Danach genossen wir unser Zimmer, plünderten die Minbar, machten uns Nescaféund aßen leckere Waffeln mit Kaffeegeschmack.

Aufeinmal kam die Sonne heraus und Mathias stoch die Hexe! Ohjee, ausgerechnet jetzt ein Futonbett! Da aber Laufen die beste Medizin bei angeschossenem Rücken ist, machten wir uns auf den Weg ins Dorf und kehrten nach zehn Metern um! Es hagelte, schneite und regnete- bei strahlenden Sonnenschein! Verrückte Welt! Also nahmen wir das satte und zufriedene Möhrchen und kullerten die 500m ins Dorf …..da war es dann auch schon wieder trocken.

Kandovan besteht aus Lavastein/Tuffstein und ist damit geologisch den Felsenwohnungen in Kappadokien und Guadix ( Andalusien) sehr ähnlich. Die Tuffkegel sind sogar mehrstöckig mit Ställen fürs Vieh. Das Dorf ist mehrere Jahrhunderte alt, mittlerweile hat sich aber ein Unterdorf entwickelt, welches ein wenig den Zauber von Kandovan nimmt. Wir schlenderten dennoch hochzufrieden durch Schneematsch und Schlamm und freuten uns über das Dorf und den strahlenden Sonnenschein.

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Nachdem wir den Dorfkern besichtigt hatten, liefen wir auf die andere Seite des Sawand ( Fluss) und kraxelten den Hügel hinauf. Dabei genossen wir Salzkirschen ( Schattenmorellen mit Salz haltbar gemacht) , die wir vorher einer geschäftstüchtigen Hausfrau in Kandovan abgekauft hatten. Vorher warfen wir noch einen Blick in ihre Höhle- not too bad wie der Australier so sagt.

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Der Blick auf Kandovan ist nicht ganz so schön wie auf Masouleh aber wir wollen mal nicht meckern.

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Zurück im Hotel las ich mich ein wenig in den Islam ein und lernte, dass die Sunniten die orthodoxeren Muslime sind, hier im Iran die reformierteren Shiiten zB nur 3x beten am Tag als ausreichend betrachten, Christen und Juden weder verfolgt noch drangsaliert werden. Die iranischen Juden haben das Angebot Israels auf Einwanderung abgelehnt, da die iranischen Wurzeln stärker als der jüdische Glauben ist. Der IS bezeichnet die Shiiten übrigens als ungläubig! Uns war auf jeden Fall nun klar, warum wir auf die Münzen in Ardabil hingewiesen wurden und warum die Kirchen gehegt und gepflegt werden, Nichtmuslime in die Moscheen dürfen und Frauleins von Männleins nicht getrennt werden. Übrigens sind Röcke nicht gerne gesehen, obligatorisch trägt Frau Hose. Achja und noch ne überraschende Info, gleichgeschlechtliche Liebe wird nicht gerne gesehen aber theoretisch nicht verfolgt UND der Iran setzt nach Thailand die meisten Geschlechtsumwandlungen um……und revolutionär, der Staat zahlt 50% der OP Kosten. Na, nun habe ich die/den Eine/n wieder überrascht, oder????

Abends aßen wir stilvoll in der einzigen Option, in unserem Hotel. Es gab mal wieder Forelle, wir hatten am Nachmittag nen Spießchen verputzt und keinen großen Hunger.

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Mathias verschwand mit der Hexe als Begleiterin nochmal in den Whirlpool, später flimmte das erste Mal die Glotze—auf jedem Kanal religiöse Verblödung, mit Gebärdensprache. Gegen 22:30 gingen wir in Bett, die Fussbodenheizung war so hoch eigestellt, dass wir trotz offener Haustür, Minusgraden vor genau dieser, das Zimmer nicht unter 25,5 Grad bekamen. Uns stand eine schweißtreibene Nacht bevor….aus der wir viel zu früh und fix und fertig erwachten.

Das Frühstücksbuffet war erweitert iranisch, wurde aber erst ab 8:30 serviert-für uns und unsere Pläne etwas zu spät.

So kamen wir erst um 9:45 Uhr auf die Spur nach Zanjan und graulten uns ein wenig über die 420km die vor uns lagen.

Überraschenderweise war die Fahrt überhaupt nicht wild, wir verfuhren uns nicht, der Verkehr war flüssig und 125 km vor Zanjan verwöhnten grandiose Panoramen und die bunten Berge unsere Augen. Wir wurden schwach und gönnten uns ein paar Aprikosen vom Straßenrand und fuhren die 20km lange „ Bunte Berge Strecke“ gemütlich ab, inklusive ein paar Fotostops.

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Um 15:15 kamen wir in Soltaniye, der Stadt der Sutane, an und bewunderten den Dome, der ebenfalls Weltkulturerbe ist und eigentlich Oljeitu Mausoleum heißt. Der besagte Oljetu ( mongolischer Sultan) baute das Mausoleum eigentlich für die sterblichen Überreste des Imam Ali, Schwiegersohn des Propheten Mohammed, konnte aber die Ulemas ( Religionsgelehrten) nicht überzeugen, ihm den Leichnahm zu überlassen. Somit wurde Nadschaf im Irak zur zweitwichtigsten Pilgerstätte nach Mekka und nicht Soltaniye. Der Baumeister itself wurde im Mausoleum 1312 beigesetzt und liegt unter einer der größten türkisen Backsteinkuppeln weltweit.

Das Bauwerk wird zu Zeit restauriert, im Innenraum steht alles voller Gerüste, lediglich von außen ist die Pracht u bewundern.

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Es gibt noch mehr Mausoleen im Umfeld,die ich gerne besucht hätte. Doch die Uhr machte wie immer ticktack und wir wollten auch noch ein wenig durch Zanjan bummeln. Also ließen wir uns wieder mal von maps.me in die Irre führen und fuhren auf Umwegen die 35 km zurück nach Zanjan.

Iran 2019, III: Tabriz تبريز

Wir verließen Ardabil kurz vor 12:00 Uhr und machten uns gutgelaunt auf den Weg nach Tabriz ( wir haben uns auf die persische Aussprache geeinigt, die Stadt hat so viele Schreibweisen, wobei das deutsche Täbris irgendwie die hässlichste ist). Unser Auto war wieder sauber und die Strapazen vom Vortag waren vergessen. Das Navi stieg zwar immer wieder aus und wir mussten uns auf maps.me verlassen doch was sollte bei Schnellstraße und Autobahn schon schiefgehen?

Wie ließen uns richtig viel Zeit, ob nun 14:00 oder 16:00 Uhr Ankunft spielte keine Rolle, schließlich hatten wir drei Nächte in Tabriz gebucht. Wo es uns gefiel wurde angehalten……das ist eine wunderbare Eigenschaft an iranischen Schnellstraßen, sie laden zum Anhalten ein und es stellt keinerlei Gefahr dar. Ganze Familien picknicken mit Blick auf dahinrasende LKWs und Busse, zum Teil neben unterirdischen Instustrieanlagen.

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Und dann entdeckten wir diese Schnellstraßenschönheit- ob sich in das Gebäude jemals Menschen verirren?

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Tabriz machte auf den ersten Eindruck keinen sehr einnehmenden Eindruck, die Städte im Iran erinnern aufgrund der Lehm,-Backsteinstruktur vermischt mit fantasielosen Betonbauten irgendwie immer an ein Kriegsgebiet…..Kairo sieht auch so verboten hässlich aus. Wir schleusten die Farsimöhre durch den Verkehr, maps.me versagte, das Navi kam besser klar.

Das Sina Hotel hatte ich im Netz entdeckt und versucht online zu buchen. Wir bekamen nie eine Antwort auf unsere Anfrage. Maryam von Maral Tours übernahm die Buchung und machte einen Riesenreibach….im Hotel kostete das DZ 4€, wir zahlen doch sage und schreibe 23€ für drei Nächte mit Frühstück. Der Iran ist so unsagbar günstig, es ist unglaublich. Ich hatte keine hohen Erwartungen an das Zimmer und konnte kaum glauben, was wir dann sahen.

Und nun schaut her, das bekommt man für 4€/11,50€, inkl. modernem, renovierten Badezimmer:

unglaublich, oder ?

Sehr zufrieden hauten wir uns für ne Powernaprunde auf das Riesenbett und zogen dann nochmal Richtung Basar. Ich hatte immer noch die vermalledeiten Leggings an und wurde von den Blicken der Männer und Frauen fast aufgefressen. Irgendwann wollte ich nur noch Socken, egal in welcher Farbe!

Hier ein Blick auf die Masjed-eJame, der Freitagsmoschee die von den Selschuken erbaut wurde. Aufgrund der Leggings gingen wir erst einen Tag später auch in das Gebäude hinein.

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Hier wird eine erdbebensichere Moschee gebaut:

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Der erste Besuch auf dem Basar, der übrigens auch Unseco Welterbe ist, endete schnell….wir liefen Mansour in die Arme. Dieser ist nun ausgerechnet Chef der Touriinfo von Tabriz und nahm uns in genau diese mit, um uns einen tollen Basarplan zu geben und iranisch Smalltalk zu betreiben. Mit einem Restauranttip für den Abend und unserem Versprechen, dass wir am nächsten Morgen nochmal vorbeikommen, konnten wir uns dann doch losreißen. Wir liefen über die Iman Khomeini Massala und dem Arg e Tabriz und fanden unseren Weg ins Modern Tabriz Restaurant.

Das ganze Essen kam mit Getränk und Salat wieder mal keine 10€, wir sins von den Preisen begeistert. Auf dem Weg zurück ins Hotel kamen wir an einem Bücherladen vorbei und starrten auf „Mein Kampf“ am nächsten Morgen sahen wir Nazipropaganda an einem Kiosk, ganz offen….spooky.

Zurück im Hotel bekamen wir nicht nur Geld gewechselt, sondern auch blitzsaubere und lehmfreie Wäsche, drei Stundenn nach Abgabe. Unser Strafzettel entpuppte sich als Verwarnung und ziemlich erleichtert und hochzufrieden krochen wir in unser Bett.

Am nächsten Morgen genossen wir das typisch iranische Frühstück aus Rührei mit Tomatenmark, hartgekochte Eier, Käse, und Schlagsahnecreme…diesmal ohne Honig bzw. Honigwabe. Naja, nach 3,5 Wochen werde ich es wohl nicht mehr ertragen können. Im Anschluss machten wir uns wieder auf den Weg zum Arg e Tabriz ( Reste der Festungsanlage) und bewunderten nochmal die Iman Khomeini Mossalah-eine der wenigen Moscheen, die bereits nach dem Penner benannt wurden.

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Schlußendlich waren wir am weltberühmten Basar von Täbris, der rd 1000 Jahre alt ist und aus 24 einzelnen Karawansereien und Höfen besteht. Außerdem sind die Timche ( Kuppelhallen) mehr als sehenswert. Der Basar ist tatsächlich ein echtes Schmuckstück mit überwältigender Atmosphäre. Es gibt so gut wie keine Tourisouvenierstände, hier lagern Perser in allen Preisklassen, zumeist in der nicht bezahlbaren 11.000€ aufwärts Liga.

Die erste Stunde trieben wir uns nur in den Teppichhallen herum, bevor wir einen Abstecher zur Touriinfo machten, dort auf einen Tee verweilten und uns mit einem Deutschen unterhielten, der von Teheran nach Yerewan reist-in einer Woche!

Gott sei Dank wurden wir Mansour, der Typ von der Touriinfo relativ schnell los ( er witterte ein Geschäft mit dem Brandenburger) so dass wir unseren Spaziergang ohne nervige Begleitung erledigen konnten. Der Basar ist unglaublich schön, es gibt hier quasi Alles zu kaufen. Die schönsten Hallen sind natürlich die Teppichhallen:

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Aber auch die restlichen Hallen, Timche und Karavansereien haben etwas.

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Uns hatten es allerdings die Hallen angetan und so durchforsteten wir den Basar nach schönem Gewölbe.

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Aber neben den Luxusteppichen gibt es natürlich jede Menge Krims und jede Menge Krams was ebenfalls bewundert werden wollte. Zum shoppen war es noch zu früh, wir sind ja noch fast drei Wochen im Land und Gewürze, Trockenobst etc. können noch warten.

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Nachdem sich so langsam und allmählich Basarmüdigkeit eingestellt hatte, wurde es Zeit für die Freitagsmoschee, von außen gab es ja bereits ein Bild und nun gibts noch mehr. Im Iran dürfen Männer und Frauen gemeinsam in eine Moschee, manchmal ist allerdings Tschadorpflicht…..doch noch nicht am ersten Tag in Tabriz.

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Gegen 13:00 Uhr knurrte uns der Magen und wir kamen auf den Rip von Mansour zurück. Ein waschechtes kleines iranisches Restaurant, namens Hosseini, mitten im Basar und wir die einzigen Touristen ! Es gab Salat, Suppe und Forelle. Die Suppe und der Salat sind hier obligatorisch und nach all den Kebabs waren wir über die gute Auswahl an Essen in Tabriz geradezu begeistert.

Und um noch eins draufzusetzen, dass Essen lag auch nur bei 8,50€ für uns Beide zusammen…..schnell war klar, morgen wieder!

Unser Nachmittagsprogramm ist schnell erzählt, wir wollten die Maryam Kirche besuchen, leider war das Gelände verschlossen und somit kamen wir nicht in den Genuss armenischer Kultur.

Dieser Teil des Irans ist von den Turkstammen, den Aserbaidschanern, Kurden und Armeniern geprägt. Mit den Kirchen von Djolfa, St. Stephanus, Maryam und Sohrol verfügt der Iran über eine große Diozöse in Ostaserbaidschan…..übrigens, St. Stephanus wurde sogar abgetragen und wieder aufgebaut, als die Kirche einem Stausee (fast) zum Opfer gefallen wäre. Farsi wird hier übrigens eher wenig gesprochen, türkisch ist geläufiger. Überall findet man auch Döner Kebab Stände und wenn man genau hinhört stimmt es, die Menschen sprechen in Tabriz türkisch miteinander.

Da die Kirche aus dem 12 Jh. dicht war und wir uns nicht davon überzeugen konnten, dass Marco Polo diese schon besucht hatte, verzogen wir uns aufs Zimmer und verfaulenzten den Spätnachmittag. Auch an unserem zweiten Abend gingen wir ins MTR essen, diesmal schnöden Kebab, ich war noch satt vom Mittag.

Der letzte Tag in Täbriz war zweigeteilt…..auf Frühstück hatte ich bereits nach knapp einer Woche keine Lust mehr, ich aß fast nur noch Gurke und Tomate und ein Ei.

Unseren Vormittag verbrachten wir in der Stadt. Unser erstes Ziel war das Rathaus, dies hatten deutsche Architekten 1930 erbaut, im Hof steht ein alter Mercedes, den ein dt. Botschafter zurückgelassen hatte. Und endlich, ja endlich sahen wir zum allerersten Mal antiamerikanische Propaganda- Mr. Trump ist doch hervorragend getroffen?!

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Wir schlenderten zur Blauen Moschee, die 1465 von Jahan Schah errichtet wurde. Sie war mit ihren türkischen Mosaiken eines der berühmtesten Gebäude der damaligen Zeit. Das Gebäude wurde im Erdbeben von 1773 stark beschädigt und bis heute wurde das Gebäude nicht komplett wieder restauriert.

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Unser Sightseeingprogramm für Tabriz war noch nicht beendet, bevor es aber weiterhing, musste zunächst ein Perser abgeschüttelt werden, der uns bereits gestern auf dem Basar angesprochen hatte…..so ist das hier in der Stadt. Wir trafen auch Mansour mehrmals an diesem Tag, ziemlich schade für ratsuchende Touristen.

Im Dichtermausoleum liegt der Poet Ostad Shariyar (1906- 1988) dessen Wohnhaus ebenfalls in Tabriz besichtigt werden kann. Der Betonwums wird gerade restauriert, uns hat es nicht so gefallen…..

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Neben dem Mausoleum war eine kleine Moschee, die nicht sehr sehenswert war. Wir gingen dennoch hinein und nun kamen meine 10 Minuten- Sandra im Tschador. Tatsächlich lagen die Dinger in bunt geblümt und frischgewaschen zum Verhüllen am Eingang aus und nachdem ich seit Tagen die Frauen beobachtet hatte, verhüllte ich mich auch. Lustigerweise wird ein Tschador über die Klamotten gezogen, selbst das. ursprüngliche Kopftuch bleibt erhalten…..ih wandelte wie ein kleines Hui Buh durch die Anlage und die Irannerinnen hatte ihre Freude an meiner Person….

Und an dieser Stelle im Bericht möchte ich nochmal eindringlich daran erinnern, dass wir auf der alten Seidenstraße lustwandeln. Anbei eine schöne Darstellung, wie man sich den Karawaneneinzug nach Tabriz vorstellen kann, keine zwei km vom größten Basar der Welt entfernt.

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Zum Mittag trafen wir nicht nur Mansour sondern kehrten nochmals bei Hosseini ein und aßen die berühmten Tabrizer Fleischklöße.

Am Nachmittag hatten wir aus der Stadt ab, wir hatten Lust auf ein wenig Natur. Ich hatte von den bunten Bergen bei Sohrol gelesen und wir wollten auch die gleichnamige Kirche besuchen.

Ehrlich, wir hielten uns strikt an die Anweisungen des Reiseführers und fuhren nach Khajar. Dort gab es aber nur ein eher langweiliges Nest, bunte Berge suchten wir vergebens. Nicht das die Natur nicht schön war, wir hatten lediglich eine andere Vorstellung gehabt.

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Also verwarfen wir den Plan mit den Bergen und wollten uns die armenische Kapelle von Sohrol ansehen. Maps.me schickte uns wieder über Offroadpisten, die Farsimöhre ächzte und krachte und nach schweitreibenden 40 min. uns einer Menge Deja Vu hatten wir es geschafft und befanden uns wieder auf der Originalstraße nach Sohrol. Die Kirche liegt malerisch auf einen Berg, das Nest am Fuße des Berges ließ uns die Kinnlade herunterklappen. Verfallene Lehmbauten, offene Kloake im Ort, Puter, Schafe, Esel und eine Horde Gören, für die wir zur Jahresattraktion wurden. Möchte wetten, das so manch Kleine/r in der Nacht darauf von uns geträumt hat. Wie immer waren die Begegnungen bezaubernd, auch die Mamas der kleinen Wichtel waren lieb, nett und neugierig und aufeinmal waren auch die bunten Berge da!

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Wir liefen zunächst zur Kirche und wurden mit viel „hello“, „where you from“, „what‘s your name“ begleitet.

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Leider kommt man nicht in das Gebäude hinein und somit verweilten wir nicht lange auf dem Hügel sondern nahmen uns den Nachbarberg vor und schauten lieber auf die Kapelle und vor allen Dingen auf die tollen Berge.

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Mit einsetzender Dunkelheit waren wir wieder in Tabriz und aßen in der türkischsten Stadt im Iran einen Döner Kebab, der allerdings nur wenig Ähnlichkeit mit dem Berliner Namenspendant aufwies. Lecker war er aber alle Male und mit 2,33 € für drei Döner und fünf Getränke auch sensationell günstig…..wir werden unsere Millionen kaum los, die ersten 100€ haben eine Woche gereicht. Den letzten Abend in Tabriz ließen wir auf dem Zimmer ausklingen, leider hatten wir sehr laute Nachbarn, die auch um 0:00 Uhr noch schön laut waren….


Iran 2019, II: Ardabil اردبیل (Ostaserbaidschan)

Die letzte Nacht in Masouleh war, aufgrund der Stromproblematik nicht mehr ganz so lauschig, immer wieder achteten wir bei den verbliebenen zwei Leitungen auf das berühmte Knistern in der Wand. Um 7:00 Uhr früh fanden wir eine Nachricht unseres Vermieters vor, der uns aufforderte, die Schlüssel einfach im Haus zu lassen. Wir beichteten, dass „irgendwas mit dem Strom nicht in Ordnung wäre“ und verschwanden, ohne Frühstück und froh, ziemlich cool aus der Misere entkommen zu sein.

Da das Wetterchen ein Traum war, fuhren wir schnell zum ersten Aussichtspunkt und erlebten Masouleh auch nochmal mit Morgensonne.

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Da unsere Farsimöhre dringend was zu Futtern benötigte, ließen wir die Maps.me Wegbeschreibung links liegen und fuhren zunächst nach Fumen. Es gab Frühstück für den Kleinen ( vollgetankt 3,66€) und für uns kein Frühstück, nur Teefelder!

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Gut gelaunt fuhren wir durch Fumen und sahen das erste Mal die Sitten-Religionspolizei. Drei Personen, zwei Frauen ganz in Tschador und auffällig ordentliche Falten im Gewand sowie ein Typ in einer Art schwarzen Uniform, bestehend aus auffällig ordentlicher Hose und Hemd. Keine Abzeichen oder Ähnliches aber sofort für Alle erkennbar.

Also auch hier in der Provinz, treiben die Sittenwächter ihr Unwesen, in Masouleh habe ich durchaus mehr als eine Frau ohne Kopftuch und mit ziemlich ausgereizten Klamotten gesehen oder um es mit den Worten einer Englischlehrerin zu sagen, die wir am Tag zuvor kennengelernt hatten: „ wir sind nicht alle Terroristen aber unsere Regierung ist eindeutig verrückt“.

Wir fuhren nach maps.m me weiter, da das Garmin mit der iranischen Karte nicht so gut konnte. In Talesh verfuhren wir uns und wunderten uns, warum maps.me und die Anzeigen am Straßenrand rund 30km in ihrer Angabe auseinander lagen?! Wir fuhren brav nach maps.me, auch als wir durch eine ziemlich hohle Gasse geführt wurden, die alsbald schlammig wurde und gewaltig anstieg. Unbeirrt fuhren wir weiter, auch als es bergig wurde und die Serpentinen kaum von einem PKW zu bewältigen waren. Zum Teil lag Geröll in den Kurven, die damit noch schmaler wurden. Die Angst fuhr am Abrund immer mit. Als es anfing zu regnen, war die Situation bereits richtig absurd-maps.me faselte von 37 km und wir hielten durch! Wir hielten auch durch, als der erste Bach-Wasserlauf auftauchte, mein lieber Mann Klamotten ins Bachbett warf um die Tiefe festzustellen.

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Weiter gings, die Piste wurde schlechter. Wir stiegen dennoch einmal aus, um wenigstens die grandiose Natur zu würdigen. Die Straße war wirklich scenic.

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Wir steckten dann das erste Mal fest und warteten auf einen Retter der uns ein paar Minuten später entgegenkam. Dieser war von unserer Idee, weiter hoch zu fahren nicht begeistert. Wir ließen uns nicht beirren-weiter gings! Zwischendurch aßen wir dann mal die trockenen Muffins vom Vortag und freuten uns wie die Kinder, dass wir diese aufgehoben hatten. Fünfzehen Minuten und 10Kurven spärer saßen wir auf einer Kuhweide, auf ungefähr 2500 m fest. Es hatte angefangen zu regnen, die Pisten war verschlammt und nicht mehr befahrbar. Die Wiesen waren aber nicht besser, wie wir mit Muffensausen feststellen mussten. Es ging nicht vor und nicht zurück! Wir waren ratlos und nicht minder ängstlich….Regen, Hagel und Nebel wechselten sich ab und dann kam aus dem Nichts Mohktari auf seinem Moped an. Dieser nahm Mathias mit und ich dachte die Herren würden Hilfe holen-doch nichts da, er sicherte mit meinem lieben Mann die Straße um sie für die Farsimöhre befahrbar zu machen.

Und hier war Schluß
vorne kein Durchkommen und auf der Wiese gings auch nicht!
aber schön war es auf über 2000 m
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Ich sass im Auto, eingeschlossen und daddelte mit Berlin. Kurze Zeit später stand ich ebenfalls im Schlamm und schob die Farsimöhre an. Mohktari schaffte das Unmögliche und fuhr den Wagen von der Wiese, leider fuhren wir dann, zusammen mit unserem Retter bergauf, weil dieser uns zwar mehr als einmal deutlich klar machte, dass es keinen Weg nach Ardabil gibt ( er war sich nicht mal mehr sicher, ob die Stadt zum Iran gehört) er aber die Chance nutzen wollte, uns das Normadenleben hier oben auf knapp 3000 m zu zeigen. Das der Sabalan mit 4711m tatsächlich zw. uns und Ardabil liegt, hatte uns maps.me verschwiegen, Mohktari zeigte uns seine Bergwelt mit iranischer Gelassenheit und teilte mit uns seine Orangen und schenkte uns Karamellbonbons, Zeit für ein kleines Frühstückchen.

Wir waren dreckig wie die Schweine, sehnten uns nach Essen und Wärme, doch nichts da….Mohktari fuhr den Renault mit spielerischer Gelassenheit durch die Bergwelt, der Unterboden der Farsimöhre ächzte und krachte. Man beachte übrigens Mathias Jeans….

Mohktari wollte nichts von Ardabil hören, wir sollten bei ihm bleiben, Tee trinken und erst als wir das Zauberwort Hashpar ( ein Ort am kaspischen Meer) ins Spiel brachten, wurde er lebendig. Da komme er schließlich her und wir könnten doch alle nach Hashtpar und ein gemütliches Leben zu dritt führen. Nachdem der Tee in der Hütte nicht kochen wollte, hatten wir den Rettungsengel weichgekocht. Er fuhr mit Moped vorneweg und wir rutschten, krachten und kullterten die 17 km bergauf nun doch wieder bergab Richtung Talesh.

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In Talesh wollte unser Lebensretter noch unsere Tankrechnung zahlen, doch das ließen wir nicht zu…..im Gegenteil, wir planten einen Polnischen, da wir nach Ardabil mussten und auf keinen Fall Hashtpar kennenlernen wollten, unser neuer Freund wurde zu anhänglich. An der berühmten Verfahrkreuzung vom Morgen kam unsere Chance und wir befanden uns, mit schlechtem Gewissen auf der Schnellstraße nach Astara 145 km sagte das Straßenschild, wir wissen mittlerweile, dass dies drei Stunden plus sind. Anfänglich spähten wir noch ängstlich aus dem PKW doch ab Hashtpar ( da war es wieder) wurden wir ruhiger und staunten in Astara lieber nach Aserbaidschan hinüber. Die Straße nach Ardabil verläuft exakt auf dem Grenzverlauf, neben der Straße war ein Stacheldrahtzaun mit Minenwarnung gezogen! Angsteinflößend-Bilder verboten, nur dieses eine hab ich mal aus der Hüfte geschossen.

Um 21:00 hatten wir es tatsächlich geschafft, wir waren eingescheckt, das Dreckschweinchen stand sicher auf dem Möhrenparkplatz und der dritte Kebab in drei Tagen schmeckte nicht anders als der in Masuleh.

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Wir schrieben eine Whats App an Mohktari, entschuldigten uns, übersetzten das Ganze in persisch und hatten ihn danach per Videokonferenz live und in Farbe-er daddelte mit Whats App mehr hin als wir her uns als ich am nächsten Tag aufs Handy starrte, wollte er bereits nach Berlin eingeladen werden-sofern der google Übersetzer nicht lügt! Danach setzte bei uns Funkstille ein, zu viel Familienanhang ist nicht gut.

Wir schliefen tief und traumlos, der gestrige Tag zollte Tribut. Unser Frühstück am nächsten Tag war ganz ok, nur eine französische Touristin, die ohne Kopftuch zum Frühstück erschien, fanden wir wunderlich. Die Kellner sprachen sie sogar darauf an, ihr war es egal…..ich denke, das kann man hier im stockkonservativen Osten nicht bringen. Selbst meine nackten Knöchel ( obwohl Leggings ok sind) wurden genauestens von ein paar Männern begutachtet.

Unser Ziel war der Sheikh-Safi-ad-Din Schrein/Mausoleum, welches das wichtigste sadawidische Monument im Westiran ist und auf der Unescoliste steht. Der Sheikh wurde im Allah-Allah Turm von 1334 beerdigt, das gesamte Ensemble ist einfach nur schön, der Vorraum Ghandil Khaneh ist ein beeindruckendes Meisterwerk safidischer Baukunst. Ich war allerdings nur auf ein Gebäudeteil aus, das Chini Khaneh von 1612, heute das Porzellanmuseum von Ardabil ist der beeindruckenste Teil des Schreins. Allerdings haben die Russen das meiste Porzellan geklaut, dieses kann in der Eremitage in St. Peters Burg besichtigt werden.

Im Museum, das zum Schrein dazu gehört, stand aufeinmal ein Mädel im Tschador neben uns, die uns ganz ernsthaft die gezeigten Münzen erklärte und darauf hinwies, dass auf den Münzen aus dem 3JH Jesus zu sehen sei……wohlbemerkt, wir befinden uns im Iran.

Jesus auf der Münze….wer findet ihn?
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Das Porzellanhaus:

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Wir schlenderten noch nen bissel durch Ardabil, bewunderten die eine oder andere Moschee, die ich namentlich erstmal zuordnen muss. Außerdem war auch hier noch Nohrooz und wir erfreuten uns an kitschiger Feiertagsdeko, die Iraner lieben es bunt.

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Gegen 11:40 fuhren wir mit unserer blitzblanken Farsimöhre nach Tabriz, die Wagenwäsche kam übrigens 1,33€ mit Innenreinigung. Da könnte man doch wieder in die Berge????

Unsere Stossdämpfer hat es übrigens erwischt und ein paar mehr Schrammen hat der Kleine auch. Mal sehen, ob wir mit den Macken bei Europcar durchkommen.

Iran2019, I: Teheran تهران-Masouleh ماسوله

Als wir den Plan einer Iranreise in die Tat umsetzten, ernteten wir viele ungläubige Blicke. Geprägt von westlich-amerikanischer Medienkultur gilt der Iran im Volksmund immer nur als Vorhof zur Hölle, als Achse des Bösen, ein Unterdrückerstaat mit Atomprogramm und halbirren Ayatollahs, die ihre Söhne in den Tod schicken und die Töchter des Landes im Tschador verstecken. Natürlich ist die Politik des Iran nicht zu befürworten, doch Alle die bereits das alte Persien besucht hatten, waren begeistert von der Gastfreundschaft und Offenheit der Perser im Schatten des allmächtigen Ayatollah Khomeini.

Ich plante also meine Kleidung für den Trip sorgfältig und da wir mit allen Temperaturen zu rechnen haben , war der Rucksack auch fast 14 kg schwer. Wir lasen uns durch Fettnäpfchenführer und insbesondere die iranische Scharia wurde begutachtet. Diese ist weicher als bei den sunnitischen Wahabiten in Saudi Arabien oder als aktuelles Negativbeispiel zu nenen, in Brunei….dennoch Steinigung und Todesstrafe durch den Strang sind geläufig und werden auch praktiziert. Als Frau muss der Kopf stets und ständig verhüllt sein, die Arme sollen bis zum Ellbogen verdeckt sein, Hosen bis zum Knöchel sind obligatorsich.

Wir schliefen in der Nacht vor unserem Abflug nicht sonderlich dolle, viele Fragen und Ungewissheiten schwirrten uns doch im Kopf herum. Dreißig Minuten vor dem Wecker waren wir bereits auf den Beinen und auch mein Schwiegervater stand früher vor der Tür ! Da wir das Appleladekabel im Auto vergessen hatten, fuhren wir nochmal schnell in die Trollblume, knuddelten den weißen Teddy und machten uns auf den Weg nach TXL. Die Stadtautobahn war voll, wir standen im Stau und brauchten über eine Stunde bis zum Flughafen. Binnen 20 Minuten waren unsere Sachen aufgegeben und superpünktlich hob die Maschine gen Istanbul/Sabiha Gokcen ab. In TXL ging nichts mehr, die ankommenden Fluggäste konnten, aufgrund des Taxifahrerstreiks nur noch zu Fuss vom Flughafen wegkommen.

Neben mir saß eine Israelin, die sehr interessiert an unserem Urlaubsziel schien und sehr traurig war, dass sie aufgrund des israelischen Passes keine Chance hat, in den Iran zu fliegen. Sie besuchte ihre Tochter in Berlin und war ganz begeistert von der Offenheit in der Stadt. Von Rassismus hat sie in Berlin nichts bemerkt. Bei Landung in Istanbul hellte sich ihre Miene aufeinmal auf und sie verabschiedete sich mit den Worten „ich hab noch nen italienischen Pass, evtl. bekomme ich damit ein Visum für den Iran“!

Wir vertrieben uns die Zeit mit einem Cappuchino und dem Beobachten von Menschen. In SG starten Maschinen nach Djidda, Mekka, Kabul, Beirut, Amman, Casablanca und Kabul und die jeweilige Verhüllungstracht war jeweils für uns das Ticket für die Maschinen an der Anzeigetafel-Hijab, Burka, Niqab aber kein einziger Tschador! Die Maschine BER-IST war voll mit Kopftuchträgerinnen, die Maschine IST-IKA war komplett leer….absolut auffällig. Erst mit Verlassen der Maschine zogen sich die Perserinnen etwas über den Kopf, die letzte erst kurz vorm Grenzbeamten, der den Pass begutachtete. Neben mir saß der etwas verhungert wirkende Jamal, Deutschiraner aus Berlin, der absolut nett war und uns am Ende seine Nummer mitgab-für den Fall der Fälle!

Unter dem strengen Blick der beiden Ayatollahs Khomeini und Chameni reisten wir um 1 Uhr nachts in die shiitische Republik Iran ein oder um es mit den Worten von Meister Trumpel zu sagen „Willkommen in der Achse des Bösen“. Böse kam uns aber gar nichts vor, die Kontrolle war harmlos, weder nach Männlein und Weiblein getrennt, noch mit blöden Fragen gespickt.

An der Wechselstube tauschten wir 100€ und waren Millionäre, IR Millionäre….genauer gesagt 15 Mio IR schwer. Rial werden allerdings im Sprachgebrauch nicht mehr genutzt, Tomans sind gebräuchlicher….man streicht einfach ein paar Nullen weg, nimmt die gleichen Scheine und ist komplett verwirrt. Ihr auch? Macht nichts, Mathias-mein Finanzminister ist hier vollkommen überfordert und ich trage zwar ne Matte Kohle spazieren, setze mich damit aber nicht auseinander.

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Wir bahnten uns den Weg ins IBIS und fielen für wenige Stunden in unruhigen Schlummer. Um 7:15 (2,5‘Std ist der Iran D vorneweg) klingelte der Wecker und wir ließen uns ein sehr gutes Buffet im Novotel schmecken.

Um 8:40 waren wir bereits bei Europcar und lernten nicht nur einen reizenden älteren Herren kennen, der mir zeigen wollte, dass man in seinem Lieblingsolivenbaum Allah sehen kann ( ich bekam das Foto als Beweis mit) sondern auch unseren sehr liebenswerten Europcarmilchbubi, der einfach nur süss war. Wir einigten uns darauf, das der alte Zausel crazy gewesen war-der Europcarmensch bewunderte auch sein Fotoexemplar, gemeinsam suchten wir Allah…..und fanden nischt.

Eine Schönheit ist unser Wagen nicht, passt aber zum restlichen Fuhrpark des Irans. Vorzugsweise gibt es Autos in rostweiß, verschönert mit vielen Beulen und Blechschäden und schon fünf Minuten auf der Straße weiß man warum.

Wir sind, was Autofahren im Ausland angeht eigentlich ziemlich erfahren, Betonung liegt auf eigentlich. Die Iraner schneiden, machen aus vier Spuren sieben, sind egoistisch und verträumt, wagemutig und laufen dem Grunde nach ins offene Messer, aka Sensenmann……unglaublich. Nicht mal israelische Hitzigkeit gepaart mit palästinensischer Wut kann das, was hier auf den Straßen abläuft toppen. Bereits nach 149 km ( drei Stunden) auf dem Weg nach Qazvin bemerkte Mathias ziemlich lakonisch „ die Statistiken sprechen eigentlich schon gegen uns“….ich vertraue meinem Mann und er benutzt wenigstens die Hupe! Die Iraner benutzen nichts….keinen Blinker, kein Licht und auch nie die Hupe! Es ist immer ruhig und dunkel auf den Straßen, egal zu welcher Uhrzeit.

In Qazvin eroberten wir einen Parkplatz gegenüber der alten Karawanserei Sa‘d al Saltaneh. Im Iran sind die alten Krawansereien der Seidenstraße gerne zu Basaren umgewandelt worden und diese hier ist ein genialer Einstieg in die Geschichte Persiens. Wir erholten uns in einem Café und lernten ein paar nette Mädels kennen.

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Als nächstes eroberten wir den Azadi Square, der noch Nohrooz Deko aufweisen konnte und nen kitschigen, sozialistischen Charme versprühte.

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Der Chehel Sotun war der Königspalast von Schah Tamasp, Qazvin war einmal Hauptstadt Persiens.

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Vor unserer Weiterfahrt nach Masouleh bewunderten wir noch den Imanzadeh-ye Hossein Schrein aus dem 16 JH, der dem Sohn Imam Reza geweiht ist. Den Märtyrerfriedhof mit Kampfjet schenkten wir uns. Auf dem Rückweg entdeckten wir einen Strafzettel an der Windschutzscheibe, der nette Kioskverkäufer meinte nur lässig „no money, no money“…..hmmmm da gibts noch Klärungsbedarf.

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Da wir weder die Freitagsmoschee noch die Nabi Moschee gesehen hatten, kam Qazvin nochmal auf den Sightseeing Plan….wir kehren ja nach Teheran zurück.

227 km bis Masouleh sagte mapsme…..was rd zwei Stunden in Deutschland wären, sind im Iran quasi eine Tagesfahrt, mit viel Irrsinn auf den Straßen. Wir brauchten länger als gewollt, da wir statt der neuen Autobahn nach Rasht auf der alten, von den Russen erbauten Straße fuhren. Diese war allerdings sehr viel schöner, wir sahen die ersten bunten Berge und dennoch, ich sah manchmal neidisch auf die benachbarte Autobahn…..es wurde später und später. Das letzte Stück fuhren wir dann ebenfalls auf einem Teilstück und zahlten die Maut für die gesamte Strecke 0,30 € !

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Gegen 18:30 waren wir rd 480 km von Teheran entfernt und bereits seit 9,5 Std unterwegs und wir waren platt. Nachdem wir unsere Wohnung förmlich erkämpft hatten (wir verstanden nur Bahnhof, Mr Khademi war auf einmal eine Frau und die Telefonverbindung zwecks Klärung war so dermaßen schlecht, dass mein lieber Mann hysterisch wurde) erfreuten wir uns an iranische 60 qm mit Hocktoilette und europäischen Bad. Beheizt mit Öl und Strom, vor der Küchenzeile lag ein toller persischer Teppich, den wir gerne abgekauft hätten. Man sagt ja, dass eine persische Wohnung eingerichtet ist, wenn der Perser ausgerollt ist, somit waren wir schon sehr zufrieden, dass neben den Teppichen doch noch ein paar Möbel vorhanden waren.

Die Kellerwohnung war unsere
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In der Dämmerung schlenderten wir über die steilen Hänge in das min. 1000 Jahre alte Lehmdorf. Was in einem Haus das Dach ist, ist darüber die Straße oder Terasse oder Boden des anderen Hauses. Malerisch liegt das Nest am Hang, über 1500m hoch. Mittlerweile ein Hotspot der iranischen Touristen, am ersten Abend waren wir die einzigen Westler im Nest.

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Wir erkämpften unser Abendessen im Gilanstyle ( Kebabs mit sauren Soßen) und erfreuten uns am Preis….1,5 Mio IR= 10€! Um 22:30‘Uhr fielen wir ins Bett.

Der nächste Morgen war schwül trocken und wir schlenderten zum Aussichtspunkt auf den Ort und zum Friedhof. Dort hatten wir nicht nur einen tollen Blick auf die Lehmhäuser sondern lernten viel von der persischen Bestattungskultur. Auch ohne Worte kam Mathias mit einem Mann in Kontakt, der seinen Sohn betrauerte. Ihn trafen wir im Ort wieder und waren fast schon einheimisch.

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Verließ man den Friedhof und lief weiter bergauf, bekam man diesen wunderbaren Blick auf das gesamte Nest.

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Zurück im Dorf durfte ich immer wieder mit wildfremden, herzlichen Menschen für ein Handybild posen und schwitzte unterm Kopftuch. Gegen 11:00 Uhr gab es iranisches Frühstück ( Omelette, Walnüsse,Schafskäse, Creme und Honig) und etwas betrübt starrten wir ins Wetter-es regnete stetig mit viel Nass von oben.

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auch eine herzliche Familie, insbesondere die Dame in scharz/ golld

Nach einer weiteren,eher kurzen Runde durch den Ort, verzogen wir uns in unsere Wohnung. Wir gammelten herum und bemerkten irgendwann ein Knistern aus der Wand oberhalb der Küchenzeile….das Knistern wurde lauter, ich sah Flammen aus der Steckdose und danach ging alles ganz schnell. Mathias zog die Sicherungen, trennte die verschmorten Adern und sicherte alles mit Isolierband ab.

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Am Ende hatten wir komischerweise keinen Strom mehr auf 90% der Steckdosen, flackerndes Licht in der Küche, Wohnzimmer und Schlafzimmer. Die Leitungen waren total verrückt verlegt, Froggy sprach von Zirkuselektrik und wir freuten uns über die Tatsache, dass wir in der Wohnung gewesen waren…..die Hütte wäre möglicherweise komplett abgebrannt, inklusive dem Isolierband, welches nun zum Einsatz kam. Mal sehen, wie wir die Wohnung wieder an die Vermietungsdame abgeben. Gott sei Dank ist es morgen früh hell wenn wir abhauen.

Am Nachmittag hatte es aufgehört zu regnen und wir machten uns auf die Socken, in die Sonne.

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Bereits an diesem zweiten Tag gewannen wir die Iraner so lieb, wir landeten in vielen, vielen Handys….wir glauben, dass jeder Tourist auch ein Stück weit Hoffnung für die Iraner darstellt. Wir waren auf jeden Fall sehr angetan und mindestens 30 Menschen waren um mehrere Fotos von Sandra y Mathias reicher! So verdammt süß, herzlich und aufgeschlossen ….es ist uns eine Freude!

Pünktlich zur blauen Stunde liefen wir wieder hinüber zum Friedhof und bekamen von einer iranischen Familie Muffins geschenkt. Diese packte ich in die Tasche und wusste nicht, welch große Aufgabe auf die Muffins wartete.

Pünktlich mit den Nachtfotos kam das Gewitter und wir sahen zu, dass wir wieder in unsere Wohnung kamen.

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Am Abend erfreuten wir uns an der Lichtorgel, die uns seit der brennenden Steckdose begleitete….Wahnsinn, seht selbst: Video folgt!

Schweden 2005, II: Varberg & Göteborg

2005 war irgendwie ein Schwedenjahr. Nachdem ich im Februar in Göteborg gewesen war, zog es mich im Frühsommer ( Ende Mai) nochmals nach Südschweden. Unser Ziel war Varberg rd. 60 km südlich von Göteborg gelegen.

Da Easyjet noch in seinen Anfängen war und auch Ryanair einen noch sehr eingeschränkten Flugplan hatte, flogen wir zunächst nach Kopenhagen, blieben dort zwei Nächte und zogen dann weiter nach Schweden.

Wir fuhren mit dem Zug über die Öresundbrücke, was bereits das erste Highlight unserer Tour war und stiegen rund zwei Stunden später mit 10 Grad Temperaturunterschied in Varberg aus dem Zug. Ein ziemliches Anreiseunterfangen, Luftlinie Berlin- Varberg damals wie heute etwas mehr als 500km.

Wir wohnten damals in Apelviken, etwas außerhalb von Varberg, auf einen ziemlich monströsen Campingplatz, mit allen Schnickedöns….von Pool bis eigenen Hausstrand. Der Pool war gut benutzt an unserem Anreisetag, auch wenn es merklich frischer als in Kopenhagen war.

Unsere Hütte, mehr ein Hüttchen, ohne eigenes Klo oder fließendem Wasser. Dafür mit Kühlschrank, Mikrowelle und Glotze….wir fühlten uns sauwohl.

Varberg steht bei den wenigsten Schwedenreisenden wirklich auf dem Programm, was schade ist und wenn ich schon mal am Schreiben bin- hier will ich mal ne Lanze brechen. Gerade beim Bearbeiten der Fotos und dem Durchschauen meines damaligen Reisetagebuches- ich war begeistert von diesem Fleckchen Erde und lasse anbei mal ein paar Bilder von Varberg und Umgebung sprechen.

Zur kurzen Einstimmung und damit auch der Nichtkundige weiß, wo wir uns damals herumgetrieben haben, frei aus Wikipedia : Varberg ( früher Warberg) kann auf eine lange Geschichte als Touristenziel zurückblicken und verfügt über eine frei zugängliche Burganlage sowie das Kallbadhuset ( Kaltbadehaus) von 1903. Dies erinnert an die berühmten Seebrücken in Deutschland und lässt wieder mal die geografische Nähe erahnen.

Warberg war nicht immer schwedisch und auch der Bau der Warberg ( der Wehrburg ) geht auf den Dänen Jakob Nielsen ( 1257-1300) zurück. Nachdem 1304 die Burg nach der Belagerung durch den König Håkon in norwegische Hände überging. bekam der schwedische Herzog Erik (Sohn des Königs Magnus Lådulas) die Burg vom norwegischen König Håkon und wurde mit seiner Tochter Ingeborg verlobt.

Die Festungsanlage war in den nächsten Jahrhunderten ein Spielball zwischen Schweden/ Dänemark und Norwegen. Erst um 1645 fiel die Festung an Scheden zurück, bis zum 19.Jh wurde die Anlage als Gefängnis genutzt. Die Burganlage war nie in einem Krieg verwickelt.

Um zum berühmten Kaltbadehaus von 1903 zu kommen, mussten wir einen bildschönen Weg direkt an der Küste entlanglaufen. Wir waren begeistert und nutzen diese Strecke als Laufstrecke für eine Woche- 7 km (return) mit Aussicht…..

Blick auf Apelviken

Und das sind August und Frida, deren Aufgabe habe ich auch in Wikipedia nicht herausbekommen, lediglich den sehr liebevollen Spitznamen:

Blick auf die Burganlage

Und hier kommen ein paar 2005er Impressionen vom Badehaus. Ich würde zu gerne mal wieder nach Varberg fahren, um das wirklich tolle Gebäude gekonnt in Szene zu setzen……sage nur Langzeitbelichtung.

Blick auf die Burganlage, das Kaltbadehaus von der Burg aus gesehen sowie ein Fotochen auf der Burganlage. Mittlerweile gibt es dort eine Jugendherberge.

Varberg itself ist eine gemütliche, niedliche Kleinstadt mir rd. 27.000 Einwohner und wird auch als Schwedens Schuhstadt bezeichnet, viele Firmen produzieren im Ort und nunmehr wird mir auch klar, warum meine so arg gemütlichen Treter aus 2005 so unglaublich günstig gewesen waren.

Rathaus
gemütlich unspektakulär…..

tiefstehende Sonne gegen 22:00 Uhr….es war fast Midsommar.

Das Wetter hielt sich in der Woche leider ncht ganz so dolle, wir hatten ziemlich britische Temperaturen und so Einiges an Nass vom Himmel. An einem besonders miesen Tag fuhren wir nach Göteborg aber Sightseeing im Regen macht nur halb so viel Spaß.

die Oper von Göteborg

Einen tollen Ausflug nach Falkenberg habe ich noch im Kopf, pittoreske Kleinstadt mit tollen Cafe´s und Läden. Übrigens kam damals ein Essen beim Thai 11 € sagt mein allwissendes Tagebuch, Preise doch den Unsrigen recht ähnlich.

Und niemals nie habe ich in meinem Leben größere Pfingstrosen gesehen…..von den kindskopfgroßen Blumen schwärme ich heute noch, das Foto von mir gerhörte lange zu meinen persönlichen Favoriten.

An einem unserer letzten Tage borgten wir uns Fahrräder auf dem Campingplatz aus und fuhren Richtung Naturschutzgebiet Getterön, eine Insel, die erst in den 30er Jahren mit dem Fetsland verbunden wurde. Man blickt auf Varberg und genißt nicht nur tolle Ausblicke sondern auch wirklich ganz viel Natur.

Blick auf die Warburg von Varberg

An zwei Tagen trafen wir uns mit Tobias und durchwälzten Unmengen an Urlaubsfotos aus Afrika 2004 und frischten alte Erinnerungen wieder auf.

Viel zu schnell verflog die eine Woche in Südschweden und ich schwor damals Stein auf Bein, dass ich ziemlich bald wieder in diese Gefilde zurückkehren würde. Wie das Leben aber so spielt, kommt es meistens anders als man denkt. Im November 2005 ging ich auf die sechsmonatige Weltreise und bis auf zwei Touren nach Oslo in 2008 und 2009 bin ich nie wieder, auch nur annähernd in diese Breitengrade gekommen.

Zeit das mal schnellstens zu ändern, zumal ich mit unserer Norwegentour in 02/19 echt Lunte gerochen habe.

Dänemark 2005: Kopenhagen

Ich war zweimal in Kopenhagen. Einmal 1989, kurz vor meinem 18. Geburtstag, während meines Urlaubs auf Fehmarn und das zweite Mal 2005, im Zusammenhang meines einwöchigen Urlaubs in Südschweden, Provinz Halland. Und wer war schuld daran, dass wir zwar eigentlich nach Schweden wollten und dennoch zunächst in Kopenhagen landeten? Die Billigairlines…….Göteborg wurde 2005 noch nicht direkt angeflogen und somit ging es erst mit Easyjet binnen 45 Minuten nach Kopenhagen und von dort zwei Tage später mit dem Zug in rd 2 Std in das 10 Grad kältere Varberg.

Wir landeten abends in Kopehagen und fuhren mit dem Zug in die Innenstadt. Das einzig bezahlbare Hotel der Stadt lag hinter dem Bahnhof, selbst 2005 zahlten wir für eine Nacht schon weit über 100€, ohne eigenes Badezimmer versteht sich. Das Hotel war dennoch recht nett und wir waren mit unserer Auswahl zufrieden, zumal die Lage supertoll war und wir fußläufig die Stadt erkunden konnten. Das Frühstücksbuffet ist mir noch sehr gut in Erinnerung geblieben und das Wetter, das war dänisch sensationell.

Wir hatten 25-30 Grad Ende Mai mit Sonnenbrandgarantie und genossen die Stadt in vollen Zügen…..bis auf die Preise, die damals schon mehr als happig waren. Ich kann mich noch an 7,50€ für einen Hot Dog erinnern…..mh….da blieb man gerne hungrig.

Mit Blick auf Tivoli und Circus begannen wir unser Sightseeingprogramm und besuchten im Anschluß natürlich Has Christian Andersen, davon gab es schon 1989 ein Foto von mir und dem Literaten.

Wikipedia: H.C Andersen: (* 2. April1805 in Odense; † 4. August1875 in Kopenhagen), der sich als Künstler zeitlebens nur H. C. Andersen nannte, ist der bekannteste Dichter und Schriftsteller Dänemarks. Berühmt wurde er durch seine zahlreichen Märchen.

Das das Wahrzeichen von Kopehagen nicht mit Größe gesegnet ist, ist ja nicht so ganz neu, ich war in diesem Fall wi rklich 2x enttäuscht. Auch wenn ich mit 18 bereits ungläubig auf die Statue starrte, so war ich 2005 nochmals mehr überrascht, wie winzig die kleine Dame mit Fischschwanz nun wirklich ist.

Hier kommt noch ein wenig Geschichtliches zu der 125cm großen Figur ( gefunden bei Wikipedia) : Der Kopenhagener Bildhauer Edvard Eriksen (1876–1959) schuf die 1913 aufgestellte SkulpturKleine Meerjungfrau, die zum Wahrzeichen Kopenhagens werden sollte. Der Künstler ließ sich von der Figur der Jeanne d’Arc von Henri Chapu in der Ny Carlsberg Glyptotek inspirieren. Den Kopf gestaltete er nach dem Vorbild der PrimaballerinaEllen Price (1878–1968), die 1909 in Kopenhagen als Hauptdarstellerin eines Balletts gleichen Namens sehr beliebt war. Der Körper wurde nach dem Vorbild seiner Ehefrau Eline (1881–1963) geschaffen, da Price es abgelehnt hatte, dem Künstler als Aktmodell zu dienen.

Die schönste Überraschung war mit Sicherheit Nyhavn mit seiner urigen Atmosphäre, dem teuren Bier ( 2005, 6,50€) und fernab von Kreuzfahrttourismus und Co. Das dürfte sich heute geändert haben.

Die Kneipen waren brechend voll und auch wir ließen es uns gutgehen und drehten uns mit Carlsberg ordentlich was in die Bimmel. Was sind schon 6.50€, heute kostet das Gesöff mit Sicherheit 9€ ?!

Wir erbummelten die Strøget, Kopenhagens berühmte Einkaufsstraße und schauten natürlich im Schloß Amalienborg vorbei. Die dänische Königsfamilie ist ja allgemein beliebt und auch wir wollten mal ganz royal sein.

Natürlich wurde auch ein Blick auf die königliche Oper geworfen und über das alte Kastell von Kopenhagen bummelten wir vom Tag in die Abendstunden.

Am Abend erfreuten wir uns an unserem Sonnenbrand und versuchten mit Quark und Dosenbier den Schaden einzugrenzen.

Am nächsten Morgen setzten wir uns in die schwedische Bahn und fuhren nicht nur über die Öresundbrücke sondern über Malmö nach Varberg.

Fazit: Verglichen mit Göteborg schneidet Kopenhagen eindeutig besser ab. Die Stadt erscheint lieblicher und kosmopolitischer, weniger streng. Beide Städte sind eindeutig nordisch, in Kopenhagen ist aber eindeutig die Hanse erkennbar, Ecken wie Nyhavn könnten auch in Deutschland, Danzig oder Niederlande stehen. Mir hat Kopenhagen damals sehr gut gefallen, wir Zeit zurückzukehren.

Schweden 2005: Göteborg

Ähnlich wie es sich mit Großbritannien verhält, stehe ich auch zu den skandinavischen Ländern, wobei ich mich zunehmend wandele und nach meinem Norwegenurlaub 2019 sehr wohl Interesse am hohen Norden gefunden habe. Vermutlich hatte ich in meiner Jugend einfach nicht die Kohle um ernsthaft über längere Aufenthalte in Skandinavien nachzudenken, die Länder eignen sich nicht für ein Besäufnis und das Wetter ist leider, zumindest tendenziell, noch schlechter als bei uns in Berlin. Aber besondere Umstände haben mich 2005 gleich 2x nach Schweden gelockt, die erste Reise war die Ergänzung zum Vorbeitrag “ London 2005″ hier die Verlinkung: http://allcontinentsinonelife.com/england-2005-lohnt-ein-tag-in-london/

Wir landeten zu nachtschlafender Zeit in Göteborg City und fuhren mit dem Flughafenshuttle in die Innenstadt und liefen zum IBIS, direkt am Hafen in der Nähe des Hauptbahnhofs. Das Besondere an diesem Hotel war das alte Schiff, welches zu einem Hotel umgebaut worden war.

Ein einmaliges Ambiente begleitete uns zwei Nächte:

Der nächste Morgen begann mit einem Frühstück in der Innenstadt und der Erkenntnis, dass es nicht immer kalt ist in Schweden, im Winter! Wir hatten Plusgrade und ein geradezu bildschöner Tag kündigte sich an. Wir bewunderten zunächst unsere Umgebung, schossen ein Foto fürs Patenkind…..auch in Göteborg gab es eine Helena Maria, wenn auch in umgedrehter Reihenfolge:

Die weitere sehr poitive Überraschung waren die moderaten Preise, es stimmte…..SE war durch den Euro erschwinglich geworden. Ich kaufte mir an diesem Wochenende sogar ein paar Schuhe für 40€. die wären in D vermutlich teurer gewesen.

Unsere Sightseeingtour beschränkte sich auf die absoluten Highlights der Stadt, die mir von Minute zu Minute besser gefiel. Ich weiß, dass so Einige mit der protestantischen Sachlichkeit im hohen Norden nicht viel anfangen können und recht nüchterne Städte wie Stockholm, Göteborg, Oslo und Kopenhagen eher im wahrsten Sinne des Wortes „ernüchternd“ empfinden. Mir gefiel was ich sah und zwar so gut, dass ich im Verlauf des Jahres 2005 ein zweites Mal nach Göteborg fuhr und jetzt, mit Schreiben des Berichts, wieder mal darüber nachdenke, eine Wochenende in Schweden einzulegen…..

Wir erliefen uns die Saluhallen ( toller Markt von 1888 ) und bewunderten den Götplatsen, quasi der Inbegriff von nordischer Coolness. Bei strahlendem Wetter verbummelten wir den Samstag in der Haga Nygata, der Einkausmeile von Göteborg. Hier ein paar Bildchen zu den genannten Spots.

Das hier gezeigte Gebäude ist keine Kirche, auch wenn die Architektur dies vermuten lassen würde, nein hier beherbergt Göteborg seinen Fischmarkt und huldigt diesen mit einem beeindruckenden Namen und Gebäude….die Feskekörka- die Fischkirche…ach wie treffend.

Göteborg verfügt ebenfalls über megatolle Parks, die bei besonders schönem Wetter die Stadt wohl sehr lebenswert machen.Hier ein Beispiel, ich habe versucht den Namen herauszufinden…bin gescheitert.

Die Häuser, viele im Jugendstil haben mich ein Stück weit sogar an Hambug erinnert, ein wenig Kopenhagen habe ich auch wiedergefunden….jaja die Städte des Nordens.

Das obere Bild zeigt die Göteborger Oper, schön gelegen, wir waren leider nicht drin und konnten uns somit von der Akustik nicht überzeugen.

Nicht weit vom IBIS liegt das Einkaufszentrum Nordstan, ein Segen auf der Reise. Dort gabe es Alles was das Herz begehrte und lag fußläufig zu unserem Boot.

Den Stadtteil Haga möchte ich noch erwähnen- im trendigsten Teil der Stadt mal eben Fika und Kaneelböllar genießen….auf jeden Fall ! Göteborg ist übrigens voll mit Kaffees und Restaurants und die Auswahl fällt schwer.

Und natürlich das Kronhuset, das älteste Haus der Stadt ( rot in Backstein) mit schönem Gewerbehof.

Da das Wetter zwar freundlich aussah aber dennoch ein kräftiger Wind vom nahen Meer ( der Skagerak ist nicht weit) pfiff, verzogen wir uns am ersten Tag doch zum Nachmittag in unsere Kajüte. Wir puhlten Garnelen aus dem Nordstan und bewunderten sonstigen ershoppten Kleinkram aus Göteborg. Ich muss direkt mal schauen, was es damals in meine Wohnung geschafft hat, Erinnerungen haben ich daran keine mehr.

Am nächsten Morgen hatte sich das Wetter gedreht und vorbei war es mit der Herrlichkeit. Herzlich Willkommen schwedischer Winter! Am Vormittag war es wenigstens trocken aber bewölkt und windig. Ich traf mich mit Tobias, den ich 2004 auf meiner Afrikareise kennengelernt hatte ( siehe 2004, Südafrika, Namibia, Botswana und Simbabwe) und wir tauschten bei mehreren Kaffees den neuesten Klatsch und Tratsch der vergangenen sechs Monate aus.

Der anschließende Stadtbummel wurde ein recht vergrieselter, verschneiter Spaziergang, den wir Beide bitter mit einem Rotz bezahlen musste. Dennoch will ich den Blick vom Skansen Kronan nicht unterschlagen, unterhalb der Wehranlage liegt Haga, der Blick auf die Stadt ist super. ….selbst mit schlechten Digicams des Jahres 2003.

Am späteren Nachmittag fing es richtig an zu schneien und bis zum Abendessen lagen rund 20cm Neuschnee. Heike und ich schafften es gerade mal bis zum nächsten asiatischen Restaurant ( malayisch) und erfreuten uns am unverhofften „weiß“ auf den Straßen.

Unser Rückflug am nächsten Tag gestaltete sich schweirig, wer glaubt, dass Skandinavier lässiger mit dem weißen Rotz umgehen können, dem sei gesagt……2005 lief am Airport Göteborg City recht wernig. Mit mehr als vier Stunden Verspätung starteten wir nach London Stansted, wo wir im Anschluß in unsere Maschine nach Berlin stiegen.

Wie bereits geschrieben, es zog mich in 2005 ein zweites Mal nach Schweden und jetzt , in 2019 überlege ich ebenfalls nochmal einen Trip nach Südschweden zu machen. Ein Vorteil haben die 14 Jahre Warterei gebracht: Easyjet fliegt mittlerweile direkt 🙂 🙂 🙂 !

England 2005: Lohnt ein Tag in London ????

Ich bin fast unbefleckt was das Vereinigte Königreich angeht. Habe als Teenie nicht den Genuss einer Klassenfahrt nach London erlebt Auf eine Sprachreise hatte ich nicht so richtig Lust und zog den USA Aufenthalt mit 15 einfach dem schlechten britischen Essen vor.

Abgeschreckt haben mich bislang das gemeinhin schlechtere Wetter, Lamm mit Minzsauce oder auch Fish and Chips und die bekannten  höheren Lebenskosten- kurz und gut, ich hatte nie Lust auf die Insel!
Das hat sich mittlerweile zumindest in Teilen relativiert, zum  Beispiel hätte ich große Lust auf Schottland oder auch die Kanalinseln. Mal schauen was die Zukunft in Sachen GB so  bringen wird. Insbesondere die Mitnahme unseres Wauzis ist zu klären, denn ohne Westie geht’s nicht in die Highlands. Immerhin ich habe es 2018 nach Gibraltar geschafft und dann war da ja noch das Jahr 2005…..

Im  besagten Jahr habe ich mich für einen einzigen Tag in der Hauptstadt von England aufgehalten. Ich bin wie die Jungfrau zum Kinde zu diesem Aufenthalt gekommen, Hintergrund war das Unvermögen von Ryanair meinen Anschlussflug von London nach Göteborg zeitnah nach Landung in Stansted durchzuführen. Direktflüge nach Göteborg gab es damals noch nicht und so flog ich für ein Pfund ( echt wahr) zum allerersten Mal mit Ryanair. Ich bin Jahre später nochmal nach Riga mit Denen geflogen, grundsätzlich meide ich die Linie. Ich kann mich noch daran erinnern, dass der Kapitän im Landeanflug auf Stansted ganz fröhlich verkündete : “ dicker Morgenverkehr über London aber Sie wissen ja, Ryanair zieht man immer rein!“.

Und so landeten wir als Einzige pünktlich.  Wochen später las ich in einem bekannten dt. Magazin, dass Ryanair grundsätzlich am Kerosin spart, die Worte des Flugchefs habe ich nie vergessen und seitdem versucht diesen Drecksladen zu meiden.

Also ging es, an einem schönen sonnigen Februartag, mit dem Standsted Express ziemlich entspannt in die City und ich zog absolutes Power Sightseeing mit meiner lieben Freundin Heike, die die Stadt ganz gut kannte, an diesem Tag durch.

Zunächst schaute ich mir den Tower of London von außen an, danach schlenderten wir zur Tower Bridge und der London Mint. England 2005: Lohnt ein Tag in London ???? weiterlesen

Norwegen 2019, III: Kabelvåg

Nach vier Nächten ging unsere Zeit in Å zu Ende. Leider regnete es in Strömen und schon das Gepäck in Isbjørn zu verstauen, war eine echte Herausforderung, Wir hatten eigentlich den Plan, eine Menge Fotostops auf unseren Weg nach Kabelvåg, in der Nähe der Hauptstadt Svolvær , einzulegen und sahen genau diesen Plan schwinden. Der erste Stop an dem von uns so genannten „Nudeltopffjord“ (Djubford) war ein Reinfall, deshalb gibt es auch keine Fotos. Es stürmte auf der Brücke und die Objektive bekamen nen Haufen Nass ab. Ansonsten war uns aber auch an diesem Tag das Glück hold und irgendwie bekamen wir doch noch die Fotos, die wir haben wollten….ich bitte die Regentropfen zu entschuldigen….trotz Wischen und Putzen, konnten wir es manchmal nicht verhindern und die Bilder sind Alle noch nicht bearbeitet.

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Da zwischendurch immer wieder die Sonne aufriss, war unsere Tour über die Inselkette wirklich etwas für die Sinne. Die Lofoten sind ein tolles Winterziel und das nicht nur für Fotografen und Nordlichtliebhaber.

Wir versuchten uns noch an einem kleinen Wasserfall und immer wieder ließen wir uns auf den Blick auf die Fjorde verzaubern.

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Wer sich für die Brückenkonstruktion auf den Lofoten interessiert…..hier sieht man ein tolles Beispiel, wie gut die Infrastruktur auf der Inselkette ausgebaut ist.

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Wir kamen im sintflutartigen Regen in Kabelvåg an, es regnete im wahrsten Sinne des Wortes „cats and dogs“. Mathias opferte sich großmütig und versuchte unter großem Krafteinsatz und in Gefahr der eigenen Gesundheit an die Schlüssel für unsere Unterkunft heranzukommen……die Rezeption war nicht besetzt, der Laden, wo die Schlüssel sein sollten war zu. Im strömenden Regen telefonierte Mathias mit unserer Vermietung um dann vor dem falschen Apartment zu stehen. Schlußendlich, nach zwei Telefonaten hatten wir es aber dann doch geschafft, wieder ein Rorbuer, diesmal in der ersten Etage mit traumhaften Blick. Die Wohnung war nett und wir waren zufrieden.

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Uns zog es in den Supermarkt wo wir die letzten Lebensmittel einkauften. Übrigens 400g Erdbeeren ( zur Erinnerung, wir sind hier über dem Polarkreis) kosten auch nur 2,90€……..

Es gab Spaghetti und zum Nachtisch POLARLICHTER! Allerdings nur ein Lichtchen aber ein Vorgeschmack auf das angesagte, gute Wetter am nächsten Tag. Immerhin, es war das dritte Mal, dass wir Polarlichter in diesen acht Tagen zu sehen bekommen haben….wir waren nicht unglücklich.

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Der nächste Morgen war komplett anders, ein schöner Sonnenaufgang und ein herrlicher Tag erwartete uns. Wir schauten uns zunächst unsere Bucht an und planten die Polarlichter für den Abend. Es war ein KP Index von 5 angesagt und sofern es klar bleiben würde, wären unsere Chancen nie besser gewesen.

Zunächst der Blick auf unsere Unterkunft, das Haus in der Mitte….Wohnung oben, links.

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Nachdem wir unseren Fjord, inkl. Mole und Leuchtturm ausgiebig bewundert hatten, fuhren wir in die Hauptstadt der Lovoten, Svolvær, mit 4000 Einwohnern auch keinen wirkliche Metropole. Allerdings konnten wir dort die ersten Bausünden bewundern und da in Svolvær Hurtigruten anlandet, ist die Stadt weitaus touristischer. Wir stellen Isbjørn vor der sog. „Altstadt“ ab und schlenderten durchs Zentrum. Dieses ist ganz niedlich und sehenswert und bei dem Kaiserwetter, welches uns verwöhnte, waren wir mit unserer Sightseeing Tour ziemlich zufrieden. In Svolvær sahen wir das erste Mal so etwas wie touristische Infrastruktur, z.B konnten Speedboottouren in den nächstgelegenen Fjord gebucht werden. Ließen wir alles aus…..Fjorde hatten wir ausreichend besucht.

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Nachdem wir im einzigen Souvenirgeschäft der Lofoten ein wenig Kleinkram ershoppt hatten, warfen wir uns nochmal ins Auto und fuhren gen Süden. Wir hatten Lust auf Eisschollen, diese hatten wir am Tag zuvor bei der Anreise gesehen und wollten diese bei dem tollen Kaiserwetter natürlich gerne fotografisch festhalten……nur, wo waren die Dinger? Zunächst fuhren wir Richtung Kallestranda, mehr des Namens wegen…..doch die Natur überzeugte. Allerdings nicht der Stranda war sehenswert, mehr der Weg dorthin.

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Und wir bekamen die ersten Minieisschollen….

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Kallestranda war nicht sehenswert und auf einmal befanden wir uns schon wieder auf der Umgehungsstraße gen Leknes. In Valberg drehten wir um und gaben uns geschlagen…..Eisschollen und Elche nur in unbefriedigender Form- Natur war dennoch fantastisch.

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Gegen 14:30 Uhr waren wir wieder in Kabelvåg und stellten uns unter die Dusche und packten die Sachen, Wir wollten Polarlichterfertig sein……deshalb fuhren wir gegen 16:00 Uhr wieder nach Svolvær und gingen ins Anker Brygge. Dort konnte man Pub Style mässig sein Essen am Tresen bestellen, bezahlen und wieder gehen….perfekt.

Zunächst nochmal ein Blick während der Dämmerung auf den Hafen und der Blick aufs gute Essen, Ich hatte die Spareribs, Mathias und Ali aßen Fish & Chips.

Zurück in Kabelvåg warteten wir auf Gudot, aka Polarlichter…..die Kp App hatte uns eine echte Show versprochen und wir zogen Alles an, was wir besaßen und machten uns gegen 18:30 auf zur Mole.

Anfänglich war die Show noch verhalten und ziemlich unspektakulär, vergleichbar mit dem Nordlicht in Å und am Tag zuvor.

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Wir hatten die Mole noch für uns ganz alleine und konnten uns autoben, immer mit Blick nach Norden. Was dann in den nächsten zwei Stunden geschah, lässt sich schlecht in Worte fassen. Es war einfach nur wow- der Himmel glühte förmlich und wir Drei haben eine ganz tolle Auswahl an Fotos „erschaffen“. Sofern hier im Blog Bilder von Mathias auftauchen, habe ich diese gekennzeichnet……

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Dei nächsten zwei Fotos stammen von Mathias

Aber auch ich habe Leuchtturm zu bieten, auch wenn mich ein norwegisches Paar ziemlich unhöflich. verscheuchte,

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Nicht nur, dass ich vom Leuchtturm verscheucht wurde ( Beide hätten sich auch neben mich stellen können, Polarlichter werden nur mit Weitwinkel und Langzeitbelichtung etwas) , die alte Nebelkrähe stellte sich vor Alexandras Objektiv und verbot uns Musik aus dem Iphone zu hören……dafür, dass Beide nach uns auf die Mole gekommen waren und grundsätzlich ihre Wünsche als Forderung formulierten, ein ziemlich starkes Stück. Ich musste die Dame dann doch auf das Zauberwort „please“ hinweisen und dass das kleine Wörtchen „ Bitte“ echte Zauberei auslösen kann. Unser Trost an diesem Abend, sie waren nach der großen Show erschienen und mit nur einer Sekunde Belichtung sahen deren Bilder be…….aus.

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Achja, das miese Verhalten von Fotografen, eine Besonderheit auf dieser Reise.

Nachdem uns die Händchen fast abgefroren waren, das Polarlicht zwar noch da aber für uns Verwöhnten doch eher bescheiden leuchtete, machten wir uns auf den Weg zur Unterkunft.

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Dort angekommen packten wir unseren Kram, aßen die restlichen Spaghett vpm Vortag und gingen um 22:30 Uhr ins Bett. Die ganze Nacht bombardierte meine App uns mit Polarlichtnachrichten….doch für diese Reise waren Nordlichter Geschichte.

Der Wecker klingelte um 4:30 Uhr und wir rieben uns verwundert die Äugelein, es lag mindestens 25cm Neuschnee ! Wir hatten noch rund drei Stunen Fahrt zum Flughaven Narvik/ Harstad vor uns und uns gruselte vor der Fahrt, ich schmierte Lachsbrötchen und kochte Eier ab und gegen 5:30 fuhren wir los….diesmal sehr dankbar für die Spikes in den Reifen. Die Fahrt zog sich, die LKWs brausten mit 80 Sachen über die Inselstraßen……unterwegs sah es so aus:

In Harstad/ Narvik mussten wir Isbjørns Schlüssel in eine Dropbox schmeißen und durften uns dann komplett alleine abfertigen. Check In war ja bereits online gelaufen. Am Automaten zogen wir uns die Bordkarten und bekamen die Gepäcktags, die wir an die Rucksäcke bastelten. Danach liefen wir zur Gepäckaufgabe, legten die Koffer in eine Wanne, wogen selbst aus und scannten die Taschen durch und im Stillen sagte Jede/r nur „toi, toi, toi“…….

Das Wetterchaos wurde von dem Enteisungsgerät namens „Cool as ice-Evenes Frost Fighter“ in Griff gehalten und die Frost Fighter schoben Überstunden. …

Auch die Königliche Luftwaffe der niederländischen Armee wurde von den Frost Fighter vom Notwendigsten befreit und auch wir in der Boeing 737 wurden mit der Fantabrause übergossen. Der Flug nach Oslo war unspektakulär und irgendwie kamen wir auch durch die fünfstündige Warterei bis zum Weiterflug nach Berlin. Wie bereits auf vorherigen Reisen wurde der Hunger mit Hamburger bekämpft.

Sechs Minuten vor der geplanten Ankunftszeit schlugen wir in SXF wieder auf und erstaunlicherweise kam unser Gepäck nicht nur an, sondern das auch noch in einer bemerkenswerten Geschwindigkeit.

Unser Fazit nach neun Tagen Norwegen im Winter fällt durch und durch positiv aus. Die Preise waren ok, vor Allem wenn man den exponierten Standort der Vesterålen und Lofoten bedenkt. Selbst 300 km nördlich vom Polarkreis bekommt man so ziemlich Alles was das Herz begehrt. Die Entfernungen sind nicht zu unterschätzen, die Straßen sind aber vernünftig ausgebaut und alle Autos sind mit Spikes ausgestattet. Lofoten im Winter bedeutet viele Fotografen, Workshops und ziemlich arrogantes Verhalten von den vielen Möchtegerns….ohne Stativ irgendwo aufzutauchen ist in deren Augen Frevel…. nach dem Motto „da kann nix bei raus kommen“.

Achja, Chinesen bevölkern ebenfalls die Insegruppe, diese waren aber nur laut, als Fotografen fielen sie eher positiv und ziemlich zurückhaltend auf….

Wir kommen bestimmt wieder, ich würde gerne ein wenig mehr wandern gehen und die wunderbare Inselwelt „von oben“ kennenlernen.